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Elektroautos
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, Hotzi-47, Bernd Schlüter, Denis Matt, microcar

Nochmal Nicad-Beobachtungen, Behandlung ungleicher AkkusK

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 04.05.2016 23:40

Die erste Beobachtung meiner ungleichen Akkus ergab, dass beim Laden die Spannung zunächst sank statt zu steigen. Die gelbe "Isolationslampe" war längst an und ließ sich nicht auspusten. Da war also etwas.
Ich kann die Einzelspannungen messen, 23 Anschlüsse nach außen gelegt: Patsch! die letzten zwei Akkus am hinteren Kasten hatten vollgeladen nur 2 Volt, ein anderer nur 7 statt 8,5 Volt.
Ich weiß, was das bedeutet: mindestens zwei, die nebeneinanderliegenden, sind zumindest innerlich explodiert, wahrscheinlich aber mit Laugenaustritt nach außen.Da also offensichtlich Kurzschlüsse vorliegen, fährt die Kiste trotzdem nach 60km weit.
Wann explodiert eine Zelle? nur bei Spannunsumkehr, wenn 250 Ampere durch die mit 10 Volt umgepolte Zelle fließen. Dann knallt sie innerlich durch und macht, wenn alles gut geht, einen Kurzschluss , ohne ganz zu explodieren.
Diese Hoffnung habe ich nicht, der hintere Kasten kommt in den nächsten Tagen herunter.

Meine Lehre: Wie in Pietts Thread erklärt, wird 10 Ah jedesmal überladen, bei der Ausgleichsladung 15Ah. das schon tut der Batterie nicht gut. Schlimm wird es aber, wenn die ersten Zellen entladen sind: Dann fließt der Strom gnadenlos durch die entladenen Zellen und zerstört diese, wenn sie ohne Zeitprogramm auf Sagemboxsche Art geladen wurden und zerstört diese.

Eigentlich braucht man ein geeignetes BMS. Eines, dass nie volllädt, denn dann erhalten alle, auch die ungleichen Zellen die gleiche Ladung und werden alle zugleich leer..

Also, NIE volladen!! Citroen tauscht nie einzelne Akkus, nur den gesamten Satz, damit ale Zellen zueinander passen. Nur dann überstehen unsere Nicads dir normale Ladeprozedur!

Ich hatte das eigentlch längst bemerkt, aber nicht mehr so ernst genommen, seit meine Safranbox sicher nach beendeter Normalladung abschaltete.
Mit den 2,5 defekten Akkus tut sie das auch nicht mehr und ich ärgere mich, dass ich meinem Grundsatz untreu geworden bin.
Aus Schaden wird man klug, aber nur, wenn man es zulässt.

Antworten:

Hallo Bernd,
kann Deinen Schmerz gut nachempfinden. Auch in meinem an sich sehr schönen Berlingo hats mal wieder geknallt. Also mindestens ein Akku explodiert, diesmal in der Box unten mittig.
Mein e-fleischmann ist leider noch in Urlaub, doch der Auftrag zum Öffnen und Ersetzen ist bereits erteilt.

Ich denke wie Du:
Einzelüberwachung ist nicht nur sinnvoll, sondern nötig, besonders für fragwürdige Akkus. Also die mit den schlechten Separatoren.
Nicht zu voll Laden ist nötig, Kollegen aus Neuarlberg hatten schon vor Jahren gute Erfahrungen damit gemacht. Konkret: über 150.000 km im AX mit schlechten Akkus. Aber nie überladen und auch sonst gut gepflegt.
Dies Nicht-Überladen muss durch automatische Ladungsbegrenzung gesteuert werden. Bin zwar dran, habe aber noch immer keine gute und einfache Lösung parat. Hast Du da mehr?

Ansonsten mache ich weiter mit meiner Einzelüberwachung mit 10 LED Anzeigen pro Akku plus Optokopplern für Unter- und Überspannungsmeldung. Die Schaltung ist so einfach....
Bei Interesse melden.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 05.05.2016 10:37
Mh.. bei mir ditto... Also doch in Zukunft alle Akkus im entladenen Zusatnd auf gleiches Niveau bringen und dann nie volladen.

