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Diskussionsforum-Angststörungen
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Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Claudia, Melanie, Iris

Hab so viele Fragen, könnt ihr mir weiterhelfen?

Startbeitrag von Claudia am 04.06.2005 20:17

Hallo,

heute möchte ich mich mal wieder melden. Habe heute einen Tag, der mal wieder nicht so super ist und habe zudem noch so viele Fragen auf dem Herzen.

1. Wie lange habt ihr gebraucht um zu glauben, daß ihr wirklich nur eine Angststörung habt und nicht doch irgendeine Krankheit? Mir gelingt das nämlich nicht immer, an Tagen wie heute eigentlich gar nicht.

2. Was haltet ihr von Tabletten? Ich bin echt am Überlegen, ob ich meinen Neurologen nicht frage, ob er mir was verschreibt, damit es mir besser geht.
Ich habe ja Lorazepam, und wenn ich 1/2 Tbl. morgens nehme, komme ich auch gut über den Tag und habe nicht permanent diese Angstgedanken, daß ich gleich umfallen könnte oder das es mir komisch wird. Mein Doc sagt, von dieser 1/2 Tbl. werde ich nicht abhängig. Heute habe ich keine genommen, bis vorhin (ca. 18.00) klappte es auch relativ gut. Aber dann kam der Kreislauf wieder in Gang und die Angst kam hoch.

3. Habt ihr auch manchmal so schwankenden Blutdruck?. Ich nehme ja einen Betablocker (Bisoprolol 1 Tbl.). Vorhin habe ich Blutdruck gemessen und hatte 135/98 mm Hg. Hatte gleich wieder noch mehr Angst. Als ich innerlich ruhiger wurde, war es 125/80, also ganz normal. Sind diese Schwankungen o. k. bei einer Angststörung? Habe vorhin andauernd Blutdruck gemessen, ist natürlich auch nicht o. k. ich weiß. Aber gehört halt zu der Angst dazu. Hatte ja schon Echokardiographie, EKG, CT Schädel alles o. k. Aber wenn man so Tage hat wie heute, denke ich wieder, vielleicht hast du doch eine Durchblutungsstörung usw. diese ganze Palette halt.#

4. Wartet ihr auch manchmal regelrecht drauf, ob euch heute wieder komisch wird usw? Manchmal ist es so, daß mir einfällt, ach du hast ja heute noch gar nicht an die Angst gedacht, und schwups geht es los mit der Denkerei und dem "in sich hineinhorchen" ob vielleicht etwas im Anmarsch ist.

5. Habt ihr Therapien gemacht? Ich mache gerade eine Psychotherapie und habe 5 Sitzungen hinter mir. Ist gar nicht so einfach, auf der "Couch" zu liegen und frei heraus zu reden, was einem gerade in den Sinn kommt, ich weiß immer gar nicht, was ich da sagen soll. Jetzt muß ich meine Träume aufschreiben und einen Lebensbericht schreiben. Ich hoffe nur, daß alles mal was bringt.

6. Habt auch ihr manchmal Angst, aus der ganzen Sache nicht mehr herauszukommen?

7. Wie ist die Angst bei Euch zum Ausbruch gekommen? Bei mir war es ca. 2 Monate nachdem unser Sohn am Herz operiert wurde. Ich dachte immer ich kann alles packen und mich haut nichts um. War wohl doch alles bißl zuviel (OP wurde 4mal wegen Notfällen verschoben, die Anspannung und die Angst,die man da
durchsteht, wünsche ich echt keinem, dazu kommt, daß wir ja vor unserem Sohn immer stark sein mußten.

Bei mir wars dann so, daß ich, wie gesagt, 2 Monate nachdem alles vorbei war, für ca. 4 Tage Durchfall und Übeilkeit hatte, danach an einem Tag wie aus heiterem Himmel körperlich so schlapp war, daß ich nur noch liegen wollte, daß mir bißl schlecht war und ich Kopfweh hatte. DAs dauerte ca. 1 h, danach ging es wieder. Das gleiche mit der Schlappheit hatte ich einen Tag später wieder, mir war so elend, daß ich mich echt nicht aus dem Bett bewegt habe. so was kannte ich bislang überhaupt nicht. Das dauerte wieder ca. 1 bis 1 1/2 h, danach war es besser.

