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Radio 22 ab November auf DAB

Startbeitrag von Tobbe am 28.10.2002 09:44

Digitalradio Rheinland-Pfalz:
Die Radio 22 Aufschaltung auf das digitale DAB L-Band in Rheinland-Pfalz wird wahrscheinlich noch im November beauftragt. Damit wird Radio 22 terrestrisch von Karlsruhe bis Wiesbaden im Rheingraben empfangbar sein. Hier leben rund 1,7 Millionen Menschen (davon rund 860.000 in Rheinland-Pfalz). Zum Empfang benötigen Sie lediglich ein Digital-Radio im Auto oder zuhause. Mehr Infos unter www.blaupunkt.de

Quelle: www.radio22.de

Die 50 interessantesten Antworten:

@ Tobbe: beim Vergleich Radio 22 / Sky-Radio liegt Du leider falsch.

Sky-Radio war von Anfang an als weitere ( 3. hessische ) Kette ( mit "bundesweiter Lizenzierung ) vorgesehen mit Startstandorten in Nord- und Mittelhessen sowie Dieburg. Wird jetzt langsam mit weiteren Standorten ohne Ausschreibung aufgefüllt.
Den Zuschlag bekamen sie eigentlich nur deshalb, da sie das Funkhaus in Kassel einrichteten und Nordhessen politisch gerade mal wieder gewollt war ( war ein genialer Schachzug zur richtigen Zeit !! ) :spos:

Radio 22 ist ausschliesslich als "Regionalstation" Trier / Landkreis Trier-Saarburg lizenziert. Auch die neuen Senderstandorten werden nur dieses Gebiet versorgen.
Ob Radio 22 jemals ausserhalb DAB in ganz Rheinland-Pfalz verbreitet wird, lasse ich mal dahingestellt. Entweder müsste also die Lizenz auf "landesweit" geändert werden und / oder R22 müsste sich bei neuen Ausschreibungen bewerben. Mal sehen, was im nächsten Jahr in Koblenz passiert. In Hintergrund steht in RLP ja noch immer das "europäische Problem" NJR (Energy)-RLP . :D

@ Carsten: Stimme ich zu. Eine Unterscheidung zu anderen "Dudelsendern" besteht für mich bei R22 nicht. Da höre ich im Rhein-Main-Gebiet aber viel Besseres. :cool:

von KlausD - am 29.10.2002 10:18
Hatte endlich mal die Möglichkeit ins Radio 22-Sendegebiet zu fahren (eigentlich nur zum Tanken nach Luxembourg)! :D
Auf der Hunsrückhöhenstraße vom Osten kommend beginnt der Empfang auf der 88.2 bei Hinzerath. Zwischen Morbach und Thalfang wird der Empfang schlechter.:sneg: Was ich bemerkt habe: Der Empfang dort hört sich anders an als bei anderen Sendern. So Monoartig oder soähnlich!?
Dann konnte ich 100.5 von Süden kommend erst hinter Zerf empfangen. Als Trier im weiteren Verlauf der Bundesstraße zu erblicken war, sprang das RDS-Radio auf 88.4. Guter Sound, wie bei anderen Sendern. Bei Igel/Mosel sprang er wieder zurück auf 100.5. In Wasserbillig war dann nichts mehr zu hören.
Zum Programm: Pop, Charts, ... Immer nach jedem Titel :sneg:-Werbung!
RDS Code: bei 88.2 "R22MOSEL", bei 100.5 "RADIO22" und bei 88.4 " *22* " :spos:.
es wird auch Werbung angezeigt. :sneg:

Ich bin von Radio 22 mittelmäßig begeistert. Note 3. :)

von Stefan G. - am 02.11.2002 19:00
@ Peter Jung: Bitte mein posting GENAU lesen. Ich habe festgestellt, dass meiner Ansicht nach die breite Hörermasse das Woodstock nicht DESHALB kauft, weil sie damit DAB hören kann. Entsprechende Statistiken über die ENTSCHEIDUNGS-gründe ( "gekauft weil....z.B. wegen DAB" ) sowie Zufriedenheitszahlen ( wenn "gekauft, weil DAB" , dann...z.B. "in welchem Umfang zufrieden ? " ) sind mir bekannt. Meine Aussage ist deshalb durchaus zutreffend.

Dies hat absolut nichts damit zu tun, dass das Woodstock sich in dem genannten Preissegment gut verkauft. Aber eben nicht, weil es ein DAB-taugliches Radio ist, sondern weil es ganz allgemein sehr gute Werte aufweist !!,
Wer mit DAB zufrieden ist, wird sicherlich auch Radio22 hören. Angesichts der in RLP im DAB-Bouquet vetretenen Sender, sicherlich nicht als überzeugter R22-Hörer ( dafür ist die Qualität noch hoch genug und die Unterscheidung zu den andere "Dudlern" tendiert gen -0- ), sondern aus der Not heraus ( "in der Not, frisst der Teufel Fliegen" ). :D

von KlausD - am 03.11.2002 23:39
Mich würde mal interessieren, in wieviel Prozent der Autos überhaupt noch ein separat gekauftes Radio eingebaut ist.

Die Serieneinbauten der Hersteller sind inzwischen so gut in die Fahrzeuge integriert, dass man sich mit einem Einbauradio nur Ärger und Nachteile einhandelt.

Wer von euren Bekannten, der KEIN Radiofreak ist, hat was anderes als das Serienradio im Auto?

Ich selber habe einen A4 mit der Concert-Anlage. Abgesehen davon, dass es ein Leasingwagen ist und ein Umbau daher ausscheidet, wäre ich sehr blöd, dies zu tun:

Ich habe Antennen-Diversity und einen sehr trennscharfen Tuner dazu, nebst Bose-Lautsprechern. Das ganze sieht neben gutem Klang noch superelegant aus und es gibt ein Zusatz-Display direkt vor den Augen (Fahrer-Info-System).

Ich wäre voll bescheuert, wenn ich diesen Komfort, den super-Empfang und das Design gegen irgendein Einbauradio tauschen würde, egal ob für 100 Euro oder 1000 Euro.

Kurz gesagt: Solange es DAB nicht wenigstens als Option serienmäßig von VW, Opel und Co. gibt, bleibt dieses System eine Totgeburt.

von Kai - am 04.11.2002 22:46
@ Peter Jung: Dies kann ich hier leider im Detail nicht posten :D . Nur soviel: solche Umfragen und Marktbefragungen werden für ziemlich viel Geld von Herstellern, Agenturen usw. in Auftrag gegeben, die dann daraus ihre Rückschlüsse ziehen. Die Ergebnisse sind verständlicherweise -firmenintern- und -klassifiziert-.

Aber so kompliziert und geheimnisvoll ist dies garnicht: einfach im Bekanntenkreis fragen, im nächsten Fachmarkt oder beim Händler mal bei Verkaufsgesprächen zuhören und auf die Verkaufsargumente hören. Das Argument: "Damit können sie auch DAB empfangen und Musik in hervorragender Qualität hören !! " - " DAB ?? Wattdenndaas? Gude Mucke liefert mein CD/MP3 - Player, meine Anlage und mein Booster !! Ich höre ohnehin nur meine eigenen CD's / MP3-er und den sonst stummgeschalteten Verkehrsfunk !! ". Meist ändert der Verkäufer dann ganz schnell seine Strategie, sonst ist der Kunde nämlich weg !! ( Verkauf und Service sind nicht meine Branche, aber sicherlich können sich Fachleute hier dazu äussern ).

Solange dem Kunden kein programmlicher "Mehrwert" ausser z.B. Anfahrtsbeschreibungen usw. geboten werden, lockt man mit DAB in der heutigen Form "keinen Hund hinterm Ofen vor" ( ausser uns "Freaks" ).

Neben den technischen muss es noch klare kurzfristige zeitliche Vorgaben geben ( siehe z.B: DVB-T in Berlin - auch nicht unbedingt optimal, aber jeder weiss, dass im nächsten Jahr Schluss mit Analog-TV über Hausantenne ist. Gleichzeitig bis dorthin Reduzierung der analogen Senderleistung ). Da ist natürlich wieder die Industrie gefordert. Insoweit hat Kai recht, warum nicht in der Grundausstattung des Neuwagen ( auch in unteren Mittel- und Polo-Klasse ) schon günstige Geräte mit DAB-Zugang serienmässig einbauen ? Die Nachrüstung bringt da wenig. Dies würde DAB zumindest ohne Zusatzkosten "zugänglicher" machen.

