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Radioforum Schweiz
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WRS von Schliessung bedroht!

Startbeitrag von digiradio.ch am 04.04.2012 10:09

Weitere Infos dazu hier:
http://worldradio.ch/wrs/news/switzerland/an-uncertain-future-for-wrs.shtml?29979

Die 50 interessantesten Antworten:

Ich schätze den Sender (habe auch mit "Ja" gestimmt), aber baut er wirklich so viele Brücken? Zumindest in der Deutschschweiz scheint er mir trotz DAB-Verbreitung praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu senden.

von Wrzlbrnft - am 04.04.2012 11:28
Wäre es denn wirklich möglich, WRS privat weiterzuführen? Zuvor war das ja World Radio Geneva, eine private Station; könnte man hier, ohne Schaden am Programm herbeizuführen, WRS privatisieren?

von dxbruelhart - am 04.04.2012 11:31
Privatisieren würde bedeutetn Finanzierung über Werbung oder Trägerverein.
Glaube kaum das man ein solches Sendeformat jemals finanzieren kann.

Im Berner Oberland gibt es bei Radio Beo ein Sendegefäss für englischsprachige Touristen auf UKW.
Es wird aber durch das Hauptprogramm Querfinanziert.

Reisende aus aller Welt haben kaum Empfänger dabei mit DAB und bis jetzt sah ich noch in keinem Hotel DAB Geräte.

von Maxtech - am 04.04.2012 11:54
Privatisieren ist nicht gut möglich, da Werbung in einem solchen PX eher unmöglich erscheint. Das weiss natürlich auch RdW, aber er wagt aus "politischen Gründen" wohl nicht, die "Lösung" beim Namen zu nennen.

Diese Lösung wäre: WRS ersatzlos streichen! Nicht alles, was möglich ist oder notfalls an den Haaren herbeigezogen mit "Service Public" bezeichnet werden kann, muss auch gemacht werden. Dies sind allerdings kaum die Gründe von RdW. Sein Beweggrund dürfte das extrem ungünstige Kosten/"politischer Nutzen"-Verhältnis sein.

von audion - am 04.04.2012 11:56
Eine viel bessere Brücke war vor vielen Jahren das Europa-Kurzwellenprogramm mit Nachrichten in D, F und I von den drei "Landessendern" und in E für "den Rest der Welt". Je eine Frequenz im 49- und 31 Meter-Band genügten. So nahm man (als Deutschschweizer) mind. 1-mal pro Jahr am Meeresstrand wenigstens auch mal Westschweiz und Tessin wahr - manchmal zusammen mit bis anhin unbekannten Landsleuten aus anderen Sprachregionen :) .

Aber "man" wollte höher hinaus - auch in anderen Ländern - blähte die Kurzwellenaktivitäten bis zur Unbezahlbarkeit auf bis die Blase platzte. Jetzt haben wir nichts mehr ausser eine staatliche Internetzeitung nebst unzähligen privaten. :(

von Der General - am 04.04.2012 12:22
@Der General:
Betreffend SRI, da muss ich Dir wirklich voll rechtgeben, Paul! Die Einstellung von SRI war ein quasi unverzeihlicher Schritt; Swissinfo war und ist kein auch nur halbwegs adäquater Ersatz für Schweizer Radio International.
World Radio Switzerland kann man aber IMHO wirklich eher als einen kleinen Nachfolger für SRI sehen; WRS ist programmlich stark auf die Romandie und hier besonders auf Genf konzentriert, spricht aber in unserem heutigen Esperanto. Wie gesagt, WRS war von 1996 bis 2007 kommerzielles privates Radio (mit Minderheitsbeteiligung der SRG); warum man WRS nicht wieder in diesen privaten Status zurückführen kann, ist mir nicht klar.
WRS sendet übrigens auf auf UKW vom Salève auf 101,7 und ist damit fast in der ganzen Romandie (ohne Jura und Wallis) auf diesem traditionellen Ausbreitungsweg empfangbar.

von dxbruelhart - am 04.04.2012 13:45
Ich empfehle Euch übrigens auch diesen (englischen) Wikipedia-Artikel über WRS (es gibt keinen wirklich brauchbaren deutschen Artikel bislang):
https://en.wikipedia.org/wiki/World_Radio_Switzerland

von dxbruelhart - am 04.04.2012 14:28
Zu befürchten ist auch, dass WRS erst den Anfang markiert und vielleicht noch andere Programme auf den Prüfstand kommen. Würde mich nicht wundern, wenn die selbe Debatte schon bald auch um Virus oder Swiss Jazz geführt wird.

