Startbeitrag von Lahnwelleam 11.06.2010 11:06

In den letzten Tagen und Wochen hat es fast täglich spektakuläre Bandöffnungen aus verschiedenen Richtungen gegeben. Dabei ist mir aufgefallen, daß ich dabei mehrfach Empfänge aus Metropolen hatte. Moskau, St. Petersburg, Istanbul und heute vormittag Athen. Ich gehe mal davon aus, daß das kein Zufall ist. Hat es damit zu tun, daß in diesen Ländern außerhalb der großen Städte die UKW-Versorgung sehr dünn ist? Ich finde das faszinierend, wenn hier die Radiolandschaft einer Großstadt auf das Band abgebildet wird.
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Erster Beitrag: vor 1 Jahr, 11 Monaten
Letzter Beitrag: vor 1 Jahr, 11 Monaten
Beteiligte Autoren: Peter Schwarz, Exidor, Radiopirat, iro, Lahnwelle

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Ich denke schon, daß es Zufall ist - wie jeder ES-Empfang (zufällig hört zur richtigen Zeit am richtigen Ort jemand den Sender).
Aber die Wahrscheinlichkeit einen Sender aus einer Großstadt zu empfangen, in der das UKW-Band von unten bis oben alle 200 kHz einen Sender aufweist, ist einfach größer. Dazu kommt, daß Großstädte wie Athen, Thessaloniki, Istanbul, Moskau und St. Petersburg in genau richtiger Sporadic-E-Entfernung liegen.
Und sicherlich auch damit, daß die UKW-Versorgung außerhalb der Metropolen in TUR + RUS nicht so dolle ist, was die Wahrscheinlichkeit noch mal erhöht.

Rom, Madrid, Valencia und Barcelona habe ich jetzt nicht aufgeführt, da konnte ich keine Häufung der Großstadtempfänge verzeichnen, die anderen Standorte aus diesen Ländern sind genau so häufig vertreten. Rom eigentlich gar nicht, da zu nah dran. Und in Spanien und Italien gibt es wohl überall ein voll belegtes UKW-Band - nur in Madrid, Valencia und Barcelona ist es etwas voller...

von iro - am 11.06.2010 13:07
Sporadic E, Tropo und Scatter sind immer Zufall und natürlich hauptsächlich im Sommer am häufigsten.

von Radiopirat - am 11.06.2010 15:04
Und aus Italien hatte ich mindestens genauso oft irgendwelche kleinen Pippi-Funzeln vom Lande drin wie die starken Brüller. Wo die starken Sender stehen, hat aber was mit der Topografie zu tun: Im platten Land baut man halt die Sender mitten in oder am Rand der Stadt auf dem nächstbesten Hügel, wie in St. Petersburg, Moskau, Madrid, Rom, oder Langenberg für das Ruhrgebiet. (Der umgekehrt bei Sporadic E durchaus auch im Mittelmeerraum zu empfangen ist, zumindest da wo das UKW Band nicht so zugekleistert ist wie in Italien.) Es gab aber auch schon Empfangsberichte von Radio K.W. (Moers, Niederrhein, 100 Watt) aus Spanien, südlich von Barcelona. Wo Flächen zu versorgen sind, baut man halt starke Sender auf dem höchsten Berg möglichst zentral. So war der Brocken schon vor dem Krieg ein wichtiger Standort und für das Fernsehen vorgesehen, weil man mit dem einen Sender schon einen großen Teil des Landes versorgt hatte. Ähnlich Lopik in den Niederlanden, der Sender steht einfach in der Mitte des Landes und versorgt mehr als 90 % des Landes, eine gute Dachntenne vorausgesetzt. Und nicht zuletzt werden die starken Grundnetzsender einfach nach der nächsten Stadt im Sendegebiet benannt, weil beispielsweise Lüttich einfach bekannter ist als Bol d'Air oder Berlin besser klingt als Königswusterhausen.


von Exidor - am 12.06.2010 05:22
In Italien ist die Senderdichte landesweit gross. In Russland aber konzentrieren sich die Stationen schon auf die Metropolen, dazwischen sieht es dürr aus, was die UKW-Versorgung angeht. Teilweise sicherlich gar nicht vorhanden! Die These mit der Wahrscheinlichkeit stimmt also!

von Peter Schwarz - am 12.06.2010 09:41
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