neues von der regelkunde

Startbeitrag von matzelinho am 19.01.2006 09:07

Übersetzungsfehler im deutschen Regeltext
ALT: 15:8 Grundsätzlich ist jede Regelwidrigkeit in Verbindung mit der Ausführung eines angepfiffenen Wurfes sofort zu ahnden. Gemeint sind Regelwidrigkeiten nach 15:2 Absatz 2, z. B der Werfer berührt den Ball ein zweites Mal, bevor dieser einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat, er prellt ihn oder legt ihn auf den Boden und nimmt ihn wieder auf (13:1a, siehe jedoch 15:7 Absatz 3).

NEU:
15:8 Grundsätzlich ist jede Regelwidrigkeit direkt nach der Wurfausführung zu ahnden. Gemeint sind Regelwidrigkeiten nach 15:2 Absatz 2, z. B. der Werfer berührt den Ball ein zweites Mal, bevor dieser einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat, er prellt ihn oder legt ihn auf den Boden und nimmt ihn wieder auf (13:1a, siehe jedoch 15:7 Absatz 3).

Daraus ergeben sich ab sofort folgende Auslegungsveränderungen:

* Prellt ein ansonsten korrekt stehender Spieler bei der Einwurfausführung (auch ohne Anpfiff) den Ball innerhalb oder außerhalb des Spielfeldes, ist dieser Einwurf fehlerhaft ausgeführt. Die Schiedsrichter müssen nun sofort auf Freiwurf für die gegnerische Mannschaft entscheiden. (Bisher wurde korrigiert und dann angepfiffen).
* Prellt ein ansonsten korrekt stehender Spieler bei der Freiwurfausführung (auch ohne Anpfiff) den Ball oder er legt ihn auf den Boden und nimmt ihn wieder auf oder er legt ihn auf den Boden und stellt seinen Fuß auf den Ball, ist dieser Freiwurf fehlerhaft ausgeführt. Die Schiedsrichter müssen nun sofort auf Freiwurf für die gegnerische Mannschaft entscheiden. (Bisher wurde korrigiert und dann angepfiffen).

Nicht verändert ist der Inhalt und Sinn der Regel 15:7 bezüglich der Korrektur von fehlerhaft ausgeführten Würfen (ohne Anpfiff) , bei denen der fehlbare Spieler noch den Ball in der Hand hat, also "Freiwürfe im Laufen oder Sprung" (Anmerkung SRLW BHV: auch Berühren des Balles durch einen Mitspieler während der Ausführung oder Übergeben des Balles an einen Mitspieler – siehe Regel 15:3). Nach der Korrektur und Anpfiff (vgl. 15.7 incl. Vorteilsausnahme) werden auch hier fehlerhaft ausgeführte Würfe mit Ballverlust geahndet.

Desweiteren wurde in unserem Bereich in Regel 16:1 (Kommentar, 1. Satz) ein Wort offenbar falsch (vgl. englische Originalversion) aus dem englischen Original übersetzt.
ALT: Kommentar:
Ein Spieler sollte nicht mehr als eine Verwarnung und eine Mannschaft insgesamt nicht mehr als drei Verwarnungen erhalten; die folgende Strafe muss mindestens eine Hinausstellung sein.

NEU: Kommentar:
Ein Spieler sollte nicht mehr als eine Verwarnung und eine Mannschaft insgesamt nicht mehr als drei Verwarnungen erhalten; die folgende Strafe sollte mindestens eine Hinausstellung sein.

Außerdem wurde im Regelheft in Regel 12:1 der zweite Absatz nicht abgedruckt:
...
Das bedeutet, dass in den genannten Situationen der Ball nicht im Spiel ist und dass das Spiel mit einem Abwurf wieder aufgenommen wird (13:3), auch wenn nach der Entscheidung auf Abwurf oder bevor dieser ausgeführt wurde, ein Fehlverhalten festgestellt wird. Wenn eine Regelwidrigkeit von der Mannschaft des Torwarts vor der Ausführung des Abwurfs begangen wird, ist das Spiel trotzdem mit Abwurf wiederaufzunehmen (analog 13:3).

