Seidaku, Buch 1, Ursprung

Startbeitrag von Caelestis am 26.11.2004 00:23

Nur durch Zerstörung wird geschaffen

(1)Als ein Sein seinen Weg ging, den Weg in eine Unendlichkeit, wo nur die Ewigkeit ein Begleiter durch Raum und Zeit ist, da erblickte es Widerstand in dem noch ungeformten Raum.(2) Es berührte die Glatte Wand von etwas, was kalt und doch angenehm war. (3)Erst, als es sein Inneres Auge öffnete, erkannte es, dass es etwas zurückwarf. (4)Sein eigenes Spiegelbild. (5)Ohne Zeit und Raum gab es keine Zeit sich fortzudrehen, so sah es etwas, was es nicht erwartet hatte: Seine eigene Gestalt und Form. (6) Sein Auge hatte vorher nie etwas erblickt, seine Gestalt nie etwa gespürt, sein Inneres nie etwas wahrgenommen.(7) Und er stand vor etwas Neuem: Wir nennen es „Erkenntnis“.(8) Schwarz und Weiß schien ihm entgegen, und er war nicht fähig einer der Farben in sich aufzunehmen. (9) Es unterlag der Verwirrung und sein Geist flehte nach etwas, was es bisher nicht gab: „Freiheit“. (10)So zerbarst das Sein in unendlich viele Stücke. (11)Es waren Schwarz und Weiß in seinen Bestandteilen – und aus ihnen formten sich Farben. (12)Wir nannten es „Ursprung“.(13)Und so formten sich Raum und Zeit. (14)Aus dem Sein teilten sich zwei Seiten, die sich gegenseitig ergänzten, die sich anzogen und abstießen, fortwährend – angekettet in der Unendlichkeit.
(15)Schwarz war erfüllt zu zerstören, während Weiß stets aufbaute, was Schwarz zerstörte. (16)Während Schwarz stets zerstörte, was Weiß erschaffte. Ein ewiger Kreislauf war entstanden. (17)Wir nannten ihn „Leben“.

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