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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
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PeterSchwarz, radiofreund, RadioNORD, andimik, Kroes, Wiesbadener, dxbruelhart, Fred54, Rolf, der Frequenzenfänger, Winfried Haug, MainMan

Neue Sender für Neckarburg

Startbeitrag von radiofreund am 01.02.2004 12:24

Radio Neckarburg hat der Telekom gekündigt (Grund: zu hohe Kosten für die Sender). Jetzt wird RNB eigene Sender in der Nähe zu den alten in Betrieb nehmen. Der Geschäftsführer meint, dann auf den selben Frequenzen eine bessere Versorgung des Sendegebiets zu erreichen. Start ist Mai für die Rottweiler Frequenz, Februar 2005 sollen alle Umstellungen beendet sein.

Antworten:

Ich muss jetzt mal ganz dumm fragen: Ist es überhaupt zulässig, seine eigenen Sendeanlagen aufzubauen? Aus Frankreich und Italien kennt man das ja - aber bei uns? Mir ist kein einziges Privatradio in Deutschland bekannt, dass über eigene Anlagen abstrahlt. Wenn es erlaubt ist, warum macht es niemand? (Über eine längere Zeitspanne wäre es sicherlich billiger als die Sendermiete für die Telekom.)


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Microsoft & Deutsche Telekom & AOL = die wahre Achse des Bösen

von Fred54 - am 01.02.2004 17:30
Die ARD-Anstalten betreiben ihre UKW-Sender selbst und es gibt diverse Privatsender, die solche Standorte mitbenutzen, z.B. Regenbogen auf der Hornisgrinde oder Radio7 auf dem Witthoh.

@ Sendertechnik Radio Neckarburg: falls ihr meinen Garten als Senderstandort nutzen wollt, meldet euch! ;)



von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.02.2004 19:10
Fred54 schrieb:

Zitat

Ich muss jetzt mal ganz dumm fragen: Ist es überhaupt
zulässig, seine eigenen Sendeanlagen aufzubauen? Aus



Man benoetigt(e) dazu bislang eine Lizenz der RegTP. Es gab sogar eine spezielle Lizenz, wenn diese nur fuer Rundfunksendungen benutzt wurden. Da diese Lizenzen gegen EU Recht verstossen, teilt die RegTP keine mehr zu.
Man muss nur noch die Fachkunde nachweisen.

Die die Gebuehren recht hoch sind, hat man nach 12 Monaten den Sender drinnen. Du musst eben einen Turm finden, auf den du mit deiner Antenne rauf darfst.

Winfried

von Winfried Haug - am 01.02.2004 20:30
Das ist ja stark. Wenn dieses Beispiel Schule macht, kann T-Systems mit seinen überzogenen Mietpreisen bald einpacken - oder die müssen die Preise spürbar senken. Naja, Konkurrenz belebt eben das Geschäft!
@radiofreund: hast du diese Info von RNB direkt oder kann man das irgendwo nachlesen?

Gruß,
MainMan

von MainMan - am 02.02.2004 07:34
Ich habe das ebenfalls gehoert vom Geschaeftsfuehrer von Radio Neckarburg; jedenfalls wollten die die neuen Sender selbst aufbauen; die wollten also auch eigene Masten aufstellen, nicht unbedingt auf bereits stehende Masten gehen (wo allerdings schon private Masten stehen, da gehen sie wohl auch gerne drauf)



von dxbruelhart - am 02.02.2004 07:37
Die Infos hab ich vom Geschäftsführer. Allerdings macht er kein Geheimnis um die Sache. Er will sich die neuerlichen Preiserhöhungen bei der Telekom nicht mehr bieten lassen. Und da er ja Techniker und leidenschaftlicher Bastler ist....



von radiofreund - am 02.02.2004 13:24
Also der kleine Küchensender steigt in meiner Achtung immer mehr.
Zum einen widersetzen sie sich standhaft (fast schon wie die Gallier der Radioszene) allen Formatradiotendenzen und sind damit auch noch (ja die Herren Berater) sehr erfolgreich vor allem im akquirieren lokaler Werbung, zum anderen scheint der Chef wirklich Ahnung von der Technik zu haben. Das habe ich schonmal in einem Gespräch am telefon rausgefunden.
Die damals recht lapidare Antwort auf die Frage nach RDS oder gar DAB-Abstrahlung "Ha wofür brauche mr des, die meiste höred uns doch im Kücheradio!" zeugt wiederum von schwäbischem Pragmatismus!
Aber im prinzip hat er ja Recht. Andere Sender haben sich durch teuren Schnickschnack im Studio und teure Selbstwerbung in den Ruin getrieben.
Bei Neckarburg hat man ungefähr das Feeling eines holländischen Lokalsenders (da läuft oft auch alles querbeet) und das noch komrziell betrieben.

