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Elektroautos
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
korbi, Bernd Schlueter, Hotzi-47, Denis Matt

106 einfach stehen geblieben... wieso?

Startbeitrag von korbi am 19.09.2016 20:01

Hallo,


seit Juni fast 4000km ohne größere Probleme gefahren und jetzt der Supergau:


Bei strömenden Regen ist die Karre einfach immer langsamer geworden und dann stehen geblieben.

Genauer:
- morgens voll aufgeladen bis 100%
- gleich anschließend sparsam 60km gefahren, war etwa bei 35%, (große Unterspannungslampe (103V) kam bei etwa 45%, die Reservelampe gar nicht)
- nachmittags angesteckt und etwa bei etwa 75% zwischenrein 2km Kurzstrecke gefahren
- danach angesteckt und bis 90% hochgeladen, die Ladezeit passt mit %-Anzeige zusammen.
- direkt drauf losgefahren (strömender Regen, tiefe Pfützen) und nach etwa 12km bei 70% verhalten sich die Anzeigen plötzlich so, als ob der Akku leer wäre: große Unterspannungsanzeige, gleich darauf die Reservelampe und dann zackzack Fahrstrom runterreduziert, ich stand innerhalb von ein paar 100m.

Ansonsten funktioniert alles, Auto fährt nach Neustart, als ob Akku leer wäre: Zuerst keine Warnlampen, dann nach wenigen Metern Warnlampen und Reduzierung.

Der Akku kann aber nicht wirklich leer sein...

? Akkublock plötzlich kaputt
? Wasser irgendwo reingekommen?


Noch was: Seit Sommer funktioniert die Standheizung nicht mehr. Wenn ich auf warm schalte, leuchtet zwar die gelbe Kontrollleuchte, aber es tut sich nix. Wie gehe ich hier vor?

Ach Mann, ich dachte, das Ding wäre zuverlässig... :hot:

Danke für Eure Tipps!

Korbinian

Antworten:

Die Batterien müssen nicht unbedingt zuverlässig sein. Mindestens zwei Sicherungen, die vorne oben und eine am hinteren Kasten herausnehmen, den Deckel auf der Sagembox abnehmen. 106er? Konnte auch andere Batterieverteilung als mein Saxo haben.
An zwei Ringklemmen mit 8mm-Loch je einen etwas längeren 10kOhm-Widerstand löten, daran, mit Schrumpfschlauch ein ca 2,5 Meter langes, dünnes, zweiadriges Netzkabel, daran Bananenstecker und diese ins Vielfachinstrument 200 Volt, durch die Beifahrertür ins Auto legen. Dann siehst Du beim Fahren, was los ist. Ich habe das dünne Netzkabel einfach Zwischen Gummi und Deckel gequetscht. Die beiden 1Watt-Widerstände sorgen dafür, das bei Kurzschluss nichts passiert. Sinkt die Spannung beim Fahren schnell auf 100Volt, ist vermutlich ein Akku explodiert. Ehe Du alle Akkukästen abbaust, kannst Du jetzt mit einem Kabel, ebenfalls mit 10kOhm-Widerstand,zwischen den beiden Bananensteckern und den verschiedenen Sicherungskästen die Spannungen der einzelnen Kästen messen. 3mal 6 sind 18 Volt, 6 mal 6 36 Volt und 11 mal 6 66 Volt bzw. entsprechend mehr.
Hört sich alles nach Batterie an. Kein Supergau, nur mal wieder eine innerlich oder auch äußerlich explodierte Batterie. Unbelastet: Alles scheinbar normal. Ist aber nicht. Ohne Belastung kannst Du nicht messen.

von Bernd Schlueter - am 20.09.2016 06:33
Die Idee mit dem defekten Akkublock hatte ich ja auch. Aber wie ist das ein Block hat doch nur 6V und wenn die fehlen, dürfte die Spannung nicht so weit runter sinken.
Oder wird da der Innenwiderstand so groß, dass negative Spannung anfällt und damit alles runterdrückt?

Komme wohl nicht drumrum, die Einzelspannungen der Kästen zu messen.