So und seit dieser Sache ist die Angst da, weil ich das bis heute nicht zuordnen kann, was es denn genau war. Obwohl der Doc sagte, das war eine Reaktion des Körpers auf die durchgestandene schwere Zeit. Ich kann es bis heute nicht so richtig glauben und das ist mein Problem. Habe immer Angst, weil ich nicht weiß was es war. Meine Mutter sagt, denk doch nicht mehr daran, es ist doch vorbei und du hast es nicht mehr. Sagt sich so einfach, ich krieg es halt nicht immer geregelt.

Dazu muß ich sagen, daß ich schon länger Angst vor schlimmen Krankheiten habe, und mir immer einrede ich hätte was ernstes, wenn es mir irgendwo zwickt. Das ist dann manchmal schon so gewesen, daß ich mich da richtig reingesteigert habe.

Es ist schon verdammt schwer, und ich hätte nie gedacht, daß mich so was mal erwischt. Ich bin jetzt 34, habe einen lieben Mann und zwei tolle Söhne, und habe keinen Bock, den ganzen Mist noch jahrelang mit mir herumzuschleppen.

Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir antwortet.

Bis bald Claudia

Antworten:

Liebe Claudia!

Zu Frage 1: Bei mir stand nach einige Monaten fest,dass ich organisch gesund bin-aber noch heute (ich habe seit fast 17 Jahren eine Angststörung)grübel ich manchmal ob nicht doch was anderes dahintersteckt-obwohl ich weiß,dass es nicht so ist...
zu Frage 2:Lorazepam ist ein süchtig machendes Beruhigungsmittel,welche ich nur im absoluten Notfall nehmen würde-egal ,wie die Dosierung ist!
Besser ist eine Langzeittherapie mit einem Anti-Depressiva (am besten ein SSRI)-welches zwar bis zu 4 Wochen braucht bis es wirkt,aber nicht abhängig macht.
Zu Frage 3: Ein schwankender Blutdruck ist völlig normal! Ich hab auch dauernd gemessen,das Ding sogar immer in der Tasche mitgehabt...
Mach dich frei davon,denn es hilft dir nicht wirklich!
Zu Frage 4:Ja,ich hab auch immer darauf gewartet,dass "es" wieder losgeht-oft reichte der Gedanke daran,um die Angstspirale wieder in Gang zu bringen.
Zu Frage 5: Ja,ich habe vor Jahren eine lange Theapie gemacht,wo auch in der Kindheit etc. gewühlt wurde.Ich hab da viel über mich erfahren,weiß um die Gründe und Ursachen bestens Bescheid-gebracht hatte es mir fast nichts.
Viel besser ist eine Verhaltenstherapie,in der Du lernst,dass die Angst nicht gefährlich ist-in der du lernst dir selbst und deinem Körper wieder zu vertrauen.
Zu Frage 6:Ja,die Angst hatte ich auch oft,und jeder "Angstmensch " wird sie kennen...
Zu Frage 7:Die Krankheit deines Sohnes war wahrscheinlich nur der Auslöser,aber nicht der Grund für deine Angst. Du schreibst ja auch,dass dich Krankheits-Ängste schon länger plagen.
Natürlich ward ihr um euren Sohn in großer Sorge-und seelischer Streß verschlimmert die Symtome.

Kurz zu mir: ich bin 38 Jahre,verheiratet und habe 7 Kinder. Die Angst begleitet mich seit fast 17 Jahren (Auslöser war bei mir eine Lungenembolie-aber NICHT der Grund).
Zwischendurch ging es mir natürlich auch gut,aber es gab auch sehr viele schlimme und anstrengende Zeiten (letzteres nicht wegen der vielen Kindern,sondern wegen der Angst).
Als es vor 4 Monaten eskalierte ,ging ich freiwillig für 6 Wochen in eine Klinik-das brachte die Wende.Neben einer Konfrontationstherapie fing ich mit Paroxetin an. Die Nebenwirkungen machten mir anfangs zu schaffen,aber nach 4 Wochen war ich nahezu angstfrei. Ich LEBE wieder....und ich genieße es unendlich! Ich werde die Tabletten in einigen Monaten wieder absetzen-aber schon jetzt weiß ich,dass ich alles kann. Ein tolles Gefühl.
Bitte laß dich von deinem Neurologen beraten,wir müssen nicht so leiden...

