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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
mauna, Blubb

Panik auf der arbeit:-(

Startbeitrag von Blubb am 31.07.2005 22:40

Hallo zusammen.seit 3monaten habe ich schwindelanfälle bei der arbeit.ich fange an zu zittern und ich kann dann kaum noch denken, röhrenblick oder einfach schwarz vor augen.ich habe dann auch das gefühl keine luft zu bekommen.
vor 3jahren wurde ich überfallen bei der arbeit, aber nie hatte ich wirklich symptome.
jetzt plötzlich kommen diese gefühle wie eine welle.ich arbeite in der nacht bis 24.00uhr und manchmal alleine.und genau dann kommen die ataken.aber eigentlich nur bei stress,das heisst wenn ein kunde nach dem anderen in den laden kommt.
heute um 22.00uhr wurde es so schlimm dass ich einer arbeitskolegin angerufen habe, ob sie kommen könne:-(! wisst ihr wie peinlich?extra so spät noch?dabei hat sie schon den ganzen tag gearbeitet.aber es ging nicht mehr.die kunden dachten wohl "mann ist die unfreundlich"!
sie kahm und mein mann holte mich ab.er fuhr mich notfallmässig in den spital weil wir ja in der schweiz auch am 1.august nationalfeierertag haben und die ärzte geschlossen haben.ich fand das alles übertrieben, war aber doch froh dass er mich hinschleppte;-)!er meinte das gehe so nicht weiter.die ärzte fanden rein gar nix und deswegen bin ich mir fast sicher dass ich eine angststörung habe.
jetzt habe ich angst dass die angst wiederkommt wenn ich alleine bin.was soll ich denn dann tun bei der arbeit?ich kann ja nicht jedesmal jemanden aus dem bett holen um mich abzulösen?
am liebsten hätte ich ein zeugnis dass ich nicht mehr hinmuss:-(((
Ach scheisse echt, ich weiss nicht was ich machen soll:'-(!ich bin doch sonst eine so starke frau und ich dachte immer mich haue nix um.
wie geht es euch so?kennt das jemand?panik auf der arbeit?wie geht ihr damit um?oder könnt ihr schon gar nicht mehr arbeiten?

Antworten:


Hallo Blubb!!

Zuerst einmal glaube ich ,dass, wenn man überfallen wird, das sicherlich nicht ohne Folgen bleiben wird--man befindet sich auf einmal in einer Situation die einen wie aus heiterem Himmel trifft,man weiss nicht wie man sich verhalten soll ,man hat Angst vor dem was passieren könnte,man ist dieser Konfrontation hilflos ausgeliefert,doch zum Glück hast du diese furchtbaren Minuten die sich in deinem Leben abgespielt haben ,überlebt,aber hast du dich auch ganz bewusst und intensiv damit auseinandergesetzt,hast du mit jemanden über das ,was passiert ist sprechen können,hast du über deine Furcht und deine Ängste reden können seit dieser Überfall stattgefunden hat?Oder musstest du wie so oft die starke Frau verkörpern,die nichts so schnell auf der Welt "umhaut",die mit jeder Situation in ihrem Leben zurechtkommen kann,ohne die Hilfe von jemanden andern zu brauchen,oder aber zu bekommen?!Ich denke ,wenn man immer versucht stark zu sein ,sich keine Schwächen zugesteht,welche Bewegungsgründe man immer auch haben mag,irgendwann schlägt das Schiksal erbarungslos zurück--und auf einmal hat man sich mit Ängsten und Paniksituationen auseinander zusetzen,die einem die Luft zum atmen nehmen,und mit denen man in keinster Weise umzugehen weiss.Ich kenne das aus eigener Erfahrung,auch ich war immer stark und cool und hatte mein Leben fest im "Griff" ,war für die anderen immer die Unnahbare und vorallem Unfehlbare,gestand mir selber keine Fehler ein ,belügte mich selber ,denn ich hatte mir meine eigene Welt aufgebaut und dann kam der Tag der Wahrheit und ich hatte meine erste Panikattacke ,auf einmal hatte ich nichts mehr unter Kontrolle und musste den Arzt rufen--meine Werte (blut usw.)waren in Ordnung der Arzt fragte mich ,ob irgendwelche Ereignisse in meinem Leben eingetreten wären--und er hatte recht,es gab einiges was sich verändert hatte und durch diese Ereignisse wurde ich aus meiner gewohnten Lebensbahn geworfen und damit konnte ich nicht umgehen (man ist doch nicht perfekt,so wie ich dachte)Aber Gott sei dank lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und mit seiner Hilfe habe ich gelernt vieles anders zu sehen und vorallem ehrlich zu mir selber zu sein.
Und man muss lernen mit diesen Panikattacken umzugehen,denn es kann einem nichts passieren,auch wenn man vielleicht glaubt seine letzte Stunde hätte geschlagen--es ist nicht so,glaube mir das bitte!Doch du darfst niemlas dieKontrolle über einen Körper verlieren und versuche dich nicht zu sehr hineinzusteigern,atme ruhig und vertiefe dich nicht zu sehr in das ,was du glaubst zu empfinden. Liebe Grüsse M.