Dafür spricht, dass bei einer Ausgleichsladung kurz nach dem Kauf aus einem Akkukasten Wasser rausgekommen ist, was ja bei perfekten Blöcken nicht wirklich sein dürfte. Auch hat ist die Unterspannungsanzeige (103V) immer ganz unterschiedlich angegangen, mal bei 40%, mal bei 70% - wohl je nach Zustand des potenziellen schlechten Blocks.

Könnte man den defekten Block durch totales langsames Entladen und dann Aufladen evt. wieder formieren? Oder ist das immer irreversibel?
Wie gefährlich wäre das, wenn ich das Auto jetzt auflade?

von korbi - am 20.09.2016 07:53
Hallo Korbi,
wie Bernd schon schrieb, vermutet man als erstes den Fehler bei den Akkus.
Aber so wie Du es schreibst, scheinen die ganz in Ordnung zu sein. Das jedenfalls kannst Du messen, also am besten mit kleinen Messleitungen nach innen und messen unter Belastung.
Wenn die Spannung steht, also nicht nennenswert zusammenbricht oder ganz weg ist, muss es was anderes sein.

Ich bin mit meinem ja ganz ähnlichem AX zweimal unterwegs stehen geblieben in knapp 12 Jahren:
1. Die Kohlen waren soweit runter, dass nix mehr ging. Eine war ganz weg. Ein Wunder, dass er vorher (mit etwas Stocken) überhaupt noch gelaufen war. Aber irgendwann ging nix mehr, er blieb stehen - allerdings mit Fehlermeldung. Keine Meldung, dass die Batterie leer war. Abgeschleppt und stehengelassen im Herbst seinerzeit. Batterien abgeklemmt. Im Frühjahr dann neue Kohlen selbst eingebaut. Dann geladen und alles ging wieder problemlos.
2. Einmal war ein Knallen aus der SAGEM Box zu hören, und der Wagen stand. Ursache: Eine Verbindung lose, dann Brand innen und nix ging mehr.
Also zum Jürgen nach Hirschaid in die Werkstatt. Er hat dann neue Kupferschienen und Verbinder innen eingebaut, dann ging wieder alles.

Wenn der Wagen immer mal wieder kurz fährt und dann erst wegbleibt, können auch andere Fehlerquellen die Fahrt totlegen - sozusagen.
A) Fehler an Temperaturfühlern. Eine scheinbar erkannte Überhitzung führt zur Fehlermeldung und Fahrtunterbrechung.
B) Fehler an Pumpe und Wasserkühlung, Fehlererkennung wie oben.
Aber Unterspannung und Batterie leer Anzeige passen dazu nicht. Wie erwähnt: Hier hilft nur ein Messen im Betrieb so wie Bernd es vorgeschlagen hat.
Eine Unterspannung wird auch dann vermutet, wenn die Hochstromleitungen den Strom nicht mehr durchlassen, also die Verbindungen korrodiert sind (hatte ich auch schon...).
Ich kann nur hoffen, dass die Hochstromverbinder, die Kontakte und die 200A Sicherungen an den Akkukästen keinen Ärger machen. Soooooo verschmutzt können die eigentlich nicht sein, dass da kein Strom fließt. Allerdings ist es sehr wenig Aufwand, die mal zu ziehen und den Zustand zu überprüfen. Würde ich auf jeden Fall machen und gegebenenfalls säubern und mit Kontaktspray behandelt. Hat bei meinen Autos gut geholfen. Und an diesen Verbindern kannst Du auch (wenn Du es kannst, also weißt, wo Du hinlangen musst und kannst und darfst) die Teilspannungen messen. Das hilft u.U. beim Lokalisieren möglicher fehlerhafter Akkus.