Alles Liebe für dich und deine Familie,viele Grüße
Iris

von Iris - am 05.06.2005 15:04
Hi Claudia!

Also ich will mal deine Fragen beantworten.

1. 1 Jahr lang und ich dachte ewig, wenns mit dem Herz nichts ist, dann was mit der Durchblutung u.u.u. ...
Aber ich akzeptiere jetzt das ein gewisses Restrisiko jeder Mensch hat.

2. Ich hab mich fast bis zuletzt dagegen gesträubt u. brauchte sie nachher nicht mehr. Aber wenn es dir mit deinem Medikament besser geht u. keine Abhängigkeit auftreten kann, dann würde ich zu dem Rettungsanker greifen.
Damit bekommst du zumindest wieder Lebensqualität.

3. Oh ja, schwankender Blutdruck war an der Tagesordnung.
Ich steigerte mich da so rein, das ich jede Schwankung unangenehm merkte.
Hab dann rund um die Uhr den Blutdruck überprüft.
Ich nahm auch den Betablocker Bisoprolol, aber dadurch ging mein Blutdruck erst recht in den Keller u. mir war öfter unwohl.
Es kann also eventuell auch am Betablocker liegen.
Lies mal die Nebenwirkungen durch!
Das Blutdruckmessgerät lasse mittlerweile links liegen u. hab seitdem auch keine Probleme mehr.
Ich hab mir gesagt, der Blutdruck ist eh wie er ist u. ich kann mit meinen Messungen nicht's bewirken.

4. Ich wahr in ständiger Anspannung, egal wo.
Ich sah z.b. TV u. war innerlich in Erwartungshaltung u. plötzlich wurde mir komisch.
Oft lösen das schon alleine die Gedanken aus.
(Man sagt nicht umsonst, man ist genau das was man denkt).
Das wechselte minütlich.
Also mal war alles okay und in der nächsten Minute schon wieder das glatte Gegenteil. Ein auf u. ab - echt der Horror.

5. Oh ja, dieser Gedanke war ständig da.
Ich dachte das hört nie wieder auf.
Auch klar, wenn man schon jeden morgen mit Symptomen aufwacht.
Mir fehlten einfach Erfolgserlebnisse um da rauszukommen.

6. Bei mir kam es von heute auf morgen, nachdem ich in der Nacht plötzlich Herzrasen, Atemnot und Ohnmachtsangst bekam.
Vorher hätte ich eine Angststörung nie für möglich gehalten.
Ich wußte nicht mal was das war.
Aber jetzt weiß ich das kann jeden treffen.
Schon alleine Menschen die mal in Ohnmacht fallen, können eine Angststörung entwickeln.

Durch den ganzen Druck, der sich bei dir angestaut hat, hat dein Körper irgendwann schlapp gemacht.
Bei deinem Sohn hast du alles hautnah miterlebt u. wochenlang unter starken ängsten gelitten. Da kann man noch so lange stark sein, irgendwann macht der Körper nicht mehr mit. Wir sind nicht unendlich belastbar!
Psychologen fragen z.b. oft, ob man etwas schlimmes bei jemanden z.b. eine Herzerkrankung miterlebt hat.
So etwas kann auch ein Auslöser sein!

Versuche zu akzeptieren das du eine Angststörung hast!
Ich war hier wochenlang im Forum unterwegs, nur damit ich realisierte das die ganzen Symptome wirklich zu eine Angststörung dazu gehören.
Erst als ich bei anderen Betroffenen las, das es ihnen ganz genauso geht, hab ich es ganz langsam geglaubt.

Wie lange hast du denn schon diese Krankheitsängste?
Ich kenne das selber schon seit meiner Kindheit.

So auch wenn ich dir vieleicht nicht wirklich weiterhelfen konnte, hab ich trotzdem mal deine Fragen beantwortet.

