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9
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dreiklangseligkeit, Franz Maier, martele80, Eva Becher, steff, Jonny, dk-v, toni Huber, volXmusik

Straßenmusik - Wer hat persönliche Erfahrungen?

Startbeitrag von volXmusik am 04.07.2005 22:14

Liebe MusikantInnen,

wer von euch hat eigene Erfahrungen mit Straßenmusik gemacht?
Wer hat Bekanntschaft mit den Ordnungskräften gemacht (positive und/oder negative)?
Wer kennt einschlägige Bestimmungen/Vorschriften und möglicherweise deren kommunale Unterschiede in der Anwendung?
Wer hat Lust, anderen davon zu berichten und/oder andere dazu zu ermuntern, mit VolXmusik auf die Straße zu gehen?

Bitte meldet euch zahlreich!

Antworten:

Kommunal unterschiedlich

In den meisten Städten gibts eine Richtlinie. Stuttgart z.B. gab früher ein Faltblatt heraus - weiß nicht obs das noch gibt. Man durfte nur an bestimmten Plätzen und immer nur von der vollen bis zur halben Stunde spielen. Keine Trompeten, Dudelsäcke oder sonstiges lautes verwenden.
In anderen Städten gibts keine eindeutigen Vorschriften. Manchmal gibts die Aussage: Es ist verboten, wird aber geduldet.
Ich würd mich auf jeden Fall vorher bei der Verwaltung erkundigen!
Einheitliche Gesetze gibts glaub ich nicht.
Am wenigsten Probleme und am meisten Zuhörer gibts, wenn gerade ein Stadtfest o.Ä. ist.

Meine Erfahrungen ist: Je ungewöhnlicher das Instrument, umso mehr Zuhörer.
Singt man, bleiben die Leute auch eher stehen.

Grüßle,
Jonny

von Jonny - am 05.07.2005 10:49

Re: Kommunal unterschiedlich

Da kann ich dem Jonny nur Recht geben. Am Besten geht es, wenn ein Stadtfest o.ä ist, dann sind auch genügend Leute da. Wir spielen jedes Jahr beim Stadtgründungsfest in München. Die Leute bleiben tatsächlich nur stehen, wenn man singt.
Probleme mit Ordnungshütern der Stadt hatten wir bisher nicht, aber jede Menge mit privaten Sicherheitsdiensten, die Gebäude zu schützen haben.
Dieses Jahr ist folgendes passiert: Wir stehen vor einem Gebäude (5 Höfe, Theatinerstr.) und singen, die Leute sind zahlreich da und haben Spaß mit uns.
Anschließend wurden wir von Ordnungskräften aufgefordert, uns einen anderen Platz zu suchen, da wir auf Privatgelände stehen und der Zugang zum Gebäude durch uns behindert wird. Außerdem sei das aus feuerpolizeilichen Gründen untersagt, hier zu stehen. Auf meine Frage, wo der private Bereich endet und die Fußgängerzone beginnt, sagte der nette Herr, wir müssen 30 cm nach vorne rücken, dann wäre das ok. Dann könne er nichts mehr machen. Und das an einem offiziellen Fest der Stadt München. Übrigens, die Investorengruppe, der 5 Höfe ist aus Hamburg!
Wir haben fast jedes Jahr mit solchen dienstgeilen Personen unseren Spaß (oder Ärger).

von dk-v - am 07.07.2005 19:22

Re: Kommunal unterschiedlich

Also ich kann nur von Wien sprechen: Mann kann eigentlich überall spielen , nur muss mann sich bei der Zuständigen Behörde anmelden. Und bei den besten Plätzen ( Kärntnerstrassse , 1. Bezirk ) muss mann Standgebühr zahlen ( ca 20 Euro) ,und sich mindestens 2 Monate davor anmelden ,sonst bekommt man keinen Platz mehr. Einschränkungen von Instrumente oder ähnliches gibt es eigentlich nicht .

von toni Huber - am 19.07.2005 13:00
Ich war letztes JAhr zum Ersten mal mit Jugendlichen quer durch Bayern unterwegs beim Strassenmusik machen . Genehmigungen haben wir dabei in allen Städten gebraucht (Regensburg, Bamberg, Augsburg, Nürnberg).
Im Prinzip gilt überall so ziemlich das gleiche: maximal 5 Mann/Frau, keine "lauten" Blechinstrumente und Trommeln. Außerdem sollte man regelmäßig den Standort innerhalb des genehmigten Gebiets wechseln. Kontrolliert sind wir eigentlich nie worden und ich hoff das bleibt auch heuer so.
Ach ja die Genehmigungen kosten unterschiedlich viel von gar nix bis 20¤... und München soll angeblich noch viel teurer sein.
Ach ja noch Werbung in eigener Sache - wir sind ab 25.8. mit neuen jungen Musikern zwischen 14 und 20 wieder auf der Strasse unterwegs und zwar am 26./27.8.in Regensburg, 27/28.8. in Bamberg, 30./31.8. in Nürnberg und am 1./2.9. in Würzburg
Wer also Lust hat mal zu hören was Jugendliche so in ner Ferienaktion auf die Beine bringen ist herzlich willkommen!!!

