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[OT] Harald Schmidt Show wird eingestellt

Startbeitrag von Andreas W am 08.12.2003 14:42

Kaum schaut man mal paar Wochen keinen Harald
Schmidt, passiert DAS:

http://de.news.yahoo.com/031208/12/3skw2.html

SCHADE!!!

Antworten:

Ich erinnere mich noch an die Ankündigung zur Montagssendung: "Mit Deutschland geht es wieder bergauf. Schmidt jetzt auch am Montag."

Die FR schrieb am Samstag schon ganz passend, er erwarte jetzt wohl auch seinen Rauswurf (wie Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann).

Für mich ist Sat.1 damit gestorben.

Fazit: Dieter Hildebrandt weg, Harald Schmidt weg, Reißwolf weg, 7T/7K und Raab noch da - es wird immer trostloser.

von The Jazzman - am 08.12.2003 14:56
Für mich hat die Harald-Schmidt Show die letzten Jahre noch sehr viel hinzugewonnen. Früher hat er sich ja mehr durch bissigen, teils boshaften Humor ausgezeichnet, heute finde ich ihn teilweise höchst hintergründig in seinem Humor und alleine die vielen kreativen Ideen, die sein Team einfließen lässt in die Show, da können andere wie Raab nur vor Neid erblassen.

@The Jazzman:
Das heißt also, so freiwillig, wie das in der PM rüberkommt, war das wohl nicht mit Schmidts Abgang? Kommt mir ehrlich gesagt auch so vor, weils etwas arg plötzlich war. Damit dürfte Sat1 wohl auch keine Wiederholungen alter Folgen zeigen. Wäre nämlich schon eine feine Sache, zumindest paar der guten alten Folgen sehen zu können (wer erinnert sich noch an die dicken Kinder von Landau, an Bimmel und Bommel oder an die Weisheiten des Konfuzius (Mr Lee) ? )...

Hoffentlich nimmt sich Olliver Kalkofe unserer armen Fernsehseelen an und macht bald mal wieder wöchentlich eine Sendung mit Rundumschlag. Sein Einsatz wird glaube ich dringender denn je gebraucht. Leider haben mich die letzten Folgen auf der ARD nicht so ganz überzeugt. Kein Vergleich zu früher. Schade...



von Andreas W - am 08.12.2003 15:07
@ Andreas W

Hast Du Freitag HSS gesehen?? Freitag Nacht News ist im Moment so schlecht, das ich nicht immer hin-und-her zappen mußte (nur Ruth als Nikolaus war lecker anzusehen), und ich fand es selbst für Dirty Harry schon recht heftig, wie er da vom Leder zog und sich beim neuen GF Robert Schawinski nicht gerade beliebt gemacht hat.

Saban möchte in erster Linie Geld machen, und HSS war immer ein teures Prestigeprojekt. Und es funktionierte. Jetzt könnte ich Sat.1 auch gleich in die Region Programmplatz 25-30 schicken, zu S-RTL, BTV4U und 9live.

Leider finde ich den Artikel vom Samstag nicht im Online-Archiv der FR...

von The Jazzman - am 08.12.2003 15:19
SuperRTL haust du mit BTV4U und 9Live zusammen? Nun ja...



von Wrzlbrnft - am 08.12.2003 15:33
Leider nein... Ich hab leider die letzten Wochen nicht mehr regelmäßig geguckt, was mich im nachhinein jetzt ärgert.
Ach ja: Freitag Nacht News hat mich anfangs sehr positiv überrascht, kam ziemlich an das Niveau der frühen Wochenshow/RTL Samstag Nacht Folgen hin, aber genau wie bei diesen gehen auch dort die Ideen langsam aus.

Auch, wenn ich wieder den Unmut einiger Leute auf mich ziehe (Formatradiodiskussion), aber der gleiche Wandel, der sich im Hörfunk bereits vollzogen hat, ist momentan gerade im TV im Gange. Es verflacht tatsächlich alles zusehendes und interessanterweise muss da Deutschland ganz vorne mit dabei sein.

@Wrzlbrnft:
Nach anfänglichem Hoffen habe ich nun Tele 5 bei 9live und co einsortiert. Suppen RTL ist bei mir noch vorne...



von Andreas W - am 08.12.2003 15:36
"Im Januar, so hatte SAT.1 bereits mitgeteilt, werde die Show durch Filme wie "Nathalie - Babystrich" und "Sardsch" ersetzt. Wie es danach weitergeht, sei offen."

DANKE, SAT1!!!! :-(



von Andreas W - am 08.12.2003 15:42
Harald Schmidt ist eine Instutition, keine Frage. Aber für mich ist es auch ein Unterschied, zu "Schmidteinander"-Zeiten alle paar Wochen für eine Sendung in den Dritten alles stehen und liegen zu lassen oder täglich zwischen den Werbepausen die Hausarbeit zu erledigen. Hat wie eine daily soap etwas Inflationäres, obwohl mich die Sendung an sich überzeugt.