A propo ausgelaufene Akkus und die Iso Lampe ? Vielleicht passt da was zusammen, Leckstrom vom Elektrolyt in den Kühlkreislauf und damit an Masse. Hat jemand erfahrung ob die Leitfähigkeit des Kühlwassers genügt um einen Isolationsfehler auszulösen ?

von Denis Matt - am 05.05.2016 18:54
Meine Idee ist, den besagten Spannungsteiler mit den Widerständen R85 bis 88 so zu ändern, dass ich nur eine einzige, die schechteste, Batterie überwache. Ganz, wie bisher in der originalen Steuerung alle 20 bzw. 27 Akkus überwacht werden. Diese Idee hatte ich schon öfter für Lithiumbatterien verkündet, wobei ich die bewusst schlechteste Zelle "Opferzelle" nannte. Ganz einfach, weil diese Zelle als einzige die vollen Eskapaden von völliger Entladung und Volladung mitbekommt.
Die anderen Zellen schnarchen mit dieser Zelle um die Wette und wachen erst sehr langsam wieder auf, wenn die schlechtere Zelle durch eine leiser schnarchende Zelle ersetzt wird.
Die überwachte Zelle bzw. Batterie muss aber immer die schlechteste sein und muss an Minus sitzen. Minus dürfte an der oberen linken Batterie im Saxo-Kasten im Motorraum sein. Also gut erreichbar.
Die Torturen mit 10Ah Überladen und Ausgleichsladung muss die arme Opferbatterie dann ertragen, aber auch nicht mehr, bis die Ärmste platzt. Wer nur altersschwache Batterien hat, setzt zusätzlich noch das timer ein. Sollte man sogar unbedingt vorsehen, damit es keine Durchnallfestival gibt. Das gibt es nämlich, wenn diese schlechteste Zelle einen Kurzschluss bekommt oder wenn sie durch Selbstentladung furchtbar aus dem Tritt gekommen ist.
Um eine einzige Batterie zu überwachen werden die drei Widerstände R85,86,87 zusammen 156,6kOhm durch einen von ca 3kOhm ersetzt, verwendet man zwei schwache in Serie, irgendwas in der Gegend von 9kOhm und je weitere ca 6 kOhm mehr. Sprich, je Volt mehr 1kOhm mehr.Möglich ist aber auch eine Ansteuerung des Spannungteilers mit zwei Dioden wobei über eine Diode die Überwachung aller Batterien mit 155 Volt Spannung und gleichzeitig die der Opferbatterie erfolgt.
Die Endladespannung wird dann nicht mehr erreicht, weil die besseren Zellen sich ja auf die faule Haut legen sollen.
Wen das laute Geschnarche der 19 besseren Akkus dann stört, bei Aldi gabs vor kurzem Ohrstöpsel.

Ich vermute mal, dass unser Spannungsteiler auf Seite 28 vom calculateur auch das Leerwerden des Akkus meldet, bei 5 Sekunden unter 102 Volt. Das wäre dann bei 5 Sekunden unter 5,1 Volt an der"Opferbatterie". Ich habe es noch nicht ausprobiert, also, bitte melden bei Erfolg!

von Bernd Schlueter - am 05.05.2016 20:23
Die Ankopplung der zwei "Überwachungsbatterien", einmal der Gesamtheit aller 20(27) Blöcke und der "Opferbatterie", dem wichtigen Sorgenkind ,funktioniert natürlich nicht so einfach, wie ich es gesagt habe, einfach mit "Dioden". Denn die haben für die doch sehr präzise zu erfolgende Messung einen viel zu starken Temperaturgang, sondern wir müssen zwei getrennte Spannungsteiler mit der theoretisch gleichen Ausgangsspannung bauen, wobei der mit der höheren Spannung ausschlaggebend ist. Es muss also auf den mit der höheren Spannung umgeschaltet werden, was immer die die der schwächeren"Mess"batterie ist, der "Opferzelle". Außer, diese wird selbst defekt, dann hätten wir eine Dauerladung bis zum Tod aller Batterien. Das verhindert der zweite, ursprüngliche Spannungsteiler, der jetzt nur noch als Sicherheit gegen diesen Fall wirkt. Im Endeffekt wird sich dann die Maximaleladespannung so einstellen, dass sie bei sehr ungleichen Zellen unter 150 Volt bleibt. Kein Akku wird mehr platzen, zwar langsam einschlafen, aber das ist nicht so schlimm, denn das ist reversibel, wie ich schon oft beobachtet habe. Die unterforderten Zellen leiden demnach in keiner Weise darunter,im Gegenteil.

