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Wird jetzt auch Mühlacker 576 kHz nachts abgeschaltet?

Startbeitrag von Manager. am 07.09.2010 17:20

Erst wird die nur wenige km entfernte MW 711 kHz auf DRM umgestellt und damit für mich unbrauchbar. Und seit Monatsbeginn schweigt jetzt auch noch Mühlacker 576 kHz in der Nacht.

Zitat
www.swr.de
Die Betriebszeiten der MW Mühlacker 576 kHz, Freiburg-Lehen 828 kHz, Bodenseesender 666 kHz sowie Baden-Baden 1485 kHz sind wie folgt:

Montag - Freitag von 05.00 - 23.00 Uhr,
Samstag und Sonntag von 07.00 - 23.00 Uhr.


---> http://www.swr.de/frequenzen/-/id=3786/mrfxfv/index.html

Zu Hause ist mir das egal. Da höre ich SWR Cont.Ra über DAB. Aber wenn ich nachts mit dem Auto unterwegs bin, hör(t)e ich oft mdr Info (via cont.Ra) über Mühlacker 576 kHz. Naja - muss ich halt jetzt den Rheinsender 1017 kHz einschalten, um mdr Info hören zu können.


Und so verschwindet ein MW-Sender nach dem anderen von der Frequenzskala. :-(


EDIT: Schlagzeile aktualisiert

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Jetzt wird auch Mühlacker 576 kHz nachts abgeschaltet

Zitat : " Was bezweckt der SWR mit... "

Hallo Radiofreunde,

Villeicht mal nachfragen.
Ich habe hier Zu Hause Sat Empfang für SWR Contra. Mobil dann die 666 Khz oder während der
Dunkelheit die 1017 khz. Oder eben DAB. Ich höre öffters am Abend die 23 Uhr Nachrichten wenn
dann MDR Info drauf ist bzw. Frühmorgens als aller Erstes MDR Info als Weckruf auf DAB.
Mein Voriger Radiowecker hatte noch MW aber der ist nach über 20 Jahren kaputtgegangen.
MfG Det.

von RADIO354 - am 07.09.2010 17:58

Re: Jetzt wird auch Mühlacker 576 kHz nachts abgeschaltet

Die hohen Stromkosten der Mittelwellensender scheinen den Rundfunkanstalten ernsthaftes Kopfzerbrechen zu bereiten. Anlagen mit nennenswertem Antennengewinn lassen sich leider nicht realistisch bauen, entsprechend leistungsstark müssen die Sender sein. Daher kann ich die Nachtabschaltungen schon ein wenig nachvollziehen... So ärgerlich es auch insbesondere dort ist, wo nachts keine Wortsender mehr auf UKW zu hören sind (was aber wiederum auch ein Defizit der Anstalten ist).

Ich fürchte allerdings, dass auch das DRadio bald anfangen wird, an den AM-Bändern zu sparen. Egal ob DAB(+) nochmal aus dem Koma erwacht oder nicht.
Und auch der WDR wird möglicherweise bemerken, dass er dem nächtlichen Versenden der Popnacht auf Mittelwelle keine besonders hohe Priorität beimisst.

von Thomas R. - am 07.09.2010 21:42

Re: Jetzt wird auch Mühlacker 576 kHz nachts abgeschaltet

Natürlich ist das Versorgungsgebiet bei Dunkelheit größer. Aber gerade die günstigeren Low Power Sender auch bis 20 KW werden ja oft überlagert. Aber bei Tagbetrieb ist die Reichweite der Mittelwelle nicht sonderlich größer, wenn man wiegesagt rein nach den Kosten geht, aber das ist ja heutzutage entscheidend. Würde man sich endlich von der analogen Satausstrahlung verabschieden, dann müssten die Landesrundfunkanstalten auch nicht so sparen. Man sollte sich auch mal überlegen, ob wirklich jede Popwelle oder Schlagerprogramm ihr eigenes Nachtprogramm braucht

Der Vergleich hinkt selbstverständlich etwas, da man bei UKW Sendern einen größeren Antennengewinn hat.

von Marcus. - am 07.09.2010 23:31

Re: Jetzt wird auch Mühlacker 576 kHz nachts abgeschaltet

@ Marcus.: Aus genau diesem Grund hatten viele Anstalten ja nachts MDR Info uebernommen. Einerseits hat man damit ein reaktionsfaehiges Wort- und Nachrichtenprogramm, das auch auf aktuelle Gegebenheiten reagieren kann - waehrend anderenorts kein Sprecher mehr verfuegbar ist und die Automatisierung i. d. R. bis 5 Uhr unermuedlich durchnudelt.

Insbesondere bei mangelhafter Versorgung mit dem eigenen Nachrichtenprogramm der zustaendigen Anstalt auf UKW koennte man auf MW zumindest mit der Tagreichweite schon einiges anstellen. 20 kW reichen trotzdem recht weit und duerften von den Energiekosten her bezahlbar bleiben. Nachts ist man bei starken Gleichkanalbelegungen damit aber oftmals nur noch in Sichtweite des Senders zu hoeren.

von PowerAM - am 08.09.2010 05:26
@ Marcus.

Zitat

Eigentlich sagt man doch, dass man weniger Leistung für einen mW Sender braucht, als über UKW.


In der Praxis braucht man bei Mittelwellensendern eine höhere Leistung als bei einem UKW-Sender um ein bestimmtes Gebiet zuverlässig zu versorgen. Eben aufgrund der höheren Störanfälligkeit der Amplitudenmodulation und der Gleichkanalstörungen nachts. Hinzu kommt, daß bei einem Mittelwellensender bedingt durch seine großen Antennenmaße bestenfalls die Senderausgangsleistung über die Antenne abgegeben wird (ERP = TRP) während man bei UKW durch das Stocken der (deutlich kleineren) Antennen die HF bündeln und die Sendeleistung scheinbar vervielfachen kann (ERP = 10 x TRP, bei Großsendeanlagen).



@ Marcus.

Zitat

Würde man sich endlich von der analogen Satausstrahlung verabschieden, dann müssten die Landesrundfunkanstalten auch nicht so sparen.


Ich glaube, es wird wohl noch bedeutend mehr analoge Satzuschauer als Mittelwellenhörer geben.


Zitat

Man sollte sich auch mal überlegen, ob wirklich jede Popwelle oder Schlagerprogramm ihr eigenes Nachtprogramm braucht


Ich würde sogar soweit gehen und zumindest die Radiosender mit einem sehr geringen Marktanteil (eben die ganzen Kultursender) mit dem Deutschlandradio Köln und dem Deutschlandradio Berlin zum Deutschlandradio zu fusionieren. Die Klassiksender könnte man auch zusammenfassen.


von Kay B - am 08.09.2010 08:39
OT: Es gibt Sender, die könnte man aufgrund von fehlendem Regionalinhalt (bzw. national Interessanten Regionalinhalts) zusammenlegen, allen vorran die Klassikwellen und Klassikdudler (NDR Kultur, MDR Figaro, KulturRadio und BR-Klassik, letzterer NICHT als Klassikdudler). Dazunehmen könnte man noch WDR 3, da man noch WDR 5 als Kulturprogramm hat. SWR2 könnte mit SR2 zusammenarbeiten, bzw überwiegend fusioniert werden. Warum braucht das Saarland einen eigenen Kultursender, BW bekommt aber keinen eigenen.

DKultur und DLF zum Deutschlandradio zusammenlegen, mit einem anspruchsvollen Vollprogramm aus Wort und Musik. Damit könnte man schonmal viele MW-Sender einsparen.

Etwas mehr on-topic: Der SWR hat das Problem, dass zwei seiner Programme nicht wirklich empfangbar sind. DasDing hat schon einige Funzeln, Cont.Ra die MW und eine Funzel in Stuggi. Mal eine Frage an die Ortskundigen: Welche Sender sind nach der Fusion von SWF und SDR überflüssig bzw könnten an DasDing und Cont.Ra abgegeben werden?

von Japhi - am 08.09.2010 15:22
Zitat
Japhi
Etwas mehr on-topic: Der SWR hat das Problem, dass zwei seiner Programme nicht wirklich empfangbar sind. DasDing hat schon einige Funzeln, Cont.Ra die MW und eine Funzel in Stuggi. Mal eine Frage an die Ortskundigen: Welche Sender sind nach der Fusion von SWF und SDR überflüssig bzw könnten an DasDing und Cont.Ra abgegeben werden?