Mein Ausweichtipp, weil nur einmal pro Woche, aber ohne Werbeunterbrechung hochkonzentriert und ähnlich böse (je nach Besetzung): Blond am Freitag (ZDF)

Kostprobe in Sachen Wortwitz? Zu Boris Beckers folgenreicher Besenkammergeschichte "... da hat er ein Coup gel-andet..." mit Handbewegung über den Bauch (Ku-gel). Scharfe Zungen für geschärfte Sinne...



von Erich Hoinicke - am 08.12.2003 15:54
Meine Gesichtzüge sind heute vollkommen entgleist und ich hoffe das ich trotz Antidepressiva eine Text hinbekomme.

Der Hammer ist das die HSS im letzen Monat in der Zielgruppe ein Durchschnitt von 14.2% hatte ! Den Monatsschnitt von Sat.1 zum vergleich und man sieht das es daran nicht liegen kann. Money !

Ich glaube auch jeder Schmidt-Fan weiß das Wort „Kreativpause zu Werten ! Der neue Film : „Saban – Das Sparwunder von Sat.1“
Wenn es nicht so traurig wäre ...

www.haraldschmidtfan.de

von haraldschmidtfan.de - am 08.12.2003 16:00
Es ist einfach nur traurig. Die so ziemlich einzige Sendung, warum ich noch einen Fernsehanschluss besitze wird eingestellt.
Harald, Manuel & Co. sind einfach nur Kult und gehören fast schon zur Familie.
Auch ihre Aktionen sind meistens immer große Klasse und sei es "Manuel säuft auf der Mosel". Man lernt trotzdem immer irgendwas dabei, z.B. über die Gegend dort.

Nicht nur dass die HSS immer ein krönender Tagesabschluss war, es gibt auch sonst keine Satire/Comedysendung auf diesem Niveau mehr.

Statt dessen gibt es denn Nathalie auf´m Babystrich (oder so...) *kotz*

Wir trampeln durch´s Getreide, wir trampeln durch die Saat; Hurra, wir verblöden, für uns bezahlt der Staat! (Brösel)

von Mittelholsteiner - am 08.12.2003 16:11
@ Andreas W

Na, ich stimme Dir voll und ganz zu. Das TV-Programm wird immer langweiliger und sinnloser. Bleiben ein paar Perlen, und die Privaten liefern sie immer seltener.

@ Andreas W / Wrzlbrnft

Tele5 hatte ich noch vergessen, RTL II auch. TV Kaiser war für mich der einzige Grund, SuppenRTL einzuschalten, gelegentlich noch Magnum am Samstag, wobei der Sendeplatz jetzt wieder reichlich verwässert wird.

"57 channels and nothing on" (Bruce Springsteen)

von The Jazzman - am 08.12.2003 16:41
Och nee, eine der wenigen wirklich sehenswerten Sendungen.

Seit die bei extra3 die neue Studiokulisse haben und das ganze so im Geheimdienstzentralenstil aufbauen kann man das ja auch nicht mehr anschauen :(

Bleibt also neben den Simpsons noch die "Sendung ohne Namen" (immer wieder gut :) ) und ab und an ein guter Film sowie Nachrichten und interessante Dokumentationen im Fernsehen. Früher gabs mal mehr (was waren das noch für Zeiten als NBC Europe noch kein GIGA sendete)

von Ghuzdan1 - am 08.12.2003 16:41
http://www.satundkabel.de/index.php?link=news&newsid=1736&ressort=

" Die "Harald Schmidt Show", so wird vermutet, sei zu teuer gewesen: Die Werbeeinnahmen deckten nicht die Kosten, die die Show verursacht. Allein Schmidts Moderationshonorar wird auf 40.000 Euro pro Folge taxiert. Die Konzernsprecherin wies diese Darstellungen zurück und sagte, die Sendung sei eine der am besten zu verkaufenden bei SAT.1 gewesen."

von The Jazzman - am 08.12.2003 16:48
Da die Preis sehr variieren, zwischen 30.000 und 50.000 Euro und man diese Meldungen von angeblichen Verlusten nicht offizielle Bekommt, rechne ich dem ganzen keine großen Wert zu. Ich finde auch das es ein perfekt Tagesausklang war/ist. Ich kenne auch keine Sendung die da abhilft schaffen könnte ! Ich kann mir doch nicht Beckmann oder JBK reinziehen !!! Klasse ist auch, das seit kurzem hr3 das „Best of Harald Schmidt Show“ in Pop&Weck bringt :-)
www.haraldschmidtfan.de

von haraldschmidtfan.de - am 08.12.2003 17:17
Schmidts Show war eine der Höhepunkte im deutschen Fernsehen. Aus diesem Grund wundert es mich eigentlich, warum sie erst jetzt eingestellt wurde.