Die IHF-RSK gibt folgende Erläuterungen zum offiziellen Regelwerk bekannt:

* Der Wortlaut der neuen Erläuterung 6g bezieht sich auf „einen Spieler, der Methoden nutzt, die unter Regel 8:5 oder Regel 8:6 fallen könnten", d.h., ein gefährliches Foul oder grob unsportliches Verhalten.
Die Unterscheidung zwischen einer „progressiven“ Regelwidrigkeit unter Regel 8:3 und einer „gefährlichen“ Regelwidrigkeit unter Regel 8:5 darf nicht in der letzten Spielminute geändert werden. Mit anderen Worten, kommt es zu einer „progressiven“ Regelwidrigkeit und der Ball ist im Spiel, lautet die richtige Strafe nicht „Rote Karte“ sondern Hinausstellung und es besteht keine Berichtspflicht.
Die Situation ist jedoch anders, wenn der Ball nicht im Spiel ist, z.B. nach einem Tor und vor dem Anwurf, oder während sich die gegnerische Mannschaft auf einen Freiwurf, Einwurf oder Abwurf vorbereitet. Hält ein Spieler in dieser Situation zum Beispiel den Gegenspieler fest und wird dadurch der Wurf verzögert oder verhindert, dann handelt es sich nicht um eine Regelwidrigkeit, sondern um unsportliches Verhalten, und die Regeln 8:3 und 8:5 kommen nicht zum Zuge. Ebenso natürlich, wenn ein Spieler die Wurfausführung (Ballweg) stört, ohne einen Gegenspieler zu berühren, und derart den Wurf verhindert.
Zu Beginn des Spiels wird dies meist als unsportliches Verhalten entsprechend Regel 8:4 beurteilt und führt zu progressiver Bestrafung. Bei der Beurteilung durch den Schiedsrichter, ob dieses unsportliche Verhalten als „grob“ zu betrachten ist oder nicht, und ob es unter Regel 8:6 oder „lediglich“ unter 8:4 fällt, ist es an sich jedoch immer richtig und notwendig, die Situation zu berücksichtigen. Ist die Situation deutlich derart, dass das Spiel in der letzten Spielminute und immer noch nicht entschieden ist, dann ist es richtig, jedwede Form unsportlichen Verhaltens als „grob“ unsportlich zu beurteilen, wenn die andere Mannschaft durch das Verhalten vom Versuch abgehalten wird, eine letzte Chance, in eine Torwurfsituation zu kommen, zu schaffen. Mit anderen Worten, es ist auf Disqualifikation und schriftlichen Bericht zu entscheiden.
* Bei der umfangreichen Änderung der Regel 6:5, in der unterschieden wird zwischen „Ball rollt im Torraum“ (noch im Spiel) und „Ball liegt im Torraum“ (nicht mehr im Spiel), wurde leider übersehen, dass auch Regel 5:10 einer Änderung bedurfte. Regel 5:10 besagt, dass auf Freiwurf für die gegnerische Mannschaft entschieden wird, wenn der Torwart den im Torraum liegenden Ball mit dem Fuß berührt. Dies ist offensichtlich falsch. Der Ball ist nicht im Spiel, und das Spiel ist mit einem Abwurf fortzusetzen. (Macht sich der Torwart in dieser Situation wegen unsportlichen Verhaltens strafbar, zum Beispiel indem er den Ball mit dem Fuß weg-stößt, sollte eine persönliche Bestrafung ausgesprochen werden, aber das Spiel wird auch in dieser Situation mit einem Abwurf fortgesetzt.)
* Die Regeln zur Freiwurfausführung nach Ablauf der Spielzeit sind geändert worden. Unter anderem darf nur noch die werfende Mannschaft einen Spieler auswechseln. Es wurde jedoch eine Ausnahme für den beson-deren Fall gemacht, dass der Schiedsrichter beschließt, dass der Torwart zu schwer verletzt ist, um auf sei-ner Position zu bleiben. In diesem Fall ist auch der abwehrenden Mannschaft ein Spielerwechsel erlaubt. Nun taucht die folgende Frage auf: Was, wenn der Torwart gleichzeitig mit der Entscheidung auf den letzten Freiwurf hinausgestellt wird? Die IHF-RSK hat beschlossen, dass es nicht vernünftig wäre, in diesem Fall einen Torwartwechsel zu verbieten. Dementsprechend ist der Torwartwechsel entsprechend der normalen Auswechselregeln erlaubt. (Die Gesamtzahl der Spieler auf der Spielfläche muss natürlich um einen Spieler reduziert werden.)

(Mitteilung DHB-SRLW Dezember 2005)

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