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Forum:
Elektroautos
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rody, Denis Matt, Martin Heinrich, Piett, GDE, Heiner Sietas, Wade

Konkrete Frage zu Akkutestvorrichtung

Startbeitrag von Rody am 17.08.2015 20:25

Hallo Kollegen,

heute habe ich mir eine Vorrichtung (mit Biluxbirnen) gebaut, wo ich Akkus entladen kann.
Zum einen habe ich nun die Möglichkeit, dass ich mit etwa 30 Ampere oder mit etwa 5 Ampere entlade. Je nach Spannung, die der Akku entsprechend seines aktuellen Ladezustandes liefert.

Außerdem habe ich mir ein geregeltes Schaltnetzteil angeschafft mit dem ich mit 5 - 15 Volt und bis zu 20 Ampere laden kann.

Ein paar konkrete Fragen hätte ich hierzu, welche von einem erfahrenen "Akkuisten" schnell beantwortet sein dürften. Sinn und Zweck ist, dass ich auch sicher gehen kann, dass ich da nix am Akku kaputt mache!

Entladung:
1. Bis zu welcher Spannung kann ich bedenkenlos mit den 30 Ampere entladen?
2. Bis zu welcher Spannung kann ich bedenkenlos mit 5 Ampere entladen? Oder ganz leer machen /Stichwort Umpolung?

Laden:
3. Bis zu welcher Spannung kann ich mit 20 Ampere bedenkenlos laden?
4. Ab wann sollte ich den Strom begrenzen z.B. auf 5 Ampere, bei welcher Spannung sollte Schluß sein?

5. Kann ich bedenkenlos hier ohne Wasserkühlung da bedenkenlos Laden/Entladen?

Danke für Eure Rückantworten!

LG
Bernhard :drink:

Antworten:

[www.rms1.co.uk]
(mit Dank an diese Seite: [www.berlingo-e.co.uk])

Da steht alles drin.
Laden mit 20A bis zu einer Temperaturabhängigen Spannung 8,15 +- Temperaturkorrektur (Siehe Seite 19 in dem pdf)
Danach mit 5A mit offener Spannung bis zu einem Overcharge von 1,15.

Entladen:
Bei 20A bis auf 5V, bei 100A auf 4,5 und bei 200A auf 4V. (siehe Seite 20)

Das sind alles Werte von Saft, ob und wie man das verbessern kann können vielleicht die Akku-Profis hier im Forum beantworten.

von Wade - am 17.08.2015 22:21
Hallo Bernhard,

mir ist grad kürzlich ein Netzteil kaputtgegangen, weil es eben kein Ladegerät war. Es war ein getaktetes, 12 V 20 A. Ich hab es jeweils als Notbehelf genommen um den 12 Volt Akku zu stützen, weil ich die Fahrbatterie längere Zeit abgehängt hatte.

Nun habe ich den Tipp bekommen, dass vor allem billige Netzteile es nicht mögen wenn man sie vom Netz nimmt und noch eine Stromquelle (Akku) dranhängt. Der Strom kann dann zurückfliessen und etwas kaputtmachen. Ist nur eine Schaltung mit einem Kondensator dran, mag das Gerät das schlucken, aber bei einem Akku nicht mehr.

Der zweite Aspekt ist folgender: Was passiert wenn der Höchststrom überschritten wird ? Regelt das Gerät selbständig zurück, geht die Gerätesicherung raus oder geht das Gerät kaputt ?

Bei einem Ladegerät sollte das alles kein Problem sein. Also gut schauen was das Teil kann.

von Denis Matt - am 17.08.2015 22:46
Hallo Wade, hallo Denis,

wunderbar Eure Rückmeldungen. :spos: - Habe meine ersten beiden Akkutestkennlinien erfolgreich aufgezeichnet!
Habe nun mit den vermeintlichen Schrott-Akkus angefangen. Bei einem holte ich immerhin 87 Ah raus! :-)
Beim anderen war leider bei 64 Ende Gelände!:rolleyes:

Temperaturmäßig kein Problem ohne Wasserkühlung bei 30 Ampere, wie sich in der Praxis zeigte!
Das Netzteil kann laut Bedienungsanleitung laden, somit sollte da kein Defekt entstehen! - Glück gehabt! :rp:

Eine Frage wäre noch offen:
Die vollständige Entladung (mit am Besten anschließendem Kurzschließen) der Akkus zum Einlagern!
Wer hat das schon praktiziert? Kann ich da mit einer Biluxbirne, beide Leuchtdrähte ergeben gut 5 A bei noch 5 Volt den Akku vollständig entladen? - Oder kann man da irgendwas zerstören, z.B Umpolung einer Zelle? :confused:
Wer hat da Erfahrung und kann sie mir weitergeben? :confused:
Danke an Euch!

