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Eins Plus wird abends zum Jugendkanal ausgebaut

Startbeitrag von Schwabinger am 11.03.2012 08:44

www.satnews.de/mlesen.php?id=19184dc2dbed9f084db1aeec42195e8b
Zitat
satnews
Der Südwestrundfunk will den Digitalsender Eins Plus, dessen Schwerpunkt eigentlich auf Ratgeber-, Service- und Wissenssendungen liegt, in Eigenregie zu einem Angebot für jüngere Zuschauer umzubauen. Ab dem 30. April werde dazu das Abend-Programm zwischen 20:15 Uhr und 0:30 Uhr neu aufgestellt, wie der Branchendienst DWDL berichtet. Neben bereits bekannten Sendungen, die auch für die jüngeren Generationen interessant sind, wie etwa "SWR3 latenight", würden auch zunächst fünf neue Formate ihren Weg ins Programm finden.
Antworten:
Und täglich grüßt das Murmeltier... Das wird doch alle Jahre wieder auf den Tisch gebracht.

von Spacelab - am 11.03.2012 10:40
Es gibt bei der ARD gar nicht genügend echte Jugendsendungen um damit einen ganzen Kanal 24h/7d voll zu bekommen, son Quatsch kann man immer mal in die Welt setzen.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 11.03.2012 10:50
Andererseits ist es aber genau dass, was in der ARD (und auch beim ZDF) am meisten fehlt: Ein Angebot für die Jugend. Die beiden Hauptsender bringen ein reines Seniorenprogramm und vermeiden jede Veränderung wie die Pest. Dann lieber einen Nachfolger für den tatterigen Thomas Gottschalk für die gleiche Sendung suchen, ihn aber nicht in Rente schicken, sondern auf Altersteilzeit für viel Geld behalten. Serien wie Lindenstraße, Soko, Immer unser Charlie und Forsthaus Buchenwald laufen seit 30 Jahren unverändert, Tatort sogar seit über 50 Jahren. Neue Formate? Fehlanzeige. Interessante Sachen gibt es allenfalls auf den digitalen Zusatzsendern versteckt, wie beispielsweise die durchaus jugendtaugliche Sendung "Ijon Tichy". Das war es aber auch mit kreativen, neuen Formaten, die auch Menschen unter 50 ansprechen. Bei einer 60 Jahre alten ARD-Intendantin und einem ZDF Intendanten, bei dem einzige Kriterium für den Job das CDU-Parteibuch war, erwarte ich aber auch nichts.

von Exidor - am 11.03.2012 10:57
Ich verstehe das einfach nicht... Warum ist es nicht möglich, gemeinsam einen Jugendkanal zu machen? Der WDR ist mirt Einsfestival da schon nahe dran, warum muss der SWR da jetzt quasi ein Gegenangebot dazu aufbauen?

von DigiAndi - am 11.03.2012 11:03
Vorerst will man ja auch nur rund 4 Stunden am Abend ein "jugendlich orientiertes Programm" senden. Ich bin mal gespannt. Also zumindest die versuche vom ZDF haben etwas extrem bemühtes. So nach dem Motto: "Ich möchte gern und kann nicht." Ich erinnere da nur an den Kraut und Rüben Kanal "ZDFneo". Dort schwankt man ja auch zwischen hui und (leider immer mehr) pfui hin und her.

von Spacelab - am 11.03.2012 11:07
Einen gemeinsamem Jugendkanal von ARD/ZDF fände ich auch sinnvoller als dass jeder der beiden Anstalten, mal stundenweise versteckt ins Gesamtprogramm dazwischengeschoben, etwas "Jugendprogramm" über seine Digitalkanäle über den Tag verteilt verstreut.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 11.03.2012 11:31
Was macht denn ein jugendlich orientiertes Programm für euch aus? Dass es viele bekannte Spielfilme und Serien zeigt, oder was?

