Startbeitrag von bikerbsam 04.08.2008 15:56
Dazu habe ich diese Informationen gefunden, aber kein Foto.
1951 wurde der NWDR-Sender Braunschweig auf dem Geitelder Berg errichtet - die Straße "Am Sender" gibt heute noch davon Zeugnis. Nachdem die große Funkanlage auf dem Torfhaus im Harz seine Funktion mit übernommen hatte, wurde er 1977 abgebaut.
Gesendet wurde auf MW 520 kHz sowie auf UKW 87,5 MHz das Programm vom NWDR- und
später NDR/WDR1. Erzählungen zufolge soll die UKW-Frequenz auch für Sondersendungen
gedient haben. Etwa für Gastarbeiter oder Messe-Journal zur Hannover-Messe.
Zur Leistung der MW fand ich alten Listen die Angabe 2 KW. Wie stark der UKW-Sender war, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.
Nebenbei erwähnt: Der heutige Sender Braunschweig-Broitzem (Steinberg) ist nur einige 100 m vom ehemaligen Sender Geitelde entfernt und wurde als Fernmeldeturm errichtet, nachdem es auf dem Dach der damaligen Oberpostdirektion zu eng wurde. Funktion als Radio- und Fernsehsender erhielt er erst mit dem Beginn des privaten Rundfunks und Fernsehens.
1951 wurde der NWDR-Sender Braunschweig auf dem Geitelder Berg errichtet - die Straße "Am Sender" gibt heute noch davon Zeugnis. Nachdem die große Funkanlage auf dem Torfhaus im Harz seine Funktion mit übernommen hatte, wurde er 1977 abgebaut.
Gesendet wurde auf MW 520 kHz sowie auf UKW 87,5 MHz das Programm vom NWDR- und
später NDR/WDR1. Erzählungen zufolge soll die UKW-Frequenz auch für Sondersendungen
gedient haben. Etwa für Gastarbeiter oder Messe-Journal zur Hannover-Messe.
Zur Leistung der MW fand ich alten Listen die Angabe 2 KW. Wie stark der UKW-Sender war, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.
Nebenbei erwähnt: Der heutige Sender Braunschweig-Broitzem (Steinberg) ist nur einige 100 m vom ehemaligen Sender Geitelde entfernt und wurde als Fernmeldeturm errichtet, nachdem es auf dem Dach der damaligen Oberpostdirektion zu eng wurde. Funktion als Radio- und Fernsehsender erhielt er erst mit dem Beginn des privaten Rundfunks und Fernsehens.
von RN - am 04.08.2008 16:08
Interessanter Beitrag von Ralf Götte !
Dort findet sich auch eine Leistungsangabe für den UKW-Sender:
500 Watt.
Gruß, Jürgen
von Jürgen Martens - am 04.08.2008 19:22
Zur Sendeleistung finden sich dort eine Angaben. 3 KW, 2,5 KW, 0,5KW
Habe inzwischen auch eine UKW-Frequenzliste von 1954 entdeckt, dort wurde für Braunschweig eine
Sendeleistung von 1,5 KW entdeckt.
Interessant übrigens, wie wenig Leistung die Sender noch alle hatten. Bekannte Großsender wie Ochsenkopf/Fichtelgebirge z.b. mit 10 KW oder der Brocken im Harz mit "nur" 3 KW.
Apropo Brocken: Von dort kam übrigens anfangs das Fernsehprogramm der ARD. Torfhaus gab es noch nicht - erst 1955. Soll auch immer mal Fehlschaltungen gegeben haben, so daß kurzfristig auf dem Kanal des damaligen DFF ebenfalls das ARD-Programm zu sehen war.
von bikerbs - am 04.08.2008 20:31
:wall: :wall: :wall:
von Habakukk - am 04.08.2008 20:59
von Habakukk - am 04.08.2008 21:03
Soll das wirklich heißen, daß die ARD bis 1955, also in der Hochzeit des Kalten Krieges, vom Brocken abgestrahlt wurde? Das mag ich irgendwie nicht so richtig glauben.
Was sollen denn das für Fehlschaltungen gewesen sein? Das wäre ja noch erklärbar, wenn ARD und DFF über ein gemeinsames Richtfunknetz gelaufen wären, was aber sehr unwahrscheinlich sein dürfte. Wenn ich mich jetzt nicht irre, war zwischen Torfhaus und Brocken eine Schnittstelle zwischen Eurovision und Intervision. Aber da müßte man ja schon ordentlich was fehlgeschaltet haben, um sowas auf den DFF-Fernsehsender zu geben.
Da würde es schon eher Sinn machen, wenn sich ein Techniker dort oben einen Spaß gemacht und die ARD aufgeschaltet hat, was damals wohl beruflich schwerwiegende Folgen mit sich gezogen haben dürfte.
von Kay B - am 05.08.2008 01:33
von RN - am 05.08.2008 16:43
Auf dem Inselsberg steht Haargenau der Gleiche Turm ...mittlerweile als Vergammelter Antennenträger unserer Amateurgerätschaften !
sahen alle früheren Sendetürme der DDR so aus ?
von PowerpIay - am 05.08.2008 18:34
Danke für den Link zu diesem tollen Bericht.
Bisher wusste ich nur, dass von hier die MW 755 kHz (später => Königslutter für DLF) und 520 kHz (später => Hannover) kamen. Dass auch die UKW-Sender 88,85 / 90,9 / 87,7 vom MW-Mast kamen, ist mir neu. Wieder ein Rätsel weniger... :)
ARD vom Brocken in den heißen Jahren des Kalten Krieges und bevor dort das DDR-Fernsehen (DFF) aufgeschaltet wurde?