Grüße
Bernhard :cool:

von Rody - am 19.08.2015 16:52
Hallo Bernhard,

schön wenn sich wieder einmal jemand Zeit nimmt und alles studiert und soweit wie möglich korrekt macht !

Wegen der fehlenden Kühlung: Du hast bestimmt im Manual gelesen:
Temperature at beginning of Charge max 35 Grad
Temperature during Charge max 50 Grad

Es kann nämlich gegen Ende des Ladevorgangs passieren, dass der Strom schön zurückgeht, aber dann wieder ansteigt, weil die Spannung fällt (delta peak). Dabei wird der Akku (zu) warm.
Gewisse Ladegeräte für NiCd schauen auf diesen Peak, andere auf die Temperatur.
Wenn man manuell lädt, sollte man dies gut im Auge behalten und rechtzeitig auf die 5A runterregeln. Viele Saft Akkunutzer schalten dann gleich ganz ab und verzichten auf die Gasungsphase.

Wegen der vollständigen Entladung: Ich musste mich dazu auch erst überreden lassen. Ob vollständige auf 0V entladen oder nur bis zur Entladeschlussspannung, ist manchmal noch ein Diskussionsthema. Der Hersteller will nichts wissen von auf 0V entladen, hingegen sagen viele alte Hasen das sei das einzig wahre.
Aber: Da du grad am Testen bist, mach doch den Versuch: Nimm zwei Akkus, sagen wir Nr1 und Nr2. Mit Nr1 machst du zwei volle Zyklen nacheinander und schaust dir an ob und wieviel Kapazitätsgewinn dabei rausschaut. Mit Akku Nr2 machst du dasselbe, entlädst ihn aber zwischen den Zyklen komplett auf 0 V.

Zum Entladen: Wenn du mit möglichst kleinem Strom entlädst, kleiner als 2A, sollte sich die Umpolung in Grenzen halten. Ich denke mal, diese Saft sind so robust, dass man oftmals sagen kann "einmal ist keinmal". Bei den offenen Bleisäureakkus konnte man noch durch das Einfülloch auf die Plattenanschlüsse kommen. Aber bei unseren Saft ist ja alles zu. Da muss man halt den ganzen Block "enBlock" entladen. Etwas anderes können wir nicht tun.
Nimm am besten dazu Blinkerbirnen (12V, 21W), (günstig) und hänge je eine über einen 6V Block. Dann dauerts halt. Schaue gut, dass nicht die Kabel von der Wärme weich werden und die Birnen direkt auf die Akkus kommen und ein Loch in den Plastik brennen.

Aufladen kann man dann wieder schnell.

Ich hatte das ganze auch kürzlich gemacht, und nachher wieder 90km Reichweite. Vorher höchstens 75.
Viel Erfolg

von Denis Matt - am 19.08.2015 19:05
Servus Denis,servus Miteinander :rp:

ich hatte nun vorgestern vorsichtshalber erstmal die 64Ah-Saft-Krücke, bei der man nicht mehr viel kaputtmachen kann, tiefentladen. - Mit 5 Ampere bei 5 Volt (und weniger) (mit Biluxbirne - beide Leuchtdrähte parallel), bis alles vollständig entladen und auf absoluten Stillstand war. Und anschließend hing das Ding dann noch nen weiteren Tag an dem fabrizierten Stromkreis, an dem ja rein gar nix mehr lief. - Tote Hose! ;-)
Gestern hatte ich mich dann dran gemacht, den Akku wieder zu laden.- Mit 20 Ampere Stromkonstantladung. Interessant in Anfangsphase war, dass der Akku innerhalb der (sagen wir mal) ersten halben Minute nur eine Spannung von 3,8 Volt annahm und dann stehen blieb. Fast wäre ich enttäuscht gewesen aufgrund der Annahme, dass die Zellen sich wohl umgepolt hätten. - Bis plötzlich nach einigen Minuten sich die Spannnung relativ rasch auf 5,3 Volt erhöhte. Meine Vermutung wäre hier, dass da die vierte Zelle "aufwachte"?! Beim weiteren Verlauf tat sich nun wieder nix, als plötzlich nach einer halben Stunden wieder innerhalb kurzer Zeit die vermutlich letzte Zelle aufwachte. Der Akku hatte nun 6,8 Volt und langsam, wirklich langsam kamen dann die 8,15 Volt zu Stande. Anschließend auf 5 Ampere zur Überladephase zurückgeregelt.
Wie schon erwähnt, die vollständige Ladung dauerte überraschend lange. Bei den 20 Ampere müsste ja eigentlich nach Adam Riese der Safti mit seiner 100-Ah- Nennkapazität nach 5 Stunden voll sein. Allerdings dauerte das bestimmt 10 Stunden oder mehr. Leider weiß ich es nicht mehr genau! - Hat hier jemand eine Idee warum das so lange dauerte? :confused:
Abschließend stand natürlich der Test mit meiner eigens fabrizierten Biluxbirnen-Entladestation an. Tatsächlich holte ich aus der ursprünglichen 64Ah-Krücke nun stattliche 79 Ah bei durchschnittlich 30 Ampere bis 4,75 Volt Ladeschluß heraus. - Dies dürfte sich mit der Reichweitenverbesseung von Denis (von 75 auf 90 km) durchaus decken!

Fazit:
Diese Akku-Kur, auch wenn nicht von Saft bestätigt, scheint durchaus wirkungsvoll zu sein. Ich bin gespannt ob sich noch neue Erkenntnisse gewinnen lassen, wenn ich da weiter herumexperimentiere! :)
Danke auf alle Fälle nochmal für Eure Hilfestellung!

Grüsse
Bernhard :drink:

von Rody - am 21.08.2015 19:28
Hallo Forum :drink:

ich habe nun einige Akkus, welche ich getestet hatte, wieder im Fahrzeug in Betrieb. Die Tiefentladung hat keinem der Dinger geschadet, scheinbar besteht die Problematk der Umpolung nicht beim Einzelladen/-entladen der Akkus?! - Üblicherweis ab 5 Volt und darunter mit 5 Ampere und weniger. Auch rauschte mir ein Akku bei 30 Ampere versehentlich bis nahzu auf 0 Volt ab. Einen anderen hatte ich mit 20 Ampere deutlich überladen. In beiden Fällen mit erkennbarer Wärmeentwicklung. Beide Akkus sind im Fahrzeug seit 300 km wieder verbaut, funktionieren nach wie vor tadellos!
Die Dinger halten echt was aus, soweit ich meine Erfahrungen hier machen durfte. :spos:

Fast alle Akkus, die in meiner E-Fahrer-Karriere hops gingen seit eineinhalb Jahren und das sind eine ganze Menge mittlerweile, sind aus den Jahren 1999 und 2000. Ursache dürfte fast immer eine Wartungsladung oder zumindest eine Ausgleichsladung gewesen sein. Das packen sie nicht! Diese Reihe scheint wirklich ziemlicher Schrott zu sein! :sneg::rolleyes:

Schöne Grüße

Rody

von Rody - am 06.10.2015 16:10
Hallo Rody,

schön, wenn es nach Plan läuft und die speziellen Massnahmen was nützen. :cheers:

Ich habe alles Akkus von Ende 2003 drin, davon sind mir zwei kaputtgegangen (Loch). Jetzt schon wieder, kaum ist alles wieder eingebaut, kommt Wasser während der 1. Wasserwartung raus. :sneg: Was mache ich falsch ? :confused:

Ich dachte, nach der Tiefentladekur seien die Dinger wieder bereit für ein paar Wartungsladungen.
Leute hier, wie macht ihr die Wasserwartung ?
Bin bald am Ende wenn das so weitergeht. Oder am Anfang einer neuen Ära: Lithium !