Solange sich Öffentlich-Rechtliche, wie der hr, aus DAB zurückziehen können, obwohl sie extra dafür Geld bekommen und damit -4- Zusatzprogramme finanziert haben und Private, wie FFH, den Umfang ihrer Mitwirkung im DAB-Ensemble von dem Umfang der Fördermittel vonseiten der Landesrundfunkanstalt abhängig machen, SOLANGE WIRD DAS NIX mit DAB in Deutschland. :sneg: :sneg: :sneg:

Nachsatz: Dies ist natürlich meine ganz eigene, private Ansicht. Andere begründete Meinungen werden auch akzeptiert :cool:

von KlausD - am 05.11.2002 14:43
Hallo, KlausD
Womit wir wieder bei der alten Diskussion 'Wie wird das noch was mit DAB?' wären. Sagte ich nicht mal vor geraumer Zeit, daß es am besten wäre, es so zu machen wie mit DVB-T im Großraum Berlin/Brandenburg? Manchmal MUSS er Endverbraucher zu seinem Glück gezwungen werden. Erinnert sich noch Jemand daran, als es darum ging, wie lange die Übergangszeit von DM zum EURO ursprünglich sein sollte und wie´s dann doch anders kam? Die Subventionirerei ist auch so´n Kapitel für sich. Die ÖRs kriegen den Digital-Cent eh mit der GEZ-Gebühr, die Privaten möchten auch gern was vom Kuchen haben, also wir ein Pott geöffnet, Mios reingeschmissen und die Privaten auch noch durchgefüttert.
Was bliebe noch übrig? Erstmal die ganzen Funzeln abschalten, die Programme von dort auf DAB aufschalten und die großen Analog-Sendeananlagen in der Leistung runterfahren. Ist zwar die Holzhammermethode, aber eine andere Lösung fällt mir im Moment nicht ein.
Gruß, Reinhold



von Reinhold Heeg - am 05.11.2002 16:32
Ich fürchte langsam, dass Deutschland für DAB garnicht geeignet ist. Unsere Rundfunkgesetze in den einzelenen Bundesländern verhindern leider, dass DAB hier seine Vorteile ausspielen kann. Die Vorteile werden hier sogar zum Nachteil. Wieso dat dann? Schaut euch mal die zweite Seite dieses newsletters an. Dort findet ihr die aktuelle DAB Programmübersicht von London.

58 Programme bringen die Engländer auf nur zwei VHF Kanälen (11+12) unter! Rechnet mal für Deutschland nach. Wir schaffen im Kanal 12 gerade mal 1 Ensemble mit 7 Programme in fast jedem Bundesland. Jedes weitere Ensemble würde einen weiteren VHF Kanal mit 7 MHz verschlingen. Anders ausgedrückt, in Deutschland benötigt ein Radioprogramm auf DAB 1 MHz Bandbreite, in GB sind es 240 khz. Um z.B. in Frankfurt das gleiche Programmangebot,. wie in London anzubieten bräuchten wir das komplette Band III !. Und das wird DAB nie bekommen.

In England wollen alle möglichen Sender auf DAB senden, der Nachfrage seitens der Sender ist bereits so groß, dass die Ensembles mittlerweile überbelegt sind. Das BBC Ensemble sendet zeitweise 11 Programme! Da geht die Datenrate der einzelnen Programme leider drastisch runter, 192 oder 160 kbit sind dort mittlerweile die Ausnahme. Die wären froh, wenn sie endlich das L-Band nutzen könnten. Und hier stehen die L-Bänder leer. Die Sender reagieren hier allergisch auf DAB. Sobald die Fördergelder weg sind, sind auch die Sender weg. Die Kosten scheinen hier wohl masslos überteuert zu sein. Kein Wunder, da sie wohl von der RegTP festgelegt worden sind. Wie marktfreundlich die REGTP handelt, haben wir mittlerweile ja am Beispiel UMTS gesehen. Da hat man eine gesunde Branche in den Ruin getrieben. Ähnlich wird es bei DAB geschehen, nur dass es hier nicht die Netzbetreiber trifft, sondern die vielen kleineren privaten Sender. Da wird es dann nur noch hr und ffh in Hessen geben.

Es macht keinen Sinn darüber zu reden, welche Programme denn nun die 7 oder 14 Plätze in den jeweiligen Ensembles belegen sollen. DAB könnte erfolgreich werden, wenn man das Programmangebot vom Kabelsanschluß abbilden könnte. DAB jetzt nur mit künstlichen, zwangserfundenen Programmen, die keiner wirklich braucht zu füllen macht auch keinen Sinn.

Die einzige Rettung für DAB in D könnte ein ukw-ähnlicher Overspill sein. Aber darauf wird hier ja allergerisch reagiert. Wie sollen sich die Massen der Käufer in Frankfurt für ein DAB Radio entscheiden, wenn man damit in FFM nur drei Programme empfangen kann, obwohl ohne großen Aufwand z.Z. schon ca. 20 möglich wären durch Sendeleistungerhöhung und Aufhebung der Richtstrahlung an den Randstandorten und Umkoordinierungen.

Aber nein, die Verantwortlichen bekommen schon Magenkrämpfe, weil das Mainzer L-Band noch immer in Wiesbaden und mit Hochleistungs Yagis auch noch in Frankfurt empfangbar ist. Wie stellen die sich das eigentlich vor, wenn man als Autofahrerer demnächst alle 5 km sich einen neuen Sender suchen muß, nur weil der alte Sender im angrenzenden Allotment nicht mehr empfangbar ist. DAB könnte dann sogar im Auto verboten werden, da die ständige neue Sendersuche das Unfallrisiko stark erhöht wird.

Man könnte da auch gleich alle Autos ans Kabelnetz hängen oder die Programme verschlüsseln und jeder bekommt dann nur eine Smartcard mit der nur die Sender des heimischen Bundeslandes freigeschaltet sind.

DAB ist nicht zufällig im Auftrag der Stasi entwickelt worden?

von Carsten Knütter - am 05.11.2002 21:33
@ Peter Jung: Denke doch, was Du willst. Ich kann damit leben. :cool:

Meine Feststellungen sind aber keineswegs "selbstgebastelt". Jeder der sich bei Fachleuten umhört, die mit dieser Materie befasst sind, wird auf anderem Wege im Ergebnis die gleichen Erkenntnisse mitgeteilt bekommen. Man muss sich eben nur selbst ein wenig Mühe geben sowie "Gehirnschmalz" aktivieren :D

Diejenigen, die "Zugang zu dieser Quelle haben" ( werden hier nur sehr wenige sein, da nicht veröffentlicht -s.o.- ), kennen die Ergebnisse. Ich brauche die dann nicht auch noch darauf zu stossen. Alle anderen werden ohnehin nicht dran kommen.

Im Übrigen möchte ich auch morgen noch "kraftvoll zubeissen" können und die monatliche Gehaltszahlung auf meinem Konto vorfinden. Sowas nennt man in Fachkreisen dann nämlich: "Weitergabe von firmeninternen Daten". Noch bin ich nämlich weder meiner Arbeitsstätte, noch meines Lebens überdrüssig.

Also mach' das Beste draus und denke selber. So long Baby....

von KlausD - am 07.11.2002 14:03

Re: Subventionen Telekom

@ Peter Jung: Leider nur viel Theorie!! Die Verluste entstammen wohl kaum dem Sendernetzbetrieb Radio/TV, sondern z.B. den UMTS-Investitionen und u.a. auch verschiedenen Auslandsinvestitionen ( voice stream USA usw. ). Empfehle den Geschäftsbericht genauer zu lesen :sneg:

Ausserdem sind die "westlichen" ARD-Anstalten Eigenbetreiber fast aller ihrer Radio- und ARD1-Sender, da hat die Telekom garnichts mit zu tun :rp:

Im Gegensatz dazu fliessen hohe "Fördergelder" der Landesmedienanstalten in die DAB-Ausstrahlung. Trotzdem machen die "Digitalradio-Sendernetzbetreiber" noch ( ?unangemessen? ) hohe Kosten für die Programmabstrahlung in Bouquet geltend. Wer also wird hier in Wirklichkeit subventioniert ??

von KlausD - am 08.11.2002 15:17

Re:

Peter, ich glaub Du laberst nur rum.

1. Du kannst den Nachweis nicht bringen, dass analoge Netze teurer werden,
siehe oben.

2. Kommst Du nun mit einem Kostenvergleich zwischen Analog- und Digitalsendern und gehst von Deiner angezettelten Diskussion weg.

Ob das digitale System DAB wirklich kostengünstiger ist, muss sich erst noch zeigen. Der Betrieb in Deutschland läuft ja nun schon und man merkt, dass man doch einiges mehr an Sendern und Leistung braucht, um einigermaßen stabilen Empfang zu haben.

Von der Katastrophe L-Band will ich gar nicht reden, das kommt bei gleicher Reichweite mit Sicherheit teurer als UKW.

Ein Kostenvorteil könnte sich allenfalls für die ARD-Radios ergeben, wenn die zentral ein DAB-Ensemble multiplexen und an die Sender verteilen. Dieses Szenario ist aber Zukunftsmusik. Heute sind die Ensembles ein Mix aller möglichen Anbieter. Die müssen alle ihr Signal auf teuren Leitungen zum Multiplexer schicken und von dort gehts wieder dezentral an die Sender.

Unter anderem aus diesem Grund hat man in den USA und in anderen Ländern auch kein Interesse an DAB.

von Kai - am 08.11.2002 16:13

Re:

@ Peter Jung: wenn dies so wäre - was es nicht ist -, dann müssten die Bewerber ja "Schlange stehen", um endlich auf DAB senden und die teure analoge UKW-Verbreitung einstellen zu können. Woran liegt es dann bitte, dass im Gegenteil, die Sender erst nach langem Bitten und Betteln sowie zusätzlicher Gewährung hoher, nicht rückzahlbarer "Fördermittel" bereit sind, gnädigst mal -ein- Programm auf DAB auszustrahlen ( siehe Hessen FFH-Gruppe ) :confused:

Ausserdem: warum nehmen die Betreibergesellschaften der DAB-Ensembles dann heute nicht gewaltig weniger für die Zurverfügungstellung eines DAB-Programmplatzes, als die Telekom für einen analogen UKW-Sender :confused: Von der geringeren Reichweite der DAB- gegenüber den UKW-Sendern mal ganz abgesehen

von KlausD - am 08.11.2002 16:21

Re:

Peter,

Dein Engagement für DAB in Ehren.

