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Elektroautos
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18
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
marwerno, Thomas P106E/iOn - Berlin, Denis Matt, Martin Heinrich, GDE, Jokl, DH@SoKa

Undichtheit hinterer Akkukasten

Startbeitrag von marwerno am 02.12.2015 19:32

Hallo Leute,

ich habe eine Undichtheit (Kühlwasserkreislauf leck, zum Glück nicht Lauge) im hinteren Akkukasten bei meinem Peugeot 106 Electric (1996). Kühlflüssigkeit lief aus dem Loch in der Mitte des Kastens unten aus (habe über 5 Liter nachgefüllt!).
War beim freundlichen Peugeot Händler welcher mir den Akkukasten ausgebaut und mitgegegeben hat.
Beim anschauen der Akkus und der Schläuche kann ich aber nichts finden wo das "rausgesabbert" haben könnte...
Hat jemand von euch auch schon mal so etwas gehabt?

Meine bisherige Vorgehensweise:
- Alle Akkus ausgebaut und den Kühlwasserkreislauf eines einzelnen Akkus "unter druck (ca 1.5 bar) gesetzt -> Kein Wasseraustritt an den Akkus

- Alle Schläuche angeschaut: Die sehen alle "Neu" aus.

Mein nächster Schritt wäre einfach wieder alles SAUBER einbauen und die Kühlwasserschläuche noch zusätzlich mit Kabelbinder sichern. Meine Vermutung ist einfach dass ein Schlauch nicht mehr richtig saß und es dann im Betrieb zum Kühlmittelaustritt kam.
Was meint Ihr? Liege ich richtig? Andere Empfehlungen?

Was positiv überraschte: Der Verkäufer hatte in diesem Punkt die Wahrheit gesagt: Es sind tatsächlich alle Zellen mit Produktionsdatum 12.2005 gekennzeichnet :-)
(Bei ein paar anderen Sachen (inklusive defekter Webasto!) hat er Unsinn erzählt).

Um anderen auch ein Einblick zu geben um was es geht, hier noch ein Bild:

Akkukasten_hinten.jpg

akkukasten_korrosion_anschluss.jpg
Ist diese Korrosion nach austreten von Flüssigkeit normal? Sieht ja fast aus wie wenn hier die "Brühe" entlanggelaufen wäre (als der Schlauch dort nicht richtig fest?)

Danke schon mal an alle Antworter :-)


Jetzt hoffe ich blos dass das nachgefüllte destillierte Wasser noch genügend Frostschutz im "Restsystem" hatte, sonst wäre jetzt wo es vor 1 Woche so kalt war echt gefährdet....Hoffe da ist nichts passiert...

Antworten:

Hallo,

Schwachstellen sind die großen Anschlüsse an den Flachverteilern, hier ev. Kabelbinder mit Unterfütterung an der langen Kante anbringen.
Gibt hier auch einen Bildbericht von Dirk, suche mal!

Solange Du regelmäßig lädst und fährst gibt es eigentlich kein Problem mit dem Einfrieren.
Wenn alles dicht bleibt kann man ja das Ausgleichsgefäß absaugen und eine Flasche G30 reinfüllen.


Gruß
Martin

von Martin Heinrich - am 03.12.2015 08:02
Ich wollte auch schon mit Kabelbinder die Schläuche sichern, habs dann aber sein gelassen, aus zwei Gründen:
Als ich die Kabelbinder dranhatte, bemerkte ich, dass diese den sehr weichen Gummi unrund verformten. Die Kabelbinder haben ja alle beim Verschluss einen rechten Winkel innen. Je kleiner der Kabelbinder desto besser passt sich dieser an.
Vielleicht wäre es gegangen, aber ich dachte mir die Gummischläuche waren bei mir noch tadellos und ich wollte nichts ändern am system, es hatte ja noch funktioniert.

Du kannst ja bevor du den Kabelbinder montierst mal probehalber an einen Stutzen Wasserdruck anschliessen (mit Schlauch senkrecht hoch und Trichter oben) und das andere Ende verschliessein (oder auch einen Schlauch anschliessen, höher als der Trichter). Dann ziehst du ganz langsam den Kabelbinder an und schaust ob was rauskommt.

Oder wie wärs damit: Vielleicht findest du im Baumarkt einen weichen dünnwandigen Gummischlauch welcher eigentlich etwas zu klein ist um über den Kühlwasserschlauch zu passen. Von diesem ziehst du 1 cm lanke Stücke auf die Enden der Kühlwasserschläuche.
Es ist aber manchmal schwierig heutzutage noch echten Gummi zu finden es ist derweil alles aus Plastik.

von Denis Matt - am 03.12.2015 10:43
Hallo Dennis,

keine Kabelbinder; Funktioniert nicht!

