Wie verkauft man die PS-Theorie

Startbeitrag von ilona sc am 12.06.2004 15:32

Wie verkauft Erich von Däniken seine Theorie?
Erich von Däniken: Bestsellerautor
Seine Theorie: einst haben außerirdische Raumfahrer die Erde besucht und ihre Spuren hinterlassen

Eine Theorie verkaufen:
-eine Theorie überzeugend vertreten, mit soliden beweisen untermauern
-spektakulär darstellen, die Öffentlichkeit für sie begeistern
-gewinnbringend veräußern
-verraten

Evd hat seine Theorie bereits in seinem ersten Buch, das übernacht zum Bestseller wurde, vollständig dargestellt und seitdem hat er nichts wesentliches daran geändert.

Nun hat er bereits in seinem ersten Buch ein wichtiges Ziel genannt: die ungeklärten Rätsel aus den verschiedenen Wissensgebieten, die er für Beweise seiner Theorie erklärte, sollten von Wissenschaftlern untersucht werden, ob sie wirklich so stimmten, wie er vermutete.
Er selber behielt für sich die Aufgabe des Sammlers. Er sammelte und sammelte an Beweisen, was er nur exotisches zusammentragen konnte. Die beweise mussten mindestens einen von zwei Kriterien erfüllen: entweder sollten sie leicht verständlich und jedem zugänglich sein oder ein exotisches Reiseziel ergeben.

Nun stelle ich erst mal die ketzerische Frage, was EvD wichtiger ist: seine Theorie gewinnbringend zu verkaufen, oder sie so fest mit soliden Beweisen zu untermauern, dass Zweifel daran auszuschließen sind.

Nach einer Sammeltätigkeit, die drei Bücher füllte, kam dann ein großes Jubiläumsbuch, in dem er die Beweise aus den vorangehenden drei Büchern neu auflegte. Die Begründung war hierfür, dass Leser, die erst später anfingen, sich für ihn zu interessieren, sich mit diesen Beweisen vertraut machen konnten. Eine derartige Neuauflage ist aus der Sicht der wissenschaftlichen Zielsetzung nicht nötig, da Verlage in der Regel Bücher, für die auf dem Markt Interesse besteht, neu verlegen, was mit EvDs Bücher auch geschah.
Was kann dann das wahre Ziel einer solchen Jubiläumsausgabe gewesen sein? Aus wirtschaftlicher Sicht könnte man vielleicht annehmen, dass ein Autor seinen Leserkreis mit neuen Büchern bedienen kann, ohne viel Arbeit zu investieren. Diese Prozedur ist vor allem in der Filmbranche bekannt, wo Filmemacher von den Rennern Remakes bringen (Weißer Hai, Jurassic Parc, usw).
Sicherlich spielen wirtschaftliche Ziele bei den meisten Autoren eine wichtige Rolle, doch die Frage ist hier, welche Priorität diese wirtschaftliche Ziele bei EvD spielen und wie weit sie erkennbar sind. Sicherlich sind sie schwer erkennbar bei einem Vorhaben, wie die Gründung eines Vereins, obwohl ein Verein oft einzig und allein aus wirtschaftlichen Interessen gegründet wird. In der einschlägigen Literatur (Ratschläge für Investoren mit bestimmten Zielen) findet man das Wesen des Vereins oder der Stiftung im ganz anderen Zusammenhang. Mit bereits wenige Mitglieder (ich glaube mindestens 7) kann man schon einen Verein eintragen lassen und diesen dann als Präsident verwalten. Wenn einmal der Verein eingetragen ist, gilt er als Juristperson, so lange er nicht abgemeldet ist, auch wenn manche Mitglieder austreten.
Nun ist die AAS (ob der Name noch stimmt, weiß ich nicht, da dies kein Artikel ist, sondern lediglich ein Posting, wo ich andere fragen will, was ich mich in der letzten Zeit wiederholt gefragt habe) sicherlich nicht so zu interpretieren, denn die AAS hat weltweit hunderttausende von Mitgliedern. Was mich aber interessiert, was unterscheidet diese Mitglieder von den Abonnenten anderer Magazine, wie z. B. die Abonnenten einer Sport- und Anglerzeitschrift. Was macht bei AAS die Mitgliedschaft aus, warum heißen sie nicht alle einfach Abonnenten – bitte um Aufklärung!

