Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
25
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Martyn136, Marc_RE, PowerAM, Kay B, TobiAC, Wolfgang R, Mario B., Steve-o1987, CBS, Thomas (Metal), ... und 4 weitere

Interessante Fragen zur Hotelverkabelung und Signalverteilung

Startbeitrag von Westwind am 02.12.2011 22:21

War kürzlich in einem Hotel in Süddeutschland und machte die Feststellung, dass die Programme von einer UKW-Antenne und einer Astra-Sat-Antenne (analog) in die Zimmer eingespeist wurden. Die Hotelfernseher waren relativ alt, sicher über 10jährig, analoge Röhrengeräte mit etwa 37 cm Bildschirmdiagonale plus Radio- und Weckfunktion.

Einige dritte deutsche TV-Programme zeigten bereits ein Laufband mit dem Hinweis auf die Sat-Analog-Abschaltung Ende April 2012 ( http://www.astra.de/1377087/analog-tv-abschaltung ). Nun stelle ich mir die Frage einer Erneuerung einer solchen Anlage - Ersatz durch digitale Flachbildfernseher (1. Variante) oder einer modernen Sat-Aufbereitungsanlage), weitgehend analoge Verteilung unter Beibehaltung der alten Röhrengeräte (2. Variante).

Anforderungen an eine solche Kopfstation:

- 30-40 UKW-Programme (SWR, Bayern) inklusive Auslandempfang (Schweiz und Österreich)
- 29 DVB-T Programme (Bouquets ARD, ZDF, ORF, SRG, SWR, Bayern)
- etwa 100 digitale via Astra und Eutelsat Sat-Programme (ARD HD, ZDF HD, private deutsche, CNN und andere englische, französische, spanische Kanäle usw.)
- verschiedene DAB/DAB+ Radioprogramme (Anzahl je nach Empfangbarkeit)
- 1 Informationskanal für Mitteilungen und Events

Interessante Frage:
Wie könnte man eine solche Verkabelung einrichten bzw. eine kleine "Hotel-Kopfstation" (max. 100 Anschlüsse) erstellen - wo gibt es das Material (Profiqualität) und wie gross ist so ein Kostenrahmen für Bau und Unterhalt?

Antworten:
Eindeutig Sternverkabelung, da sie zukunftssicher ist und kaum Unterhaltskosten verursacht. Wenn die Sternverkabelung aufgrund der örtl. Gegebenheiten zu teuer ist, wäre vielleicht Unicable eine Option, hat nur den Nachteil dass es nicht mit allen Empfängern kompatibel ist und vielleicht in 10 Jahren überholt sein wird.

Bei dem hohen Anspruch an Programmvielfalt und Professionalität bliebe sonst nur ein Umsetzen auf DVB-C, das ist aber bei 100 Teilnehmern in diesem Umfang nicht wirtschaftlich.
Analoge Verteilung ist noch hirnrissiger (sorry) weil erstens gehen dir ab ca. 100 Programmen die Frequenzen aus (und bei fast allen Fernsehern die Programmspeicherplätze) ;), von Wirtschaftlichkeit gar nicht zu sprechen, und irgendwann wird man die alten Röhren vielleicht doch ersetzen und dann siehts sch**** aus...

Wenn es ganz kostengünstig sein soll dann müsste man sich jedenfalls mit deutlich weniger Programmen und kein HD begnügen, z.B. DVB-T einspeisen und einige wichtige Programme zusätzlich von Sat umsetzen.


von ANDREAS R-|-DJ - am 02.12.2011 23:49
Ich persönlich finde die Röhrengeräte müssen auf jeden Fall raus.

Ich hab zwar generell nichts gegen Röhrengeräte. Wenn es halbwegs aktuelle 16:9 Geräte mit mindestens 55cm Bildschirmdiagonale, Stereolautsprechern und brauchbarem Videotext wären, dann würde ich sagen man kann sie belassen.

Aber 37cm, von denem im 16:9 Format oder 21:9 Format dann noch effektiv gerademal 30cm übrig bleiben, das ist mit heutigen Hotelstandards nicht vereinbar. Das ist ja genauso schlimm wie ein Etagenbad. Das geht heutzutage einfach nicht mehr.