92,9 Langenbrand könnte für Dasding hergenommen werden, allerdings müsste man dann für SWR1 BW eine Funzel in Pforzheim aufschalten,
da hier weder Stuttgart noch Hornisgrinde oder Heidelberg perfekt ankommen, daher haben auch SWR2 und 3 Funzeln hier.

von Fischer's Fritz - am 08.09.2010 15:29
Zitat
Japhi
Welche Sender sind nach der Fusion von SWF und SDR überflüssig bzw könnten an DasDing und Cont.Ra abgegeben werden?

Auch wenn's nix mit der Mittelwelle zu tun hat, nutze ich natürlich gerne die Aufforderung, um meine öffentlich-rechtliche Zerobase Stuttgart wieder hochzuholen:

Frequenz Leistung Status quo neu
87,9 1 kW DKultur SWR cont.ra
90,1 100 kW SWR4 S'gart SWR4 S'gart
90,8 2 kW DasDing SWR2
91,5 0,3 W SWR cont.ra FH Europa oder privatisieren
92,2 100 kW SWR3 DasDing
93,1 0,2 W SWR2 SWR3
94,7 100 kW SWR1 BW DKultur
96,0 0,5 W DLF FH Europa oder privatisieren
99,6 0,5 W SWR1 BW SWR1 BW
105,7 80 kW SWR2 DLF


(Begründung: In der Region Stuttgart sind die SWR-Hauptprogramme problemlos über Umlandsender zu empfangen; für die Stadt Stuttgart reichen die Funzeln. Durch die Umbelegung könnten aber im Ballungsraum endlich auch DLF, DKultur, DasDing und cont.ra vernünftig empfangen werden.)

von freiwild - am 08.09.2010 17:21
Zitat
freiwild
Offenbar (hoffentlich!) war die Meldung nur ein Irrtum auf der SWR-Seite.

So sieht es wohl aus.

Der Hinweis auf die Mühlacker-Nachtabschaltung wurde heute wieder von der SWR-Homepage entfernt.
---> http://www.swr.de/frequenzen/-/id=3786/mrfxfv/index.html

Möglicherweise ist da doch etwas geplant und wurde nur zu früh online gestellt. Da sollten wir mal beim nächsten Monatswechsel (oder Jahreswechsel) aufpassen. ;)


Zitat
freiwild
Trotzdem würde ich davon abraten, dem SWR Bescheid zu geben. Nicht, dass am Ende die Abschaltung der 576 geltende Beschlusslage ist, die bloß vor Ort einfach nicht umgesetzt worden ist.

Nicht notwendig. Der beim SWR für diese Dinge Verantwortliche (viele Grüße an dieser Stelle :cheers: ) liest hier mit. ;)


Zitat
Kay B
Ich würde sogar soweit gehen und zumindest die Radiosender mit einem sehr geringen Marktanteil (eben die ganzen Kultursender) mit dem Deutschlandradio Köln und dem Deutschlandradio Berlin zum Deutschlandradio zu fusionieren. Die Klassiksender könnte man auch zusammenfassen.

Kannst ja gleich die vollständige Abschaltung fordern, wenn dich diese Programme nicht interessieren. Wäre jedenfalls ehrlicher. ;)


Zitat
Japhi
DKultur und DLF zum Deutschlandradio zusammenlegen, mit einem anspruchsvollen Vollprogramm aus Wort und Musik. Damit könnte man schonmal viele MW-Sender einsparen.

DKultur hat doch nur einen MW-Sender in Berlin (DLF dort übrigens nicht) . Auf den anderen MW-Sendern läuft DLF. Wo ist jetzt die Einsparung? Zudem wäre es eine dumme Idee ein gemischtes Info-/Kultur-Programm zu senden. Davon gibt es ja bereits genügend.


Zitat
Fischer's Fritz
92,9 Langenbrand könnte für Dasding hergenommen werden, allerdings müsste man dann für SWR1 BW eine Funzel in Pforzheim aufschalten,
da hier weder Stuttgart noch Hornisgrinde oder Heidelberg perfekt ankommen, daher haben auch SWR2 und 3 Funzeln hier.

Ganz genau. Alles andere wurde bereits bei der Fusion ( -> Mannheimer Erklärung) oder in den Folgejahren umgewidmet.


Zitat
freiwild
(Begründung: In der Region Stuttgart sind die SWR-Hauptprogramme problemlos über Umlandsender zu empfangen; für die Stadt Stuttgart reichen die Funzeln. Durch die Umbelegung könnten aber im Ballungsraum endlich auch DLF, DKultur, DasDing und cont.ra vernünftig empfangen werden.)

Du hast es anscheinend immer noch nicht kapiert. Die Degerloch-Frequenzen sind nicht nur für Stuttgart und Umgebung zuständig, sondern auch für weiter entfernte Gebiete (u.a. auch für uns hier in Heilbronn). Dort würdest du aber wieder Füllsender aufstellen müssen, wenn dein Plan realisiert werden würde.


von Manager. - am 08.09.2010 17:50
Zitat
freiwild

Frequenz Leistung Status quo neu
87,9 1 kW DKultur SWR cont.ra
90,1 100 kW SWR4 S'gart SWR4 S'gart
90,8 2 kW DasDing SWR2
91,5 0,3 W SWR cont.ra FH Europa oder privatisieren
92,2 100 kW SWR3 DasDing
93,1 0,2 W SWR2 SWR3
94,7 100 kW SWR1 BW DKultur
96,0 0,5 W DLF FH Europa oder privatisieren
99,6 0,5 W SWR1 BW SWR1 BW
105,7 80 kW SWR2 DLF

Sorry, aber wie Manager bereits geschrieben hat, ist das purer Schwachsinn...
Stuttgart versorgt eben teilweise Franken, den Nordschwarzwald, wo Hornisgrinde und Heidelberg nicht gehen und Teile der Alb, wo Raichberg abgeschattet ist und die Hornisgrinde zu weit weg.

von Fischer's Fritz - am 08.09.2010 18:08
Zitat
Manager.
Du hast es anscheinend immer noch nicht kapiert.

Zitat
Fischer's Fritz
Sorry, aber wie Manager bereits geschrieben hat, ist das purer Schwachsinn...

Super, bei solch sachlicher, freundlicher und inhaltlich funderter Kritik macht das Debattieren und Ideen ausarbeiten ja richtig Spaß.

Zitat
Manager.
Die Degerloch-Frequenzen sind nicht nur für Stuttgart und Umgebung zuständig, sondern auch für weiter entfernte Gebiete (u.a. auch für uns hier in Heilbronn). Dort würdest du aber wieder Füllsender aufstellen müssen, wenn dein Plan realisiert werden würde.
Das hast Du beim letzten Mal auch schon geschrieben. Ich hab hier die offizielle Frequenzversorgungskarte des SDR von 1996 vorliegen. Dort wird tatsächlich für kleinere Teile der Landkreise Heilbronn und Neckar-Odenwald der Degerloch-Sender ausgewiesen. Nur kann man m.E. nicht ernsthaft mit der Versorgung von ein paar Dörfern in 50-80 km Entfernung begründen, warum man einem Ballungsraum mit über 3 Mio. Menschen vier von acht öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen, die für sie offiziell zuständig sind, und die auch von ihnen bezahlt werden, vorenthalten werden. Für Heilbronn würden übrigens im Fall einer Umstellung sofort zwei Funzeln für SWR1 und SWR3 frei.

Wenn der SWR dann tatsächlich in den paar Orten, wo tatsächlich außer den großen Stuttgartern nicht mehr geht, Funzeln aufstellen muss, ist das wesentlich sinnvoller, als wenn dies vom DRadio im viel größeren Stil gemacht werden müsste. Und selbst im Fall des Falles, wenn der SWR sich entschlösse, keine neuen Funzeln mehr aufzustellen, so könnte man vor Ort trotzdem mindestens genauso viele öffentlich-rechtliche UKW-Programme empfangen wie vorher, nur eben andere. (Auf deutsch: es ist eher zu rechtfertigen, 1000 Menschen SWR1 vorzuhalten, als 3 Mio. Menschen den DLF.)