Als reine Seniorenprogramme würde ich ARD und ZDF nicht bezeichnen, ich finde da durchaus öfters mal ansprechende Sendungen.

von Zwölf - am 11.03.2012 11:32
Ein jugendlich orientiertes Programm spricht einfach die Sprache der Jugend. Das Programm muss schnell, laut und grell sein. Und dazu gehören natürlich auch die typischen amerikanischen "Peng! Peng! Hirn aus!" Serien und Filme. Ich kann nicht irgendwelche Dokus über eine 90 jährige Frau aus Jordanien, 2 Kochshows hintereinander und dann eine Reportage über eine Familie aus Russland bringen und mich dann wundern dass das kein Jugendlicher schaut. Eine Serie, oder ein Spielfilm am Tag reißt das nicht raus. Die Jugend von heute ist mit einer riesen Anzahl von Fernsehprogrammen aufgewachsen und wenn auf dem angeblichen Jugendkanal der Öffis der oben genannte Quatsch läuft wird halt umgeschaltet. Und passiert das öfters dann wurde der Sender zum letzten mal eingeschaltet.

von Spacelab - am 11.03.2012 11:49
Das muss gar nicht mal "Peng peng" sein, es geht auch intelligenter. Genauso wie "Kika" das intelligente Gegenstück zu "Nick" ist, kann man auch ein besseres Jugendprogramm machen. Die britische BBC macht es mit CBBC doch vor. Dort laufen gute Eigenproduktionen wie "Sarah Jane Adventures" oder "Tracy Beaker". Früher hatten die hoffentlich-rechtlichen Sender auch bei uns intelligente Jugendsendungen wie "Timm Thaler", "Die Vorstadtkrokodile", das "ZDF-Ferienprogramm" oder die Sportsendung "Pfiff", die Kochsendung für Kinder "Lirum Larum Löffelstiel", usw. Leider wird da heute gar nichts mehr produziert, die Altersgruppe zwischen "Sesamstraße" und "Marienhof" scheint einfach für das deutsche Fernsehen nicht mehr existent zu sein. Das ist eine Fehlentwicklung, die m.E. dringend gestoppt werden muss.

von Exidor - am 11.03.2012 13:15
ARD/ZDF haben einfach Angst, ihre (sehr alte) Zuschauerschaft auf den Hauptprogrammen zu vergraulen. Und die will den Kram nun mal sehen. Sendungen wie Silbereisen werden nun mal von 6 Mio angeschaut - auch wenn davon 90% über 60 sind. Deutschland ist nun mal auf dem Weg ein Seniorenstaat zu werden. Da werden die Privaten auch nicht umdenken müssen.

von TerranusI - am 11.03.2012 13:42
Zitat
DigiAndi
Ich verstehe das einfach nicht... Warum ist es nicht möglich, gemeinsam einen Jugendkanal zu machen? Der WDR ist mirt Einsfestival da schon nahe dran, warum muss der SWR da jetzt quasi ein Gegenangebot dazu aufbauen?

Genau so sieht's aus!

von Sebastian Dohrmann - am 11.03.2012 14:05
Also ganz persönlich würde ich jetzt mit dem WDR auch nicht unbedingt gemeinsame Sache machen wollen... *duckundweg*

von Wrzlbrnft - am 11.03.2012 14:25
Ehrlich gesagt, habe ich wenig Hoffnung, dass das mit EinsPlus was Erfolgreiches wird. Die letzten Bemühungen deutscher Sender "jüngeres Programm" anzubieten erschienen mir so ein bisschen halbherzig, und wurden vom Großteil des Zielpublikums wahrscheinlich gar nicht richtig wahrgenommen.
Ich fänds ja interessant, wenn man ein an ein jüngeres Publikum adressiertes Programm als internationales Angebot aufziehen würde. Internationale Sender müssen ja nicht immer nur aus Kultursendungen bestehen. Ich könnte mir vorstellen, dass ARD und ZDF beispielsweise in Zusammenarbeit mit der BBC ein attraktives Programm für jüngere Leute auf die Beine stellen könnten. Vielleicht eine Mischung aus Wissenschaft, Unterhaltung und Interaktiven Bestandteilen.

von Zwölf - am 11.03.2012 14:43
-- gelöscht und unten angefügt --

von brouillage - am 11.03.2012 20:32
Die deutschen öffentlichen Anstalten versagen bereits qualitativ und quantitativ beim Kinderfernsehen. Es gibt lediglich den Kinderkanal als Sammelkanal für alle Altersgruppen von 0 bis 12. Deshalb gibt es hierzulande im Vergleich zum Vereinigten Königreich viel mehr Raum für pädagogisch und edukativ belanglose Kinderimportware auf Privatsendern.