Wie man das macht? Ohne zu großen Aufwand?
Etwas Aufwand muss man schon treiben. Ein Atmel könnte das schon. Aber ich habe etwas gegen weitere Mikroprozessoren, die sich aufhängen können oder in die man eigene Fehler in unendlicher Fülle einbauen kann.
Es reicht eine Differenzmessschaltung, die die höhere der beiden Spannungsteilerschaltungen auswählt und mittels elektronischem Schaltchip oder auch Klapperrelais auf den Messeingang umschaltet. Also,elektronisches Schaltchip und Operationsverstärker. Unendlich viele Möglichkeiten!

Kurz, Euer Grips ist gefordert und die beste Schaltung wird prämiert. Dafür gibt es ein Bonbon und ein Sahneeis. Neben hoffentlich endlich ewigem Frieden gegen explodierende Säfte. Danach nehmen wir uns Syrien vor. Von mir aus auch mit Atmel. Hauptsache, es geschieht etwas!

Danach folgt der nächste Streich: automatisches Batterietestfeld im oberen Batteriekasten, mit Atmel. Die Universalschaltung kann das, das Programm noch nicht, ist erst "in der Mache".
Da lassen sich auch ein Timer, eine zusätzliche Spannungbegrenzung und eine Max/Min-Anzeige für die Testfeldzellen integrieren.

von Bernd Schlueter - am 06.05.2016 04:44

Frage zur Bleibatteriesteuerung für Nicads

Mir gefällt ja das Ladeverhalten der Sagembox für Nicads überhaupt nicht. Nun frage ich mich, ob Bleiakkus vielleicht schonender behandelt werden und nicht, wenn sie älter werden, einfach kaputtgeladen? Piett hat die schönen Diagramme für Nicads ins Forum gestellt. Ob es das auch für Blei gibt? Wer hat da schon Beobachtungen gemacht?
Einige Eigenschaften können wir ja immerhin beeinflussen und vielleicht für das Laden von Nicads nutzbar machen?
Eine Offenlegung der Steuerungsprogrammen sollte irgendwann verbindlich sein, meine ich. Dann könnten wir direkt so programmieren, wie es für das Fahrzeug angemessen ist.

von Bernd Schlueter - am 06.05.2016 09:34
Zitat
Denis Matt
Also doch in Zukunft alle Akkus im entladenen Zusatnd auf gleiches Niveau bringen und dann nie volladen.


Nö, lieber alle oben, beim Ladeschluss, auf gleiche Spannung bringen.
Aber mal was zu meinen ganz praktischen Überlegungen:

Ein SAFT NiCd Block ist entweder
1. ok, d.h. gut mit Flüssigkeit gefüllt und Innenwiderstand ok, oder
2. schwach geworden weil trocken, aber alle Zellen ansonsten intakt, d.h. Spannungen ok aber weniger Kapazität, oder
3. eine oder mehrere Zellen tot, weil explodiert, sichtbar durch weniger Spannung

Das gilt es zu erkennen und nach Möglichkeit per BMS auszugleichen.

1. also alles ok wäre super, aber die Gewissheit durch Einzelanzeige wäre auch hier gut oder zumindest sehr beruhigend.

Punkt 2, also Ausgleichen würde ich natürlich immer erst mal Wasser nachfüllen und dann versuchen, die Ladespannungen aller Blöcke auf gleiches Niveau zu ziehen. Denn Schwachwerden liegt meist an fehlender Flüssigkeit, und dann ist ja wirklich nur die halbe Platte aktiv. Logisch, dass der Akku dann weniger Kapazität hat. Ist in einer Reihenschaltung nicht tragbar, das zieht die anderen runter durch zu frühes Abschalten sowohl bei Entladen als auch beim Laden.
Bei der Spannungsüberwachung beim Fahren dann schauen, ob bei diesem Block die Spannung schneller sinkt. Wenns so ist, ist der Block schwach und muss einzeln weiter behandelt werden. Man muss ihn dann manuell aufladen und so, bis er wieder einigermassen kommt. Gelingt das auch mit einigen Zyklen nicht, muss er wohl auch ersetzt werden.