Aber um so etwas neutral zu werten, werde ich bestimmt nicht die Pamphlete von Lobbyisten durchlesen. Allerdings kenne ich diesen Sachstandsbericht - Ein Konglomerat aus längst bekannten Allgemeinplätzen und Wunschdenken.

DAB wird Glück haben, wenn der Sendenetzbetrieb etwa so teuer ist wie bei UKW. Billiger geht's auf keinen Fall. Das bewirkt allein die Netzstruktur mit zentralem Multiplexer und der geforderte Sender-Maximalabstand im Gleichwellennetz.

Richtig gekniffen sind die Anbieter, die ins L-Band müssen. Für die würde es sogar deutlich teurer. Dabei sind es gerade die lokalen Anbieter, die den engsten Finanzrahmen haben.

Wer damit ein Problem hat? Alle Steuer- und Rundfunkgebührenzahler, die das DAB-Abenteuer finanzieren dürfen. Richtig leid tun mir aber die Leute, die sich für viel Geld so eine Kiste ins Auto haben bauen lassen.

von Kai - am 08.11.2002 16:27

Re: Kostenvorteil DAB Ausstrahlung ?

@ Peter Jung: Danke für die, sicherlich unbewusste, Bestätigung meiner Feststellung. :D

Ein zur Versorgung eines Lokalbereiches ausreichender 300 W Sender kostet weniger als € 300.000 . Die Zuführungskosten zum Sender kommen in beiden Fällen hinzu. Da allerdings muss ich Dir recht geben: die digitale Zuführung zum Sender ist verständlicherweise günstiger, als die analoge. Nur - auch einen anlalogen UKW-Sender kann ich durch digitales Signal vom Studio zum Senderstandort versorgen.

Zum Sachstandsbericht: War mir ebenfalls bekannt. Das Ergebnis war doch vorhersehbar. Hat irgend jemand ernsthaft erwartet, dass die Beteiligten angesichts der aus Gebühren und Fördermitteln schon erhaltenen bzw. noch zu erwartenden Geldern DAB in "Grund und Boden" verdammen und so auch ihre eigenen Umsetzungsfehler eingestehen :confused:

Grundsätzlich habe ich gegen die technische Innovation DAB nichts einzuwenden, nur so, wie es in der Vergangenheit und heute "gehandhabt" wird, wird es von den Verantwortlichen "gegen die Mauer gefahren". Wo ist denn das mögliche Weihnachtsgeschäft für DAB ? Nicht vorhanden !!

von KlausD - am 08.11.2002 16:50

Re: Kostenvorteil DAB Ausstrahlung ?

@ Wie schön, dann sind die Preise seit Anfang des Jahres ein Wenig gesenkt worden. Aber: ein analoger Satellitenkanal für Radio kostet nicht viel mehr und ist "europaweit". Ein digitaler nur einen Bruchteil davon. Dafür bekomme ich dann aber ein Mehrfaches an Hörern gegenüber DAB. Aber das ist nicht das Thema.

Meine Frage, warum die Bewerber nicht Schlange stehen usw., ist damit aber trotzdem nicht beantwortet. Es bleibt bei meinen Ausführungen. So wie es heute von den Entscheidungsträgern gehandhabt wird, ist DAB der nächste technische Flop. Alle weiteren Argumente s.o. auf 3 Seiten !!

Mit was hatten wir hier überhaupt angefangen? Ach ja: Radio 22 ab November auf DAB .

von KlausD - am 08.11.2002 17:07

Re:

Erich:

DVB-T hat AFAIK deutlich größere Kosten für die Bauteile auf Empfängerseite. OK, teurer als die DAB-Kisten kann es kaum gehen, aber der Spielraum nach unten soll deutlich geringer sein. Ließe sich eventuell über die Massenprodukten reinholen, aber daran glaube ich nicht so ganz.

Ansonsten haben und werden unsere geschätzten Medienanstalten hier regulierend eingreifen. In Berlin/Brandenburg gibt es keine Planungen für Hörfunkprogramme auf DVB-T (sagt eigentlich alles) und ohne Programme wird niemand ernsthaft DVB-T-Autoradios :-) oder ähnliches entwickeln. Der Standard dafür ist DAB und ich sähe keinen Vorteil von DVB-T gegenüber DAB.Die Bandbreite werden die TV-Monopolisten schon unter sich aufteilen und "dringend benötigen". Nicht vergessen, DVB-T ist vorrangig TV und alle im TV-Geschäft haben keinen Bedarf für neue Konkurrenz über größere Kapazitäten.

von Mäxx - am 08.11.2002 18:30

Re:

@ Mäxx:

Mag ja alles stimmen, nur spielen da so viel mehr Dinge am Rande eine Rolle, die die anvisierte Zielgruppe nicht zum Anbeißen bewegen mag. Stichwort: "Alter Wein in neuen Schläuchen". Und dafür noch richtig Geld ausgeben?

Ich denke nämlich an das Hörverhalten unserer nachwachsenden Generation. Frag mal die Kids, wer von denen überhaupt noch Radio hört. Mitleidiges Lächeln - Gründe dafür sind ja hier berechtigtes Dauerthema. Ihr Weg geht ins Internet, da sind die MP3-Musik- und Infoumschlagplätze. Noch nicht repräsentativ aber nicht zu unterschätzen. Omas Dampfradio aus unserer Kindheit gibt's ja auch nur noch im Museum....

Solange meine Kollegen lieber Flatrates statt GEZ bezahlen (und im Büro unzählige Radio-streams hören) und ich als Gegenpol lieber über einen Second Hand Hi End Tuner unterm Weihnachtsbaum nachdenke, geht die DAB-Geschichte noch bis auf weiteres an mir vorbei. Zu unatraktiv das ganze.

von Erich - am 08.11.2002 19:34

Re:

Es ist immer wieder erfrischend, mit DAB-Fanatikern zu diskutieren ;)

Die fehlende Regionalisierungsmöglichkeit sehe ich als regelrechten Konstruktionsfehler von DAB an.

Zu Technisat:

Klar, Infosat ist die Hauspostille und da wird sehr tendenziös geschrieben. Aber die haben in den letzten 12 Jahren auch auf viele echte Missstände hingewiesen und Klartext geredet.

Wenn Technisat nicht in der Lage war, ein DAB-Radio mit marktfähigem Preis zu bauen, liegt das nicht an deren technischer Inkompetenz. Wer so etwas behauptet, ist selber dumm oder betreibt Hetze.

Für ein Unternehmen wie Technisat ist es kein Problem, DAB-Komponenten nach Spezifikation zu einem funktionierenden Gerät zusammenzusetzen. Das schaffen Buden mit wesentlich weniger Know-How.

Es ist vielmehr so, dass Technisat von den üppigen Subventionstöpfen nichts mehr abbekommen hat. Aus denen hat nämlich unter anderem die Firma Blaupunkt ihre DAB-Radioentwicklung finanziert.

Ohne die Subvention ist übrigens KEIN namhafter Hersteller mehr bereit, derartige Geräte zu bauen.

Gegen DAB zu hetzen, ist davon abgesehen eine sehr leichte Aufgabe für einen mittelmäßig befähigten Journalisten. Dazu reicht es, mit einem DAB-Autoradio durch Hessen oder Norddeutschland zu fahren und die Empfangsergebnisse zu berichten.

von Kai - am 08.11.2002 20:50

Re:



Von Fanatikern kann angesichts der weltweiten Verbreitung dieses Standards überhaupt keine Rede sein. Es gibt jedoch jede Menge Leute, denen DAB nicht in den kram passt und den Aufstand der Weber gegen den Webstuhl proben. Der ging bekanntlich jedoch verloren.

>Wer so etwas behauptet, ist selber dumm oder betreibt Hetze<

Das ist Fakt und keine Hetze. Wer im Jahre 1999 vollmundig ankündigt eine DAB-Autoradio unter 800 DM anzubieten (Boxen kosteten damal mindestens 1499 DM) ist von grenzenloser Inkompetenz getrieben oder will den Markt in eine abwartende Haltung bringen)



Technisat hat nichts geschafft. Sogar das normale Autoradioprgramm ist baden gegangen.



Dies ist gundlegend falsch. Es wurden nur die ersten Prototypen mit 50 % für die Feldversuche subventioniert. Seriengeräte werden grundsätzlich nicht subventioniert.



Schmierenjounalismus wird es immer geben. Die positive Berichterstattung überwiegt, und nur das ist maßgebend. Wer ist eigentlich Infosat?

Peter

von Peter Jung - am 08.11.2002 21:11

Re:

''Technisat hat nichts geschafft. Sogar das normale Autoradioprgramm ist baden gegangen.''

