Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Elektroautos
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 1 Monat, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 1 Woche, 6 Tagen
Beteiligte Autoren:
Berlingo-98, thegray, Bernd Schlüter, korbi

Blitzschlag gefährlich?

Startbeitrag von korbi am 12.05.2017 19:38

Hallochen,

gibt es eigentlich irgendwelche Erkenntnisse, ob wir unsere schönen Elektroautos bei Blitzschlag und Gewitter vom Netz abstöpseln sollten?

Antworten:

Da gelten wohl die gleichen Erkenntnisse, die für andere elektronische Geräte auch gelten: In der Stadt sind die Gefahren so gering, dass man bedenkenlos das Fahrzueg am Netz lassen kann.
Zunächst einmal ist ein Elektroauto sehr viel besser geschützt gegen Überspannungen als ein Fernsehappart mit seinen sehr empfindlichen Transistoren am Eingang. Im Elektroauto existieren meist Barrieren gegen Überschläge, die einige kVolt aushalten können, die Dioden am Eingang zusammen mit den Kondensatoren sind ungleich unempfindlicher und können repariert werden. In Landstrichen, wo erfahrungsgemäß öfter in die von Dach zu Dach gespannten Leitungen einschlägt, kann sich die Trennung vom Netz bezahlt machen. Ein direkter Volltreffer könnte mehr Schaden anrichten als in einem ähnlichen Verbrenner. Das muss aber nicht sein. Ein Überschlag von der Motorwicklung zur Motorachse kann natürlich Folgen haben, aber dafür muss der Blitz auch einen Zugriff auf die Elektrik finden. Bei Metallkarosserien fast auszuschließen, bei Kunststoff eher möglich.

von Bernd Schlüter - am 14.05.2017 17:55
Also mal das anders angegangen.

Allgemein:
Wenn man in freier Flur steht soll man die Beine respektive die Füße nah beieinander halten.

Warum - wenn der Blitz einschlägt und es muß kein Volltreffer sein - dann verteilt sich der Strom von der Einschlagstelle zu allen Seiten.
in diesem Moment ist aber auch ein Spanungsgefälle des nennen wir mal "Bodenstroms" von der Einschlagstelle nach außen abfallenden Potentials - Vergleichbar als hätte man dort einen riesigen Kübel Wasser entleert.

Wenn jetzt das eine Bein da steht wo ein beispielhaft Potential von 5000 ist und das andere im gleichen Zeitpunkt wo ist das grade 1000 hat dann kann wenn auch ein Verhältnismäßig geringer Strom von dem Potentialunterschied getrieben durch das eine Bein rein und das andere heraus.
Schlimmer wenn man in der unmittelbaren Nähe eines senkrechten Gegenstandes Steht oder man sich festhält, am besten mit dem Linken Arm - Der Sinusknoten im Herzen wird das garnicht mögen.

Als Person im Wagen darf man einen gewühlichen Blechpanzer als Faradyieschen Käffig ansehen - da man in der regel auch keinen direkten Blechkontakt mit mehreren Gliedmasen haben wird.

ANDERS - sehe ich das mit den Komponenten der Technik.
UND die Möglichen Quellen

Spannung aus der Versorgungdose. sehe ich ganz Kritisch
EMP aus der Nähe möglich aber wie eine direkt treffer eher unwahrscheinlich - wenn hm
Einschlag in unmittelbare Nähe und in Fahrzeug selbst. Wenn dann würde ich Wetten wars das für bestimmte Teile.

Und dann geister mir vor meinen Inneren Auge noch das Stichwort Mantelwelle als ferne Möglichkeit.


So - ich sehe das mal so ein Strom der

von thegray - am 11.06.2017 19:10
Zitat
korbi
gibt es eigentlich irgendwelche Erkenntnisse, ob wir unsere schönen Elektroautos bei Blitzschlag und Gewitter vom Netz abstöpseln sollten?


Ja, es gibt Erkenntnisse, aber nicht selbst erlebt sondern nur aus der Schilderung eines ehemaligen Arbeitskollegen, und nicht mit E-Autos sondern mit anderen elektrischen Geräten. Ich meine hier nur Überspannung durch die Netzleitung, keinen direkten Einschlag ins Auto. Das wäre eine ganz andere Geschichte.

Also bei dem Kollegen fuhr der Blitz in einen Baum einige Meter neben dem Haus. Massiver Einschlag, Baum gespalten, das Wurzelwerk hat die Plattenwege rings ums Haus angehoben. Im Haus alles kaputt, was am Netz hing. Ein- oder ausgeschaltet spielte keine Rolle, denn so eine massive Überspannung überspringt auch die paar mm zwischen den Kontakten eines offenen Schalters.
Schaden: praktisch alle Elektrogeräte. Er war/ist Funkamateur, und bitter bitter: Alle Geräte hin durch Überspannung.

Baum wurde gefällt, Plattenwege repariert und alle elektrischen Geräte neu gekauft. Auch die Funkgeräte. Außerdem installiert: DEHN Überspannungsableiter an der Netzeinspeisung. Und Versicherung abgeschlossen.

Ich hatte in den 33 Jahren in meinem Haus erst einen direkten Einschlag in den Blitzableiter direkt über mir. Hat furchtbar gekracht, und Strom weg. Keine Überspannung im Haus, nur der FI ist gefallen wegen Spannungsimpuls induziert in einer Leitung, die einige m parallel zum Blitzableiter liegt.

Ich habe viele Jahren in wechselnden Positionen in Hochspannungslabors gearbeitet (bis 1979) und daher viel Respekt vor Blitzen. Hab sie selber ja oft genug gemacht.

Meine Erkenntnis: Zur Sicherheit ziehe ich die Kabel von empfindlichen Geräten aus den Steckdosen. Nur eine wirkliche Trennung verhütet sicher die sonst möglichen Überspannungsschäden. Computer und Fernsehgeräte sind bei mir über Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz angeschlossen - für alle Fälle, denn immer sind wir nicht zuhause. Aber wenn ich zuhause bin, trenne ich besonders Computer vom Netz.

Mein Rat also: Wenn Du kannst, trenne Dein E-Auto Ladegerät vom Netz bei Gewittern in der Nähe. Mindestens einen halben bis ganzen Meter weg mit dem Stecker von der Steckdose. Dann bist Du immer auf der sicheren Seite.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 12.06.2017 21:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.