3. Tote Blöcke mit Löchern im Gehäuse und fehlenden Zellen kann man nicht ausgleichen oder so. Hier gilt: Erkennen und auswechseln. Anders gehts nicht. Erkennen geht am leichtesten mit Einzelspannungsüberwachung. Merkt man das nicht und lädt wie sonst, ist die Gefahr gross, alle anderen Akkus zu schädigen.

Was immer bleibt ist die Notwendigkeit, die Spannungen der Blöcke einzeln erfassen zu können. Ist Arbeit, aber ohne das sind die alten Saft Akkus schnell kaputt. Na ja, ich bin im AX vor einigen Jahren mehr als ein halbes Jahr mit einem schadhaften Block gefahren, zum Schluss mit nur noch 35km Reichweite. War schon lästig, heute veranlasse ich die Reparatur und das Auswechseln schneller. Und wenn eine Box dann offen ist, werden natürlich sofort alles verkabelt für Einzelüberwachung.

Die Blocküberwachung der Gesamtspannungen der einzelnen Batteriekästen hilft eigentlich nur, kaputte Akkus zu erkennen, damit man weiß, welchen Kasten man öffnen muss um einzeln nachzuschauen. Ist aber immer noch besser als nur die Gesamtspannung zu erfassen.

Ach nochwas: Außerdem kommen noch Ah Zähler bei mir rein. Dafür reicht die Stromerfassung über einen Shunt. In einem Berlingo bereits drin, der allerdings steht mit einem explodierten Akku und wartet auf Reparatur und Ersatz. Warum Ah Zähler bei mir? Na ja, habe noch einige Magnetronic DCC2000 zur Verfügung, da will ich sie nutzen.

Solarmobile Grüße, Roland

von Hotzi-47 - am 08.05.2016 13:44
"Nö, lieber alle oben, beim Ladeschluss, auf gleiche Spannung bringen. "

Genau das ist der richtige Weg, allerdings geht das in aller Regel tatsächlich nur mit einer gewissen Überladung.......aber eben bei dem Punkt kann man die Überladung dann abbrechen, was ich dann meistens auch so mache.

Nicht volladen ist Quatsch !!!!...........damit habe ich mir selbst schon mehrere Akkus gekillt, da die Akkus ohne Volladen nach mehreren Teilladungen irgendwann auseinandergetriftet sind.........

von microcar - am 13.05.2016 19:32
Akkus, die nicht vollgeladen werden, verlieren an Kapazität. Das nennt man memory-Effekt.
Alle Zellen, die in einer Serie liegen, erhalten die gleiche Ladungs- und Entladungs-Menge.
Werden die schächeren Zellen überladen, können sie diese Ladung nicht aufnehmen, sondern versprudeln Wasser und bilden schädliche Dendriten. Wird ihnen mehr Ladung entzogen, als sie aufnehmen können, polen sie um und versprudeln ebenfalls Wasser und entwickeln sehr viel Wärme, die irgendwann zur Zündung des Knallgases und zur Zerstörung führt.
An beiden "Enden" werden sie also geschädigt.
Geschieht der Lade-Entladezyklus jedoch mit zu wenig Ladung, schlafen diese "besseren" Zellen ein, bis sie sich den schlechteren angeglichen haben. Diese Art der Schädigung ist aber reversibel und da man diese Zellen mit schlafender Kapazität langsam wieder aufwecken kann, sobald man die Ladungsmenge langsam steigert, spricht man nicht von Zerstörung sondern von "Schlaf", zu Recht.
Ich habe alle 20 Nicads meines Saxo, die anfangs tatsächlich praktisch Null Kapazität hatten, im Verlauf von einem ganzen Jahr mit fast täglichen Fahrten, auf volle Kapazität gebracht, jedes Mal ca eine Amperstunde mehr, bis ich langsam 100km Reichweite erreichte.
Ich wurde regelrecht zu diesem Vorgehen gezwungen, da meine Sagembox defekt war und ich eine Zeitsteuerung verwandte und die ladezeit langsam steigerte. Wich ich von dieser Langsamkeit zu sehr ab, wurde das sofort durch Minderleistung bestraft.
Die Kapazitätsanzeige des Saxo arbeitete dabei sehr zuverlässig und verriet mir, wenn wieder eingeschlafene Kapazität freigeworden war.
Die regelmäßige brutale Überladung der Sagembox zerstört aus dem Takt gefallene Zellen. Diese besitzen allerdings ein dickes Polster in Form verstärkter Elektroden, die dem Umpolen mit verbundener Oxydation längere Zeit widerstehen. Dieses Polster war bei meinen von Citroen Ulmen in Düsseldorf und dem Besitzer RWE offensichtlich falsch behandelten Zellen bereits aufgebraucht. Das Fahrzeug stand deshalb mit null Kapazität auf dem Schrottplatz. Der Chefelektriker von Citroen war nicht zur Ausbildung nach Paris geschickt worden und floh aus der Halle, als er mich mit seinem Sorgenkind vom Schrottplatz erblickte.