Vor ein paar Jahren hat EvD dann eine Aktiengesellschaft gegründet. Neulich habe ich versucht, mich über diese AG kundig zu machen. Wenn man eine Aktiengesellschaft gründet, erklärt man automatisch, dass man ein wirtschaftliches Ziel verfolgt. Das ist ein seriöser Vorstand seinen Aktionären gegenüber verpflichtet. Er ist ebenso verpflichtet, den Aktionären zu erklären, wie er dieses wirtschaftliche Ziel verwirklichen will. Geht man auf der Investorenseite des Mystery Park, findet man dagegen eine Erklärung darüber, was eine Aktie ist. Liest man weitere Berichte, so erfährt man, dass die Geschäftsführung mit einem Wachstum der Besucherzahlen aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland rechnet. (Es war auf der Seite eines Schweizer Investmentsunternehmens, wenn ich mich recht erinnere – googeln!). Das möchte ich mal genauer wissen, obwohl zugegebenermassen nicht so einfach ist. Worauf basiert diese Prognose? Ich habe doch wiederholt gelesen, dass besonders interessierte deutsche AAS-Mitglieder (auch aus Übersee) bereits zur Eröffnung hinfuhren, obwohl sie im Oktober zum AAS-Treffen noch mal das Vergnügen hatten. Ich selber war einmal im Oktober dort und habe nicht vor, dieses Jahr zweimal hinzufahren, also durch mich werden die Besucherzahlen dieses Jahr nicht steigen. Wäre nett, wenn jemand sich melden würde, wer voriges Jahr den MP nicht besucht hat, dieses Jahr aber vorhat. Dann könnte ich mir wenigstens diese wachsende Besucherzahlen irgendwie vorstellen.
Nun hat man – so gut ich weiß – den MP nicht allein gegründet, um Gewinne zu scheffeln, sondern um diese Gewinne dann in die Forschung zu investieren. So zumindest erinnere ich mich voriges Jahr wiederholt gelesen zu haben.

Was für Forschungen wurden seitdem mit den Einnahmen aus dem MP gemacht? Oder kennt etwa jemand konkret ein Projekt, das so weit klar definiert wurde und demnächst gestartet wird? Ich meine nicht diese allgemein gehaltene Erklärungen, sondern ganz konkret, mit gut umrissener Fragestellung, einem ziemlich seriös geschätzten Etat und einem Plan, wie die offenen Fragen durch Forschung geklärt werden?

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin auch eine Geschäftsfrau und von dem her finde ich wirtschaftliche Ziele nicht abwegig. Gute Geschäftsideen, wie man seriös arbeitet und Geld verdient, finde ich grundsätzlich ok. Aber EvD beteuert immer wieder – oder zumindest beteuern seine Anhänger – dass er gar nicht so viel Geld verdient, denn er investiert sehr viel wieder in seine Forschungsreisen. Um so berechtigter ist dann die Frage, was von dem Konzept hinter der MP-AG zu halten ist: ist das Ziel richtig „Geld verdienen, um mit diesem Geld Forschung zu betreiben“? Dann müsste man irgendwie ein Erfolg auf dem Gebiet der Forschung erkennen. Ist vielleicht doch das Ziel – wie das Ziel jeder AG – richtig: Geld verdienen, denn man arbeitet auch mit dem Geld anderer Aktionäre, die auf ein Gewinn hoffen? Was sind dann die Aussichten, dass die MP-Aktie in absehbarer Zukunft gewinn ausschüttet? Warum sollte ich als Investor dann doch lieber eine MP-Aktie, statt eine Telekomaktie oder einer EM-TV-Aktie kaufen? (Bitte, kauft jetzt keine Telekom oder EM-TV, es ist keine Empfehlung, die waren die Flops der letzten Jahre!!)

Also wie sind jetzt die Ziele zu interpretieren? Ist man ein schlechter Geschäftsmann (auf geschäftlicher Ebene eine ziemliche Niete), weil man die Forschungsziele mit Priorität verfolgt? Oder kommen die Forschungen nicht voran, weil man in erster Linie die geschäftlichen Ziele verfolgt?