Viele Grüße Melanie

von Melanie - am 05.06.2005 15:28

Liebe Iris, liebe Melanie,

danke für eure Antworten, habt mir doch wieder ein Stück weitergeholfen.
Nach einem bescheidenen Wochenende geht es heute wieder relativ gut.

Ich werde mal mit meinem Neurologen reden zwecks anderer Medikamente, aber da sollen doch die Nebenwirkungen so schlimm sein, habe ich im Forum gelesen, wie genau sehen diese Nebenwirkungen denn aus?. Wahrscheinlich kriegt man doch schon Angst, wenn man den Beipackzettel liest, oder?

Ich werde mal versuchen, den Rat mit dem Blutdruckmessgerät zu befolgen. Mein Mann sagt eh, die Dinger würden nicht genau gehen, und er meint, er schmeißt es bald zum Fenster raus. Erst dachten die Ärzte ja, ich hätte so ein Phäochromozytom,weil das Noradrenalin und Dopamin erhöht waren. Habe dann 24 h-Sammelurin abgegeben, und der war in Ordnung und die Sonographie auch. Der Doc meinte, kein Grund zur Sorge, und noch mehr Untersuchungen wären nicht nötig. Wahrscheinlich würde der erhöhte Blutdruck von der Angst kommen, wobei er ja nur einmal erhöht nachgewiesen werden konnte (170/100). Zu der Zeit nahm ich Pryleugan (Antidepressiva), vielleicht lag es auch daran. HAbe dann den Fehler gemacht und es eigenständig nach 7 Wochen reduziert und abgesetzt. Heute denke ich, daß es falsch war, denn mit dem Medikament ging es mir besser.

Meine Krankheitsängste habe ich bestimmt schon so seit ich 20 Jahre alt bin. Erst hatte ich Knubbel am Kopf, dann war es irgendwas im Rücken, danach kam der Unterleib dran, dann bluteten meine Hämorrhoiden und ich dachte ich hätte Darmkrebs, Habe Koloskopie über mich ergehen lassen, alles o. k. Und so war immer wieder was anderes an der Reihe. Wahrscheinlich hat sich das alles langsam aufgebaut, bis es jetzt zum großen Knall kam. Ist auch so wenn meine Kids krank werden, haben sie Fieber, denke ich immer glelich, hoffentlich kriegen sie keine Meningitis usw. Ist echt irre ich weiß.

Ich habe nun eine Mutter-Kind-Kur beantragt. Ob es richtig ist, weiß ich nicht, vielleicht wäre eine Kur nur für mich besser gewesen, aber ich wollte es erst mal auf diesem Weg versuchen?.

Liebe Iris, wie hast du das 17 Jahre aushalten können, ich habe schon jetzt nach 6 Monaten die Schnauze voll. Und dann noch mit 7 Kindern. Wie hast du das nur geschafft? Aber vielleicht hattest du dadurch auch genügend Ablenkung oder?. Also ich glaube, so lange würde ich das nicht aushalten, da hat man doch überhaupt keine Lebensqualität mehr. Hat dir vorher kein Arzt geraten ein Medikament zu nehmen?

Also noch mal danke für eure lieben Zeilen. Hier wird man wenigstens verstanden. Für meinen Mann ist das manchmal schwer zu verstehen und hin und wieder habe ich auch das Gefühl das es ihn manchmal nervt wenn ich zum 100mal frage:, Stimmts Schatz mir wird nicht schlecht, ich falle jetzt nicht um oder?. Es kann halt keiner nachvollziehen, der es nicht kennt. Man will raus aus der Sache aber es geht einfach nicht.

LG Claudia

von Claudia - am 06.06.2005 14:30

Liebe Claudia!