Bis dato war ich ja stets ein Verfechter eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Kommt es nun aber tatsächlich zu diesem Leistungsabbau, muss ich mir ernsthaft überlegen, die Gebührenmonster Petition ebenfalls zu unterschreiben! Gewisse Entscheidungen der letzten Wochen (wie z.B. die Namensänderung SRF, Absetzung publikumswirksamer TV-Sendungen und nun dieser Leistungsabbau) spielen dieser Petition regelrecht in die Haende.

von digiradio.ch - am 04.04.2012 14:45
Inländisch macht WRS natürlich keinen besonders grossen Sinn, sondern würde es eher als Auslandsprogramm sehen. Für Genf mit den vielen internationalen Organisationen sieht es natürlich schon wieder etwas anders aus.

von Martyn136 - am 05.04.2012 01:15
Zitat
Martyn136
Inländisch macht WRS natürlich keinen besonders grossen Sinn, sondern würde es eher als Auslandsprogramm sehen. Für Genf mit den vielen internationalen Organisationen sieht es natürlich schon wieder etwas anders aus.


Glaube nicht, dass sich im Ausland irgend jemand für ein Programm wie WRS interessieren würde. WRS ist/war schon viel eher als eine Art „Service Welle für Expats“ zu verstehen, also für Leute, welche vorübergehend hier leben (z.B. Mitarbeiter internationaler Unternehmen, Diplomaten und deren Angehörige, Vertreter von internationalen Organisationen etc.). Nach einem Wegfall von WRS werden diese kaum auf RTS oder SRF schalten, sondern eben via Internet Radio ein Programm aus ihrer Heimat anwählen. Auch Touristen waren eigentlich nie die Zielgruppe von WRS.


Zitat
Der General
Jetzt haben wir nichts mehr ausser eine staatliche Internetzeitung nebst unzähligen privaten. :(


Wahrscheinlich dürfte es dereinst auch für Swissinfo zunehmend enger werden, obschon dieses Angebot in seiner Mehrsprachigkeit eigentlich einzigartig ist. Ich kenne jedenfalls kein einziges ernstzunehmendes privates Medium, welches in Sprachen wie Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, Arabisch und Chinesisch über die Schweiz berichten würde. Im Moment geht der Trend klar in eine Richtung: Einstellen, was nicht unmittelbar kostendeckend ist. Später werden wir uns wieder wundern, weshalb die Position der Schweiz in anderen Ländern nicht mehr verstanden wird. Interessierte Kreise werden nämlich in fernen Ländern gar keine Möglichkeit mehr haben, sich über „die Sicht der Schweiz“ zu informieren, sondern eben jene Meinung über unser Land vermittelt kriegen, welche von den dortigen Medien verbreitet wird.

von digiradio.ch - am 05.04.2012 05:56
Zitat
digiradio.ch
Später werden wir uns wieder wundern, weshalb die Position der Schweiz in anderen Ländern nicht mehr verstanden wird. Interessierte Kreise ....


Das mag eine theoretische Möglichkeit sein, aber die Praxis ...

1. Ob/wie wir "verstanden" werden, hängt von der "politischen Weltanschauung" der entsprechenden Journis im "fernen Land" ab und nicht von swissinfo. Siehe momentan z. B. Deutschland. Massgebende (ausländische) Zeitungen/RTV-Anstalten haben Aussenposten und bedürfen der swissinfo ohnehin nicht. Ernsthaft recherchiert wird i.d.R. von Leuten, die auch eine der Sprachen E, D, F, I beherrschen und das ist aus der Schweiz zu haben, auch ohne swissinfo.

2. Die Objektivität von swissinfo darf mitunter hinterfragt werden. Bekannt ist etwa der Fall der "Brasilianerin" am Bahnhof Stadelhofen/Zürich. Dies - und auch weniger Gravierendes - musste von swissinfo auf "Druck aus Bern" berichtigt werden. Der Ruf von swissinfo ist auch bei "gemässigten" Politikern nicht unumstritten. Vor allem geht es nicht an, dass eine "geschützte Werkstatt" auf Steuerkosten ihre Sicht der Dinge monopolistisch verbreitet, wobei ich an's Monopol insofern nicht glaube, als swissinfo nun wirklich nicht die einzige Quelle für Schweizer Politik ist, auch aus fernen Landen. (Objektiv sind natürlich auch die Zeitungen nicht, aber die müssen nicht bezahlt werden).