Genau daran sieht man den Unsinn Deiner Aussage, Technisat wäre technisch inkompetent, ein derartiges Gerät zu bauen. Daran liegt es nicht, ich bleibe dabei: Dumme Polemik Deinerseits und dazu noch falsch.

Der Autoradiomarkt verkommt generell zu einem Nischenmarkt, da die Autohersteller ab Werk Geräte einbauen, die kaum Wünsche offenlassen und perfekt in die Fahrzeuge integriert sind.


''Es wurden nur die ersten Prototypen mit 50 % für die Feldversuche subventioniert''

Nur??? Hast du eine Vorstellung, was das in Geld bedeutet?

Die Prototypen kosten richtig Geld, die Serienproduktion ist dann billig!

von Kai - am 08.11.2002 21:19

Re:

Peter Jung schrieb:

Zitat

Ich hatte die Regionalisierung schon auf ein Bundesland
bezogen. So funktioniert es auch über RDS. Beispiel:
NDR1-NDS, NDR1-SH, NDR1-HH. Für den Lokalbereich gibt es das
L-Band, welches zwar teurer ist als Band III, jedoch immer
noch preiswerter als UKW ist.


Moment mal. Also die verschiedenen NDR 1-Sender sind ja keine Regionalprogramme eines Senders, sondern eingenständige Programme. NDR 1 Niedersachsen zu NDR 1 Welle Nord verhält sich wie hr1 zu Bayern 1. Nun, Du sagst für Lokales wäre das L-Band da. Aber trotzdem werden viele, normalerweise lokalisierte Landessender, im VHF-Band ausgestrahlt (siehe meine Beispiele). Dieses Manko, verbunden mit dem Ensemble-Zwang halte ich für die großen Fehler vom DAB. Und so wie es momentan betrieben wird, möchte ich auf ein Scheitern hoffen. Dann nimmt man vielleicht ein besseres Digitalsystem, dass man bis dahin hoffentlich gefunden resp. entwickelt hat, oder geht DAB nochmal ordentlich neu ganz von vorne an.

von Brubacker - am 08.11.2002 21:26

Re:

Brubacker:

unterhalb NDR 1 gibt es nochmal Regionalprogramme. Bei NDR 1 NDS zum Beispiel ne Stunde pro Tag (17-18 Uhr) aus den 5 Studios.

DAB ist doch in der Tat Technik von vorgestern. Wo steht, dass die Ausstrahlung im L-Band billiger ist als über wenige UKW-Großsender? Die Füllsender lassen wir jetzt mal außen vor - bei DAB L-Band braucht man sie, bei UKW nicht. Wenn dem tatsächlich so sein sollte (auf landesweite Bedeckung bezogen), wird _da_ ordentlich subventioniert. Außerdem müßten alle Programme mit Regio-Fenstern ins L-Band. In BW können derzeit nichtmal die drei landesweiten Ketten über K12 abgestrahlt werden, Erweiterung nicht in Sicht. Schaltet die DAB-Netze endlich ab, stoppt das sinnlose Geldverbrennen. Niemand wird in der heutigen Hörfunklandschaft auf DAB umsteigen. 3 Jahre Regelbetrieb in BaWü und niemanden interessierts.

von mäxx - am 08.11.2002 21:37

Re:



Das ist in Fachkreisen unstrittig und braucht hier nicht mehr diskutiert zu werden.



Das L-Band ist bekanntlich nur für lokale Programme vorgesehen. Für die landesweirte Bedeckung gibt es Band III. Auch dieses ist unter Fachleuten unstrittig und muss hier nicht noch dikutiert werden.



Der Kanal 12 ist bekanntlich in die Bereichhe a b c und d aufgeteilt. Jeder Bereich kann min. 6 Programme, also insgesammt 24 Programme, landesweit verbreiten und das auf nur 4 Frequenzen. Auch haben hier zus. noch bis zu 72 Secondary Services mit geringer Datenrate Patz. Weitere Bedeckungen sind darüber hinaus geplant. Die kommen jedoch nicht von heute auf morgen.



Großer Quatsch angesicht der Pressemeldung von Blaupunkt in den letzen 5 Monaten über 14.000 DAB-Geräte abgesetzt zu haben und das das von Blaupunkt verkaufte Gerät die Nummer 1 in der Hitliste der am besten verkauften Geräte über 350 € ist (GfK-Zahlen)

Peter

von Peter Jung - am 08.11.2002 21:57

Re:

Peter:

Mir ist egal, gimme Zahlen. Wieviel kostet L-Band landesweit, wieviel UKW? Wobei L-Band nirgendwo landesweit aufgebaut ist, außer - in Berlin. Wieso?

Unter Fachleuten mag eine Menge unumstritten sein, aber schieß los - wie bringt man Regionalprogramme auf DAB? L-band ist ja nur für lokale Bedeckung vorgesehen. Kriegen die Jungs im Schwarzwald dann eben halt Radio Stuttgart oder wie funktioniert das?

"Großer Quatsch angesicht der Pressemeldung von Blaupunkt in den letzen 5 Monaten über 14.000 DAB-Geräte abgesetzt zu haben und das das von Blaupunkt verkaufte Gerät die Nummer 1 in der Hitliste der am besten verkauften Geräte über 350 € ist (GfK-Zahlen)"

Niemand kauft den Krempel wegen DAB. Hier habe ich keinen einzigen Händler gesehen, der einen funktionierenden DAB-Empfang mit den Woodstock-Kisten hatte. Alle wollten mir die MP3-Funktion zeigen. Die Elektroketten kannten DAB nicht mal. Hört sich äußerst dürftig an für einen "Top-Seller". Übrigens feiert die Mittelwelle jetzt auch ein Revival. In den letzten 5 Monaten hat Blaupunkt lt. Pressemeldung über 14.000 Mittelwellen-Geräte abgesetzt.

von Mäxx - am 08.11.2002 22:18

Re:

@ Peter Jung: - und schon wieder behauptet Du Unsinn. Wie von mir bereits gepostet, wird das Blaupunkt Woodstock ( das Gerät meinst Du sicherlich ) von den Kunden NICHT wegen DAB gekauft, sondern wegen den sonstigen hervorragenden Werten. So begann ja wohl die Diskussion weiter vorne.

DIES IST FAKT und wurde mir gerade vorhin noch von einem Spitzenverkäufer des grössten Multimedia-Marktes im Rhein-Main-Gebiet bestätigt. Ich darf Dich also zitieren: < Das ist in Fachkreisen unstrittig und braucht hier nicht mehr diskutiert zu werden. >

Weiteres Zitat: < Langsam wird die Diskussion zu blöd und abwegig. Ich frage mich langsam ob ich hier mit einem Kind rede oder einer erwachsenen Person, die man ernst nehmen kann? >

Die Frage mein lieber Peter, brauche ich mir nicht mehr zu stellen. Treffender und genauer hättest Du Deine eigene Position nicht beschreiben können. Ich weiss von mir, dass ich die erwachsene Person bin. Es wird immer mehr deutlich, dass Du merkt, wie Dir die Felle davonschwimmen und dann wirst Du ausfallend, beleidigend und vor allem: unsachlich. Dinge, die unangenehm wären, werden nicht beantwortet oder unter den Tisch gekehrt.

Es ist und bleibt so, dass Einige an DAB gut u.a. durch Fördermittel verdient haben, jetzt merken, dass es nicht so läuft und nun versuchen, mit Gewalt versuchen etwas durchzusetzen, das sie selbst von Anfang an falsch oder auch halbherzig angegegangen sind. Warum bitte ist England technisch weiter, als es Deutschland ist ?

Fakt also: wenn DAB weiterhin so wie bisher gehändelt wird, ist es tot, ehe es richtig zu leben begann.
Ich darf Dich also zitieren: < Das ist in Fachkreisen unstrittig und braucht hier nicht mehr diskutiert zu werden. >

Ich darf Dich noch ein letztes Mal zitieren, diesmal auf Dich selbst bezogen : < War ein netter Versuch > .. uns mit Halbwarhheiten und verdrehten Tatsachen zu überzeugen, nur ....leider misslungen :D
Chiao Bambini

von KlausD - am 08.11.2002 23:01

Re:

Bis zur Abschaltung von UKW im Jahre 2015 ist es geplant die gesamte UKW-Landschaft 1:1 auf DAB abzubilden. Das UKW-Band wird ebenfalls dafür benötigt und nicht brach liegen.

Bis 2015 vergeht ne Menge Zeit. Man wird bis dahin wohl gerade mal die komplette UKW-Landschaft abbilden können, denn für mehr hat DAB kein Spektrum. UKW-Abschaltung bringt ganze 2 Ensembles mehr. Macht dann 21 statt 7 Programme landesweit. 21 Programme sind schon heute extrem wenig, 2015 schreit kein Hahn mehr danach. Zumal unser Filz schon dafür sorgt, dass dann eben 15 der 21 Programme die anderen wiederholen. Nochmal: 2015 ist in 13 Jahren. DAB entstand in den 80er Jahren, Konzeption & Technik sind jetzt knapp 20 Jahre alt. 2015 sinds dann fast 35 Jahre. Das ist viel zu lange. UKW war spätestens 1960 etabliert. 1925 war das Radio gerade erst erfunden worden. UKW bot gigantische Vorteile gegenüber MW. DAB gegenüber UKW gar keinen. Nur n Haufen Nachteile.