von mauna - am 01.08.2005 09:33
Danke mauna!
Wenn ich jetzt also am arbeiten bin, und ich "weiss" es kann mir nix passieren (was unglaublich schwierig ist zum glauben in dem moment), dann sollte es mir besser gehen?was soll ich denn machen auf der arbeit wenns mir schwindelig wird.ich kann mich kaum mehr konsentrieren und höre den kunden kaum zu.ich bin dann mit atmen beschäftigt;-)!
hmmm ich weiss nicht so recht wie es weitergehen soll und ich habe schon wieder schiss vor donnerstag,wenn ich zur arbeit muss.sagt mal, kann man sich in solch einem fall einfach krank melden?oder soll ich mal mit dem chef sprechen?es ist blöd dass der knall genau jetzt kommt.weil seit 2tagen erst haben wir einen neuen chef bekommen und viel zu wenig arbeiter:-(
mir ist es verdammt peinlich mit ihm darüber zu reden.ich kenne den doch gar nicht.und dann müssten die anderen noch mehr arbeiten nur wegen mir!die arbeiten eh schon 14tage am stück.wenn die auch noch meine schichten machen müssen.hüülföööö;-)
naja zum glück habe ich dieses forum hier gefunden.mein mann kämpft übrigens auch mit panikataken.aber er ist schon viel weiter als ich.er nimmt medis und so.bei ihm sind die symptome aber übelkeit und erbrechen.als unsere tochter zur welt kahm musste er erst mal brechen gehen *ggg*! aber ihm geht es jetzt besser als damals.jetzt erst verstehe ich wie unglasublich mies er sich damals gefühlt hat an familienfesten.diese machen mir aber zum glück nix aus,bei ihm ists eben etwas anderes als bei mir.
liebe grüsse blubb.

von Blubb - am 01.08.2005 14:27
Hallo Blubb!!

Hast du diese Angst nur wenn du zur Arbeit gehen musst oder verfolgen dich diese Attacken auch wenn du Zuhause bei deiner Familie bist??Du darfst dich nicht von deinen Ängsten beherrschen lassen--versuche deine Gedanken auf etwas Schönes zu richten,auf eine nette Situation,die du z.b. mit deiner Tochter erlebt hast,oder mit einem netten Menschen--aber verharre nicht auf dem Gedanken --"Ich habe Angst vor meinem nächsten Arbeitstag am Donnerstag"--je mehr man sich in diese Gedanken verstrickt umso unangenehmer werden die Symptome und umso stärker und vermehrter treten sie auf.Du musst ihnen einen Streich spielen ,darfst dich von ihnen nicht in die Irre führen lassen ,denn,nur du bist es, der diese Gedanken zulässt und nur du bist es, der diese Gedanken lenken kann--in welche Richtung auch immer--es liegt in deiner Macht.
Natürlich kannst du es deinem Chef sagen,dass du hin und wieder dich unwohl fühlst und du Angst hast wenn du alleine in der Arbeit bist--vielleicht kann er dir andere Arbeitszeiten geben wo du nicht alleine sein musst.Aber das findest du nur in einem Gespräch mit ihm heraus -Und mach dir keine Gedanken darüber ,was andere Leute dazu sagen könnten--es gehört nämlich eine grosse Portion Mut dazu seine Schwächen darzulegen.--und jeder Mensch hat irgendeinmal Angst in seinem Leben--einige können damit halt besser damit umgehen als andere--aber alles ist erlernbar.
Ausserdem finde ich es gut ,dass du keine Medikamente nimmst,denn damit bekämpft man nur die Symptome --und ich für meinen Teil glaube fest daran,das man sich mit seinen Ängsten auseinander setzen muss um alles ein wenig besser verstehen zu können.
Liebe Grüsse M.