Da hat dir aber jemand ziemlichen Unsinn erzählt.
Für solche evt. Spaßvögel gab es unter der berüchtigten Justizministerin Hilde Benjamin...
---> http://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Benjamin
...nicht nur beruflich "schwerwiegende Folgen".
---> http://einestages.spiegel.de/static/document/498/ddr_justizministerin_hilde_benjamin.html?k=tag%3A%22Hilde+Benjamin%22&o=original_publicationdate-DESCENDING&s=0&r=3&c=1
von Manager. - am 05.08.2008 19:38
Wenn Unsinn, dann nicht nur mir erzählt, sondern dem geneigten Leser im Internet.
Leider ist mir der Artikel abhanden gekommen. Aber ich finde den sicher noch.
Im Zusammenhang mit dem 50jährigem Bestehen des Senders Torfhaus war da zu lesen:
"Zuvor sendete der NWDR vom Brocken....." (Frei aus dem Gedächtnis - so ein kuriosum behält man sich, oder?).
Warum denn nicht vom Brocken? Kalter Krieg?! Klar doch, vornrum die Augen auskratzen und hintenrum kungeln. Sicherlich gab es Entgelte für die Nutzung.
Der DFF sendete zwar ab 1955 regelmäßig vom Brocken, aber vorher gab es vermutlich auch
Testsendungen, wobei es wohl zu den Fehlschaltungen gekommen ist.
Die Fehlschaltungen könnten bein eingeschalten passiert sein. Kanal verwechselt. Oder so ähnlich.
Da dem Medium Fernsehen anfangs nicht so viel Bedeutung beigemessen wurde, könnte das ohne weiteren Konsequenzen für den betroffenen Techniker gewesen sein. Unklar ist, wer als Techniker am Sender war. Westler, Ostler oder gar Sowjets? Letzere haben die Grenze zu jener Zeit noch bewacht.
von bikerbs - am 05.08.2008 20:39
Sowas kommt leider immer wieder vor.
Dann suche ihn mal. Hier etwas behaupten, was sonst niemand kennt, macht sich ohne Quelle nicht so gut.
Klar. Aber so ein Kuriosum wäre dann sicher nicht nur dir im Gedächtnis geblieben, sondern auch einer Reihe anderer Leser/Schreiber hier im Forum (und natürlich auch darüber hinaus), wenn es dies gegeben hätte.
Der NDR zum 50jährigen Jubiläum ---> http://www1.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/ndrpr2890.html
Nein, das ist doch jetzt von dir phantasiert. Es gab diese Kooperation nicht. Es gab vor der Torfhaus-Inbetriebnahme kein ARD-Fernsehen vom Brocken. Ein so sensationelles Detail würde doch in keiner Radio-/TV-Chronik fehlen. Auch nicht in einer vom Brockensender ---> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/pdf/zeit-sender.pdf
Ob es auf dem Brocken zu solchen Fehlschaltungen kam, weiß ich nicht. Aber was du schreibst, klingt alles sehr wage und beinahe konstruiert. Fakt ist, dass es erst 1960 eine Richtfunk-Verbindung zum Westen gab. Und an einem ARD-Ballempfang (wozu?) mag ich nicht glauben. Obwohl: Vielleicht doch für die Stasi im Nebengebäude? Wer weiß schon?
Wenn ein DDR-Techniker (absichtlich oder versehentlich) durch eine Fehlschaltung das ARD-Fernsehen auf die Brocken-Antenne aufgeschalten hätte, wäre das als schwerwiegender Sabotageakt gegen das DDR-Regime gewertet und entsprechend hart geahndet worden. Stell dir vor, in Peking würde eine Techniker das TV-Programm aus Taiwan auf den Sender schalten...
Und wie groß die Bedeutung des Fernsehens für das DDR-Regime auch damals schon war, kannst du daran erkennen, dass die Ostseite an Weihnachten 1952 3 Tage vor Start des regulären ARD-Programms mit einem Testprogramm (incl. Nachrichtensendung) startete.
Unklar nur für dich. Der Sender wurde von der Deutschen Post der DDR betrieben.
von Manager. - am 06.08.2008 20:46
Ich kenne diese Berichte von meinem Vater, der in jungen Jahren an Ost-TV-Sendern "rumgeschraubt" hat. Es kam vor, daß im westlichen Teil der Ex-DDR beim Ballempfang des Ostfernsehens das Empfangsteil auf dem falschen Kanal einrastete und dann eben die ARD empfangen hat. Dies war natürlich keineswegs beabsichtigt und wurde so schnell wie möglich wieder behoben. Weiterhin meinte er, daß sich bei solchen Pannen die Beschwerden aus der Bevölkerung in Grenzen hielten... ;-)
von Kranitz - am 06.08.2008 23:00
Deinen Alter nach zu schätzen, dürfte das wohl in den 60er- oder 70er-Jahren gewesen sein. ;) Das klingt plausibel, da es da bereits im Gegensatz zu den frühen 50ern die Richtfunk- und Ballempfangswege gab. Und da kann dann natürlich auch mal ein Fehler passieren...
Da sind dann einigen Genossen beim fernsehschauen sicher die Gesichtszüge entgleist. :D
von Manager. - am 07.08.2008 15:56
<a href="http://www.mysnip.de/forum-archiv/thema/8773/609322/Alter+Sendemast+Geitelde+_Braunschweig_.html">Alter Sendemast Geitelde (Braunschweig)</a>