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Dieter's Forum für Tabletopler
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Michi, Walter, Doc

Verfluchte Karibik: Der Spielbericht!

Startbeitrag von Michi am 30.01.2006 16:07



Es waren einmal vier Piratenkapitäne, echte Kumpels, die eines Tages beschlossen sich auf die Suche nach Skull-Island zu machen; einer sagenumwobenen Insel irgendwo in der Karibik.
Dort sollte der Goldschatz der berüchtigten Seeräuberin Jaqueline Sparrow vergraben sein, die vor ihrem grausamen Tod (aber das ist eine andere Geschichte) ihr gesamtes , durch brutale Raubzüge erbeutetes Gold auf die Insel geschafft hatte.

Die Schatzkarte wurde in vier Teile zerrissen und unter ihren damaligen vier Leibwächtern (oder Liebhabern?) aufgeteilt. Nun befanden sich diese wertvollen Pergamentfetzen in den Händen der Söhne dieser vier Liebhaber... und die Gier glomm in ihren Augen!

Sie rüsteten die Schiffe in Port Royal für die große Fahrt und heuerten ihre Mannschaften in den übelsten Spelunken an. Nur der widerwärtigste Abschaum und die heruntergekommensten Halsabschneider waren gerade gut genug, um bei diesem Abenteuer dabei zu sein.
Absolute Geheimhaltung war gefordert und viel Gold wurde versprochen.
Selbstverständlich reizte das Wissen um eine bevorstehende Schatzbergung zu Prahlerei und die durch den Rum gelösten Zungen brachten bereits vor der Abreise das Verderben:

Im abscheulichen Hinterhof einer der ältesten und am übelsten verrufenen Seefahrerkneipen der ganzen Karibik wurde der alte Haudegen Kapitän „Long“ John Copper von einer Bande gedungener Mörder durch den Einsatz von Entermessern und Säbeln zu Hackfleisch verarbeitet.
Niemand wusste genau, wer die Mörder geschickt hatte. Aber jeder wusste warum:
Käpt´n Copper war vor seinem Abtritt im Besitz eines der vier Teile der wertvollen Schatzkarte, das er von seinem Vater geerbt hatte.
Es wurde gemunkelt, dass einer der anderen drei Piratenkapitäne der Anstifter gewesen sei. Das Gerücht drang bis zu den Verdächtigten selbst vor und sorgte für Unruhe und Misstrauen unter den Kapitänen und ihren Mannschaften.

Als erster stach Kapitän „Lucky“ Simon Schuman mit seiner „Genezareth“ in See. Er war der am stärksten unter den Freunden des Verrats Bezichtigte. Der Boden war ihm im Hafen deutlich zu heiß geworden und sein Schiff längst mit ranzigem Speck und schimmeligem Brot versorgt. Also brach er Hals über Kopf auf und peitschte seine Männer zu größtmöglicher Eile.

Der nächste, der die Segel setzte, war Kapitän Francis „Drake“ Richard, dem man nachsagte von altem englischen Adel abzustammen. Seine „Invulnerable“ machte gute Fahrt und überholte schon bald die gammelige Nussschale Schumans, die nur von Teer und Gebeten zusammengehalten wurde.

Kapitän Burt „Dock“ Deal war der letzte der drei, der seine „Extension“ auf Kurs brachte. Das riesige mit zahllosen Kanonen bewaffnete Schiff lief behäbig aus dem berüchtigten Hafen. Kreischende Möwen umrundeten die Masten, als endlich die Segel von den Rahen fielen und sofort vom strammen Südwind gebläht wurden. Am noch fernen Horizont waren die beiden vorausfahrenden Schiffe auszumachen. Schon begann sich der Abstand zu verringern...

Was keiner der drei Freunde wusste, war die Tatsache, dass die berüchtigte Piratin Jaqueline Sparrow eine Tochter hatte.
Jeder der Väter von Schuman, Richard, Deal und dem toten Copper konnte auch gleichzeitig der Vater der unbekannten Schönen sein und sie zu deren potentiellen Schwester machen.
Deren Existenz war allerdings keinem der verbliebenen Drei bewusst.