Die BBC sendet am Vor- und Nachmittag vier (pädagogisch unstrittig auf hohem Niveau und mit weit höherem Budget) selbstproduzierte Kinderprogramme für unterschiedliche Altersgruppen mit einem umfangreichen edukativen Internetbegleitangebot das in vielen Schulen eingesetzt wird. BBC 1 - 4 senden erst ab dem späten Nachmittag bzw. Abend Programme für ältere Zielgruppen.

Da man also schon mehrere Kinder-Generationen ans Privat-TV und Internet verloren hat muß man sich nicht wundern wenn sie später, älter geworden, als Jugendliche und junge Erwachsene gar nicht erst auf die Idee kommen die Öffentlichen als medial relevantes Angebot wahrzunehmen.

Der Zug ist da schon länger erst mal abgefahren. Das man ausgerechnet bei einem Sender, dessen Zentrale in einem weltfernen Kurbad überreicher Greise angesiedelt ist, nun draufkommt, dass man da Defizite hat, offenbart die Einfallslosigkeit und aufgehäufte Inkompetenz unserer ÖRs beim Rumeiern mit den in immer höherer Frequenz ge-relaunchten Digitalkanälen.

Im Radio ist es diesbezüglich ja ganz ganz finster. Abgesehen vom BR Zünfunk gibt es inhaltlich nur völlig anspruchslose Kommerzformate (wie Das Ding, NDR Joy oder MDR Jump) bei denen die Finanzierung aus öffentlichen Gebühren sehr fragwürdig erscheint.

von brouillage - am 11.03.2012 20:34
@ DigiAndi

Zitat

Ich verstehe das einfach nicht... Warum ist es nicht möglich, gemeinsam einen Jugendkanal zu machen?


Och nöööö! Nicht noch einen weiteren Kanal in dem für gut 80 Millionen Bürger aufgeblähtesten Rundfunksystem weltweit.



@ Zwölf

Zitat

Als reine Seniorenprogramme würde ich ARD und ZDF nicht bezeichnen, ich finde da durchaus öfters mal ansprechende Sendungen


Ja, und zwar zwischen 23 und 6 Uhr! :-(

Schon alleine der Begriff "Montagskino im ZDF" ist eher lächerlich, wenn er zu einer Uhrzeit angesetzt wird, den eine am Dienstag arbeitende Bevölkerung nicht wahrnehmen kann.



@ Spacelab

Zitat

Ich kann nicht irgendwelche Dokus über eine 90 jährige Frau aus Jordanien, 2 Kochshows hintereinander und dann eine Reportage über eine Familie aus Russland bringen und mich dann wundern dass das kein Jugendlicher schaut.


Das zeigt auch sehr deutlich, welche Zielgruppe die zweitwichtigste Zielgruppe der öffentlich-rechtlichen Sender ist: Die Hausfrauen.



@ Exidor

Zitat

Früher hatten die hoffentlich-rechtlichen Sender auch bei uns intelligente Jugendsendungen wie "Timm Thaler", "Die Vorstadtkrokodile", das "ZDF-Ferienprogramm" oder die Sportsendung "Pfiff", die Kochsendung für Kinder "Lirum Larum Löffelstiel", usw.


Leider ist es bei den öffentlich-rechtlichen so, daß da jede eigenproduzierte Kindersendung unbedingt pädagogisch wertvoll sein muß, was oftmals dazu führt, daß die Sendung lahm und gekünstelt jugendlich erscheint. So war das z.B. bei X Base - der Computer Future Club
http://de.wikipedia.org/wiki/X_Base
im ZDF.


Mein Vorschlag:

ARD und ZDF sollten ihr Programm generell eher auf die Jugend und mittelalte Erwachsene ausrichten. So wie bei ORF 1.

Die Senioreninhalte sollte man auf die dritten Programme konzentrieren und mit Regionalsendungen mischen. So wie bei ORF 2. Es spricht ja nichts dagegen, daß z.B. der Silbereisen zeitgleich auf allen dritten Programmen ausgestrahlt wird.