Bei mir war es der Original Kleber von der Produktion, der steinhart war und die Verklebung gelöst hatte.

Es geht am Besten so: [21639.foren.mysnip.de]!

Seit 2 Jahren und 20Tsd km dicht!

von Jokl - am 03.12.2015 11:59
Hallo,

den Bericht, den Martin meint, findest Du hier. Bislang ist noch alles dicht, das Auto ist täglich unterwegs. Der Bericht ist auch in dem von Joachim zitierten Fred verlinkt (mein Eintrag vom 13. Mai 2014).

Die bläuliche Flüssigkeitsspur sieht genau so aus, wie die Kühlflüssigkeitsspur, die ich auf der Innenseite des Akkukoffers vorgefunden habe (siehe o.g. Bericht). Irgendwo in der Gegend wäre also die Undichtigkeit zu vermuten.

Meistens sind es die länglich/ovalen Verbindungsstellen am Kunststoffverteiler, die undicht werden (wie bei mir). Dicht werden diese Fügestellen nur durch neues Verkleben. Wenn man sie durch eine Schelle / Kabelbinder zusätzlich fixieren möchte, muß man die flachen Stellen außenherum auffüttern, so daß sich insgesamt ein kreisrunder Außenquerschnitt ergibt. Ansonsten erreicht man mit der Schelle das Gegenteil, weil sie den flachen Schlauch an den Schmalseiten zusammenpreßt und damit die flachen Seiten von ihrem Sitz abhebt statt sie anzupressen. Allerdings ist für eine hinreichende Unterfütterung bis zu einem kreisrunden Querschnitt zu wenig Platz, deshalb sind die Schläuche und die Verteiler auch flach.

Viel Erfolg! Ich darf auch für Dritte nochmal auf die Risiken hinweisen: Im betreffenden Fahrzeug können regulär Spannungen bis zu 160V (Gleichspannung) bzw. 230V (Wechselspannung) vorliegen. Diese sind bei unsachgemäßer Handhabung lebensgefährlich! Bei Kurzschluß fließen Ströme, die auch einen dicken Schraubenschlüssel problemlos zum Verglühen bringen! Wer sich bei Arbeiten dieser Art unsicher fühlt, sollte sich durch diese und die zitierten Seiten keineswegs zu Tätigkeiten animiert fühlen, die er nicht im Griff hat, sondern eine Fachkraft hinzuziehen.

Mit sonnigen Grüßen aus Karlsruhe,
Dirk
(Citroen AX Electrique, SAM I)

von DH@SoKa - am 03.12.2015 20:53
Erst mal DANKE an alle Antworter.
Lag ich also nicht ganz falsch.
Aber wie ich das lese brauch ich die RUNDEN Schläuche nicht sichern, sondern nur die Ovalen? Und da muss man natürlich (da oval) aufpassen dass man nicht mehr kaputmacht als gut...
Das mit dem Trichteraufbau: Genau so hatte ich auch meinen Druck aufgebaut, trichter in 1,5m Höhe: Definierter Druck von 1,5bar :-)

Ich habe noch etwas Schrumpfschlauch welcher innen eine Klebemasse hat rumliegen. Vielleicht kann ich damit etwas erreichen.

Hmm, wobei, als zusätliche Absicherung: Schrumpfschläuche auch um die runden Schläuche? (aber welchen ohne Klebemasse)
Wäre schön klein, absolut rund beim zusammenziehen und auch wieder leicht lösbar.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bin eh schon im hintertreffen da ich auch mal meine Reparatur/Austausch des Innenlichtschalters, Meine Verkabelung in den Innenraum und eventuell meine Elekroheizung genauer beschreiben wollte. Wenn jemand ernsthaftes Interesse hat kann ich auch gerne die Bilder per PN direkt schicken.

von marwerno - am 03.12.2015 23:56
Hallo,

entsprechen 1,5 Meter tatsächlich 1,5 Bar? Sind doch pro Meter 0,1 bar. Demnach hast du nicht mit 1,5 bar sondern mit 0,15 bar gemessen. Du hättest einen 15 meter langen Schlauch nehmen müssen.
0,15 bar ist vielleicht zu wenig. Die Pumpe macht sicherlich mehr.

Verbessert mich, wenn ich falsch liegen sollte.

Gruß
Gunther

von GDE - am 04.12.2015 05:51
Ich dachte die Testhöhe sollte etwas höher sein als der Pegel im Expansionsgefäss. Dann kommt noch zusätzlich der Staudruck der Pumpe dazu, da aber die Fliessgeschwindigkeit gering ist, rechne ich nicht mit grossem Druck.
Ich hätte eher Angst, dass sich der Druck wesentlich erhöht bei einer Vollbremsung, wenn das ganze Wasser nach vorne drückt.