von Alqaszar - am 08.12.2003 17:26
@ The Jazzman : hier der Samstag-Artikel aus der Frankfurter Rundschau und hier der heutige zu diesem Thema.
Ich hatte die Freitagsendung auch -direkt an der Quelle- gesehen und einen ähnlichen Eindruck, über den hier die Rundschau stolperte. Nicht immer mein Stil - aber trotzdem Schade um die Sendung. :-(

von KlausD - am 08.12.2003 17:32
In der Süddeutschen vom Samstag wurde auch schon mehr oder weniger eindeutig gemunkelt, dass es mit der HSS zuende gehen könnte. Begründet wurde das mit der mittlerweile sehr engen Freundschaft zwischen Martin Hoffmann und Harald Schmidt. Dazu kommt, glaube ich, eine nicht zu unterschätzende Verachtung Schmidts gegenüber dem Renegaten & Parvenu Roger Schawinski. Seine Pointe: "Bei dem Aussehen Schawinskis würd´ ich mich nicht wundern, wenn Kai Pflaume seine Sendungen dem Chef überlassen muss" und diverse andere Sottisen über den Medien-Epigonen Roger S. waren doch schärfer als jene über die üblichen Verdächtigen (Power-Ranger-Saban, Gebrüder Haffa undundund). Und seien wir doch mal ehrlich - Roger S. ist doch nun wirklich zu einer schlechten Karikatur des Wallpaper-Herausgebers und ziemlich eitlen Dandys Tyler Brûlé mutiert

Die Süddeutsche meldete übrigens darüberhinaus, dass eine der ersten Amtshandlungen Schawinskis darin bestand Schmidt zu einem persönlichen Treffen zu laden. Die ersten Signales des Untergangs?

Schwer zu sagen - nicht zu unterschätzen ist allerdings Schmidts Abneigung etablierte Show-Formate bis zum Ende und zum Gefallen aller auszureizen. Ich habe noch gut die satirische Publikumsbeschimpfung in Erinnerung, als er in köstlichem Hochmut sagte: "Wenn Sie als Schmidt-Fan herumlaufen und XY gut finden, dann schalten Sie bitte ab. Sie brauchen wir nun wirklich nicht."
Könnte doch gut sein, dass er seine eigene Show mittlerweile zu abgehangen und langweilig-routiniert findet? Als er den Dt. Fernsehpreis in Empfang nahm wirkte er sehr müde, gelangweilt und irgendwie resigniert. Und die "Fahrt auf Vater Rhein" wurde im Nachhinein auch wie eine Art Betriebsunfall behandelt, obwohl ich die gerade aufgrund dieser grandiosen Verschwendung v. Sendezeit grossartig fand.

Fazit: Man sollte der Verschwörungstheorie des "Gegangen-Werdens" nicht zu sehr Nahrung geben. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass er selbst die Entscheidung für den Abschied getroffen hat.

von Jean-Jacques - am 08.12.2003 18:46
Ich denke, Schawinski möchte die HSS behalten. Schawinski weiss auch, was eine Sendung wie die HSS wert ist. Falls HS "gegangen wurde" so steckt bestimt nicht Schawinski dahinter. Wohl schon eher Haim Saban höchst persönlich.

Besser vorstellen könnte ich mir jedoch, dass HS tatsächlich von sich aus aufhört. Wobei ich bei dieser Variante davon ausgehen würde, dass HS aufgrund der Entlassung von Hoffmann (und nicht der Einstellung von Schawinkisi) sich mehr oder weniger kurzfristig entschieden hat, mit der Sendung aufzuhören. Die Entlassung von Hoffmann könnte das Fass bei Harald zum überlaufen gebracht haben. Nicht das er unzufrieden mit Sat.1 oder so war, sondern dass es verschiedene persönliche und auch berufliche Gründe waren, die zur Einstellung führten.

von RogerM - am 08.12.2003 19:14
Kann mich nur anschließen: Ein TV-Highlight der deutschen Fernsehgeschichte wird geschlossen und es ist nichts in Aussicht, was die HSS auch nur annähernd ersetzen könnte. Sehr sehr schade !!!! Aber so wie man Harald Schmidt kennt, wird auch er eine neue Herausforderung suchen. Er wird sich mit Sicherheit (noch) nicht zur Ruhe setzen (können). Er braucht die (tägliche ?) Herausforderung. Bin mir sicher, daß er eines Tages wieder zurückkehrt. Nur ob seine neue Show dann diese Klasse hat, wie die HSS bleibt abzuwarten.

von Thomas Kircher - am 08.12.2003 19:26
Absolut schade!!!!
Ein weiteres "legendäres" Stück Deutscher TV-Geschichte geht zu Ende.

Allerdings kann auch ich mir sehr gut vorstellen, dass Harald einfach keine Lust mehr hatte und einfach mal so spontan Schluss macht. Nun ja, lasst uns also die letzten Shows nochmal schön genießen um dann gepflegt zum Taschentuch zu greifen und in Zukunft in Erinnerung zu schwelgen. (Und ich kann mir jetzt mal öfters Leno und Letterman auf AFN ankucken – kommt nämlich immer mehr oder weniger parallel zu Harald.)

Aber ich bin mal gespannt was er nachher um 23h15 dazu sagt!

von Brubacker - am 08.12.2003 22:02
In letzter Zeit war häufig zu lesen, das in der ehemaligen Kirch-Gruppe vor allem Geld gespart werden soll. N24 steht auf dem Prüfstand, teure Eigenproduktionen werden sicherlich gegen US-Importe getauscht.

CBS und Late Show haben bewiesen, das es sich lohnt, einen langen Atem zu haben. Letterman ist einfach nur gut - Leno dagegen peinlich (nicht nur, wenn er sich als Schwarzenegger's Zäpfchen gibt).