========================================================================

Wenn man jetzt auf Flachbildgeräte umrüstet, dann muss man für Radio auf jeden Fall eine andere Lösung als FM finden. Den Flachbildgerät haben quasi nie einen FM Tuner. FM Signal an der Anschlussdose bringt also nichts. Es sei den man stattet die Zimmer mit einem seperaten Radio aus oder die Gäste bringen selbst ein Radio mit. Aber das geht ja auch nicht. Also muss Radio über DVB-S oder mittels Kopfstelle über DVB-T/C laufen.

Ob man jetzt auf Sternverkabelung und DVB-S Reciever oder aber Kopfstelle mit Umsetzung auf DVB-T/C umstellt, das ist einerseits eine Glaubensfrage, andererseits eine Frage wieviele Programme benötigt werden und wieviele Geräte vorhanden sind.

Eine Kopfstelle hat den Vorteil, das man damit beliebig viele Geräte versorgen kann. Nachteil ist aber, das günstige Anlagen maximal 5-8 Kassetten aufnehmen, welche 1 oder 2 Transponder DVB-S Transponder auf DVB-T/C umsetzen. Gibt natürlich noch teurere Anlagen die kaskadierbar sind, aber dann wirds wieder teuer.

Im Grunde reichen 8 Kasetten aber, den öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme kann man ja via DVB-T heranholen. ORF und SRG Fernsehprogramme muss man sogar per DVB-T heranholen. Man braucht die Kasetten also nur für die privaten Fernsehprogramme und Radio

Kasette 1:
19.2° 12188H -> RTL, RTL2, Vox, Super RTL, n-tv;

Kasette 2:
19.2° 12666H -> ARD Hörfunk

Kasette 3:
19.2° 12460H -> Sixx, Das Vierte, Anixe, Ojom, iMusic1;

Kasette 4:
19.2° 12545H -> Sat1, Pro7, Kabel1, sixx, N24;

Kasette 5:
19.2° 12633H / 12663H -> Privat Hörfunk, ORF Hörfunk;

Kasette 6:
19.2° 11972V / 12480V -> Viva, Nick/CC, Tele5, Sport1, DMAX;

Kasette 7:
13.0° 11526H -> RSR Hörfunk, RSI Hörfunk, WRS, RSC;

Kasette 8:
13.0° 12339H -> DRS Hörfunk, Radio Swiss;





von Martyn136 - am 03.12.2011 04:53
Zitat
Martyn136
Das ist ja genauso schlimm wie ein Etagenbad.


Na, na,.. :wall: :eek:

von audion - am 03.12.2011 08:09
Erstmal stellt sich die Frage, ob "normale" Fernseher mit Hotelmodus (Sperrung des Menüs, Lautstärkebegrenzung) oder echte Hotelfernseher (Kopierfunktion für Einstellungen, Uhr, Wecker, andere Fernbedienung, Radiomodus, weitere Zusatzfunktionen) eingesetzt werden.
Das ist eine Kosten, Prestige und Komfortfrage.

http://samsung.de/de/business/hoteltv/produkte.aspx

Oft wird in Hotels auf DVB-T umgesetzt. Alles was lokal per DVB-T zu empfangen ist, wird 1:1, möglichst über Bandfilter um Störungen der im Haus umgesetzten Kanäle zu verhindern, eingespeist.
Über Sat empfangene Programme werden auf DVB-T umgesetzt.
So kann man günstige LCD-Fernseher einsetzen, die ja oft keinen DVB-C Tuner haben.
UKW-Tuner gab es selten in Fernsehern, oft hat man in Hotelanlagen daher einen Fernsehkanal mißbraucht. Die Hotelfernseher waren entsprechend zu programmieren und haben dann das Bild abgeschaltet (Radiomodus). Es gab (gibt?) aber auch Hotelfernseher mit UKW-Empfangsteil.

Die oben genannte Programmzahl ist natürlich heftig, der Spaß wird richtig teuer. Eine solche Programmanzahl findet man nichtmal in Luxushotels. Ob der Gast also wirklich so viele Programme braucht, DAB und UKW mit umgesetzt werden muß usw. ist also fraglich.

Moderne Hotel-TV Anlagen arbeiten auch teilweise mit IP-Fernsehen. So sind dann auch Internetzugang über den Fernseher, Check-Out über den Fernseher usw. möglich.
Den Fernseher dient dann nur noch als Monitor, den Rest erledigt die Kiste an der Rückwand.