Es ist nie gut Medis selbst abzusetzen,man sollte sich da schon mit dem Arzt beraten.Das gilt besonders für Antideressiva.
Ja,die Nebenwirkungen von meinem Antidepressiva waren anfangs nicht so toll....ich hab mich natürlich total reingesteigert...sie waren dann der Grund,weshalb ich in díe Klinik ging. Dort mußte ich sie dann weiternehmen,die Dosis wurde langsam erhöht.Inzwischen geht es mir damit sehr gut,ich kann fast alles wieder machen,manchmal kann ich es kaum glauben...
Es stimmt,17 Jahre mit Angst waren schlimm...aber es gab ja auch viele schöne Zeiten. In den Schwangerschaften ging es mir immer sehr gut ,und auch sonst hatte ich Zeiten in denen ich vieles machen konnte.
Aber...die Angst war immer irgentwie da....es war oft sehr anstrengend...
Die Kinder haben bis vor ein paar Monaten nicht gewußt was ich habe...ich war perfekt im verdecken -ich wollte sie damit nicht belasten.Als ich in die Klinik ging mußte ich dann ja mit den Großen darüber reden,sie haben toll reagiert.
Ich wollte all die Jahre keine Medis nehmen-ich hab immer geglaubt ich schaff das so (hab ich ja irgentwie auch,aber zu welchem Preis...),und ich hatte auch dolle Angst vor Nebenwirkungen.
Nun bin ich sehr froh,dass ich diese Möglichkeit angenommen habe.

Eine Mutter-Kind - Kur kann ich nur empfehlen-ich hab das schon 4 x gemacht,es war immer sehr schön.

Einen Rat noch: versuch nicht zu viel zu grübeln..über Ursachen etc.-es bringt dich nicht weiter. Du lebst im Hier und Jetzt-mach das Beste daraus!

Viele Grüße
Iris

von Iris - am 07.06.2005 12:24
Hallo Claudia!

Ich hoffe, dir gehts einigermaßen gut im Moment!?
Das mit dem Blutdruckmessen, versuch das wirklich mal durchzuziehen, nicht mehr so oft zu messen.
Leg es am besten außer Sichtweise, dann kommst du gar nicht erst auf die Idee.
Damals hatte ich sogar 2 Messgeräte und hab wirklich rund um die Uhr gemessen, sogar unterwegs.
Ich selber habe gar nicht gemerkt wie sehr man sich da reinsteigern kann u. damit auch das gesamte Geschehen verschlechtern kann.

Wenn ich mal zurückblicke, dann hatte ich auch sehr oft wieder schlechte Phasen, wo ich immer wieder restlos verzweifelt war.
Bei mir war's so krass, das ich nicht mehr rausging, keine Hobbys mehr nachgehen konnte, Fernsehen war lange Zeit nicht möglich auch lesen nicht.
Einmal da bastelte ich an einem Überraschungsei und mußte es weglegen, weil mir ständig so komisch war, das nicht das geringste mehr ging.
Einfach nur da sitzen u. hoffen und bangen das der Tag zu Ende geht.
Ich schreib dir das, weil ich dir an meinem Bsp. Mut machen möchte, das man da wieder raus
kommen kann. Nur dein Körper kannst du nicht innerhalb weniger Tage umprogrammieren. So leicht macht er es dir nicht.
Dieses unangenehme bedrohliche Empfinden speichert der Körper nämlich ab, wie in einen Buch. Er kann es immer wieder vorholen.
Erstmal gilt es damit umgehen zu lernen.
Bei mir ist es z.b. heute noch so, das ich in Phasen, wo ich stärkeren Stress ausgesetzt bin, dann auch wieder Symptome kommen können.
Aber ich weiß das dann einzuordnen.

Meine erste Besserung merkte ich, nachdem ich endlich mal wieder ein positives Erlebniss, hatte nach einem Konzert.
Fast alles ging gut aus an diesem Abend u. darauf baute ich auf.
Ich sah also es geht auch anders.
Natürlich hatte ich zwischendrinn auch wieder schlechte Erlebnisse, aber ich ließ mich nicht mehr so einschüchtern.
Nach u. nach versuchte ich die negativen Gedanken, die man sich ja vorher schon ausmalt wegzulassen.
Trotzdem schoben sich immer mal wieder schlechte Phasen mit ein.
Aber das gehört dazu!

