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Staumelder, DH0GHU, Dampfradio, Morten Hesseldahl, Anonymer Teilnehmer, delfi, kielerförde, RADIO354, MHM, Japhi, ... und 17 weitere

[DK]: DR P3 ab 2011 nur noch via DAB?

Startbeitrag von Staumelder am 23.12.2009 11:48

Kurz vor Weihnachten möchte ich nochmal die grosse DAB-Maschine anwerfen :D Spass beiseite. Laut radio.nl möchte die grösste linksliberale Partei "Venstre" den Rockpopsender P3 ab 2011 nur noch via DAB verbreiten lassen. P2 soll 2013 folgen, P4 im Jahr 2014. Im Jahr 2016 soll UKW dann komplett abgeschaltet werden. P3 soll den Anfang machen, da der Sender recht populär ist. So möchte man Schritt für Schritt Hörer von UKW zu DAB holen.

Geplant sind übrigens neun öffentlich-rechtliche und neun private Programme. Aktuell sind landesweit vier DR-Programme sowie Nova FM zu empfangen. Alle anderen Programme haben keine landesweite Abdeckung.

Das alles sind natürlich Pläne, die noch nicht fest stehen, die Vorgehensweise finde ich grundsätzlich aber richtig: populäre Programme über ein unbekanntes/neues Medium verbreiten, eine Zeit lang Simulcast betreiben, dann über das alte Medium auf den neuen Verbeitungsweg hinweisen und so durch die Hintertür ein neues z.B. DAB durchdrücken. Vielleicht lässt sich sowas in Deutschland ja mit DVB-T-Radio umsetzen. Der Druck muss aber von oben kommen. Ansonsten freut sich der Privatfunker von nebenan, wenn der ARD-Platzhirsch plötzlich aus dem UKW-Band verschwunden ist und ich als Hitdudler alle Hörer bedienen kann, die den Umstieg verpasst haben.

Nachteil: DAB aus Rangstrup wird nicht mehr weite Teile Norddeutschlands versorgen...

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Staumelder
Geplant sind übrigens neun öffentlich-rechtliche und neun private Programme.
...auf einem zweiten Bouquet nehme ich an? Man müsste sich sonst nämlich von einigen DR-Programmen trennen, sind's doch aktuell deutlich über 9 Sender:

DR P2
DR P5
DR Boogieradio
DR Dansktop
DR Hit
DR Klassisk
DR Jazz
DR Rock
DR P1
DR P3
DR P5000
DR Nyheder
DR Oline
DR Politik
DR Pop DK
KulturWeekend

von kielerförde - am 23.12.2009 12:02
@ kielferförde: Darüber schweigt sich der Artikel leider aus. Allerdings gehe ich davon aus, dass einige Spartenkanäl reine Stream-, Sat- oder Kabelangebote bleiben werden. Auf der DR-Homepage werden übrigens aktuell folgende Programme aufgelistet:

P1
P2
P3
P4 Bornholm
P4 Fyn
P4 Esbjerg
P4 København
P4 Midt og Vest
P4 Nordjylland
P4 Nordvestsjælland
P4 Sjælland
P4 Syd
P4 Trekanten
P4 Østjylland
DR Allegro
DR Det Elektriske Barometer
DR Boogieradio
DR Country
DR Dansktop
DR Electronica
DR Evergreen
DR Folk
DR Hip Hop
DR Jazz
DR New Jazz
DR Klassisk
DR MGP
DR Modern Rock
DR Oline
DR P5000
DR P5
DR Pop DK
DR Hit
DR R&B
DR Rock
DR Soft
DR Spillemand
DR World

von Staumelder - am 23.12.2009 12:33
Zitat
Staumelder
Allerdings gehe ich davon aus, dass einige Spartenkanäl reine Stream-, Sat- oder Kabelangebote bleiben werden.
Naja das wäre schon abnormal, wenn man die alle via DAB senden würde... :) Wobei ich mich an den 16 in meinem ersten Post aufgeführten Kanälen bereits via DAB erfreuen kann. Die beiden Privaten 100FM und Radio Soft sind vor ein paar Wochen verschwunden (ich glaube sie wurden auf eine neue UKW-Kette verschoben, die die DAB-Plätze nicht mit einschließt).

von kielerförde - am 23.12.2009 12:41
Nun ja, im Ansatz richtig, aber doch praktisch wohl eher schwierig, denn solange es keinen einheitlichen, länderübergreifenden Standard geben wird hat der normale Hörer doch nur Nachteile, fährt der DVB-T-Deutsche nun zum DAB-Dänen wird er aufs Radiohören gänzlich verzichten müssen...

von Anonymer Teilnehmer - am 23.12.2009 13:08
Eben, DAB Autoradios gibt es, nur setzen nicht viele Länder auf DAB, mir fallen da spontan das UK, Dänemark und die Schweiz ein. In Deutschland ist man sich ja nach wie vor nicht sicher, hier fallen dann DAB, DAB+, DRM, DRM+ und eben DVB-T!

von Anonymer Teilnehmer - am 23.12.2009 14:03
Bei DVB-T ist die Sache aber auch nicht so einheitlich. Immerhin gibt es bereits genügend Länder, die via DVB-T in MPEG-4 senden und DVB-T2 und DVB-H, das ja auch zur Systemfamilie zählt, gibt es ja auch noch. Ist also auch nicht soooo anders als bei DAB/DAB+/DMB.

von delfi - am 23.12.2009 14:24
Na endlich macht es mal einer richtig! Was beim TV funktioniert ( harter Übergang ) funktioniert auch beim Radio und die Wirtschaft wird auch noch angekurbelt! Würde ich mir für Deutschland auch wünschen! FM-DX ist nun wirklich nicht mehr nötig Dank Internet....

von OWL - am 23.12.2009 14:27
Ich wünschte mir auch sehr, dass deutsche Programme auch den Schritt machen würden, UKW abschalten und auf dem Medium, auf dem sie schon seit den 90er Jahren senden, DAB weitersenden, wie z.B. SWR3. Wenn SWR3 migrieren würde, so würde das einige Millionen Hörer motivieren, endlich bei DAB einszusteigen, um ihren Lieblingssender weiterhin hören zu können. SWR3 sendet ja nun bereits seit 1995 oder 1996 parallel auf DAB und auf UKW, ein Simulcast also seit rund 14 Jahren, da wäre eine Abschaltung der UKW-Frequenzen nun wirklich opportun.
Damit hätten wir Fernempfangsspezialisten endlich auch wieder viel mehr freie Kanäle, die Weitempfang erlauben.

von dxbruelhart - am 23.12.2009 14:51
Zitat
Jassy
Zitat

Damit hätten wir Fernempfangsspezialisten endlich auch wieder viel mehr freie Kanäle, die Weitempfang erlauben.