Bei "echten" Hotelfernsehern gibt es auch die Möglichkeit des "Channel-Mixings". Man muß also nicht, wie bei Consumer Fernsehern, zwischen Analog und DVB-T umschalten, sondern kann die Programme in einer Liste abspeichern.
Man kann so die TV-Programme digital einspeisen, Infokanäle aber weiterhin analog, was die Kosten deutlich reduziert. Ein DVB-T Modulator ist nämlich alles andere als günstig.

Das letzte Hotel in dem ich war, war ein 5-Sterne Hotel in Dubai. im Zimmer stand ein 40" LCD Fernseher mit Internetzugang. Eingespeist wurden ca. 30 Programme, sowohl lokale als auch Internationale (ZDF, RTL2CH, DW-TV) und entschlüsselte Pay-TV Programme. Die hier in einigen Hotels üblichen aufpreispflichtigen Kanäle (Pornos), gibt es da aus rechtlichen Gründen nicht. Ein Zusatzlautsprecher befand sich im Bad und war auch dort zu regeln.
Zugeführt wurden die Programme wohl größtenteils über IP-TV, eine Antennenleitung war aber auch angeschlossen.
Welche Quelle gerade genutzt wurde, war nicht ersichtlich. Die Bedienung erfolgte über zwei Fernbedienungen, beide gehörten zu der IP-TV Box, die hinter dem Fernseher montiert war und diesen auch steuerte.
Die eine war eine "normale", und bot auch die üblichen Funktionen, die andere war eine Funktastatur mit einem kleinem Analogjoystick. Die brauchte man für den Internetzugang, konnte den Fernseher aber auch damit bedienen. Einen Wecker hatte der Fernseher auch, die Einstellung erfolgte über das Portal der Box, Geweckt wurde man dann mit einem TV-Programm.
Radioprogramme wurden keine eingespeist. Neben dem Bett stand dafür ein Radiowecker mit Stationstasten auf denen die wichtigsten Programme eingestellt waren, zusätzlich war aber auch manuelle Abstimmung möglich. Dort konnte man auch einen MP3-Player anschließen.

Bei der ganzen Planung solltest du aber auch berücksichtigen, daß das ganze auch noch Bedienbar bleibt. Nicht jeder Gast kann und will sich durch zig Menüs hangeln, alles über den Fernseher bedienen usw.
Einen Radiowecker und einen normalen Fernseher kennt jeder. Eine interaktive Entertainingkiste kann nicht jeder bedienen. Daher ist einfach oft besser.

In einem normalen Hotel würde ich daher einen eher simplen Hotelfernseher nehmen, das terrestrisch empfangbare DVB-T Angebot einspeisen, zusätzliche Programme auf DVB-T umsetzen und den Hauskanal analog einspeisen.
Der muß dann natürlich auch gepflegt werden. Wenn im Sommer immer noch Infos zum Silvesterdinner und Skipässen laufen oder tagelang ein Bluescreen oder "NO DISC" gesendet wird, wirkt das nicht gerade toll.
Der Kanal sollte daher auch vom Personal überwacht werden. Das geht ganz einfach und sogar mit Zusatznutzen. Ein Fernseher kommt in die Lobby und zeigt ausschließlich diesen Kanal. Eine Störung fällt dann sofort auf.


von Marc_RE - am 03.12.2011 11:38
Aufbereitung zählt als private Kabelanlage und kostet richtig Geld für den Hotelier. Die Kosten umgehen kann man nur mit einer Gemeinschaftsantenne (SAT/DVBT/UKW/DAB) OHNE Umsetzung.

Ich persönlich finde eine Verteilung von DVBT plus UKW ausreichend. Besser ist natürlich eine Sternstruktur mit DVB-S. TV Geräte mit DVB-T / S-Tuner sind inzwischen sehr günstig verfügbar.

Im Hotel wird dem Radio nicht so eine große Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Radiowecker mit Drahtantenne ist doch da der Standard.