Nachdem ich umgezogen bin, hatte ich dann wochenlang noch eine sehr schlechte Zeit, wo ich oft nur im Bett lag.
Aber trotzdem war ich abgelenkt in der neuen Umgebung u.s.w., das es irgendwann stetig bergauf ging.
Ich versuchte mir dann ganz langsam alles wieder zurückzuholen u. nahm meine Hobbys wieder auf. Das war erst sehr mühsam, aber ich gab nicht auf.
Was ich noch erwähnen will (ich hab es hier schon öfter geschrieben), mein Vater hatte einmal so die Nase voll mit mir, das er wütend zu mir sagte: "Na und dann fall ich eben Tod um, ich kanns ja dann nicht ändern". Er meinte das auf sich bezogen, meinte aber mich damit.
Im Grunde hatte ich nämlich eine heiden Angst, das wenn mir wieder mal so komisch wird, das ich plötzlich Tod umfallen könnte.
Jedenfalls war ich sehr sauer über die Äußerung, aber ab dem Tag an ging es mir komischerweise besser. Weil mir das wirklich bewußt gemacht hat, das ich mit meinen Gedanken ja eh nichts beinflußen kann.

Das mit der Krankheitsangst habe ich genau wie du, auch aus diversen Symptomen, die ich immer gleich als bedrohlich einstufte.
Ein komischer Leberfleck war natürlich gleich Hautkrebs u.s.w.
Das ist bei mir schon seit Kind an so, weiß auch nicht was das für Ursachen haben könnte. Habe auch Angst vor Ärzten.
Oft ähneln sich die harmlosen Symptome mit den gefährlichen, aber ich denk eh immer gleich an das schlimmste.
Ich glaub das werd ich nie abstellen können.
Manchmal ist es aber auch kein Wunder, was man tagtäglich in den Medien u. der Presse für schimme Dinge mitbekommt.

Deine Verschlechterung ist auf jeden Fall damit zu erklären, das du dein Medikament abgesetzt hast. Sehr viele Menschen erleiden dann Rückfälle.
Am besten du besprichst das nochmal mit deinem Arzt, welches Mittel am besten für dich geeignet ist.

Jetzt ist der Text schon wieder arg lang geworden, hoffe das ich ein wenig helfen konnte!

Ich wünsch dir viel Kraft u. Mut weiterhin!
LG Melanie

von Melanie - am 08.06.2005 11:37

Liebe Melanie!


Nein mir gehts nicht wirklich gut.Gestern war es ganz okay, kam auch ohne Beruhigungsmittel aus. Hatte dann allerdings am Nachmittag so eine Art "Flattermann". Die Hände zitterten und mir war flau. Aber ich hatte den ganzen Tag nur 2 Tassen Kaffee getrunken und nicht sehr viel gegessen. Denke daß der Blutzucker im Keller war. Nachdem ich dann gegessen und getrunken habe wars wieder in Ordnung.

Dafür geht es mir heute bescheiden. Bin heute morgen um 6.00 Uhr aufgestanden, da hatte ich schon ein Engegefühl im Brustkorb. In der Küche wurde mir dann richtig übel (habe ich oft am Morgen), aber heute besonders schlimm und dann war ich so schlappig. Habe meine Kids fertig gemacht und bin danach nicht zur Arbeit sondern zum Arzt. Der hat mich dann für heute und morgen krank geschrieben.

Habe heute morgen dann 1/2 Beruhigungstabl. genommen, danach wurde es besser. Doch so vor 1/2 h ging es wieder los. Ich war völlig schlappig und die Übelkeit kam auch wieder. Nun habe ich natürlich wieder ganz sehr Angst, daß es mich richtig flach legt oder sonst was, oder das doch was anderes körperliches dahintersteckt. So fing das nämlich damals vor 1/2 Jahr auch an mit der körperlichen Schwäche usw.

Kannst du mich beruhigen? Kennst du so etwas auch? Am liebsten würde ich mich heute nur hinlegen, aber der Doktor meinte, rausgehen, viel Bewegung, Sport treiben usw.

Bin schon wieder voller Panik, weil es so schlimm schon lange nicht mehr war.

LG Claudia

von Claudia - am 09.06.2005 10:50

Liebe Melanie!


Nein mir gehts nicht wirklich gut. Gestern wars noch okay, kam ohne Beruhigungstabl. aus. Hatte dann am NAchmittag so eine Art "Flattermann", zittrige HÄnde und flaues Gefühl. LAg aber wohl eher daran, daß ich nur zwei Tassen Kaffee getrunken hatte und über den Tag auch nicht so viel gegessen habe.Nachdem ich gegessen hatte war es wieder in Ordnung.

