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Götter und Astronauten
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vor 13 Jahren, 5 Monaten
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Benne, Norbert

Der Tut-anch-Amun Skandal

Startbeitrag von Norbert am 23.01.2005 14:33


Rezension «Der Tut-anch-Amun Skandal“
(es war alles ganz anders)
von G.F.L.Stanglmeier / Beat Biffiger
ARGO-Verlag ISBN 3-937987-05-3


Auf den ersten Blick haben hier die Autoren sicher eine kleinere, archäologische Bombe gezündet, die in absehbarer Zukunft noch sicher weiterhin einen kleineren Schwelbrand in archäologischen Kreisen verursachen wird.

Das Bild des legendären Ausgräbers und Entdeckers Howard Carter wird in diesem Buch meiner Meinung nach endlich ins recht Licht gerückt.

Dass in den frühren 20er Jahren des vergangen Jahrhunderts nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, war der offiziellen Archäologie und Ägyptologie bekannt. Die gesamte Wahrheit jedoch wurde fast akribisch genau und bewusst verschwiegen. Die Autoren haben Mut bewiesen, aufgrund fundierter Recherchen, widersprüchlichen Aussagen der Wissenschaft, begleitet von knallharten Fakten, den Mythos „Tut-ench-Amun" ins rechte Licht zu rücken.
In ihrem Buch ging es nicht um die Frage, wurde Tut ermordet oder ist er eines ganz natürlichen Todes nach einem Unfall gestorben. Vielmehr durchleuchten sie den Vorgang der Entdeckung und Sicherstellung des bekanntesten Grabes in Theben West, dem KV 62. Sie relativieren die bisherigen Erkenntnisse und durchleuchten schlussendlich mysteriöse Vorgänge rund um die Sicherstellung eines immensen Grabschatzes.
Howard Carter und sein Mäzen Lord Carnavon kommen da eher schlecht weg und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade diese beiden ehrenwerten Herren ominöse Grabräuber waren.
Zudem stellen sie, die Autoren, zu recht fest, dass auch anerkannte Ägyptologen bewusst oder unbewusst, auf jeden Fall aber nachvollziehbar geschummelt und gelogen, verdreht und nach Gutdünken interpretiert haben.
So ist Ihre Aussage fast symptomatisch, wenn sie sagen : „Es ist geradezu erschreckend, wie häufig man dem Phänomen der Ausgrenzung, Nichtbeachtung und Geheimhaltung von Quellen, Personen und Ereignissen in der Ägyptologie begegnet“. Sie verallgemeinern jedoch nicht die gesamte Wissenschaft in diese Richtung, denn gerade im anschliessenden Satz brechen sie eine Lanze auch für seriöses Forschen: “Umgekehrt gibt es doch einige Wissenschaftler, die sich um Vollständigkeit bemühen und ihrem Berufsstand alle Ehre machen“:

Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und nennen sie auch beim Namen. Immer wieder weisen sie beweiskräftig darauf hin, dass alles ganz anders war. Dies Aussage erhärten sie auch, in dem sie ganz einfach etablierte Aussagen genauer unter die Lupe nehmen und darin Widersprüche feststellen können.
Somit müssen einige „schulwissenschaftliche“ Erkenntnisse über den jungen, viel zu früh verstorbenen Teenagerpharao neu geschrieben werden. Ob es denn die Schulwissenschaft auch tut, ist ein anderes Kapitel und wird vermutlich in einigen Jahren Stoff für einen weiteren Skandal in der Geschichte sein.
Ganz gewiss jedoch ist offensichtlich die Tatsache, dass damals einiges ganz anders gewesen sein muss. Stanglmeir/Biffiger weisen explizit darauf hin: In Kennerkreisen ist dies auch bekannt, zu erwähnen wäre eigentlich hier nur ein Beispiel:
Die Rückkehr zum Amun-Kult unter Tut-anch-Aton / Tut-anch-Amun nachdem der „Ketzerpharao“ den Aton-Kult erlassen hat. Die reichbefrachtete, wohl grandioseste und vor allem rätselhafte Schatzkammer des Tut in der über 3000jährigen Geschichte Ägyptens spricht für sich.