Problem für größere Hotels ist die Verbreitung eines eigenen Kanals und von hoteleigenen Pay TV. Meistens wird man sich professionellen Firmen anschließen, die dann auch gleich die Kohle vom PayTV kassieren. So ähnlich läuft es ja auch beim überteuerten Hotel-WLAN.

von TobiAC - am 03.12.2011 12:05
Nen Radiowecker in einem Hotel hab ich persönlich noch nie erlebt. Entweder war Radio übers Fernsehen oder in einigen Fällen auch garnicht möglich. Und zum Wecken nehmen die Gäste in der Regel entweder ihr Handy oder beauftragen einen Weckruf.

DVB-T allein reicht leider auch nicht, weil die üblichen privaten Programme werden ja schon erwartet. Da gibt es eben nur die drei Möglichkeiten: Kopfstelle, ZF Verteilung oder echte Kabelanschlüsse.

Ob ein hoteleigener Kanal wirklich nötig ist hängt stark vom Hotel ab. Solange man es nur drei oder viermal im Jahr braucht tuns Flyer auch.

von Martyn136 - am 03.12.2011 17:44
Das hängt auch immer vom Standort des Hotels ab. In den Ballungsräumen sind die Privaten ja per DVB-T zu empfangen.
Ein echter Kabelanschluss ist aus Kostengründen meist keine Alternative. Daher haben die meisten Hotels ja Umsetzer laufen.

In den besseren Zimmerkategorien von dem Hotel stehen lt. Prospekt Bose Wave Radios. Radiowecker hatte ich in vielen Hotels. Teilweise normale Geräte, teilweise eingebaut. Ich nehme allerdings grundsätzlich ein Radio mit. In den letzten Jahren war der Degen mein Begleiter.

In der Schweiz sollen noch vereinzelt Telefonrundspruchempfänger in Hotels laufen. Der wurde zwar längst eingestellt, es gab aber Modulatoren für Hotels, Krankenhäuser oder ähnliche Einrichtungen mit einer größeren Anzahl HF-TR Empfängern.

von Marc_RE - am 03.12.2011 21:13
Aber selbst dort fehlen in DVB-T noch Viva, Nick/CC, Sport1, DMAX, ...

Das was analoges Kabel und analoger Satellitenempfang bietet, ist schon die untere Grenze, und muss zwingend verfügbar sein.

Kabel in Hotels ist garnichtmal so selten, in der Schweiz >60% und auch in Deutschland >30% würde ich sagen.

von Martyn136 - am 03.12.2011 21:47
Zitat
ANDREAS R-|-DJ
Eindeutig Sternverkabelung, da sie zukunftssicher ist und kaum Unterhaltskosten verursacht. Wenn die Sternverkabelung aufgrund der örtl. Gegebenheiten zu teuer ist, wäre vielleicht Unicable eine Option, hat nur den Nachteil dass es nicht mit allen Empfängern kompatibel ist und vielleicht in 10 Jahren überholt sein wird.

100% Zustimmung. Idealerweise gibt es ein Leerrohrsystem bis zur den Installationsschächten im / in den Flur(en). Dort kann man dann die Etagenswitche positionieren.
Auch bei einer Umsetzung nach DVB-C ergibt sich immer nach meiner Meinung ein erhöhter Aufwand alles aktuell zu halten. Man muß nicht nur die Receiver/Fernseher programmieren, sondern ggf. auch immer noch die Umsetzung neuer Transponder, wie im kommenden Frühjahr. Ersteres macht der Hoteltechniker, zweiteres eher seltener.
Und wenn man schon ein Kabel einzieht, kann man auch direkt noch ein Netzwerkkabel mitverlegen. Auch hier dann die Switche in den Installationsschächten der Etage, Glas zwischen den Etagen und Kupfer bis an PCs.

von Thomas (Metal) - am 04.12.2011 09:00
Zitat
Martyn136
Nen Radiowecker in einem Hotel hab ich persönlich noch nie erlebt. Entweder war Radio übers Fernsehen oder in einigen Fällen auch garnicht möglich. Und zum Wecken nehmen die Gäste in der Regel entweder ihr Handy oder beauftragen einen Weckruf.

DVB-T allein reicht leider auch nicht, weil die üblichen privaten Programme werden ja schon erwartet. Da gibt es eben nur die drei Möglichkeiten: Kopfstelle, ZF Verteilung oder echte Kabelanschlüsse.

Ob ein hoteleigener Kanal wirklich nötig ist hängt stark vom Hotel ab. Solange man es nur drei oder viermal im Jahr braucht tuns Flyer auch.


