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Schattentraum - Storyteller
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Trillian, Malkavianer, Discordia

Eine kleine wurmige Geschichte

Startbeitrag von Trillian am 10.04.2001 11:03

Es war einmal ein kleiner gr├╝ner, etwas knubbnelig aussehender Wurm, der kreuchte schon sein ganzes Leben - eine beachtliche Anzahl von Tagen also - hm minderstens 42 - um einen kleinen See herum. F├╝r den Wurm vielmehr war es ein Meer, ein gigantisches Meer und nichts lieber auf der Welt wollte er als an das andere Ende kommen, da dort bestimmt etwas Wunderbares auf ihn warten w├╝rde; vielleicht eine W├╝rmin, oder ein Goldschatz (andererseits was sollte ein Wurm mit einem Goldschatz machen...) .
Zur├╝ck zum Wurm, der Wurm hie├č Fridolin - "Fridolin der kleine, knubblige Wurm". W├╝rmer haben n├Ąmlich keinen Nachnamen, daher werden sie immer mit einem Beisatz betitelt, wie eben "der kleine, knubblige Wurm". Aber Fridolin mochte diesen Namenszusatz nicht gerade gerne. Viel lieber w├Ąre ihm da etwas wie "Friedolin, der gro├če tapfere Held" oder falls "gro├č" zuviel verlangt w├Ąre, dann wenigsten "Friedolin, der Held", na gut dann vielleicht "Friedolin, der nicht ganz so kleine Wurm, der es geschaft hat das "Meer" zu umrunden, um sein Gl├╝ck zu machen" ?
Mit solchen Gedanken also hatte sich der Wurm vor 42 Tagen aufgemacht, um den See zu umwandern... naja diese Gedanken kamen ihm eigentlich nicht gleich nach dem loswandern, vielmehr erst nach ein paar Tagen, als er sich gefragt hatte, warum um alles in der Welt er denn immer an diesem "Meer" entlang wandere... mit "W├╝rme kriechen eben immer irgendwo lang", wollte er sich nach wenigen Stunden ├ťberlegung nicht mehr zufrieden geben, also beschlo├č Fridolin sich einen Namen und sein Gl├╝ck zu machen.

So soviel dazu...
Er wanderte bisher so vor sich hin und eigentlich ist nicht nennenswerte passiert, zumindest hatte er nicht mitbekommen, da├č er dem hungrigen Begehren einer Amsel nur deshalb entgangen war, weil ein Brieftr├Ąger von einem Hund gejagt wurde, sich dadurch eine Katze angegriffen gef├╝hlt hatte, die widerum ├╝ber selbige Amsel gestolpert war, was ├╝brigens nicht schlecht f├╝r die Katze gewesen ist, da diese durch die ganze Rennerei auch schon ziemlich hungrig war...

Also, es hatte sich nichts weiter spannendes ereignet, als Fridolin vor sich auf dem Weglein etwas gl├Ąnzen sah....

Antworten:

Als er sich dem glaenzenden Etwas naeherte, riss die derzeit zugezogene Wolkendecke auf, ein golden schimmerndes Licht strahlte von oben auf ihn hinab und bestrahlte auch das gl├Ąnzendes Ding(fuer den
aussenstehenden Betrachter sei gesagt das es sich hierbei um nichts weiter als um eine Nadel handelt, die einer Dame beim Flicken eines, waehrend ihres taeglichen Spaziergangs, aufgerissenen Sockens heruntergefallen war und sich in das feuchte Erdreich gebohrt hatte, sie suchte die Nadel, fand sie aber nicht, zog den Socken wieder an und ging, in der Hoffnung, das keiner Barfuss in diese Nadel hineinsteigt, wieder Heim).
Dieser silbrig glaenzende Gegenstand steckte tief im Erdreich. Als Fridolin sich ihm naeherte, ertoente aus der Ferne ein gar lieblicher und gloeckchengleicher Gesang. Fridolin erschrak erst, aber dann fasste er sich Mut(welcher mehr auf seine Neugier zurueckzufuehren ist, denn auf wahren Heldenmut) und kroch auf das silberne Etwas zu bis er davor stand. Er umschlang es mit seinem Ende und zog es aus der Erde. Als er es rausgezogen hatte, was auch immer es war, hoerte dieser Gesang auf. Er wiegte dieses lange spitze Ding, was er fortan Bienenstachel nannte, - Fridolin hatte zwar noch nie eine Biene gesehen, geschweige denn mit Stachel, aber er hatte davon gehoert und es musste einfach einer sein. Die Frage, wie er da in den Boden kam erklaerte er sich ganz einfach selber: Die Biene hat sich hingesetzt und hat vergessen den Stachel hineinzuziehen (das koennen Bienen, jaaaaaa *ernstschau*)und hat ihn dann nicht mehr hinausbekommen, also hat sie ihn einfach dagelassen, weil ihr waechst ja ein neuer Stachel - in seinem Wurmende.
Es war ein gutes Gefuehl. Jetzt konnte ihm nicht mehr passieren. Und so ging er weiter des Weges, seinen Bienenstachel immer fest umschlungen.

von Malkavianer - am 10.07.2001 10:38
Nach ein paar weiteren Stunden in denen er seinen Stachel wacker hinter sich herzog (was gar nicht so leicht war, f├╝r unseren kleinen Fridolin stellte die Nadel n├Ąmlich ein betr├Ąchtliches Gewicht dar), um das "Meer" zu umrunden und das Abenteuer zu suchen, welches ihn zu einem wahren Helden unter den W├╝rmern machen sollte, h├Ârte er pl├Âtzlich ein grauenerregendes schlurfendes Ger├Ąusch.
Fridolin huschte geistesgegenw├Ąrtig in die Deckung eines Gro├čen Blattes (dieses "Huschen" kostete ihn auch h├Âchstens 10 Minuten... Frido geh├Ârte schon zu der schnellen Sorte...), um ersteinmal die Lage zu checken und seinem Verfolger gegen├╝ber im Vorteil zu sein (der eigentliche Impuls war Angst, aber das w├╝rde er sich nat├╝rlich nie eingestehen).
Gaaanz vorsichtig lugte er unter dem Blatt hervor um zu sehen, was da kommt... und er erschrak f├╝rchterlich.

Es war HalteMichF├╝rEinenGro├čenLindwurm-Emil, sein Erzrivale... derjenige, der ihm bei seiner letzten Wurm-Kur schon immer die Blattl├Ąuse weggeschnappt hat und ihn wo es ging schickaniert hat...

