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Götter und Astronauten
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
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ilona sc

@ Arndt - Antwort auf deine Überlegungen bezügl. Gott

Startbeitrag von ilona sc am 23.11.2004 10:24


Deine Antwort an Harald: Re: meine Frage ist philosophisch und nicht naturwissenschaftlich


Aber prinzipiell denke ich schon, daß zwar der Lauf des Weltalls naturgesetzlich verläuft - und die Naturgesetze sind eine göttliche Schöpfung, aber gerade weil sie eine göttliche Schöpfung sind, kann Gott sie jederzeit wieder aufheben, wie ER will, wann ER will, wo ER will, solange ER will...sonst wäre ER ja nicht Gott!



Meine Antwort an Herrn Tischner (Email-Ausschnitt)

Da Sie die Herkunft Ihres religiösen Glauben erwähnen (und natürliche Ihr Beruf macht es auch klar) sollte ich vielleicht meine Einstellung in zwei Worten schildern. Ich habe natürlich die übliche Ostblockerziehung - Materialismus vermengt mit Tradition. Erst als Heranwachsende habe ich mich mit diesen Fragen auseinandergesetzt und nach Antworten gesucht. Die Antworten, die ich heute habe, sind sehr komplex, dennoch versuche ich es in Stichworten:

1 keiner weiß genau Bescheid
2 Religion, Mythologie, Kunst, Naturwissenschaft und Philosophie stellen am Rande ihres Wissensbereichs dieselben oder sehr ähnliche Fragen und geben sehr ähnliche (im Grunde dieselben) Antworten. Klingt sehr komisch, ich weiß!
3 Gott, Gottheit, Götter, Göttlichkeit, Idealismus (Platon), die perfekte Form (Aristoteles), alles was vereinfacht ausgedrückt GOTT ist - der Mensch kann nie GOTT in seiner Gesamtheit begreifen - vorausgesetzt, es gibt GOTT (siehe Punkt 1) - denn GOTT ist alles, die große Singularität, der Mensch ist immer nur ein winziges Fragment.
4 Dennoch ist es möglich, GOTT auf jeder Ebene zu erfahren - jede Religion tut dies auf seiner Weise und jeder Mensch nach seinem Bildungsstand, Feinfühligkeit usw.
5 GOTT ist kein außschließendes Wesen, keiner hat ein Monopolrecht auf ihm, er ist GOTT des ersten Wesens (wie in der Evolutionstheorie), aller Wesen sei es irdische, oder mögliche außerirdische Wesen (wie z. B. vielleicht im Marsmeteoriten, oder mögliche andere Lebewesen da draußen im All.)


Nach dieser Vorstellung konnte jede Kultur GOTT auf seiner Weise erfahren, in allem GÖTTLICHEN, sei es in einer afrikanischen Tiergottheit, Manitou, im großen Jupiter, Isis, Allah usw.

Aber diese einzelne Darstellungen des GÖTTLICHEN zeugen auch von der Ebene des GOTT Erfahrenden, wie sie sich selber und ihre Welt in ihrer Vorstellung vom GÖTTLICHEN, bzw. des Teils des GÖTTLICHEN, die sie begreifen konnten, hineinbringen.

Mir ging es in meiner Frage lediglich nach diesen kulturellen und historischen Aspekten. Man erkennt diese Projektion der menschlichen Welt in der Mythologie am ehesten, wo es sich mit unserer heutigen ethischen Vorstellungen nicht überschneidet. Das Benehmen eines oder anderen mytologischen Gottes ist manchmal richtig "shocking". Ich denke, wir uns gar nicht so weit entfernt, denn Sie sehen auch diese Projektionen des irdischen Lebens im Mythos, genau wie ich.

Meine Frage an Dich, Arndt:

Kann man als Mensch Gott überhaupt definieren? Du stellst da die Frage, wenn Gott die Gesetze der Natur erschafft und sie beherrscht, er kann diese auch außer Kraft setzen. Was wissen wir aber über all das.

Ich denke, wir erkennen die Naturgesetze als solche, aber daraus können wir nicht mal postulieren, dass diese für Gott dieselbe Bedeutung haben. Wir versuchen die Welt logisch zu erfassen und wir erkennen die Logik Gottes, wir meinen, wir können alles begreifen, dann auf einmal verheddern wir uns in einen Haufen Paradoxen.

Ich muß selber auffassen, dass ich mich nicht in diese Antwort verheddere, darum wechsele ich mal über:

Ich kenne viel bessere, ausdruckstarkere und auf ihrer Weise genauere Antworten aus dem Bereich des Mythos und der Kunst.

Zum Beispiel den Ausdruck, dass das Göttliche nicht mit menschlichen Maßstäben gemessen werden kann, dass der Mensch in die Göttliche Welt hineindringen, mit menschlichen Sinnen erfahren, erfassen kann, im Motiv: Jemand kommt in eine "verzauberte" Welt, verbringt dort eine Zeit - nicht länger, als die Zeiteinheit in einem klassischen Drama, die Zeit eines einzigen happenings und dann kommt zurück in die eigene, menschliche Welt, wo die Zeit einen ganz anderen Maß hatte - und das Motiv ist gewiß älter als Einsteins Relativitätstheorie.

Auch im Odysseus ist der Punkt nicht unwesentlich: Odysseus als Besucher im Unterwelt, bei der Göttin Calypso, bei Circe

Gilgamesh: seine Exkurse in den Welten der Götter und der Unsterblichen, der Ersten Menschen.

Das sind nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass unsere Vorfahren schon damals das Unterschied begriffen.

Einzig sicher ist, dass die Welt so ist, dass wir menschen es nach Gesetzen ausgerichtet empfinden. Und logisch, so dass wir sie mit unserer menschlichen Logik begreifen. Trotzdem müssen wir unsere Logik immer wieder den Gesetzen der Natur neu Anpassen. Daraus können wir nur schlußfolgern, dass Gott hinter der nächsten Kurve eine neue Überraschung für uns parat hält, entweder eine neue irrationale Zahl, eine neue Evolutionstheorie, eine neue relativitätstheorie oder was weiß ich. Was weiß egal wer von uns. Egal wie weit die menschlichen Gedanken die Grenzen der Wissenschaft hinausschieben werden, es wird immer noch eine nächste Kurve, mit einer nächsten Überraschung dahinter auf uns warten, und dahinter Gott. Und gleichzeitig ist er hier, neben dir, läßt dich mal in seine Karten einblicken. Wenn es ihn überhaupt gibt!

Ilona

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