Kannst du dich nicht mal einfach raus halten, wenn du keinen Plan von der Materie hast? :mad:
1. Hat jedes ernst zu nehmende Hotel einen Wecker (wenn auch nicht unbedingt einen Radiowecker) oder einen Weckdienst.
Ein halbwegs vernünftiges Hotel verlangt nicht von seinen Gästen, dass diese sich selbst das "Weckgerät" (egal ob Handy, Radio- oder richtiger Wecker) mitbringen, sondern bietet einen Weckdienst an (sei es in der Form eines Gerätes, also Weckers, oder in der Form von Weckruf).

2. In den Ballungsräumen reicht DVB-T locker für eine Hotelversorgung aus. Wird auch genutzt, habe ich selbst schon erlebt.

von WiehengeBIERge - am 04.12.2011 09:44
Meine Freundin arbeitet selbst fuer eine Hotelgruppe mit zwei Hotels in Berlin. Internetzugang fuer das eigene Notebook gibt es bei denen kostenfrei ueber einen taeglich wechselnden WLAN-Schluessel. Repeater gibt es etagenweise, die Zimmer sind ausreichend versorgt. Im Lobbybereich gibt es frei zugaengliche PCs mit offenem Internetzugang und Zugriff auf farbige Laserdrucker. Wie man mit frei zugaenglichen PCs umzugehen hat duerfte bekannt sein. ;)

Alle Zimmer verfuegen ueber TFT-Fernseher mit fest programmierter und nicht veraenderbarer TV-Programmliste. Frei empfangbar ist ungefaehr das, was es im Berliner DVB-T auch gibt. Dazu kommen CNN, BBC World, das DW-Fernsehen sowie einige Angebote fuer Pay-per-View. Hausintern wird mit IP-TV gearbeitet. Die Bildqualitaet ist akzeptabel, man sieht aber gelegentliche Unschaerfen, Zieheffekte und manchmal auch echtes Kloetzchenkino. Zum Fernsehen gibt es eine einfache Fernbedienung mit den Grundfunktionen zum Zappen, zur Lautstaerkeregelung und fuer die Videotextsteuerung. Ueber eine Funktastatur mit Trackball kann man mit diesen Geraeten auch einigermassen im Internet surfen. Der Browser ist aber nicht der Kracher und manche Seiten funktionieren (z. B. wenn sie auf Flash angewiesen sind) einfach nicht.

Radiohoeren geht (auch waehrend der Internetbenutzung) ueber diese Geraete. Eigentlich sind alle ortsueblichen Programme bereits abgespeichert. Die Auswahl erfolgt ueber die Funktastatur oder die kleinere Fernbedienung. Der Fernseher selbst muss dabei nicht unbedingt angeschaltet sein, man sieht die Radioprogrammliste allerdings nur darauf. Durchzappen nach Gehoer reicht den meisten Radiohoerern aus.

Licht- und Klimasteuerung laufen ebenfalls ueber dieses Geraet, sind aber zusaetzlich ueber normale Schalter oder Drehregler ohne Fernseher regelbar. Licht ausschalten oder dimmen ist ueber die Fernsehfernbedienung z. B. vom Bett aus 'ne tolle Angelegenheit.

Ueber das hausinterne Intranet kann man sich z. B. einen Imbiss aus dem Angebot auswaehlen und auf's Zimmer bringen lassen. Eine Taxibestellung ist ebenfalls moeglich.

Fernseh- oder Radioton kommen je nach Zimmerausstattung ueber Wand- oder Deckenlautsprecher. Ihre Lautstaerke ist im mit Ruecksicht auf die Nachbarzimmer begrenzt, sonderlich viel Bass bringen sie auch nicht. Die Lautsprecher im Fernseher sind komplett deaktiviert.

Die Bedienoberflaeche fuer's Radio bietet sowohl eine Weckfunktion als auch einen Sleeptimer. Weckwuensche oder Terminerinnerungen kann man selbstverstaendlich auch als Notiz an der Rezeption abgeben, sie erfolgen dann als Anruf auf dem Zimmertelefon. Telefonisch werden auch Besucher angemeldet, die (sofern sie erwartet werden) selbst auf's Zimmer gehen koennen oder in der Lobby abzuholen sind.