von Discordia - am 10.07.2001 11:34
... "tapfer" hielt sich Fridolin an seinem BienenNadelStachel fest und versuchte das Zittern zu verbergen, das durch seinen ganzen K├Ârper ging, denn jede Regung seines K├Ârpers r├╝ttelte an dem Blatt, dass ihm so wundervoll Deckung - ├Ąhem, ├ťberblick, nat├╝rlich - verschaffte. Und jedes R├╝tteln kam ihm vor wie ein Erdbeben. Das Rascheln schwoll in seinen Ohren, oder vielmehr diese kleinen Schlitze an seinem Kopf neben seinen Augen. Da drehte sich der m├Ąchtige HalteMichF├╝rEinenGro├čenLindwurm-Emil direkt zu ihm um. Er blickte genau auf das Blatt und seinen stahlblauen Augen schienen ruhig und musternd auf Fridolin zu ruhen. Langsam und m├Ąchtig mit einem furchteinfl├Âsenden Schl├╝rfen und Schleifen kroch Emil in Richtung des Blattes, das nunmehr Espenlaub glich. Fridolin, der versuchte seine Kampfposition zu verbessern, bewegte sich vorsichtig r├╝ckw├Ąrts, immer bem├╝ht so wenig wie m├Âglich an sein unstetes Versteck zusto├čen. Der ...Gro├čeLindwurm-Emil - so wurde er von seinen Kumpeln genannt, da er immer am Meisten vertilgen konnte und dem entsprechend auch schon seine Ausma├čen zugenommen hatten - kam unaufhaltsam n├Ąher. Fridolin konnte jetzt immer besser seinen starren Gesichtsausdruck und sein triefendes Maul sehen... immer weiter bewegte sich Fridolin r├╝ckw├Ąrts, aber mit nicht ann├Ąhernd der Geschwindigkeit - f├╝r irgenwelche Schnecken, die das Ganze vielleicht h├Ątten beobachten k├Ânnen, w├Ąre es eine beachtliche Geschwindigkeit gewesen - in der sich Emil auf ihn zu bewegte. Auf einmal bemerkte der kleine Fridolin, der immer noch im R├╝ckw├Ąrtsgang war, wie seine hintern Beinchen, also viel mehr, da er ja ein Wurm ist, wie seine hinteren Knubbel, d.h. einer dieser Ringe, die W├╝rmer und ├Ąhnliche Tiere, die sich auf Land ohne Beine fortbewegen, zum vorw├Ąrts-, oder in diesem Fall zu r├╝ckw├Ąrtsrutschen benutzen, ins Leere tapten und abrutschten, etwas br├Âckelte unter ihm davon, sein Mittelk├Ârper, also der Teil von Fridolin, der sich zwischen seinen ersten kleinen Ringen und seinen Vorderringen befindet, rutschte in die Tiefe, er hing nur noch mit seinen vordeneren Knubbeln am Abgrund, aber wie das mit so wurmigen Knubbeln ist, damit kann man sich nun mal nicht gut festhalten,... er rutschte ab...

von Trillian - am 10.07.2001 13:35
... die unwarscheinliche Strecke, bis er nach einigen Zentimetern zum Stehen kam, war f├╝r ihn eine Ewigkeit. Aus seinen vor Entsetzen geweiteten Augen hatte er noch Emil sehen k├Ânnen, der gem├╝tlich auf das Blatt zusteuerte, die darauf befindlichen Blattl├Ąuse in sich schlang und dann gen├╝├člich schmatzend und grummelnd von dannen zog. Und Fridolin wu├čte, dass dies nicht das letzte Mal sein sollte, das er Emil gesehen hatte, aber ich will der Geschichte nicht vorgreifen... Als diese gro├če Gefahr vor├╝ber schien, blickte sich Fridolin erst einmal um, um seinen neue Lage einzusch├Ątzen. Er war an der Seite des Weges in eine Fahrspur gekommen, einer dieser Fahrspuren von diesen riesigen Drahtdingern, vor denen Fridolin so Angst hatte. Seine Mutter und er waren n├Ąmlich einmal eines Abends - eigentlich der Abend nach seiner Geburt, an dem er sich dann auch auf den Weg gemacht hatte - losgezogen, um seinen Vater zu sehen, den kannte er n├Ąmlich noch nicht und seine Mutter wollte ihn gerade vorf├╝hren, als so ein ein riesiges Drahtteil mit schwarzen m├Ąchtigen Z├Ąhnen kam und direkt vor seien Augen seine Mutter fra├č und mitnahm, mit einem schmatzenden Ger├Ąusch, jedesmal, wenn die Z├Ąhne sich drehten. So suchte er nun so schnell er konnte eine niedrige Stelle, an der er leicht wieder nach oben kriechen konnte. Da h├Ârte er aus der Ferne wieder jene Musik, die er vernommen hatte, als er seien wertvollen Bienenstachel aus der Erde gezogen hatte,... erschrocken blickte er sich um, "phu". Gott sei dank hatte er ihn noch. Bei der ganzen Aufregung h├Ątte er ihn fast vergessen, aber in seiner Angst hatte er die Nadel so fest mit seinem Hinterteil umklammert, dass es fast schon schmerzte. Aber er hatte seien einzigen Besitz noch. Wittmen wir uns also wieder der Musik, es war dieser Gesag von eben, aber jetzt konnte er ihn schon viel besser wahrnehmen, anscheinen war er ihm in den letzten Stunden entgegen gelaufen. Er h├Ârte zarte, feenhafte Stimmchen und jetzt konnte er auch schon fast verstehen was sie sangen... "oh bitte, bitte lass mich, lass mich, oh bitte lass mich Dein....", phasziniert kroch er aus der Spurrille, dem Gesang entgegen, da konnte er auch schon etwas Seltsames beobachten und nun verstand er auch ganz was sie sangen... jedes Wort...
....