Lucy „Long Legs“ übte sich seit Kindesbeinen im schmutzigen Geschäft ihrer verruchten Mutter Jaqueline. Zuerst an deren Seite und seit der Pubertät unter eigener Flagge. Schon früh trennten sich die beiden und fischten in unterschiedlichen Gewässern, wobei sie sich aus den Augen verloren.
Lucys zufällige Anwesenheit in Port Royal ließ sie Zeugin der Heuerversuche der vier komischen Vögel werden, die gedachten den Schatz ihrer alten Dame zu heben. Sie hatte inzwischen schon oft gehört, dass die Alte über die letzte Planke gegangen sein sollte. Aber noch nie, dass sie es vorher geschafft hatte ihre Beute irgendwo in Sicherheit zu bringen.

Lucy beschloss, dass ihr als Tochter der komplette Erbteil zufallen sollte und verdingte ein paar der ärmsten Schlucker aus dem Bodensatz von Port Royal, um ihr die geheimnisvollen Kartenfragmente zu beschaffen. Der erste, der dran glauben musste, war der etwas einfältige Captain Copper. Danach hatte sie gedacht dem ehemaligen Rotmeerpiraten Schuman ein koscheres Seemannsgrab zu verschaffen. Doch der hatte wie schon öfters bei solchen Anlässen irgendwie Lunte gerochen und das Weite gesucht.
An „Drake“ heranzukommen gelang ihr überhaupt nicht. Der lebte, oder besser residierte, auf seinem Schiff und hatte seine Mannschaft eisern im Griff. Die grimmigen Männer schoben aufmerksam Wache und ließen keinen Unbekannten an Deck. Also machte sie sich an den letzten der Drei heran:

Burt Deal hielt zwar nichts von Frauen an Bord, da diese, wenn nicht Unglück, so doch zumindest Ärger, Zwietracht und Unstimmigkeiten brachten. Gegen ein Schäferstündchen in seiner Kapitänskajüte hatte er allerdings nichts einzuwenden.
So kam es, dass Lucy „Long Legs“ Sparrow an Bord der „Extension“ gelangte und sich nächtens heimlich umschauen konnte, als der alte Seebär endlich eingeschlafen war.
Sie ermöglichte es ihrer eigenen kleinen Mannschaft im Schutz der Dunkelheit ebenfalls unerkannt und unbemerkt durch eine Stückpforte an Bord zu schlüpfen.

Lucys handverlesenen Besatzungsmitglieder hielten sich als blinde Passagiere in der Bilge, im Pulverlager und in anderen verborgenen Winkeln der mächtigen „Extension“ des fremden Kapitäns versteckt. Langsam nahm sie ordentlich Fahrt auf und pflügte unaufhaltsam hinter Francis „Drake“ Richards „Invulnerable“ durch die Gischt.
Bereits eine Stunde nach dem Auslaufen passierten sie die mit gehörigem Tiefgang träge vor dem Wind dümpelnde „Genezareth“ von Kapitän Schuman, dessen Männer fast ausnahmslos unter Deck des überall leckenden Schiffes am Pumpen waren. „Lucky“ Schuman werkelte verzweifelt an einem ausziehbaren und offensichtlich klemmenden Sehrohr, während der erste Maat den Ausguck im Krähennest anschrie und den Steuermann mit schmutzigen Ausdrückend beschimpfte. Ein kreischender einäugiger Papagei flatterte dabei ständig aufgeregt um die Köpfe der erlesenen Mannschaft und kotete ihnen die Planken und die Kleidung voll.
Dröhnendes Gelächter drang von Bord der vorbeiziehenden „Extension“ zu den Unglücklichen herüber. Käpt´n „Dock“ Deal hielt sich den Bauch und klatschte vor Vergnügen auf die Schenkel.