von steff - am 02.08.2005 11:48
Liebe Musikanten,

für München gilt folgende Regelung:
in der Innenstadt gibt es eine genau bezeichnete Zone, für die man in der Stadtinformation, Rathaus, Marienplatz, eine für einen halben Tag gültige Erlaubnis (Personalausweis aller Musiker wird benötigt) gegen einen geringen Geldbetrag (max. 5.- Euro, weiß es nicht genau) erwerben kann. Blechblasinstrumente und Trommeln sind nicht gestattet.
Innerhalb der Zone darf man sich dann auf öffentlichem Grund hinstellen, wo man mag. Vorsicht bei überdachten Durchgängen, die sind meist nicht öffentlicher Grund! Und bei Privatgrund gilt selbstverständlich der Wille des Besitzers (Ihr wolltet in Eurer Wohnung oder Eurem Haus ja vielleicht auch selbst bestimmen, welche Musik läuft, oder?) Diese Regelung gilt immer und ist nicht an besondere Feste, wie z.B. Stadtgründungsfest gebunden. Ohne Erlaubnis zu musizieren kann man wirklich nicht raten!
Außerhalb dieser bezeichneten Innenstadtzone kann ebenfalls musiziert werden, dies überwacht die Polizei. Auskünfte bei den Bezirksinspektionen.

Übrigens haben wir einmal erprobt, ob in Innenhöfen von Mietshäusern mit Unmutsäußerungen gerechnet werden muß. Das ist ja privater Grund, also braucht man keine öffentliche Genehmigung! Ergebnis in München-Sendling: Keine einzige Unmutsäußerung, nur reine Freude. Aber nur wenige Leute erinerten sich an die Hinterhofsänger von früher und warten in Papier eingewickeltes Geld herunter. Es war ein wunderbares Vergnügen aber natürlich kein Kommerzielles. Die alten Leute war gerührt, die jungen überrascht, aber angenehm.
Das wäre doch einen Versuch wert. Natürlich muß man sofort gehen, wenn sich jemand gestört fühlt.
Nähere Auskünfte über unseren Versuch bei uns im Münchner Kulturreferat:
089/233 28127.
Eva Becher

von Eva Becher - am 30.08.2005 09:28
Im Juni 2005 haben wir , 3 Damen, eine Stunde lang auf einer Seniorenmesse gesungen.
Da wir zum Schluss noch immer nicht genug vom Singen hatten, sind wir in die Frauenkirche von München gegangen und haben dort noch einen "Chor der Engel" aus dem Oratotium "Elias" von Mendelssohn herunter geschmettert.- Besonders Touristen schauten uns wohlwollend an und verewigten uns mit unseren Dirndln auf ihren Fotos. - Nach etwa 2 Minuten schönen Gesangs kam eine Angestellte vom Dom auf uns zu und forderte uns freundlich auf, den "zwar schönen Gesang bitteschön einzustellen , aber es sei gerade Beichte." So mussten wir den Dom wieder verlassen, ohne wirklich auf unsere Kosten gekommen zu sein. Schade !

Mit sangesfreudigen und weihnachtlichen Jodelgrüßen,
Dreiklangseligkeit:-)


von Dreiklangseligkeit - am 22.12.2006 17:18
Vor ca. 15 Jahren war ich in meiner Studentenzeit öfter (vor allem in Regensburg, aber auch anderswo) unterwegs um Straßenvolksmusik zu machen. Die Leute haben sich unglaublich gefreut ,auch die echte bayrische Volksmusik zu hören, die Spenden flossen reichlich und auch wenn die eine oder andere städtische Auflage zu befolgen war und eine Gebühr gezahlt werden musste, so war doch das Ergebnis (auch finanziell) immer äußerst positiv. Ein ansprechendes Programm braucht man natürlich schon und auf die Leute muss man ein wenig zugehen. Negative Äußerungen gibt es vor allem von Geschäftsleuten, wenn man zu lange an einem Platz spielt, das ist aber auch verständlich. Nur einmal in der Fußgängerzone von Monaco (!), wir haben damals als Männerquartett gesungen, kam plötzlich ein Schwall Wasser von oben. Aber auch an solche Erlebnisse erinnert man sich im nachhinein natürlich gerne. Je nach Instrumenten sollte man unbedingt auf einen Platz achten, der einen akustisch gut zur Geltung bringt. Jedenfalls freut es mich immer unglaublich, wenn ich durch eine Fußgängerzone marschiere und Straßenmusikanten höre. Es ist selbstverständlich, dass ich da stehenbleibe und was einwerfe.

von Franz Maier - am 27.12.2006 18:37
Hallo,
auch ich möchte im nächsten Sommer mit einer Freundin in der Besetzung Harmonika/Harfe quer durch Europa ziehen. Wer hat da schon Erfahrung gemacht? Wie kommt unsere Volksmusik im Ausland an? Wir dachten da so an entweder den Norden (Norwegen, Schweden, Finnland usw.) oder Süden (Portugal, Spanien usw.). Aber eigentlich ist es uns egal. Uns wäre wichtig, daß das mit den Formalitäten nicht zu kompliziert ist und daß die Leute dort offen sind für solche "Aktionen"! Wer hat Erfahrung darin und kann mir Tipps geben?
Mit bestem Dank

von martele80 - am 17.01.2007 19:00
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