An den ovalen Anschlüssen habe ich zum Glück nicht rumgedrückt, so hält der Kleber hoffentlich noch lange. Meine Käste sind überigens von 2004, Gummis sehen noch recht gut aus, deshalb machte ich mir da auch noch keine Sorgen.

von Denis Matt - am 04.12.2015 09:19
Hallo,

na bei mir hält es schon geraume Zeit so:

[21639.foren.mysnip.de], siehe Link Batteriekasten.
Darf aber jeder gerne anders machen...

Wer Angst vor zu hohem Druck (Pumpe oder durch Erwärmung) hat kann ja den Deckel des Ausgleichgefäßes etwas lockern.
Da läuft so schnell nichts raus - auch bei Vollbremsungen - wie fahrt ihr denn:rolleyes:

Hatte G30 emfohlen, das nehme ich (ist für Alu/Sagembox geeignet) gibt aber wohl noch G33 (besser?).

Gruß
Martin

von Martin Heinrich - am 04.12.2015 10:46
Hallo Martin,

danke für das Bild.
Hat mir sogar gleich gezeigt wo ich auch meinen Stecker für die Einzelabnahme montieren kann :cheers:

Danke.
Wobei ich mir für den Stecker einen normalen Anhängerstecker besorgt habe. Der hat 13 pole, brauche blos 12. Und das 12-adrige Kabel liegt auch schon parat.

Was den Druck betrifft... habt recht, 1 bar bei 10m nicht bei 1m...

von marwerno - am 04.12.2015 22:36
Ohoh!

der Anhängerstecker ist für 12V ausgelegt.
Du hast da aber 11x6V nominal (9V max) = 66V bis 99V drauf!
Machs besser nicht, such dir was, was im Automotive Bereich verwendet wird und gängig ist.


Ich habe mir AMP JPT 16pol Steckverbinder besorgt und so verkabelt, das max. 24V Potenzialdifferenz zu den Nachbarkontakten besteht:
---------------------------------------------------------------
| 0V - 12V - 24V - 36V - 48V - 60V - frei - frei |
| | | | | | | | | |
| 6V - 18V - 30V - 42V - 54V - 66V - frei - frei |
---------------------------------------------------------------

...
Die AMP Junior-Power-Timer-Flachsteckverbinder werden hauptsächlich in der Automobil-Industrie und dem Sonderfahrzeugbau eingesetzt.
Die Kontakte bestehen aus einem Flachkontakt, der als Gegenstück einen Flachstecker kontaktiert. Der Flachkontakt besitzt zwei voneinander unabhängige Kontaktfedern, bestehend aus Kontaktgrundkörper und Edelstahlüberfeder. Hierdurch werden die elektrischen und mechanischen Funktionen des Kontaktes getrennt.
Leiterquerschnittsbereich: 0,5-2,5mm², FLK und FLR
maximaler Strom: bis 20A
maximale Spannung: 24V DC
-40°C bis +130°C
Einzelleiterdichtungssystem, Schutzklasse IP54 nach IEC 529
Kontakte und Einzeladerdichtung sind separat zu bestellen
....

von Thomas P106E/iOn - Berlin - am 09.12.2015 09:13
Hmm, schon passiert.. war auch dem Umstand zu "verdanken" dass ich den Stecker schnell benötigt habe da meine Reparaturwerkstatt mein Auto endlich vom Hof haben will...
Aber nur weil ein Stecker nur für 12V getested / freigegeben ist heist ja nicht dass er (technisch) nicht auch höher kann.
Die Kontaktabstände beim dem Stecker sind größer als bei manchen 400V/16A Steckern mit denen ich zu tun habe. Zudem habe ich nur 0,5mm² Kabel genommen. Ich hoffe das "brutzelt" kurz durch ohne größere Schäden zu verursachen. Zudem habe ich noch 2,5A Polysicherungen reingehängt und alles sauber mit Kabelendhülsen verschlossen. Zusätzlich habe ich alle Kabel nochmals zusätzlich mit Schrumpfschlauch überzogen um sie etwas widerstandsfähiger gegen mechanische und andere Umwelteinflüsse zu machen. Das Kabel das ich verwendet habe, ist freigegeben für 400V Anwendungen, also auch hier keine Probleme.
Auch ich habe die Kontakte so belegt dass möglichst nur niedirge Spannungen nebeneinander sind (wobei die Mittigen Kontakte zu den Äuseren schon mehr haben, aber da ist auch der Kontaktabstand größer auf der Anschlußseite.)
Naja, sehen wir mal. Wenn ein abgefackelter Peugeot 106 Electric in den Nachrichten steht, könnte es meiner gewesen sein :D

Aber hier das Versprochene Update wie ich den Koffer eingepackt/ Schläuche abgedichtet habe. Habe leider keine Möglichkeit gehabt das nochmals auch auf Dichtheit zu überprüfen, aber ich hoffe das passt jetzt alles wieder.