von Trillian - am 10.07.2001 13:38
Als Fridolin naehergekommen war und die ganze Szenerie die sich da vor seinem Auge abspielte beobachten konnte, traute er seinen Augen nicht. Vor ihm erhob sich ein halbfertiges, aber jetzt schon Maechtiges, Schloss, wem dieses einmal als Wohnsitz dienen sollte stand auf keinem Schild, wenn er so laenger drueber nachdachte, und in einem kleinen Anfall von Groessenwahn(Lieber Leser, nehmen sie doch Fridolin das bitte nicht uebel, stellen sie sich vor, sie seien ein kleiner Wurm und alles andere ist groesser als sie, und urploetzlich finden sie etwas was sie kraeftiger macht, zumindest glauben sie das, dann haetten sie auch einen kleinen Anfall wie groessenwahn und wuerden sich wie Don Quichotte auffuehren, naja, jetzt aber zurueck zur Geschichte: )faend er es eigentlich huebsch diese Burg zu be..... - NEIN, schnell versuchte er diesen gedanken zu verscheuchen und erschrak als er den ursprung fuer den Singsang bemerkte: Hunderte von Marienkaefern arbeiteten da fuer die Fertigstellung der Burg, das blasse Rot ihrer Fluegelplatten bot einen grausigen Anblick, die Schwarzen Flecken gleichen nicht mehr als einem dreckigen Grau, es schienen auch die Fluegel einiger Marienkaefer herausgerissen worden zu sein. Die Gesichter dieser Armen Kreaturen - Firdolin schaute weg, er konnte den Anblick nicht ertragen, schaute aber dennoch wieder hin, die Neugier war doch groesser, und stellte entsetzt fest das eingie Marienkaefer ein Laecheln auf dem Gesicht hatten als sie Arbeiteten und Sangen. Fridolin erschrak als er ein schnalzen hoerte, er wendete seinen Blick von dieser Truppe gebrochener Kreaturen ab und schaute in die Richtung aus der das Schnalzen kam. Er sah eine grosse Anmutige Gestalt. Fridolin sah zuerst diese Schlanken unglaublichen vier Beine - Fridolin schluckte (fuer einen Wurm sehr ungewoehnlich, aber wir verzichten hier auf die Erklaerung wie sowas funktioniert) schwer und musste sich zurueckhalten Rot anzulaufen - seine Blicke glitten die Beine weiter hinauf sahen.... - langsam bekam Fridolin einen leichten Rotschimmer - seine Blicke glitten weiter hinauf, und sahen den Oberkoerper dieser "Bestie" - Bestie, hatte er Bestie gedacht? Er tadelte sich selbst dieses wunderbare Wesen Bestie genannt zu haben - seine Blicke glitten weiter diesen wunderbaren gruenen Koerper hinauf, er sah das Gesicht und glaubte ein Laecheln sehen zu koennen. Er bemerkte in der einen Hand (er glaubte es sei eine Hand) eine Peitsche, die sie mit einer wunderbaren Bewegung niedersausen lies. In Fridolin regte sich das Gefuehl zu Ihr hinkriechen zu muessen.....

von Malkavianer - am 16.07.2001 10:30
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