Ich hoffe, das daraus vielleicht doch ein Präzendenzfall wird und mehr Stationen dazu übergehen, T-Systems zu kündigen.

von PeterSchwarz - am 02.02.2004 19:48
Das Betreiben eines UKW-Senders in Eigenregie ist nicht ganz so einfach. Frequenzen sind im allgemeinen ja für bestehende Standorte koordiniert - und das sind im Allgemeinen Telekom-Türme (oder die Anlagen öffentlich-rechtlicher Sender). Kommt jetzt Privatradio XY und sagt: Och, uns ist das zu teuer bei T-Systems oder bei der Ö-R-Anstalt die Sendermiete zu bezahlen, kann sie natürlich den Standort wechseln - allerdings dürfte der neue Standort kaum auf demselben Turm sein. Folglich müßte die Frequenz auf einen anderen Standort umkoordiniert werden. Das kostet bei stärkeren Sendern locker einen sechsstelligen Euro-Betrag. Hab ich gerade aus dem näheren Umfeld mitbekommen. Da dieses Geld bei den allermeisten Stationen nicht in der Portokasse liegen dürfte, unterbleibt halt der Standortwechsel - und man zahlt weiter an T-Systems...



von RadioNORD - am 03.02.2004 00:36
Tlw ist es bei neukoordinierten Standorten so, daß die Telekom ihrerseits erst Raum für den Sender anmieten muss.
In so einem fall kann man doch zumindest selbst tätig werden.
Oder man hat das Glück, daß sich unmittelbar neben dem T-Standort noch ein Gebäude oder was anderes befindet, wo man ne Sendeantenne ranhängen kann.
Mobilfunksender gibt es doch auch schon an Hochspannungsmasten.

In der Schweiz hängen UKW-Sender an Liftmasten, andernorts an Lampenmasten von Fußballstadien.
Nur in Deutschland ist man da so unflexibel...leider!

von PeterSchwarz - am 03.02.2004 11:55
Zunächst einmal reden wir hier von einem alten Hund: in den meisten europäischen Ländern gibt es längst mehrere Sendenetzbetreiber oder aber einen Sendebetrieb in Eigenregie. Die Adressen in Deutschland sind ja bekannt: etwa Telefunken oder AEG für die Sender, Kathrein für die Antennen. Evtl. ein neuer Telekommunikationsanbieter für die Zuführung vom Standort, und man ist völlig telekomunabhängig. Das Problem ist nur die Koordinierung: m.W. muss eine Abweichung von 6 km rund um die bisherige Antenne nicht groß neu koordiniert werden, sondern lediglich bei der ITU als MOD registriert werden. Sagt jetzt beispielsweise Sky Radio hier in Hessen, man wolle Kosten sparen und in Limburg statt des Fernmeldeturms in Staffel über das 4 km Luftlinie entfernte Windrad bei Holzheim funken, müssen lediglich die geänderten Koordinaten bei RegTP und ITU angemeldet werden. Möchte man aber auf den 10 km entfernten Mensfelder Kopf wechseln und die Antenne an einem Strommasten befestigen, bedarf es einer kompletten Neukoordinierung, die freilich bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen könnte (bitte korrigiert mich, habe das ganze auch nur vom Hörensagen so vernommen).

von Wiesbadener - am 03.02.2004 12:07
ABY ist ja auch nicht über den BR zu empfangen.

In Österreich gibt es auch viele Sender (Antenne Tirol, Radio Osttirol, etc.), die in Eigenregie ein Netz aufgebaut haben, von den Kleinsendern mit nur einem Standort gar nicht zu sprechen ...



von andimik - am 03.02.2004 13:32
Tlw. nutzt ABY wohl die Standorte des BR mit, zB Grünten oder ochsenkopf.

von PeterSchwarz - am 03.02.2004 15:54
Das wär doch ein Betätigungsfeld für junge Hochfrequenztechnik-Absolventen.
Warum nicht ein Start-Up-Unternehmen gründen (hier in AC gibts zB ein Institut) und T-Systems mal Konkurrenz machen.
Umso mehr da die Aachener hier ganz in der Umgebung (Belgien, NL) anschauen können, wie sowas in der Praxis umsetzbar ist.

Das Problem ist: Es gibt ausser T-Systems keine mir bekannten Unternehmen, die neben dem Aufbau auch die Betreuung und Wartung von Sendeanlagen übernehmen.
Wenn der eigenbetriebene Sender ausfällt, muss man ja erst mal jemanden haben, der den wieder repariert/wartet/in Betrieb nimmt.
Da ist dann wohl die Komplettmiete bei T-Systems billiger und ausfallsicherer.
Einige der belgischen Lokalsender haben zB eine recht hohe Ausfallquote.
Dabei handelt es sich meistens um verwaiste Lokalstationen, die heute nur noch als relay eines landesweiten Networks (Contact u.a.) betrieben werden.
Da muss dann erstmal jemand merken, daß der Sender ausfällt.
Ein häufiger Kandidat war R. Contact in Welkenraedt-Henri Chapelle.
Der war die letzten Jahre eigentlich nach jedem schweren Gewitter oder Sturm off air, manchmal über eine Woche lang.

von PeterSchwarz - am 03.02.2004 18:14
Die häufigen Ausfälle in Belgien sieht man dort inzwischen schon mit (Galgen-)Humor, wie der Artikel auf http://www.fmradio.be/new/nieuws.php?id=13908 beweist.

"Misschien kunnen we een competitie te starten. Wie vindt vier radio's die tegelijkertijd het 'goedkoopste' programma maken (het 'gat' omdat de presentator nog aan de phone hing, telt niet mee)." ;)

von Kroes - am 03.02.2004 19:24
Wie ich erfahren habe, wird die Umstellung des Rottweiler Senders um ein Jahr verschoben. Grund sind juristische Fragen, die immer noch nicht geklärt sind.



von radiofreund - am 15.03.2004 13:32
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