Ein Ende der HSS wäre sehr schade. Sätze wie "Was bekommt man auf dem Gebrauchtwagenmarkt für 900 BMW?" sind leider nirgendwo anders möglich. Für die erste Sendung nach dem 11.9. bekam er zurecht den Grimme-Preis, hier hat er seine Fähigkeiten 100% unter Beweis gestellt.

Shakespeare Dramen mit Legofiguren nachgestellt gehörte für mich mit zu den absoluten Highlights.

Und die Podiumsrunde mit Schmidt und Jauch auf den Mainzer Tagen der Fernsehkritik (veranstaltet von der Bertelsmann-Stiftung) war auch ein absolutes Highlight (vielleicht bei Phoenix zum Jahreswechsel mal wieder zu sehen).

Ob Sat.1 - wenn es HSS nicht mehr gibt - dann Letterman nicht mehr einfach im Archiv verschwinden läßt?

Die ARD sollte Beckmann absetzen und HSS an Bord holen.


@ Andreas W

Freitag Nacht News war in der Anfangszeit sehr gut ("Schill war beim Drogentest. Mann fand weder Spuren von Kokain oder LSD, dafür Spuren von NSDAP."), inzwischen ist es zunehmends zotig und langweilig geworden. Einzig Ruth ist noch ein Licht>blick

von The Jazzman - am 08.12.2003 22:47
Das Fernsehprogramm wird immer a) niveuloser b)vorhersehbarer c)gleichförmiger.
Vor 11 Jahren hatte ich noch hoffnugsfroh die Schüssel auf das Dach meines Elternhauses montiert, um endlich dem 3-Programme-Ghetto zu entfliehen, und ach was lief der Videorecorder heiss.
SAT1 war damals schon ein ziemlich freudenloser Hausfrauensender, auf RTL startete gerade mit Samstag-Nacht die Comedywelle (was hoffen liess), PRO7 war noch ein waschreiner Spielfilm-und US-Seriensender, VOX ging als Dokumentations-und Infosender an den Start, selbst bei RTL2 gab es immer wieder sehenswerte Filme.
Mittlerweile haben sich die Sender so sehr angeglichen, das ging mit der Talkshowelle los und nun machen alle die Gerichtshows nach, genau wie dei Dokusoaps, die Starsuche etc.
Es ist einfach nur noch trostlos.
Der grösste Absteiger in meinen Augen: Pro 7!
Das Tagesprogramm ist nur leise dahinsiechendes Grundrauschen, und selbst abends bieten die "Mitbewerber" meist die besseren Filme.
Man hat sich vom Spielfilmsender für Kenner zum Tagesberieselungsprogramm für frustierte Hausfrauen und Twens gewandelt.
Die Nostalgie-Seele wird ab und an noch bei Kabel 1 fündig, RTL2 versteckt hier und da ein paar US-Comedy-Serien.
SAT1 hatte eigentlich nur 2 Einschaltgründe: Star Trek und Harald!
Ersteres läuft mittlerweile in der 50sten Wiederholung, letzterer wird abgesägt. Na dann ab mit SAT1 zwischen die Dauerwerbesender!
Ach so, Kaya "Was guckst Du"Yanar gibts noch, aber der allein ist es auch nicht wert...
Dann lieber Heimatsprache pflegen mit Hannes und der Bürgermeister auf Südwest!

von PeterSchwarz - am 08.12.2003 23:01
PeterSchwarz schrieb:

Zitat

Dann lieber Heimatsprache pflegen mit Hannes und der Bürgermeister auf Südwest!

Jaaa! Die sind klasse. Auch wenn's nicht meine Muttersprache ist.

von Brubacker - am 08.12.2003 23:03
Hm, interessant... ich schaue heute eigentlich mehr fern als je zuvor. Nicht etwa, "weil sich das TV endlich meinem Niveau angepaßt hat" :D, sondern weil wirklich wieder besseres Zeug als früher läuft. Damit meine ich aber weniger die typischen Dumpfshows à la Familiengericht, Daily Soaps oder den "Sat.1 Comedy Freitag" (wenn ich davon Trailer sehe, frag ich mich jedes Mal wo hier auch nur ein Funken Witz drin sein soll). Ich schaue gerne schräges und krankes Zeug im Fernsehen an. Zumeist Cartoons. Mein Zauberwort dafür heißt "Videorecorder".

Seit der Einstellung von Nickelodeon 1998 und meinem damit nach sich gezogenen monatelangen Entzug an guten Cartoons (Rockos modernes Leben, Ren & Stimpy, Biber Brüder) versuche ich von allen meinen Lieblingsserien alle Folgen aufzunehmen um sie dann anzusehen, wann ich Lust habe und nicht, wenn sie mir von einem TV-Sender vorgeschrieben werden, wann ich sie zu sehen habe. Mittlerweile habe ich eine Sammlung von rund 400 Videokassetten die wöchentlich um rund anderthalb bis zwei Kasstten wächst (irgendwann sollte ich das Zeug mal digitalisieren, na Mahlzeit...) und bin damit weitgehend unabhängig von den - meist völlig unmöglichen - Sendezeiten meiner Lieblingsserien.