Reportagen über irgendwelche afrikanischen Stämme und deren Kultur bekommt man bei arte und Phoenix unter.

von Kay B - am 11.03.2012 21:05
Zitat
Kay B
@ DigiAndi

Zitat

Ich verstehe das einfach nicht... Warum ist es nicht möglich, gemeinsam einen Jugendkanal zu machen?


Och nöööö! Nicht noch einen weiteren Kanal in dem für gut 80 Millionen Bürger aufgeblähtesten Rundfunksystem weltweit.


Wieso einen weiteren??? Es geht doch darum, EinsPlus oder Einsfestival in einen Jugendkanal umzubauen und nicht mit beiden halbe Sachen zu machen.

von DigiAndi - am 12.03.2012 07:27
Dann wäre ich aber auch dafür EinsPlus deutschlandweit über DVB-T auszustrahlen. Ich würde dafür hier im Saarland auch den Programmplatz des SWR Fernsehens opfern. Da läuft eh zu 90% das gleiche wie im SR Fernsehen. :rolleyes:

von Spacelab - am 12.03.2012 07:43
Also bei mir geht Eins Plus aus Saarburg auf Kanal 46 auch indoor, eine etwas bessere Antenne vorausgesetzt, mit feinerer Antennenausrichtung klötzchenfrei.

von Saarländer (aus Elm) - am 12.03.2012 08:12
@ DigiAndi

Zitat

Wieso einen weiteren??? Es geht doch darum, EinsPlus oder Einsfestival in einen Jugendkanal umzubauen und nicht mit beiden halbe Sachen zu machen.


Ach so, dann habe ich das falsch verstanden.

Ich gehe nur einfach auf die Barrikaden, wenn die Öffentlich-Rechtlichen noch einen weiteren Kanal starten wollten und dann wieder die nächste Gebührenerhöhung eingefordert wird.

von Kay B - am 12.03.2012 12:02
Zitat
brouillage
... Das man ausgerechnet bei einem Sender, dessen Zentrale in einem weltfernen Kurbad überreicher Greise angesiedelt ist, nun draufkommt, dass man da Defizite hat, offenbart die Einfallslosigkeit und aufgehäufte Inkompetenz unserer ÖRs beim Rumeiern mit den in immer höherer Frequenz ge-relaunchten Digitalkanälen.

Falsche Annahme. Innerhalb der ARD ist nun mal der swr für EinsPlus zuständig.

von Eckhard. - am 12.03.2012 12:03
Zitat
auch wenn davon 90% über 60 sind. Deutschland ist nun mal auf dem Weg ein Seniorenstaat zu werden. D


Ich habe noch Fernsehen in den 60er Jahren geschaut. Da gab es am Nachmittag eine Stunde für die Jüngeren. Das war´s. Und am Morgen und in der Nacht gab es das Testbild, teilweise noch ein besseres Programm als viele Blöd-Sender von Heute.

Also waren wir schon vor 50 Jahren ein mega Seniorenstaat.

Die Jugend von heute rennt mit Smartphones und Tablets und so einem Kram herum, da bedarf es nicht noch eines 24 Stunden Fernsehkanals.

Man sollte sich wieder abgewöhnen, jede ach noch so kleine Zielgruppe mit einem eigenen Kanal im Fernsehen wie im Hörfunk bedudeln zu müssen.

von Dampfradio - am 12.03.2012 12:10
Extra - NDR
plus - SWR
festival - WDR.

Am überflüssigsten war und ist plus, ein reiner bandbreitenverschwendender Festplattenwiederholer.

plus sollte ja mal mit festival verschmolzen werden und zu einem richtigen "Jugendprogramm" (ich find es schon bezeichnend, dass man zu diesem Begriff greifen muss, es wäre schon gut, ein "normales" Programm zu machen, also für Leute zwischen 20 und 60) werden, allerdings konnten sich SWR und WDR nicht einigen - da sind die Eitelkeiten einfach unüberwindbar. Der SWR ist im TV Bereich der mit Abstand verstaubteste Sender, das SWR Dritte ist selbst für 60jährige zu alt. Sogar der BR hat es gerafft, Teile des BR Dritten für Jüngere attraktiver zu machen.

