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Neue Mittelwelle für NRW und Norddeutschland?

Startbeitrag von Max1 am 14.12.2010 15:33

DX-Aktuell schreibt:

Zitat

In Deutschland gibt es derzeit Bestrebungen verschiedener privater Veranstalter auf Mittelwelle aktiv zu werden. Während einige große Sendeanlagen derzeit ungenutzt sind und es auf absehbare Zeit vermutlich auch bleiben werden oder bereits demontiert wurden, könnte eine neue Mittelwellenfrequenz in Nordrhein-Westfalen noch in den nächsten Wochen aktiviert werden. Und das von einem für derartige Sendungen bisher nicht genutzten Sendestandort. Wie man aus Insiderkreisen munkeln hört, könne man, sobald das eisige Winterwetter nachlässt, schon mit ersten Testsendungen rechnen. Ein zweites Projekt in Norddeutschland befindet sich derweil ebenfalls in der Planungsphase.


Wieso muss ich an @#$%& denken?;)

Weiß jemand mehr?
Hier noch der Link: http://www.dxaktuell.de/


P.S. DX-Aktuell ist eine sehr gute Internetseite. Großes Lob an den/die Macher!

Die 50 interessantesten Antworten:

Wenn jemand tatsächlich noch über Mittelwelle auf Sendung gehen will, dann müßte er das wohl über eine eigene Sendeanlage tun, wenn das ganze noch irgendwie annähernd so etwas wie rentabel sein soll.

Denn bei den horrenden Preisen von Media & Broadcast wird sich ein Sender durch die Mittelwellenverbreitung alleine nicht finanzieren können.


von Kay B - am 14.12.2010 17:06
Man könnte ja die aktuell unbeliebten MW und DAB Frequenzen an die UKW AUsschreibungen koppeln.

Aber irgendwie kommt auf solchen Ideen in den LMAs niemand. Ob es jetzt ein Weitprogramm oder das selbe Programm sein muss bzw kann, sei jetzt mal dahingestellt.

z.b. UKW Stützfrequenz und flächendeckend auf DAB bzw die MW für die Gebiete wo es keine UKW Stützfrequenzen gibt.

von Marcus. - am 14.12.2010 17:29
Ausser einigen wenigen Radiofreaks hört heutzutage doch keiner mehr die Mittelwelle. So sind in der Vergangenheit etliche Projekte gescheitert wie z.B. Mega Radio oder Power 612. Allerdings könnte ein reines Wortformat (News, Talk, Sport, Fremdsprachen, Religiöses etc.) eine gewisse Hörerschicht an sich binden.

von Der Langenhagener - am 14.12.2010 20:19
Zitat
electroSMOG
Warum nicht gleich wie die Saudis... Nen großen fetten 1000 oder 2000 KW Mittelwellensender. Was ist denn mit der 1071 KHz. Die ist doch weitreichend frei?


Richtig. Und für den Raum Frankfurt ist z.B. die 1080 kHz schon lange koordiniert.

von DX OberTShausen - am 14.12.2010 21:00
Frag doch mal in Qatar an. Die Scheichs von der QIA kaufen und retten doch momentan alles mögliche Warum nicht mal die europäische MW retten? :rolleyes:
z.B. mit einem Al Jazeera Nachrichtenradio...

von iro - am 14.12.2010 21:32
Was ist eine theoretische Frequenz?

Wie betreibt man eine Frequenz, speziell eine theoretische Frequenz?

Was ist der Unterschied zwischen "eine Frequenz erlischt" und "eine Frequenz wird aufgegeben"?

Wie lautet die "Theorie", nach der eine aufgegebene Frequenz nicht sofort erlischt?



von hegi_ms - am 15.12.2010 08:33
Interessantes Projekt. Wobei ich mich frage, wie das mit der Reichweite aussehen wird.

Kurzwelle aus Kall mit wenig Leistung ist ok, den Rest erledigt die Ionosphäre. Aber auf Mittelwelle werdet ihr wohl schon ordentlich Dampf brauchen, um ansatzweise außerhalb der Eifel gehört zu werden. Da reichen paar kW wohl eher nicht, v.a. abends. Man hat bei Mega Radio gesehen, dass diese Funzeln v.a. nachts praktisch nicht zu gebrauchen waren. Trotzdem viel Erfolg bei eurem Projekt.



von Habakukk - am 15.12.2010 09:07
Interessant ist das ja allemal. Aber ob man damit so wirtschaftlich arbeiten kann das es einem den Essenstisch deckt glaube ich kaum. Da müsste man schon einen richtig dicken Mieter für die Frequenz finden der entsprechend Kohle locker macht. Aber dann muss natürlich auch die Reichweite stimmen.

von Spacelab - am 15.12.2010 09:22
Ok, I'll bite:
Zitat
hegi_ms
Was ist eine theoretische Frequenz?

Koordiniert, aber nicht in Betrieb.

Zitat
hegi_ms
Wie betreibt man eine Frequenz, speziell eine theoretische Frequenz?

Indem eine koordinierte Frequenz einem Nutzer zugeteilt wird.

Zitat
hegi_ms
Was ist der Unterschied zwischen "eine Frequenz erlischt" und "eine Frequenz wird aufgegeben"?

Aufgegeben: Nutzer gibt die Frequenz zurück, Koordinierung bleibt bestehen.

Zitat
hegi_ms
Wie lautet die "Theorie", nach der eine aufgegebene Frequenz nicht sofort erlischt?

Internationale Verträge.


von Nohab - am 15.12.2010 09:28
Zitat
702 wurde für technische Versuchssendungen per 01.12. für den Standort Kall von der BNetzA zugewiesen. Leider bescheidenes Wetter für die Antenneninstallation und Einmessprozeduren.


Das wäre wirklich mal ganz gut. Die Frage wird wirklich sein, weiweit man da aus der Eifel rauskommt. Ob es für die Versorgung des Ruhrgebietes reichen wird, muss man abwarten. Grundsäztlich finde ich die Idee aber nicht übel. Ein Oldieformat gibt es ja in NRW noch nicht, auch wenn WDR 4 jetzt verstärkt darauf setzt.

von zerobase now - am 15.12.2010 11:12
Eine völlig vergessene Marktlücke wäre ein Mittelwellensender mit Schellackplatten und alten Hörspielen, so wie das amerikanische 1920s Radio Network. Diese Platten sind schon bei der Aufnahme auf niedrige Bandbreiten optimiert worden, damit sie auch auf einem Radio, bzw. in einem Mittelwellenradio gut klingen. Diese Nische wird praktisch gar nicht bedient, abgesehen von den "Schellack-Schätzchen" auf WDR 4 einmal pro Woche um 21 Uhr, wo sich einige Hobbyisten sehr eigenwillig auf Bürgerfunkniveau austoben. Ich denke, dass es für diese Sparte weitaus mehr Hörer gibt als für so manches andere im Äther befindliche exotische Spartenprogramm.

von Bolivar diGriz - am 15.12.2010 12:13
Eine deutsche Auflage des niederländischen Radio 5, das wär es doch. Naja, gibt es ja fast: Oldiestar!
Deutsche und internationale Oldies. So ein Programm auf MW wär es. Aber R. 700 wird dort sicher auch seine Freunde finden...gerade wenn WDR4 jetzt zunehmend verjüngt wird.



von Peter Schwarz - am 15.12.2010 12:43
Zitat
Wiesbadener
Das angesprochene norddeutsche Projekt sollte ja auf Rügen laufen, aber hierfür gab es keinen Bewerber. Betriebsbereit ist aber AFAIK noch der Sender Kiel 612 kHz.