Und es kommt tatsächlich mehr "für mich" als früher. Gab es 1998 nach der Nick-Einstellung grad mal am Wochenende interessante Cartoons, hat sich z.B. SuperRTL radikal verbessert und ist nun eines meiner Lieblingsprogramme schlechthin (X-Duckx, Oggy und die Kakerlaken, Powerpuff Girls, viele Nicktoons). Auf VIVA laufen jetzt Sachen wie Ali G. Show, Crank Yankers oder South Park (okay, man kann sich über den "Anspruch" dieser Serien streiten, ich finde aber sie haben durchaus welchen). Ab Januar gibt's auch auf RTL II wieder einige anständige Trickserien (Sylvester & Tweety Mysteries, Droopy, King of the Hill), zwar zu furchtbaren Zeiten (vormittags und mittags) aber dafür hab ich ja meinen lieben VCR...

Gut. Nicht jeder steht hier auf Cartoons, aber es soll ein Anreiz sein, mal die TV-Zeitschrift oder Internetseiten wie http://klack.de oder http://tvinfo.de zu durchforsten. Auf den zahlreichen öffentlich-rechtlichen und sogar auf manchem Privaten finden sich anständige Sendungen, die man sich aufzeichnen und zu passenden Zeiten dann anschauen kann. Es gibt noch mehr als nur die 20:15-Primetime. In einigen Jahren, wenn dann unsere Internetleitungen mal schnell genug sind, werden die TV-Sender ohnehin doch eine gewisse Konkurrenz bekommen, wenn digitales 1:1-Mitschneiden Alltag ist und sich die Leute nicht nur MP3s, sondern auch ihre Serien und Filme nur noch aus dem Internet runterladen (ist ja auch heute schon möglich, allerdings braucht's dazu eine Engelsgeduld - das war aber vor einigen Jahren bei Napster nicht groß anders). Hätte ich entsprechende Kapazitäten, würde ich gerne so manche Perlen aus meiner Videosammlung anbieten, hoffen wir das die Bänder noch durchhalten, bis es soweit ist... :)



von Wrzlbrnft - am 09.12.2003 00:31
@PeterSchwarz:

Du hast die Entwicklung eigentlich ganz gut zusammengefaßt.

Was SAT1 angeht, muß ich allerdings sagen, daß neben dem auf allen Privatsendern unvermeidbaren Müll auch immer wieder Highlights in Form von Film-Eigenproduktionen zu finden waren und sind. Hier befürchte ich, daß Saban zuerst den Rotstift ansetzt und durch niveaulosen US-Müll ersetzt. Ob Schawinski hier etwas bewirken kann - wir werden's sehen.

Sollte es aber wirklich dazu kommen, kann man eigentlich die gesamte Sendergruppe abschreiben. Pro7 ist schon lange unter "ferner liefen", Kabel1 hatte noch nie ein richtiges Profil und den sogenannten "Nachrichtensender" N24 haben wohl die meisten Zuschauer noch nicht einmal wahrgenommen.

> Dann lieber Heimatsprache pflegen mit Hannes und der Bürgermeister auf Südwest!

I hör mi net noi saga! :-)

Haralds heutiger Gast, Klaus Kleber (endlich auch mal wieder ein Gast, der wirklich etwas zu erzählen hatte), hat es auf den Punkt gebracht:

Mit wem schließen wir in Zukunft eigentlich den Tag ab?

von EmmWeh - am 09.12.2003 00:51
Ach ja, da ist Sat.1 schon Fleißig am Planen. Es soll aktueller Werden ! Und wenn Diether B. was blödes macht, soll ergleich abends im Studio sitzen. Toll ! Oder ? Wenn runter, dann aber ganz Tief.
www.haraldschmidtfan.de immernoch :-)

von haraldschmidtfan.de - am 09.12.2003 08:09
Prima, jetzt ist auch der letzte Grund für mich, auf einen privaten TV-Sender umzuschalten, weggefallen! Ich bin mal gespannt, was Dirty Harry sich für die Zukunft einfallen lassen wird.

"I´ve got sixty channels of shit from the TV to choose from" (Pink Floyd)



von Heinz Schulz - am 09.12.2003 09:10
Interessant und verwunderlich ist allerdings, dass HS immer mal wieder hat durchblicken lassen, dass er es wie Johnny Carson handhaben will - also bis ins Rentenalter weiterzutalken! Nicht selten hat er es als dankbare Aufgabe bezeichnet, "den Medien- u. Society-Müll gleich am selben Abend runterzubringen". Da ist es schon erstaunlich, dass er so lakonisch Schluss macht.

Mich hat ja wie gesagt der Artikel "Nur die Kasse zählt" in der SZ v. Samstag, d. 06.12. schon irritiert. Die Medienbranche schien den Braten schon zu diesem Zeitpunkt gerochen zu haben.
Dort steht: "...[Harald Schmidt] bestätigt auf Anfrage, dass sein gegenwärtiger Vertrag zum Jahresende ausläuft und noch kein neuer Vertrag unterschrieben ist. 'Stimmt', antwortet Schmidt knapp per Fax und schreibt launig darunter: 'Nach Diktat zum Kassensturz'..."