„Warte nur ab, Dock“, murmelte Simon Schuman: „Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!“
Er war sich sicher, schon längst die richtige Stelle gefunden zu haben, wo der Schatz vergraben war.
Schließlich befand sich ja auf seinem Kartenteil ein dickes rotes Kreuz. Was sollte das sonst anderes bedeuten?
Was „Lucky“ Schuman nicht wusste, war die Tatsache, dass sich auf den anderen drei Fragmenten ebenfalls ein genau gleichartiges Kreuz an jeweils ganz anderer Stelle befand. Ahnungslos segelten die drei Freunde auf ihren Schiffen die letzten Seemeilen nach Skull Island.

Unter Deck der „Extension“ krochen Lucy „Long Legs“ und ihre Konsortinnen achtern durch den Ruderschacht und enterten ein Beiboot, das unter der Fenstergalerie von „Dock“ Deals Kapitänskajüte baumelte. Vorsichtig seilten sie das Boot in aller Stille ab, nachdem der Ausguck „Land in Sicht“ gemeldet hatte. Noch bevor die „Extension“ Anker geworfen hatte, ruderten sie bereits auf die Schatzinsel zu.

An Bord der „Invulnerable“ schrie der Ausguck aufgeregt: „Captain Richards, Sir, die Extension hat ein Boot ausgesetzt! Sie halten auf die Insel zu!“
„Ja, hol´s der Klabautermann!“ donnerte Francis Richard, „Die wollen wohl Erster sein? Nicht mit uns, Männer: Anker werfen! Leibwache zu mir! Ein Boot zu Wasser! Schneller!“
Krachend durchschlug der schwere eisenbeschlagene Holzanker die Wasseroberfläche und versank im kristallklaren Südseewasser.

„Die Invulnerable wirft Anker und lässt ein Boot zu Wasser!“ schallte es aus dem Krähennest der „Extension“. Fassungslos starrte „Dock“ Deal durch sein Fernrohr. Noch an den Seilen der Davits hängend, schaukelte das „Drakes“ Beiboot bereits auf den Wellen. Der Kapitän stand aufrecht zwischen den Ruderern und brüllte ungeduldig Befehle, als diese mit ihren Säbeln die Leinen kappten und sich in die Riemen legten.
„Anker raus! Mein Boot klarmachen! Ruderer zu mir!“ donnerte Kapitän Deal, „Den Landratten werden wir´s zeigen! Wenn die glauben, Erster zu werden, dann wissen sie noch nicht, wie wir rudern...“

Um die Wette pullend schlingerten die drei Beiboote auf die ersehnte Insel zu, als ein düsterer Schatten von hinten auf sie fiel. Kreidebleich starrten sie mit entsetzten Gesichtern in die spritzende Gischt vor dem Bug der mit vollen Segeln heranpflügenden „Genezareth“.
„Rette sich, wer kann!“ gellte es aus allen Booten, und die Ruderer peitschten wie wild auf die Wellen, um aus dem Fahrwasser des stinkenden schwarzen Ungetüms zu entfliehen. In alle Richtungen trieb der plumpe Rumpf die kleinen Boote auseinander.
Im Kielwasser drehten sie sich hinter der entschwindenden „Genezareth“ des verwegenen „Lucky“ Schuman hin und her. Jedes der drei Boote trieb es schließlich in eine andere Richtung davon.

Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Knall als das vermoderte Schiff mit berstenden Planken auf Grund lief. Splitterndes Holz, Fässer mit verfaultem Wasser und anderer Unrat flogen durch die Luft.
Eine Kanone rutschte über das Deck und durchbrach die Reling. Männer schrieen, das wild rotierende Steuerrad brach dem Rudergänger beide Hände. An Deck war der Teufel los! Der wurmstichige Hauptmast knickte ein und begrub endlich die ganze traurige Szenerie unter dem schimmelnden Leichentuch des Großsegels.
Doch Kapitän Schuman befand sich schon längst im Wasser und schwamm mit kräftigen Zügen auf die Insel zu. Zwischen die Zähne hatte er den Säbel geklemmt und grinste grimmig.

So kam es, das der halsbrecherische „Lucky“ Schuman gleichzeitig mit den abgetriebenen Ruderbooten der anderen beiden Kapitäne und dem der Piratinnentochter Lucy „Long Legs“ die verheißungsvolle Schatzinsel erreichte.