Das "norddeutsche Projekt" ist tatsächlich noch aktuell, aber eben auch nur in der Planungsphase. Drum gibt's dazu auch keine Informationen.
Der Sender Kiel ist nicht mehr betriebsbereit. Laut Informationen des Norddeutschen Rundfunks wurde der alte Siemens-Sender... ahem... weggebracht. Die Türme sind allerdings noch da.

von kielerförde - am 15.12.2010 13:55
Also ich weiß ja nicht, wer da künftig senden will, ich kann dem Veranstalter aber nur eins raten: Der dumpfe Klang auf Mittelwelle ist einfach nicht mehr zeitgemäß, schon gar nicht für ein Musikradio! :rolleyes:

Gebt das Geld lieber für eine Einspeisung in das Unitymedia-Kabel oder eine Ausstrahlung via Satellit aus, alles andere wäre meiner Meinung nach rausgeworfenes Geld, denn außer ein paar Nostalgiefreaks interessiert die Mittelwelle heutzutage kaum noch jemanden. ;)

Falls es sich um einen Veranstalter aus der Eifel handelt: In Kelmis steht seit der Abschaltung von RSK ein UKW-Sender ungenutzt herum: Dort wäre das Geld sinnvoller investiert, denn trotz der geringen Reichweite erreicht man damit immer noch mehr Hörer als über die amplitudenmodulierte Mittelwelle.
Ich würde überhaupt schon jetzt meine Fühler in Richtung DAB+ ausstrecken, um bei einem Testbouquet in NRW dabei zu sein, das wäre meines Erachtens eine wirklich zukunftsweisende Planung.

Mittelwelle war gestern; DAB+ ist die Zukunft!



von Internetradiofan - am 15.12.2010 14:52
Naja das man mit der Mittelwelle keine riesige Hörergruppe erreicht sollte demjenigen der darüber senden möchte schon klar sein. Mit entsprechender Werbung geht da zwar gewiss etwas mehr als über die Kurzwelle. Aber Millionen wird man damit nicht ans Radio fesseln können. Schon gar nicht mit den modernen AM Empfangsteilen die heutzutage überall verbaut werden. Da klingt nämlich jeder AM Sender wie ein Mülleimer und das Zuhören macht nicht so wirklich Spaß.

@MIL: Ich höre gleich mal rein wenn ich Zuhause bin. Hier über das Mobilfunknetz geht mal wieder gar nichts.

von Spacelab - am 15.12.2010 15:07
@MIL

Ganz meine Meinung. Ich höre fast ausschliesslich auf MW,LW und KW und das hin und wieder sehr gerne mit meinem alten Röhrenradio. Mit der richtigen Aufbereitung klingt AM wirklich gut. Ausserdem hat man mit einem MW-Sender eine ordentliche Reichweite, besonders jetzt in den Wintermonaten. Internetradio, Digitalradio usw. ist eine gute Sache nur diese Technik wird nie so zuverlässig sein.

von radiator - am 15.12.2010 16:09
@MIL: Wenn man die ganz billigen Radios nimmt, macht es tatsächlich nichts aus, ob Mittelwelle oder UKW eingeschaltet wird: In beiden Fällen ist der Klang Mist. :D

Sobald man jedoch gehobenere Ansprüche hat, sieht die Sache schon anders aus: Da ist der Unterschied gewaltig!

Ich kenne kaum noch jemanden aus meinem Bekanntenkreis, der auf Mittelwelle Radio hört. Früher war das anders, da war man froh, wenn man allabendlich auf 1440 KHz das englischsprachige Programm von Radio Luxembourg empfangen konnte oder SR1 Europawelle Saar auf 1422 KHz, denn es gab im Hinblick auf das Musikformat auf UKW keine Alternative: Die vier Programme des WDR waren noch schlechter als heute und eine Jugendwelle wie Einslive gab es damals noch nicht.

Zitat
MIL
Ob ich jetzt für ein neues Radiosystem DAB+ werben muss und dem Hörer beibringen muss, wie warum und wo ist viel aufwändiger als ein bewährtes System zu nutzen.

Die beste Werbung für DAB+ ist ein gutes Programm. ;)
Technisch gesehen sind dabei die Voraussetzungen in NRW hervorragend: Nirgendwo sonst in Europa herrscht nämlich derart viel Eintönigkeit und Langeweile wie auf UKW im bevölkerungsreichsten Bundesland. DAB+ hätte hier gute Startchancen, sofern nicht die LfM dies verhindert, aus Sorge, das Zweisäulenmodell könne durch eine Konkurrenz via DAB+ gefährdet werden (genau dies vermute ich sogar!).

Zitat
MIL
Die ganzen digitalen Techniken sind ein finanzielles Destster gerade für kleinere Anbieter. Bouquetzwang, Zwangsnutzung eines Netzbetreibers... Alles unbrauchbar um kalkulieren zu können.

Sicher ist da was Wahres dran, aber ich gehe dennoch einen Schritt weiter und behaupte: Nicht nur die Mittelwelle, auch UKW ist ein Auslaufmodell: UKW funktioniert nur dort gut, wo eine flächendeckende Versorgung nicht nötig ist (z.B. in Berlin oder Nürnberg). Anderfalls ist im UKW-Rundfunkband einfach nicht mehr Platz als für lediglich 6 bis 7 Ketten.
In NRW ist die Lage besonders dramatisch: Dort wo fast jeder Kreis bzw. kreisfreie Stadt einen eigenen Sender hat, gibt es noch weniger freie Frequenzen für zusätzliche Anbieter.
Man betrachte nur die USA: Dort existiert eine wirklich ausgezeichnete Vielfalt auf UKW und dennoch schafft es ein Anbieter wie XM Satellite Radio, sogar mit PayRadio via Satellit gewinnbringend zu arbeiten. So etwas müsste erst recht in Europa mit DAB+ gelingen können, vorausgesetzt man geht es richtig an, d.h. man schafft von Anfang an eine vernünftige Vielfalt. Nach einer Anfangsphase trägt sich das System dann schon von selbst. Nur wie gesagt: Man muss dem Hörer schon eine ausreichende Zahl an Spartensendern und damit einen echten Mehrwert bieten, sonst wird er kaum einen Sinn darin sehen, sich einen DAB+-Empfänger anzuschaffen. Genau daran ist ja das alte DAB gescheitert.

von Internetradiofan - am 15.12.2010 16:18
Der Erfolg des Satellitenradios in den USA hängt aber auch von der grauenhaften Qualität ab, welche die terrestrischen Radios oft liefern. Besonders die schier endlose Werbung, und das außerhalb der Metropolen dürftige Angebot an verschiedenen Formaten sowie die grassierende Talkeritis und Prayeritis auf der Mittelwelle sowie die im Vergleich zu Deutschland in vielen Teilen schlechte Versorgung mit AM und FM, machen den Erfolg von XM Radio & Co. aus.