Dieses Hickhack hat es wohl auch verhindert, dass die ARD-Zusatzsender auf HD geschaltet werden (anders als beim ZDF) und erstmal weiter in SD bleiben.
Das Problem beim SWR ist einfach, dass man bei einem "Jugendprogramm" mit dem WDR immer die zweite Geige hätte spielen müssen, da man hausintern überhaupt keine Kompetenzen mehr für Sendungen hat, die unter 65jährigen überhaupt erreichen, einige sehr wenige Sache ausgenommen.

von TerranusI - am 12.03.2012 12:14
Zu meiner Jugendzeit waren am Morgen die Lernenden in der Schule oder zur Uni, die Arbeitenden waren auf der Arbeit, die dazwischen waren in der Lehre, also hier schon mal keine potentiellen "Fernseher". Die Hausfrauen lauschten ihrem Lieblingsmoderator am Radio.
Am Nachmittag waren die Lernenden beim Hausaufgaben machen und danach hatten sie Zeit für´s Fernsehen. Heute sehen sie nicht fern sondern packen ihre Rucksäcke mit alkoholischen Getränken voll und treffen sich zum chillen (altdeutsch: herumgammeln). Danach entsorgen sie ihre Flaschen und Dosen auf der Straße oder in der Natur, damit der Heimweg nicht so schwer wird. Die mobilen fahren zu McDrive und dann kannst Du die Spuren auf den nächsten Kilometern verfolgen, was zuerst aufgegessen wurde, diese Verpackung findest du dann im Straßengraben.

Und wo schon Dreck liegt, da schmeißen ALLE noch Dreck dazu.

Was heute fehlt und da könnte ein Jugendfernsehen helfen, Werte vermitteln................
Aber ob das jemand einschalten würde.....???

von Dampfradio - am 12.03.2012 12:42
@Dampfradio: einige machen es, nicht alle. Aber KayB nannte ja schon ein Beispiel: in den 80er und 90ern bot gerade das ZDF ein teils echt gut gemachtes Jugendprogramm in der Schiene zwischen 14 und 17 Uhr - also genau nach dem die Hausaufgaben fertig sind. Heute läuft da Kochzeug für die Generation 60+. Die ARD zeigte früher Sachen wie "Spaß am Dienstag", heute laufen billige Tierwärterdokus. Man hat alles in den "Kika" ausgelagert, der aber eben nur Vorschule bis 12Jährigen anspricht. Für die "Nachpubertären" bis Volljährigen kommt heute nachmittags im TV nix mehr brauchbares. Die schauen sich dann den Assi Mist auf RTL an. Früher lief um die Zeit McGyver oder Star Trek...
Dass halbwegs intelligentes Jugendfernsehen durchaus machbar ist, kann man bei der BBC sehen, wenn man zwischen 15 und 17 Uhr dort einschaltet.
Das ZDF zeigt mit ZDFneo, dass durchaus etwas machbar wäre in Deutschland, das Potential ist da. Die ÖR trauen sich aber nicht mehr, sind einfach zu verkrustet, und die Privaten sind nur am schnellen Geld interessiert, da ist für Innovation kein Platz, sondern es muss schnell das ausgeschlachtet werden, was billig ist und bei der GfK die richtigen Zahlen bringt. Das Resultat ist das derzeitige, grausame Nachmittagsprogramm bei dem es einem peinlich sein kann, dass es ganz Europa empfangbar ist.

von TerranusI - am 12.03.2012 12:52
Absolut berechtigte Kritik!
Ich finde es auch erschreckend, dass der überwiegende Teil der Jugend heute beim RTL-Fernsehen gelandet ist, also längst nicht nur die chronisch schlechten Schüler und diejenigen aus der Unterschicht.
Wie u. a. 'brouillage' ausführte, haben auch die meisten "Jugendradios" inzwischen ein Niveau erreicht, das man sich kaum noch tiefer vorstellen kann. Für die Zielgruppen oberhalb des Jugendalters (feste Grenzen gibt es nicht) exisitiert die nahtlose Fortsetzung in Gestalt solchen Grauens wie "Radio SAW".

von hetietz - am 12.03.2012 13:14
Früher war das Fernsehen eben allgemein viel besser. Auch Farben gab's nicht soviele, die uns überfordert hätten.