Leider ist es so, wie Bernd es beschreibt: Ein einziger kaputter Block bzw. eine kaputte Zelle kann Dir alles versauen. Dann kann die Spannung so einbrechen, dass der arme SAGEM Controller sich ausrechnet, dass der Akku leer ist. Diesen kaputten Block muss man rausmessen, also feststellen, in welchem Akkukasten er ist. Dann gegebenenfalls Auswechseln. Leider gibts da keine andere Lösung.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 20.09.2016 08:07
Die Akkus explodieren nicht beim Laden, sondern beim Fahren, wenn hohe Ströme fließen. Bei mir am Anstieg aus dem Tunnel vor dem Rhein, bei schätzungsweise 140 Ampere. Ist eine Zelle dann leer, polt sie um und dabei können sehr hohe negative Spannungen auftreten, einige Volt und es entsteht ein fetter Schwall Knallgas, das sich schließlich entzündet, wenn in der Zelle eine Durchschmorstelle mit Funken entsteht.
Bei mir geschah es an einem Akku, der mir mit dem Versprechen verkauft wurde, dass er 127 Amperestunden Kapazität hatte, was aber nicht stimmte. Nach 40 km polte er um, war bis zu diesem Zeitpunkt aber gelaufen, ohne, dass ich etwas bemerkte. An die 40km hatte ich mich langsam herangetastet, weil mir etwas an der Aussage des Verkäufers nicht gefiel.
Er hatte zwar an einem hochmodernen Akkutestgerät gemessen, aber nur maximal 1,5 Stunden, wie ich später erfahren hatte, was bei weitem nicht zur Kapazitätsfeststellung ausreicht.
Also: nie sehr ungleiche Akkus stark belasten! Die Gefahr des Platzens droht wirklich nur während der Fahrt. Wenn Wasser austritt, ist das nicht schlimm. Ist es Lauge, sehr wohl. Bei mir war die Zelle außen regelrecht oben weggesprengt.
Wenn man auf einem Berg wohnt, könnte eine volle Batterie auch beim Rekuperieren eine Knallgasexplosion produzieren. Das kommt aber praktisch nie vor, die Ströme sind viel geringer und es ist praktisch immer "Platz" im Akku. Überladen zerstört sie, das sollte man so gut einschränken, wie möglich. Die Kapazität lässt dann an einigen Zellen nach und irgendwann passiert das Gleiche, beim Fahren mit einer Zelle, die vor den anderen leer ist.
Also, miss mal, dann hast Du genug Sicherheit.
Gero hat hier irgendwo eine schöne, einfache Schaltung eingestellt, die nur wenige Cent Teile kostet und an der Du sofort erkennen kannst, ob eine Zelle faul ist. Ich habe so etwas auch eingebaut, noch einfacher. In Norwegen wird das Ding für 360 Euro und mehr gehandelt. Dabei ist es nichts wert, aber sehr wertvoll. Es vergleicht die Kästen untereinander. alle gleichzeitig.

von Bernd Schlueter - am 20.09.2016 08:47
Zitat
Bernd Schlueter
Gero hat hier irgendwo eine schöne, einfache Schaltung eingestellt, die nur wenige Cent Teile kostet und an der Du sofort erkennen kannst, ob eine Zelle faul ist. Ich habe so etwas auch eingebaut, noch einfacher. In Norwegen wird das Ding für 360 Euro und mehr gehandelt. Dabei ist es nichts wert, aber sehr wertvoll. Es vergleicht die Kästen untereinander. alle gleichzeitig.


Hallo Bernd,

beschreib mal - möglichst mit Schaltungsskizze, was Du da noch einfacher eingebaut hast.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 20.09.2016 12:51
Zitat
korbi
Könnte man den defekten Block durch totales langsames Entladen und dann Aufladen evt. wieder formieren? Oder ist das immer irreversibel?
Wie gefährlich wäre das, wenn ich das Auto jetzt auflade?


Da der Fehler innert kürzester Zeit auftrat, also nicht langsam zB pro Zyklus 3 km weniger Reichweite, tippe ich darauf dass ein Akku ernsthaft kaputt ist. Und daher auch nicht kurierbar.
Eine einzelne defekte Zelle in einem Akku kann dir schon alles versauen, der Kapazitätsverlust wäre nicht so schlimm, aber der hohe Innenwiderstand lässt die Spannung absinken und die Sagembox verbietet dir das fahren obschon die meisten Blöcke noch halb voll sind. Ich bin oft schon nach "leer" Anzeige noch 30, 40 km nach Hause geschlichen. (Natürlich hatte ich den Trip sorgfältig geplant, aber die Strombegrenzung kam dann viel zu früh.
Was ich bemerkt hatte: Es war möglich kurz nach beenden der Volladung 80 km an einem Stück zu fahren, aber nicht zweimal 40km mit "Abkühlen" dazwischen)

Das Tiefentladen würde ich wenn schon bei allen Blöcken machen und diese natürlich einzeln belasten. (1...2A mit 12 V 20 W Blinkerbirne) Dann siehst du auch schon schön optisch welche Blöcke noch was taugen. Vorausgesetzt sie waren vorhin im Verbund ausgeglichen. Einige schwächeln vielleicht schon zu beginn (1 Zelle defekt, daher nur 5 V).