Das ist nicht wirklich auf Deutschland zu übetragen, nicht einmal auf das viel kritisierte NRW (ich halte unser Angebot ja im Vergleich zu anderen Bundesländern außer Berlin eher vielfältiger, aber das ist eine andere Diskussion). Zudem kommt, dass man für das Satradio zahlen muss. Payradio aber ist in Deutschland außerhalb der automatisch freigeschalteten Musikkanäle bei Unitymedia & Co überhaupt nicht etabliert.

In diesem Sinne ist die Mittelwelle in der Tat eine geeignete Alternative, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das Signal muss stark genug sein, um sich auch in den Städten gegen den zunehmenden Störpegel durchsetzen zu können. Das anvisierte Publikum muss außerdem Zugriff auf Mittelwellenradios haben. Man erkennt, dass diese zweite Voraussetung für den allergrößten Teil der Bevölkerung gilt. Dass man mit Mobilgeräten nur UKW bekommt, relativiert dich durch die Tatsache, dass auf eben jenen Geräten zunehmend das mobile Internet Einzug hält.

MIttelwelle + Internet dürfte Stand heute ein viel attraktivere Alternative zu sein, als beispielsweise DAB/DAB+, das jetzt bereits seit 15 Jharen "demnächst" erfolgreich sein wird.

von Alqaszar - am 15.12.2010 17:15
Sind Mittelwelle und DAB (Plus) nebeneinander möglich? In den Niederlanden, oder England gibt es doch auch DAB (Plus) Sender UND Mittelwellensender.
Das Problem dürfte sein, dass die DAB Radios keine Mittelwelle haben. Aber bis die Brüllwürfel DAB haben, dürfte es auch noch dauern.

von Max1 - am 15.12.2010 17:26
Zitat

DAB+ und alles andere wird m.E. nicht funktionieren, wenn ich den Status Quo der auf UKW empfangbaren Sender nicht 1:1 abbilden kann. Und für diese relevante Frage haben wir seit 20 Jahren keine Antwort, ausser solche Schnappsideen, wie das L-Band.

In NRW kein SWR3 mehr? Was? Warum? Dafür ein neues Gerät?


Rein kapazitätsmäßig ist es imho gar kein Problem, das heutige UKW-Angebot in DAB abzubilden und noch ordentlich Programme dazu zu packen. Im Gegensatz zu den 90ern ist Band III jetzt richtig frei. Da braucht es auch kein L-Band mehr.

Was den Versorgungsbereich der diversen Programme angeht, so wird sich da im Einzelfall natürlich schon was verändern. Aber in NRW kein SWR3 - da sprechen die heutigen Plandaten zumindest eine andere Sprache. Zum Vergleich mal der Sender Linz:

Alter Plan 12A: 200 Watt Richtstrahlung, nach NRW sagenhafte 10 Watt
Neuer Plan 11A: 10kW Rundstrahlung

Wenn man das was bei der BNetzA als Frequenzkoordinierung heute zu finden ist, ansatzweise so realisiert, sehe ich überhaupt kein Problem, dass SWR3 auch bei DAB ungefähr in den heutigen UKW-Versorgungsgebieten gehen wird. Dass mit der alten Planung nix gehen konnte, ist ja nur offensichtlich. Ich denke aber, dass die Verantwortlichen aus diesen Fehlern gelernt haben.

Wo ich dir aber absolut recht gebe, das ist die Frage, wieviele Leute man tatsächlich erreicht und was das kostet. Da wird sich DAB auf längere Sicht absolut nicht rentieren. Wer gibt heute schon freiwillig Geld für neue Radios aus?

von Habakukk - am 15.12.2010 17:47
Zitat
alqaszar
Der Erfolg des Satellitenradios in den USA hängt aber auch von der grauenhaften Qualität ab, welche die terrestrischen Radios oft liefern.

Sorry, aber diese Einschätzung kann ich überhaupt nicht teilen. Auf das US-amerikanische Fernsehen mag dies sicher zutreffen, nicht jedoch auf den Rundfunk. Dieser ist wesentlich vielfältiger als in Europa und erst recht in Deutschland.

Folgende Stationen lassen sich in Deutschland mit einem US-Proxy oder VPN empfangen: http://www.cbsradio.com/stations/index.html - wenn ich mir anhöre, was dort gespielt wird, und es mit den Sendern bei uns vergleiche, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Natürlich sieht es in den ländlichen Regionen der USA etwas mau aus, aber das ist in einem so riesigen Land doch kein Wunder: Wieso soll man auch in fast oder ganz unbewohnten Gegenden einen UKW-Umsetzer hinstellen, mit dem man außer einer Hand voll Bewohnern und ein paar Autofahrern sowieso niemanden erreicht?

Zitat
Habakukk
Wer gibt heute schon freiwillig Geld für neue Radios aus?

Z.B. ich, sofern das Angebot eine echte Ergänzung zur Eintönigkeit auf UKW bietet. ;)

Zitat
MIL
Die Zeiten der grossen Bedeutung des Radios sind doch eh fast rum. Also, wozu neue Geräte kaufen, wenn wiederum gegen 90% der Leute glücklich sind mit dem Programmangebot, was sie haben?

Und weil ein großer Teil der Programmveranstalter genau so denkt, haben wir heute eine solche Ödness im Radio! :angry:
Um es mal etwas übertrieben zu formulieren: "Im Grunde genommen ist es egal, was wir senden, denn diejenigen, die Qualität wollen, haben doch sowieso alle einen tragbaren MP3-Player. Radio wird eh nur noch zur Hintergrundberieselung gehört."

Wenn ich Radio höre, dann höre ich auch wirklich zu!

Eine Hintergrundberieselung kann ich schon deshalb nicht leiden weil sie dazu führt, dass ich mich:

a) nicht auf die Arbeit konzentrieren kann, wenn ich durch Geräusche im Hintergrund abgelenkt werde;

b) es in unserer heutigen Zeit eh genug Lärm gibt.

Nicht nur die Qualität der Programme ist heute schlecht, sondern auch, - ja vorallem -, die Musik!

Dieser Aspekt wird leider hier im Forum kaum thematisiert.