Zitat
Fischer's Fritz
Stuttgart versorgt eben teilweise Franken, den Nordschwarzwald, wo Hornisgrinde und Heidelberg nicht gehen und Teile der Alb, wo Raichberg abgeschattet ist und die Hornisgrinde zu weit weg.
Für's SWF-Gebiet kann Degerloch gar nicht zuständig sein, denn bis 1998 musste es dort ja auch ohne gehen. Für den Nordschwarzwald finde ich in meiner Karte von 1996 nur kleine Einträge für das Nagolder/Calwer Gebiet, und das obwohl dort damals Raichberg und Hornisgrinde noch gar nicht berücksichtigt wurden. Im Bereich Schwäbischer Alb wird nur der Bereich Reutlingen/Metzingen Degerloch zugeordnet. Das ist ebenfalls ehemaliges SWF-Gebiet, also musste es auch hier früher möglich sein.

Man darf auch nicht übersehen, dass meine Karte nur ausweist, wo welcher Sender rechnerisch am besten geht, nicht welche Sender dort überhaupt gehen. Wenn also Metzigen in der Karte zu Stuttgart gehört, heißt das nur, dass dort der beste Empfang durch Stuttgart prognostiziert wird; nicht, dass dort der Raichberg nicht geht.

von freiwild - am 09.09.2010 10:53
Zitat
freiwild
Man darf auch nicht übersehen, dass meine Karte nur ausweist, wo welcher Sender rechnerisch am besten geht, nicht welche Sender dort überhaupt gehen. Wenn also Metzigen in der Karte zu Stuttgart gehört, heißt das nur, dass dort der beste Empfang durch Stuttgart prognostiziert wird; nicht, dass dort der Raichberg nicht geht.

Merkst du nicht gerade, dass du dir selbst widersprichst? Kennst du die Topografie in der Gegend überhaupt ausreichend, dass du so eine Behauptung aufstellen kannst?
Ich glaube nicht.

Sicherlich waren Hornisgrinde und Raichberg damals SWF-Sender, was aber nicht heißt, dass sie damals das Sendegebiet richtig versorgt haben! Frag beispielsweise mal RainerZ aus dem Forum.
Wohnt im ehemaligen SDR-Sendegebiet, ca. 20km vom Stuttgarter Sendemast entfernt und bekommt diesen durch Mehrwegempfang nur total verzerrt rein. Einzig allein der Raichberg liefert bei ihm störungsfreien Empfang, obwohl er streng genommen gar nicht mehr in seinem Versorgungsgebiet wohnt. Huch, Raichberg war ja ein SWF-Sender, und er wohnt im ehemaligen SDR-Gebiet, so ein scheiß! :rolleyes:

Anderes Beispiel:
Auf der A8 Karlsruhe-Stuttgart sind die Standorte Hornisgrinde, Heidelberg und Stuttgart stark gestört und wechseln sich gegenseitig ab. In Pforzheim ist sogar eine Funzel nötig, doch diese reicht auch nicht ewig. Jetzt willst du im eigentlichen Sendegebiet von Stuttgart den starken Sender abknipsen und mit Hornisgrinde und Heidelberg versorgen, welche nur gestört zu empfangen sind!? Die Leute, die in Mühlacker, Leonberg, Rutesheim usw. wohnen werdens dir danken!

von Fischer's Fritz - am 09.09.2010 12:33
Zitat
Fischer's Fritz
Merkst du nicht gerade, dass du dir selbst widersprichst?
Ne. Erklär's mir bitte, wo der Widerspruch sein soll. Oder hast Du mich falsch verstanden? Also: Ich habe eine Karte vom SDR, wo die einzelnen Regionen Baden-Württembergs unterschiedlich farbig angemalt sind, je nachdem, welcher SDR-Sender dort am stärksten einfällt. Der SWF-Teil BaWüs ist miteingezeichnet, nur durch eine dicke schwarze Linie vom SDR-Teil betrennt. Die Regionen, wo kein SDR-Sender stark genug einfällt (z.B. in Oberschwaben), sind weiß. Wenn dort also eine Region nicht mit Degerloch-Magenta bemalt ist, weiß ich also, dass Stuttgart dort für den SWR nicht nur verzicht ist, sondern noch nicht einmal erste Wahl. Umgekehrt kann man aber nicht behaupten, dass die Regionen, die Degerloch-magenta sind, Stuttgart wirklich für den SWR brauchen.

Zitat
Fischer's Fritz
Kennst du die Topografie in der Gegend überhaupt ausreichend, dass du so eine Behauptung aufstellen kannst? [...] Die Leute, die in Mühlacker, Leonberg, Rutesheim usw. wohnen werdens dir danken!
Ja, weil ich dort über 10 Jahre gelebt habe, und mich dort immer tierisch über die SWR-7t-fach-Versorgung bei gleichzeitiger DRadio-Unterversorgung aufgeregt habe.

von freiwild - am 09.09.2010 15:44
Zitat
freiwild
Ich hab hier die offizielle Frequenzversorgungskarte des SDR von 1996 vorliegen. Dort wird tatsächlich für kleinere Teile der Landkreise Heilbronn und Neckar-Odenwald der Degerloch-Sender ausgewiesen. Nur kann man m.E. nicht ernsthaft mit der Versorgung von ein paar Dörfern in 50-80 km Entfernung begründen, warum man einem Ballungsraum mit über 3 Mio. Menschen vier von acht öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen, die für sie offiziell zuständig sind, und die auch von ihnen bezahlt werden, vorenthalten werden.

Diese Versorgungskarten zeigen doch nur an welcher Sender ein Gebiet überwiegend versorgt. Nun sind wir aber nicht im Flachland, sondern leben in einem sehr hügeligen Landstrich. Und da erfolgt die tatsächliche Versorgung fast immer von mehreren Sendern. Hier in HN werden z.b. die östlichen Stadteile (= Westhänge) von Heidelberg, die westlichen Stadtteile (= Osthänge) von Waldenburg und der Rest aus Stuttgart versorgt. Im Remstal leisten dies Stuttgart und Aalen, im Filstal Stuttgart und Geislingen, im Enzkreis Heidelberg, Hornisgrinde und Stuttgart, usw.
Knipst du jetzt den 100 kW-Brenner in Degerloch aus, wird's in den vielen Tälern auf der nach Stuttgart zugewandten Seite dunkel.
Wie sich das auswirkt hat man ja schon "erfolgreich" im Zuge der SDR/SWF-Kooperation nach dem 01.01.91 getestet. Da hat man die 90,1 / 100 kW von SDR 2 an das neue S4 BaWü gegeben und S2 Kultur auf die 87,9 / 1 kW (zuvor SDR 4 Radio Stuttgart) geschoben. Die Folge waren einige geplante bzw. erfolgte Funzelaufschaltungen und massive Hörerproteste. Und das, obwohl dies nur ein Minderheitenprogramm war.

Im Übrigen ist deine Behauptung, dass 3 Millionen Hörern der Empfang von 4 der 8 öff.-rechtl. Programmen vorenthalten wird, natürlich falsch. DasDing (S-Degerloch 90,8, Mötzingen 90,5, Tübingen 97,3, Reutlingen 97,7) und DKultur (S-Degerloch 87,9, Heilbronn 97,3, Schwäbisch Gmünd 95,9, Geislingen 87,7, Pforzheim 95,2, Tübingen 99,4) sind in Stuttgart und Umgebung sehr wohl zu empfangen. Der DLF (S-Münster 96,0, Hornisgrinde 106,3, Heilbronn 91,3, Esslingen 96,7, Kirchheim/Teck 91,3, Ludwigsburg 94,1, Pforzheim 89,2, Tübingen 93,9, Weilheim 99,8) sowieso. Ausschließlich cont.Ra ist via S-Funkhaus nur in der Stuttgarter Innenstadt zu empfangen.
Nur weil dir das gerade in den Kram passt, solltest du nicht versuchen die Tatsachen zu verdrehen. ;)

Zitat
freiwild
Für Heilbronn würden übrigens im Fall einer Umstellung sofort zwei Funzeln für SWR1 und SWR3 frei.

Ich will hier aber nicht noch mehr Funzeln haben.



von Manager. - am 09.09.2010 18:22
OT:

@ Manager.

Zitat

Kannst ja gleich die vollständige Abschaltung fordern, wenn dich diese Programme nicht interessieren. Wäre jedenfalls ehrlicher. ;)


Interessieren tun mich die beiden Deutschlandradios sowie die Klassik- und Kultursender überhaupt nicht. Das gebe ich gerne offen zu. :p

Ich fordere aber nicht die Abschaltung, sondern nur die Fusion. Das soll nicht nur für die Klassik- und Kultursender, sondern auch die Dudelwellen gelten. Auch halte ich es für absoluten Quatsch, daß Rede Rundfunkanstalt ihre eigene Jugendwelle (DasDing, YouFM, N-Joy, on3radio...) etablieren und mit aller Gewalt noch irgendwie in das ohnehin schon überfüllte UKW-Sendernetz quetschen muß.

