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vor 13 Jahren, 11 Monaten
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..~] Thanatos [~..

Narben (inspiriert von StS)

Startbeitrag von ..~] Thanatos [~.. am 18.03.2004 01:01

Zusammengekauert in einer Ecke, so sitze ich dieser Tage.
Zusammengekauert in einer Ecke, so verbringe ich diese Tage. Gekrümmt auf meinem Bette, in der Ecke. Zusammenzuckend mitten in der Leere, in der Ecke meiner Seele.
Mein Blick, er wandert, unsicher, unbestimmt... und doch so leer und klar, als würde der Abgrund des tiefsten Seegrabens emporstarren und höhnisch ins eigene Gesicht grinsen.
Doch Leere ist es nicht, welche die Dinge bestimmt. Andere Mechanismen, Werkzeuge sind es, und die Fülle jener Dinge in mir. Die Fülle der Dinge, die mich in die Ecken drängen, innerwärts wie auswärts.
Es blitzt, funkelt, ist so rein... so klar... von so unberührerter Schönheit. Einem Diamenten gleich, ein Kleinod, so pur, so teuer. Das einzige, was meinen Blick zu fesseln mag, dieser Tage.
So kraftvoll, so wunderbar, erdacht vom Menschen. Und trotz der Glorie machtlos ohne meine Hand. Ich atme schwer ein, die Perfektion rinnt über meine Haut, den Oberarm hinab. Haare knicken, reißen, fallen... zu boden. Die ersten Vorboten schlimmerer Stürme. Ich blicke, starre in den Spiegel in mir selbst, so klar, so unverschwommen, schwarz und dunkelt und tief und alt....
Nun kippt die Breite, liegt nun dünn auf meinem Arme. Ein wenig Druck nur und ein wenig Zug, kaum eine Manipulation an jener Macht. Ein erstes Prickeln, ein erstes Strähnchen. Alles geschieht zum ersten Mal, selbst, wenn der Akt sich zum ungezählten Male, in derselben Folge, Art und Weise wiederholte. Die Luft beginnt zu leuchten, Wolken klären sich auf, doch der Spiegel bleibt tief schwarz. Ein kleiner Rinnsaal, vollkommener roter Schönheit begrüßt seinen silbernen Gast, blitzend im Widerscheine der Lampe, kalt vom Licht, so sehr gleich einer anderen Kälte, an anderem Orte...
Schönheit vereinigt sich mit Macht, die Breite kippt, ist nun Leiter für Füssiges rot, so purpurn, so klar... rein und strahlend. Fällt sie, spielend, sich überschlagend, taumelnd ihren braunen Spielkameraden nach, um sich zu tummeln in dieser Welt aus Schmerz...
... und der Spiegel klart auf, ein Lächeln, es spielt, wie selbstverständlich, mit meinem Mund, umrahmt ihn, setzt sich in den Winkeln fest, zieht und zuckt und schließlich weiß ich, dass ich - in erneuter Demut und Schwäche - Erlösung gefunden hatte...

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