Das Buch liest sich beinahe wie ein moderner Kriminalroman und es entsteht zu keiner Zeit Langeweile. Es fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Und wenn man dem letzten Satz des Buches beistimmen kann: „Tut-anch-Amun war sein Leben lang Tut-anch-Aton geblieben“, dann nur deshalb, weil man es gelesen hat, weil man es einfach lesen muss.

Norbert Jost / Veyras

Antworten:

Hi

Das die Graböffnung fingiert, sowie Carter und Carnarvon sich bedient haben ist ein alter Hut!


T. Hoving schreibt in Kapitel 35 seines Buches - "Der goldene Pharao, Tut-ench-amun" 1978, das Howard Carter alleine 19 Artefakte aus dem Grab von Tut schmuggelte, die in seinen Aufzeichnungen vermerkt sind. Neun davon sind von "größerer Bedeutung.": 2 Fingerringe aus blauer Fayence mit dem Thronnamen von Tut. Zwei silberne Nägel des zweiten königlichen Sarges. Zwei weitere aus Gold vom dritten Sarg. Eine Bronzerosette vom Bahrtuch. Was immer das auch sein mag. Ein breiter Halskragen aus blauen Fayenceperlen. Und ein Bronzehündchen. Dann gibt es elf Kunstgegenstände, die nicht bei Carter aufgelistet sind, aber wahrscheinlich aus dem Grab von Tut stammten, und im Metropolitan Museum landeten: 1 Ring aus massivem Gold mit Tuts Namen. Der aber schon 1915 auf dem Antiquitätenmarkt in Kairo gehandelt worden sein soll. Also vor der Entdeckung des Grabes. Dann der Griff eines Zepters oder Wedels mit kunstvollen Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen. Zwei Salbgefäße aus Elfenbein. Eine Hundefigur aus bemaltem Elfenbein. Eine Alabastervase für Duftöl. Eine Mal- und eine Schreibpalette aus Elfenbein. Weiter ein Pferd und eine Gazelle aus Elfenbein. Alles bedeutende Kleinkunstgegenstände der Pharaonenzeit, die auch aus der sogenannten "Rocktaschenkollektion" von Lord Carnarvons stammte. "Ungestempeltes Zeug", wie es Lordschaft in einem Brief an Carter ausdrückte.

Weitere Stücke landeten in verschiedenen anderen Museen in Amerika, deren Herkunft man auf Carter oder Lord Carnarvons zurückverfolgen kann, und wahrscheinlich auch aus dem Grab von Tut stammen. Dass sich auch Diebesgut aus Ägypten in Carters Nachlass befand, ist ebenfalls bekannt. Seine Nichte und Erbin Phyllis Walker hatte diese an Ägypten zurückgegeben.

Zur Vorabbesichtigung in Tuts Grab schreibt T. Hoving in Kapitel 10: "Ohne Lord Carnarvons unveröffentlichten Entwurf für den geplanten Times-Artikel, in dem der Einbruch in die inneren Kammern und die dort entdeckten Gegenstände geschildert wurden, und ohne die anderen aufschlussreichen Indizien wäre man wohl nie darauf gekommen, dass Carter log, als er schrieb, er habe die versiegelte Tür zwischen den beiden Wächterstatuen zusammen mit dem ägyptischen Beamten untersucht und zu seiner großen Enttäuschung festgestellt, dass Grabräuber einen schmalen Durchschlupf angebracht hatten."

Trotz allem war Carter, soweit ich das beurteilen kann, ein begnadeter Ägyptologe, der sein Fach aus dem FF beherrscht hat.

von Benne - am 29.01.2005 05:01
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