Panik

Startbeitrag von Suchende Seele am 12.08.2009 19:20

Schallendes Gelächter,
eine große Menschenmenge,
Ekel überkommt mich.
Ein Würgreflex,
Überall die Schweißgebadeten, stinkenden, unehrlichen Leiber.
Wo sind die Meinen?
Wo sind die Verbündeten?
Die Ehrlichen?
Die nicht nach Verrat stinkenden?
Wo?
Ich strecke die Hände suchend aus,
Ich sehe nichts,
Hilfe,
öffne mir die Augen!

Antworten:

Es stimmt, man kann garnicht so viel fressen wie man kotzen möchte.

Ich würde gern durch die Städte gehen, wiedermal,
einfach in ihre Sinnlosen verzerrten Fratzen glotzen.

Wieviele von ihnen denken wie ich?
Wieviele von ihnen haben denselben Ekel vor mir wie ich vor ihnen, obwohl wir eigendlich gleich sind? Nur es nicht zeigen... ja ich trage meine Narrenkappe, aber wer versteht schon den Wink mit dem Zaun?

Man sagte mir vor einigen Wochen ich hätte sein leben verändert. Ihn gerettet.
Ihm einen Sinn, ein Leben geschenkt, etwas besseres als einen Menschen aus ihn gemacht.

Man sagte mir, ich hätte ihr leben bereichert, ihr einen Grund für das alle sgegeben,
Ihre Perspektive verändert , ihr etwas gegeben was ihr irgendwie immer gefehlt hat und was sie jetzt erst merkt, wo sie es haben kann

Man hat mir gesagt ich hätte alles versaut, alle Pläne zunichte gemacht, alles in die Scheiße geritten was er mühsam aufgebaut hat, Und das ohne viele Worte.

Man hat mir gesagt ich hätte ihnen ein Netz gegeben, sich und die anderen zu fangen, sich kennenzulernen, endlich mehr zu können als zu schreien und zu beten.

Und heute?

Ich wollte ihre unterstützung, ihre unabhängigkeit.

Ich bekomme ihre Flucht, ihr betteln nach mehr hilfe.
Ich bin nach wie vor der einzige der Nie brechen darf.
Nicht brechen kann.
Allein mein Wille hält mich oben, hält mich aufrecht, sagt mir "DU MUSST!"
Schreit nach mehr, nach Fortschritt.

Mein Wille zu...
Wonach eigendlich?
Ich weiss nur dass es mein Wille ist der mich wirklich IMMER hochhält.
Der mich wirklich ALLES iiirgendwie , auch trotz schmerzen und großer Depression, wut auf den Zustand usw... überleben lässt.
Mich weiterlaufen lässt.

Ich habe viele große Ziele. Zugroße Ziele.
Ich weiss ich werde sie nicht alle erleben, aber doch irgendwie erreichen.

Ich bin Blind, Stolpere vorran.
Aber ich sehe den Weg.
Dreifach, mindestens. Immer.
Schlängeln sich die fäden vor mir her.

Wie kann ich diesen Drahtseilakt vollführen?

Mein Name ist Nachtauge.
Und ich WILL...
Nein.
Ich WERDE.



von der schwarze Schalk - am 20.08.2009 09:49
Warum tust du es dann nicht? Was hindert dich daran? Die Angst zu sehen, das sich nichts geändert hat? Oder die Gewissheit das Erwartete schon vor aus gesehen zu haben?

Wie viele, die wie du denken, lässt sich nicht beantworten, aber interessant, ist es zu sehen, das es täglich doch ein paar mehr werden. ;) Die Verborgenen.

Ekel aus der Angst heraus, dass sich etwas verändern könnte? Oder doch nur, weil es nicht in das gewohnte Schema hinein passt? Ein Fleck?

Ich kenne einen Satz, der mir immer wieder bewusst wird, wenn ich sehe, dass Leute andere verändern wollen, egal in welcher Hinsicht: „Man kann andere nicht verändern, nur sich selbst“
Dein Bestreben ist ehrenvoll, aber gleichzeitig zerbrichst du. Ist es dir das wert jedesmal in den Arsch getreten zu werden, obwohl du dir Erfolg erhofft hattest?
„Ein Blinder sieht oft mehr als jener dessen Augen er vor dem Herzen verschlossen hat.“

3… Gold, Silber, Bronze…Rot, Gelb, Grün… Schwarz, Grau, Weiß…. A,B,C… Himmel, Fegefeuer, Hölle…
Es ist ein Irrtum das man im Leben immer nur die eine oder andere Wahl hat. Es gibt kein entweder oder… Doch sind es jene, die weiter denken und hinter den Horizont sehen können, diejenigen die weitere Wege entdecken , sind es die die Vielseitigkeit des Lebens entdeckt haben und deren Augen wirklich geöffnet sind.

Viele kleine Punkte,
mögen sie auch noch so klein sein,
haben die Möglichkeit sich zu verbinden,
um eins zu werden und ein wahres Bild zu erschaffen.
Illusionen überall,
übersieht man doch,
die Ganzheit der Dinge.


von Suchende Seele - am 20.08.2009 22:24
Ich will nicth sehen was vor mir liegt, es reicht mir so ja schon, oft genug zu sagen: "ich habs ja gesagt..."

Ekel vor dem was ich manchmal mache, womit ich mir meine eigenen Ziel aus langeweile zerbombe,
Ekel vor der Menschlichkeit, Ekel vor dem was die Menschen in mir sehen, was ich in ihnen sehe.
Misantrop.
Ich verabscheue die Menschen aber nicht für das was sie sind.
Ich verabscheue sie für das was sie tun.
Und dies wiederrum definiert leider was sie sind.