"Dann bist du eben an die falschen geraten."

An _die_ falschen stimmt schon. Es waren vom Media Markt bis hin zur kleinen Klitsche so ziemlich alle greifbaren Händler. Acht Stück insgesamt. Würde mich wundern, wenn in anderen Ecken der Republik die Händler alle DAB-Freaks geworden wären. Widerspräche jedweder Statistik.

von Mäxx - am 08.11.2002 23:14

Re:

Bei der Betrachtung, wie das Projekt DAB in Deutschland umgesetzt wird oder werden soll, sehe auch ich keine Zukunft oder gar die Chance, es als würdigen Ersatz für UKW zu etablieren. Mit der Politik, den Empfangsradius möglichst klein zu halten und auch nur das derzeitige UKW-Band "abzubilden" kann man keine DAB-Umsteiger gewinnen. Ich bin nicht gegen eine digitale Lösung, sondern gegen die Einschränkung, die dadurch entsteht.

Eine vernünftige Lösung wäre deshalb eine Kombination aus einem auf satellitenetchnick basierenden System wie es bei "World Space" zum Einsatz kommt, DAB, digitale Mittel-Lang-Kurzwelle und UKW. Mit dieser Lösung würde nicht nur ein Abbild, sondern eine Vielzahl von neuen Ressourcen geschaffen.

von WellenJäger - am 09.11.2002 09:49

Re:



Das ist ja auch so gewollt. Man will ganz bewußt einen langsamen Umstieg. Für DVB-T hat der Bundeskanzler das Jahr 2010 genannt. Berlin ist jetzt ein Test und wird entscheiden, ob DVB-T überhaupt bundesweit eringeführt wird. Letztlich können viele der restlichen 5 % terretrischen Nutzer auf SAT umsteigen, welches deutlich mehr bietet und preiswerter ist. 2000 Strafgefangene und 50.000 Sozialhilfeempfänger, denen der Staat wegen der Abschaltung die Box kostenlos geben muß, machen ja noch keinen Markt, da der Staat die Boxen natürlich nicht im Handel kauft und dieser leer ausgeht.



Las uns mal nachrechnen. 108 Mhz - 87.5 Mhz sind 20,5 Mhz. 20,5 Mhz sind rund 3 Fernsehkanäle. Auf jeden Fersehanal kann man 4 Ensembles mit rund 24 Programme und max. 12 Secondary Services unterbringen. Das wären dann m. E. insgesamt 72 Programme mit max 12 Secondary Services pro Programm. Richtig oder falsch?



Die vielen Freaks werde ich dir nennen wenn KlausD meine diesbezügliche Frage beantwortet hat, da er sonst nur abschreibt.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 10:17

Re:



Wolten Sie, den zwingen kann man sie ja nicht. Sie GfK ist eine unabhängige Marktforschungsgesellschaft die Ihre Daten an interessierte Kreise verkauft.



Die wurde damals gegründet und hatte ihren ersten Auftritt auf der IFA 01. Weiterhin hat sie erreicht, dass die Presse, welche überwiegend negativ über DAB schrieb heute berwiegend positv über DAB schreibt. Sie hat eine eigene Homepage unter www.digitalradio.de, die von rund 20.000 Usern (Unique hits) aufgesucht wird. Sie hat in diesem Jahr 500.000 DAB-Flyer in den Handel gegeben. 500 Teilnehmer aus dem Handel in 11 Städten im September geschult, für 250.000 € im Sommer Funkspots geschaltet und wird für weiter 150.000 € ab Ende November weitere Funkspots schalten. Das Gesamtbudget in 2002 liegt bei über 1,0 Mio. €, in 2002 wird es ähnlich sein. Das nur um einige Aktivitäten zu nennen.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 10:30

Re:

Peter: War es nicht mal 2010? Wieso sollte man 2015 eine so alte Technik einführen?

"Las uns mal nachrechnen. 108 Mhz - 87.5 Mhz sind 20,5 Mhz.

20,5 Mhz sind rund 3 Fernsehkanäle."

Rund interessiert hier nicht. Es wären 2 mit 4 Ensembles und 1 mit 3. Da man mittlerweile gemerkt hat, dass man die Ensembles großzügiger planen muss, werden es nur 2 Ensembles pro Bundesland.

"Auf jeden Fersehanal kannman 4 Ensembles mit rund 24 Programme und max. 12 Secondary Services unterbringen. Das wären dann m. E. insgesamt 72 Programme mit max 12 Secondary Services pro Programm. Richtig oder falsch?"

Hehe, jetzt holst du dir deine Argumente aber schon vom Mond. UKW überträgt im selben Bereich 68 Programme und Datendienste. Ohne Zusatzgeräte. Richtig oder falsch?

von Mäxx - am 09.11.2002 10:45

Re:

"Die wurde damals gegründet und hatte ihren ersten Auftritt auf der IFA 01."

"Weiterhin hat sie erreicht, dass die Presse, welche überwiegend negativ über DAB schrieb heute berwiegend positv über DAB schreibt."

Andersrum: Die Presse schreibt damals wie heute kaum über DAB. Die Artikel über den "Hörfunk der Zukunft" in wirklichen Publikumszeitschriften kann man an einer Hand abzählen. In Fachzeitschriften schreibt doch auch kaum einer über DAB.

"Sie hat eine eigene Homepage unter www.digitalradio.de, die von rund 20.000 Usern (Unique hits) aufgesucht wird."

Pro Jahr? Pro Monat? Unique Hits = Visits? Ein User = durchaus mehrere Visits, das ist dir klar?

"Sie hat in diesem Jahr 500.000 DAB-Flyer in den Handel gegeben."

Jo, die blieben wie Blei in den Regalen liegen. Die Flyer-Schuber waren, sofern überhaupt vorhanden, immer voll.

"500 Teilnehmer aus dem Handel in 11 Städten im September geschult, für 250.000 € im Sommer Funkspots geschaltet und wird für weiter 150.000 € ab Ende November weitere Funkspots schalten."

Das schöne Geld. Wer zahlt das eigentlich?

"Das Gesamtbudget in 2002 liegt bei über 1,0 Mio. €, in 2002 wird es ähnlich sein. Das nur um einige Aktivitäten zu nennen."

Geldverschwendung. Die IMDR hat bis jetzt gar nichts erreicht.

von Mäxx - am 09.11.2002 10:50

Re:

"Ja es fehlen 500 KHz. Das meinte ich mit "rund" für die Erbsenzähler."

500 kHz zu wenig heißt gleich ein Ensemble weniger, du hast es oben geschrieben.

"Das ist richtig, jedoch relativ. Da die Anzahl der Programme ist von der jeweiligen Datenrate abhängig. In einigen Bundesländern werden auch 8 Programme in eine Ensemble untergebracht."

Siehe unten. Übertragungsqualität mit 160 kbps ist doch ein Witz. Setzt du deine Zusatzdienste noch dazu, gehen maximal 6 Programme mit je 192 kbps und ein Datendienst mit dieser Bandbreite.

"Die Möglichkeiten der Secondary Services lässt du wohl ganz ausser betracht?"

RDS hat Radiotext und TMC. Was hat DAB mehr?

" Ebenso scheint für dich auch die Übertragunsqualität keine Rolle zu spielen.
Hörst du eigentlich gerne Zischen, Patschen und Rauschen?"

Nö, das tue ich ja auch nicht. Im übrigen wäre mir Rauschen immer noch lieber als Blubbern oder "gar nichts". Hörst du eigentlich auch gerne maximal 10 km über die Landesgrenzen hinaus ein anderes Programm?

von Ole - am 09.11.2002 11:53

Re:



Ein Ensemble benötigt eine Bandbreite von 1,536 MHz. Das sind bei 4 Ensembles 6,144 MHz. Da ist noch massig Platz. Schau mal hier nach:

http://www.bmt-online.de/dab/glossar.html#Bandbreite



Die Nettodatenrate eines Ensembles beträgt 1,7 MBit. Die Programme können je nach Inhalt dynamisch konfiguriert werden. Sind z. B. Infokanäle darunter, die nur Sprache anbieten (Verkehrsfunk, Nachrichten, Sport etc) dan reichen sogar 36 KBit aus. Heute straheln schon sehr viéle Programme sogenannte PADs aus. Weiterhin werden auch NPADS verwendet.



Die Secondary Services die PADs und die NPADs. So gibt es in Stuttgart schon ein Programm mit einem Secondary Service. In Bayern und Mitteldeutschland werden heute schon programmbegleitend Bilder ausgestrahlt (z. B. Cover des gerade gespeielten Titels) aber auch Informationen wie Verkehrslagebilder An- und Ankunft von Zügen und Flugzeugen etc. Weiterhin werden in Mitteldeutschland als NPAD bereits ganze Seiten im HTML-Format übertragen. Quasi ein erweiterter Videotext. Die Möglichkeiten sind im Gegensatz zu UKW, wo mit einem sehr langsamen RDS die Möglichkeiten vollständig erschöpft sind, unendlich gross.



Das ist die Frage einer Antenne und des Gerätes. Mit einer Aussenantenne und dem richtigen Empfänger mit der richtigen Empfindlichkeit ist DAB ein Hochgenuss. Da kann ich auf die gestörten Programme anderer Länder in mieser Qualität gut verzichten.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 12:52

Re:

Peter:

Wo gibt es einen Kanalabstand von 1,536 MHz? Er liegt überall bei knapp 1,7 MHz und der ist nicht zufällig gewählt.