Warum erhält MagicStar denn so gute Kritiken? - Weil dort fast nur 80er-Jahre-Mukke läuft!
Die Musik aus den heutigen Charts ist doch wirklich was für die Tonne: Ständig derselbe eintönige Rhythmus! Alle Titel klingen irgendwie gleich! :wall:
Noch bis in die späten 80er Jahre hinein war das anders. Ich habe mal Stücke von damals und heute gezielt im Hinblick auf den Rhythmus verglichen: Die Variationsbreite der Akkorde war in den 70er und 80er Jahren viel höher.
Wenn man in diesen Dekaden erfolgreich sein wollte, musste man ein echtes Talent haben und vorallem üben, üben und nochmals üben; auf die Technik konnte man sich nicht verlassen, nur auf Talent und Fleiß. Heute meint man, beides durch Technik ersetzen zu können.

Wo bleiben denn heute talentierte Stars und Bands wie die Beatles, die Rolling Stones, Led Zeppelin, Deep Purple, Bruce Springsteen, Pink Floyd, Spencer Davis Group, The Eagles, The Scorpions, Fleetwood Mac, 10cc, Foreigner, Abba, Michael Jackson, Prince, Tina Turner, Aretha Franklin, Kool & The Gang, KC and the Sunshine Band, Average White Band, a-ha, Dire Straits, Simple Minds, Talking Heads oder U2? - Nichts, aber auch gar nichts qualitativ vergleichbares gibt es heutzutage! :-(

von Internetradiofan - am 15.12.2010 21:39
Zitat
Internetradiofan
Natürlich sieht es in den ländlichen Regionen der USA etwas mau aus, aber das ist in einem so riesigen Land doch kein Wunder: Wieso soll man auch in fast oder ganz unbewohnten Gegenden einen UKW-Umsetzer hinstellen, mit dem man außer einer Hand voll Bewohnern und ein paar Autofahrern sowieso niemanden erreicht?


Genau das meine ich ja. In den Metropolen ist das Angebot gut, aber im halbwegs ländlichen Raum -- auch dicht besiedelten Gebieten in Neu England, ist es abseits von New York oder Boston eher grau. Das liegt daran, dass die größten Bevölkerungsschwerpunkte auch die meisten Frequenzen bekommen, was ja für die Struktur des amerikanischen Marktes sinnvoll.

Beispielsweise ist der "Bandscan", den DXPG in einem anderen Thread aus West Virginia postete, eher etwas mau. Jeweils ein bis zwei Stationen im Rock- und Country Bereich, dazu ein Kiss-Affiliate, das war es im Wesentlichen. Wenn denn die nächste Uni etwas weiter weg ist, gibt es meist nur religiöse Sender im "public"-Bereich.

Kein Vergleich zu meinem ziemlich provinziellem Wohnort hier in Westeuropa.

Und genau deswegen ist XM-Radio oder Sirius (haben die nicht fusioniert?) so erfolgreich.

Was ich mit der "grauenhaften Qualität" meine, ist, was ich bei vielen Mainstream-Sender bemerke: Sehr viel belangloses Gelaber, viel Werbung, Trailer für dieses und jenes -- da ist das deutsche oder niederländische Radio ein Weisenkind gegen, was den Mainstream-Bereich betrifft.

Das unmoderierte Satellitenradio ist dann wohl eine Wohltat.

von Alqaszar - am 16.12.2010 01:35
Zitat
Ich kenne kaum noch jemanden aus meinem Bekanntenkreis, der auf Mittelwelle Radio hört.


Kein Wunder, es gibt ja auch nichts was sich da noch lohnen würde. Als 10 Gold, Bremen 1, Arrow oder auch Radio Luxemburg noch auf AM sendeten, war noch ein gutes Angebot da. Mittlerweile ja mal wieder 10 Gold, aber das Signal ist hier in NRW auch ein bisschen dünn und so wirklich Spass macht es da nicht.
Radio 5 ist zwar gut empfangbar, aber es handelt sich ja nun nicht geade um einen reinen Musiksender.

von zerobase now - am 16.12.2010 07:40
Also ich kann nur sagen das hier noch auffallend oft MW gehört wird. Der Panik war gross als das gerücht rund ging das man Radio 7 (Religiöse Sender) statt Radio 5 auf 747kHz verbreiten wollte... Das sagt wohl genug! Auch der abschaltung von 10 Gold 1008kHz war ein grosser Schock. Ich kenne genug Haushalten wo tagsüber den KBW auf 1008kHz eingestellt war, ohne witz!

Früher war es hier auch attraktiver:

747kHz Radio5
1008kHz Radio 10 Gold
675kHz Arrow
891kHz Radio 538
1395kHz bigL

Jetzt:

747kHz Radio 5 > :spos:
1008kHz Groot Nieuws > :sneg:
675kHz Radio Maria :sneg:
1395kHz big L :spos:
828kHz Radio 10 Gold :spos: :spos:
1584kHz Radio Paradijs :spos: :spos: :spos:> Diesen Sender gönne ich auch ein guter Frequenz, was da lauft ist wirklich das wahre :spos:
1557kHz Magic Jazz Amsterdam :spos: :spos:
1611kHz Radio Waddenzee / Radio Seagull :spos:

von Jassy - am 16.12.2010 07:49
Zitat
MIL
Aaber: es wird keinesfalls dadurch gelöst, wenn wir auf einmal übertrieben gesprochen 200 Programme empfangen können. Denn die Masse macht nicht mehr Qualität aus.

Im Gegenteil, sie wird noch weiter sinken, weil die Werbeeinnahmen tendentiell sinken werden, da sich die Hörer auf mehr Programme verteilen und am Schluss ausser den öffentlich-rechtlichen keiner mehr Kohle hat, seinen Laden zu finanzieren.

Dem stimme ich zu 100% zu. Das ist auch genau das was ich immer versuche den ganzen Webradiojüngern hier im Forum beizubringen. Die glauben ja das Internetradio DER Heilsbringer und DIE Lösung für alle Probleme ist. Ich sage: wenn wir keinen örtlich begrenzten Rundfunk mehr haben sondern nur noch Internetradio fangen die Probleme erst richtig an.

Zitat
Jassy
Also ich kann nur sagen das hier noch auffallend oft MW gehört wird.