Tatsächlich war die Ladespannung zu hoch, ein Fehler, den ich erst vor ein paar Wochen durch den Einbau eines Potis korrigierte. Ich wagte, die zeitliche Begrenzung wegzulassen und hatte prompt wieder weiche Zellen und zwei anscheinend explodierte , nebeneinanderliegende Akkus.
Jetzt ist die Uhr wieder im Einsatz und es steht der Wechsel der 8 kurzgeschlossenen Zellen in den zwei Akkus an. Zusammen mit einer neuen Ladeart.

von Bernd Schlueter - am 14.05.2016 07:09

NiCd-Beobachtungen wegen schlechten SAFT-Akkus

Hallo Bernd, Denis et.al.,

durch diese ausgiebige Diskussion hier nähern wir uns mehr und mehr den Problemen.
Aber eines vergass ich klar herauszustellen:
Mir geht es nicht so sehr ums Laden und Fahren guter SAFT Akkus. Probleme gibt es hauptsächlich mit den schlechten Akkus, d.h. den Akkus aus den Serien mit schwachen Separatoren. Das ist durch die Dänen ja gut dokumentiert, dass es Jahre gegeben hat, in denen schwache Akkus gefertigt wurden.
Im Klartext: die explodieren gerne mal nach rund 20.000 bis 30.000 km. Jedenfalls sind das meine Erfahrungen, und es gibt zahlreiche Berichte dazu.
Es gibt allerdings auch Berichte, dass man diese Akkus lange fahren kann, 100.000 bis 150.000 km, wenn man Stress vermeidet.
Stress vermeiden heißt hauptsächlich: keine Überspannung beim Laden, keine Tiefentladung beim Fahren.
Daher mein Vorschlag, per SAGEM Ladegerät nur eine Hauptladung zuzulassen ohne Überladung, ohne Gasen. Nur voll, nicht mehr.
Entweder mit manueller Überwachung bis 95 oder 98% oder Zeitschaltuhr. Hat sich ja bei Bernd bewährt und ist schön einfach. Meine Ansichten oder Einsichten werden ja gerade durch Bernd Erfahrungen bestätigt: Einmal nicht aufgepasst, Überladen, und schon knallt es. Ist ja mir auch kürzlich passiert, ich fluche immer noch. Schlimm schlimm.

Wie voll laden ist also die zentrale Frage, bis zu welcher Ladeschlussspannung. Jedenfalls so voll, dass die Kapazität nicht dauerhaft sinkt, und auf jeden Fall alle 20 oder 27 Säfte schön gleichmäßig. Aber nicht so voll, dass es zum vielen Gasen kommt mit der Gefahr der Explosion. Ist mir insgesamt 9 mal passiert, es reicht jetzt.

Lass uns über die Spannung der SAFT Blöcke diskutieren, die dazu nötig ist. Ich möchte bis 7,8 Volt laden. Alle gleichmäßig. Ist das genug?
Wer plädiert für mehr? Und das bei normalen Temperaturen, also zwischen 15 und 30 Grad C. Würde eine Temperaturanpassung Sinn machen?

Für ein problemloses Fahren mit diesen schlechten Akkus ist leider - so nach den vielen Diskussionen hier - meiner Meinung nach ein BMS mit Einzelüberwachung der Spannungen nötig. Ziel: Nicht überladen, gleichmäßig laden und Unterspannung (und damit umpolen) verhindern.