Ich hab mir erst kürzlich mal wieder alte Kalkofes-Mattscheibe-Folgen angesehen und will mal sagen, dass Fernsehen war bereits in den 90ern auf einem Niveau, bei dem man schreiend hätte davon rennen wollen. Dank Digital-TV haben wir heute aber zahlreiche Alternativen, die aber eben kaum einer kennt.

von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 13:33
Hast du den ersten Satz jetzt ironisch gemeint?
Mir persönlich fällt der zeitliche Vergelich etwas schwer, weil ich das Fernsehen erst seit den 90ern kenne...

von Zwölf - am 12.03.2012 14:05
Ich bin mit dem Fernsehen auch erst seit den späten 80ern richtig vertraut geworden und das mit Farben war ironisch gemeint, ja. ;)
Und eben. In den 90ern gab's auch schon genügend Bockmist über den man sich aufregen konnte. Wenn du dir auf YouTube mal die ganzen alten Kalkofe-Clips ansiehst, wirst du mir recht geben. Mir geht nur das endlose Gejammere, dass das Fernsehen heute so viel schlechter sei als früher auf den Senkel.

von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 14:15
(ich greif mal vor) nee natürlich war das voll ernst gemeint und so........

EDIT: überschnitten :D

von Rosti 2.0 - am 12.03.2012 14:15
@Wrzlbrnft: Mist kam schon immer im TV, es kommt aber auf den Anteil an. Kalkofe hat sich natürlich immer das Grausamste rausgegriffen. Er selbst hat aber mal gesagt, dass man früher noch länger nach "Material" suchen musste als heute. Heute sind selbst viele Sendungen kaum mehr parodierbar, praktisch der gesamte RTL Nachmittag.
Anders gesagt, der Anteil des Programms der völliger Mist ist, nimmt seit ca. 10 Jahren drastisch zu, besonders bei den beiden großen Privatsendern RTL und Sat1.
Die ÖR dagegen sind einfach vor 10 Jahren stehen geblieben. Man sendet den immer gleichen Driss.

von TerranusI - am 12.03.2012 14:23
Ich merke für meinen Teil einfach, dass ich heute größtenteils nur noch bestimmte Pay-TV-Programme sowie bestimmte ör-Inhalte ansehe. FTA-Privat-TV praktisch gar nichts mehr, gelegentlich mal noch eine Sendung auf Nickelodeon, seit Dezember ist der ja aber auch unansehbar geworden.

von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 14:33
Ob das Fernsehen früher besser war als heute muß jeder für sich entscheiden. Soetwas ist sehr subjektiv.

Aus meiner Sicht sind die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender halt wirklich Anfang der 90er den Bach runter gegangen. Man distanzierte sich von zugekauften US-Serien, die in den 80er Jahren noch das Vorabendprogramm des ZDF ausmachten, überließ sie den Privaten und meinte, man müsse jetzt nur noch Niveaufernsehen machen.

Das ZDF kickte z.B. die Simpsons aus dem Programm, weil man wohl der Ansicht war, daß dies nicht dem definierten Niveau entspreche.

Bei der ARD lief es nicht anders. Auch dort kickte man quasi alles zugekaufte raus und ersetzte es durch eigenproduzierten Kram. Bei den Jugendsendungen kam dann nur Zeug raus, das auf Teufel komm raus pädagogisch wervoll sein mußte, dadurch aber oft lächerlich wirkte.

Kurz gesagt, man hat nicht mehr das gezeigt, was die Zuschauer sehen wollen, sondern was sie zu wollen haben.

Das hat dann letztendlich dazu geführt, daß die nicht wenigen Leute, die im Fernsehen hauptsächlich ein Unterhaltungsmedium sehen, massenhaft die Privatsender einschalten. Den öffentlich-rechtlichen Sendern sind dann nur noch die treuen Seniorenstammzuschauer geblieben, was man sehr deutlich daran sieht, daß in den Werbeblöcken diese Zielgruppe umworben wird.