Das ist halt der Unterschied zwischen den einzelnen Ländern und deren Programmangebot. Bei euch gibts wenigstens noch etwas Auswahl. Bei uns gibts den DLF, den DLF und den DLF. Stellenweise kommt dann noch der Regionale Nachrichtendudler (zum Beispiel SWR Cont.Ra, MDR Info und Co) hinzu. Wegen dieser "Auswahl" sind die Leute auch irgendwann von der Mittelwelle abgewandert und es wird sehr sehr schwer sein diese wieder zurück zu bekommen. Wenn das überhaupt möglich ist. Wenn ich hier im Bekanntenkreis von Mittelwelle spreche kommt immer nur "Mittelwelle? Das ist doch das was klingt wie ein Telefon und immer uiuiui macht.". :rolleyes: Ich möchte jetzt hier nicht der Mittelwelle generell die Schuld geben. Zum größten Teil sind die Hörer selbst schuld. Da steht China Pressmüll herum der auf AM klingt wie ein rostiger Blecheimer und die AM Antenne liegt hinter dem Flachbildfernseher oder dem PC. :wall:

von Spacelab - am 16.12.2010 08:34
Ich bin mal gepannt wann es hier in Rhein-Main erste ernsthafte Interessenten zur Reaktivierung der Mittelwelle gibt: Die 594 ist schon frei, die 1017 folgt Ende 2011. Besonders erstere könnte schon mit 1 kW zentrale Bereiche des Rhein-Main-Raums ordentlich versorgen. Man müsste hierfür nur eine geeignete Sendeanlage inklusive Standort finden.

von Wiesbadener - am 16.12.2010 09:57
Zitat
Spacelab
Das ist halt der Unterschied zwischen den einzelnen Ländern und deren Programmangebot. Bei euch gibts wenigstens noch etwas Auswahl. Bei uns gibts den DLF, den DLF und den DLF. Stellenweise kommt dann noch der Regionale Nachrichtendudler (zum Beispiel SWR Cont.Ra, MDR Info und Co) hinzu. Wegen dieser "Auswahl" sind die Leute auch irgendwann von der Mittelwelle abgewandert und es wird sehr sehr schwer sein diese wieder zurück zu bekommen.

Ich glaube, das kann man so nicht sagen, denn es hat gerade in Deutschland eine Reihe von Projekten auf Mittelwelle gegeben, die allesamt einfach daran gescheitert sind, dass man nicht genügend Hörer hatte, was vorallem bei auf Werbeeinnahmen angewiesenen Privatsendern fatal ist; das beste Beispiel ist sicher Truckradio.
Daneben gab es in Schleswig-Holstein den Jugendsender "Delta Radio".
Als der NDR seinerzeit die Jugendwelle "N-Joy Radio" eröffnete, sendeten die auch auf Mittelwelle und hatten in Teilen NRWs ein ausgesprochen gutes Signal, gaben jedoch nach kurzer Zeit diesen Verbreitungsweg wieder auf. Ebenso MDR Sputnik und selbst der SR hat die 1422 KHz schon vor Jahren an den DLF abgegeben.
In Luxemburg sendet die 1440 KHz auch nur noch mit einem Bruchteil der Leistung von früher und kann deshalb selbst in Teilen NRWs auf diese Weise kaum noch empfangen werden (früher bekam man die 1440 tagsüber in ganz Deutschland mit gutem Signal rein).
Höchstens noch für Informationssender wie DLF und D-Radio Kultur (die sowieso von nur wenigen gehört werden :D) ist die Mittelwelle noch einigermaßen interessant, denn dort kommt es nicht so sehr auf den Klang an.

Um noch einmal auf das Beispiel USA zurückzukommen: Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, über einen Online-Tuner einen Bandscan auf Mittelwelle in New York zu machen.
Es handelte sich um den Sony XDRF1HD, siehe dazu folgenden Beitrag von Amazon:
Zitat
Amazon.com
Enjoy music the way it was meant to be heard with AM stations that can deliver FM sound quality and FM stations that sound like your favorite CDs.

Dort gibt es tatsächlich Stationen, die senden auf Mittelwelle in UKW-Qualität!
Durch die digitale Technik könnte die Mittelwelle wiederbelebt werden. Wenn die Leute feststellen: "Das klingt ja genauso gut wie UKW!" wären sie sicher bereit, mehr Mittelwellensender zu hören. ;)

von Internetradiofan - am 16.12.2010 10:05
HD-Radio würde genau die von MIL beschriebenen Nachteile ausschließen:

- die Programme sind analog auch mit normalen Radios empfangbar;

- kein Bouquetzwang;

- geringere Leistungen auf Mittelwelle, daher niedrigere Kosten bei guter Klangqualität.

Was ist daran so schlecht?


von Internetradiofan - am 16.12.2010 12:13
Delta Radio in S.- H. auf MW??? Nie und nimmer.
Das Programm, welches Internetradiofan meinte war "Power 612", das es immerhin schaffte, eine 2-Stunden-Musikschleife über Monate hinweg auszustrahlen und wegen diesem Verstoß gegen Lizenzauflagen zwangsabgeschaltet wurde.
Delta Radio sendet seit knapp 20 Jahren auf einer UKW-Kette in Schleswig-Holstein.

von Heinz Schulz - am 16.12.2010 13:27
Zitat
Internetradiofan
Daneben gab es in Schleswig-Holstein den Jugendsender "Delta Radio".
Als der NDR seinerzeit die Jugendwelle "N-Joy Radio" eröffnete, sendeten die auch auf Mittelwelle und hatten in Teilen NRWs ein ausgesprochen gutes Signal, gaben jedoch nach kurzer Zeit diesen Verbreitungsweg wieder auf.

Zitat
Heinz Schulz
Delta Radio in S.- H. auf MW??? Nie und nimmer.

So hatte ich das auch erst verstanden und dachte, Internetradiofan meint wohl Power 612 und wollte auch erst was dazu schreiben, nach Durchsicht Deiner historischen MW-Fq-Listen. Im letzten Moment hatte ich den Satz dann aber doch noch richtig verstanden... Er meinte natürlich, daß N-Joy Radio 1994 mal kurzzeitig auf der MW sendete!
=> http://forum.mysnip.de/read.php?8773,11716,page=2




von iro - am 16.12.2010 13:54
Zitat
Wiesbadener
Ich bin mal gepannt wann es hier in Rhein-Main erste ernsthafte Interessenten zur Reaktivierung der Mittelwelle gibt: Die 594 ist schon frei, die 1017 folgt Ende 2011. Besonders erstere könnte schon mit 1 kW zentrale Bereiche des Rhein-Main-Raums ordentlich versorgen. Man müsste hierfür nur eine geeignete Sendeanlage inklusive Standort finden.

_________________________________________________________________
Also so einen Sender wie kann man sicher mit überschaubarem Aufwand auf die Wiese stellen. Container mit Sender...HF über Paralellschwingkreis oder Stub auf eine (elektrisch verkürzte) Halbwellen-Schrägdrahtantenne und Erdung (Gegengewicht), ideal wäre eine Location mit guter Bodenleitfähigkeit :D


von radiator - am 16.12.2010 14:22
Zitat
Internetradiofan
Man betrachte nur die USA: Dort existiert eine wirklich ausgezeichnete Vielfalt auf UKW und dennoch schafft es ein Anbieter wie XM Satellite Radio, sogar mit PayRadio via Satellit gewinnbringend zu arbeiten. So etwas müsste erst recht in Europa mit DAB+ gelingen können, vorausgesetzt man geht es richtig an, d.h. man schafft von Anfang an eine vernünftige Vielfalt. Nach einer Anfangsphase trägt sich das System dann schon von selbst. Nur wie gesagt: Man muss dem Hörer schon eine ausreichende Zahl an Spartensendern und damit einen echten Mehrwert bieten, sonst wird er kaum einen Sinn darin sehen, sich einen DAB+-Empfänger anzuschaffen.