Eigentlich will ich ja nicht viel erreichen: Nur noch ein paar Jahr mit den Säften im Berlingo fahren können. Ich mag dies Auto, es ist einfach praktisch. Jedenfalls so lange mit NiCd nutzen, bis die E-Autos billiger als die Verbrenner werden (ist von Skoda für 2020 oder 2022 angekündigt) und/oder die Akkus die 1 kWh pro kg erreichen (ist von Spaniern angekündigt. Kommt mir spanisch vor, aber schaun wir mal). Oder aber bis die Li-Akkus für 150 bis 200 Euro pro kWh angeboten werden. 4000 Euro für 20 kWh, das wäre eine schöne Aufrüstung für die alten Franzosen. Auch hier wieder: Schaun wir mal. Oder besser: Hoffen wir mal. Nach Gigafactory in den USA, Litarion in Kamenz, BMZ Ankündigungen für Karlstein und sogar SWATCH Akkus aus der Schweiz sowie den Kreisel-Brüdern aus Österreich ist der Markt gehörig in Bewegung geraten. Jedenfalls Grund zu Hoffnungen.

Gruss, Roland
noch mit Blei: CityEl
noch mit SAFT-NiCd: 2AX, 2Berlingo, Bosch Akkuschrauber
mit Li-Akkus: Laptops, Video-Recorder, Kameras, Rasenmäher, Daum-Pedelec, und bald ein Hotzi

von Hotzi-47 - am 14.05.2016 07:44

Neue Beobachtung

Gestern hatte ich zweimal hintereinander mitten auf der Autobahn, im dichten Verkehr, den Abfall des Hauptrelais. Dann musste ich im dichten Verkehr und Regen ausrollen lassen und fand beide Male ein ungefährliches Plätzchen, dank Warnblinkanlage.
Was geschehen ist, weiß ich nicht, aber heute beim Nachmessen der Batteriespannungen machte ich eine merkwürdige Entdeckung: einer der beiden Akkus, bei denen genau 3 Zellen zuverlässig kurzgeschlossen waren, zeigte plötzlich wieder drei scheinbar intakte Zellen. Gleichzeitig bemerkte ich eine erneute Lahmheit beim Beschleunigen und deutlich erhöhten Energieverbrauch. Nicht von der Software hervorgerufen, sondern eindeutig durch Umpolung der auffälligen Batterie, was ich wegen des fiesen Regens nicht überprüfen konnte.
Also, einmal kurzgeschlossen, ist kein Verlass darauf.
Gestern hatte ich nicht ganz vollgeladen und blieb 6% unter der Volladung der Kapazitätsanzeige (mit Zeitprogramm gesteuert.
Die auffällige Batterie ist eine der beiden kapazitätsschwächsten.
Das passt doch alles zusammen?
Es könnte gut mit der Bildung von Dendriten oder Ausdehnung zu tun haben?
Ich habe die Möglichkeit, die Spannung der betreffenden Batterie während der Ladung und Entladung (während der Fahrt )zu kontrollieren.

Wenn die Batterien einmal ungleich sind, nichts als Ärger!

von Bernd Schlueter - am 24.05.2016 11:04

Re: Neue Beobachtung

Hallo Bernd,

du hattest doch schon immer probleme mit plötzlichem Stillstand auf der Autobahn ? Ist das derselbe Wagen ?
Nun, ich frage, weil eine zu tiefe Akkuspannung nicht dazu führt dass das Relais abfällt. Der Rechner reduziert einfach den Fahrstrom bis du letztendlich nur noch Schrittempo fährst.
Ausser es ist alles sehr im argen, so dass der DC/DC Wandler wegen Unterspannung aufhört und auch die 12 V Boardbatterie leer ist.

Aber ich denke das sind zwei paar Schuhe, die unfreiwilligen Halte und die schwachen Akkus.

- Bei den unfreiwilligen Stops, hattest du ja selbst mal die Idee den 55poligen Stecker ins Visier zu nehmen. Nun, bei mir hatte er es auch nötig altes Kontaktfett und Oxydation zu entfernen. Danach habe ich ihn sparsam mit WD40 behandelt, was ich bei niederfrequenten "Autosignalpegeln" für vertretbar hielt. Nur bei Schaltungen mit Hochfrequenz und genauen Messschaltungen sowie Digitalschaltungen lasse ich jeglichen Kontaktspray weg.
Die Gummidichtung habe ich mit Silikonfett behandelt, wie auch alle anderen Gumidichtungen bei den zweipoligen "Autosteckern".

