"Dampf aus" bei der Lokrundschau


Zurück zur Themenübersicht  •  Dieses Thema im Originalformat sehen

Kommentare zu ""Dampf aus" bei der Lokrundschau"

"Dampf aus" bei der Lokrundschau

von Martin Schiffmann - am 17.10.2007 14:07


30 Jahre nach dem Ende der letzten DB-Dampfloks ist nach insgesamt 39 Jahren Erscheinungsweise in dieser Woche die letzte gedruckte Ausgabe der Eisenbahnzeitschrift "Lok Rundschau" erschienen.
Die Zeitschrift lebt jedoch zukünftig als Online-Version weiter, ebenso wird der Lokrundschau-Verlag auch in Zukunft Sonderhefte und Bücher publizieren.

Als Betreiber des Werkbahnforum und langjährigen Redakteur für Werk- und Industriebahnen der LokRundschau ist diese Entscheidung für mich aber auch mit Wehmut verbunden. Immerhin mehr als 10 Jahre gaben mir Verein bzw. Verlag die Gelegenheit, schriftstellerisch für die LOKRundschau tätig zu sein und Bücher zum Thema Klein- und Werkbahnen mitzuproduzieren.

Aber die letztendlich betriebswirtschaftlichen Gründe für diese für mich nachvollziehbatre Entscheidung sind nicht wegzudiskutieren.
Neben einer wachsenden Zahl von "Marktbegleitern" im Zeitschriftenregal haben vor allem veränderte Freizeitinteressen ("O-Ton Händler: Das Hobby Eisenbahn ist was für ältere") sowie das Internet mit seinen aktuellen und vor allem kostenlosen Informationen dazu beigetragen, dass der Markt der Eisenbahnzeitschriften zu einem Haifischbecken geworden ist.

Neben diesen Punkten haben aber auch einsame Entscheidungen aus einer konservativen Grundhaltung heraus einige fällige Reformen bei der Lokrundschau langfristig blockiert bzw. erfolgreich verhindert.

Sic transit gloria mundi......

Mit besten Grüßen an die Weggefährten der Lokrundschau und das neue Online-Team (zudem ich mitgehöre).

Glück Auf!

Martin Schiffmann, Krefeld

"Werksbahn aus" bei der Lokrundschau

von Andreas Christopher - am 03.11.2007 17:57


Hallo Herr Schiffmann,

ein wenig lag dies sicher auch am Inhalt, der in den letzten Jahren von der Qualität her abgenommen hat. Beispielsweise gab es seit Jahren keine Berichterstattung über Werksbahnen mehr ...

Eine interessante Diskussion zum Ende der LRS findet sich auch im DSO-Forum:

http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?2,3514378

Viele Grüße
Andreas Christopher

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...

von Martin Schiffmann - am 07.11.2007 10:39


Lieber Kollege Christopher,

interessant, dass gerade Du dieses Thema ansprichst.
Es ist sicherlich richtig, dass ich ca. 2002/2003 meine aktive Mitarbeit als LRS-Redakteur für Werkbahnen eingestellt habe und diese faktisch nur noch auf dem Papier bestand. Offizielle habe ich die Arbeit im März 2007 eingestellt. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Hauptgrund dafür ist eine mehrjährige Weiterbildung in Abendform, die ganz einfach Priorität besitzt gegenüber ehrenamtliche Jobs im Eisenbahnhobby. Schließlich, und das brauch ich Dir nicht zu erklären, zahlt das Hobby weder meine Miete, noch Rentenbeiträge usw.

Was mich an Deinem Spruch (der großkotzig rüberkommt, auch wenn er möglicherweise im Ton von Dir nicht so gemeint war) aber stört, ist die Tatsache, dass ich von Dir in über 10 Jahren Redakteurstätigkeit für die LRS keine einzige Meldung, kein einziges Foto, keine einzige mail, also rein gar nix erhalten habe.

Dabei wärst Du in Sachen Feldbahnen und Werkbahnen zu dem kleinen Kreis von Lesern zu zählen, die noch am ehesten in der Lage gewesen wären, die Redaktion mit Beiträgen zu unterstützen. Es war jedoch in den letzten Jahren so, dass ich quasi den Alleinunterhalter spielte und von den LRS-Lesern bis auf ganz wenige Ausnahmen kein Feedback kam.
Es geschah vielmehr dass, was ich in diesem Forum schon vor vier Jahren bemängelt habe:
Unter den Lesern (egal ob LRS oder Internet) gibt es viele sog. "Schwämme", die wissbegierig jede noch so kleine Info aufsaugen (möglichst brandaktuell und kostenlos), aber grundsätzlich von alleine keine Infos in die Gegenrichtung senden (wie ein Schwamm, der gibt sein Wasser auch erst dann ab, wenn man ihn drückt).