Dafür geht es mit heute bescheiden. Bin schon mit einem Engegefühl im Brustkorb aufgewacht. In der Küche wurde mir dann wieder übel, wie fast jeden Morgen, aber heute wars besonders krass. Mußte dreimal auf Toilette und war richtig schwach. Habe dann natürlich wieder Angst bekommen und eine 1/2 Beruhigungstablette genommen. Nachdem ich die Kids versorgt hatte bin ich nicht zur Arbeit sondern zum Arzt. Der hat mich für heute und morgen krank geschrieben, meinte die Übelkeit käme auch von der Angst und ich solle doch Sport treiben, Joggen usw. Mich halt viel bewegen.

Heute mittag wurde mir dann wieder übel und schwach und schlappig fühle ich mich heute auch. Was ist das? Habe ich was körperliches? Ich habe jetzt wieder große Angst, denn so fing das vor 1/2 Jahr auch an, mit Übelkeit, Schwäche, Kopfweh.

Kannst du mich beruhigen? Am liebsten würde ich schon wieder zum Doktor gehen oder freiwillig ins Krankenhaus um mich durchchecken zu lassen. Aber die erklären mich dann wahrscheinlich für völlig abgedreht (bißl verrückt bin ich ja auch).

Aber ich weiß ja gar nicht was die noch untersuchen sollen. Blutbild. EKG, Echokardiographie, die Katecholamine (Adrenalin, Dopamin, Noradrenalin) waren bei der letzten KOntrolle auch o. k., die Ultraschalluntersuchung vom Bauchraum auch, habe heute in der Apotheke einen Zuckertest machen lassen, war auch o. k., und das EEG sowie CT Schädel waren auch o. k. Also kann ich doch wirklich bald nichts haben.

Aber macht diese verdammte Angst einen körperlich wirlich so nieder? Ich komme damit einfach nicht klar. Nachdem meine Mutter gestern noch sagte, daß ich spinne, bin ich noch wütender. Habe zu ihr gesagt, daß ist eine Krankheit und keine Spinnerei, und es kann übermorgen dich genauso treffen. Da war sie ruhig.

Bitte antwortet mir

LG Claudia

von Claudia - am 09.06.2005 11:11

Anwort an Claudia

Hallo Claudia!

Das was du schreibst, kann ich komlett nachvollziehen.
So eine körperliche Schwäche gehört wirklich dazu.
Mir gings so mies, nur wenn ich lag war es besser und sonst ging so gut wie gar nix. Weder Fahrad fahren, noch Treppen steigen oder Einkaufen.
Hab mich nur mit meinen Hund 3 mal am Tag Gassie gequällt und auch da dachte ich oft, es geht vor lauter Schwindel u. Schwäche nicht.
Ich konnte ja nicht mal lange stehen.
Auch ich dachte lange es muß doch etwas ernsthaftes dahinterstecken, aber hier im Forum las ich von einigen, denen es mit der körperlichen Schwäche genau so erging. Das beruhigte mich ein wenig.
Als ich beim Kardiologen saß, dachte ich auch ich bin hier die einzige der es wirklich mies geht, aber die Ergebnisse waren in Ordnung.
Wahrscheinlich mußt du als erstes versuchen anzunehmen, das du wirklich eine Angststörung hast. Dann kann man auch konkreter etwas dagegen tun.

Vor 3 Tagen hatte ich wieder so einen Tag, wo ich so Symptome hatte, wie bei meiner Angststörung damals.
Da wurde mir wieder bewußt, wie schlimm sich das anfühlt.
Es ist irgendwie kaum zum aushalten u. fühlt sich so bedrohlich an.
Damals wußte ich weder ein noch aus u. dachte auch als letzten Ausweg an eine Klinik.
Das einzige was ich dir wirklich sagen kann: Ja, es fühlt sich wirklich so schlimm an und man muß irgendwie versuchen das durchzustehen.
Ich dachte das hält womöglich Jahre an u. ich halte das keinen Tag mehr länger aus. Es steigerte sich so, das ich Angst vor dem nächsten Tag hatte.
Mir hat das Buch von Claudia Mandorf geholfen, das ganze besser zu verstehen.
Es heißt: Angst Hilfe! in der ersten Not.