- Bei den Akkus bleibt dir wohl nichts anderes übrig als alles auseinanderzunehmen. Nimm alle Akkus raus und betrachte sie von allen Seiten mit der Lampe (Füllstand Lauge). Dann miss die Kapazitäten einzeln. Notfalls mit starker Birne, (Heizofen, Bügeleisen dazu,) dann schauen wie lange sie brennt.
Das dauert zwar lange aber ich glaube da kommst du nicht drumherum. Notfalls die Blöcke in Serie geschaltet lassen, über jeden Block eine 20W Autolampe (heiss !) und über alles Heizofen etc. Dann mit der Zeitrafferkamera alles aufnehmen. Dann siehst du wann welche Birne ablöscht.

von Denis Matt - am 24.05.2016 12:40

Re: Neue Beobachtung

Was sagt denn die Diagnose ? Nur Iso Fehler ?

von Denis Matt - am 24.05.2016 12:58

Re: Neue Beobachtung

Nein, zwei Akkus, darin 5 Zellen, sind defekt. Ich kenne diese Pappenheimer. Ich hatte schon einmal ein Kontaktproblem mit dem 55poligen Stecker, nach einer Autowäsche. Lief nicht mehr, aber nach Trocknung wieder.
Nein, das Isoproblem dürfte mit ausgelaufener Lauge zu tun haben. Diesmal hinten. Was ich mir auch überlege: hat ein explodierter Akku sich in die Kühlflüssigkeit entleert, leitet diese sehr gut und führt zum Isolierfehler? Vielleicht hat mich das genarrt? Aber es führt nicht zum Relaisabfall, denke ich. Sicher bin ich nicht, den der zweimalige Ausfall auf der Autobahn fand im strömenden Fisselregen statt.
Ansonsten, die Kühlflüssigkeit leitet relativ gut und könnte, da sie neben dem Akkuinnern auch den Aluboden der Sagembox benetzt den Mindest-Isolierwiderstand unterschreiten. Ich muss mir noch mal die explodierte Batterie von Thegray vornehmen und untersuchen, ob da Lauge übergetreten sein kann. Außer ausgetretener Lauge hatte ich keinen Verlust von Kühlflüssigkeit bemerkt.
Der Spannungszustand aller Batterien ist laufend dokumentiert. Ich habe ja alle 23 Messanschlüsse nach außen verlegt.

Der Rundumschlag findet bald statt, dann werde ich alle Verbindungen überprüfen, die Sicherungen säubern und fetten und die Kohlen erneuern.

von Bernd Schlueter - am 29.05.2016 15:33

Re: Neue Beobachtung

Hallo Bernd,

kann ein Iso-Fehler, der auch als solcher angezeigt wird durch eine Kontrollleuchte, denn das Aussteigen der SAGEM Box während der Fahrt verursachen?
Wenn ja, was kann den Iso-Fehler bei Deinem SAXO verursachen? Hast Du an der Box gefummelt, z.B. an den Kabeleinführungen? Was verändert?

Ich jedenfalls hatte ziemlich häufig bei nasskalter Witterung einen Iso-Fehler, angezeigt als "allgemeiner Elektronik-Fehler" - aber ohne Aussteigen der SAGEM Box - und wahrscheinlich verursacht durch kleine Luftspalte und Undichtigkeiten an den Kabeleinführungen. Da drang dann wohl Feuchtigkeit ein.

Es war sofort und nachhaltig weg, nachdem ich mit Dichtkitt die kleinen Spalte an der Kabeleinführung gut gedichtet hatte. Der Fehler kam nicht wieder!

Gruss, Roland
War beim AXelectrique so festgestellt.

von Hotzi-47 - am 29.05.2016 16:17
Neue Situation. 2/3 geladen: der eine Delinquent zeigt 5,5 Volt an, der andere 8,5. Die Ladung läuft noch (eingebauter lader).
Wie kann man daraus noch klug werden?
Mein Eindruck ist, dass die Akkus deutlich weicher geworden sind, trotz des guten und warmen Wetters in der letzten Woche.

Das würde meiner Meinung nach bedeuten, dass beide Akkus hin sind und zwischen Kurzschluss und Hochohmigkeit hin- und herpendeln?
Dendriten werden bei Vollentladung bekanntlich abgebaut...

von Bernd Schlüter - am 31.05.2016 06:46
Zitat
Bernd Schlüter
...der eine Delinquent zeigt 5,5 Volt..