Übrigens - der "Rücktritt" von HS kam heute morgen sogar in den Radio Hamburg-Nachrichten, als zweite Meldung direkt nach der Endlos-Story Schill und seine Profilneurose; auch will man nun bei RHH verstärkt Schmidt-Spots senden.
Nun denn ...

von Jean-Jacques - am 09.12.2003 10:01
Die HSS hat jedenfalls die Anschaffung eines Stereo-TVs voll und ganz gerechtfertigt.

Die Saalakustik ist wirklich toll.

von andimik - am 10.12.2003 08:42
Habt ihr inzwischen schon gehört wie´s mit HS weitergehen soll??? Sky Radio meldete gestern abend, daß angeblich der WDR an Harald interessiert ist. Back to the rules???

von markus2808 - am 10.12.2003 23:39
Wär natürlich der Gag, wenn wieder sowas ähnliches wie "Schmidteinander" zustandekäme :D . Ich glaub aber das Dirty Harry irgendwas ganz anderes machen wird. Sein kreatives Potential ist mit Sicherheit noch nicht erschöpft, auch wenn die Knallpresse es anders darstellt.
Es heißt übrigens "back to the roots" (ich weiß, ich bin en aale klugschisser)



von Heinz Schulz - am 11.12.2003 07:24
Man muß ja sagen, mit Herrn Andrack war das ja schon fast auch wieder eine Schmidteinander-Version.

Ich finde es sehr gut. Und ich fände es auch sehr gut, wenn er weitermacht.

Denn es gibt Dinge, die langweilen auf Dauer, Schmidt dagegen nicht, und das hat es meiner Meinung nach ausgemacht (huch, jetzt schreibe ich schon in der Vergangenheitsform).

Ich denke auch, er wird weitermachen - in irgendeiner Form, auf irgend einem anderen Sender, lassen wir uns überraschen - mehr können wir auch nicht machen.



von Roßkopf - am 11.12.2003 07:53
Der wird weiter machen. Wer vor kürzer Zeit noch bekannt gab das er die Show 40 Jahre machen will, dann kann nicht Schluss sein ! Interesse hat nicht nur der WDR, sondern auch MDR, ZDF und Premiere gezeigt !
Gegen Demo und Petition ! www.haraldschmidtfan.de

von haraldschmidtfan.de - am 11.12.2003 08:33
Zunächst wird Harald Schmidt allerdings ein kleines Intermezzo bei SWR "Das Ding" haben. In dem dort eingeplanten Gastspiel zum fünfzigjährigen Dienstjubiläum der Romanfigur Jerry Cotton wird er vom 5.-7. Januar führend mitwirken.

HS beim SWR - mehr back to the roots geht ja gar nich'

Übrigens - die Shows v. Dienstag/Mittwoch waren die besten ever. Wie er den ganzen Pseudo-Fans, Gerüchteköchen und Bauchrednern des Medienbetriebs von oben herab sehr geschickt Teaser bzgl. seiner Entscheidung hinwarf um dann doch den meisten das Wichtigste schuldig zu bleiben, war schon grosse Klasse.

von Jean-Jacques - am 11.12.2003 09:45
Ich möchte mal hinzufügen:
Es gibt ganz sicher ein Leben nach der Harald Schmidt Show.



von Birger* - am 11.12.2003 10:15
Ja. Und für Satirejunkies ist mit Wiederholungen offenbar an einen sanften Entzug gedacht:

http://digitalfernsehen.de/news/news_3655.html



von Erich Hoinicke - am 11.12.2003 13:36
Der SWR hat Schmidt sicher als letzter verdient.

Um es noch mal klar zu sagen: In der deutschen Fernsehlandschaft ist Schmidt ein Fremdkörper, und er war es besonders im Programm der Doofen und Deppen, Sat.1. Schmidt, der nie etwas anderes zu tun als zu schreien: "Mensch Leute, ihr seid sooo einfältig!" hat sich wahrscheinlich ein Vergnügen daraus gemacht, auf dem Sender mit den bunten Bällen (Sat 1- isch drück disch!) das Publikum zu beschimpfen.

Erinnere mich an die Zeit vor der letzten Wahl, wo in der internen HSS-Umfrage regelmäßig die Nullpartei FDP auf gute Werte kam. Allein um in die Fressen der völlig Bescheuerten zu blicken, die ihm auch noch brav applaudierten und sich als seine größten Fans gerierten, hat es sich für Schmidt gelohnt, jeden Tag die Show zu machen.

Schmidt ist ein Misanthrop, er hasst die Menschen. Daraus entwickelt er seinen treffenden Humor, weil ihm die alltäglichen Tabus egal sind. Sein Gewissen, auch geprägt durch seinen pietistsch-protestantischen Hintegrund, haben ihn aber immer daran gehindert, Witze auf Kosten von Schwächeren zu machen.

Statt dessen greift er die Mehrheit an, die tumbe Masse, meist in Form ihrer Aushängeschilder, sei es in Form von Politikern oder aus dem Show-Bereich. Das Publikum lacht bei Schmidt vor allem darüber, wie brav es mit dem Mainstream mitschwimmt und sich dennoch für ganz toll individuell hält.

@Andreas W.: Sorry für die allzu starken Worte!

von Alqaszar - am 11.12.2003 13:42
@alqaszar:
"Sorry für die allzu starken Worte!"