Das was du beschreibst mit dem Blutzucker, daß kenne ich von mir auch so.
Die Symptome ähneln den Angstsymptomen. Natürlich verbindet man das sofort.
Geht mir noch heute so, aber wenn ich etwas esse, dann geht es meistens wieder. Im Moment spielt wahrscheinlich dein vegetatives Nervensystem komplett verrückt. Ist ja auch kein Wunder!

Dein Arzt hat in gewisser Weise recht damit, das du dich bewegen mußt.
Aber das sagt sich immer leicht. So einfach ist das nicht.
Am besten du erzwingst erstmal gar nichts.
Versuch nur deinen Alltag zu Hause aufrecht zu erhalten.
Da hast du erstmal Bewegung genug.
Es gibt Tage da geht einfach nicht mehr.
Du kannst dich auch mal einen Tag schonen, aber nicht auf Dauer.
Das habe ich nämlich gemacht u. davon wird es sehr viel schlimmer.

Ja, leider können das "Nicht Betroffene" absolut nicht nachvolziehen.
Das hab ich irgendwann auch gemerkt.
Aber die Antwort die du deiner Mutter gegeben hast war richtig!
Leider fühlt man sich oft alleine gelassen damit u. hilflos.
Schau einfach öfter hier auf die Seite, daß war damals auch mein einziger Halt.

So Claudia, dann hoffe ich das du meine Zeilen noch gelesen hast.
Kannst ja mal kurz antworten, damit ich bescheid weiß.
Ansonsten hab ich immer ein offenes Ohr für dich!

Viele Grüße von Melanie

von Melanie - am 10.06.2005 16:04

antwort an Melanie


Danke für deine Zeilen,

ist immer mal wieder schön, wenn einer von euch Antwort gibt.

Habe gerade meine anderen Antworten durchgelesen, weiter oben im Forum.
Bin erst mal kritisiert worden, weil ich gesagt habe, ich werde mit meinen Doc reden, ober er mir nicht doch was verschreiben kann gegen die Angst und bin damit auf ziemliches Unverständnis gestoßen.

Ach ich weiß halt auch nicht, wie man es richtig macht.Ich persönlich würde es nicht schlimm finden, für einige Zeit ein MEdikament zu nehmen, damit es mir besser geht, denn im MOment habe ich ja gar keine richtige Lebensqualität mehr. Und der Alltag mit 2 Kindern, Haus und Beruf muß schließlich auch weiterlaufen, da kann ich mich nicht einfach in die Ecke hängen, wenn es mir mal nicht so gut geht.

Und diese ständige Angst vorm nächstenmal komisch sein und die ganzen Sachen, man hat ja nur noch das Eine im Kopf. Ich mache doch schon eine Psychotherapie und erhoffe mir auch einiges davon.

Wie denkst du über Medikamente? Ist es wirklich so was schlechtes?. Ich finde, wenn es solche Hilfmittel gibt, sollte man die doch auch annehmen, anstatt sich zu quälen. Soviel ich weiß, gleichen die MEdikamente das positive und negative im Gehirn ja aus, bei uns ist mehr negatives und das wird dann wieder ins Gleichgewicht gebracht, so hat es mir jemand erklärt, obs stimmt, weiß ich nicht.

Ich habe ja nur die Lorazepam-Dinger, und von denen kann man ja wirklich abhängig werden, und das möchte ich ja nicht, deswegen nehme ich die nur im äußersten Notfall, so wie gestern. Dann lieber doch was anderes wo man nicht von abhängig wird.

Mit dem Autogenen Training habe ich es auch versucht, aber damit gehen die Ängste auch nicht weg.

Wie hast du das bewältigt und wie lange dauerte das bei dir? Wie alt bist du eigentlich?.

Was mir auffällt, es sind fast alles Frauen die davon betroffen sind.

Also bis später, wäre schon was von dir zu hören.

von Claudia - am 10.06.2005 17:55
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