Wer für sich diese Fragen nicht logisch beantworten kann, für den ist es vielleicht empfehlenswert, seine eigene Forschung zu betreiben.
Für die Anhänger der PS-Theorie: so lange das Interesse an die Theorie besteht, ist schön und gut. Aber man kann selber diese untersuchen, seine eigenen Gedanken zu machen. Die Beweise, die man selber findet, kann man auch besser vertreten. Und u. U. wenn man entdeckt, dass sie vielleicht doch nicht so stichhaltig sind, wie man ursprünglich glaubte, kann man sie verwerfen ohne dafür die gesamte Theorie verwerfen zu müssen, wenn andere Beweise immer noch da sind. Aber man begreift das ganze besser, wenn man selber forscht, statt Fertigkost zu konsumieren.
Und wichtig: das Ergebnis der eigenen Untersuchung sollte man nicht verkaufen, indem man sich per Unterschrift dazu verpflichtet andere PS-Autoren nicht zu kritisieren. Solche wichtige Entscheidungen, was man kritisiert und was nicht, sollte man immer nur aus eigener Überzeugung treffen, auf keinen Fall deswegen, weil man die Eschweger Erklärung, oder irgendeine andere Erklärung unterschrieben hat – egal ob man sich zu den Kritikern oder Befürwortern der PS-Theorie rechnet.

Und zuletzt: man kann die Forschung gleich damit beginnen, zu erforschen, wo man sein schwerverdientes Geld hintut. Peter Lynch, einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten sagt, dass die Leute beim Kartoffelkauf die Preise gründlicher vergleichen, als beim Aktienkauf.
Und ich muss zugeben, er hat recht.

Ilona

Antworten:

ilona sc schrieb:

Zitat

Das möchte ich mal genauer wissen, obwohl
zugegebenermassen nicht so einfach ist. Worauf basiert diese
Prognose? Ich habe doch wiederholt gelesen, dass besonders
interessierte deutsche AAS-Mitglieder (auch aus Übersee)
bereits zur Eröffnung hinfuhren, obwohl sie im Oktober zum
AAS-Treffen noch mal das Vergnügen hatten. Ich selber war
einmal im Oktober dort und habe nicht vor, dieses Jahr
zweimal hinzufahren, also durch mich werden die
Besucherzahlen dieses Jahr nicht steigen. Wäre nett, wenn
jemand sich melden würde, wer voriges Jahr den MP nicht
besucht hat, dieses Jahr aber vorhat.

Ich habe nicht vor, dieses Jahr den Mistipark zu besuchen, falls dir das weiterhilft.

ist das Ziel richtig „Geld verdienen, um mit
diesem Geld Forschung zu betreiben“? Dann müsste man
irgendwie ein Erfolg auf dem Gebiet der Forschung erkennen.
Ist vielleicht doch das Ziel – wie das Ziel jeder AG –
richtig: Geld verdienen, denn man arbeitet auch mit dem Geld
anderer Aktionäre, die auf ein Gewinn hoffen?


Was willst du damit sagen, Ilona? Dass er als Schriftsteller ein akzeptabler Geschäftsmann ist, oder dass er für einen Geschäftsmann nicht ganz so schlecht forscht?

Auf jeden Fall hat er mit Mistipark eine menge Geld in den Sand gesetzt. Hihi

Gast

von Gast - am 15.06.2004 09:38
Gast schrieb:

Zitat

ilona sc schrieb:


Das möchte ich mal genauer wissen, obwohl
zugegebenermassen nicht so einfach ist. Worauf basiert diese
Prognose? Ich habe doch wiederholt gelesen, dass besonders
interessierte deutsche AAS-Mitglieder (auch aus Übersee)
bereits zur Eröffnung hinfuhren, obwohl sie im Oktober zum
AAS-Treffen noch mal das Vergnügen hatten. Ich selber war
einmal im Oktober dort und habe nicht vor, dieses Jahr
zweimal hinzufahren, also durch mich werden die
Besucherzahlen dieses Jahr nicht steigen. Wäre nett, wenn
jemand sich melden würde, wer voriges Jahr den MP nicht
besucht hat, dieses Jahr aber vorhat.

Ich habe nicht vor, dieses Jahr den Mistipark zu besuchen,
falls dir das weiterhilft.

ist das Ziel richtig „Geld verdienen, um mit
diesem Geld Forschung zu betreiben“? Dann müsste man
irgendwie ein Erfolg auf dem Gebiet der Forschung erkennen.
Ist vielleicht doch das Ziel – wie das Ziel jeder AG –
richtig: Geld verdienen, denn man arbeitet auch mit dem Geld
anderer Aktionäre, die auf ein Gewinn hoffen?


Was willst du damit sagen, Ilona? Dass er als Schriftsteller
ein akzeptabler Geschäftsmann ist, oder dass er für einen
Geschäftsmann nicht ganz so schlecht forscht?