Die Secondary Services die PADs und die NPADs. So gibt es in Stuttgart schon ein Programm mit einem Secondary Service. In Bayern und Mitteldeutschland werden heute schon programmbegleitend Bilder ausgestrahlt (z. B. Cover des gerade gespeielten Titels) aber auch Informationen wie Verkehrslagebilder An- und Ankunft von Zügen und Flugzeugen etc. Weiterhin werden in Mitteldeutschland als NPAD bereits ganze Seiten im HTML-Format übertragen. Quasi ein erweiterter Videotext. Die Möglichkeiten sind im Gegensatz zu UKW, wo mit einem sehr langsamen RDS die Möglichkeiten vollständig erschöpft sind, unendlich gross.

Wo liegt der Mehrwert des Covers? UKW kann mit Radiotext bereits heute eine Vielzahl programmbegleitender Daten ausstrahlen. Das ist bereits seit Jahren im Einsatz, der SWR verbreitet zum Beispiel den aktuellen Titel und den Namen der Sendung. Verkehrslagebilder sind vollkommen witzlos, weil kaum ein Gerät einen Bildschirm hat. Wer einen hat, hat meist schon Routenplanung im Auto und da gibt es bereits Systeme, die mittels RDS-TMC die Verkehrslage nicht nur anzeigen, sondern auch direkt mit einberechnen können. Wenn du mir jetzt noch sagst, was Bandbreiten-fressende HTML-Seiten im Auto zu suchen haben...

"Das ist die Frage einer Antenne und des Gerätes. Mit einer Aussenantenne und dem richtigen Empfänger mit der richtigen Empfindlichkeit ist DAB ein Hochgenuss."

Schon mal einen DAB-Empfänger ohne Außenatenne gesehen? Wenn du eine Richtantenne meinst - die würde ich leider kaum auf mein Auto kriegen. Zu Hause habe ich ADR. Dafür habe ich 2000 genau 200 DM für einen neuen Technisat ausgegeben. Läuft hervorragend. ADR ist also billiger als DAB, erfordert bei vielen keinen Aufbau einer neuen Außenantenne und bietet über 80 gegen 7 bis 14 DAB-Programme.

"Da kann ich auf die gestörten Programme anderer Länder in mieser Qualität gut verzichten."

Da, wo UKW-Programme gestört werden, hat DAB schon dreimal den Löffel abgegeben. 10 km von der Grenze entfernt wurde (noch) kein UKW-Programme gestört. Von mieser Qualität kann man da kaum sprechen, für stationären Empfang mit Richtantenne kann man von einem Overspill von min. 50 km ausgehen, in dem eine genügende Feldstärke für Stereo-Empfang erreicht wird. Mobil bekomme ich Bayern 3 bis Kassel ohne hörbares Rauschen. Mein Motor ist lauter. "Rauschfrei" interessiert im Auto niemanden, denn dort gibt es ohnehin starke Nebengeräusche. Da stört es mich selbst auf der A5 nach Frankfurt runter oder auf der A4 vor Hersfeld kaum, dass es kurz hörbar kratzt. DAB geht dort schließlich überhaupt nicht :-D

von Ole - am 09.11.2002 13:15

Re:

@MÄXX



Das bist du leidere nur unzureichend informiert. Schau doch einmal hier rein:

http://www.digitalradio-info.de/mediaroom/archiv.php

http://www.digitalradio-info.de/mediaroom/presse.php



Pro Monat und Unique Hits sind einzelne Besucher und nicht die Zahl der Pages die dieser abgerufen hat.



So muss dass auch sein in einem gut geführten Geschäft

"500 Teilnehmer aus dem Handel in 11 Städten im September geschult, für 250.000 € im Sommer Funkspots geschaltet und wird für weiter 150.000 € ab Ende November weitere Funkspots schalten."



Die Mitglieder und Förderer der IMDR. Näheres hier:

http://www.digitalradio-info.de/partner/mitglieder.php

http://www.digitalradio-info.de/partner/foerderer.php



Falsch. Möchtest Du wohl gerne so haben. Ist aber anders gekommen. Siehe die o. a. Links im Mediaroom.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 13:52

Re:

@Ole



1. ist DAB nicht nur für das Auto.
2. Ist der UKW Radiotext im Vergleich zu DAB nichts
3. Ist RDS-TMC so langsam, das die letzte Meldung 10 u. U, 10 Minuten benötigt, bis sie da ist. Bei DAB geht das in Sekunden.
4. Geht es nicht darum was heute On Air ist sondern welche zukünftigen Möglichkeiten eine Technologie bietet. UKW bietet nichts mehr, DAB alles. Die CD hat anfangs auch nur besseren Klang und schneller Zugriffszeit. Alle anderen Möglichkeiten wie Titelprogrammierung, Mixmode, CD-Text, unendliche Kopiermöglichkeiten kamen viel später.

Stellt sich die frage, warum einige Leute gerne in der Steinzeit verweilen wollen?



Du bist nicht ausreichend über Antennen informiert. Ich meine die Scheibenantenne.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 14:14

Re:

1. ist DAB nicht nur für das Auto.

Hehe, jetzt wird es genial :-) Wo sonst gibt man sich denn mit dieser Antik-Technologie zufrieden? Nenne mir ein Merkmal, warum ich @ home DAB ADR oder DVB-S/DVB-C vorziehen sollte?

2. Ist der UKW Radiotext im Vergleich zu DAB nichts

Mag sein

3. Ist RDS-TMC so langsam, das die letzte Meldung 10 u. U, 10 Minuten benötigt, bis sie da ist. Bei DAB geht das in Sekunden.

Tatsache ist doch, dass es geht. 10 Minuten wohl eher Freitags am Feierabend, ansonsten 1-2 Minuten und zack, es ist da. DAB kann das erst gar nicht.

4. Geht es nicht darum was heute On Air ist sondern welche zukünftigen Möglichkeiten eine Technologie bietet.

Wieso wurde DSR dann kein Erfolg?

UKW bietet nichts mehr, DAB alles. Die CD hat anfangs auch nur besseren Klang und schneller Zugriffszeit. Alle anderen Möglichkeiten wie Titelprogrammierung, Mixmode, CD-Text, unendliche Kopiermöglichkeiten kamen viel später.

Welche Möglichkeiten hat DAB mit 1,7 MBit/s denn noch? Merke, UMTS grast den selben Markt ab und UMTS geht nicht erst 2015 an den Start. DAB ist tot, da gibt es nichts dran zu rütteln.

Stellt sich die frage, warum einige Leute gerne in der Steinzeit verweilen wollen?

Wenn du UKW als Steinzeit bezeichnest, stammt DAB vom Alter her aus der Antike. Versuch mal, heute jemandem ein Produkt mit Stand 100 v.Chr. anzudrehen.



Du bist nicht ausreichend über Antennen informiert. Ich meine die Scheibenantenne.

Hä? Scheibenantenne = Außenantenne? Oder wie?

von Mäxx - am 09.11.2002 14:25

Re:



Nun sei doch einmal ein wenig objektiv. Da ist z. B. die Computerbild mir einer Auflage von rund 2,0 Mio darunter. Auch solltest du bitte vollständig zitieren und nicht einfach das ganze Jahr vergessen, weil es nicht in die Argumentation passt. Warum zählst Du hier nicht weiter:

http://www.digitalradio-info.de/mediaroom/archiv.php

Da ist z. B. Car und Hifi, die Internetseite von T-Online, mit Millionen von Abrufen, das Highend Sonderheft von Steroplay, Autobild mit einer Auflage von 1 Millionen, die Händlerzeituing rfe, die Funkschau, das Fonoforum, die Zeitschrift Tomorrow und noch viele hier nicht genante Artikel die insgesamt einen Stapel von 30 cm ausmachen. Darunter die Zeitschrift Connect und Stereo.

Auch bin ich vor einiger Zeit auf der Suche nach Berichten über den Blaupunkt Woodstock auf diese Seiten gestossen, die einen Testspiegel des Gerätes und einen Pressespeigel beinhalten.

http://home.t-online.de/home/Lauke/Testspiegel.pdf

http://home.t-online.de/home/Lauke/Testspiegel.pdf

Das sollte doch erst einmal als Beispiel reichen. Wenn du noch mehr willst, dann tippe bei Google doch einfach einmal "Woodstock DAB" ein und und du wirst staunen was da alle raus kommt.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 14:45

Re:



Es gibt heute schon über 30 Programme, die auf UKW oder SAT nicht vorhanden sind.



Tja, und in diesen 10 Minuten fuhr ich auf eine voll gesperrte Autobahn um nach 10 Minuten zu erfahren warum ich 3 Stunden auf der Stelle stehen darf.



Weil DSR im Gegendsatz zu DAB eine rein deutsche Veranstaltung war, die durch ASTRA kannibalisiert wurde. Dies kann DAB nicht passieren da:

a) weltweiter Standard
b) ASTRA für den mobilen Empfang nicht geht



UMTS ist Point to Point und DAB ist Point to Multipoint. Point to Point kann Point to Multipoint nie ersetzen. Das solltest du eigentlich wissen.