Dann werden bei mir aber einige Fernempfänge wegfallen :eek: ;)

[/size]


Ja, so hat die Medaillie eben zwei Seiten, obwohl es sicherlich reizvoll wäre, ein komplett leeres UKW-Band auf solch großer Fläche, dann könnte man wohl Dänemarkweit auf Programme aus Schweden, Norwegen, Deutschland und eventuell sogar aus den Niederlanden und Polen zurückgreifen!

von Anonymer Teilnehmer - am 23.12.2009 15:11
Zu einer liberalen Partei paßt ein solcher Vorschlag nicht. Eine zügige Abschaltung von UKW ist eine Zwangsmaßnahme, die liberalen Vorstellungen widerspricht. Es gehört nun mal zur Marktwirtschaft, daß der Verbraucher bzw. Hörer entscheidet, über welches System er seine Sender hören möchte. Er hat sich mehrheitlich für UKW und gegen DAB entschieden. Um DAB den Hörern schmackhaft zu machen, hätte man vielmehr schon längst die Vorteile mit mehr Programmen stärker raus stellen müssen. Derartige Zwangsmaßnahmen halte ich für den falschen Weg.

Auf der anderen Seite würden sich im Falle einer Abschaltung dänischer UKW-Sender auch an den deutschen Küsten neue Möglichkeiten für den Fernempfang auf den entsprechenden Frequenzen ergeben.

von Lorenz Palm - am 23.12.2009 19:00
Zitat
Handydoctor
Warum? DAB Autoradios gibt es, aber keine DVB-T Autoradios.
Würde ich nicht sagen. Den wirklich verbreitet sind DAB Autoradios ja nicht. Andererseits gibt es viele Navis mit DVB-T Empfangsmöglichkeit, die können natürlich nicht nur DVB-T Fernsehen sondern auch DVB-T Radio empfangen.

von Martyn136 - am 23.12.2009 20:54
Ach, so schwachsinnige Pläne über UKW-Abschaltungen hört man doch ständig irgendwo. Wobei "Schwachsinn" eigentlich ja beschönigend ist, denn derlei von oben verordnete Zwangsmaßnahmen sind in höchstem Maße undemokratisch und daher strikt abzulehnen. Ob dies wirklich von einer linksliberalen Partei forciert wird, bezweifle ich allerdings ernsthaft.

Nebenbei bemerkt: die Beiträge in diesen Thread lassen vermuten, daß es im Forum fast keine DXer, sondern nur Programmhörer gibt. Im übrigen ist die Vermutung, daß der Umstieg von UKW auf DAB die DX-Möglichkeiten auf UKW erhöhen wird, reichlich blauäugig. Wenn sich die DAB-Seuche einmal richtig ausgebreitet hat, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das UKW-Band überall komplett leer ist. Welche DX-Möglichkeiten hat man dann noch? Gar keine mehr! Also muß die Devise lauten "wehret den Anfängen". Deutschland und Österreich sind diesbezüglich schon mal auf einem guten Weg, dort wird weiterhin UKW forciert und DAB mehr und mehr abgewürgt. Je mehr Länder da mitmachen, umso größer ist die Chance, daß die Digitalpest irgendwann ganz eingedämmt werden kann.

von MHM - am 24.12.2009 10:36
Im Gegenteil, beides gehört sogar zusammen! Richtiges DXen heißt nämlich, in schwache und schwächste Signale "hineinzukriechen" und versuchen, das Programm zu identifizieren. Das bloße Abschreiben der RDS-Namen von weiter entfernten Stationen, die aus irgendeinem Grund mit fast Ortssenderfeldstärke einfallen, hat mit DXen noch nichts zu tun. Das ist im Prinzip etwas für Programmhörer. Bei DAB gibt es aber keine schwachen und schwächsten Signale, sondern nur "Empfang" oder "Nicht-Empfang" und der Übergangsbereich ist reichlich schmal. Zum gähnen langweilig ist das.
Nochmal kurz zurück zum Ausgangsthema: derlei Digital-Fetisch-Meldungen braucht man nicht ernstnehmen; das Internet ist voll von irgendwelchen dubiosen Absichtserklärungen. Wären die auch nur halbwegs zutreffend gewesen, dann hätten wir seit 15 Jahren keinen UKW-Rundfunk mehr. Entweder es ziehen europaweit oder weltweit alle Länder an einem Strang (was ziemlich utopisch sein dürfte), oder man läßt es ganz bleiben. Man kann nicht einerseits vom geeinigten Europa reden und andererseits brauche ich dann für Land A einen UKW-Empfänger, für Land B ein DAB-Radio, für Land C ein DVB-T-Radio, für Land D einen HD-Radio-Empfänger, für Land E muß es eine DAB+-Kiste sein. Was gäb´s denn sonst noch: DRM+, DMB, vielleicht gar IBOC... So viel Hirn müssen auch die Lobbyisten haben, um einzusehen, daß so ein Fleckerlteppich grober Unfug ist.



von MHM - am 24.12.2009 11:04
Zitat
MHM
Im Gegenteil, beides gehört sogar zusammen! Richtiges DXen heißt nämlich, in schwache und schwächste Signale "hineinzukriechen" und versuchen, das Programm zu identifizieren. Das bloße Abschreiben der RDS-Namen von weiter entfernten Stationen, die aus irgendeinem Grund mit fast Ortssenderfeldstärke einfallen, hat mit DXen noch nichts zu tun. Das ist im Prinzip etwas für Programmhörer. Bei DAB gibt es aber keine schwachen und schwächsten Signale, sondern nur "Empfang" oder "Nicht-Empfang" und der Übergangsbereich ist reichlich schmal. Zum gähnen langweilig ist das.