Kein Problem, dafür ist das Forum ja da, dass man auch mal sein Meinung sagen darf. :-)

"Das Publikum lacht bei Schmidt vor allem darüber, wie brav es mit dem Mainstream mitschwimmt und sich dennoch für ganz toll individuell hält."

Na gut, das Problem hast du aber immer, wenn du irgend etwas für alternativ hältst, was dennoch mehrere Leute dir gleich tun. Wirklich individuell und alternativ ist demzufolge dann ja nur noch, was ganz wenige Leute tun. Mir ist klar, dass Harald-Schmidt-gucken alleine nicht Individualismus und Intelligenz ausmacht. Aber dennoch ist das Publikum seiner Show ein anderes als beispielsweise von Raab und co., das muss man auch sagen.
Eine ähnliche Diskussion gab es ja auch, als Viva Zwei abgeschaltet wurde. Da wurde auch von vielen (mir auch) lamentiert, dass der letzte alternative Videoclipsender nun gestorben sei. Dass stimmte, aber auch wieder nicht: Sooo alternativ war Viva Zwei nicht. Dennoch hob es sich einfach von der totalen Massentauglichkeit wie sie bei Viva zu finden war, ab. Und jetzt fehlt da einfach etwas.
Bei Harald-Schmidt ist das ein ähnliches Phänomen: er zieht ja nun doch ein großes Publikum an, polarisiert aber gleichzeitig auch soweit, dass ihn die vielbeschworene breite Masse nicht unbedingt ständig ansieht. Das hat man wohl eher bei Raab.
UND: unterstellen wir Schmidt da nicht vielleicht etwas zuviel Berechnung? Ich könnte mir vorstellen, dass ihm vielleicht die Show und auch das Publikum, Misanthrop hin oder her (hey, wieder was Neues gelernt ;-) ) dann doch hi und da einfach nur >Spaß< gemacht hat. Er mag ein begnadeter Schauspieler sein, aber manchmal (besonders in letzter Zeit) hatte ich den Eindruck, er ist ruhiger geworden und kommt mit Team/Publikum eher klar als früher.



von Andreas W - am 11.12.2003 14:10
@ alqaszar

Harald Schmidt hat keinen pietistisch-protestantischen Hintergrund, sondern einen katholischen. Ansonsten ist er aber durch und durch schwäbisch - bildungshubernd, gläubig, genial und selbstironisch; "Fäßle-Fraktion" halt (Stuttgarter werden mich verstehen ;-)

von Jean-Jacques - am 11.12.2003 15:14
"Wo ist Manuel?" (war am Dienstag) hat schon eine Anspielung gehabt: Die "Manuel Andrack Show" ... ;-)

von andimik - am 11.12.2003 15:28
Jean-Jaques:

Auch die schwäbuschen Katholiken sind äu0erst protestantisch, ansonsten hast Du natürlich recht.

@Andreas W.

Der Mainstream, dem alle folgen (sollen), besteht vor allem daraus, Individualität vorzugaukeln. Jedes Produkt des Mainstreams, also eine Marke, muss so breit angelegt sein, dass sie niemanden stört. Erst dies ermöglicht das Zustandekommen eines positiven und dauerhaften Markenimages. Dies bedeutet, dass es bei jeder Marke und der dazugehörenden Markenkultir eine Marge geben muss, welche alle möglichen pseudeo-Individualitäten aufnehmen kann.

Dies ist ohne weiteres möglich, da die Individualität in der postmodernen Gesellschaft keine echte mehr ist, sondern im Gegenteil das Individuum zunehmend zurückgedrängt wird. Das äußerst sich vor allem an der kommerzialisierung des Emotionales sowie der Ausblendung negativer Eigenschaften eines Individuums bzw. dessen öffentliche Stigmatisierung in Talk- und Gerichtsshows, aber auch in der Radio-Comedy beispielsweise.

Wer ein Problem hat, dem muss dies peinlich sein, so lautet die Regel. Auf Verständnis oder gar Hilfe kann nur der hoffen, der bereit ist dafür zu zahlen. Oder er tritt sein Problem in Voyeuristen-Shows wie Domian breit.

Harald Schmidt ist intelligent genug, um diese Wirkungsweeise der Medien zu durchschauen und genau mit dieser zu spielen. Er manipuliert sein Publikum, weil es sich gerne manipulieren lassen möchte. Er ist intelligent und denkt äußerst schnell, was man bei seinen Interaktionen mit Manuel Andrak gut erkennen kann. Bevor Andrak überhaupt weiß, worum es geht, ist Schmidt schon wieder beim nächsten Thema.

Bei allem, was er sagt, hat er aber den Hintegrund und die Zusammenhänge im Kopf gewälzt. Schmudt hat eine gutes Konzept der Wirklichkeit im Kopf, mit der er die Informationen, die auf jeden von und einprasseln, schnell und effizient einordnen und als Dreingabe noch humoristisch verwerten lässt.

Vor allem hat er eine genaue Vorstellung von den Tabus und No-nos unsere Gesellschaft, mit denen er virtuos spielt wie Anne-Sophie Mutter auf einer Stradivari.