Meine Vorstellung für die öffentlich-rechtliche Rundfunkversorgung sieht so aus:
- ein deutschlandweites Klassik- und Kulturprogramm (die Fusion von Deutschlandfunk, Deutschlandradio, SWR2, Bayern 2...)
- eine deutschlandweite Dudelwelle (die Fusion von SWR 3, hr 3, Bayern 3...)
- eine deutschlandweite Seniorenwelle (die Fusion von SWR 4, hr 4, Bayern 1...), optional mit regionalen oder lokalen Auseinanderschaltungen
- eine deutschlandweite Jugendwelle (die Fusion von DasDing, YouFM, N-Joy, on3radio...)

- ein Radiosender im Versorgungsgebiet der jeweiligen Rundfunkanstalt mit einer Musikauswahl wie SWR 1 und hr 1 sowie regionalen Inhalten

- Und wenn die Mittelwelle unbedingt noch weiter betrieben werden soll, dann darauf ein deutschlandweites Infoprogramm (die Fusion von MDR Info, NDR Info, SWR contra, Bayern 5...).


von Kay B - am 09.09.2010 19:00
ob das Modell der BBC in D durchzusetzen ist, mag ich zu bezweifeln. Aber man sollte sich wirklich mal was einfallen lassen, ob man nicht DLF und DRK mehr schärft. Insbesondere Abends ist da kaum ein Unterscheid zu erkennen. Gerne auch in Kooperation und Zusammenlegung mit den Kultur oder Infowellen der Ländern. Leider sind die beiden Sendern ja praktisch unabhängig aufgebaut durch die Fusion etc. Man hätte durchaus den DRK flächendeckend auf UKW Verbreiten können und den DLF auf Mittelwelle + den Rest der Funzeln. So hat man zwei Flickenteppiche.

Das Ding war als Internetprojektgestartet und Contra ist ein MW Sender, die FUnzel in S ist nur Zugabe. Man sollte lieber die MW vor Streichungen schützen, anstatt weitere UKW Sender für Contra aufzuschalten.

von Marcus. - am 09.09.2010 19:18
Die Karten die freiwild meint, stammen von der SDR-Internetseite und sind mit etwas Glück und Geduld noch über den Internet Archiver aufzurufen:
Frequenzübersicht: http://web.archive.org/web/19961203233100/http://www.sdr.de/organisation/technik/hoerfunkfrequenzen.html

Senderkarte SDR 1: http://web.archive.org/web/19961114181755/www.sdr.de/organisation/technik/ukw-sdr1.html
Senderkarte S2 Kultur: http://web.archive.org/web/19961114181841/www.sdr.de/organisation/technik/ukw-sdr2.html (mit SWF-Sendern)
Senderkarte SDR 3: http://web.archive.org/web/19961114181646/www.sdr.de/organisation/technik/ukw-s3.html
Senderkarte S4 BW: http://web.archive.org/web/19961114181720/www.sdr.de/organisation/technik/ukw-s4.html (mit SWF-Sendern)
Und jetzt muss ich die Tabs mit der SDR-Homepage schnell wieder schließen, sonst werde ich melancholisch. Die gute alte Zeit... SDR 3 als ständiger schwacher DX-Empfang auf 99,9 MHz bei meinen Eltern... :)

Ich kann zur Situation vor Ort nichts sagen. Wenn ich jedoch von der Situation in der Eifel und dem Sauerland auf den Großraum Stuttgart schließe, muss ich Manager. und Fischers Fritz Recht geben. So sehr ich Euch eine gute Versorgung von DLF und Contra wünschen würde. Aber im (Mittel)gebirge empfängt man an vielen Orten weit entfernte Sender besser und vor allem verzerrungsfreier als so manchen Ortssender. Das kann einen immer wieder erstaunen.

von Thomas R. - am 09.09.2010 19:49
@ Kay B:
So öde kenne ich das aus Frankreich. Muss ich nicht haben.


Zitat
Marcus.
Aber man sollte sich wirklich mal was einfallen lassen, ob man nicht DLF und DRK mehr schärft. Insbesondere Abends ist da kaum ein Unterscheid zu erkennen.

Ja, das wäre wirklich wünschenswert.


@ Thomas R.:
Die Karten waren damals auch im SDR Magazin abgedruckt. Hab die Ausgabe griffbereit im Archiv. ;)

Zitat
Thomas R.
Und jetzt muss ich die Tabs mit der SDR-Homepage schnell wieder schließen, sonst werde ich melancholisch. Die gute alte Zeit...

Ja, das geht mir genauso. :(

von Manager. - am 09.09.2010 20:11
Zitat
Kay B
- ein deutschlandweites Klassik- und Kulturprogramm (die Fusion von Deutschlandfunk, Deutschlandradio, SWR2, Bayern 2...)
- eine deutschlandweite Dudelwelle (die Fusion von SWR 3, hr 3, Bayern 3...)
- eine deutschlandweite Seniorenwelle (die Fusion von SWR 4, hr 4, Bayern 1...), optional mit regionalen oder lokalen Auseinanderschaltungen
- eine deutschlandweite Jugendwelle (die Fusion von DasDing, YouFM, N-Joy, on3radio...)


Die vier Wellen sind schon ganz gut, folgende Ergänzungen/Vorschläge:

ARD Radio 1: Wort- und Informationswelle (wie DLF, WDR 5, Bayern 2 mit wenig Musikanteil und auführlichen Berichten aus allen Bereichen; jedoch kein "Newsdudler" wir MDR Info etc.)

ARD Radio 2: Kulturwelle (wie DKultur, NDR Kultur, WDR 3, RBB Kultur, SWR 2, SR 2, HR 2, BR 4)

ARD Radio 3: "Servicewelle" (wie RB 1, NDR 2, WDR 2, MDR Jump, HR 3, BR 3, SR 1, SWR 3)

ARD Radio 4: Heimatwelle (regionalisiert) (wie NDR 1, WDR 4, SWR 4, SR 3, HR 4, BR 1, MDR 1, RBB Antenne Brandenburg, RBB 88,8 Berlin)

ARD "FM5": (wie MDR Sputnik, BR on3radio, SWR DASDING, SR UnserDing, 1LIVE nach 20 Uhr)

ARD Radio Europa: Integrationswelle (Funkhaus Europa; mit fremdsprachigen Sendungen - UKW-Verbreitung nur in den Ballungsgebieten)

ARD Inforadio: "Newsdudler" (RBB Inforadio, MDR Info, BR 5 aktuell, NDR Info; Verbreitung über MW)

Alle Radioprogramme könnten als Gemeinschaftsprogramm produziert werden, wie das TV-Programm "Das Erste" es ja schon seit Anbeginn ist.

Dazu könnten auch Redundanzen im MW-Bereich beseitigt werden -- um den Bezug zum Threadtitel wieder herzustellen.

Für die ARD-Mittelwellenkette stünde beispielsweise folgendes Netz zur Verfügung (nur Hauptsender):

Hamburg 972 kHz, Bremen 936 kHz, Langenberg 1593 kHz; Heusweiler 1017 kHz (10 kW; statt 1179, Frankfurt/M. 594 kHz; Mühlacker 576 kHz; Bodensee 666 kHz; München 801 kHz; Nürnberg 1197 kHz (statt 801); Leipzig 783 kHz, Dresden 1044 kHz, Hoher Meißner 855 kHz (statt 594), Berlin 990 kHz.

Dazu kämen noch die "Füllsender".

Also ich sehe schon die Tränen in den Augen der AM-HF-Techniker der Funkhäuser, und man wird ja noch mal träumen dürfen...

von Alqaszar - am 09.09.2010 20:13
@ Marcus.

Zitat

Man sollte lieber die MW vor Streichungen schützen, anstatt weitere UKW Sender für Contra aufzuschalten.


Das ist ja das Problem. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben Zusatzprogramme für DAB- und für die Mittelwelle gestartet, müssen aber feststellen, daß beide Empfangswege kaum genutzt werden und wollen ihre Zusatzprogramme noch in das überfüllte UKW-Band einbinden um mehr Hörer zu erreichen und damit die Existenz dieser Zusatzprogramme zu rechtfertigen.


von Kay B - am 09.09.2010 20:17
Zitat
Marcus.
Man braucht sich aber nicht zu wundern, wenn die MW Programme nicht genutzt werden. Die Sendeleistung wird immer weiter reduziert.