Auf jeden Fall hat er mit Mistipark eine menge Geld in den
Sand gesetzt. Hihi

Gast


Hi Gast,
du hast es gut erfast :)

Ich fände es gut, wenn die Leute, die sich für das Thema interessieren, die Augen öffnen. Ich will EvDs Leistung nicht schmälern. Aber zur Zeit ist die PS-Sache ziemlich eingeschlafen. Und diese Ansätze, dass man öffentliche Kritiken unterbinden will usw, tragen das ihre bei, dass die Leute sich immer mehr abwenden.

Eigentlich schätze ich Leute wie Ramses. Er beißt sich allein durch, macht seine Gedanken, versucht sich mit anderen auseinander zu setzen, mit Leute wie Frank, von dem er weiß, dass im Bilde ist. Ramses geht seiner Theorie nach, forscht, verwirft - und scheut sich nicht, PS-Autoren anzugreifen, die seiner Meinung nach auf dem falschen Dampfer sind. Dafür kann man ihn beileibe nicht zu den klassischen PS-Kritikern einreihen. Aber er läßt sich nicht von der PS-Elite vereinnahmen.
Ich glaube, wenn mehr Leute auf derselben Weise Eigeninitiative zeigen, dann gibt es wieder Disskutionen, die allen Interessierten dienlich sind, ob Skeptiker oder Anhänger oder einfach Unparteiische wie ich sind.

Ich weiß, dass auch in der Reihe der PS-Leute viele Leute gibt, die nicht ohne wenn und aber mit allem einverstanden sind, was die Elite behauptet, die ihre eigene Gedanken und Forschungen machen, egal zu welchem Resultat sie dabei gelangen. Aber sie schweigen, weil sich Schweigen innerhalb der PS sich etabliert hat, weil Schweigen von der Elite erwünscht wird. Für mich ist das ein klares Zeichen, dass PS-Autoren ob ihrer Behauptungen nicht sicher sind. Wären sie das, würden sie sich der öffentlichen Kritik stellen und sie nicht zu unterbinden versuchen.

Das besagt natürlich nicht, ob ich die Theorien selber für richtig oder falsch halte, das ist ein anderes Thema. Aber ich halte die Richtung grundsätzlich falsch, die die PS-Elite seinen Anhängern aufzwingt. Diese Richtung dient den eigenen egoistischen Interessen, nicht der PS, nicht der Forschung im Rahmen der PS und nicht der Wahrheitsfindung.

Ilona



von ilona sc - am 15.06.2004 11:01
was wir draus machen so ist das. Däniken zeigt TÜREN;durchgehen sind wir selber, oder eben nicht.- nichts muss alles kann



von Ricki - am 16.06.2004 10:28
Ich meine, dass z. Z. Däniken eher dabei ist, die Türen, die er einst eingeschlagen hat, zuzumachen. Aus eigenen, egoistischen Interessen, oder weil er nicht mehr damit klar kommt, dass die Zeiten sich ändern.
Ilona



von ilona sc - am 17.06.2004 09:54

die Schulwissenschaft steht in der Bringschuld

Hallo Ilona und alle anderen!

ich sehe es so:

Erich von Däniken hat die Überlegung angestoßen "was wäre, wenn...?" - - und jetzt steht die Schulwissenschaft in der Bringschuld!

Das versprochene Archäologisch-Utopische Jahr ist immer noch nicht umgesetzt worden; die Eschweger Erklärung ist schon die zweite offene Hand von Seiten der PS - - langsam muss die Schulwissenschaft aber einmal gegenziehen. Immer nur Nörgeln gilt nicht.

Erich von Däniken hat nie gesagt, er wäre ein Weisskittel. Er ist ein Visionär, und Visionäre zeigen die grossen Bilder. Aber die Kleinarbeit ist nicht ihre Sache. Dafür sind die Bürohocker an ihren Computern und die Schäufelchen Ameisen in ihren Grabungsstätten zuständig. Erich von Däniken gibt die Richtung vor - - nun müssen die Weisskittel ihre Kleinarbeit machen. Wenn sie sich wie kleine Trotzköpfchen verweigern, stellen sie sich gegen die Menschheit. Die einmaligen Verkauf's Zahlen der Erich von Däniken Bücher, Video's, Vorträge und auch Besucher/innen im Mystery Park in Interlaken beweisen, dass Erich von Däniken die Wünsche der Menschheit artikuliert.

Wissenschaft muss für die Menschen da sein, sonst ist sie überflüssig. Ein weites Feld, für eine Diskussion...

Sternengruss,

Arndt

von Arndt - am 18.06.2004 13:45
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