Frauenfussball-Alltag in Köln...


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Kommentare zu "Frauenfussball-Alltag in Köln..."

Frauenfussball-Alltag in Köln...

von LOK-Bulch - am 24.10.2003 06:25


Köln/Leverkusen - Erst kicken, dann kloppen: So beinhart kann Frauenfußball sein! Nach dem Abpfiff der Kreisliga-Partie TuS Rheindorf gegen den SV Fühlingen (Endstand 2:2) gerieten sich einige Damen richtig in die Haare: Schlägerei! Bilanz: zwei Spielerinnen schwer verletzt, Krankenhaus…
Ein Opfer: Carmen Thomas (28), Stürmerin der Fühlingen-Elf. Sie klagt an, dass ihr auf dem Weg zur Umkleidekabine eine TuS-Spielerin mit einem Karatesprung von hinten brutal in die Beine sprang. Dann sah Carmen Thomas eine zweite TuS-Frau, die eine Eckfahne in der Hand hielt und gerade zum Schlag ausholte. Carmen Thomas: „An den nächsten Moment erinnere ich mich nicht."

Wie kam es zur Schlacht von Fühlingen? Der Trainer des SV meint, die Leverkusener hätten sich bei einer Fair-Play-Geste völlig daneben benommen: „Als einer unserer Betreuer eine Tus-Spielerin am Knie behandeln wollte, kippte ihm die Trainerin von Rheindorf eine Flasche Wasser über den Kopf." Rheindorf-Vorstandsmitglied Renate Wallner sagt, die ständigen Provokationen eines Fühlinger Fans hätten das Klima aufgeheizt.

Am Tag danach sitzt der Schock auf beiden Seiten noch tief. Carmen Thomas spielt bei Fühlingen im Sturm. Sie erlitt bei der Auseinandersetzung erhebliche Prellungen. Sie schildert die Situation: „Als wir auf dem Weg zu den Umkleidekabinen waren, sprang mir eine Rheindorferin mit den Füßen voran in die Beine. Ich ging zu Boden und sah aus den Augenwinkeln nur noch, wie eine andere mit einer Eckfahne zum Schlag ausholte."

Carmen Thomas versuchte noch, mit den Händen ihren Kopf zu schützen. An mehr kann sie sich nicht erinnern. Ralf Hübsch, der Trainer des SV Fühlingen, kann es immer noch nicht fassen: „Ich kam erst dazu, als schon einige Spielerinnen am Boden auf einander einprügelten. Ich weiss nicht, was die Auseinandersetzung ausgelöst hat."

Katja Wallner vom TuS Rheindorf (Leverkusener Vorortverein) traf es noch schlimmer. Sie erlitt bei der Auseinandersetzung ein Schädeltrauma und Knochenabsplitterungen am rechten Arm. „Ich bin die nächsten zwei Wochen krank geschrieben, kann mich kaum bewegen vor Schmerzen." Auch ihr Bruder Thomas, der ihr in der Keilerei zu Hilfe kommen wollte, wurde so stark gewürgt, dass sein Kehlkopf angeschwollen ist.

Mutter Renate Wallner, die gleichzeitig im Vorstand des Sportvereins sitzt, sagt: „Seit 30 Jahren gibt es in Rheindorf Frauenfußball. Alles wäre nicht passiert, wenn nicht während des gesamten Spiels ein Fühlinger Fan unsere Frauen nicht dauernd mit dummen Sprüchen provoziert hätte."

In jedem Fall wird die Prügelei ein juristisches Nachspiel haben: Renate Wallner erstattete für ihre Kinder Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei.

Re: Frauenfussball-Alltag in Köln...

von SCHNAUF - am 24.10.2003 16:13


Frauenfußball hat seine Jungfräulichkeit verloren“
Kreis-Schiri-Chef nach Prügelei in Rheindorf: „Wenn sich nichts ändert, schicken wir keine Schiris mehr“
Von T. MORCHNER

Köln – Die brutale Kreisliga-Keilerei zwischen den Damenmannschaften des TuS Rheindorf und des SV Fühlingen (EXPRESS berichtete). Jetzt meldet sich der Chef der Kreisschiedsrichter, Helmut Friebertz, deutlich zu Wort: er sagt, der Frauenfußball habe seine Unschuld verloren…

Friebertz´ Fazit: „Bisher kannten wir solche Auseinandersetzungen in der Kreisliga nur von den Männern. Dort geht seit Monaten kein Wochenende mehr über die Bühne, in dem nicht mindestens ein Spiel abgebrochen wird, weil sich die Teams an die Wäsche gehen. Aber mit der Prügelei in Rheindorf hat der Frauenfußball seine Jungfräulichkeit verloren.“

Wegen der um sich greifenden Gewalt auf den Fußballplätzen fordert der Kreisschiedsrichter-Obmann Konsequenzen: „Die Schiedsrichter haben es lange genug auf die sanfte Tour versucht. Jetzt müssen den Prügel-Vereinen drastische Konsequenzen drohen. Das muss meiner Meinung nach bis hin zum Liga-Ausschluss gehen.“

Einige Vereine wären, so Friebertz, seit Jahren bekannt für ihre Gewaltbereitschaft. Passiert sei bisher gar nichts. „Das ist wie mit den Klau-Kindern. Die werden gefasst und eine halbe Stunde später muss die Polizei sie wieder laufen lassen“, sagt der Schiri-Chef.

„Wenn sich an der Situation nichts ändert, werde ich mich künftig weigern, Schiedsrichter zu den Spielen der Kreisliga zu entsenden.“

Zu den Vorwürfen der Damenmannschaften aus Rheinbach und Fühlingen, der Schiri hätte sich nicht in die Auseinandersetzung eingemischt, sagt der Obmann:

„Ich habe mit dem Kollegen gesprochen. Das Spiel sei hart, aber fair verlaufen. Als die Damen aufeinander los gingen, war er in seiner Kabine, kann also nichts über den Hergang der Schlägerei sagen. Ich kann es ihm nicht zum Vorwurf machen, dass er sich nicht zwischen die prügelnden Damen geworfen hat.“

Quelle: EXPRESS

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