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Forum:
Elektroautos
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, Dieter Eckhard

Meine Theorie zur Normal- und Ausgleichsladung der Nicads

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 16.04.2016 21:45

Erstmalig funktioniert bei meinem Saxo die Ladung: vollgeladen schaltet meine Sagembox den Strom ab. Bisher war sie defekt, weil sie erbarmungslos weiterludt, bis zum Tod der Zellen. Ich musste die Ladung über eine Zeitschaltuhr begrenzen.
Nun kann ich aber, nachdem ich den Spannungsteiler, der dem Mikroprozessor die Ladespannung mitteilt, korrigiert habe, in Ruhe das Ladeende der Box abwarten. Bei 156 Volt schaltet die Box zur Zeit (18 Grad Celsius Außentemperatur), ab.
So: zum Ladeende hin sind immer mehr der 100 Zellen vollgeladen. Sind kaum noch Hydronium-Ionen vom Cadmium zum Nickel-II-Hydroxyd zu transportieren, steigt die Ladespannung immer schneller in Richtung Gasungsspannung von über 1,6 Volt an. Je mehr Zellen vollgeladen sind, um so schneller geht es aufwärts: Ich vermute nun, dass die Geschwindigkeit, mit der die Spannung ansteigt, gemessen wird. ist diese hoch genug, wird die Ladung beendet. Sind zu viele Zellen noch nicht voll, steigt die Spannung bis zu dem vom Spannungsteiler aus den Widerständen R85 bis R88 festgelegten Wert, bricht dann kurze Zeit ab, wobei die Spannung in wenigen Sekunden auf unter 145 Volt sinkt und wieder hochklettert, was immer schneller hintereinander geschieht, bis der Prozessor annimmt, dass fast alle Zellen voll sind.
Ausgleichsladung = etwa jede 10. Ladung: Hier wird hemmungslos weitergeladen, bis alle Zellen gasen (ca 180 Volt). Schädlich für die Zellen, dann bilden sich die gefürchteten Dendriten. Am besten, alle Zellen sind so gleich, wie möglich. Dann benötigt man die Ausgleichsladung nicht. Diese sind aber nicht immer alle gleich, und man muss einen Kompromiss eingehen.

Alle 30 Sekunden wird angeblich die Ladung immer unterbrochen, wahrscheinlich, um festzustellen, ob inzwischen eine Zelle explodiert ist, oder aus einem anderen Grund. Die Unterbrechung scheint so kurz zu sein, dass ich sie nicht registriere. Trotzdem habe ich öfter eine Unterbrechung mitten im Ldevorgang registriert, die über mehrere Sekunden geht. Aber wir sollen ja nicht alles wissen, meint Safrans Sagem-Firma.
SAFT empfiehlt, kurz nach der Volladung mindestens 10 Meter zu fahren, um die Überspannung, in der sich die Dendriten bilden, möglichst schnell anzubauen. Die 10 Meter genügen dann aber auch, oder 5 Minuten den Schlüssel umdrehen bei eingeschalteten Scheinwerfern.
Diese relativ unwichtige Empfehlung habe ich von SAFT in Nürnberg.

Antworten:

Hallo,

die einige Sekunden dauernde Ladeunterbrechung dient zum Zurücksetzten des Hardware-Watchdog-Timers im Ladegerät. Sollte der Bordrechner abstürzen und die PWM-Ansteuerung zum Ladegerät stehen bleiben, so schaltet der Watchdog-Timer das Ladegerät ab. Das machen alle PSA-Rechner so. Frau Werwolf würde sagen: "Das gehört so".

Gruß, Dieter

von Dieter Eckhard - am 18.04.2016 09:13
Klar, das leuchtet ein. Es treten doch zu viele Fehler in den Rechnern auf. Die dürfen dann nicht so lange andauern, bis etwas zerstört wird. Bei den grundliegenden Motorsteuerungsfehlern wie dem vor vier Wochen musste ich laut bellen, sonst wäre mein Saxo nie mehr aus dem Koma aufgewacht. Der gelegentliche "Schluckauf" bei der Beschleunigung ist sicherlich nicht auf solch ein "watchdog" zurückzuführen. Dafür geschieht es zu unregelmäßig und mit zuweilen zu schwerwiegenden Folgen. Es ist mit Sicherheit auf mangelnde Störsicherheit der Schaltung zurückzuführen und auch da gehört noch ein "watchdog" hin. Dass ich dann schon mehrfach mitten auf der Autobahn komplett anhalten musste, ist einfach lebensgefährlich.
So langsam beginne ich zu verstehen, was die verschiedenen Steuerungsschichten in einem Datenverarbeitungssystem notwenig macht, so die, die die laufend durch kosmische Strahlung in den heutigen Speichern ausgelösten Fehler sofort entdecken und anbellen, sprich redundant korrigieren...
Der Fehlerfall ist der Normalfall. 1974 begann ich mit dem Intel 4004, der hatte kein watchdog, der Hund war ich und musste diverse zeitgesteuerte Überwachungen einbauen, die im wahrsten Sinne des Wortes losbellten, wenn etwas nicht so lief, wie es sollte. Es ging damals um die Trennung von Stoffgemischen aus Reaktoren in der chemischen Industrie, noch einen guten Teil komplexer als die Steuerung eines Saxo oder eines vollstänigen CANbus- Systems. Irgendwann hatte ich es so weit, dass die Sirene, die den Hundeführer lief, nie mehr losheulen musste (automatische Feinst-Destillation von Stoffgemischen).
Ja, das Econometer benötigt ein zusätzliches "watchdog". Jetzt geht mir erst im Nachhinein auf, was ich damals, vor gut 40 Jahren, betrieben habe. Das lief auch über mehrere Kommunikationsschichten und hatte schon die vollständigen Bestandteile einer "fuzzy logic". Nur das Wort gab es noch nicht.
So richtig glücklich bin ich mit dem, was da in der Verbrenner- und Elektroautotechnik läuft, noch nicht. Da erscheint mir analoge Steinzeittechnik immer noch sicherer. Man ist in der Raketen-und Weltraumtechnik ja auch längst an vielen Stellen dorthin zurückgekehrt.
Meine "moderne" 4004-Technik enthielt damals noch leer laufende "Klackerrelais", die dem Betriebsführer akustisch und zusätzlich optisch meldeten, wenn etwas nicht so lief, wie es sollte. Ja, alles mit Zeitsteuerung.

Vor lauter Komplexität der Störungs- und Kommunikationsschichten haben die Safran-Ingenieure dann vergessen, bei meinem Saxo die Höhe der Ladespannung zu überprüfen, was das Wichtigste ist und falsch farbringcodierte, angebliche 0,5%-Widerstände, eingesetzt. Die liegen tatsächlich weit daneben. Chinesische Zustände im westlichen Reich der Franken. Halt Citroen.

von Bernd Schlueter - am 19.04.2016 03:01
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