Würde ich auch so sehen! Außerdem sehe ich den Indoorempfang immernoch nicht überall für gegeben an. Sicher, am QTH2 ist der DAB-Empfang dem UKW-Empfang um Längen überlegen. Aber auch nur weil Burgsinn im UKW-Bereich noch nichtmal mit 1/10 der angedachten Leistung fährt, für DAB das untere Sinntal glücklicherweise einen ordentlichen Füllsender versorgt wird. Allerdings wird die Programmvielfalt sicher darunter leiden, es wird mobil nur noch Bayern zu empfangen sein. Ernsthaft: Es wird kein Otto-Normal sich für DAB eine VHF-Yagi aufs Dach setzen wie er es für UKW getan hat, dafür wird DVB-S genutzt; hier gibt es dann auch weit mehr Programme. Unterm Strich also: UKW versorgt bereits ausreichend, wer mehr will, nimmt bereits jetzt DVB-S oder Kabelanschluß.

von Thomas (Metal) - am 24.12.2009 11:37
Da muß ich mich doch mal einklinken. Hier wird "nur" für die DXer argumentiert.
Ich empfange indoor (zwar nur im Dachstudio) das RLP DAB Paket hier in Unterfelsberg. In Oberfelsberg geht sogar das belgische DAB. Außerdem gehen indoor über UKW auch nur die großen Brummer wie SR und Salü. DRadio funktioniert mobil, SWR hier auch nur mobil.
Die kleinen Lokalradios krebsen mit dümmlichen Frequenzen dahin, zahlen viel Geld an den oder die Betreiber und der Empfang ist teilweise chaotisch, besonders indoor.
Auch unterwegs im Autoradio ist das Gezwitschere und Rauschen bei UKW auch nicht immer ein Genuß. Es sollte eine breite Hörerschaft mit guten Empfängen ausgestattet werden. Dies kann UKW heute, besonders hier im Grenzgebiet D - F - LUX nicht mehr leisten.
Also muß was Anderes her, egal wie das Kind heißt. Und das müßte in ganz Europa geschehen!

von Dampfradio - am 24.12.2009 15:15
Zitat
Thomas (Metal)
Es wird kein Otto-Normal sich für DAB eine VHF-Yagi aufs Dach setzen wie er es für UKW getan hat, dafür wird DVB-S genutzt; hier gibt es dann auch weit mehr Programme. Unterm Strich also: UKW versorgt bereits ausreichend, wer mehr will, nimmt bereits jetzt DVB-S oder Kabelanschluß.


Hmm, gibts für Autos schon DVB-S-Anlagen mit schnell nachgeführten Antennen? :D
UKW versorgt keinesfalls ausreichend. Allenfalls in direkter Nähe von Ballungszentren kann von einer ausreichenden Versorgung die Rede sein, ansonsten sind häufig je nach Region oft nur 5 bis 7 Programme mobil verfügbar, von denen 2-3 schonmal den fast gleichen Einheitsbrei liefern. Und das gefällt den meisten Radiohörern nicht wirklich. Sie müssen nehmen, was sie bekommen, wenn sie nicht auf Konserven zurückgreifen wollen (was auch eine Frage des Geldes ist. Wie viele CDs oder MP3-Downloads kann ich zum Gegenwert eines DAB-Receivers kaufen? Wie teuer wird eine CD/MP3-Rotation mit mehr als nur 100 Titeln?).

Otto Normalverbraucher setzt sich heute für FM auch keine Yagi mehr aufs Dach, die Zeiten sind schon lange vorbei.
Otto Normalverbraucher will mit wenig Aufwand möglichst überall möglichst genau sein Lieblingsformat hören, und da stößt FM einfach an seine Grenzen. Ca. ein Dutzend Formate müßte man schon unterbekommen, um Rundfunk wirklich interessant zu gestalten. Und mobil ist das nur dann wirklich gegeben, wenn ich auch bei schneller Autobahnfahrt mal mindestens eine Stunde lang, d.h. über eine Strecke von ca. 150 km, ein Programm störungsfrei empfangen kann. In den allermeisten Bundesländern klappt das nur mit 4-6 Programmen. UKW nervt da mobil nur, wenn man nicht grad im Stau steht. Speziell die privaten Programme mit nicht auf die breite Masse ausgerichteten Musikformaten oder anspruchsvolle Programme wie die D-Radios, in die man nicht "Kurz mal reinhören" kann sind mobil (meistens) quasi nicht empfangbar. Mobil heißt nicht, daß es für die Fahrt zum Bäcker reicht. Eine flächendeckende Bedeckung mit 12 Programmen (die dann noch 0 Konkurrenz bietet) ist mit FM garnicht möglich, außer auf irgendwelchen Inseln oder beschränkt auf Ballungszentren.






von DH0GHU - am 24.12.2009 17:17
Da stimme ich Ulrich zu. Die Dachantenne wird sich freiwillig Niemand mehr gönnen, außer ein paar Freaks. Im Saarland ist noch nicht einmal der SR mobil störungsfrei auf UKW zu empfangen. In Bilsdorf, Körprich und Knorscheid (im Schatten des Hoxberges) macht das Zuhören wirklich keinen Spaß. Genauso im Pfälzerwald. Wenn man von Dahn nach Bad Bergzabern fährt ist man in der UKW Diaspora! Da geht fast gar Nichts!

von Dampfradio - am 24.12.2009 17:27
Ist in Oberbayern zum Teil auch nicht besser. Im Großraum Murnau z.B. gehen die BR-Programme teils nur verzischelt. Entlang des Alpenrands ist insbesondere Bayern 5 dank der fehlenden Hohenpeißenberg-Frequenz häufig nur dank Reflektionen (mit entsprechendem Sound...) über Ismaning zu empfangen. Und da der Hohenpeißenberg nicht sehr hoch ist, gibts genug stellen, an denen der auch nicht vernünftig geht. Erprobt mittlerweile mit 3 verschiedenen Autos / Radios...
An Privaten geht in der Gegend nur Antenne Bayern, das sogar dank Zugspitze sehr gut (das Programm ist aber eine Zumutung, bringt also nix) und Radio Oberland. DLF und D-Radio gehen kaum oder garnicht, die Münchner Privaten sind auch nicht zu hören, und FM4 geht natürlich nur dort, wo Sicht Richtung Zugspitze vorhanden ist ...

Aber in der alten Heimat ist das auch nicht besser: Die Rheinebene ist super versorgt (vor allem mit Overspill aus Frankreich rund um Strasbourg - aber auch nur einige zig km!), im Schwarzwald gehen dann z.B. noch SWR1, 3 und 4, (SWR2 auch nicht überall vernünftig, da fehlt z.B. der Brandenkopf), Regenbogen (ähnlich unhörbar war Antenne Bayern - da verblödet man ja total, wenn man das Programm länger anhören muß...) und OHR.

Mit einem einzigen DAB+-Bouquet wäre ein Vielfaches an mobiler Empfangsquantität bei vergleichbarer Qualität gegeben.