Ob das Laden nun gefährlich ist, ist etwas riskant zu beantworten, mann will sich ja nicht auf die Äste herauslassen. Nun, bei meinem Wagen würde ich es wagen normal zu laden, wie Bernd schon sagte ist die Gefahr eher beim Entladen. Also vielleicht nur noch mit 50 A Fahren ? Meinungen dazu ?
Es kann höchstens sein, dass ein defekter Akku den benachbarten guten auch noch verbrennt.

von Denis Matt - am 20.09.2016 19:19
Roland, ich kann doch alle Akkus einzeln ausmessen, das muss man sich aber nicht antun. Ich habe die 20 Akkus in 10 + 10 unterteilt, sprich genau die Akkumitte über einen 10k-OhmSchutzwiderstand aus dem hinteren Batteriekasten ins Wageninnere geführt und vergleiche die Mitte mit der Verbindung von zwei gleichen Widerständen, die ich an den ins Wageninnere geführten Enden der Batterie angeschlossen habe. Immer mit 10 kOhm / 1 Wattwiderständen. Kommt mir dann etwas nicht koscher vor, messe ich mit dem Vielfachinstrument einzeln. Da ist Einiges unkoscher , haram oder wie das heißt, und ich wage schon nicht mehr, an der Ditib-Moschee zu tanken.
Da es für Euch nicht einfach ist, die Kästen abzunehmen, empfehle ich die einfache Schaltung von Gero. Auch die stellt mit hoher Genauigkeit Abweichungen fest.
Habe das "Robometer" gefunden:

Geros Teil ist schöner und viiiieeel billiger
50 Cent hättens auch getan.

Das Gerometer ist viiieeel schöner und es ist unverzichtbar für jeden Saxo, AX- und 106-Fahrer. Total einfach und billig und statt teurem Gedöns wird ein beliebiges Multimeter angeschlossen. Wer findet Geros Schaltplan? Ich habe auch einen fast gleichen, aber Geros ist noch einen Tick eleganter.Wird an vier Stellen, vorne an der Sagembox, und an den Sicherungen unten hinter dem Motor, angeschlossen.

Also, wer es findet, hierhin schreiben!

von Bernd Schlueter - am 20.09.2016 19:28
Abschluss von diesem Thema, da es vielleicht mal Leute gibt, die die gleichen Probleme haben und das hier alles durchlesen... :cheers:


3 Akkublöcke waren defekt und wurden ausgetauscht.

Wahrscheinlich waren vorher schon 1 oder 2 defekt, was zu einem frühen Aufleuchten der ersten Kontrolllampe geführt hatte. Mit den restlichen Blöcken war aber durchaus noch gut Reichweite drin.
Erst mit einem dritten defekten Akkublock ist offenbar die Gesamtspannung unter eine kritische Grenze gesunken, so dass die Steuerung einfach runtergeschalten hat, als wäre alles leer.

Natürlich kann man darüber spekulieren, ob es nur einzelne Zellen waren usw... leider habe ich die Zeit nicht, das rauszumessen. Bringt auch nix. :joke:

Naja, jetzt fährt er ja seit Nov 2016 wieder ganz brav. :spos:
Zurzeit im Winter bei 0° und drunter bis zu 70km Landstraße, bis er ganz leer ist. Nicht unbedingt supersparsam gefahren, aber immer im grünen Bereich, so Tempo 80 mit Standheizung, Servolenkung, Sitzheizung und Licht. +

Allerdings treibt mich die brennende Neugierde, ob da nicht auch schon irgendeine weitere Zelle am abrauchen ist...... Sind ja nur 100 Stück.... :cheers:

von korbi - am 06.02.2017 12:35
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