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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Roswitha W.

angst einmal anders?

Startbeitrag von Roswitha W. am 02.07.2003 23:17

hallo an alle hier!
und wieviele es sind, gibt einem das gefühl nicht alleine dazustehen, menschen, die einem vielleicht wirklich verstehen können.
ich kann meine angst als solche noch nicht betiteln, aber ich würde mich in den rahmen der sozialphobien einreihen.
das schlimme darin für mich ist es, dass sie überall auftreten kann, wo immer man ist und mit wem man auch redet, sogar bei freunden empfinde ich manchmal dieses seltsame gefühl, dass brachte mich dazu, mich zurückzuziehen und das leben als solches ganz böse zu beäugen. jeder schien mir als widersacher, auch wenn mir mein verstand erklärte, dass ich mir das alles einbilde.
irgendwann habe ich dann versucht meine angst zu personifizieren, ich sehe sie als teil von mir, auch wenn ich diesen teil nur schwer annehme. die angst kann einem viel lehren, so makaber das klingt. sie zeigt mir, wenn ich mich selbst überfordere und sendet mir sehr früh signale, auf mein innerstes zu hören. sie hat mir auch gezeigt, wie sehr ich meine emotionen unterdrücke. ich war immer der meinung (noch heute teilweise) so zu agieren, wie es andere von mir erwarten, doch das war oft nicht das was ich wollte. durch meine angst werde ich zum anderssein gezwungen, ich schaffe es partout nicht "normal" zu sein, und mich standardgemäß in die gesellschaft zu integrieren, wenn ich dann langsam beginne auf meine wünsche zu hören, wird auch meine angst leiser, und trotzdem wacht sie im hintergrund.sie lehrte mich wachsam zu werden (ungewollter weise), signale wahrzunehmen und mein umwelt viel intensiver warzunehmen. ich höre manche dinge, die andere nicht aufnehmen, geräusche in der nacht, die manchmal nur grillen sind, aber manchmal habe ich durch meine aufmerksamkeit menschen in notsituationen auch helfen könen, weil ich ihr hilfsbedürfnis wahrnahm, nicht nur bei zwischenmenschlichen problemen, hie und da war auch wirklich ein notfall dabei.die angst und meine geschichte half mir auch, meine mitmenschen (wie gesagt eher in angstfreien zuständen) und ihre gefühle besser nachempfinden zu können, weil ich heute besser verstehe, was leiden ist.
dies soll keine ode an die angst werden, die dunkle seite an ihr ist nicht zu beschönigen, aber vielleicht gibt es auch, wie es auch mir half, die möglichkeit, sie nicht nur als feind und zerstörer zu sehen. als teil von mir ist sie nicht alles und somit irgendwie kontrollierbar.
ich wünsche euch viel kraft, wie ich es auch mir selber wünsche!!

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