Die Dänen sind da wirklich zu beneiden. Wobei ich das harte Umschalten auch ein bischen skeptisch sehe: Was wäre wirklich schlimm daran, DAB auszubauen, und einfach parallel zu betreiben, sei es auf sehr lange Zeit und mit mittelfristig vielleicht nur 50% der Bevölkerung als Kundschaft, und dafür nur das Angebot auf FM etwas zu reduzieren, statt ganz auszuschalten?
Das beste Szenario wäre imho, den Funzelteppich auf FM auszudünnen, dort eine Grundversorung aus z.B. 3 ÖRs und 1-2 Privaten pro Region zu belassen (mit Zischel-Gebieten, dank abgeschalteter Funzeln), Sparten- und Alternativprogramme generell auf DAB zu verschieben, und wie in Frankreich gleich noch vorzuschreiben, dass neue Autos DAB-Receiver enthalten müssen.

... so, das solls aber gewesen sein, sonst wird das zu sehr OT. Und jetzt is erstmal Weihnachten. ;)
Frohes Fest!



von DH0GHU - am 24.12.2009 18:10
Zitat
Ulrich Hilsinger
UKW versorgt keinesfalls ausreichend. Allenfalls in direkter Nähe von Ballungszentren kann von einer ausreichenden Versorgung die Rede sein, ansonsten sind häufig je nach Region oft nur 5 bis 7 Programme mobil verfügbar, von denen 2-3 schonmal den fast gleichen Einheitsbrei liefern. Und das gefällt den meisten Radiohörern nicht wirklich. Sie müssen nehmen, was sie bekommen, wenn sie nicht auf Konserven zurückgreifen wollen.

Die 5-7 Programme treffen bei FM aber nur auf ländliche Regionen zu die sich mitten in einem Bundesland befinden. Sobald man sich entweder in einer Metropolregion befindet, oder in der Nähe von Landes- und/oder Bundesgrenzen geht auf FM viel mehr.

Da sieht es bei DAB schlechter aus, selbst in den Vorbildregionen Bayern und Sachsen-Anhalt gehen da nur 7 Programme (BR Traffic News nicht mitgerechnet).

Selbst in der Deutschweiz wo zwei DAB bzw DAB+ Boquets aktiv sind gibt es nicht soviele Programm wenn man sich auf moderierte Programme beschränkt. Und unmoderierte Festplattendudler sind imho wertlos, den Playlists erstellen kann man auch selber und die Tracks gibts ja kostenlos bei Youtube.

Meine Persönliche Meinung: Bei DAB mit es mit Radio Galaxy ein Programm das mir gefällt, bei FM gibt es mit Radio Galaxy, Evropa 2, Kiss Proton, Radio Egrensis drei Programme die mir gut gefallen und mit Bayern 3, Antenne Bayern und Radio Blanik drei weitere Programme die halbwegs erträglich sind. Also steht es 4+3:1 für FM.

DAB würde nur intressant werden wenn auch in Tschechien DAB starten würde, wobei dann aber auch fraglich wäre ob sich die Vielfalt gegenüber FM verbessern würde, und ob DAB überhaupt so einen Overspill nach Deutschland hätte.


von Martyn136 - am 24.12.2009 20:32
Naja,
Wenn ich von Garmisch-Partenkirchen nach Hof fahre, habe ich ganze 6 Programme, die ich auf der gesamten Strecke hören kann, bei allen anderen werde ich wahrscheinlich keine komplette Sendung hören können (bei Dudelsendern wie Antenne Bayern ist das ziemlich egal, aber bei anspruchsvollen Programmen oder z.B. bei Klassiksendern ist das ziemlich unschön bis inakzeptabel). Da ich einen breit gefächerten Geschmack habe, sind für mich auch tatsächlich Bayern2, 3, Klassik und 5 hörbar. Aber damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Zu oft bringt keiner dieser Sender gerade das, was ich hören möchte. Bestimmte Musikrichtungen kommen dort fast garnicht vor.

Daß DAB *derzeit* in Bayern nur eine kleine Alternative ist (es fehlen z.B. die beiden D-Radios oder sowas wie SSL, dafür gibts on3radio und rockantenne, beides Formate ohne Pendant auf UKW), ist richtig, aber DAB+ mit ca. 15 Programmen wäre sehr wohl eine Alternative. Für Leute, die den Dudelbrei von Antenne Bayern mögen, ists selbstverständlich überflüssig. Ich empfinde solche Programme allerdings als Zumutung, komischerweise geht das auch den meisten Leuten, die ich kenne, so. Nur: Du hättest die Programme ja auch dann noch, wenn sie auf DAB ausgestrahlt würden.

Wieso Festplattendudler wertlos sein sollen, mußt Du mir auch mal erklären.
Das Erstellen einer eigenen Playlist gibts auch nicht zum Nulltarif, außer bei Verstoß gegen Urheberrechte. Außerdem erweitert das wohl kaum den eigenen musikalischen Horizont. Und nichts ist dazu besser geeignet, als eine (langweilige) Autobahnfahrt...
Ich gebe allerdings zu, daß meine Sichtweise (die u.a. auf Radiohören bei ca. 35000 km Autofahrt pro Jahr basieren) nicht unbedingt repräsentativ für Mehrheiten sein muß.




von DH0GHU - am 24.12.2009 22:51
Zitat
MHM
Im übrigen ist die Vermutung, daß der Umstieg von UKW auf DAB die DX-Möglichkeiten auf UKW erhöhen wird, reichlich blauäugig.

Dann wird es größtenteils vorbei sein mit DX, nur übergangsweise gibt es dank mehrerer freier Frequenzen hierzulande und noch aktiver Sender weiter weg spektakuläre Logs. Wäre auch das baldige Ende des UKW-DX. Stellt euch dazu noch vor, DAB würde nicht im BIII, sondern auf frei gewordenen UKW-Frequenzen ausgestrahlt, die dann auch für DX nicht mehr brauchbar sind! Ich kenne dieses jedenfalls vom TV-DX, wo DAB, DVB-T, DVB- und mobiles Internet auf bisher (und in einigen Ländern noch) analog genutzten QRG senden.

von Analog-Freak - am 25.12.2009 00:03
Zitat
Dann wird es größtenteils vorbei sein mit DX,


Es geht nicht um DXen , sondern um die Versorgung einer breiten Bevölkerung mit einer Vielfalt von Radioprogrammen.

Vor fünfzig Jahren hatten die Menschen auch andere "Hobbies" oder Leidenschaften. Die Welt verändert sich nun mal.

von Dampfradio - am 25.12.2009 01:08
Zitat
Staumelder
Kurz vor Weihnachten möchte ich nochmal die grosse DAB-Maschine anwerfen :D Spass beiseite. Laut radio.nl möchte die grösste linksliberale Partei "Venstre" den Rockpopsender P3 ab 2011 nur noch via DAB verbreiten lassen. P2 soll 2013 folgen, P4 im Jahr 2014. Im Jahr 2016 soll UKW dann komplett abgeschaltet werden. P3 soll den Anfang machen, da der Sender recht populär ist. So möchte man Schritt für Schritt Hörer von UKW zu DAB holen.

