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Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Erich Sepp, Martin Albert, Mario Herger

Zum Thema Ablauf von Lizenzen (GEMA, AKM,...)

Startbeitrag von Mario Herger am 21.09.2005 15:36

Nachdem hier immer so fleissig und kompetent zu GEMA und so diskutiert wird, bräuchte ich mal Euren Rat:

Ich habe einige Wiener Volkslieder-CDs mit Aufnahmen, die von Schellacks kopiert wurden. Die Aufnahmen wurden zum Grossteil zwischen 1900 und 1950 gemacht, die Kompositionen der Lieder und Musik sind aber teils sehr viel älter. Jetzt wollten wir einige Aufnahmen davon auf eine Ausstellungs-CD-ROM brennen, die gegen eine kleine Spende abgegeben werden soll. Wir fragen uns dabei nun, inwieweit das mit Rechten, GEMA/AKM etc. geregelt werden kann.

Was sind die genauen Kriterien dabei, und zwar für:
Komposition und Text
Interpret
Rechte des Musikverlages

Gibt's da überhaupt noch Ansprüche oder sind die bereits Public Domain? Wie muss man da von der Verjährung genau rechnen? Normalerweise gilt doch 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers. Komposition und Text fällt darunter. Bei Interpret weiss ich schon nicht mehr so genau. Und die Rechte des Musikverlags? Ich muss da nochmals erwähnen, dass die Aufnahmen von alten Schellacks auf CD kopiert wurden. Die Aufnahmen der Schellacks wurden zwischen 1900 und 1950 gemacht.

Was müssen wir beachten, damit wir möglichst nichts zahlen müssen?

Danke

Mario

Antworten:

Servus Mario,

am besten fragst Du den Verlag, der die Werke auf CD überspielt und herausgegeben hat, wer im Besitz der Rechte ist.
Soweit ich aber weiß, hat der Herausgeber zumindet die Rechte an den CDs, von denen Du Kopien (wenn auch nur auszugsweise) ziehen willst. Seine Einwilligung, u.U. auch gegen Bezahlung, wirst Du also auf alle Fälle einholen müssen, vermutlich ist auch die GEMA/AKM mit im Spiel, weil die meisten Verlage auch GEMA-Mitglieder sind, die Ihre Werke und Produktionen natürlich schützen lassen.

Wenn Du bei der GEMA anfragst, ob für Dein Vorhaben GEMA-Gebühren anfallen, muß sie Dir eigentlich wahrheitsgemäß Auskunft geben.
Wenn Du Ihnen detailliert mitteilst (Titel, Autor, CD, Verlag usw.), was Du vorhast, und die GEMA Dir dann bestätigen sollte, daß keine Gebühren anfallen, müßtest Du auf der sicheren Seite sein.

Generell ist es glaube ich so, daß 70 Jahre nach dem Tod eines Urhebers dessen Werke gemeinfrei werden. Aber Vorsicht: NUR DIE WERKE SELBST, d.h. die Urtexte! Die Rechte an von anderen gemachten Bearbeitungen oder Veröffentlichungen des Werkes in gedruckter oder sonstiger Form liegen wiederum bei den jeweiligen Bearbeitern, Verlagen etc.

Weitere Auskünfte kann Dir vielleicht Ernst Schusser oder Erich Sepp geben.

Wenn Du ganz sicher sein willst, bleibt Dir aber wohl der Gang zum Fachjuristen nicht erspart

Viel Erfolg!

Martin

von Martin Albert - am 22.09.2005 08:28
Lieber Mario,
die einfachste Methode ist eine online-Abfrage der GEMA-Datenbank: www.gema.de
Repertoiresuche - Reperoiresuche starten
Dann kannst nach dem gesuchten Titel fragen. (keine Umlaute und keine "ß")
Die Abfrage listet dann die erfaßten Titel samt Komponist, Bearbeiter und Verlag auf.
Für weitere Fragen stelle ich mich gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße
Erich

von Erich Sepp - am 29.09.2005 07:13
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