So kann er gezielt die Einfältigkeiten bloßstellen, und er macht das so geschickt, dass er jedem von uns den Spiegel vorhalten kann, er macht sich mit uns über uns lustig. Dabei ist er nie verletzend, dennoch so distanziert, das weder das Gefühl zu großer Distanz noch das von zu großer Vertrautheit aufkommt.

Mit allem was er überhaupt von seinem Privatleben an die Öffentlichkeit dringen lässt, möchte er dem Publikum sagen, dass er eigentlich genau so ein Mensch wie alle ist. Das macht ihn glaubhaft, weil er mit der sonstigen Zurückhaltung sich eben dem Mediensystem entzieht und so nicht zu einer perfekten Ikone werden kann.

Er ist dadurch echter und glaubwürdiger, eine Art Un-Figur, die kein künstliches zu haben scheint und dieses nicht beschädigen kann.

Außerdem ist er jemand, der nicht gierig wird. Er schätzt den materiellen / finanziellen Gewinn, aber er lässt sich nicht korrumpieren. Er hat wahrscheinlich einfach keine Lust mehr auf die HSS, deshalb macht er Feierbend. Insofern ist er nur ehrlich zu sich selbst und dem Publikum. Deshalb konnte er es ja auch so hemmungslos beschimpfen.

von Alqaszar - am 11.12.2003 15:50
@alqaszar:
So manche deiner Sätze muss ich glaube ich erst mal etwas ruhen lassen ;-)

"Der Mainstream, dem alle folgen (sollen), besteht vor allem daraus, Individualität vorzugaukeln."

So hab ich das bisher noch nicht betrachtet. Ich ging irgendwie immer davon aus, dass der Mainstream genau das ist, wo jede Individualität verschwindet (Stichwort Gleichschaltung). Aber klar, es kann ja auch nur funktionieren, wenn sich jeder einzelne, der den erwünschten Trends folgt, als etwas besonderes vorkommt, dadurch, dass er bei anderen gut ankommt, indem er diesem und jenem Trend folgt. Und dann gibt es eben noch die Gruppe der "Alternativen", die dem alternativen Mainstream folgen und wo das Ganze noch viel drastischer ist, da man sich hier quasi als "Revoluzzer" vorkommt, der den Trends eben nicht folgt. Dass man aber auch hier möglicherweise gezielt manipuliert wird, ist eine große Gefahr.

Man muss halt unterscheiden zwischen Schein und Sein. Ein aufgesetztes "ich bin anders" oder "ich bin besonders", weil ich "xyz mache", sollte es halt auch nicht sein. Wenn ich hier über Harald Schmidt poste, nur um zu erreichen, dass andere mich dadurch so besonders alternativ eingestellt finden, ist das verkehrt. Wenn es mir aber um die Sache an sich geht (mir gefällt er und ich finde es schade, dass ich ihn nicht mehr sehen kann), ists ok. Ich denke, mit dem starken Willen, irgendein Image nach außen hin aufzubauen, wächst auch die Gefahr der Beeinflußbarkeit durch Medien usw. Aber sein Ding einfach ehrlich durchzuziehen, seiner "individuellen" inneren Stimme folgen, ob diese manipuliert ist oder nicht, daran kann nicht viel verkehrt sein. Denn wo kann man denn noch trennen, welcher Teil der eigenen Einstellung/des eigenen Wesens durch Erziehung, soziale Kontakte, etc... (vergleichbar also zur Zeit bevor es Medien gab) geformt wurde und welcher Teil durch Medien o.ä. beeinflußt wurde? Es prasseln heute halt einfach auch viel viel mehr Informationen auf einen ein. Und jeder ist beeinflußbar. Denn schon alleine das Konsumieren irgendeines Mediums beeinflußt ja mein Denken. Dass da manches gezielt bewirkt wird, ist halt schade, aber wohl Teil der heutigen Gesellschaft. Vielleicht beginnt ehrlicher Individualismus genau dann, wenn ich das, was auf mich einprasselt, nach meiner eigenen Einstellung kritisch beleuchte und wenn ich dann Dinge tue ohne über ihre Wirkung nachzudenken. Denn dann bin ich so wie ich bin, und nicht aufgesetzt oder durch irgendetwas beeinflußt.

"So kann er gezielt die Einfältigkeiten bloßstellen, und er macht das so geschickt, dass er jedem von uns den Spiegel vorhalten kann, er macht sich mit uns über uns lustig. "
Dennoch bezweifle ich, ob ein Harald Schmidt, so intelligent er auch sein mag, immer SO über den Dingen steht. Unabhängig davon, was er uns glauben machen will, er ist nun mal auch nur ein Mensch wie du und ich und auch auf ihn wirken Umwelteinflüsse. Er hält hi und da wohl auch sich selber einen Spiegel vor.

Was mich übrigens auch interessieren würde, wie der Umgang zwischen seinem Team und ihm hinter den Kulissen ist. Auch hier hat er in der Vergangenheit schon sehr viele zweideutige Kommentare angebracht und man könnte tatsächlich zu der Ansicht kommen, dass alles nur Show ist und das Verhältnis bei weitem nicht so harmonisch ist, wie es in der Show rüber kommt. Muss bei einem "Menschenhasser" eigentlich fast so sein. Das wäre echt mal interessant...



von Andreas W - am 11.12.2003 17:04
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