Geplant sind übrigens neun öffentlich-rechtliche und neun private Programme. Aktuell sind landesweit vier DR-Programme sowie Nova FM zu empfangen. Alle anderen Programme haben keine landesweite Abdeckung.


Das wird alles nichts... Die Regierungspartei "Konservative" will das Gott sei Dank nicht!

Ich verstehe diese Vorliebe für DAB überhaupt nicht. Fährt man z.B. von Kopenhagen nach Århus und hört währenddessen DAB, hat man zahlreiche Aussetzer – denk bitte daran, dass Dänemark keine Berge hat. Wie soll es dann mobil in Bayern gehen?

PS: Venstre ist übrigens keine Links-Liberale Partei – sondern eine richtige liberale Partei.


von Morten Hesseldahl - am 25.12.2009 10:10
Also ich kann mir schon gut vorstellen, dass die Radio-Antenne künftig eine VHF-Band-3-Antenne sein kann. Wer etwas auf anständigen Radioempfang Wert legt, kommt um eine anständige Antenne sowieso nicht umhin. Egal ob es nun UKW, DAB oder sonst was ist.
Seit mir nicht Böse, aber was erwartet Ihr von einer 2-m-UKW-Wurfantenne, die den AV-Receivern beigepackt ist? Da kauft man sich ein tolles Gerät und gibt sich dann mit Zischelfunk und mit wenigen Programmen zufrieden, weil sonst nix gscheit reingeht? Sicher wird es auch genug davon geben. Macht aber genauso Sinn, wie einen supertollen Verstärker mit Billigstlautsprechern zu betreiben.


von delfi - am 25.12.2009 10:28
Zitat
Morten Hesseldahl

Das wird alles nichts... Die Regierungspartei "Konservative" will das Gott sei Dank nicht!

Ich verstehe diese Vorliebe für DAB überhaupt nicht. Fährt man z.B. von Kopenhagen nach Århus und hört währenddessen DAB, hat man zahlreiche Aussetzer – denk bitte daran, dass Dänemark keine Berge hat. Wie soll es dann mobil in Bayern gehen?

PS: Venstre ist übrigens keine Links-Liberale Partei – sondern eine richtige liberale Partei.


Hallo,

Gerade im Hochgebirge gewährleistet DAB einen ausgezeichneten Mobilempfang.
Das ist meine Erfahrung die Ich innerhalb eines Jahres damit gemacht habe. Wenn es
nicht geht liegt es an der unzureichenden Leistung der DAB Sender.
Dabei bräuchte es nicht mehr als 5 bis 10 Kw für die Grundnetzversorgung.
Hier geht es jedenfalls sogar in der Tiefgarage und in der Waschstrasse ( mit abgenommener Antenne ).
Der DAB Sender hat 4 Kw und steht 15 Km Luftlinie entfernt.
Wünsche Allen im Forum Schöne Weihnachten.
MFG Det.

von RADIO354 - am 25.12.2009 10:38
ich rede gerade vom mobilen Empfang. Ich habe immer sinnvollen UKW-Antenne bzw. Verstärker benutzt.

Aber mit DAB habe ich aber nur schlechte Erfahrungen. Bei meiner Grossmutter bei Kopenhagen ist der Emfang von den DAB-Kanälen nur draussen möglich. Auf UKW empfängt sie viele Programme aus Dänemark und Schweden...

von Morten Hesseldahl - am 25.12.2009 10:39
@ Morten Hesseldahl,

Ich meinte auch primär den Mobilen Empfang.
Gerade hier im Bergland gibt es Reflektionen und diese verursachen auf UKW sehr störende Verzerrungen. Bei DAB ist die Wiedergabe Störungsfrei.
Für Dänemark hätte Ich gute Empfangsbedingungen erwartet. Mit was für Sendeleistungen wird in
Dänemark per DAB gesendet ?
MFG Det.

von RADIO354 - am 25.12.2009 10:50
hier ist mal eine Übersicht: http://www.dr.dk/OmDR/Modtagelse/Radio/20091026132153.htm

Ich wohne in Flensburg - 3 km von der Sender Kollund entfernt. Ich habe überhaupt keinen Empfang. Auch nicht aus Rangstup. Meine Wohnung ist etwas höher gelegen und ich wohne im 1. Stock.

von Morten Hesseldahl - am 25.12.2009 11:00
Das Problem von DAB ist und bleibt der fehlende Overspill!
SWR 3 würde freiwillig nir zu DAB migrieren, weil viele Stammhörer in Bayern und NRW wegfallen würden. DAB ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Folgen aussehen, wenn Technokraten planen

von Fred54 - am 25.12.2009 11:16
Hallo Morten

Danke für die Übersicht.
Die 70 Watt vom Sender Kollund, womöglich nach N gerichtet ? Sind natürlich viel zu dünn.
Hinzu kommt noch das diese 70 Watt auf 1,7 Mhz Bandbreite verteilt sind dadurch verschlechtert sich
das Verhältnis noch mehr. Villeicht geht der Sender in Sonderborg besser ?
Sorry habe den Ort nicht Richtig geschrieben ( der Strich durch das Erste O fehlt ... ).
MFG Det.

von RADIO354 - am 25.12.2009 11:21
ich habe gar keinen Empfang... Auch nicht aus Sønderborg...

Ich habe eine DAB-Antenne: http://www.netto-sat.dk/dab_antenne_5_element_-p-473.html?cPath=37_78 . Mit der gelingt mit der Empfang aus Rangstrup - habe aber trotzdem Aussetzer. Habe mit einem Verstärker von Triax probiert - erfolgslos.

Als empfänger benutze ich: Tivoli Model DAB - http://www.tivoliaudio.dk/Shop/info.htm?catid=15&articleid=MDBLK .

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich UKW für besser halte.



von Morten Hesseldahl - am 25.12.2009 11:41
@Morten Hesseldahl
Das ist schön zu hören, daß die konservative Partei gegen diese unsinnigen Pläne ist! Es freut mich auch, daß hier im Forum noch Leute mitlesen, die sich gegen diese DAB-Ideologie aussprechen. Mir sind diese Vorlieben auch völlig unverständlich, denn sämtliche Argumente pro DAB lassen sich problemlos widerlegen. Aber das wurde schon oft getan und brauche ich nicht zu wiederholen.