Die Fernseher sind zwar nur auf eine Wandhalterung oder ein Regal gestellt, bei Trennung des LAN- oder Buskabels fuer die Zimmersteuerung wird ein Alarm ausgeloest und man erhaelt Besuch vom hauseigenen Sicherheitsdienst. Dafuer gab es wohl gute Gruende.

von PowerAM - am 04.12.2011 10:42
@PAM: Das scheint aber schon ein gehobeneres Hotel zu sein, Standard ist so eine Ausrüstung ganz und gar nicht.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 05.12.2011 11:05
Zitat
WiehengeBIERge
Zitat
Martyn136
Nen Radiowecker in einem Hotel hab ich persönlich noch nie erlebt. Entweder war Radio übers Fernsehen oder in einigen Fällen auch garnicht möglich. Und zum Wecken nehmen die Gäste in der Regel entweder ihr Handy oder beauftragen einen Weckruf.

DVB-T allein reicht leider auch nicht, weil die üblichen privaten Programme werden ja schon erwartet. Da gibt es eben nur die drei Möglichkeiten: Kopfstelle, ZF Verteilung oder echte Kabelanschlüsse.

Ob ein hoteleigener Kanal wirklich nötig ist hängt stark vom Hotel ab. Solange man es nur drei oder viermal im Jahr braucht tuns Flyer auch.


Kannst du dich nicht mal einfach raus halten, wenn du keinen Plan von der Materie hast? :mad:
1. Hat jedes ernst zu nehmende Hotel einen Wecker (wenn auch nicht unbedingt einen Radiowecker) oder einen Weckdienst.
Ein halbwegs vernünftiges Hotel verlangt nicht von seinen Gästen, dass diese sich selbst das "Weckgerät" (egal ob Handy, Radio- oder richtiger Wecker) mitbringen, sondern bietet einen Weckdienst an (sei es in der Form eines Gerätes, also Weckers, oder in der Form von Weckruf).

2. In den Ballungsräumen reicht DVB-T locker für eine Hotelversorgung aus. Wird auch genutzt, habe ich selbst schon erlebt.

Weckdienst habe ich ja oben erwähnt.

DVB-T allein finde ich aber nicht ausreichend, und habs auch noch nicht erlebt.

von Martyn136 - am 05.12.2011 15:27
@ Wolfgang: Drei Sterne und der Wunsch nach einem vierten... ;)

von PowerAM - am 05.12.2011 17:09
In Süddeutschland ist DVB-T abgesehen vom Einzugsbereich des Olympiaturms und des Wendelsteins für Hotelanlagen nicht zu gebrauchen, da hier die üblichen Privatsender fehlen.

Aber mal eine andere Idee zur Hotelverkabelung:

Anfang der 90er Jahre hatte die Firma Ankaro ein Einkabelsystem in Baumstruktur zur Verteilung von Satellitenprogrammen angeboten. Das LNB hatte zwei unterschiedliche LOFs für horizontal und vertikal. Damit konnte man die Programme von Astra 1A und Astra 1B im Frequenzbereich 950 bis 2050 MHz unterbringen und in Baumstruktur verteilen. Das ganze war natürlich für Astra 1C und 1D nicht mehr zu gebrauchen.

Das Prinzip an sich ist jedoch interessant. Es müßte ein Gerät geben, das mit den vier Ausgängen eines LNBs gespeist wird. Der Hotelbesitzer wählt die Transponder aus, die in seinem Haus empfangbar sein sollen. Die gewünschten Transponder aus den vier ZFs (horizontal, vertikal, Low- und High-Band) werden mittels einstellbaren Oszillatorfrequenzen und Bandpässen in den ZF-Bereich 950 bis 2150 MHz umsetzt.

