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Diskussionsforum-Angststörungen
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11
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bakhira, iris-, iris., derhimmelmusswarten

Sind das Panikattacken?

Startbeitrag von derhimmelmusswarten am 03.06.2012 11:04

Hallo,

zuerst schreibe ich meine Symptome auf, ehe das sonst im Text untergeht:

Schwindel, Herzstolpern, Kribbeln in Arm, Bein, Kopf, Gesicht, rechter Fuß krampft irgendwie beim Gehen manchmal, Schwächegefühl, ständige Müdigkeit, Gereiztheit. Kollapsähnliche Zustände, innere Unruhe, nächtliches Aufschrecken, wacklig auf den Beinen, Zittern von Armen und Beinen, Gefühl, alles seltsam wahrzunehmen, komisches, verschwommenes Sehen. Pure Panik, in Ohnmacht zu fallen.

Ich war vor ca. 10 Jahren schon einmal in diesem Forum, da Ärzte für meine Beschwerden keine Ursache fanden und meinten, ich würde unter Hyperventilieren und Panikattacken leiden. Ich verlor sogar meinen Job dadurch. Nach ca. 1 1/2 Jahren, die ich oftmals vor lauter Angst zu Hause verbrachte, besserte sich alles und ich hatte über viele Jahre keine Panikattacken mehr. Ohne dass ich eine Therapie gemacht hätte oder Psychopharmaka genommen habe. Ich hielt mich für geheilt. Damals hatte ich ähnliche Symptome. Im Vordergrund stets, die Angst umzufallen.

Wenn ich zurück denke, fing das bereits als Jugendliche an. Ich denke, in der 7. Klasse. Damals fing es an, dass ich dauernd dachte, ich würde umfallen, vor den Bus etc. Eine Ursache weiß ich nicht. Allenfalls Streß (Gymnasium, 2 Stunden Fahrten mit dem Bus) würden mir einfallen.

Naja. Nach der schlimmen Phase vor 10 jahren lebte ich ein normales Leben. Fuhr in Urlaub, hatte Partner, einen neuen Job.

2008 wurde ich schwanger. Bekam ein Kind. Keine Probleme. Machte nebenher Vollzeitjob und Weiterbildung. Ende 2009 bekam meine Oma einen Schlaganfall. Im Mai 2010 verstarb mein Opa. er fiel zu Hause hin und starb an den Folgen einer Blutvergiftung unter ganz schlimmen Bedingungen. Im August 2010 wurde ich wieder schwanger.Inzwischen arbeitete ich wieder halbtags. Im Dezember 2010 fiel meine Oma nachts allein daheim die Treppe runter. Ich fand sie. Eingeklemmt in der Treppe. Sie starb an den Folgen vieler Operationen und kam nie wieder nach Hause. Sie starb im Juni 2011. Im Mai 2011 wurde mein zweites Kind geboren. Ich habe das Haus geerbt. Umfangreiche Renovierungen und ein Umzug folgten. Ich habe also einen Mann, zwei kleine Kinder. Ernstlich krank war ich nie. Bis auf ständige Mandelentzündungen, für die ein Heilpraktikerin einen Darmpilz verantwortlich machte. Aber ihre homöopathischen Mitteln halfen nicht, so dass mir Anfang des Jahres die Mandeln raus operiert wurden.

Schon 2010/2011 tauchten scheinbar wieder einzelne Episoden von vermeintlichen Attacken auf. Aber ich stufte das als niedrigen Blutdruck ein und nicht als Panikattacken. Bis zum Oktober 2011. Morgens daheim ging es mir auf einmal so mies, dass ich meine Mutter und meinen Mann alarmierte. Ich kam ins Krankenhaus, Ich dachte, ich hätte einen Schlaganfall. Denn mein Arm und mein Bein kribbelten und mir war schwindelig. Ich kam in die Neurologie und am gleichen Tag in ein MRT: Ohne Befund. Seitdem geht es bergab. Ich habe dauernd Angst, umzukippen. Es passiert sowohl zu Hause als auch unterwegs,

Absoluter Höhepunkt am Freitag. Ich habe Erledigungen zu machen. Fahre mit dem Auto los. Unterwegs wird mir komisch. Ich kann mich schlecht konzentrieren. Habe Angst, dass ich wo gegen fahre. Beschließe, an der Tankstelle eine Zeitschrift und was zu trinken zu kaufen. Ich gehe rein, suche aus. Trete wieder auf die Straße und erleide eine ganz ganz schlimme Attacke unbekannter Art. Schwarz vor Augen, Schwindel. Zittern. Ich schleppe mich ins Auto. Schaffe es irgendwie mir Herz-Kreislauf-Tropfen und Saft einzuflößen. Fahre heim. Frage mich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich komme außer mir vor Angst an. Seitdem fühle ich mich wie erschlagen. Als wäre ich aus großer Ohnmacht erwacht. Schlapp. Müde. Fix und fertig.