Spartensender alleine machen so ein Angebot noch nicht attraktiv, meiner Meinung nach. Es sollte - wenn auf Europa uebertragen - europaeische Sender beinhalten, damit meine ich niederlaendische, franzoesische, spanische etc. Programme, die dann auch in Deutschland ausgestrahlt werden. Das faende ich eine Bereicherung. Aber nicht neu erschaffene Spartenprogramme, mit denen man meint, den Geschmack der deutschen Hoerer zu treffen. In den USA werden ueber XM Satellite Radio auch franzoesischsprachige Programme aus Kanada ausgestrahlt und zahlreiche spanischsprachige / Latino-Kanaele, wobei letzteres vielleicht nicht mit der Naehe der Karibik oder Mexiko zu tun hat, sondern auf Grund der Bevoelkerungsstruktur.

Trotzdem, Europa gehoert auch medientechnisch irgendwann mal vereint, aber hie sind die Barrieren noch sehr gross.

Zitat
alqaszar
Das ist nicht wirklich auf Deutschland zu übetragen, nicht einmal auf das viel kritisierte NRW (ich halte unser Angebot ja im Vergleich zu anderen Bundesländern außer Berlin eher vielfältiger, aber das ist eine andere Diskussion). Zudem kommt, dass man für das Satradio zahlen muss. Payradio aber ist in Deutschland außerhalb der automatisch freigeschalteten Musikkanäle bei Unitymedia & Co überhaupt nicht etabliert.


Ich war seinerzeit einer der ersten DMX-Kunden mit einen TechniSat Astrastar AX1 (inklusive der Fernbedienung, die die Titel anzeigte), leider hat sich das System nicht gehalten, obwohl ich es klasse fand.

Ich hatte mir von ADR aber auch ein europaeisches Angebot versprochen, leider blieb es immer fast deutsch, von einigen Ausnahmen abgesehen. Ein wirklich europaeische Angebot gibt es erst seit DVB-S.



von Klaus Wegener - am 17.12.2010 09:54
Zitat
Wiesbadener
Ich bin mal gepannt wann es hier in Rhein-Main erste ernsthafte Interessenten zur Reaktivierung der Mittelwelle gibt: Die 594 ist schon frei, die 1017 folgt Ende 2011. Besonders erstere könnte schon mit 1 kW zentrale Bereiche des Rhein-Main-Raums ordentlich versorgen. Man müsste hierfür nur eine geeignete Sendeanlage inklusive Standort finden.

Da gab / gibt es ja auch noch die 1080 fürr Frankfurt / M. (geplanter Senderstandort wohl beim AFN 873 kHz), die sogar mal von der LPR-Hessen ausgeschrieben wurde und auf die sich Mega Radio und Country Star beworbrn hatten. Allerdings ging die nie im Betrieb. Frequenzen gibt es also auch für das Rhein-Main-Gebiet schon heute. Vielleicht sollte ich mich gerade ab heute (:angry:) da doch mal besonders drumkümmern!

von Eckhard. - am 17.12.2010 11:51
Zitat
MIL 
Und wie sollen sich dieser Sender rentieren? Wie soll die Kohle reinkommen um die Distribtionskosten und Urheberrechtsabgaben für ein deutschlandweites Programm zu finanzieren?


Die Programme gibt es doch schon: Radio 538, Maxima FM, Skyrock, Fun Radio - was auch immer. Anstatt diese nur im jeweiligen Heimatland zu verbreiten - koennte man sie doch auch europaweit verbreiten. Wobei ich - zugegebenermassen - nicht weiss, was hier fuer Urheberrechtsabgaben (fallen da ueberhaupt welche an? Beim Fernsehen ja, aber beim Radio?) und Distribtionskosten anfallen.

Publikum gibt es hierfuer bestimmt genug, mehr als fuer livische Programme. In Frankfurt am Main, wo ich aktuelle wohne, hoere ich sehr oft franzoesisch auf der Strasse, scheint hier viele Franzosen zu geben.

Frueher hatte unser Englisch-Lehrer immer gesagt: wir sollen froh sein, in NRW zu wohnen, hier koennen wir BFBS auf UKW in Stereo empfangen, also bitte liebe Schueler, nehmt die Gelegenheit wahr und hoert BFBS. Das foerdert Euer Englisch. Ich denke im Zuge der offenen Grenzen und des europaeischen Gedankens waere es foerdernswert, Programme der Nachbarlaender zu verbreiten. Aber vielleicht ist das nur ein Wunschgedanke von mir, der nicht rentabel ist. Wenn man sich das Kabel in NRW anguckt, hier wurden im Laufe der Jahre Belgier und Hollaender (die ich als qualitativ hochwertige Programme betrachte) von Sendern wie 9live und Home-Shopping Kanaelen vertrieben :sneg:

von Klaus Wegener - am 17.12.2010 12:52
Zitat
Klaus Wegener
Zitat
MIL 
Und wie sollen sich dieser Sender rentieren? Wie soll die Kohle reinkommen um die Distribtionskosten und Urheberrechtsabgaben für ein deutschlandweites Programm zu finanzieren?

Die Programme gibt es doch schon: Radio 538, Maxima FM, Skyrock, Fun Radio - was auch immer. Anstatt diese nur im jeweiligen Heimatland zu verbreiten - koennte man sie doch auch europaweit verbreiten. Wobei ich - zugegebenermassen - nicht weiss, was hier fuer Urheberrechtsabgaben (fallen da ueberhaupt welche an? Beim Fernsehen ja, aber beim Radio?) und Distribtionskosten anfallen.

Ich sage z.B. nur GEMA, GVL und VG Wort, denn für Deutschland bezahlen die von Dir genannten Sender dies bisher bestimmt nicht. An die notwendige Lizenzierung für eine Ausstrahlung in Deutschland wage ich schon garnicht zu erinnern.

von Eckhard. - am 17.12.2010 13:09
Die obengenannte Programme sind aber schon Europaweit FTA per SAT zu empfangen. Im falle von Radio 538 auch abends in einem sehr weiten umkreis auf Mittelwelle. Die Sender zahlen schon in die Heimatländer seine gebühren, sollten die dann in D nochmals zahlen weil die dort zu hören sind? Oder soll man in jedes Land seine gebühren bezahlen, auch wenns dann doppelt geht?

von Jassy - am 17.12.2010 13:16
Zitat
Klaus Wegener
Wenn man sich das Kabel in NRW anguckt, hier wurden im Laufe der Jahre Belgier und Hollaender (die ich als qualitativ hochwertige Programme betrachte) von Sendern wie 9live und Home-Shopping Kanaelen vertrieben :sneg:

Die wären gerne im Kabel geblieben, hätten dann jedoch, insbesondere für Sportübertragungen und Spielfilme, so hohe Kosten aufwenden müssen, dass eine weitere Verbreitung für diese Sender einfach unerschwinglich geworden wäre.