Auch dies ist falsch. GSM ist so gesehen auch schon uralt. Neue Technologien benötigen vom ersten Ansatz bis zu Markteinführung in der Regel 10 Jahre und dann nochmals 10 Jahre bis zur Marktdurchdringung.



Zur Aufklärung. Eine Scheibenantenne wird in der Regel von innen an die Scheibe geheftet. Antenne Blankenburg und Blaupunkt bieten so etwas an. Eine Scheibenantenne von außen auf die Scheibe geklebt nennt man ON Glas Antenne. Sie ist, bedingt durch ihre schlechte Ankopplung auch nur bedingt geeignet. Eine richtige Außenantenne wird auf der Fahrzeugkarosserie montiert, Idealerweise auf dem Dach. Und die ist hier gemeint.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 15:02

Re:

Nochmal ein paar Thesen von mir, damit Peter nicht arbeitslos wird:

DAB schafft nichtmal zwei Bedeckungen im VHF-Band und entwickelt schon Begehrlichkeiten auf das UKW Band ?

Lächerlich. Alle heute hergestellten DAB-Empfänger sind für dieses Band gar nicht ausgelegt. Wie die Millionen von Küchenradios, Radioweckern, Walkmans mit Radioteil abzulösen sind, weiß heute keiner.

UKW wird genausowenig abgeschaltet, wie die Mittelwelle bei der UKW-Einführung nicht abgeschaltet wurde. Im Gegenteil: Sollte sich ein mal Digitalradiosystem etablieren, würde dieses Band durch die resultierende Entlastung eine wahre Renaissance erleben.

An solchen Thesen sieht man, wie realitätsfern die DAB-Funktionäre sind. Sie schaffen es nichtmal, ein paar terrestrische TV-Kanäle eines einzigen Anbieters (ARD) zu räumen, die heute kaum noch einer braucht. Aber sie wollen mal eben das UKW-Band plätten, mit Millionen von Hörern, Endgeräten und über Hundert Programmanbietern?

Man könnte drüber lachen, wären diese Phantasiegebilde nicht alle aus öffentlichen Geldern finanziert.

Dass DAB gar nicht so sehr ökonomisch mit Frequenzen umgeht, wurde hier schon vorgerechnet.

Dass DAB ab 160kBit/s mieser klingt als UKW, lässt sich im Digitalradioforum nachlesen.

Dass der L-Band-Empfang mit der derzeitigen Senderdichte und -leistung sehr problematisch ist, steht ebenfalls in diesem Forum. Man wird in diesem Band mehr Sender und höhere Leistungen brauchen. Für Lokalsender entstehen definitiv höher Kosten im L-Band als auf UKW. Allein das Multiplexing und die Leitung zum Multiplexer bewirken dies. Davon abgesehen sind 300 Watt UKW wesentlich mehr Wert als 300 Watt im L-Band.

Wie ein fiktiver Radiowecker mit Wurfantenne den L-Band-Lokalsender in einem modernen Wohngebäude empfangen soll, weiß keiner der sogenannten DAB-Experten, die UKW abschalten wollen.

Wie das Auseinanderschalten von Ketten (hr4, FFH, ...) in einem Gleichwellenblock funktionieren soll, wissen sie auch nicht.

@Peter

Beim Antworten bitte Fakten, keine blöde Polemik oder persönliche Anwürfe. Dafür ist mir die Zeit zu schade.

von Kai - am 09.11.2002 15:07

Re:

Substanzlos von der Hinterbank?

Auf welcher Bank sitzt Du denn??

Komisch, mit der Hinterbank, das hat mir Volker Lauke schonmal vor den Kopf geworfen. Ich habe ihm geantwortet, dass es gut 70 Millionen Hinterbänkler in diesem Lande gibt, die diese ganzen Spinnereien finanzieren müssen.

Was an meinem Beitrag substanzlos ist, kann ich nicht erkennen. Wenn du auf die gestellten Probleme keine Antwort hast, oder sie einfach nicht verstehst, sind sie noch lange nicht substanzlos.

Aber in diese Falle läuft jeder, der versucht auf Basis von Ideologie und nicht auf Fakten zu diskutieren. Irgendwann gehen die Argumente aus und man rutscht ins Persönliche.

Nix für ungut, Peter. In ein paar Jahren werden wir ja sehen, was aus dem Digitalradio geworden ist.

von Kai - am 09.11.2002 15:26

Re:

''Wie empfängt eigentlich ein 1800 Mhz Handy im Haus?????''


Ganz einfach: Das Sendernetz ist extrem dicht und die Feldstärken entsprechend hoch. Hier erkennt man sehr gut, wie DAB mit dem L-Band in die Kostenfalle tappt. Ein Netz, auch nur halb so dicht wie das GSM-Netz, kann niemand für reine Radiodienste refinanzieren.

''Aber ein 120 Watt DAB-Sender schafft das locker und...'

Er schafft es eben NICHT! Siehe Empfangsberichte in diesem Forum und bei digitalradio-info.

''Da verweise ich auf die ETSI-Norm''

Egal, was da drinsteht, am Ende läuft es darauf hinaus, die verfügbare Bandbreite weiter zu teilen, auf Kosten der Datenrate des Einzelprogramms. Das ist kein vollwertiger Ersatz für das Auseinanderschalten von Ketten, wie bei UKW üblich.

''

Was soll das denn?''

Schade dass du das nicht verstehst, obwohl ich es schon mehrfach beschrieben habe. Bei DAB besteht der Zwang, alle Programme zu einem zentralen Multiplexer zu schicken. Das bedeutet gerade für kleine Sender zwangsläufig höhere Leitungskosten, als wenn der UKW-Sender in Studionähe betrieben würde oder dessen Zuführung über ADR oder ähnliches passiert.

von Kai - am 09.11.2002 16:13

Re:



Die DAB-Sender sind dafür um ein Vielfaches stärker als die GSM-Sender



Er schafft es doch, man muss nur ein vernünftiges Gerät neuester Generation mit zeitgemäßen -97 dBm Empfindlichkeit und eine gute Antenne haben. Die Faustformel sagt bekanntlich:

Band III

Ein DAB-Sender benötigt für vergleichbare Reichweite ca. 10 % der Leistung eines UKW-Senders. Das wären 30 Watt. Ich habe ordnungshalber ein paar Watt freiwillig draufgelegt und 50 Watt gesagt.

L-Band

Hier wird aufgrund der schlechteren Ausbreitung davon ausgegangen, dass man für eine Band III vergleichweise Reichweite ca. 4 mal soviel Leistung als im Band III benötigt. Das wären dann statt 30 Watt 120 Watt. Ich kann mich jedoch auch mit 200 Watt anfreunden. Mehr auf einen Fall, und das für 6 Programme. Nicht umsonst wurde für Band III eine max. Leistung von 1 KW und für das L-Band eine max. Leistung von 4 KW festgelegt.



Hoppla, so egal sollte das nicht sein.. Bitte erst lesen und dann darüber reden.



Das Thema der Leitungskosten ist zwischenzeitlich bis auf den Knochen abgenagt. Es geht nicht alleine um Leitungkosten sondern um die Kosten für die Verbreitung eines Programms im L-Band, im Vergleich zu UKW. Diese Kosten sind im L-Band bekanntlich teurer als für Band III, jedoch und das ist das einzig maßgebliche, immer noch preiswerter als für UKW. Somit erübrigt sich die Betrachtung von Teilkosten wie du sie gerne hättest

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 16:32

Re:

"

Es gibt heute schon über 30 Programme, die auf UKW oder SAT nicht vorhanden sind."

Hrhr, die meisten davon sind Automaten. Ich habe jetzt mal alle außer Bayern in D durchgezählt und komme auf 5 Stück. Wohl aber kenne ich weit über 30 Sender, die nicht über DAB, wohl aber über UKW oder DVB zu empfangen sind.

"

Tja, und in diesen 10 Minuten fuhr ich auf eine voll gesperrte Autobahn um nach 10 Minuten zu erfahren warum ich 3 Stunden auf der Stelle stehen darf."

Shit happens. Gibt der Verkehrsredakteur die Nachricht zu spät ein, (10 Minuten wären bei Vollsperrung echt gut) stehst du auch so im Stau.

"

Weil DSR im Gegendsatz zu DAB eine rein deutsche Veranstaltung war, die durch ASTRA kannibalisiert wurde."

DSR lief auch im Kabel.

"Dies kann DAB nicht passieren da:

a) weltweiter Standard"

Wieviele DAB-Ensembles laufen in den USA?

"b) ASTRA für den mobilen Empfang nicht geht"

Ging DSR je mobil?

"

UMTS ist Point to Point und DAB ist Point to Multipoint. Point to Point kann Point to Multipoint nie ersetzen. Das solltest du eigentlich wissen."

Nochmal: Was willst du mit 1,7 MBit/s 2015? Vor 12 Jahren waren 1,7 MBit/s schweineteuer, heute gibt es das bei der Telekom als Massenprodukt. Mit 100 kBit/s, die effektiv für Datendienste überblieben, holst du niemanden mehr vom Ofen her. Und den UMTS-Betreibern ist ihr PtMp egal. Die machen nämlich Marketing und können was verkaufen. Das kriegen die Digitalradio-Fuzzis nie hin. Würden die GSM-Betreiber auch nicht, wenn sie damals Telefone mit 2 km Schnur dran als bahnbrechende Neuentwicklung angepriesen hätten.