Dann hätte man im ZF-Bereich nur die Transponder, die man tatsächlich empfangen will. Diese ZF könnte man dann in einer Baumstruktur verteilen. An der Antennendose liegen dann nur die ausgewählten Transponder an. Eine Umschaltung zwischen horizontal und vertikal sowie zwischen Low- und High-Band entfällt für den Receiver.


von Kay B - am 05.12.2011 17:19
Ich war 1999 mal in einem 3 oder 4 Sternehotel in der Steiermark. Dort gab es in den Zimmern nur 37 cm TVs mit Mono von vor 1990 und dann auch nur ORF 1 und ORF 2. Als Radio gab es einen Telefonrundspruchempfänger (integriert im Telefon), der Ö3 empfing. Des weiteren gab es noch eine Fernsehraum für alle Gäste. Dort stand ein ca 66 cm TV mit analogen Sat.-Empfang und Premiere-Dekoder.

von Steve-o1987 - am 05.12.2011 17:19
Zitat
Kay B
Anfang der 90er Jahre hatte die Firma Ankaro ein Einkabelsystem in Baumstruktur zur Verteilung von Satellitenprogrammen angeboten. Das LNB hatte zwei unterschiedliche LOFs für horizontal und vertikal. Damit konnte man die Programme von Astra 1A und Astra 1B im Frequenzbereich 950 bis 2050 MHz unterbringen und in Baumstruktur verteilen. Das ganze war natürlich für Astra 1C und 1D nicht mehr zu gebrauchen.

Das Prinzip an sich ist jedoch interessant. Es müßte ein Gerät geben, das mit den vier Ausgängen eines LNBs gespeist wird. Der Hotelbesitzer wählt die Transponder aus, die in seinem Haus empfangbar sein sollen. Die gewünschten Transponder aus den vier ZFs (horizontal, vertikal, Low- und High-Band) werden mittels einstellbaren Oszillatorfrequenzen und Bandpässen in den ZF-Bereich 950 bis 2150 MHz umsetzt.

Dann hätte man im ZF-Bereich nur die Transponder, die man tatsächlich empfangen will. Diese ZF könnte man dann in einer Baumstruktur verteilen. An der Antennendose liegen dann nur die ausgewählten Transponder an. Eine Umschaltung zwischen horizontal und vertikal sowie zwischen Low- und High-Band entfällt für den Receiver.


Das gibt es doch digital auch schon seit "ewigen Zeiten". Für reinen SD-Empfang reicht ja die Übertragung des horizontalen High-Bandes sowie die Einblendung von ein paar Transpondern aus horizontal low und vertikal high - schon ist alles deutsche abgedeckt.

NUR: Gerade in Hotels ist TV5, BBC World und CNN auch hoch interessant, ich würde sogar soweit gehen und noch TVE International, Rai 1, RTP International, ERT World und TRT Turk anzubieten und das sieht dann schon schlechter aus, wenn man viel internationales Publikum hat.

Nur würde ich - unabhängig vom Publikum - keinem mehr anraten, sich sowas vor der analog-Abschaltung noch anzuschaffen, denn da geht das große Transpondertauschen los.

Dann eher bei vorwiegend deutscher Kundschaft den Kompromiss, vorerst einfach mal das horizontal-High-Band 1:1 zu verteilen um nach der analog-Abschaltung überhaupt noch etwas anbieten zu können. Bis auf die Viacom-Kanäle und Sport1, ARD digital sowie kleinere Sender ist erst mal alles deutsche dabei. Steht dann die endgültige Belegung so Mitte/Ende 2012 fest, kann über ein statisches Einkabelsystem nachgedacht werden.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 06.12.2011 08:51
Die Frage ist ja, handelt es sich um ein konkretes Projekt oder ist das eine simple Frage von Westwind, rein aus Interesse?



von Marc_RE - am 06.12.2011 10:57
Zitat von

Zitat
VG Media - Gesellschaft zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen Die VG Media ist eine Verwertungsgesellschaft, die Urheber- und Leistungsschutzrechte, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben, für private Hörfunk- und Fernsehunternehmen wahrnimmt. Im Einzelnen vertritt die VG Media dabei die analoge Weiterleitung von privaten Fernseh- und Hörfunkprogrammen durch Verteileranlagen in Hotels, Pensionen etc. (§§ 20, 20 b UrhG). Beherbungsbetriebe, die eine Weiterleitung von privaten Radio- oder Fernsehprogrammen vornehmen und in Gästezimmern hierfür eine Radio- oder Fernsehempfangsmöglichkeit bereithalten, sind daher gesetzlich verpflichtet, eine entsprechende Vergütung an die VG Media zu bezahlen. Hoteliers sind gegenüber der VG Media gesetzlich verpflichtet, Auskunft über die Anzahl der relevanten Gastzimmer zu geben. Relevant sind solche Zimmer, die über einen Fernseher verfügen, an den über eine Hausverteileranlage die Fernseh- und Hörfunkprogramme über Kabelsysteme weitergeleitet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Programmsignale über eine zentrale Empfangseinheit (z. B. Satelittenantenne auf dem Dach) oder über einen Kabelnetzbetreiber bezogen werden. Erfolgt der Empfang jedoch unmittelbar über Zimmerantenne (DVB-T) entfallen die urheberrechtlichen Vergütungen.