Ich denke, die Interessen der Durchschnittshörer müssen wir hier nicht im Forum vertreten. Sofern diese Klientel Bedarf für ein Radioforum hat (was ich stark bezweifle), möge sie selbst ein Forum eröffnen oder das Paralleluniversum (Radioszeneforum etc.) nutzen.

Nachdem ich (im Gegensatz zu vermutlich 99,99% der anderen User hier) ständig im Hochgebirge lebe, möchte ich mal mit der Mär des angeblich so schlechten UKW-Empfanges in den Bergen aufräumen. Selbst mit meinem höchst mittelmäßigen Toyota-Autoradio kann ich permanent problemlos etwa ein Dutzend Programme empfangen. Noch mehr Programme nutzt man im Mobilbetrieb eh nicht, wobei man sich fragen muß, wer beim Autofahren überhaupt 10 oder 12 Programme hört. Der Durchschnittshörer kommt auf ca. 1,4 Programme pro Tag (Tendenz leicht abnehmend). Selbst für ausgesprochene Freaks müßten 12 Programme ausreichen. Ich glaube gerne, daß es Gegenden in Deutschland gibt, wo der UKW-Empfang wegen der dichten Bandbelegung keine Freude mehr macht. Aber das ist keine Schuld des Betriebssystems, sondern resultiert aus einer völlig unökonomischen Frequenzkoordinierung, die unwissende Schreibtischtäter zu verantworten haben. Hier müßten mal Leute ran, die von der Materie eine Ahnung haben, dann würden diese Zischel-Empfänge bald ein Ende haben.

In der Tat gibt es in den Alpen noch viele Versorgungslücken, die man aber problemlos mit kleinen Füllsendern schließen könnte. Dort, wo relativ viele Menschen wohnen, ist der Empfang einwandfrei (auch ohne DX-Equipment). Gut, gleich hinter der Haustüre beginnt ein Gebirge, wo auf 1000 km² überhaupt niemand wohnt; dort kann man auch den Radioempfang vergessen. Aber ist das ein Problem?

Die eigentlichen Probleme liegen woanders, und zwar:

- Die Industrie produziert heutzutage im wesentlichen Schrottgeräte, die stocktaub sind und eine gruselige Trennschärfe aufweisen. Ausnahmen sind Autoradios, die oft eine überraschend hohe Empfindlichkeit haben, aber die Trennschärfe ist auch hier grottenschlecht.

- Das UKW-Band wird hochgradig ineffizient genutzt. Ein Grund dafür mag der erste Problempunkt sein, ein anderer Grund ist, daß die Planer von der Wellenausbreitung so viel Ahnung haben wie ich von chinesischer Kunstgeschichte. Ich habe mal gesehen, wie der ORB die Reichweiten bemessen hat, das war fachliche Inkompetenz in Reinkultur. In Wirklichkeit könnte man bei einer Bandbreite von 20,5 MHz mehr Programme unterbringen als der Markt heutzutage überhaupt verträgt. Klar, mit DAB+ ließe sich eines Tages Bayern 1 bis Bayern 25 realisieren und Antenne Bayern 1 bis Antenne Bayern 15. Aber will das wirklich jemand haben? Das wären dann reine Musikabspielstationen, die man sich im CD/DVD-Zeitalter ersparen könnte.

- Den Politikern fehlt der Mut, das UKW-Band neu zu ordnen. Man könnte ja altmodisch wirken, wenn man sich mit einem 60 Jahre alten Betriebssystem beschäftigt. Nachdem die Deutschen für Ideologien aller Art sehr anfällig sind, ist es kein Wunder, daß die Ideologie "Alles Alte ist veraltet und alles Moderne ist gut" viele Anhänger findet. Besonders deutlich merkt man dies in diversen Pro-DAB-Foren, aber natürlich auch in den blumigen Reden, die Politiker auf Veranstaltungen wie den BR-Medientagen oder der IFA in Berlin schwingen.

Falls einige gar nicht mehr ohne DAB auskommen, würde Ich folgenden Kompromiß vorschlagen: reine Musikabspielstationen und qualitativ minderwertige Programme könnte man auf DAB verbannen, gute Programme bleiben auf UKW und werden weiter ausgebaut. Schließlich gibt es keinen Grund, warum UKW neben DAB nicht bestehen bleiben könnte. Als nach dem Krieg UKW aufkam, wurde ja auch nicht die Mittelwelle abgeschaltet.


von MHM - am 25.12.2009 12:03
Zitat
MHM
....

Nachdem ich (im Gegensatz zu vermutlich 99,99% der anderen User hier) ständig im Hochgebirge lebe, möchte ich mal mit der Mär des angeblich so schlechten UKW-Empfanges in den Bergen aufräumen. ....


HIER
Gibt es dennoch Probleme beim Empfang bestimmter Sender,
warum sollte Ich auch unwahres berichten ? Davon habe Ich nichts !!


von RADIO354 - am 25.12.2009 15:41
@MHM: Es ist schlicht technisch bedingt, dass der Empfang von analogen Sendern im Gebirge bedingt durch Reflexionen nicht einwandfrei sein kann. Das hat nur wenig mit der Qualität des verwendeten Radios zu tun.

Für solche Reflexionen braucht es übrigens nicht einmal ein Hochgebirge. Fahrt mal mit dem Auto rund um den Hohen Meissner in Hessen, dann wisst ihr wie schlecht Radioempfang sein kann. Obwohl ich ein hochwertiges Autoradio besitze, ist der Empfang schlicht inakzeptabel. Im Flachland sieht es natürlich völlig anders aus, aber auch hier sollte man zur Beurteilung der Empfangsqualität mal reine Wortsender wie z.B. WDR5 hören. Auch hier ist der Empfang sehr oft keineswegs einwandfrei.

Ach ja, ehe jetzt wieder jemand anbringt, dass das nur am Radio liegen kann: Becker Radio, 2 Tuner Diversity.




von UKW/DAB/TV - am 25.12.2009 18:33
Es geht mir nicht darum DAB zu puschen und UKW zu verteufeln. Ich bin auch kein Fan von diesem digitalen Zeugs aber das UKW Band ist dicht, da geht Nichts mehr. Die Empfänge im Bereich UKW sind nicht in allen Gegenden gleich gut. Natürlich muß auch wieder das Thema auf den Tisch :warum braucht ein öffentl. rechtlicher Sender 7 Programme über UKW und teilweise noch mehr.
Da gehört das Thema in Grenzregionen dazu, wie laut Franzosen, Belgier und Tschechen sind.