Am Dienstag bekomme ich ein Langzeit EKG wegen dem Herzstolpern. Beim Ruhe EKG und Herz-Ultraschall wurde nix gefunden. Ebenso wenig im MRT Und bei einem EEG und einer Messung mit solchen Stromschlägen beim Neurologen.

Ich bin 29, schlank, rauche nicht. Habe nie Drogen oder Alkohol genommen.

Kann mir jemand von euch sagen, ob ich eindeutig an Panikattacken leide? Aber die treten doch nur sporadisch auf. Meine Gedanken kreisen den ganzen Tag um die Symptome.

Meine Hauptangst: Ich falle um, wenn ich mit den Kindern allein daheim bin und sie sind sich hilflos selbst überlassen (1 und 3 Jahre alt). Und meine Mutter (wohnt nebenan) und mein Mann (arbeitet) sind lange Zeit weg.

Ich kann kaum noch klare Gedanken fassen. Ich bin überzeugt, dass ich eine schlimme Krankheit habe und dass ich nicht mehr lange mache. Dass ich umfalle.

Aber kann es was anderes sein außer Panikattacken? Wie nennt man denn sowas, wenn man es quasi den ganzen Tag hat? Dauernd Symptome? Dauernd Angst?

Wie habt ihr euch davon befreit? Oder denkt ihr, dass ich doch körperlich krank bin?

Bitte schreibt mir. Und wenn ihr euch anhand der Symptome ganz sicher seid, dass ich nix habe (und anhand der gemachten Untersuchungen), dann sagt es ruhig. Ich glaube, ich brauche Überzeugung von anderen, dass ich was psychisches habe.

Antworten:

hallo,

ja, ich denke, dass es panikattacken sind. ich kenne das auch aus meiner angstgeschichte..
deswegen kurz zu mir:

mit 19 bekam ich das erste mal schwindel und angst bei der arbeit, es manifestierte sich aber nicht uns verschwand wieder.
mit 21 bekam ich eine thrombose mit lungenembolie- die thrombose wurde erst nicht erkannt, in der zeit bekam ich die ersten angstattacken. diese wurden nach der op schlimmer.
mit 22 heiratete ich, wir bekamen in 16 jahren 8 kinder ( heute zwischen 6 und 22 jahren alt ).
ich erinner mich,dass ich zeitweise die kinder auf dem boden wickelte, weil ich angst hatte umzufallen.
rausgehen war nur noch mit kinderwagen oder fahrrad möglich, ich brauchte immer was zum festhalten. oft genug reichte auch das nicht.
ich wurschtelte mich immer durch, nur wenige wußten von meiner angst, die anderen bemerkten nie was.
wenn ich mal im kindergarten oder so " komisch " war, sprich mich festhalten mußte oder so, hab ich gesagt es sei der rücken oder kreislauf.
in all den jahren hatte ich immer wieder phasen wo die angst im hintergrund war und ich fast alles machen konnte, manchmal konnte ich nicht mal zusammen mit meinem mann einkaufen gehen.
wir fuhren in den zoo, in den urlaub etc....vieles konnte ich nicht genießen und war immer froh wenn ich wieder was geschafft hatte.
im jahr 2004 kam es zum supergau. ich hatte mich entschlossen mit einem medi anzufangen, das was der i-tüpfel- ich kam in eine attacke, die nicht mehr endete . sowas hatte ich noch nie erlebt, ich konnt kaum stehen, gedanken waren wild durcheinander, ich konnte nicht mal mehr die schuhe zubinden. ich bat eine ärztin mich einzuweisen. ich hatte großes glück und bekam sofort einen platz in einer klinik für psychotherapie ( eigentlich wartezeit von mind 4 wochen ). 6 wochen blieb ich dort und nahm das medi unter aufsicht weiter.
nach 4 wochen war ich symtomfrei. ich machte unter anderem eine konfrontationstherapie, lernte so wieder in volle kaufhäuser und ohne hilfen zu gehen.
inzwischen sind über 7 jahre vergangen, das medi nehme ich noch immer in ganz niedriger dosierung ( werde es auch nicht absetzen), es geht mir sehr sehr gut.
ich leben wieder mit freude, kann alles machen, fühle mich frei.
nur ganz selten schleichen sich angstsymtome an, aber am nächsten tag ist immer wieder alles gut.
übrigens hab ich damals im vorfeld auch alle organischen dinge ausschließen lassen, denn genau wie du dachte ich lange ich hätte was rein körperliches. ich konnte nicht glauben,dass die psyche sowas machen kann. und ich mußte feststellen,dass sie noch viel mehr kann. immer wenn ich dachte, ich komme mit einem symtom klar, kann es zuordnen, kam ein neues.
einfach nur schrecklich -und ich bin jeden tag dankbar das hinter mir zu haben.