Die Intendanten, Rundfunkräte und sonstige realitätsfremden Entscheidungsträger können es drehen und wenden wie sie wollen - Fernsehen ist für viele nunmal hauptsächlich ein Unterhaltungsmedium.

von Kay B - am 12.03.2012 15:47
Die ÖR passen sich doch schon an. Am schlimmsten das ZDF. Laute Trailer oder Hinweise in Filmen oder Talkshows mit lauten Geräuschen (die Aufmerksamkeit erhaschen sollen), in Filmen laute Musik sodass man die Sprache nicht mehr versteht, keine Abspänne mehr, nur noch ruckzuck und ohne zu denken zum nächsten Programmpunkt.

Und plötzlich bleiben dann die Alten auch noch weg.

Öffentlich - rechtliches Fernsehen und auch Radio war noch nie für´s Volk gemacht. Denn Studierte und Promovierte bestimmen über das was das gemeine Volk sehen soll.

Wer nun aber dachte, dies würde durch die Privaten besser, der wurde eines Besseren belehrt.
Denn da gab es nur noch Fernsehen für die ganz Verblödeten, sowie für Voyeure.

Im Radio nicht besser. Schwenk`sche Radiophilosophie macht sich nun breit. Ein Radio, nicht für Hörer, sondern als Mittel um Werbung zu verkaufen und Geld zu verdienen (was ja im ureigentlichen Sinn nix Schlimmes ist)

von Dampfradio - am 12.03.2012 16:18
Man kann heuzutage sich im TV einfach die wenigen Perlen raussuchen und Dank PVR kann man sich das zu Zeiten dann ansehen, wenn der übliche Trash oder Bockmist läuft. Das Fernsehprogramm live anschauen ist reine Zeitverschwendung, außer natürlich Nachrichten und aktuelle Ereignisse.
Es ist noch für jeden was dabei, aber das ist meist zu unmöglichen Sendezeiten.

Die ÖR bedienen vom Nachmittag an bis 22:00 fast ausschließlich nur noch Rentner. Die Privaten bringen zu dieser Zeit meist nur noch Billigtrash und inszenierten Beklopptencastingschrott.
Gutes intelligentes Vorabendprogramm bieten Arte z.B. mit X:enius und anschließenden Dokus bis 20:15 Uhr. Bei 3sat ist es Nano und die Kulturzeit die hervorzuheben sind.
Die Privaten bringen zu der Zeit nur Pseudobildungs-TV oder Trash.
ARD/ZDF Hauptprogramme und die Dritten im Vorabendprogramm fast nur noch Seniorenprogramm oder Langweiler, wie die neue Gottschalksendung und solche Schleimspacken wie Pilawa, da kann man nur schnell wieder abschalten.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 12.03.2012 17:12
Perlen gibt es eigentlich noch genug... Sendezeiten sind mir dabei relativ egal, ich schaue so gut wie nichts mehr live. Ich schau mir einfach die Hörzu durch, programmiere was interessant klingt, und hoffe, irgendwann auch mal die Zeit zu finden das dann auch alles anschauen zu können :)
Bislang ist das immer noch mehr als tatsächliche Lust zum TV schauen vorhanden ist... Die Halde hat nach 5 Jahren eine Größenordnung von >2 TB erreicht... Der Zuwachs hat sich mittlerweile aber deutlich verlangsamt, da doch ein Großteil des Programms der Öffis (der Privaten sowieso) aus Wiederholungen besteht.

von iro - am 12.03.2012 18:54
Den heutigen Abschuss des Tages hat sich leider zdf_neo erlaubt. Setzen die einfach Seinfeld ab! Gestern war im EPG die Serie noch drin und ich hab fleißig den Timer vom PVR programmiert und was muss ich heute feststellen...? ABGESETZT! So eine Frechheit!