Soviel zum Thema Grenzenlose Medienfreiheit im digitalen Zeitalter. :rolleyes:


von Internetradiofan - am 17.12.2010 13:27
@ Eckhard.

Zitat

Da gab / gibt es ja auch noch die 1080 fürr Frankfurt / M. (geplanter Senderstandort wohl beim AFN 873 kHz), die sogar mal von der LPR-Hessen ausgeschrieben wurde und auf die sich Mega Radio und Country Star beworbrn hatten. Allerdings ging die nie im Betrieb. Frequenzen gibt es also auch für das Rhein-Main-Gebiet schon heute. Vielleicht sollte ich mich gerade ab heute (:angry:) da doch mal besonders drumkümmern!


Ich glaube, Polen hatte damals etwas gegen die Aufschaltung dieser Frequenz, obwohl die Leistung ja nur 5 KW oder so betragen sollte.

Ob bei der geringen Leistung eine Ausstrahlung aus Weißkirchen sinnvoll wäre und man damit in den Frankfurter Störnebel reinkommt ist zweifelhaft.


von Kay B - am 17.12.2010 14:05
Zitat
Kay B
Ich glaube, Polen hatte damals etwas gegen die Aufschaltung dieser Frequenz, obwohl die Leistung ja nur 5 KW oder so betragen sollte.
Ob bei der geringen Leistung eine Ausstrahlung aus Weißkirchen sinnvoll wäre und man damit in den Frankfurter Störnebel reinkommt ist zweifelhaft.

Sie war ausgeschrieben und damit vermutlich auch koordiniert. Ansonsten gilt = erst einmal haben und weg damit, alles andere eine Frage der Technik und der Finanzierungsmöglichkeiten. Zumindest bei Letzterem fehlen mir / uns momentan ohnehin noch praktikable Ideen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen .;-)

von Eckhard. - am 17.12.2010 17:21
@ Eckhard.

Zitat

Zumindest bei Letzterem fehlen mir / uns momentan ohnehin noch praktikable Ideen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen .;-)


Soll das heißen, daß ihr euch auf die Mittelwelle 1080 kHz beworben habt? Vielleicht rückt ja der SWR seinen Mittelwellenmast in Baden Baden raus. Der will diesen Sender wohl sowieso zurückbauen. Das ist so ein Universal-Gittermast, der aus ca. drei bis vier Meter langen Segmenten zusammengesetzt ist.

Das Teil sollte sich also problemlos zerlegen und mit einem Transponder abtransportieren lassen. Das Teil könnt ihr ja dann in einer feuchten Wiese neben dem Main wieder aufbauen. Ihr müßt euch dann nur noch was für das Erdnetz einfallen lassen. Da könnt ihr ja ein paar Stahldrähte radialförmig um den Antennenfußpunkt vergraben. :D


von Kay B - am 17.12.2010 19:00
@ MIL

Selbst der ganze Aufwand mit der Baugenehmigung wäre bestimmt immer noch billiger, als sich bei Media & Broadcast einzumieten. Denn will man mit 5 KW Frankfurt versorgen geht das aus Weißkirchen bestimmt nicht so toll. Also bliebe nur eine Langdrahtantenne vom Ginnheimer Spargel übrig.

Jetzt aber mal im Ernst. Gibt es wirklich konkrete Pläne, die Mittelwelle 1080 kHz in Frankfurt zu nutzen?


von Kay B - am 17.12.2010 19:30
@ MIL

Kann auch 1 KW sein, so genau weiß ich das nicht mehr. Jedenfalls ist es in einem Leistungsbereich, indem irgendwas billiges reicht. Die Holländer haben es in Trintelhaven ja auch hingekriegt, in einem unerschlossenen Gebiet einen Mittelwellensender hochzuziehen. Der Mastbau mit dem Erdnetz dürfte mit das anspruchvollste sein. Als Sendergebäude und Antennenhaus reicht ein Container, der auf einer großen Betonplatte steht. Die Energie kann ein Dieselgenerator liefern.

Ich kann es ja nicht verstehen, daß in Deutschland ein kommerzieller, aus Werbung finanzierter Sender ernsthaft über Mittelwelle senden will. Legt man aber die Preise von Media & Broadcast zugrunde, dann amortisieren sich selbst die hohen Investitionen für so einen Mittelwellensender vergleichbar schnell. Oder besser gesagt, die Überlebenschancen für einen auf Mittelwelle abstrahlenden Sender dürfte dann immer noch höher sein, als wenn er sich bei Media & Broadcast einmietet.


von Kay B - am 17.12.2010 19:51
Zitat
Spacelab
Also 500 Watt sind auch nachts verdammt wenig. Da bekommt der Ausdruck "Ortssender" eine ganz neue Bedeutung. :D


Ganz ehrlich: Tagsüber mit 5 KW kommt der Sender schon verdammt weit. Südlich sicher bis Heppenheim und nördlich vielleicht bis Marburg. Man muss sich nur mal die 100,2 MHz von planet anschauen. Klar ist das bei MW anders, aber so groß sind die Unterschiede nun auch wieder nicht. Voraussetzung wäre halt, dass der Senderstandort der Europaturm Ginnheim ist.
Dass es nachts nur 500 Watt sind, ist auch nicht so schlimm. Nachts werden sowieso nicht Viele zuhören und es gibt außerdem - selbst bei 5 KW - ausländische Störer. Trotzdem dürfte der Sender mit 500 Watt nachts weit kommen. Man muss dann nur die Störsender ausblenden.

EDIT: Bei den oben im Link angegebenen Koordinaten handelt es sich um den Europaturm Ginnheim. Habe es gerade mit Google Earth gecheckt.

von DX OberTShausen - am 18.12.2010 01:36
Zitat
Kay B
@ Eckhard.
Zitat

Zumindest bei Letzterem fehlen mir / uns momentan ohnehin noch praktikable Ideen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen .;-)

Soll das heißen, daß ihr euch auf die Mittelwelle 1080 kHz beworben habt?