Als die vier Anführer wieder festen Boden unter den Füßen hatten, zogen sie sofort die Pergamentfetzen heraus, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Durch kabbalistische Deutungen oder auf andere geheimnisvolle Weise war „Lucky“ Schuman auch dieses Mal wieder in der Lage sofort zu erraten, wo sich der Schatz befinden musste. „Dock“ Deal, der ihn bei seinen Berechnungen mit dem Fernrohr genau beobachtete, kam zu dem selben Ergebnis. Beide verfielen gleichzeitig in Laufschritt auf einander zu.

Den beiden anderen blieb das natürlich nicht verborgen, und sofort hefteten sich „Drake“ Richard und seine Leute an Schumans Fersen, während Lucy „Long Legs“ grob auf einen Punkt irgendwo zwischen Schuman und Deal zuhielt. Simon Schumans Männer sahen die Verfolger aus dem Augenwinkel. Torry „Der Kater“ Hopkins drehte sich um und schoss auf „Schänder“Williams, verfehlte ihn aber. Der „Schänder“ schoss zurück und verpasste dem „Kater“ einen zweiten (heftig blutenden) Bauchnabel. Der zog seine zweite Pistole und feuerte wiederum auf den „Schänder“. Und wieder verfehlte er den höhnend „Jehova, Jehova!“ rufenden Lästerer.
Ebenso enbrannte ein Duell zwischen Lucys erster Maatin One-Hand-Jenny und Klabuster-Joe aus Burt „Dock“ Deals Reihen. Da beide keine sonderlich guten Schützen waren blieb das Ergebnis unentschieden und ohne Folgen. Klabuster-Joe machte sich aus dem Staub, während Jenny nachlud.
Sein Kumpan Caleb Leclerq schoss der Unaufmerksamen jedoch aus dem Hinterhalt eine fette Kugel in den Hintern. Schreiend spuckte Jenny die Zigarre in hohem Bogen fort und hüpfte fluchend auf einem Bein herum.

Währen seine beiden Seeleute sein Vorwärtskommen deckten, war Käpt´n Deal mittlerweile bis zur Schlucht gelangt, die ihn noch von dem ersehnten Schatz trennte. Glücklicherweise lag der Stamm einer Kokospalme quer über den zerklüfteten Graben. „Dock“ Deal schickte sich an auf ihm balancierend den Abgrund zu überqueren.

Inzwischen hatten „Schinder“ Turner und Captain Francis „Drake“ Richard zu dem angeschossenen „Kater“aufgeschlossen. Der Schinder schoss im Herannahen, aber verfehlte den Mann mit den neun Leben. Also zückte er den Säbel, um zu sehen, wie viele Leben er noch aus Torry Hopkins herauskitzeln konnte.

One-Hand-Jenny hatte ihre Handarmbrust mühevoll und mit vor Schmerzen aus ihrem Allerwertesten zusammengebissenen Zähnen endlich nachgeladen und brannte auf Rache. Sie verringerte humpelnd die Distanz zwischen sich und dem feigen Franzosen Leclerq. Dann legte sie an, zielte, schoss – und verfehlte ihn. Fluchend schrie sie „Merde, Cretin,“ und was ihr sonst noch französisches in den Kopf kam.

Der „Schinder“ hatte derweil mit Hilfe seines Säbels die restlichen Leben aus Torry Hopkins heraus geholt. Der Mann war seinen katzengleichen Ruf offensichtlich nicht wert gewesen. Seinen Kapitän kümmerte das indes überhaupt nicht. Der legte seelenruhig auf den balancierenden „Dock“ Deal an und verpasste ihm eine Kugel in die linke Schulter. „Dock“ hielt sich aufrecht und schoss seinerseits auf Schuman.