von Denis Matt - am 06.10.2015 16:51
Hallo Rody,
die direkte Ladung des auf Null gebrachten Akkus hätte ich so nicht durchgeführt.
Gerade die Ladung einer Zelle die noch keine Spannung von selber wieder aufgebaut hat führt zur "Umpolung".
Das findet normalerweise beim Fahren statt, erst leer gefahren und dann durch die Reku noch mit hohem Strom belastet. Die Zelle wird das mit extremer Gasung quittieren.
Die Folge ist eine hohe Wärmeentwicklung und damit einhergehenden Schädigung. Zudem kann durch den sehr hohen Knallgas Anteil auch schnell mal eine Zelle dabei explodieren, habe das leider alles bereits hinter mir.
Wenn eine Zelle oder der ganze Block auf Null gebracht wurde, so sollte man vor dem Laden die Zelle auch wieder eigenständig eine Spannung aufbauen lassen. Das kann teilweise etwas dauern, sollte aber bei intakten Zellen (ohne internen Schluss) immer wieder von selber stattfinden. Ich warte daher auch immer vor dem Laden bis jeder Block mindestens 5V zeigt, hab hier auch schon mal 1h warten müssen.
Kommen die 5V nicht wieder zusammen, ist definitiv eine Zelle intern kurzgeschlossen. Diesen Kurzschluss kann man manchmal zwar mit einem extremen Ladestrom wieder "aufbrechen", die Chemie dieser Zelle wird aber immer wieder das Problem aufzeigen. Der Kurze im geladenen Zustand ist vorprogrammiert. Dabei enstehen dann die etwas unschönen Löcher in der Außenwand des Blockes....
Warte also beim nächsten Mal, nach der Entfernung der Entlade-Brücke lieber etwas ab bis die Spannung wieder erkennbar 5 Zellen zeigt, also Blockspannung über 5V liegt, wer sehr lange wartet wird auch wieder 6V sehen.
Gruß,
Heiner

von Heiner Sietas - am 06.10.2015 22:28
Hallo,

und die Initialladung dann mit 5 Ampere einen Tag lang.

Gruß
Martin

von Martin Heinrich - am 07.10.2015 05:33
Hallo Denis,

im besten Fall hast Du nur einen Schlauch nicht richtig drauf, oder undichten Verteiler.
Macht zwar auch Arbeit aber nur geringe Kosten...

Gruß
Martin

von Martin Heinrich - am 07.10.2015 05:35
Hallo,

ich habe die letzen Wasserwartungen alle ohne die extreme Überladung gemacht. Nach einer Ausgleichsladung habe ich nachgefüllt. Nach jeder folgenden Ladung habe ich geprüft, ob Wasser/Lauge austritt. Das war nicht der Fall. Auch konnte ich keine Reichweitenverluste feststellen.
Allerdings lasse ich normalerweise die Ausgleichsladungen nicht bis zum Ende laden. Die breche ich vorher ab. Wenn die Akkus nicht auseinander laufen ist die automatische Ausgleichsladung unnötig.

Gruß
Gunther

von GDE - am 07.10.2015 08:37
Das hoffe ich auch schon die ganze Zeit. Aber leider, leider ist die Reichweite schon vor dem Wasserauffüllen zusamengebrochen.
Werde das ganze demnächst anschaschauen.

von Denis Matt - am 07.10.2015 13:34
Hallo,

ich handhabe das ebenso. Mit meinem durchgehend von 12/2000 stammenden Akkusatz habe ich im letzten Jahr 10 000 km geschafft. Die Reichweite lag im Sommer bei "normaler" Fahrweise bei rund 95 km. Beim Fahren halte ich es so, wie die Tipps aus Norwegen es mal angedeutet haben: fahren wie mit einer Ente, also den Strom möglichst nur aus dem grünen Bereich ziehen, also möglichst mit 1C.
Man kann leider nicht in die Batterien rein schauen, aber bisher hat es gut funktioniert. Hoffentlich halten sie noch schön lange...

Gruß

Piett

von Piett - am 08.10.2015 05:39
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