zu besuch

Startbeitrag von Caelestis am 14.03.2005 02:08

risse in den wänden, eigelb auf dem schuh,
ich stehe mit der tulpe in aller seelenruh
im rahmen dieser türe, die immer noch nicht schließt
und unter meinem füße das grüne gras heut sprießt.
die sonne scheint durchs fenster, ich blinzel noch einmal
und gehe in die küche, erblicke dort den schal.
die weiße wolle rot vom wein, rauh ist er allzu lang.
und durch das alte radio hier erklingt der walzerklang.
ich packe meinen schlüssel und öffne einen schrank,
erblicke alte dinge, und werde wieder krank.
mit blumen in den haaren such ich das kalte klo
und rotes fleisch berührt mich, was immer schon so roh.
erbrochen ist das glück, ich pack es in den sack
auf dass mir einer endlich mein glück wohl glauben mag.
mit schuhen in zwei farben, und lippen feurig rot
schmier ich mit mit der butter und marmelad' mein brot.
es schmeckt nicht mehr nach pappe, nach sonnenblumen gar
und endlich weiß ich sicher, wo jenes eiweiß war.
ich krieche übern boden, ich finde es auch bald.
es klebt an einer schüssel, so klebrig und ganz kalt.
ich schmier es auf den schuh, machs ei nun wieder ganz
und schließe ab die wohnung im proteinenglanz.

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