Durch Jennys Beschimpfungen wütend geworden, stürzte sich der Franzose auf sie und schlug wie wild mit dem Säbel auf sie ein. Die Angeschlagene konnte nur grimmig parieren, ohne selbst zum Schlag ausholen zu können. Leclerq setzte ihr weiter zu und schnitt tief in ihren linken Arm. Den Säbel konnte sie fast nicht mehr führen und so war es für ihn ein Leichtes sie zu überwältigen. « Sag à dieu, Chèrie! » sagte er und hieb ihr mit einem einzigen Schlag den Kopf von den Schultern. Doch mittlerweile hatte sich One-Hand-Jennys Französischlehrer Serge „Le Petit“ an seinen gegnerischen Landsmann herangearbeitet. Zum zweiten Mal ergriff der feige Franzose die Fluchtschuhe.

Leclerqs Mannschaftskamerad Klabuster-Joe wollte seinem Kapitän über die Schlucht folgen, schaffte aber den Balanceakt über den Palmenstamm nicht. Wortlos verschwand er in der Tiefe und stellte fest, dass diese gar nicht so tief war. Der Sturz hatte zwar weh getan, aber keine bleibenden Schäden an ihm hinterlassen. Am anderen Ende der Baumstammbrücke kam es zu einem Gipfeltreffen zwischen den Kapitänen Burt „Dock“ Deal und „Lucky“ Simon Schuman.
Nach einem kurzen Austausch von wüsten Schmähungen und Beschimpfungen, verbunden mit der Aufkündigung der bisherigen Freundschaft und der Ablehnung sämtlicher Kooperationsangebote, schlug Burt „Dock“ Deal dem immer noch drohenden „Lucky“ Schuman den Säbel aus der Hand und hackte seinen ehemaligen Kumpel in Stücke.
Dessen letzter verbliebener Getreuer Gunnar Jorgenson klammerte sich entsetzt an ein am Strand gefundenes Fass Rum, legte auf den Mörder seines Käpt´ns an und erschoss „Dock“ Deal mit einem gezielten Schuss zwischen die Augen. Dann er schlug den Deckel des Fasses ein und ersäufte seine Trauer über den Verlust seines fern von der Heimat am roten Meer gefallenen Kapitäns in dem erstklassigen Zuckerrohrdestillat.

Durch das ständige Schießen, Schreien und Säbelgerassel waren „Drakes“ Männer vorsichtig geworden und sicherten erst einmal das Gelände um „Lucky“ Simon Schumans Landepunkt.
Dabei glitt der „Schinder“ in Torry Hopkins Eingeweiden aus, stürzte hinein und besudelte sich über und über mit dessen Blut. Danach sah er noch gefährlicher aus...
Nachdem Schuman selbst, sowie seine rechte Hand Torry „Der Kater“ Hopkins das Zeitliche gesegnet hatten hatte sich die Lage etwas entschärft. Einen geringen Respekt flößte ihnen noch der volltrunken um das Rumfass kreisende Jorgenson ein. Ein Hindernis würde der aber nicht mehr darstellen.

Lucy „Long Legs“ hatte von der sicheren Seite der Schlucht dem Ableben der Kapitäne der gestrandeten „Genezareth“ und der „Extension“ beigewohnt. Damit blieb ihr ein erstklassiges und hervorragend bewaffnetes Schiff, das sie nach der Schatzbergung nur noch übernehmen musste und zudem schon durch die Hinfahrt wie ihre Westentasche kannte! Jetzt schwang sie sich an einer Liane ebenfalls auf die andere Seite des Grabens, wo der Schatz auf sie warten musste. Sie erleichterte die beiden Leichen der Kapitäne um die entsprechenden Schatzkartenfragmente und reimte sich das Versteck zusammen.
Dabei unterlief ihr aber ein Fehler, den „Lucky“ und „Dock“ bei ihren Berechnungen nicht gemacht hatten: Sie suchte unter dem falschen Stein. Unter dem Felsbrocken war keine Falltür und Captain Francis „Drake“ Richard und seine Männer versuchten gerade den Besoffenen zu umgehen.
Als sein Blick auf sie fiel, murmelte der Käpt´n mit stierendem Blick und Geifer im Mundwinkel etwas von einer geilen Schwedin namens Irina, aber sie konnte sich nicht erklären warum. Außerdem schwang sich Leclerq gerade an der selben Liane, die sie benutzt hatte, über die Schlucht und schickte sich an sie zu verfolgen. Die ganze Situation missfiel ihr zunehmend...