von Analogist - am 12.03.2012 19:53
Seinfeld... muss ich mir beizeiten auch endlich mal die DVD-Boxen besorgen. :)

von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 21:43
@Kay: es ist aber nicht nur Sache der ÖR, US Produktionsfirmen zu finanzieren. Wichtiger wäre, dass man SELBST in Deutschland innovative Sendungen macht, die müssen natürlich nicht alle "pädagogisch" wertvoll sein. Auch hier wieder der Blick nach England: die BBC zeigt als ÖR Sender auch kaum US Ware, aber dafür eben viel modernes Eigenes. Ansätze sieht man ja bei ZDFneo und kultur.
Das Problem des dt. Fernsehens ist, dass keine Innovation stattfindet. Man kauft aus den USA oder sendet hier den immer selben Kram. Das ist das Problem.
Man muss nur in die skand. Länder schauen, die sind viel kleiner, bringen aber immer wieder neue Sachen wie Borgen oder Stieg Larson.

von TerranusI - am 12.03.2012 23:13
@ Dampfradio

Zitat

Wer nun aber dachte, dies würde durch die Privaten besser, der wurde eines Besseren belehrt.
Denn da gab es nur noch Fernsehen für die ganz Verblödeten, sowie für Voyeure.


Die deutschen Privatsender - und auch die Privatsender in fast allen anderen Ländern der Welt - haben leider das Problem, daß ihre Märkte zu klein sind um rentabel gute Eigenproduktionen zustande zu bringen.

Auch wenn hier sehr viel über RTL gelästert wird, der Sender hat - meiner Meinung nach - sehr viel sehenswerte Serien gemacht (z.B. Alles Atze; Mein Leben und ich; Die Camper; Und Tschüss...). Für die Produktionskosten hätten sie wahrscheinlich billiger US-Serien einkaufen können, haben aber trotzdem sehenswerte Sachen auf die Beine gestellt.

Eigenproduktionen von Pro Sieben sind dagegen meist in die Hose gegangen (z.B. Der Gletscherclan; Die Viersteins - falls noch jemand diese Sendungen kennt).



@ TerranusI

Zitat

es ist aber nicht nur Sache der ÖR, US Produktionsfirmen zu finanzieren.


Da hast du natürlich Recht. Aber US-Serien und US-Spielfilme sind für viele Zuschauer unterhalb des Seniorenalters nunmal das Maß aller Dinge in Sachen Unterhaltung.

von Kay B - am 13.03.2012 00:55
Ich wäre auch dafür gleich einen richtigen Sender für Jugendliche und Junge Erwachsene auf die Beine zu stellen. Ich glaub ein öffentlich-rechtliches Programm mit eigenem Namen hätte auch anders als ein Spartenkanal durchaus die Chance irgendwo auf den ersten 30 Programmplätzen zu landen und damit auch geschaut zu werden.

Wenn der Wille da wäre könnte man durchaus was für die jüngere Zielgruppe produzieren.

von Martyn136 - am 13.03.2012 02:14
Natürlich ist es nicht die Aufgabe der deutschen Öffis die US Produktionsfirmen zu unterhalten. Aber wie Kay B schon sagte sind nun mal die US Produktionen für die meisten das Maß aller Dinge. Mit einer geschickten Programmplanung könnte man mit ein paar US Serien aber auch die eigenen Produktionen puschen. Wo wir aber auch schon wieder bei dem Problem sind das die Eigenproduktionen der Öffis immer gleich muffig und angestaubt wirken. Das schwankt dann immer zwischen Oberlehrerhaft und unfreiwillig komisch.

von Spacelab - am 13.03.2012 07:19
Zitat

Aber wie Kay B schon sagte sind nun mal die US Produktionen für die meisten das Maß aller Dinge.


Ist das so ? Wenn ich mir die Quoten so ansehe, stelle ich fest, dass es eher Eigenproduktionen vor allem von RTL sind, die die Jugend schaut. Man möchte lieber sehen wie Bohlen derbe Sprüche ablässt oder Menschen vorgeführt werden. Unter Unterhaltungsfernsehen verstehen leider viele meiner Altersgenossen nur noch puren Voyeurismus. Mit US Serien - mal von wenigen Ausnahmen abgesehen, holt man doch längst keine Topquoten mehr. Das geht nur noch mit Castingkram. Was wird den geschaut bei Pro7? Wenn bei Heidi die Models stöckeln. Die Serien haben doch nur noch niedrige Marktanteile.

von TerranusI - am 13.03.2012 18:57
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