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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
frequenzfreak, radiohead, armer Zünder, Andreas W, Rolf, der Frequenzenfänger, alqaszar, dxbruelhart, Robert S., Main-Man, Neutraler Beobachter, UM 74, Ole

Radioempfang beim Wintersturm Lothar 1999

Startbeitrag von radiohead am 17.10.2003 07:55

Könnt ihr euch noch an den Sturm Lothar zwischen Weihnachten und Neujahr 1999 erinnern?

Damals waren ja bei mir in der Gegend einige Sender ausgefallen. Bei den Sendern Feldberg und Witthoh kam SWR 1 nur noch mit Aussetzern (Digitales Blubbern). Der Sender Rigi war am Abend sogar total ausgefallen. So weit ich mich erinnern kann, wurde dann für DRS 1 90.9 ein provisorischer Sender eingesetzt, der mit geringer Leistung nur in Mono sendete...

Ich glaube es ging sogar mehrere Tage, bis Rigi wieder auf allen Frequenzen sendete...

Zudem konnte ich beobachten, wie beim Fernsehen bei schwächeren einfallenden Sendern das Bild regelrecht an Qualität zu und abnahm...

Was habt ihr damals so für Beobachtungen gemacht während des Sturms?

Antworten:

In Baden-Württemberg, wo der Sturm sehr heftig gewütet hat, waren die Sender Langenbrand-105,2 (damals Antenne1) und Mühlacker-92,9 (SWR1) ausgefallen. Den genauen Zeitpunkt weiß ich leider nicht mehr, jedenfalls war SWR1 bald wieder da. Auf der 105,2 konnte ich dagegen den ganzen Tag über - wenn auch verrauscht - Rockland Radio aus Mainz hören.

von Main-Man - am 17.10.2003 08:01
@baumbeisser:
Was ich mich schon immer bei Stürmen fragte, ist, wo das stark schwankende Fernsehbild her rührt. Liegt es an der Antenne auf dem Dach, welche sich ständig durch den Wind bewegt? Oder liegt es an den Bäumen in der Umgebung, die durch ihre Bewegungen ständig wechselnde Reflexionsmuster und Dämpfungen erzeugen? Letzteres wohl definitiv, da man diese Schwankungen auch bei Zimmerantenneneinsatz bemerkt, wo ja die Antenen sich nicht bewegt.
Im Radio bemerkt man von Feldstärkeschwankungen ja weniger, aber im TV schwankt das Bild schon manchmal beträchtlich bei starkem Wind. Demzufolge dürften aber Bäume und Gebäude schon einen sehr großen Einfluß nehmen auf den Empfang. So hat man dann im Prinzip bei Laubbäumen sicher ganz unterschiedliche Bedingungen, wenn die kahl sind oder belaubt.



von Andreas W - am 17.10.2003 08:09
@ Andreas W

ich hatte damals das Fernsehbild mit einer Zimmerantenne getestet und somit wird wohl diese Erscheinung vermutlich schon durch die bewegenden Bäume verursacht...



von radiohead - am 17.10.2003 08:13
@jkr:
Mich wundert nur immer, wieviel das dann ausmacht. Die Schwankungen des sonst perfekten Signals können hier bei starkem Wind so weit gehen, dass zeitweise gar nix kommt. Das mit der stärkeren Abschwächung, je höher die Frequenz, merkt man ja auch beim DAB Empfang. Die eigentlich sehr viel höhere Reichweite der Sender wird durch lokale Gegebenheiten viel stärker beeinflußt als bei UKW. So hab ich dann bei UKW z.B. streckenweise keinen Empfang, aber an zum Sender hingerichteten Stellen guten Empfang, auch in Wäldern oder Bebauungen. Bei DAB dagegen hab ich irgendwie überall Empfang (auch an topographisch eigentlich ungünstiger gelegenen Punkten), aber dafür sehr viel stärker beeinflußt durch einzelne Wälder/Bäume/Häuser. Aber damits hier nicht mit DAB weitergeht, mach ich mal einen neuen Thread auf.



von Andreas W - am 17.10.2003 09:02
Die Sender vom Baden-Badener Merkur waren mehrere Tage weg,
da man aufgrund umgestürzter Bäume den Sender nichtmehr erreichte und wohl auch der Strom ausgefallen war.

von Neutraler Beobachter - am 17.10.2003 09:10
Ja, da war einiges los damals... die TV-Sender hier in der Region waren zeitweise fast alle weg. Donaueschingen-Fürstenberg war relativ schnell wieder on air, bei Ravensburg-Höchsten dauerte es einige Stunden. Bei beiden war offenbar aber nicht der Sender an sich ausgefallen, sondern die Modulationszuführung (es kam ein Testbild).
Den Rigi-Sender hat's damals wirklich heftig erwischt. Wie Baumbeisser schon geschrieben hat, ging nach stundenlangem Totalausfall die 90,9 in Mono wieder in Betrieb. Es könnte sich dabei um den Reservesender gehandelt haben, der in allen grösseren Schweizer Sendestandorten für den Kriegsfall bereit gehalten wird. Diese sind angeblich sogar atombombensicher...



von Rolf, der Frequenzenfänger - am 17.10.2003 16:43
an den sturm kann ich mich auch noch gut erinnern,nur leider hatte ich damals noch kein interesse am dx'en,also von daher hab ich da nicht drauf geachtet.



von Robert S. - am 17.10.2003 17:46
Hab damals mehr auf durch die Gegend fliegende Wellbleche,Dachziegel und Äste geachtet.Da konnte es einem mulmig werden...

von UM 74 - am 17.10.2003 18:54
Zwobot:

Wenn du im Sommer 2003 am Merkur warst, würde ich mit etwas Logik einen Zusammenhang etwaiger Schäden am Baumbestand mit einem Sturm, der Ende Dezember 1999 wütete, eigentlich ausschließen.

von Ole - am 17.10.2003 19:25
Ja, da war der Rigi während einer ganzen Woche ausgefallen; für DRS 1 90,9 wurde allerdings schon nach einem Tag ein Notsender eingeschaltet. Da konnte ich auf den ausgefallenen Frequenzen schon auch ausfefallenes hören; am interessantesten war die 96,6: Da ging mit Unterbrücken-Empfang die Wüste Welle aus Tübingen schwach, aber sauber; ausserdem ging scatternd, der Sender kam scatternd immer wieder, also man konnte das Programm schon recht gut verfolgen, DLF aus Leipzig! Nein, ständig war der nicht da, aber während einer Stunde war der doch so 40 Minuten da.
UKW Waldburg 91,2 und 94,9 war auch ausgefallen.

von dxbruelhart - am 18.10.2003 09:23
Also genau wenn die Bevölkerung evt. Infos am dringensten bräuchte, fallen die Sender aus. Es fragt sich also, wie die Sendeanstalten für solche Katastrophenfälle vorsorgen. In der Schweiz scheint es ja nun Reservesender zu geben.

Am Sender Langenberg gibt es einen großen Generator und einen großen Vorrat an Dieseltreibstoff. Dieser war wohl ursprünglich als Notversorgung für den starken MW-Sender auf 1593 gedacht. Zumindest die 99,2 von WDR 2 könnte man damit aber über Tage hinweg in betrieb halten, vorausgesetzt die Signalzuführung funktioniert.

Es müsste eigentlich auch noch Notfallpläne aus den Zeiten des Kalten Krieges geben, wie die Information der Bevölkerung im Kriegsfall hätte sichergestellt werden können.

von alqaszar - am 18.10.2003 10:30
> Autor: Neutraler Beobachter
> Datum: 17.10.2003 11:10

Also NEUTRAL sollte es hier im Forum eigentlich nicht geben. Entweder man ist bekennender Zünder oder eben das Gegenteil, Nichtzünder!

Schon Jesus hat gesagt: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich! :p
Also bekenne am besten Farbe!

von armer Zünder - am 18.10.2003 11:02
@Rolf:

Zitat

Es könnte sich dabei um den Reservesender gehandelt haben, der in allen grösseren Schweizer Sendestandorten für den Kriegsfall bereit gehalten wird. Diese sind angeblich sogar atombombensicher...
´

Oje.. an was denkt denn die Schweiz?? Extra Reserve-Sender für den Kriegsfall bereit halten. Das macht ja kein anderes Land, oder??.. sogar atombombensicher!
Repekt!!
Sind davon dann die Großsender (Rigi, Säntis, Basel, Les Ordons, Chasseral, La Dole...) betroffen?



von frequenzfreak - am 18.10.2003 11:14
Tja, auch die Schweiz hat damals nicht Farbe bekannt und ist einfach neutarl im Krieg geblieben, Deutschland hat sich ganz klar zum Zünden bekannt, nur hat leider der Zündstoff nicht ganz ausgereicht. Der Rest ist Geschichte...

von armer Zünder - am 18.10.2003 11:24
Bei Krieg, schätze ich, würde sowieso wieder mehr die MWs, LWs und KWs genutzt.



von frequenzfreak - am 18.10.2003 16:28
Du wirst es kaum glauben, im Krieg geht das sogar noch viel weiter runter, bis zu den Längstwellen, damit kann man den ganzen Erdball erfassen, praktisch überall hinzünden. :eek: Wichtig ist da auch die Verbindung mit den Kampf-Ubooten.

von armer Zünder - am 18.10.2003 16:37
frequenzfreak schrieb:

Zitat

Oje.. an was denkt denn die Schweiz?? Extra Reserve-Sender
für den Kriegsfall bereit halten. Das macht ja kein anderes
Land, oder??.. sogar atombombensicher!
Repekt!!
Sind davon dann die Großsender (Rigi, Säntis, Basel, Les
Ordons, Chasseral, La Dole...) betroffen?

Leider habe ich auch keine ganz genauen Informationen, schliesslich ist das ein Stück weit auch militärisches Geheimnis... Es ist jedoch davon auszugehen, dass es solche besonders gesicherten Reservesender an allen "strategisch wichtigen" Standorten gibt, so dass im Ernstfall eine Grundversorgung gewährleistet wäre. Diese ist, soviel ich weiss, sogar gesetzlich vorgeschrieben, da DRS1 im "Ernstfall" (Krieg, Umweltkatastrophen usw.) zur Information der Bevölkerung dient.



von Rolf, der Frequenzenfänger - am 18.10.2003 17:46
@Rolf, der Frequenzenfänger:

Das is ja echt interessant. Gab es so einen Ernstfall (in dem Fall natürlich nur als Umweltkatastrophe) schonmal??

@Zwobot:

Hast du zufällig ein Exemplar des "Volksempfängers"??? Mein DX-Kumbel aus Kappelrodeck hat noch so ein kleinen Transistor-Radio. Die sind echt stylisch!



von frequenzfreak - am 19.10.2003 15:00
ist es nicht so, dass für den Kriegsfall in der Schweiz die 87.5 für Notsendungen genutzt wird?



von radiohead - am 20.10.2003 06:08
@Zwobot:

Hast du deine "Empänger-Welt" eigentlich auf deiner HP?? Ich meine die Bilder?



von frequenzfreak - am 21.10.2003 11:52
Achja, stimmt. Den Thread "Eure Antennen und Radios" oder so ähnlich. Thank you for the Tip!



von frequenzfreak - am 22.10.2003 14:48
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