Startbeitrag von Schwabinger am 11.03.2012 08:44
www.satnews.de/mlesen.php?id=19184dc2dbed9f084db1aeec42195e8b
Zitat
satnews
Der Südwestrundfunk will den Digitalsender Eins Plus, dessen Schwerpunkt eigentlich auf Ratgeber-, Service- und Wissenssendungen liegt, in Eigenregie zu einem Angebot für jüngere Zuschauer umzubauen. Ab dem 30. April werde dazu das Abend-Programm zwischen 20:15 Uhr und 0:30 Uhr neu aufgestellt, wie der Branchendienst DWDL berichtet. Neben bereits bekannten Sendungen, die auch für die jüngeren Generationen interessant sind, wie etwa "SWR3 latenight", würden auch zunächst fünf neue Formate ihren Weg ins Programm finden.
von Spacelab - am 11.03.2012 10:40
von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 11.03.2012 10:50
von Exidor - am 11.03.2012 10:57
von DigiAndi - am 11.03.2012 11:03
von Spacelab - am 11.03.2012 11:07
von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 11.03.2012 11:31
Als reine Seniorenprogramme würde ich ARD und ZDF nicht bezeichnen, ich finde da durchaus öfters mal ansprechende Sendungen.
von Zwölf - am 11.03.2012 11:32
von Spacelab - am 11.03.2012 11:49
von Exidor - am 11.03.2012 13:15
von TerranusI - am 11.03.2012 13:42
Genau so sieht's aus!
von Sebastian Dohrmann - am 11.03.2012 14:05
von Wrzlbrnft - am 11.03.2012 14:25
Ich fänds ja interessant, wenn man ein an ein jüngeres Publikum adressiertes Programm als internationales Angebot aufziehen würde. Internationale Sender müssen ja nicht immer nur aus Kultursendungen bestehen. Ich könnte mir vorstellen, dass ARD und ZDF beispielsweise in Zusammenarbeit mit der BBC ein attraktives Programm für jüngere Leute auf die Beine stellen könnten. Vielleicht eine Mischung aus Wissenschaft, Unterhaltung und Interaktiven Bestandteilen.
von Zwölf - am 11.03.2012 14:43
von brouillage - am 11.03.2012 20:32
Die BBC sendet am Vor- und Nachmittag vier (pädagogisch unstrittig auf hohem Niveau und mit weit höherem Budget) selbstproduzierte Kinderprogramme für unterschiedliche Altersgruppen mit einem umfangreichen edukativen Internetbegleitangebot das in vielen Schulen eingesetzt wird. BBC 1 - 4 senden erst ab dem späten Nachmittag bzw. Abend Programme für ältere Zielgruppen.
Da man also schon mehrere Kinder-Generationen ans Privat-TV und Internet verloren hat muß man sich nicht wundern wenn sie später, älter geworden, als Jugendliche und junge Erwachsene gar nicht erst auf die Idee kommen die Öffentlichen als medial relevantes Angebot wahrzunehmen.
Der Zug ist da schon länger erst mal abgefahren. Das man ausgerechnet bei einem Sender, dessen Zentrale in einem weltfernen Kurbad überreicher Greise angesiedelt ist, nun draufkommt, dass man da Defizite hat, offenbart die Einfallslosigkeit und aufgehäufte Inkompetenz unserer ÖRs beim Rumeiern mit den in immer höherer Frequenz ge-relaunchten Digitalkanälen.
Im Radio ist es diesbezüglich ja ganz ganz finster. Abgesehen vom BR Zünfunk gibt es inhaltlich nur völlig anspruchslose Kommerzformate (wie Das Ding, NDR Joy oder MDR Jump) bei denen die Finanzierung aus öffentlichen Gebühren sehr fragwürdig erscheint.
von brouillage - am 11.03.2012 20:34
Och nöööö! Nicht noch einen weiteren Kanal in dem für gut 80 Millionen Bürger aufgeblähtesten Rundfunksystem weltweit.
@ Zwölf
Ja, und zwar zwischen 23 und 6 Uhr! :-(
Schon alleine der Begriff "Montagskino im ZDF" ist eher lächerlich, wenn er zu einer Uhrzeit angesetzt wird, den eine am Dienstag arbeitende Bevölkerung nicht wahrnehmen kann.
@ Spacelab
Das zeigt auch sehr deutlich, welche Zielgruppe die zweitwichtigste Zielgruppe der öffentlich-rechtlichen Sender ist: Die Hausfrauen.