Eine hochtechnisierte Gegend wie Europa sollte doch kluge Köpfe genug haben, ein System zu erfinden das eine gute Empfangbarkeit hat, das genügend Vielfalt zulässt und das von den Kosten her tragbar ist.

Unsere kleinkarierten Politiker müssen ebenfalls lernen das Ganze zu sehen und sich von ihrer Kirchturmpolitik verabschieden.

Ob das technische Verbreitungssystem nun DAB+ oder DAB- heißt oder DVB-T oder MEGA-UKW das sollte egal sein, es muß funktionieren.

von Dampfradio - am 25.12.2009 18:43
UKW funktioniert auch! Und zwar so gut, dass jeder Durchschnitshörer zufrieden ist. Man kann auf UKW von Köln bis zum Bodensee durchgängig SWR1 empfangen. (Mit einem normalen Autoradio und Beifahrertauglich).
Aber warum kann man z.B. WDR2 in Köln auf vier verschiedenen Frequenzen empfangen? Genauso die anderen WDR Programme. Das ist Frequenzverschwendung und ehrlich gesagt auch unverschähmt!



von Max1 - am 26.12.2009 11:12
Zitat

Aber warum kann man z.B. WDR2 in Köln auf vier verschiedenen Frequenzen empfangen? Genauso die anderen WDR Programme.


Ich weiß jetzt nicht, welche Frequenzen du genau meinst, nehmen wir aber an 93,5/98,6/99,2/100,4 mit Stereo und RDS.
Fällt die 93,5 weg: Kein Empfang im Sauerland
Fällt die 98,6 weg: Beschwert sich keiner
Fällt die 99,2 weg: Kein Empfang im Großteil NRWs
Fällt die 100,4 weg: Kein Empfang rund um Bonn.

Tja, braucht man fast alle. Und die 98,6 nützt auch nix für mehr Programmauswahl.

Und siehe da: Man nehme einen DAB-Kanal, packe 15 Programme drauf und schalte es auf gaaaanz viele Funzeln. Fertig. Bla.

Ne zerobase hatten wir hier btw mal angefangen...es ginge wenn man wollte... ;-)

von Japhi - am 26.12.2009 11:32
Und zum Thema "Fernempfang": Wenn alle Radiosender zum 31.12.2010 auf UKW abgeschaltet werden und DAB der neue Verbreitungsweg wird, habe ich spätestens am 30.12.2010 einen Zünder installiert, der zum 01.01.2011 auf Sendung geht. Den könnt Ihr dann ja versuchen zu empfangen ;)

von Staumelder - am 26.12.2009 11:38
Ich habe zu diesem Thema einen Blogeintrag verfasst und die Tage einen Kommentar aus DNK erhalten, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Zitat
Jannick Sørensen
From Denmark a short comment: The proposal from the ruling party "Venstre" should be seen in connection with the on-going negotiations about DR's public service contract for the years to come. As "Venstre" is not known for being a big fan of DR, and as commercial radio has not yet proved economically feasable in Denmark (too low contact-price for the ads), this proposal seems more as an enforcement of yet another unpopular decision, than a sober media-political suggestion. The problem is that the Danish market is too small to sustain media pluralism without market intervention like public service radio. DR might be strong now but things are changing. Furthermore, the problem is that the DAB format is old and the recievers are of low quality, due to the small market for DAB worldwide.

Jannick Sørensen, Ph.d. scholar, University of Southern Denmark

Öhm... Wahlkampf?

von Staumelder - am 28.12.2009 23:12
Ja, so sieht es aus.
Ich übersetze mal: ""Der Vorschlag von 'Venstre' sollte im Zusammenhang mit
den Verhandlungen zum zukünftigen Rundfunkstaatsvertrag gesehen werden.
'Venstre' ist nicht gerade als großer Fan vom DR zu sehen und da
kommerzieller Rundfunk nicht gerade wirtschaftlich zu betreiben ist (zu
geringe Werbeerlöse), sollte dieser Vorschlag als zusätzlicher Druck für
eine andere unpopuläre Entscheidung gesehen werden. Das Problem ist, daß
der dänische Rundfunkmarkt zu klein ist, um ein plurales Rundfunksystem
ohne öffentliche Intervention, wie z.B. öffentlich-rechtlichen Rundfunk
zu gewährleisten. DR ist jetz noch stark, aber die Dinge ändern sich.
Zudem, das DAB-Format ist alt und aufgrund des kleinen weltweiten
DAB-Marktes sind die Empfänger von schlechter Qualität. ""
Was die Gerätequalität anbelangt, da tut sich nun mittlerweile etwas,
Schweiz und Australien sei Dank. Schaue ich mir allerdings die
Versorgungskarte an, wundert es mich nicht, daß es Empfangsprobleme gibt.
Hier sollte mal gründlich über eine Leistungserhöhung nachgedacht werden.

Wir wissen ja nun, wo Venstre im politischen Spektrum steht
und wenn man sich die Kommentare zur ARD-iPhone-Applikation mal
so anschaut -vorallem, woher diese kommen- so sind da schon Parallelen
vorhanden. Liberal und starker ÖR, das geht nicht zusammen.


von Nohab - am 29.12.2009 17:13
@MHM
Danke, volle Zustimmung. UKW könnte viel mehr, wenn man denn nur wollte und besser koordinieren würde.

Auch ich habe übrigens nur 5 km von der dänischen Grenze keinen DAB-Empfang, nicht mal outdoor.

Nicht zu vergessen ist, dass Venstre die P3-Kette auf UKW nicht abschalten will, sondern mit einem landesweiten privaten Programm belegen will. Das wäre dann richtig schade. P3 ist nämlich im internationalen Vergleich ein kleines Wunder: Da laufen sie schrägsten Sachen aus Pop, Hiphop bis zu Heavy mitten am Tage. Dazu oft respektlose, ironische, tendenziell intelligente Moderation, hoher Wortanteil mit gnädigen Zeitvorgaben: es wird viele Minuten lang am Stück gefrötzelt. Kurzum: ein Konzept, für das man eigentlich nicht mehr als 2 % Marktanteil prognostizieren würde. Aber es sind mehr als 20%. Die Konkurrenz durch die zahlreichen regionalen Privatradios ist dabei nicht knapper als hierzulande. Beim Wechsel auf DAB würde P3 natürlich sofort in der Bedeutungslosigkeit versinken.

von peeraxel - am 30.12.2009 05:57
Öh, also mitm Pure Highway ging das auch noch 6 km von der Grenze. Und (ich weiß ich wiederhole mich ;)) Teilweise geht das dänische DAB sogar hier outdoor mit normalen Antennen (sprich: Teleskop). Zugegeben, nicht so stabil wie UKW. Aber es geht. Und mit der Wittenberg geht's wirklich perfekt.

von kielerförde - am 30.12.2009 09:46
Das faseln welche über den mangelnden UKW-Empfang in den Alpen und fehlenden Festplattendummdudlern bei Fahrten von GAP bis HO...
Zitat

Auch ich habe übrigens nur 5 km von der dänischen Grenze keinen DAB-Empfang, nicht mal outdoor.