von mauna - am 02.08.2005 07:58
ja mauna du hast sicher recht.aber weisst du ich würde wohl sehr gerne medis nehmen wenn ich könnte,wenn es nur aufhört.bis gestern dachte ich,ich hätte es nur auf der arbeit.aber gestern erwischte es mich bei meiner mutter zuhause:-(
Ich ging tatsächlich heim.es machte mich fertig,dass ich nicht stärker war, das war das schlimmste. aber ich wollte nur noch weg.
zur therapie gehe ich sicher auch noch, aber erst möchte ich abklähren dass da kein hirntumor oder sowas vorliegt.

von Blubb - am 02.08.2005 10:36
Das ist sicherlich keine schlechte Idee von dir, dich einmal vollständig durchuntersuchen zu lasse --damit du auch weisst,das keine organischen Schäden vorliegen(was bestimmt nicht der Fall sein wird)-- und das mit der Therapie klingt auch sehr interessant,es kann niemals schaden sein Herz "auszuschütten".Hat deine Mutter deine Angstzustände mitbekommen,weiss sie darüber bescheit, oder sprichst du nicht mit íhr über deine Gefühle --
Als ich es meiner Mutter erzählte wusste sie auch nicht so recht damit umzugehen,denn sie kannte solche Attacken nicht ,aber alleine durch ihr Verständnis und ihre Bereitschaft mir zuzuhören,hat sie mir sehr geholfen.
Was passierte bei deiner Mutter,hattest du plötzlich Herzrasen,Panik--welche Gefühle oder Ängste hattest du auf einmal?
Liebe Grüsse M

von mauna - am 02.08.2005 11:30
Hallo Mauna
Ich weiss nicht, das gefühl war so komisch bei meiner mutter.plötzlich mochte ich nicht mehr zuhören.sie erzählte mir sie hätte einen kropf und müsse sich überlegen ob sie operieren möchte.da wurde mir plötzlich komisch. ich lag meinem mann in die arme und sagte ihm, er solle etwas schönes erzählen.da er eher der hektische typ ist, erzählte er ganz hektisch und gestikulierte dass mir noch komischer wurde;-)
Plötzlich rief der freund meiner mutter zum essen.aber ich konnte nicht.ich verabschiedete mich in ihr zimmer und legte mich hin.im liegen ging es besser,logisch bei schwindel und co...
ich hatte angst dass ich atembeschwerden bekomme,herzrasen usw...
ich fing an zu weinen ich fühlte mich so hilflos weil ich spührte dass mein körper mit mir macht was er will.dass mein hirn keinen einfluss mehr hat.
irgendwann ging ich nach hause.
es ist wie ein innerliches erdbeben von dem man nichts sieht.ich habe das gefühl mich schubts voll durch in der zeit.alles funktioniert schlechter.das sehen,das hören,das herz rast,ich schwitze mir wird schwummrig,gummiknie...etc...
heute war ich beim HA.ich bin kerngesund und meine pumpe läuft bestens....tja...!
meine mam hat sehr viel verständnis, obwohl ich an ihren wörtern und sätzen erkenne wie wenig sie wirklich versteht.sie meint es sei ganz anders.sie sagt oft "gell es ist so und so...ich verstehe es schon was du meinst..."
aber das tut sie eben nicht! dafür hat sie mich gestern als ich geweint habe in den arm genommen!das hat sie sicher nicht mehr getan,seit ich ein kleines kind war.
und das hat sehr gut getan!

von Blubb - am 02.08.2005 15:39
Hallo Blubb!!
Ich glaube ,wir alle sind zu sensibel für diese Welt ,oder wir verlangen und erwarten zu viel von unseren Mitmenschen.Denn es ist schwierig für jemanden ,der mit dieser Materie(Angst und Panik) nichts zu schaffen hat,Verständnis aufzubringen,aber ich bin mir sicher,das deine Mam sich um dich sorgt,aber halt auf eine Weise die du nicht richtig deuten kannst.Ich bin froh darüber ,das es dieses Forum gibt,denn auch mir ist es manchmal unangenehm mit meinen engsten Verwandten darüber zu sprechen,weil ich mir immer denke ,das die mich alle für verrückt halten .
Liebe Grüsse M.

von mauna - am 04.08.2005 09:20
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