Also ich würde genau aus diesem Grund auf DVB-T setzen :-)


von TobiAC - am 06.12.2011 16:06
Wenn die Empfangslage es hergibt. Muss aber auch sagen, dass ich es, gerade in Berlin, schon öfter gesehen habe. Warum auch nicht.

von Mario B. - am 06.12.2011 16:21
Ein Empfang per Zimmerantenne ist aber nicht immer möglich, wirkt außerdem billig. In einer einfachen Pension würde ich das akzeptieren, in einem ordentlichen Hotel auf keinen Fall.
Wenn ich billig absteige, reicht mir die Stabantenne vom DVB-T Receiver auf der Röhrenglotze. Wenn ich gutes Geld in einem guten Hotel bezahle, will ich einen LCD oder Plasma an der Wand.
Auf Spielereien wie die Willkommensnachricht kann ich dann verzichten. Um den Gast zu begrüßen ist daß Personal da, nicht der Fernseher.
Ansonsten eine Verteilanlage bauen und an die VG Media, bezahlen, letztendlich zahlt das dann eh der Gast mit. Damit sind dann auch Hauskanäle, das einspeisen weiterer, auch ausländischer Sender usw. möglich.
Das Grundangebot kann dabei ja ruhig terrestrisch über DVB-T kommen. Je nach Gegend kommt da ja schon eine brauchbare Programmzahl.
Den Rest halt von Sat umsetzen.



von Marc_RE - am 06.12.2011 17:11
Zitat
Wolfgang R
Dann eher bei vorwiegend deutscher Kundschaft den Kompromiss, vorerst einfach mal das horizontal-High-Band 1:1 zu verteilen um nach der analog-Abschaltung überhaupt noch etwas anbieten zu können. Bis auf die Viacom-Kanäle und Sport1, ARD digital sowie kleinere Sender ist erst mal alles deutsche dabei. Steht dann die endgültige Belegung so Mitte/Ende 2012 fest, kann über ein statisches Einkabelsystem nachgedacht werden.
Viva und Nick/CC sind ja über den Österreichtransponder zu empfangen, fehlen würden bei der Lösung Phönix, Sport1 und DMAX.

von Martyn136 - am 07.12.2011 02:54
Das ist ja krass! Diese VG Media kannte ich noch gar nicht. Also eine Firma, die Besitzer von privaten Kabelanlagen innerhalb eines Gebäudes nochmal kräftig abzockt? Und das nur, weil sie ihren Gästen die ganzen Werbemüllsender zugänglich machen? :eek:

Das ist ja wie eine GEZ für Privatsender! :mad:

Zockt diese VG Media nur Hotel- und Pensionsinhaber ab oder generell alle Besitzer von Kleinkabelanlagen?


von Kay B - am 07.12.2011 18:08
Daas tHema der Abgaben für Hotels gab es hier vor kurzem doch schonmal, oder?

Bei diesem Link:

http://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/Publikationen/Wahlcheck_Bundestagswahl/kapitel_urheberrecht.pdf

erfährt man mehr. Die derzeitige Gebührenbelastung pro Zimmer/Jahr
GEMA 4,50 Euro
GVL 2,25 Euro
ZWF 7,50 Euro
VG Media 6,80 Euro
VG Wort 2,00 Euro

Gesamt 23,05 Euro

Klingt nicht so viel, aber hinzu kommt noch die GEZ. Anscheined gilt dies immer, sobald in der Öffentlichkeit so ein Angebot entsteht. Schon absolut schräg das Urheberrecht in Deutschland. DVB-T Direktempfang kostet nichts, wenn die Signale aber von der Dachantenne kommen, kostets. Oder nur mit Umsetzung? Trotzdem schräg.

von CBS - am 07.12.2011 19:09
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.