Ich habe Risse, ich gestehe.
Aber ich breche nicht.
Ich breche schon,
aber ich falle nicht.

Ich weiss nicht genau wie.
Und ja, ich werde von solchen Gedanken verseucht.
Von Zweifeln und Gegenzweifeln, von Irrtümern und dennoch vom Wissen.
Trotzdem stehe ich noch.

Ich weiss, ich müsste eigendlich schon lange tot sein.
Vieles habe ich getan was töten müsste.
Oft stand ich noch trotz Schmerzen und trotz Kraftlosigkeit.
Ich stand. Und rannte weiter. Ich hatte blut im Mund, und eigendlich hätte ich besinnungslos sein müssen.
Aber ich stand wieder auf. Und schrie meine Wut herraus, zeigte ihnen das was sie nie für möglich gehalten hätten.
Oft weiss ich was ich bin.
Ich weiss was mir die Kraft gibt und die Macht das alles weiter zu tun.
Aber manchmal weiss ichs auch nicht, weil ich merke dass es plötzlich etwas anderes ist, was mir aber dieselbe unmögliche Kraft gibt.

Menschen, so habe ICH gelernt...
Sind alle absolut gleich und absolut anders.
Man kann sie nicht ändern indem man nur sagt was sie falsch machen. Es stimmt.
Man kann sie nicht einfach so umformen.

Aber man kann Menschen ändern indem man ihnen etwas zeigt.
Indem man ihnen etwas beibringt.
Oft zeige ich auf Dinge, die sie garnicht bemerkt haben, und sage ihnen sie sollen lauschen. Sie sollen sehen. Sie sollen dieses, für sie eigendlich nichtige, mal verstehen. Was es ist, was es tut, woher es kommt, was es könnte. Und so weiter...
Ich zeige ihnen ihr Spiegelbild und sage ihnen "Sieh dir in die Augen. Siehst du was darin liegt? Und jetzt sieh dir in die Augen, aber beachte alles andere." Ich sehe sie an und sage "Sieh mir in die Augen. Kannst du sehen was ich sehe? Kannst du dich sehen? Kannst du das sehen, was dahinter, darin liegt?"
Ich erkläre ihnen die Welt, jedem anders, aber so dass sie es sich selbst erklären.

Es stimmt, man kann sich nur selbst ändern. Ich zeige ihnen wie.
Und ich zeige ihnen, wie man es zeigt.


Ich glaube nicht an Schwarz oder weiss. Grau ist mir zuwider, es ist für mich der inbegriff alles Schädlichem im Menschgegebenen Dualismus.
Ich glaube an Handeln, Denken, Fühlen.
Ich glaube daran dass aus 3 die Unendlichkeit wird.
Und nicht im Sinne von Religion, mehr als philosophisch-wissenschaftliche These, welche sich mir immer und immerwieder beweisst...

Es ist wie mit der Schuld. Jedem kann man beliebig die Schuld geben.
"warum hast du mir nie zugehört..."
"Warum habt ihr mich nie beachtet..."
"Warum haben sie mich geschlagen..."
"Warum hat es keiner gemerkt..."
"Warum habe ich das getan?"

Schuld ist ein Spielball den man jedem zuwerfen kann.
Ja, in letzter Konsequenz hängt es an jedem selbst.
Aber davor hängt es genau so an jedem anderen.

von der schwarze Schalk - am 21.08.2009 11:02
Zermürbend diese Gedanken "Ich habs ja gesagt..gesehen...kommen sehen..." Umso wütender macht es mich, das man dagegen nichts tun kann, als zuzusehen, wie alle Befürchtungen wahr werden.

So ist es, wohl wahr. Ich bin sogar der Meinung das Tiere in dem Sinne sich klüger Verhalten als je ein Mensch es getan hat. Sie fressen und töten nur wenn sie Hunger haben, der Mensch tut es, weil genug von allem da ist. Noch.

Sehr Bewunderndswert wie du deinen Stolz aufrecht erhälst.
Ich muss gestehen das ich etwas Stolz empfinde, jemanden zu treffen der gewilt ist standhaft zu bleiben und sich nicht zu verkriechen.

Auch wenn das geschreibe gerade nicht so wirklich hier her passt, bereue ich es nicht, es geschrieben zu haben. Es ist ja doch nur eine Rückmeldung.

Schuld, kann man jedem geben. Aber man sollte nie vergessen, das man selber ein Stück selbst davon hat. Vieles kommt auch von MIssverständnisse, weil nicht geredet wird, nur gedacht. Das Denken macht so einiges kaputt. Vorurteile, Projektionen werden angewendet, weil man glaubt den anderen zu kennen.

Einer meiner lieblingstexte ist "Straßen unserer Stadt" Er erzählt genau von dem was wir hier schreiben.

Sehr interessant wie man Dinge wahrnehmen kann, und auch wenn man jemanden hat, der einem womöglich mehr zeigen kann, als man vorher zu sehen gewagt hat. Leises vortasten in Fremde Regionen, vorsichtig um das neu entdeckte nicht wieder zu verlieren.


Der Dorn der Zeit verschwindet nicht,
Narben bleiben stehts zurück.
Erinnerungen bleiben,
verschwimmen, verändern sich,
werden vergessen.
Neue Erinnerungen werden geboren,
fehlerhaft, grausam,
schlimmer als es eigentlich war.


von Suchende Seele - am 21.08.2009 11:33
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