vg,iris

von iris- - am 03.06.2012 12:26
Hallo Iris

Darf ich fragen ob bei dir der Schwindel auch von morgens bis abend da war ununterbrochen? Habe "ihn" auch schon sehr lange als Begleiter. Mittlerweile kommt aber auch dazu, dass ich beim stehen immer das Gefühl habe mich festhalten zu müssen. Ausserdem starke Nackenverspannungen überhaupt ist die ganze recht Hälfte vom Becken bis in den Kopf schmerzhaft. Teilweise kein Gefühl am Kopf etc. ich drehe noch durch. Ängste bekam ich besser in den Griff. Nur durch diesen ständigen Schwindel absolut keine Lebensqualität mehr, fühle mich krank und immer das Gefühl in Ohnmacht zu fallen.
Wenn ich deine Zeilen so lese, überkommt mich erneut das Gefühl, dass man diesen sch.... nie mehr loswird.
Ich vermeide nicht, habe zwei Kinder 5 Jahre und arbeite 50%. Aber mir geht es jeden Tag einfach mies diese Benommenheit als wäre man besoffen....

von Bakhira - am 05.06.2012 12:54
hallo,

ja, genauso war es bei mir auch- ständiger schwindel, mal mehr mal weniger. oft angst umzufallen oder unwirklichkeitsgefühl. es hat mir all die jahre so viel lebensqualität genommen....
es ist ein kreislauf- schwindel führt oft zu verspannungen, die verspannungen zu schwindel.
wie lange hast du das schon ? je länger, desto mehr maninfestiert es sich meist.
hast du schon mal ein medi genommen ?


viele grüße
iris

von iris. - am 06.06.2012 13:08
Hallo Iris

es ist total schrecklich für mich. Heute ganz schlimm, habe das Gefühl meine rechte Kopfseite ist wie eingeschlafen hattest du das auch? Zudem teilweise das Gefühl ich sehe nicht mehr richtig.
Angefangen hat alles 2005 mit einer Angststörung, die ich dann in einer Therapie ziemlich gut in den Griff bekam. Ca. ein Jahr später fing der Schwindel an, erst nur Minutenlang, dann zum Schluss von Morgens bis Abends durchgehend.
Medi habe ich 2008 nach dem Tod meines Vaters genommen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, es hiess Efexor. Ging mit dann ein bisschen besser. Letztes Jahr im Januar habe ich es ausgeschlichen und ca. 2 Monate später fing es langsam wieder an. Das mit dem Ohnmächtig werden finde ich ganz ganz schlimm, komme damit einfach nicht klar.
Meinst du es geht gar nicht ohne Medis und bei dir wirst du sie jemals wieder absetzen?

Lg Bakhira

von Bakhira - am 06.06.2012 13:41
Achso was nimmst du für ein Medi und in welcher Dosierung?