@ Exidor
Leider ist es bei den öffentlich-rechtlichen so, daß da jede eigenproduzierte Kindersendung unbedingt pädagogisch wertvoll sein muß, was oftmals dazu führt, daß die Sendung lahm und gekünstelt jugendlich erscheint. So war das z.B. bei X Base - der Computer Future Club
http://de.wikipedia.org/wiki/X_Base
im ZDF.
Mein Vorschlag:
ARD und ZDF sollten ihr Programm generell eher auf die Jugend und mittelalte Erwachsene ausrichten. So wie bei ORF 1.
Die Senioreninhalte sollte man auf die dritten Programme konzentrieren und mit Regionalsendungen mischen. So wie bei ORF 2. Es spricht ja nichts dagegen, daß z.B. der Silbereisen zeitgleich auf allen dritten Programmen ausgestrahlt wird.
Reportagen über irgendwelche afrikanischen Stämme und deren Kultur bekommt man bei arte und Phoenix unter.
von Kay B - am 11.03.2012 21:05
Wieso einen weiteren??? Es geht doch darum, EinsPlus oder Einsfestival in einen Jugendkanal umzubauen und nicht mit beiden halbe Sachen zu machen.
von DigiAndi - am 12.03.2012 07:27
von Spacelab - am 12.03.2012 07:43
von Saarländer (aus Elm) - am 12.03.2012 08:12
Ach so, dann habe ich das falsch verstanden.
Ich gehe nur einfach auf die Barrikaden, wenn die Öffentlich-Rechtlichen noch einen weiteren Kanal starten wollten und dann wieder die nächste Gebührenerhöhung eingefordert wird.
von Kay B - am 12.03.2012 12:02
Falsche Annahme. Innerhalb der ARD ist nun mal der swr für EinsPlus zuständig.
von Eckhard. - am 12.03.2012 12:03
Ich habe noch Fernsehen in den 60er Jahren geschaut. Da gab es am Nachmittag eine Stunde für die Jüngeren. Das war´s. Und am Morgen und in der Nacht gab es das Testbild, teilweise noch ein besseres Programm als viele Blöd-Sender von Heute.
Also waren wir schon vor 50 Jahren ein mega Seniorenstaat.
Die Jugend von heute rennt mit Smartphones und Tablets und so einem Kram herum, da bedarf es nicht noch eines 24 Stunden Fernsehkanals.
Man sollte sich wieder abgewöhnen, jede ach noch so kleine Zielgruppe mit einem eigenen Kanal im Fernsehen wie im Hörfunk bedudeln zu müssen.
von Dampfradio - am 12.03.2012 12:10
plus - SWR
festival - WDR.
Am überflüssigsten war und ist plus, ein reiner bandbreitenverschwendender Festplattenwiederholer.
plus sollte ja mal mit festival verschmolzen werden und zu einem richtigen "Jugendprogramm" (ich find es schon bezeichnend, dass man zu diesem Begriff greifen muss, es wäre schon gut, ein "normales" Programm zu machen, also für Leute zwischen 20 und 60) werden, allerdings konnten sich SWR und WDR nicht einigen - da sind die Eitelkeiten einfach unüberwindbar. Der SWR ist im TV Bereich der mit Abstand verstaubteste Sender, das SWR Dritte ist selbst für 60jährige zu alt. Sogar der BR hat es gerafft, Teile des BR Dritten für Jüngere attraktiver zu machen.
Dieses Hickhack hat es wohl auch verhindert, dass die ARD-Zusatzsender auf HD geschaltet werden (anders als beim ZDF) und erstmal weiter in SD bleiben.
Das Problem beim SWR ist einfach, dass man bei einem "Jugendprogramm" mit dem WDR immer die zweite Geige hätte spielen müssen, da man hausintern überhaupt keine Kompetenzen mehr für Sendungen hat, die unter 65jährigen überhaupt erreichen, einige sehr wenige Sache ausgenommen.
von TerranusI - am 12.03.2012 12:14
Am Nachmittag waren die Lernenden beim Hausaufgaben machen und danach hatten sie Zeit für´s Fernsehen. Heute sehen sie nicht fern sondern packen ihre Rucksäcke mit alkoholischen Getränken voll und treffen sich zum chillen (altdeutsch: herumgammeln). Danach entsorgen sie ihre Flaschen und Dosen auf der Straße oder in der Natur, damit der Heimweg nicht so schwer wird. Die mobilen fahren zu McDrive und dann kannst Du die Spuren auf den nächsten Kilometern verfolgen, was zuerst aufgegessen wurde, diese Verpackung findest du dann im Straßengraben.
Und wo schon Dreck liegt, da schmeißen ALLE noch Dreck dazu.
Was heute fehlt und da könnte ein Jugendfernsehen helfen, Werte vermitteln................