Deutet darauf hin, dass mindestens eine Zelle defekt ist, also tot. Wahrscheinlich hat eine Zelle des Akkus ein Loch. Es fehlen also 1,2 Volt von den 6 Volt Nennspannung. Bei 5,5 Volt für 4 Zellen wären es bei intakten 5 Zellen dann 6,875 Volt. Schau mal, wo die anderen Akkus spannungsmäßig liegen, nur mal so zum Vergleichen.
Wenn eine Zelle so tot ist, hilft nur ein Auswechseln des Akkus. Kannst zwar noch mit fahren, aber es versaut Dir die Kapazität beim Entladen und beim Laden.

Zitat
Bernd Schlüter
...der andere 8,5. Die Ladung läuft noch (eingebauter lader).

Da sieht nach einem weichen Akku aus mit verminderter Kapazität. Warum auch immer das so ist, ist fraglich. Könnte an fehlendem Wasser liegen, d.h. nur ein Teil der Platten sind aktiv. Das jedenfalls würde dann verminderte Kapazität bedeuten. Genauer: ist schneller leer und früher voll. Die guten Akkus sind noch nicht voll, dieser schwache schon. Also treibt es die Spannung bei diesem nach oben. Dieser schwache Akku wird gestresst durch Tiefentladung beim Fahren und durch Überladung beim Laden. Versaut Dir auch den Gesamtstrang. Schnell reparieren oder auswechseln.
Die Frage ist, ob er noch zu retten ist. Sichtkontrolle: Kein Loch? Denn auch das würde zur Folge haben, dass nur ein Teil der Platten noch aktiv sind. Wenn nur die Lauge bzw. das Wasser fehlen in einer oder mehrerer Zellen, würde ich versuchen, den Flüssigkeitsstand wieder anzupassen an den Rest der Akkus. Dann extern oder über Deine Einzelanschlüsse mal ein paar Zyklen machen mit Kappamessung. Wenn Du Glück hast, erholt er sich wieder. Wenn nicht: Auswechseln.

Ich hatte mal im AX hinten einen Akku, der immer früher leer und auch früher voll war. Ich konnte ihn genau lokalisieren, da ich Einzelanschlüsse rausgezogen hatte. Einzelbehandlung, d.h. Nachladen und so brachte nix. Letzlich ließ ich ihn auswechseln, und es zeigt sich, dass er ein Loch hatte. Nicht explodiert, sondern sauber reingeschmolzen. Vielleicht suche ich nach dem Mittagessen das Fotos mal raus....

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 31.05.2016 10:40

Zauberei?

Da stimmt was nicht. Alle meine bisherigen Aussagen muss ich leider in Zweifel ziehen, oder besser, Gott sei Dank.
Ich habe gerade, nach 90% Ladung und anschließend 10km Fahrt, alle Akkus nachgemessen. Alle, bis auf die zwei Deliquenten liegen zwischen 6,57 und 6,60 Volt. Aber die zwei Übeltäter: die letzte, die zeitweise unter 2 Volt anzeigte, liegt jetzt bei 5,4 Volt, die vorletzte, die meist 3 intakte Zellen anzeigte, liegt jetzt, das gibts nicht, bei 7,7 Volt. Das gibts wirklich nicht und ich nehme schon an, dass ich sie falsch herum eingebaut habe??
Also, ehe ich den Kasten nicht abgebaut habe, kann ich nichts mehr dazu sagen. An Wunder glaube ich auch noch nicht, wenn sie längst geschehen sind. Mohammeds zweigeteilten Mond verweise ich schon in das Reich der Fabeln, aber das hier, da kann es nur eine recht blöde Erklärung für geben.

von Bernd Schlüter - am 31.05.2016 14:06
Die Akkus, die ich von Gero bekam hatten meist ca 20% weniger Kapazität. Da ich nicht mehr vollade, stört das, bis auf die fehlende Reichweite , nicht.

Aber es waren keine Batterien explodiert und hatten auch keinen Kurzschluss. Eine der Lötstellen hatte sich in weißes Pulver aufgelöst, eine reine Fehlmessung!
Lehre: kein Lötzinn im Nicad-Batterieraum. Hält nur sehr kurze Zeit. Alles benötigt einen Schutz aus Kunsthrzlack oder mindestens Fett. Fett mag allerdings keine Kalilauge. Auch die Automobilflachsicherungen sind ungeeignet.

von Bernd Schlüter - am 06.06.2016 15:00
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