Armutszeugnis des Systems DAB. Niederschmetternd.
Wobei wir hier ja von Dänemark reden und nicht von dem angeblichen "Regelbetrieb" in Bayern (unter Ausschluss der Öffentlichkeit wohl gemerkt und da ist eventuell doch eine Parallele zu FL mit den nahen Programmen aus DK drin, dass in FL auch nicht als Regelempfang wie bei UKW vorhanden ist).

von Schwabinger - am 30.12.2009 17:37
Zitat
peeraxel
Das wäre dann richtig schade. P3 ist nämlich im internationalen Vergleich ein kleines Wunder: Da laufen sie schrägsten Sachen aus Pop, Hiphop bis zu Heavy mitten am Tage. Dazu oft respektlose, ironische, tendenziell intelligente Moderation, hoher Wortanteil mit gnädigen Zeitvorgaben: es wird viele Minuten lang am Stück gefrötzelt


Das Vorhaben der "Venstre" erinnert stark an die Abwicklung von DT64, der 1991-1993 auch abgewickelt wurde, weil er Herrn Mühlfenzl & Co. ein Dorn im Auge war. Im MDR-Sendegebiet, wo er bis 30.6.1992 on air war, gab es ab 1.7.1992 auch Dudelfunk auf den Frequenzen (z:B. Dequede 101,0 MHz). In M-V, wo schon zum Jahreswechsel 1991/1992 abgeschaltet wurde, schwiegen die UKW-Sender tatsächlich für 17 Monate, ehe Antenne MV auf Sendung ging. "Venstre" dürfte demnach eher eine konservativ-liberale Parte sein - ich kenne die Partei nicht näher, daher nur Vermutung.

von Analog-Freak - am 30.12.2009 18:16
Zitat
Schwabinger
Das faseln welche über den mangelnden UKW-Empfang in den Alpen und fehlenden Festplattendummdudlern bei Fahrten von GAP bis HO...

Wenn Du Dich daran aufhängen wolltest: Ok, ersetze die Festplattendudler durch DLF. Der fehlt in Bayern genauso in der Fläche (und der fehlt mir viel mehr als mehr Musikvielfalt, obwohl ich die im Auto auch mal ganz gerne hätte).

Und was den mangelhaften (nicht mangelnden) UKW-Empfang betrifft: Fahr doch einfach mal in den Gegenden der westlichen bayrischen Alpen, in denen z.B. die Grundnetzsender Wendelstein, Grünten und Hohenpeißenberg abgeschattet sind, täglich Auto. Also speziell die Strecken direkt am Alpenrand entlang. Dann wirst Du merken, wie schlecht der Empfang dort ist. Ausreichend für Popwellen mit dynamikzerstörendem Soundprocessing wie Antenne Bayern, aber nicht für Progamme mit anspruchsvolleren Inhalten.
Das liegt ganz einfach daran, dass FM bei Mehrwegausbreitung nicht einwandfrei funktionieren *kann*.
Und dann bedenke bitte noch, welche Programme von den genannten Grundnetzsendern ausgestrahlt werden. Und dann vergleiche das Angebot von überhaupt empfangbaren Programmen mit der Zahl in anderen Regionen empfangbarer Programme. Oder mit der Zahl der Programme, die in einem einzigen DAB+-Bouquet untergebracht werden könnten.
Und dann überlege mal, WER hier "faselt". Und überdenke bitte Deinen Diskussionsstil. Den finde ich etwas seltsam.



von DH0GHU - am 30.12.2009 18:28
Zitat

... 5 km von der dänischen Grenze keinen DAB-Empfang, nicht mal outdoor...

Viele UKW-Sender bzw. ihre Richtdiagramme in NL sind leider genau so On Air.

Was ich nicht verstehe ist: Warum gibts in DNK einen DAB-Flickenteppich mit zig Funzeln? Rangstrup, 50 kW fertig. Oder ist das nicht gewollt?

von Staumelder - am 30.12.2009 22:26
Das wundert mich auch. OK, 50 kW aus Rangstrup reichen nicht für das
ganze Land, aber einige 10kW-Sender, strategisch gut plaziert, dürften
die Versorgung, speziell indoor wesentlich verbessern. Zudem könnten dann
evtl. noch ein paar kleinere Funzeln ganz abgeschaltet werden.


von Nohab - am 30.12.2009 23:47
Gute Frage. Die Idee aus dem 'Digital-UK'-Paper, UKW für den Lokalfunk
weiter zu verwenden, erscheint mir noch als sinnvollste Lösung.
Zusätzlich würde ich 1 ÖR-Programm ebenfalls auch auf UKW lassen,
nämlich die jeweilige Autofahrer-Servicewelle, im Falle NRW wäre das WDR2.
Alle anderen landes- und bundeseiten Programme komplett auf DAB verlagern.





von Nohab - am 31.12.2009 08:25
Zitat
peeraxel
Auch ich habe übrigens nur 5 km von der dänischen Grenze keinen DAB-Empfang, nicht mal outdoor.

Das wundert mich aber schon etwas. Ein paar km mehr müssten es schon sein.
Als ich zuletzt 2008 in Flensburg war, war ich auch etwas neugierig was es denn auf DAB aus DK alles geben würde und konnte dabei auf einem Autobahnparkplatz bei Flensburg (im Fahrzeug) 9 Programme auf 12C und 10 Programme auf 13B empfangen. Dabei kam eines der beiden Ensembles mit Vollausschlag an der Teleskopantenne, das andere hatte nur etwa halbe Signalstärke (welches weiß ich nicht mehr).

Empfänger: SANGEAN DPR-215 + Teleskopantenne.

von Manager. - am 31.12.2009 08:51
@ Nohab: Na klar, Rangstrup allein kann DNK nicht versorgen. Allerdings gibt es im Dunstkreis von Rangstrup 6-7 Standorte mit kleiner Leistung. Eine DAB-Kette mit entsprechender Leistung (z.B. 10 kW pro TX) bestehend aus den UKW-Standorten dürften mE eine gute Versorgung gewährleisten.

von Staumelder - am 31.12.2009 11:04
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