Nein, nein. Aus Frankfurt/M dürften wir garnicht senden und da uns Werbung und Sponsoring verboten sind, könnten wir dies nach heutigem Stand alleine auch nicht finanzieren. Die rechtliche Seite lasse ich ohnehin mal ausser Betracht. Dies bedeutet aber nicht, dass man die weitere (u.a. technische) Entwicklung auch in diesem Wellenbereich aus den Augen lässt. Schliesslich muss man ja nach möglichen Alternativen für die ständigen, von ö-r Seite widersprochenen Empfangsverbesserungen durch Leistungs- / Diagrammveränderungen suchen. .:angry:

von Eckhard. - am 18.12.2010 10:38
@ rumpelstilzchen9

Zitat

Kinders ne ich finde es immer wieder schlimm....über 100Watt sind wir jenseits der Modelleisenbahn für große Kinder.
Zudem geht es nicht um Bastelberieb sondern um 24/7 Betrieb. Da helfen die Erfahrungen mit Fischer Technik und Märklin Metallbaukasten nicht weiter.
Auch so Dinge wie........ich hab da mal nen Sender, ja öh den haben wir umgebaut,,,,,,,,,,der macht jetzt richtig Power.......nö Meßprotokoll nö das braucht man doch nich.


So war das jetzt nicht gemeint. Ich wollte damit nur sagen, daß man auch mit bedeutend weniger Mitteln, als dies die Telekom getan hat, einen Sender aufbauen kann. Es muss nicht erschlossen sein, es muss keine redundant ausgelegte Sendeanlage sein und es muss auch kein massives Senderhäuschen mit Aufenthaltsbereich und Übernachtungsmöglichkeiten für das Personal sein. Die bestehenden Auflagen für den Sendebetrieb müssen natürlich eingehalten werden, keine Frage.

Aber wie billig (im Vergleich zu deutschen Sendeanlagen) es geht, sieht man ja in vielen Ländern der Welt. Eben zum Beispiel dieser Mittelwellensender in Trintelhaven. Ein paar Betonplatten, ein Mast ein paar Container und ein Dieselgenerator. Das als "Modelleisenbahn" zu bezeichnen, wäre echt daneben.



@ Wetterauer

Zitat

Tagsüber mit 5 KW kommt der Sender schon verdammt weit. Südlich sicher bis Heppenheim und nördlich vielleicht bis Marburg.


Da ein Sender möglichst viele Zuhörer erreichen will, sind Frankfurt und vielleicht noch Wiesbaden und Mainz wichtige Zielgebiete. Man muß sich also die Fragen stellen, ob 5 KW aus Weißkirchen bei dem Frankfurter Störnebel noch ausreichen um dort einen anhörbaren Empfang mit normalen Mittelwellenempfängern zu ermöglichen. Mit 500 Watt nachts kann man den Empfang aus Weißkirchen in Frankfurt bestimmt vergessen. Da würde ein billiger Draht vom Ginnheimer Spargel echt mehr bringen. Denn kann man dann wenigstens in Frankfurt auch nachts empfangen.


Zitat

Bei den oben im Link angegebenen Koordinaten handelt es sich um den Europaturm Ginnheim.


Dann wird man die Mittelwelle 1080 kHz wohl umkoordiniert haben. Denn eigentlich hatte man Weißkirchen als Senderstandort vorgesehen.


von Kay B - am 19.12.2010 01:45
Zitat
Kay B
Eben zum Beispiel dieser Mittelwellensender in Trintelhaven. Ein paar Betonplatten, ein Mast ein paar Container und ein Dieselgenerator.

Und der hat den Diesel auch nur, weil das Ding praktisch mitten im Meer steht.
Auf dem Festland wäre eine 6kV- oder 10kV-Zuführung zu realisieren,
was sicherlich billiger ist, als ständig Sprit nachzufüllen.


von Nohab - am 19.12.2010 19:01
Zitat
Kay B
@ MIL
Legt man aber die Preise von Media & Broadcast zugrunde, dann amortisieren sich selbst die hohen Investitionen für so einen Mittelwellensender vergleichbar schnell.

Naja, wenn ich mich nicht irre, ist es doch so:
Mietzahlungen an MB sind betriebliche Aufwendungen und wirken in vollem Umfang steuermindernd.
Ein eigener Sender mit Immobilien ist eine Investition und kann nur über einen relativ langen Zeitraum abgeschrieben werden. Betriebswirtschaftlich ist das "bäh", deshalb wird auch so gerne gemietet und geleast.
Auch Bankkredite werden nicht billiger bzw Bonitätsprüfergebnisse nicht besser, wenn der Anteil der schnell steuerbaren Kosten nicht hoch ist. Zumal ein Mittelwellensender im Pleite-Fall relativ schlecht zu Geld zu machen sein dürfte.

Klingt doof, ist aber leider so.

von DH0GHU - am 19.12.2010 20:29
@ MIL

Ein geiles Video! :spos:

Was sind das eigentlich für Geräte, die vor dem Sender stehen. Das Teil mit den roten 7-Segmentanzeigen ist ein Frequenzzähler. Ist das Teil darunter mit den grünen 7-Segmentanzeigen der Steuersender?


OT:

Habt ihr eigentlich auch die Schaltpläne für den Telefunken STEU 3130 oder den Telefunken S3150?

Mich würde mal der Aufbau interessieren und wie die damals die Frequenzstabilität hinbekommen haben.


von Kay B - am 11.01.2011 22:01
@ MIL

Zitat

Das ist die Frequenzdekade für den Träger als Ersatz für den Quartz.


Achso, bei dem Sender mußte man sich also noch einen Quarz für die Sendefrequenz anfertigen lassen. Wie alt ist denn das Teil?


Zitat

S3150 mit Garantie. Hier wurde die Frequenz mit 1/16 der Sendefrequenz generiert.
Beim SSTEU 3130 war es f/2-350kHz. Das Ding performed übrigens bei uns noch. Obs dazu ein Manual gibt müsste ich momentan mit einem klaren Jein beantworten.


Der Schaltplan für den S 3150 würde mich echt interessieren. Der für den S STEU 3130 natürlich auch, wenn du denn haben solltest. Könntest du mir bitte mal eine E-Mail schicken (Adresse steht im Profil).

Ist ja echt ein Ding, daß ein S STEU 3130 noch in Betrieb ist. :D


von Kay B - am 12.01.2011 01:52
wieder auf das Thema zurueckzukommen.

Gibts irgendwelche Neuigkeiten ueber moegliche Anbieter die sich fuer die MW interessieren?
Mir sebst fehlte bei allen Versuchen der in Frage kommenden Betrieber (Megaradio, Truckradio) ein artgerechtes Marketing, dass auf die gesamte Bevoelkerung zugeht. Dies fehlte komplett.

Was geschieht eigentlich mit der 738 in Stuttgart/Hirschlanden. Seit Truck Radio weg ist (Sommer 2008) grosses Schweigen im Walde.

Der SWR sowie diverse andere oeffentl.rechtliche Anbieter wollen ja ihr MW Programm entweder herunterfahren, oder ganz abdrehen. Was passiert mit den Frequenzen? Sind Ausschreibungen an private Anbieter vorgesehen?

von 102.1 - am 13.01.2011 15:43
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