3. Die vielbeschworenen "interessierten Kreise" sind wohl auch für RdW offensichtlich zu marginal. (Die Anzahl "Klicks" auf eine Seite bedeuten gar nichts, aber das ist ein anderes Thema).

von Der General - am 05.04.2012 07:07
Nick Lüthi schreibt jetzt in der Medienwoche zu diesem Thema:

http://medienwoche.ch/2012/04/05/srg-trennt-sich-von-adoptivkind/

WORLD RADIO SWITZERLAND
SRG trennt sich von Adoptivkind
Nick Lüthi, 5. April 2012, 10:14
Das englischsprachige World Radio Switzerland WRS ist ein Fremdkörper in der SRG. Folgerichtig will man sich vom Genfer Sender trennen, der heute mehrheitlich BBC-Konserven ausstrahlt.


Der Generaldirektor persönlich überbrachte die Botschaft. Bei einem Besuch jüngst in Genf beschied Roger de Weck der Belegschaft von World Radio Switzerland, dass er dem Verwaltungsrat der SRG empfehle, sich vom Sender zu trennen. Das meldete gestern die Tribune de Genève.

2007 hatte die SRG den Privatsender World Radio Geneva übernommen, der seit 1996 in Genf über UKW zu empfangen war. Für die nationale Verbreitung via Digitalradio erweiterte der Bundesrat die Konzession und erlaubte der SRG fortan den Betrieb eines englischsprachigen Programms.

WRS als gebührenfinanzierter Sender hatte von Anbeginn in der Kritik gestanden, zumal die Übernahme in eine Zeit fiel, als die SRG vor allem durch rote Zahlen auffiel und Sparprpakete schnüren musste. Deshalb prüfte die SRG bereits 2009 eine Trennung vom Genfer Sender. Drei Jahre später ist es nun so weit. In der offiziellen Sprachregelung heisst es, mehrer Optionen würden geprüft. Was heisst: Einstellen oder Reprivatisieren.

Auch wenn WRS mit einem interessanten Versprechen angetreten war, nämlich die wachsende englischsprachige Gemeinde in der Schweiz mit einem Service-public-Radio zu informieren, konnte der Sender die Erwartungen nicht erfüllen. So befand eine SRG-interne Qualitätsstudie das Angebot für ungenügend und «nicht dem SRG-Standard entsprechend», wie sich eine mit der Materie vertraute Person ausdrückt.

Ein Blick auf das Programmraster zeigt zudem, dass die Mehrheit der Sendungen inzwischen mit Konserven von BBC und zu kleineren Teilen von NPR und PRI bestritten wird. Der Bundesrat ging von etwas anderem aus, als er 2007 die SRG-Konzession um das englischsprachige Angebot erweiterte. Er rechnete mit einem eigenständigen Programm, «welches BBC-Beiträge nur als Ergänzung übernimmt». Das aktuelle Programm erfüllt diese Erwartung nicht mehr.

Auch anderweitig bemühte sich WRS offenbar nicht, sich Legitimität als Teil der SRG zu verschaffen. Eine – naheliegende – Kooperation mit dem englischsprachigen Dienst von swissinfo hätte das Online-Angebot von WRS aufzuwerten und den Aufwand zu reduzieren geholfen. Über eine Zusammenarbeit wurde zwar laut nachgedacht, aber sie kam nie zustande. Offenbar aus nichtigen Gründen. Stattdessen verwendet WRS auf seiner Webseite den Nachrichtenticker der britischen BBC.

Mit der absehbaren Trennung von WRS unternimmt die SRG einen richtigen Schritt. Auch wenn die Trennung vom Adoptivkind mit seinem Jahresbudget von rund 3 Millionen Franken finanziell nicht ins Gewicht fällt, ist es das Signal, das zählt: Der Mut, auch einen Sender einzustellen, wenn er sich ausserhalb des Kerngeschäfts befindet.

Als Präjudiz für weitere vergleichbare Schritte, beispielsweise mit den Nonstop-Musiksendern Swiss-Pop, -Classic, und -Jazz, darf das Schicksal von WRS nicht gelesen werden. Zu speziell und spezifisch war das knapp fünfjährige Engagement der SRG in Genf.


von dxbruelhart - am 05.04.2012 09:28
Zitat

Der Mut, auch einen Sender einzustellen, wenn er sich ausserhalb des Kerngeschäfts befindet.
...
Als Präjudiz für weitere vergleichbare Schritte, beispielsweise mit den Nonstop-Musiksendern Swiss-Pop, -Classic, und -Jazz, darf das Schicksal von WRS nicht gelesen werden.


