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Kommentare zu "Schräge Regentropfen"
Schräge Regentropfen
von Analogiker - am 27.01.2005 11:38
Ich habe eine Wetterfrage. Mir ist aufgefallen, dass bei Windstille und gleichzeitigem Regen die Regentropfen manchmal nicht senkrecht zum Boden sondern schräg auf den Boden fallen.
Wie kann das sein? Selbst wenn in höheren Luftschichten ein Wind wehte, würden doch aufgrund simpler Ballistik die Tropfen weiter unten in die Senkrechte abgelenkt werden.
Re: Schräge Regentropfen
von Tangiert @!#$ peripher - am 27.01.2005 11:44
Analogiker schrieb:
Zitat:
Ich habe eine Wetterfrage. Mir ist aufgefallen, dass bei
Windstille und gleichzeitigem Regen die Regentropfen manchmal
nicht senkrecht zum Boden sondern schräg auf den Boden fallen.
Wie kann das sein? Selbst wenn in höheren Luftschichten ein
Wind wehte, würden doch aufgrund simpler Ballistik die
Tropfen weiter unten in die Senkrechte abgelenkt werden.
QTH: 07E08/49N31, Locator JN39nm, 340m ü.
NN
Da muß ich jetzt ein wenig ausholen: Du stehst bei absoluter Windstille unter einem Windkraftwerk und der Propeller dreht sich trotzdem -> schon wenige Meter über dem Boden kann es ganz anders aussehen.
Die Regentropfen haben tatsächlich noch Schwung vom letzten Windstoß ca 10-20 Meter über Dir.
Re: Schräge Regentropfen
von Analogiker - am 27.01.2005 11:50
Wieso Propeller? Nein, ich meinte ich stehe vor meiner Haustür und sehe dass trotz absoluter Windstlle (und das sicher nicht nur die ersten Meter über dem Boden!) die Regentropfen schräg fallen.
Re: Schräge Regentropfen
von Erich Hoinicke - am 27.01.2005 12:10
Ich verstehe T@p so, dass ein Regentropfen in 20 oder 30 m Höhe noch genug Wind ausgesetzt sein kann, um bis zum Boden schräg aufzutreffen. Dass der gefühlte Wind bei geringen Windstärken am Boden natürlich gegen Null geht, hängt entweder am halbparabelförmigen Windprofil oder an deiner großen Haustür. ;)
Re: Schräge Regentropfen
von Analogiker - am 27.01.2005 12:32
Ich sehe Bäume um mich herum (Fichten, Eichen, ...), die nicht gerade klein geraten sind und sich nicht im geringsten bewegen. Und ich sehe Vögel, die absolut nicht im Wind abgelenkt werden. Ich kann versichern, dass bis in viele Meter über dem Boden Windstille herrscht. Und trotzdem: Die Regentropfen fallen schräg. Warum?
Re: Schräge Regentropfen
von Erich Hoinicke - am 27.01.2005 12:53
Coriolis-Kraft?
Re: Schräge Regentropfen
von Damarus - am 27.01.2005 16:36
Aber irgendwo gibt es immer Luftströmungen und sei es in 100m Höhe und die Regentropfen kommen ja schon von ziemlich weit oben. Irgendwo erfahren sie dann halt eine Querbeschleunigung, was zu einem "schrägen" (parabelförmigen) Flug führt. Außerdem hab ich, wenn's geregnet hat, noch keine Vögel rumfliegen sehen.
@Coriolis-Kraft: Selbstverständlich, warum au net? Wahrscheinlich ist sie auch für das Marmeladenbort-Phänomen verantwortlich und für das Wembley-Tor und... :D
Re: Schräge Regentropfen
von Mezzana - am 27.01.2005 17:04
ich denk mal selbst die Luftverwirbelungen die wiederum durch die anderen Tropfen erzeugt werden könnten Tropfen abgelenken. WIRKLICH windstill ist sowieso ein sehr seltener Zustand auf der Erde
Re: Schräge Regentropfen
von Robert S. - am 27.01.2005 19:35
@ analogiker:es gib doch aber auch regenfälle wo der regen wirklich genau senkrecht fällt.
das ist meist im sommer zu beobachten wenn ein plötzlicher platzregen auftritt,da siehts dann aus als wenn es ,,bindfäden,, regnet
Re: Schräge Regentropfen
von Erich Hoinicke - am 28.01.2005 08:18
Da kommen wir der Sache schon näher. Größe und Gewicht des Niederschlags bestimmen mit, wie stark ein Wind sein muss, um sichtbar abgelenkt zu werden.
Bei meiner Morgenzigarette fiel mir das Thema wieder ein. Und obwohl Türen und Fenster dicht waren, ich nicht atmete, fern der Heizung saß und mich nicht bewegte, blieb der Rauch nicht im Raum stehen, sondern bewegte sich. Das Verhältnis von Luftgeschwindigkeit (im geschlossenen Raum eigentlich gleich Null) zu Angriffsfläche der mikroskopisch kleinen Schwebeteilchen ist anscheinend immer noch groß genug, um eine Bewegung auszulösen.
Was ist das leichteste mit der größten Angriffsfläche, das vom Himmel fällt? Federn abgeschossener Vögel, Löwenzahnsamen, Blätter, usw. - nichts davon wird bei gefühlter Windstille senkrecht nach unten fallen. Genausowenig wie die leichteste Niederschlagsform Nieselregen oder "tanzende" Schneeflocken. Regen ist halt nicht gleich Regen.
Das Phänomen wird begünstigt durch bodennahe Luftbewegungen ausgelöst durch alles, was sich bewegt (z.B. Straßenverkehr) oder Abwärme des aufgeheizten Bodens (Sommer) bzw. von Kaminen (Winter). Wer schon mal Schnee oder Laub kehren mußte, hat sicher gemerkt, dass die Schicht in Gebäudenähe nicht homogen verteilt ist, es gibt Ecken, wo sich der Wind fängt und im Gegensatz zur laminaren Luftströmung in Baumhöhe Turbulenzen erzeugt.
Ich vermute einfach, dass all das und die Tatsache, dass sich Bäume wahrscheinlich erst ab einer gewissen Windstärke sichtbar bewegen, genug Einfluss haben, um Regentropfen schräg fallen zu lassen. Wenn nicht hilft vielleicht googeln mit "Fallturm" und "Bremen", dort werden Versuche mit freiem Fall erforscht.
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