Das führt dann irgendwann dazu, dass man dann die Lust an dem ehrenamtlichen Job "Werkbahnredakteur" verliert. Diese Erfahrung hat auch mein Amtsvorgänger bei der LRS gemacht, ebenso kann Jens Merte dies (leider) bestätigen.

Glück Auf!

Martin Schiffmann

Re: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...

von Andreas Christopher - am 08.11.2007 09:19


Hallo Herr Schiffmann,

meine Aussage, dass die LRS in den letzten Jahren unattraktiver geworden war, u.a. auch wegen des fehlenden Werksbahn-Teils, war als Feststellung und nicht als Wertung gedacht. Dies kommt auch bei den Forumsbeiträgen im DSO-Forum so 'rüber. Tut mir leid, wenn das vielleicht etwas missverständlich formuliert war. Aber eine Zeitschrift verliert einfach an Attraktivität, wenn es einzelne Redaktionen nicht mehr gibt oder diese inhaltlich geschrumpft sind.

Was aber ihre sonstigen Aussagen betrifft: Wenn man eine solche Redaktion wie die Werksbahn-Redaktion übernimmt, sollte man wissen, was da auf einem zukommt: Dass man damit kein Geld verdient, höchstens Ehre, und dass man nicht mit Meldungen überschüttet wird. Ich weiß dies aus eigener Erfahrung, denn ich habe viele Jahre lang die Werksbahn-Redaktion der Eisenbahn-Illustrierten betreut.

Wenn ich keine Meldungen an die LRS geschickt habe, so liegt das daran, dass ich mich nicht verzetteln kann. Auch ich bin im Beruf, dienstlich viel unterwegs und meist nur am Wochenende zu Hause. Und bei den Meldungen unterstütze ich seit Jahren die Drehscheibe. Daneben habe ich Bücher über Klein- und Feldbahnen verfasst - mehr geht halt in der Freizeit nicht. Es war aber kein böser Wille, die LRS nicht unterstützt zu haben.

Wenn Sie schreiben, Jens Merte hat auch die Erfahrung gemacht, dass er nicht unterstützt wird, so möchte ich dem eigentlich widersprechen: Er erhält bei seiner Museumsbahn-Redaktion in der Drehscheibe vielfältige Unterstützung von uns (PZ, DS, AC, -mu und anderen).

Viele Grüße
Andreas Christopher

Re: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...

von Martin Schiffmann - am 08.11.2007 11:18


Hallo Herr Christopher,

danke für die Antwort, die jetzt alle Missverständnisse ausgeräumt hat.

Bei Übernahme der Redaktion hatte ich noch Leserzuschriften erhalten, ab ca. 1999 kam dann nix mehr, auch weil mitwirkende Leser ihre Meldungen zu anderen Zeitschriften sendeten.

Die Anmerkung von mir zu Jens Merte bezog sich nicht auf seine Museumsbahn-Redaktion bei der DS, sondern auf sein Internet-Portal "bahn-express", welches sich schwerpunktmässig mit Werkbahnen befasst. Hier hat Jens die Erfahrung machen müssen, dass aus der gesamten Republik Anfragen zur Werkbahn in xy gestellt werden, um Vorabinfos zum geplanten Besuch dieser Werkbahn in xy zu erhalten. Leider ist es dann überwiegend so, dass Jens (oder ich) dann anschließend von den Personen nach dem Besuch in xy keine Rückinfo zum aktuellen Stand erhalten, mit dem Jens dann seine Datenbank ergänzen/updaten könnte. Dies ist dann der häufig praktizierte Informationsfluss in eine Richtung (Stichwort "Schwamm"), der dem unter kultivierten Menschen anerkannten Prinzip "geben und nehmen" nicht so ganz entspricht.

Glück Auf!

Martin Schiffmann

Die Inhalte dieser Seite sind Beiträge aus dem gehosteten Forum Werkbahn-Forum. MySnip.de hat keinen Einfluß auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Rückfragen oder Löschforderungen.