Aber ob das jemand einschalten würde.....???
von Dampfradio - am 12.03.2012 12:42
Dass halbwegs intelligentes Jugendfernsehen durchaus machbar ist, kann man bei der BBC sehen, wenn man zwischen 15 und 17 Uhr dort einschaltet.
Das ZDF zeigt mit ZDFneo, dass durchaus etwas machbar wäre in Deutschland, das Potential ist da. Die ÖR trauen sich aber nicht mehr, sind einfach zu verkrustet, und die Privaten sind nur am schnellen Geld interessiert, da ist für Innovation kein Platz, sondern es muss schnell das ausgeschlachtet werden, was billig ist und bei der GfK die richtigen Zahlen bringt. Das Resultat ist das derzeitige, grausame Nachmittagsprogramm bei dem es einem peinlich sein kann, dass es ganz Europa empfangbar ist.
von TerranusI - am 12.03.2012 12:52
Ich finde es auch erschreckend, dass der überwiegende Teil der Jugend heute beim RTL-Fernsehen gelandet ist, also längst nicht nur die chronisch schlechten Schüler und diejenigen aus der Unterschicht.
Wie u. a. 'brouillage' ausführte, haben auch die meisten "Jugendradios" inzwischen ein Niveau erreicht, das man sich kaum noch tiefer vorstellen kann. Für die Zielgruppen oberhalb des Jugendalters (feste Grenzen gibt es nicht) exisitiert die nahtlose Fortsetzung in Gestalt solchen Grauens wie "Radio SAW".
von hetietz - am 12.03.2012 13:14
Ich hab mir erst kürzlich mal wieder alte Kalkofes-Mattscheibe-Folgen angesehen und will mal sagen, dass Fernsehen war bereits in den 90ern auf einem Niveau, bei dem man schreiend hätte davon rennen wollen. Dank Digital-TV haben wir heute aber zahlreiche Alternativen, die aber eben kaum einer kennt.
von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 13:33
Mir persönlich fällt der zeitliche Vergelich etwas schwer, weil ich das Fernsehen erst seit den 90ern kenne...
von Zwölf - am 12.03.2012 14:05
Und eben. In den 90ern gab's auch schon genügend Bockmist über den man sich aufregen konnte. Wenn du dir auf YouTube mal die ganzen alten Kalkofe-Clips ansiehst, wirst du mir recht geben. Mir geht nur das endlose Gejammere, dass das Fernsehen heute so viel schlechter sei als früher auf den Senkel.
von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 14:15
EDIT: überschnitten :D
von Rosti 2.0 - am 12.03.2012 14:15
Anders gesagt, der Anteil des Programms der völliger Mist ist, nimmt seit ca. 10 Jahren drastisch zu, besonders bei den beiden großen Privatsendern RTL und Sat1.
Die ÖR dagegen sind einfach vor 10 Jahren stehen geblieben. Man sendet den immer gleichen Driss.
von TerranusI - am 12.03.2012 14:23
von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 14:33
Aus meiner Sicht sind die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender halt wirklich Anfang der 90er den Bach runter gegangen. Man distanzierte sich von zugekauften US-Serien, die in den 80er Jahren noch das Vorabendprogramm des ZDF ausmachten, überließ sie den Privaten und meinte, man müsse jetzt nur noch Niveaufernsehen machen.
Das ZDF kickte z.B. die Simpsons aus dem Programm, weil man wohl der Ansicht war, daß dies nicht dem definierten Niveau entspreche.
Bei der ARD lief es nicht anders. Auch dort kickte man quasi alles zugekaufte raus und ersetzte es durch eigenproduzierten Kram. Bei den Jugendsendungen kam dann nur Zeug raus, das auf Teufel komm raus pädagogisch wervoll sein mußte, dadurch aber oft lächerlich wirkte.
Kurz gesagt, man hat nicht mehr das gezeigt, was die Zuschauer sehen wollen, sondern was sie zu wollen haben.
Das hat dann letztendlich dazu geführt, daß die nicht wenigen Leute, die im Fernsehen hauptsächlich ein Unterhaltungsmedium sehen, massenhaft die Privatsender einschalten. Den öffentlich-rechtlichen Sendern sind dann nur noch die treuen Seniorenstammzuschauer geblieben, was man sehr deutlich daran sieht, daß in den Werbeblöcken diese Zielgruppe umworben wird.
Die Intendanten, Rundfunkräte und sonstige realitätsfremden Entscheidungsträger können es drehen und wenden wie sie wollen - Fernsehen ist für viele nunmal hauptsächlich ein Unterhaltungsmedium.
von Kay B - am 12.03.2012 15:47
Und plötzlich bleiben dann die Alten auch noch weg.