Das ist ein ganz großes Problem! Als ich früher als Kind immer gerne die MW 576 aus Mühlacker hier gehört habe, war die weder Tag noch Nacht ein Problem. An meinem Pioneer F-443 reichte es aus den Finger hinten an die AM Antenne zu stecken und er zeigte mir SIGNAL: 4 von 9 an.

Heute bekomme ich die Anzeige Tagsüber trotz Rahmenantenne nicht mehr auf 7.

von electroSMOG - am 09.09.2010 20:42
@ Manager.

Zitat

So öde kenne ich das aus Frankreich. Muss ich nicht haben.


Schon klar, daß das nicht jedem gefällt. Aber es wäre bedeutend wirtschaftlicher als die Eigenbrödlerei jeder Rundfunkanstalt. Und genau da liegt der Fehler, eben daß unsere deutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht wirtschaftlich handeln müssen. Den Ausdruck "Fernsehbeamte", finde ich da höchst passend.

Ich gebe es offen zu, daß ich kein Freund unseres deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks bin. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an sich befürworte ich schon, da er die Aufgabe einer neutralen und ausgewogenen Berichterstattung hat. Diese Aufgabe läßt sich aber auch mit einem Fernsehprogramm und einem Hörfunkprogramm erfüllen.

Mir ist schon klar, daß ich mich mit meiner Ansicht hier bei einigen Leuten nicht gerade beliebt mache. Aber ich kann es einfach nicht abhaben, daß einem so eine Flut von öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Hörfunkprogrammen sowie Zusatzdiensten auf allen möglichen Übertragungswegen aufgezwungen wird und man dafür sowie zahlen soll. Da bin ich einfach zu liberal eingestellt (obwohl ich echt kein FDP-Wähler bin).



@ Marcus.

Zitat

Der Ansatz ist ja gar nicht mal so schlecht. Nur die Servicewellen müssen auch regionalisiert sein. Man denke nur an die Verkehrswellen. Ausserdem habe ich keine Lust mir Schlager reinzuziehen nur wenn ich regionale Information will.


Ja, eben so ein Programm wie SWR 1, hr 1 oder Bremen 1 für die regionalen Anteile. Quasi als Servicewelle.



@ Marcus.

Zitat

Man braucht sich aber nicht zu wundern, wenn die MW Programme nicht genutzt werden. Die Sendeleistung wird immer weiter reduziert.


Es ist einfach nunmal so, daß sich heute kaum noch jemand den Klang der Mittelwelle antut. Egal, wie hoch die Sendeleistung ist. Hier bei mir sendet MDR Info auf 882 kHz mit 20 KW und keiner hier kennt den Sender. Wenn ich jemandem mal die Mittelwellentaste seines Radios zeige, kommt meist folgende Reaktion: "Ey, das hört sich ja voll komisch an! Mach das weg!" oder "Ey, was soll das? Du hast mein Radio kaputt gemacht!"

Hinzu kommt, daß die Lang-, Mittel- und Kurzwelle durch die zunehmende Anzahl an Haushaltselektronik immer mehr gestört wird.


von Kay B - am 09.09.2010 20:59
Zitat
Manager.
@ Kay B:
@ Thomas R.:
Die Karten waren damals auch im SDR Magazin abgedruckt. Hab die Ausgabe griffbereit im Archiv. ;)


Stimmt genau, an die dachte ich auch und:die liegen bei mir auch noch gut verstaut :-) Allerdings diese Karten als "offizielle" Karten zu bezeichnen ... naja. Aus diesem Grund habe ich öfters bei Nachfragen in der Sendertechnik nach sehr detailierten Senderreichweitenkarten die Antwort bekommen, dass dann viele Leute pingelig auf die Karte gucken würden und einen Versorgungsanspruch fast schon einklagen würden wollen ...

Wenn die 576 wirklich auch noch abgeschaltet werden würde, wenn auch jetzt nur nachts wäre das ein erster Weg zur endgültigen Abschaltung. Das hoffe ich nicht, denn bei Mühlacker ist ja auch schon die geschichtsträchtige Kurzwelle weg. Stehen die Kurzwellenantennen eigentlich noch in Mühlacker? Sonst würde es nämlich wirklich mal Sinn machen diesem Sender mal einen Besuch abzustatten ;-)

von Jens1978 - am 09.09.2010 21:37
Ich kann dem nicht so zustimmen, Cont.Ra bietet einfach die Möglichkeit, sich fast zu jederzeit innerhalb von 15 Minuten über das Neueste kurz zu informieren. Ich habe das oft auf dem Weg zu oder von der Arbeit laufen. Da es jedoch kaum sendegebietsbezogene Nachrichten sind, könnte das Programm durch ein anderes Newsprogramm ersetzt werden, bzw. dass alle ÖR Sendeanstalten ein gemeinsames Inforadio betreiben. Die Kosten sollten minimalst sein.

Ich bezweifle die Stromkostenersparnis in dieser Höhe, wenn gleichzeitig ein Haufen neue DAB+ Sender an den Start gehen. Sieht jetzt positiv aus, aber wenn DAB+ verwendet wird, sind die Kosten halt auch wieder da. Aber zumindest keine doppelten mehr. Wirklich Schade, dass es bei der MW keine Digitalisierungspläne gibt.

von CBS - am 16.12.2010 06:39
Schade. Sehr schade sogar. Genaugenommen ist es zum kotzen.
Die 576khz war in vielen Gebieten Baden Württembergs die einzige Möglichkeit, eine Bundestagsdebatte im Auto zu verfolgen. Die entsprechenden DLF-Frequenzen sind nicht überall empfangbar.

Ich als daran interessierter Gebührenzahler muß dann aber im Gegenzug eine flächendeckende Verbreitung eines weiteren DLR-Programmes im Stile von RAI GR Parlamento einfordern. Und nein: Eine wie auch immer geartete Digitalverbreitung eines solchen Programmangebotes ist KEINE Alternative, da entsprechende Empfangsgeräte nicht verfügbar sind.

von tulpengiesser - am 16.12.2010 10:28
Hmm, das wäre wirklich sehr schade, denn Mühlacker höre ich auch ganz gerne wenn ich mal Cont.Ra im Auto hören (neben dem Bodenseesender). Aber wie passt das denn zu der auf Seite 1 verlinkten Seite zusammen? Kann mir kaum vorstellen das erst ein neuer Sender installiert und dann abgeschaltet wird.

Allerdings gibt es meiner Ansicht nach die Gefahr, dass nach einiger Zeit die alleinige Nutzung der derzeit vom Rundfunk als primärer Nutzer zugewiesenen Frequenzbereiche ich sage nur neue Zweiklassengesellschaft die im Internet aufgebaut werden soll ... man ist halt auf andere angewiesen, bei Funkwellen nicht.

von Jens1978 - am 16.12.2010 10:46
Die Mittelwelle 575 und später 576 kHz war ja mein Heimatsender schlecht hin, da ich im Remstal aufgewachsen bin. Gut kann ich mich noch an die Zeit erinnern, als im Autoradio meiner Eltern immer SDR 1 aus Mühlacker eingestellt war, weil die 94,7 im Heimatort Schnait so verzerrt kam.
Oder an mein erstes Radio, mitte der 70er. Ein kleines Batterien-Radio mit Schlaufe dran. Es hatte nur Mittelwelle, kein UKW. Klar, dass da meist Mühlacker eingestellt war, bis dann das nächtliche scannen losging. ;) So verschwindet eben ein Stück Radio-Geschichte , die auch meine Kindheit mit prägte.
Aber wenn man sieht was sich seither alles geändert hatte, ist das eben auch absehbar und konsequent.
Überrascht bin ich lediglich, dass Cont.Ra gleich mit eingestellt wird, da es sich m.E. als Info-Radio auf DAB+ gut machen würde und Zukunft hätte.


von HeibelA - am 16.12.2010 12:01
Die Meldung der Pforzheimer Zeitung ist definitiv nicht korrekt!
Ich habe gerade mit einer sehr netten Dame von SWR Cont.Ra gesprochen und es sieht wie folgt aus:
- Der SWR wird seine Mittelwellensender bis Ende nächsten Jahres abschalten.
- SWR Cont.Ra bleibt bestehen und wird weiterhin über DAB bzw. später über DAB+ ausgestrahlt.