Verteilerschlauch original und nach Verklebung (innen und aussen mit Schrumpfschlauch welcher Klebstoffbeschichtet ist)

in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/verteilerschlauch_ohne_Schrumpfschlauch.jpg


in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/verteilerschlauch_mit_schrumpfschlauch.jpg

Ein kleiner Schlauch saß ziemlich locker, da habe ich auch noch was "aufgeschrumpft" um den Anpressdruck zu erhöhen:

in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/schrumpfschlauch_über_kleiner_schlauch.jpg



So sieht die Dose aus (Ich trauch dem "Spalt" nicht und habe noch ein paar Gummidistanzstücke rundum eingelegt):

in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/kabel(3fachisoliert)_von_dose.jpg


in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/dose_von_aussen_mit_distanzstücken.jpg


Verkabelter Koffer mit Polysicherungen:

in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/einzelabnahme_mit_polysicherungen.jpg


in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/polysicherung_detail.jpg


in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/koffer_fertig_zum_verschliesen.jpg


Wie sieht es eigentlich mit den Belüftungslöcher aus? Meine Akkus plagt eigentlich meistens die Kälte, nicht die Wärme. Kann man die zu machen?

in Gross: http://www.markus1974.de/temp/Peugeot/belueftungsloecher_kann_man_die_zu_machen.jpg

Fällt euch sonst noch irgendetwas auf was ich noch ändern könnte bevor ich den Kasten wieder montieren lasse?

DANKE

von marwerno - am 09.12.2015 12:32
...
die Schrumpfschlauchlösung ist prima.

Die Lüsterklemmen sind richtig kacke. Wenn du es so läßt, baust du den Koffer in 6-12 Monaten wieder ab.
Grund: das ätzende Klima im Kasten läßt fast alles schnell verrotten: ungeschützte PCB´s, Leitungsisolierungenen, Anschlussdrähte, etc.
Deswegen auch die Belüftung an den Seiten, lass die mal schön offen. Schmiere die ganzen Kontaktstellen mit Batteriepolfett ein, das hilft etwas.
Am besten Schrumpfschlauch mit Kleber über alles Metallische, was du nachträglich eingebaut hast, das ist dann luftdicht und somit laugenbeständig.
Selbst bestimmte Kabelisolierungen werden von der fiesen Kalilauge angegriffen - aber frag mich jetzt nicht nach den widerstandsfähigen Sorten,
dann muss ich doch wieder meinen Bruder Oberchemiker fragen...
Selbst die guten Bahnleitungen mit TPE X-Ray vernetztem Mantel sind nicht für diese Anwendung 100%ig geeignet.
(ich war mal bei einem Kabelkonfektionär beschäftigt..)

von Thomas P106E/iOn - Berlin - am 09.12.2015 12:58
Danke für den Hinweis, stimmt, ich habe auch noch Schrumpfschlauch wo ich über alles ziehen kann. Da der verklebt macht er die Sache Luftdicht. Wobei, die Polysicherungen wollen belüftet sein wenn sie doch mal ansprechen sollten...hmm... vielleicht das Gelbe Teil von den Polysicherungen nicht überziehen?
Die Klemmen.... im Nachhinein als ich mir das angeschaut habe hatte ich mir auch gedacht dass ich lieber Quetschverbinder hätte nehmen sollen... wäre auch schneller gegangen...und einfach mit Schrumpfschlauch zu überziehen (isolieren)
Was die Aggressive Umgebung betrifft: Da habe ich auch nicht getraut, deswegen habe ich die einzelnen Leiter nochmals mit Schrumpfschlauch überzogen. Von der Anschlussdose hoch bis über Oberkante Batterie sogar mit 2 Verschiedenen Materialien Schrumpfschläuche (also Kabel 3-fach isoliert.).
Die Kontaktstellen (Batteriepolfett hatte ich nicht zur Stelle) habe ich mit Kupferpaste eingerieben. Genauso da wo die Akkuverbinder etwas oxidiert waren. Hoffe das stoppt die Oxidation ein wenig. Und Kupferpaste hat sich schon öfters auch bei meinem Anhänger als Korrosionsschutz bewährt. Mal sehen wie das Zeugs auf Lauge reagiert.
Wenn ich das so lese, sollte ich fast sogar noch die Anschlussdose mit Silikon zu schmieren, oder? Ist dann zwar nicht mehr ohne Destruktion zu ändern, aber aktuell funktioniert ja alles.

von marwerno - am 10.12.2015 09:08
Hallo Markus,

Ist die Anschlussdose nocht aussen auf den Kasten aufgesetzt? Dann brauchst doch blos das Kabelloch mit Silukon zumachen und dann würde da nichts an die Dose kommen.