Öffentlich - rechtliches Fernsehen und auch Radio war noch nie für´s Volk gemacht. Denn Studierte und Promovierte bestimmen über das was das gemeine Volk sehen soll.
Wer nun aber dachte, dies würde durch die Privaten besser, der wurde eines Besseren belehrt.
Denn da gab es nur noch Fernsehen für die ganz Verblödeten, sowie für Voyeure.
Im Radio nicht besser. Schwenk`sche Radiophilosophie macht sich nun breit. Ein Radio, nicht für Hörer, sondern als Mittel um Werbung zu verkaufen und Geld zu verdienen (was ja im ureigentlichen Sinn nix Schlimmes ist)
von Dampfradio - am 12.03.2012 16:18
Es ist noch für jeden was dabei, aber das ist meist zu unmöglichen Sendezeiten.
Die ÖR bedienen vom Nachmittag an bis 22:00 fast ausschließlich nur noch Rentner. Die Privaten bringen zu dieser Zeit meist nur noch Billigtrash und inszenierten Beklopptencastingschrott.
Gutes intelligentes Vorabendprogramm bieten Arte z.B. mit X:enius und anschließenden Dokus bis 20:15 Uhr. Bei 3sat ist es Nano und die Kulturzeit die hervorzuheben sind.
Die Privaten bringen zu der Zeit nur Pseudobildungs-TV oder Trash.
ARD/ZDF Hauptprogramme und die Dritten im Vorabendprogramm fast nur noch Seniorenprogramm oder Langweiler, wie die neue Gottschalksendung und solche Schleimspacken wie Pilawa, da kann man nur schnell wieder abschalten.
von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 12.03.2012 17:12
Bislang ist das immer noch mehr als tatsächliche Lust zum TV schauen vorhanden ist... Die Halde hat nach 5 Jahren eine Größenordnung von >2 TB erreicht... Der Zuwachs hat sich mittlerweile aber deutlich verlangsamt, da doch ein Großteil des Programms der Öffis (der Privaten sowieso) aus Wiederholungen besteht.
von iro - am 12.03.2012 18:54
von Analogist - am 12.03.2012 19:53
von Wrzlbrnft - am 12.03.2012 21:43
Das Problem des dt. Fernsehens ist, dass keine Innovation stattfindet. Man kauft aus den USA oder sendet hier den immer selben Kram. Das ist das Problem.
Man muss nur in die skand. Länder schauen, die sind viel kleiner, bringen aber immer wieder neue Sachen wie Borgen oder Stieg Larson.
von TerranusI - am 12.03.2012 23:13
Die deutschen Privatsender - und auch die Privatsender in fast allen anderen Ländern der Welt - haben leider das Problem, daß ihre Märkte zu klein sind um rentabel gute Eigenproduktionen zustande zu bringen.
Auch wenn hier sehr viel über RTL gelästert wird, der Sender hat - meiner Meinung nach - sehr viel sehenswerte Serien gemacht (z.B. Alles Atze; Mein Leben und ich; Die Camper; Und Tschüss...). Für die Produktionskosten hätten sie wahrscheinlich billiger US-Serien einkaufen können, haben aber trotzdem sehenswerte Sachen auf die Beine gestellt.
Eigenproduktionen von Pro Sieben sind dagegen meist in die Hose gegangen (z.B. Der Gletscherclan; Die Viersteins - falls noch jemand diese Sendungen kennt).
@ TerranusI
Da hast du natürlich Recht. Aber US-Serien und US-Spielfilme sind für viele Zuschauer unterhalb des Seniorenalters nunmal das Maß aller Dinge in Sachen Unterhaltung.
von Kay B - am 13.03.2012 00:55
Wenn der Wille da wäre könnte man durchaus was für die jüngere Zielgruppe produzieren.
von Martyn136 - am 13.03.2012 02:14
von Spacelab - am 13.03.2012 07:19
Ist das so ? Wenn ich mir die Quoten so ansehe, stelle ich fest, dass es eher Eigenproduktionen vor allem von RTL sind, die die Jugend schaut. Man möchte lieber sehen wie Bohlen derbe Sprüche ablässt oder Menschen vorgeführt werden. Unter Unterhaltungsfernsehen verstehen leider viele meiner Altersgenossen nur noch puren Voyeurismus. Mit US Serien - mal von wenigen Ausnahmen abgesehen, holt man doch längst keine Topquoten mehr. Das geht nur noch mit Castingkram. Was wird den geschaut bei Pro7? Wenn bei Heidi die Models stöckeln. Die Serien haben doch nur noch niedrige Marktanteile.
von TerranusI - am 13.03.2012 18:57