Das Ende der MW-Ausstrahlungen ist zum Einen eine Kostenfrage (Strom, Wartung...) und zum Anderen soll so DAB(+) gestärkt werden. Weiterhin scheint es mittelfristig notwendig zu sein, größere Arbeiten an den MW-Sendern durchzuführen.
Nach dem Scheitern der DRM-Technik in Europa besteht auch keine "Rechtfertigung" mehr, die Sender für viel Geld instand zu halten. Leider.

Ich habe zudem eine Sondersendung zur Geschichte der MW-Sender am Abschaltungstag angeregt - evtl. bekommen wir ja ein schönes Abschiedsgeschenk!

von oli84 - am 16.12.2010 12:39
Zitat
Spacelab
Dachte ichs mir doch dass das eine Ente ist mit der Cont.Ra einstellung


Wenn Cont.Ra erhalten bleibt, ist das grundsätzlich erfreulich. Allerdings senden sie dann faktisch unter Auschluss der Öffentlichkeit, im Gegensatz zu hr-info hat Cont.Ra keine UKW-Kette, die den Wegfall der Mittelwelle einigermaßen kompensieren könnte. Und bis DAB(+) serienmäßig in allen Neuwagen verfügbar ist, werden Jahre vergehen (sofern das überhaupt kommt).

Würde der SWR seinen Informationsauftrag wirklich ernst nehmen, müsste Cont.Ra die UKW-Frequenzen von DasDing erhalten und dieses ins Digitalradio abgeschoben werden. Aber der SWR braucht DasDing ja unbedingt um dem privaten bigFM Paroli zu bieten, folglich wird sich an der Situation nichts ändern :-(

von MainMan - am 16.12.2010 14:04
@ Jens1978

Das ist wirklich sehr komisch. Denn in dem Link wird ja geschrieben, daß der neue Sender in Mühlacker erst im Sommer diesen Jahres in Betrieb genommen wurde.

Möglicherweise war das noch eine Bestellung aus der Zeit bevor der SWR die Abschaltung der Mittelwelle kommen sah.



@ Peter Schwarz

Zitat

Der SWR könnte doch ein gemeinsames Infoprogramm mit dem BR machen, das wäre das Beste.


Wieso soll er es gerade mit dem BR machen? Dieser hängt ja nachts auch mit an MDR Info. Wenn schon eine Fusion, dann bitte mit allen Rundfunkanstalten Deutschlands.


von Kay B - am 16.12.2010 15:26
Mich würde es ja auch mal interessieren, was der SWR mit den vorhandenen Mittelwellensendeanlagen vor hat.


Mühlacker ist ja auch UKW-Standort bzw. für weitere UKW-Sender vorgesehen:

92,9 MHz mit 5 KW, rund, Antennenhöhe: 270 Meter; geplant: SWR1 BW --> Das müßte ja dann auf dem bestehenden Mittelwellenmast sein. Die Schmetterlingsantenne auf dem Mittelwellenmast ist aber schon länger drauf montiert.

95,7 MHz mit 2 KW, nach 20 bis 270° gerichtet, Antennenhöhe: 75 Meter; SWR4 KA --> Ist das der neue Gitterturm? Oder kommt dieser Sender doch über die Schmetterlingsantenne auf der Mastspitze des Mittelwellenmastes? Damit wäre aber keine Richtstrahlung möglich.

104,6 MHz mit 100 W, rund, Antennenhöhe: 129 Meter --> Wo soll die abgestrahlt werden? Über den neuen Gitterturm?

In einer Frequenztabelle von Schneider und Freyer vom Franzis-Verlag aus dem Jahr 1995 ist zudem die Frequenz 100,7 MHz mit 20 KW für Welle Fidelitas gelistet. Gab's die wirklich mal in Mühlacker oder war die nur koordiniert?

Die UKW-Antennenanlage auf dem neuen Gitterturm wäre mit 16 Doppeldipolfeldern für die UKW-Funzeln fast schon etwas überdimensioniert. Hat der SWR diesen neuen Gitterturm vielleicht schon als Ersatz für die UKW-Antenne auf dem Mittelwellenhauptmast geplant und die UKW-Antenne auf dem Gitterturm für höhere Leistungen als Ersatz für die niedrigere Antennenhöhe ausgelegt?


In Wolfsheim dürfte der jetzige Gitterturm mit der Reusenantenne für UKW weiter benutzt werden. Der noch verbliebene Mittelwellemast dürfte entgültig funktionslos werden.


Der Mast in Freiburg-Lehen wird schon seit längerem als Antennenträger für UKW mit benutzt und dürfte daher weiter bestehen.


Funktionslos dürften der Bodenseesender sowie die Sender Heilbronn-Obereisesheim und Ulm-Jungingen werden. Der Sender in Baden-Baden ist ja nun schon funktionslos. Entweder kommt da noch Mobilfunk hin oder die Stimme Russlands hat daran Interesse für ihre Ausstrahlungen.


von Kay B - am 16.12.2010 16:46
Zitat
Kay B
Der Sender in Baden-Baden ist ja nun schon funktionslos. Entweder kommt da noch Mobilfunk hin oder die Stimme Russlands hat daran Interesse für ihre Ausstrahlungen.

Von Leute, die es vermutlich wissen müssen, hörte ich vor ein paar Tagen noch, daß der Mast abgebaut werden wird. Der ist ja auch irgendwie sinnlos, die Reichweite dieses Senders war schon immer zu vernachlässigen...

Ansonsten halte ich die Abschaltpolitik des SWR für verkehrt.
Während man die UKW-Abschaltung offenbar "auf ewig" verschiebt, wird AM abgeschaltet, bevor man überhaupt die Alternative (DAB/DAB+) richtig aufgebaut hat. Gleichzeitig dürfte cont.ra allein nicht DAS Programm sein, das, analog zu DRS Musikwelle, einen Run auf DAB auslösen könnte.


von DH0GHU - am 16.12.2010 18:08
Zitat
Kay B
92,9 MHz mit 5 KW, rund, Antennenhöhe: 270 Meter; geplant: SWR1 BW --> Das müßte ja dann auf dem bestehenden Mittelwellenmast sein.

Ja.

Zitat
Kay B
Die Schmetterlingsantenne auf dem Mittelwellenmast ist aber schon länger drauf montiert.

Über die kamen früher SDR 4 Badenradio/RTL Radio 100,7; später Welle Fidelitas.

Zitat
Kay B
95,7 MHz mit 2 KW, nach 20 bis 270° gerichtet, Antennenhöhe: 75 Meter; SWR4 KA --> Ist das der neue Gitterturm?

Ja.

Zitat
Kay B
Oder kommt dieser Sender doch über die Schmetterlingsantenne auf der Mastspitze des Mittelwellenmastes? Damit wäre aber keine Richtstrahlung möglich

Nein, für diese Höhe ist die 95,7 nicht koordinierbar.

Zitat
Kay B
104,6 MHz mit 100 W, rund, Antennenhöhe: 129 Meter --> Wo soll die abgestrahlt werden? Über den neuen Gitterturm?

Die 104,6 stammt noch aus Genf '84 und war nie in Betrieb. Käme sie doch noch zum Einsatz, würde sie vom Gitterturm kommen.

Zitat
Kay B
In einer Frequenztabelle von Schneider und Freyer vom Franzis-Verlag aus dem Jahr 1995 ist zudem die Frequenz 100,7 MHz mit 20 KW für Welle Fidelitas gelistet. Gab's die wirklich mal in Mühlacker oder war die nur koordiniert?

Ja, die gab's. Bei Genf '84 wurden 20 kW koordiniert. Es wurde aber nur mit 5 kW gesendet.

Zur 100,7 in Mühlacker siehe auch --->
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,834135,839439#msg-839439


Zum eigentlichen Thema:
Schade - es kommt eine Beerdigung äh MW-Abschaltung nach der anderen. :-(



von Manager. - am 16.12.2010 18:18
@ Ulrich Hilsinger

Zitat

Während man die UKW-Abschaltung offenbar "auf ewig" verschiebt, wird AM abgeschaltet, bevor man überhaupt die Alternative (DAB/DAB+) richtig aufgebaut hat.


Es ist aber halt nunmal so, daß die Mittelwelle nur noch von einem Bruchteil der Hörer genutzt wird. Die UKW-Abschaltung muß man einfach verschieben, da das Ende der analogen Nutzung von UKW noch nicht absehbar ist.