Oder hast du eine Einbaudose - hinten offen verwendet?

Gruß
Gunther

von GDE - am 10.12.2015 09:19
Hallo zusammen,
ich hab mal nach säure- und laugenbeständigen Leitungen gesucht für unsere Batteriekastenverdrahtungen.

Das ihr nur feindrähtige Leitungen (Feindrähtig nach VDE 0295, Klasse 5 oder 6 / IEC 60228 Cl.5/Cl.6) verlegt und nicht das starre Zeugs dürfte klar sein.
Besonders auf Säuren-/Laugenbeständig nach EN60811-2-1 achten.
Keine Standardleitung mit PVC Isolierung!

Als Hinweis zu verstehen:
Alle strahlenvernetzten Mäntel sind erheblich widerstandsfähiger als die ohne Strahlenvernetzung.
Als Schmankerl dazu gibts einige oder alle der folgenden Eigenschaften:
- RoHs konform
- Flammwidrig nach IEC 60332.1.2
- Halogenfrei nach EN 50267-2-1/-2
- Ozonbeständig nach EN 50396
- Witterungs-/UV beständig nach HD 605/A1
- Säuren-/Laugenbeständig nach EN60811-2-1

Leitungen aus dem Bahn- oder Flugzeugbereich erfüllen meist diese Bedingungen.


Nexans / Gebauer & Griller Kabelwerke GmbH:
Aramidfasern zeichnen sich durch sehr hohe Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung sowie Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen aus.
Die unter dem Namen SFC geführten Leitungen kommen mit reduzierten Querschnitten aus und erreichen dennoch deutlich höhere Zug- bzw. Biegewechsel- sowie Torsionsfestigkeitswerte als Standardlösungen. Darüber hinaus sind sie mit gängigen Konfektionsprozessen wie Crimpen handhabbar.
Die SFC-Leiteraufbauten können für alle gängigen Fahrzeugleitungen sowohl für Einzeladern als auch für Sonderleitungen sowie isoliert mit allen gängigen thermoplastischen Isolationsmaterialen realisiert werden.

Leoni:
BETAflam Engine
Die nach EN 50264ff für die Normspannungsreihen von 300 bis 3600 V zertifizierten robusten BETA-ENgine-Leitungen sind halogenfrei, schwer entflammbar, öl- und kraftstoff- sowie säure- und laugenbeständig. Darüber hinaus sind sie — über Norm — temperaturbeständig von -40 bis +120 °C.

SAB Bröckskes:
Sabix A170 TWÖ flexible „Thinwall” Einzelader

etc.

Ergänzung der Kollegen aus anderen Sparten sind willkommen!

von Thomas P106E/iOn - Berlin - am 10.12.2015 09:50
Das Kabel das ich verwendet habe:
Lapp ÖLFLEX® CLASSIC 110

Wesentlichen Daten aus dem technischen Datenblatt:
Flame-retardant according IEC 60332-1-2
Good chemical resistance, see catalogue appendix T1 (unten verlinkt)
Oil-resistant according to DIN EN 50290-2-22 (TM54)

Temperature range:
Occasional flexing: -15°C to +70°C
Fixed installation: -40°C to +80°C

Nominal voltage: U₀/U: 300/500 V
Test voltage: 4000 V

Wobei ich jetzt hier eine schöne Tabelle gefunden habe, (zu spät) welche helfen sollte ein Passendes Kabel (zumindest von Lapp Kabel) zu finden:
http://edgecdn.lappgroup.com/fileadmin/catalog/2015_de_pdf/T1%20Chemische%20Bestaendigkeit%20von%20Kabel%20und%20Leitungen.pdf

Kaliumhydoxid (unsere Lauge) wird nicht gelistet, aber einiges andere mit Kalium, da scheint das Kabel OK mit umgehen zu können.

von marwerno - am 10.12.2015 11:22
Kleines Update:
Meine Reparatur scheint zu halten. Alles noch dicht. Also zum nachahmen (soweit) empfohlen :-)

von marwerno - am 17.06.2016 14:25
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