"

Auch dies ist falsch. GSM ist so gesehen auch schon uralt. Neue Technologien benötigen vom ersten Ansatz bis zu Markteinführung in der Regel 10 Jahre und dann nochmals 10 Jahre bis zur Marktdurchdringung."

Vollkommen richtig. Aber wo ist dann die DAB-Marktdurchdringung? 20 Jahre sinds ja mittlerweile fast. GSM wird jetzt schon von der nächsten Generation abgelöst, mit DAB will man quasi die olle Technik als neu verkaufen.

"

Zur Aufklärung. Eine Scheibenantenne wird in der Regel von innen an die Scheibe geheftet. Antenne Blankenburg und Blaupunkt bieten so etwas an. Eine Scheibenantenne von außen auf die Scheibe geklebt nennt man ON Glas Antenne. Sie ist, bedingt durch ihre schlechte Ankopplung auch nur bedingt geeignet. Eine richtige Außenantenne wird auf der Fahrzeugkarosserie montiert, Idealerweise auf dem Dach. Und die ist hier gemeint."

OK. Aber solange diese Antennen nicht ab Werk geliefert werden, musst du extra bohren. Das wird bei einigen Kisten problematisch.

von Ole - am 09.11.2002 16:40

Re:

Peter,

ich hab keine Lust mehr auf diese Diskussion:

Die Faustformel ist mir egal. Schau nach, was die Leute im Forum empfangen und mit welchen Geräten und Antennen.

Für ETSI habe ich im Moment keine Zeit. Bleibt aber dabei, dass diese Norm aus einem Ensemble nicht mehr zaubern kann als drin ist.

Das Thema Leitungskosten ist für den Programmanbieter DAS entscheidende Thema und daher nicht ad acta zu legen. Im Gegenteil. Durch den Wegfall des Telekom-Monopols werden die reinen Sender-Betriebskosten bei UKW fallen.

Die Zuführungen über nötige Leitungen werden den Gesamtpreis stark bestimmen, vor allem wenn an die Leitungen hohe Ansprüche bezüglich Laufzeitverhalten gestellt werden, wie es ein Gleichwellennetz verlangt.

Aber die Diskussion dreht sich langsam im Kreis, ist für mich ermüdend.

Wenn DAB so toll und billig wäre, wie Du uns weismachen willst, warum meiden es dann die Veranstalter, z.B. in Hessen, wie der Teufel das Weihwasser?

von Kai - am 09.11.2002 16:45

Re:



Und?

Ging DSR je mobil?

Was soll die Frage?



Sehe ich anders. Quam (O2) hat gerade das Abenteuer UMTS aufgegeben. Das UMTS nicht Rundfunk ersetzen kann wurde auch zwischenzeitlich in den UMTS-Kreisen eingesehen. Heute bemüht man sich interessanter Weise um eine Kooperation mit DAB, da man UMTS als interessanten Rückkanal für DAB ansieht.



Vollkommen falsch. Die DAB-Norm wurde erst in 1997 international festgeschrieben. Der Regelbetrieb wurde anlässlich der IFA 1999 ausgerufen und startete dann erst vereinzelt im 1 Quartal 2001. Nur Bayern war etwas schneller. So gesehen sind wir erst im Jahre 3 nach offizieller Markteinführung.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 17:10

Re:

Sehe ich anders. Quam (O2) hat gerade das Abenteuer UMTS aufgegeben.

Quam ist nicht O2. Quam hatte und hat den Nachteil, dass sie gigantische Lizenzkosten ohne Kosten reinholen müssen. Das ist sinnlos. Alle anderen müssen über aggresives Marketing ihr Geld wieder reinholen. Und die Lizenzen für UMTS laufen lustigerweise dann ab, wenn DAB so richtig in Fahrt kommen soll, nämlich in der zweiten Hälfte der nächsten Dekade.

"Das UMTS nicht Rundfunk ersetzen kann wurde auch zwischenzeitlich in den UMTS-Kreisen eingesehen."

sagt niemand. wohl aber zusatzdienste. die gehen über umts viel besser.

"Heute bemüht man sich interessanter Weise um eine Kooperation mit DAB, da man UMTS als interessanten Rückkanal für DAB ansieht."

Wenn der Upstream höher ist, als der Downstream, wird das ein interessantes Produkt.

von Mäxx - am 09.11.2002 17:20

Re:



Das sollten sie aber nicht sein, zumals sie ziemlich schlüssig sind. Egal ist jedoch das was vereinzelte User mit irgendwelchen Anlagen, vor irgendjemandem irgendwie und wo eingebaut in irrgendeinem Forum schreiben.



Dann soltes du dich auch der Diskussion enthalten und nicht bockbeinig spekulieren.



Nein, erheblich steigen. Es kann nicht sein, das eine preiswertere Verbreitung über DAB teuer ist als die über UKW. Die ersten Ansätze wurden bereits dazu gemacht. Die Schere öffnet sich gewaltig zu ungunsten von UKW. Die Telekom ist Vorreiter, weil sie es satt hat Netze zu den ursprünglich staatlich subventionierten Preisen mit Verlust anzubieten.



Ein Uraltthema, habe ich schon vorher beschreiben Aber für dich noch einmal:

ARD

Fürchtet um Marktanteile durch neue Programme die auf UKW keine Chance mehr und nun auf DAB ein Platzangebot haben

Private

wollen nicht investieren, da sie so ganz gut leben. Besser das Mittelalter erhalten als investieren. Warum auch, das Leben ist so bequemer.

Peter

von Peter Jung - am 09.11.2002 17:26

Re:

'' Egal ist jedoch das was vereinzelte User mit irgendwelchen Anlagen, vor irgendjemandem irgendwie und wo eingebaut in irrgendeinem Forum schreiben. ''

Danke für das Outing. Ein paar der armen Hinterbänkler haben sich für viel Geld eine DAB-Kiste gekauft und empfangen nicht richtig.

Das egal? Okay, keine weitere Diskussion. Bleibe bei Deinen Faustformeln, die irgendwelche Typen im Labor auf Druck ihrer Auftraggeber in die Welt setzen.

Wer das Engagement dieser Idealisten mit 'egal' abtut, ist kein ernstzunehmender Diskussionspartner.

''Dann soltes du dich auch der Diskussion enthalten und nicht bockbeinig spekulieren''

Ich brauche nicht darüber zu spekulieren, welche Datenrate in einem Ensemble möglich ist. Das steht im Red Book der DAB-Spezifikation.

Zum UKW-Preis: Wenn sich ein Veranstalter einen UKW-Sender nebst Antenne für 3000 Euro aufs Dach stellen kann, dann ist das um Größenordnungen billiger als das ganze DAB-Equipment nebst Leitungskosten.

Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf?

Übrigens hatte die Telekom auch vor der Liberalisierung des Telefonmarktes behauptet, ihre Preise seien noch geschenkt. Heute kostet ein Ferngespräch nur noch ein Bruchteil.

Völliger Konsens besteht bei den Motiven, die Du zu ARD und großen Privaten schreibst, sich nicht an DAB zu beteiligen.

Aber dann führe nicht so eine Schattendiskussion, sondern zeige, wo die wahren Probleme liegen.

von Kai - am 09.11.2002 17:41

Re:

Peter, damit will ich sagen, dass DAB weniger ein technisches, als ein medienpolitisches Problem hat.

Darauf hinzuweisen ist konstruktive Diskussion, aber nicht das Nachplappern der Lobbyistensprüche, die der Realität nicht standhalten.

Übrigens wird nicht jeder der angegebenen 50.000 DAB-Benutzer seinen Frust in das Internetforum schreiben.

Ich zweifle die Zahl 50.000 stark an. Bei digitalradio.info kann man von Senderausfällen lesen, die tagelang unbemerkt blieben, bis ein Freak aus dem Forum sich beim Sendebetreiber beschwert hat. Danach vergingen zum Teil nochmals Tage bis der Fehler behoben war.

Sieh den Fakten ins Auge: Dieses System läuft zwei Jahre nach Einführung fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

von Kai - am 09.11.2002 21:25

Re:

Ich habe vor einiger Zeit zum Thema DAB recherchiert, auch wenn es weniger technisch orientiert war.

Es ist nahezu unglaublich, was hier bei der Markteinführung falsch gelaufen ist. Ein Lehrbuch geradezu.
Ein System, was technisch Ende der 80iger Jahre hervorragend war, dann aber Mitte der 90iger den Anschluss verpasste, saugt am Tropf illustrer Geldflüsse.

Zum Glück hat sich in der Medienpolitik die trotzige Pro Haltung zu DAB in eine offenere Diskussion verwandelt. Viele Gespräche, gerade auch mit Blick auf das DVB-T Projekt in Berlin zeigen das. Auch bei WorldDAB hat man letztes Jahr begonnen, in die Zukunft zu sehen.

DAB, wie es heute qualvoll versucht wird zu vermarkten, ist längst nicht mehr eine akzeptierte Lösung, um die UKW Landschaft abzubilden.

von Tisko - am 09.11.2002 22:08
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