@ Manager.

Ist eine Ausstrahlung von SWR1 BW über die Antenne des Mittelwellenhauptmastes vom SWR tatsächlich geplant? Ich finde es nur seltsam, daß sie in der FMLIST noch für Mühlacker als geplant drin steht, obwohl sie ja schon von Langenbrand ausgestrahlt wird.


Zitat

Über die kamen früher SDR 4 Badenradio/RTL Radio 100,7; später Welle Fidelitas.


Dann wäre die Schmetterlingsantenne auf dem Mittelwellenhauptmast im Moment also ungenutzt.


von Kay B - am 16.12.2010 19:12
Nanana, von dem 224-Meter-Masten wird nicht die Bleialf-Funzel gezündet. Die steht etwas unterhalb, am Südhang auf einem kleinen Masten (vielleicht 50 Meter hoch). Natürlich ist sie trotzdem überdimensioniert mit der Höhe. Wir haben sie noch in der Champagne in Frankreich empfangen! In Ostbelgien ist man aber tlw. dankbar für diese Funzel, ermöglicht sie doch den SWR-Genuss in einigen Käffern.

Gut, die 95.7 ist schon ne grössere Funzel, aber ihr zu versorgendes Gebiet ist nicht allzu groß. Pforzheim hat ja seine eigene SWR-Frequenz und Mühlacker wird eigentlich völlig zu unrecht mit Badenradio versorgt. Baden ist da nur samstagabends angesagt, denn Mühlacker ist doch immer noch, bitteschön, furchtlos und treues Württemberg!


von Peter Schwarz - am 17.12.2010 11:08
@ Manager.

Zitat

Die Schmetterlingsantenne ist seit der Verlagerung der 100,7 ohne Verwendung.


Danke für die Bestätigung. Ich nehme mal an, daß man die Schmetterlingsantenne auch deshalb draufgelassen hat, weil sie den Mittelwellenstrahler verlängert und ihn entsprechend angepaßt hatte.


Zitat

Bei der 92,9 war eine Zurück-Verlagerung an den eigenen (kostengünstigeren Standort) geplant.


Achso, also ist Langenbrand kein SWR-Standort. Was war denn damals der Grund für den Umzug der 92.9 nach Langenbrand?



@ Peter Schwarz

Zitat

Mal sehen, ob der SWR den Standort noch aufrecht erhält. Nur wegen der 95.7-Funzel? Da tut es auch was kleineres.


Dafür haben sie ja nun extra den neuen Gitterturm mit 16 UKW-Doppeldipolfeldern in 4 Ebenen gebaut.


Zitat

Ich wäre dafür, dass der SWR auf 92.9 ContRa ausstrahlt, wenn die 576 schweigt.


Wie soll das gehen, wenn SWR1 BW schon auf der 92.9 aus Langenbrand sendet? Oder meinst du, daß die 92.9 für SWR1 BW überflüssig ist?



@ dj_silver

Zitat

Wenn das so weitergeht, wird der BR die letzte öffentlich rechtliche Anstalt sein, die ein Programm auf Mittelwelle ausstrahlt, nämlich BRplus. Na gut, WDR, NDR und MDR dürften auch noch eine Weile auf MW bleiben.


Der MDR muß zudem ein Haufen Geld an Media & Broadcast für seine Mittelwellenausstrahlungen bezahlen. Die Doppelversorgung mit MDR Info hier in Südwestthüringen (UKW und Mittelwelle) läßt ahnen, daß der MDR seine Mittelwelle wohl auch aufgeben will.



@ Wiesbadener



Interessant. Mal ein Bürgermeister, der sich für eine Sendeanlage einsetzt. Für die Stimme Russlands dürften Mühlacker und die anderen SWR-Mittelwellensender tatsächlich interessant sein. Denn aus irgendeinem Grund sind die ja extrem scharf auf Mittelwellenausstrahlungen in Westeuropa.


von Kay B - am 17.12.2010 14:22
Rohrdorf ist m.W. auch Technik-Stützpunkt und Monitoring-Station für den Süden. Aber das lässt sich sicher anders organisieren, so dass man den Standort bestimmt auch aufgeben wird.

Die Stimme Russlands verstehe ich auch nicht so ganz: Einerseits werden aus Geldmangel Sprachdienste eingestellt und Senderstandorte stillgelegt. KW-Frequenzen mit grosser Reichweite bei moderaten Betriebskosten werden reduziert. Andererseits mietet man für viel Geld MW-Sender an, die aber kaum Hörer und Reichweite haben. Dazu produziert man Programme in einer Machart, die auch noch die letzten Hörer in die Flucht schlägt. Das spricht nicht gerade von der Sachkompetenz der Planer. Aber wie heisst es unzählige Male in jeder Sendestunde: "Die Stimme Russlands setzt Ihr Programm fort...". Wenn's dem Erhalt unserer MW-Sender dient, gerne.

von EmmWeh - am 19.12.2010 11:38
So positiv es ist, dass es jetzt doch klappen soll mit DAB/DAB+ in Deutschland, so kann ich es nicht verstehen, dass schon Ende 2011 Schluss sein soll mit den SWR-Mittelwellen. Denn bis dahin wird es auch nicht annähernd eine Marktdurchdringung mit neuen DAB-Radios geben. Wenn SWR cont.ra nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden soll, braucht es die MW-Frequenzen noch für ein paar Jahre. Geld gespart werden könnte ja dadurch, dass bspw. der Bodenseesender nur noch mit 50 kW oder sogar 20 kW betrieben wird, denn Mühlacker ist wirklich weitreichend zu emfpangen und der Bodensseesender könnte auf die Versorgung des Bodenseeraumes und Oberschwabens beschränkt werden.

Grundsätzlich hoffe ich ohnehin sehr, dass die Mittelwellentechnik, auch wenn sie veraltet sein mag, niemals völlig verschwindet. Solange es noch viele Millionen Radiogeräte gibt, darunter auch welche, die viele Jahrzehnte alt sind, die ein Mittelwellenteil haben, wünsche ich mir einfach noch Empfangsmöglichkeiten auf diesem traditionellen Wellenbereich.

von wolfgangF - am 19.12.2010 17:29
Zitat
wolfgangF
Grundsätzlich hoffe ich ohnehin sehr, dass die Mittelwellentechnik, auch wenn sie veraltet sein mag, niemals völlig verschwindet. Solange es noch viele Millionen Radiogeräte gibt, darunter auch welche, die viele Jahrzehnte alt sind, die ein Mittelwellenteil haben, wünsche ich mir einfach noch Empfangsmöglichkeiten auf diesem traditionellen Wellenbereich.


Ich gehe mal davon aus, dass die AFN-Sender die letzten in Deutschland sein werden, die die Mittelwelle verlassen.

von 101,4 - am 19.12.2010 19:21
Man könnte auch überlegen, ob man nicht alle Mittelwellen in der Nacht abschaltet. Natürlich ist das nicht begrüßenswert, aber immer noch besser nur tagsüber zu senden als gar nicht.
Als nächstes wäre zu überlegen, ob man vlt eine Mittelwelle opfert. Hier wäre sicherlich der Bodenseesender zuerst zu nennen.

Es gäbe wohl möglich eine lustige Konstellation, wenn SWR Contra über die MW abgeschaltet wird, aber über Antenne Saar noch zu empfangen ist.

Der SWR spart doch bald 12 Mio ¤ pro Jahr durch die Einstellung der analogen Programme auf Astra.

von Marcus. - am 26.12.2010 16:25
> ... immer noch besser nur tagsüber zu senden als gar nicht.
> ... Ausserdem würde man nicht so viel sparen bei der aktuellen Leistung.


Am meisten spart man eben, wenn man ganz abschaltet. Dann entfällt auch die Wartung der Sender und eventuell die der Antenne, wenn man die auch gleich "erdet".

Zur flächenmäßigen Versorung eines mittelgroßen Bundeslandes benötigt man auf MW grob 200 kW, auf UKW grob 10 Sender à 10 kW und einige Füllsender. UKW-Flächenversorgung ist nicht wirklich billiger als MW-Versorgung.

Bezieht man die Kosten aber auf die Anzahl der Hörer, sieht das Verhältnis heute ganz anders aus.

MW-Hörer (ich gehöre dazu) haben eben eine relativ kleine Lobby.