„Drake“, „Schinder“ und „Schänder“ hatten es geschafft an Gunnar Jorgenson vorbei zu schlüpfen, der in diesem Moment über die Klippe taumelte und im Wasser verschwand. Offensichtlich machte ihn das Wasser allerdings sogleich wieder nüchtern, denn er begann an den Felsen heraufzuklettern. Dabei griff er aber in einen Seeigel, was ihn fluchend wieder abrutschen und zurück in die Südsee stürzen ließ. Mit einem Blick auf den bedauernswerten Norweger lässt „Schänder“ lieber die Finger vom Rum und läuft an dem Fass vorbei.
„Irina, Du kleine...“ krächzte Francis „Drake“ Richards mit fanatisch glühenden Augen und schoss wie beiläufig oder in Trance auf Leclerq, der seiner ausgesuchten Beute zu nah gekommen war. Der feige Franzose zog sofort den Kopf zwischen die Schultern und ging in Deckung. Dafür besann sich Klabuster-Joe aus dem Graben zu klettern, um wieder mit zu mischen.

Der Anblick des sabbernden und keuchenden Captains, der kaum noch aufrecht gehen konnte und zusehends weiter degenerierte, war zu viel für Lucy „Long Legs“. Sie stopfte die Pergamentfetzen in ihre bereits gut gefüllte und über dem Bauch zusammen geknotete Bluse und schwang sich zurück auf die Seite der Schlucht, wo sie hergekommen war. Dort machte sie die Liane fest, um ihren Verfolgern das Herüberkommen zu erschweren. Zusammen mit ihrem Bootsmann Serge „Le Petit“ verließ sie die Insel ohne den Schatz geborgen zu haben.
Stramm rudernd erreichten sie die „Extension“. Den Männern an Bord verkündete sie den Tod von Burt „Dock“ Deal und ließ sich unter Versprechungen am reichlichen Anteil des Schatzes zum neuen Käpt´n ausrufen. Ihr erster Befehl war die Versenkung der völlig überrumpelten und ohnehin unterlegenen „Invulnerable“.
Nachdem „Drakes“ Schiff versenkt war, würde es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Hunger die auf der Insel Verbliebenen hinweg gerafft haben würde und sie gefahrlos zurück kommen konnte, um den Schatz und obendrein noch jede Menge Rum bergen zu können!
Blutrot flatterte ihre Flagge mit der durchbohrten Meerjungfrau am Mast und ebenso blutrot versank die Sonne in den stillen Wassern der Karibik. Ein neuer Stern ging auf: Lucy „Long Legs“ hatte es mit einem einzigen Streich endlich geschafft aus dem Schatten ihrer gefürchteten Mutter herauszutreten...

Antworten:

Ist online und noch mit ein paar Gimmicks versehen. ;-)

Danke Michi!!

Gruss,

Doc

von Doc - am 30.01.2006 17:10
Die Gimmicks sind auch klasse und die Fotos an den passenden Stelle eingeordnet.
Das Gesamtergebnis ist wieder mal überzeugend!
Auf unsere Zusammenarbeit... :cheers:

von Michi - am 31.01.2006 08:18
Wow. Super. Schön aufgemacht. Hintergrund, Bilderchen alles eine runde Sache...

von Walter - am 31.01.2006 11:39
Walter schrieb:

Zitat

Wow alles
eine runde Sache...


Und so schlecht kommt doch gar keiner weg, oder?

von Michi - am 31.01.2006 11:45
Michi schrieb:

Zitat

Und so schlecht kommt doch gar keiner weg, oder?


Ist schon ok. Gegen dosierte Verarsche/Hetzen etc. hab ich nichts, aber wenn es in jeden 2. Satz vorkommt, dann ist irgendwann das Maß bei mir voll (wie auch wohl bei jeden anderen). Aber egal. Das wird nächstes Mal geklärt.

von Walter - am 31.01.2006 13:06
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