Am Freitag habe ich einen Termin bei einem Neurologen, denke mir mal das wenn es was ist er es auch findet, da sollte ich ja an der rechten Stelle sein oder nicht?

von Bakhira - am 06.06.2012 13:43
hallo,

zum neurologen solltest du auf jeden fall gehen um alles andere auszuschließen ( bei mir fand man aber einige male angebliche auslöser für den schwindel, die aber dann doch nicht der grund waren).
ich selbst nehme 10mg paroxetin- das ist ein ssri, das was du genommen hast war ein ssnrsi- also noch ein bißchen anderes.
ich werde mein medi wohl nicht mehr absetzen- es ist eine ganz niedrige ( eigentlich zu niedrig um wirklich zu wirken ) dosis, die aber anscheinend bei mir ausreicht. mein neurologe sagt , dass ich die auch ewig nehmen kann. anfangs hatte ich erst 20mg, dann 40mg, das wurde nach ner weile dann runtergschleicht.
und ich geb zu, dass ich den schwindel-mist nie wieder so haben will, immerhin hab ich über 17 jahre damit verbracht...
ich vertrag das medi gut, es geht mir gut- was will ich mehr.
außerdem ist es so, dass wenn man es absetzt und dann später doch wieder nehmen möchte, man meist eine höhere dosis braucht und es auch recht lange dauert bis es wirkt.

erzähl dann mal wie es beim doc war.

vg,iris

von iris- - am 06.06.2012 15:24
Ich weiss gar nicht was der Unterschied zwischen ssri und ssnrsi ist aber egal.
Ich verstehe dich, wenn du gut mit so einer niedrigen dosis klarkommst, würde ich es vermutlich nicht anderst machen. zudem sind 17 Jahre Leidenszeit, ja echt genug, mir reichen schon meine 8 Jahre.
Ich melde mich wenn ich mehr weiss, Danke auf jeden Fall, dass du so ehrlich über deine Symtome geschrieben hast.

Gerade eben habe ich geduscht und auf einmal war auf dem rechten Auge alles verschwommen, kurzer Drehschwindel (was ich sonst eigentlich nie habe) und das Gefühl umzukippen.

Ich wünsche dir einen schönen Abend, liebe Grüsse Bakhira

von Bakhira - am 06.06.2012 18:16
Hallo Iris

War jetzt heute Morgen beim Neurologen und wie schon vermutet hat er nix festgestellt, was auf etwas schlimmes hindeuten könnte. Gott sei Dank. Allerdings war er über meinen Zustand sehr alamiert und meinte ich müsse unbedingt noch eimal einen Psychiater aufsuchen der mit mit die Sache in Angriff nimmt, sonst wäre ich auf dem besten Weg in eine Depression zu verfallen. Die Aussage von meinem Hausarzt und wie er mit mir umgegangen ist, hat er gar nicht akzeptiert und wird ihm das im Bericht auch mitteilen. Der hat ja immer so getan als wäre ich eine Simulantin.
Nun ja, mal sehen, nächste Woche wird er wohl den Bericht haben und ich werde mir wohl oder übel einen Therapeuten, lieber dieses Mal eine Frau suchen müssen.

Liebe Grüsse

Bakhira

von Bakhira - am 08.06.2012 12:19
hallo,

hm..ich dachte dein neurologe sei auch psychiater- bei uns ist das fast immer so.
vielleicht solltest du vor der suche nach einer therapeutin einen psychiater suchen, der dir ein medi verschreibt, damit es dir erstmal besser geht.
ich selbst habe einige jahre eine gesprächstherapie gemacht- ist schon einige jahre her- erst war ich alle 2 wochen dort, dann alle 4-6 wochen. wenn ich zurückdenke hab ich da zwar viel über mich erfahren, aber gebracht hat es rein gar nichts...
in der klinik gab es dann zwar auch eine gesprächstherapie , aber mit einem ganz anderen ansatz. da wurde nicht in der vergangenheit gegraben und schuldige für meinen zustand gesucht. das hat mir sehr viel gebracht.
ich hoffe ganz doll für dich ,dass du deinen weg findest. freu mich wenn du von dir hören läßt .

vg,iris

von iris- - am 09.06.2012 11:32
Hallo Iris

Das ist in der Schweiz leider nicht so. Ich war auch schon mal bei einem Psychiater, da haben wir auch alles besprochen Vergangenheit etc. hat mir eben auch nicht viel gebracht. Was war den in der Klinik anderst bei den Gesprächen, kannst du mir das sagen?
Wie gesagt, ich brauche Hilfe das sehe ich ein, nicht das ich wirklich noch in eine Depression rassel, muss ja nicht sein.

Liebe Grüsse Bakhira

von Bakhira - am 10.06.2012 19:11
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