Bernhard


von Bernhard W - am 26.12.2010 17:43
Zitat
Marcus.
In wiefern überschneiden sich denn Mühlacker und der Rheinsender? In Stuttgart selbst hat man ja wieder die UKW VErsorgung.

SWR cont.ra auf UKW in Stuttgart reicht nicht weit.

Die Überlappung von Mühlacker und Rheinsender ist nicht sehr groß. In Mannheim sind beide fast gleich stark, aber in der Innenstadt (mit PLC und Straßenbahn) bereits zu schwach, um sie störungsfrei zu hören, ähnlich in Heidelberg. Dafür gab's früher den Sender in Dossenheim (nördlich von Heidelberg) auf 711 kHz .

Bernhard


von Bernhard W - am 26.12.2010 17:50
Zitat

Man könnte auch überlegen, ob man nicht alle Mittelwellen in der Nacht abschaltet. Natürlich ist das nicht begrüßenswert, aber immer noch besser nur tagsüber zu senden als gar nicht.


das ist aber auch falsch, denn gerade in den Abend/ Nachtstunden ist die Verbreitung ja optimal, wie wir wissen. Um Energie zu sparen, wäre es sinnvoll, während der Abend und Nachtsstunden die Sendeleistung zu reduzieren, da ja Raumwelle auch die Leistungsreduzierung gut ausgleicht.

von Radiopirat - am 26.12.2010 17:52
Zitat
ERP
Zitat

Man könnte auch überlegen, ob man nicht alle Mittelwellen in der Nacht abschaltet. Natürlich ist das nicht begrüßenswert, aber immer noch besser nur tagsüber zu senden als gar nicht.


das ist aber auch falsch, denn gerade in den Abend/ Nachtstunden ist die Verbreitung ja optimal, wie wir wissen. Um Energie zu sparen, wäre es sinnvoll, während der Abend und Nachtsstunden die Sendeleistung zu reduzieren, da ja Raumwelle auch die Leistungsreduzierung gut ausgleicht.

Genauso falsch! Weniger Leistung = mehr Störungen durch andere Sender auf der gleichen Frequenz. Nur mit einer starken Bodenwelle kann der saubere Empfang im Haupt-Zielgebiet auch nachts gewährleistet werden.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 26.12.2010 17:59
Zitat
SWR cont.ra auf UKW in Stuttgart reicht nicht weit.


Das ist mir klar. Nur braucht man dann in Stuttgart selbst, ja keine MW Versorgung.

Zitat
das ist aber auch falsch, denn gerade in den Abend/ Nachtstunden ist die Verbreitung ja optimal, wie wir wissen. Um Energie zu sparen, wäre es sinnvoll, während der Abend und Nachtsstunden die Sendeleistung zu reduzieren, da ja Raumwelle auch die Leistungsreduzierung gut ausgleicht.


Da der SWR bis auf den Rheinsender (1413 mal aussen) vor nur niedrige MW Frequenzen hat, ist die Raumwelle hier nicht so stark ausgeprägt, wie auf den klassischen Frequenzen 1593 oder auch früher 1566. Ungeachtet der technischen Gegenbenheiten, ist es doch ganz einfach so, dass in der Nacht weniger Radio gehört wird und wenn man kosten sparen muss, wäre dies die erste Option. Die SWR Sender sind eigentlich alle bis auf das Minimum schon zurückgefahren, sodass man eigentlich nicht noch mehr runterfahren kann. Es wäre vlt. sinnvoller gewesen sich schon früher von einer Mittelwelle zu trennen und dafür die Leistung nicht zu sehr nach unten zu fahren.

von Marcus. - am 26.12.2010 18:29
Also was ei MW Versorgung von Cont:Ra bei uns zw. Freiburg und Basel in den Abendstunden angeht, so muss ich leider sagen, dass man gerade jetzt zur dunklen Jahreszeit das Programm fast gar nicht richtig hören kann. Eine weitere Leistungsreduzierung wäre absolut kontraproduktiv.

Freiburg kann man nach Anbruch der Dunkelheit nur noch wirklich in Sendernähe brauchbar aufnehmen, schon auf halben Weg nach Basel ist es nur noch ein gematsche, selbiges gilt für den Rheinsender, ist noch schimmer dort, obwohl tagsüber noch ok, Mühlacker geht noch am ehesten, der Bodenseesender wird genauso wie Freiburg von Störungen überlagert.

Also wo die Bodenwelle nicht mehr geht kann man den Empfang vergessen. Freiburg versorgt mit seinen 10 kW tagsüber den südl. Oberrhein sehr gut, am Hochrhein übernimmt der Bodenseesender, Ab Offenburg tut es Mühlacker und der Rheinsender.

Am ehesten abschaltbar wäre Mühlacker, allerdings ist das der Sender, der nachts am wenigsten gestört wird. Fazit: Im Grunde ist kein Sender wirklich entbehrbar. Die Nachtabschaltung einiger Sender ist aufgrund der erheblichen Störungen vertretbar.

von CBS - am 26.12.2010 19:16
Zitat
ERP
@ Rolf: was wäre denn das Minimum an Sendeleistung für eine störungsfreie Versorgung?

Früher lief Rohrdorf meines Wissens mit 300 und Freiburg mit 40kW. Das wären sicher auch heute noch sinnvolle Werte.
Mühlacker hatte früher auch 300kW, wenn ich mich nicht täusche. Damals war der Sender auch hier in der Bodenseeregion noch sehr gut hörbar. Südfunk1 lief bis in die späten 80er-Jahre hinein sehr oft auf dem Küchenradio meiner Mutter (natürlich kein China-Brüllwürfel, sondern ein schönes ITT-Kofferradio). Heute ist Mühlacker selbst mit gutem Equipment nur noch deutlich verrauscht hörbar. Der Normalhörer tut sich das nicht mehr an.

Zitat
CBS
Mühlacker geht noch am ehesten, der Bodenseesender wird genauso wie Freiburg von Störungen überlagert.

Hier in Schaffhausen (ca. 50km Luftlinie von Rohrdorf) geht die Bodenwelle der 666 auch abends/nachts noch perfekt, aber wenn der Sender um 23 Uhr ausgeht, tummeln sich gleich mehrere andere Stationen auf dieser Frequenz. Wenn man die Leistung noch weiter herunterschrauben würde, wäre wohl auch hier kein störungsfreier Nachtempfang mehr möglich.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 26.12.2010 19:37
Die Sendeleistungen sind hier aufgeführt:

http://www.swr.de/frequenzen/radio/mittelwelle/-/id=3646/1yw1vsg/index.html

Die 10 kW hatte Freiburg definitiv schon in 2000. Früher waren es 40kW, wann die Leistung gedrosselt wurde weiss ich nicht mehr.

Mühlacker brachte mir früher auch den Spätzlesender SDR1 und zu Weihnachten immer die Knuddelgeschichten. Über UKW war das auch mit 7 Elemeten nicht machbar.

Mühlacker dürfte natürlich für NW-BW wichtig sein, Im Grunde kann man auf keinen Sender mehr verzichten.

von CBS - am 26.12.2010 20:29
Zitat
CBS
Die 10 kW hatte Freiburg definitiv schon in 2000. Früher waren es 40kW, wann die Leistung gedrosselt wurde weiss ich nicht mehr.

Die Leistung wurde Anfang der 90er Jahre reduziert. Bis dahin war Freiburg auf 828 kHz hier in Lörrach auch abends gut zu empfangen, seitdem muss man abends je nachdem zwischen 666 und 828 kHz wechseln, um einen halbwegs brauchbaren Empfang zu erhalten. Weniger Sendeleistung macht definitiv keinen Sinn. Ich höre gelegentlich SWR Cont.Ra auf diesem Weg, zuletzt mobil während den S21-Schlichtungsgesprächen.

73 de Uli

von ulionken - am 26.12.2010 21:05
Zitat
Heinz Schulz
Der Rheinsender in Wolfsheim hatte sogar einmal 600 kW
...und war Mitte der 80er Jahre mit guten Koffergeräten (das waren damals eigentlich alle) auch am Tage in Leipzig noch durchaus hörbar. Es war aber auch damals noch eine Welt ohne PCs, PLC, Schaltnetzteile und andere HF-Umweltverschmutzer. Mühlacker war leider durch die unsägliche Gleichkanalbelegung mit Schwerin-Wöbbelin nicht zu gebrauchen. Nachts ging dann auch der Bodenseesender sehr gut.

von dlf-fan - am 26.12.2010 21:24
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