Wobei man sich fragen darf, ob "Nonstop-Musiksender" zum staatlichen "Kerngeschäft" gehören. ;)

von Der General - am 05.04.2012 10:28
Zitat
Martyn136
Inländisch macht WRS natürlich keinen besonders grossen Sinn, sondern würde es eher als Auslandsprogramm sehen.


Das sehe ich allerdings anders. Es gibt nicht nur in Genf, sondern auch in Basel und Zürich zahlreiche Expats als Mitarbeiter/innen multinationaler Unternehmen. Sie sprechen zum Teil keine der Landessprachen und haben damit in ihrem Beruf überhaupt kein Problem. Aber tun sich schwer mit der Integration ausserhalb des Berufslebens - oft ziehen sie nach einiger Zeit in ein anderes Land weiter. WRS ist immerhin ein Angebot, das diesen Personenkreis aus ihrem Gastland anspricht. Ich habe auch mit "ja" gestimmt, hoffe aber, dass WRS zumindest als privat finanziertes Programm erhalten bleibt.

73 de Uli

von ulionken - am 05.04.2012 11:06
Hallo Radiofreunde,

Das Ganze ist wohl schon beschlossene Sache.
Schade ist es trotzdem. Dann wird wohl wieder BBC WS im Cablecom UKW Auftauchen.
Könnte man auch auf die DAB+ Netze Drauftun.
Wenn man sparen wollte dann eher bei Radio Swiss Pop. Das leistet Radio Top Two auf DAB+
bereits Bestens. Popmusik ist sowieso im Radio verbreitet wie " Sand am Meer ".
MfG Det.

von RADIO354 - am 05.04.2012 14:14
Und perverserweise erfreut sich grade Swiss Pop als Nonstop-Plätschermusikbeschaller noch einer gewissen Beliebtheit... :rolleyes: (ich wünsche mir immer noch "Swiss Dance" und "Swiss Rock"...)

von Wrzlbrnft - am 05.04.2012 14:42
Zitat
dxbruelhart
mit seinem Jahresbudget von rund 3 Millionen Franken


Demgegenüber stand gem. Publica Data im 2. Semester 2011 eine Nettoreichweite von 51'400 Hörern in der Deutschschweiz und 18'700 in der Romandie; also rund 70'000 HörerInnen, welche pro Jahr CHF 169.15 an Radiogebühren an die Billag entrichten, was annähernd der Summe von 12 Mio. Franken entspricht.

Zitat
dxbruelhart
Nick Lüthi schreibt in der Medienwoche zu diesem Thema:
"Auch anderweitig bemühte sich WRS offenbar nicht, sich Legitimität als Teil der SRG zu verschaffen. Eine – naheliegende – Kooperation mit dem englischsprachigen Dienst von swissinfo hätte das Online-Angebot von WRS aufzuwerten und den Aufwand zu reduzieren geholfen. Über eine Zusammenarbeit wurde zwar laut nachgedacht, aber sie kam nie zustande. Offenbar aus nichtigen Gründen."


Das ist in der Tat ein Affront; und leider nicht ganz untypisch für die SRG.

von digiradio.ch - am 05.04.2012 21:34
Es gibt eine Onlinepetition für den Weiterbetrieb von WRS:

Keep World Radio Switzerland on the air

von Stefan Heimers - am 10.04.2012 20:13
Hier eine kritische Betrachtungsweise der Partnerschaft WRS-SRG, von Kollegen:

World Radio Switzerland (WRS)

Wussten Sie, dass die SRG einen eigenen englischsprachigen Radiosender namens WRS betreibt?

World Radio Switzerland ist u. a. über Eutelsat sowie DAB+, ferner in Genf auf der UKW-Frequenz 101,7 MHz zu empfangen. WRS betreibt zudem eine eigene Webseite (worldradio.ch) in Form eines englischsprachigen News-Portals. Alternativ ist WRS online zu empfangen.

Ist es Aufgabe der SRG, einen englischsprachigen Spartensender zu betreiben?
Dem Personalbestand 2010 von 19,6 Vollzeitstellen steht ein Betriebsaufwand 2010 von 5,1 Mio. Franken gegenüber. Man bedenke, dass dazu Konzessionsgelder Verwendung finden. WRS steht im Widerspruch zum Auftrag der SRG, mit ihrem Service public die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Radio- und Fernsehprogrammen sowie die Meinungsvielfalt sicherzustellen.
Der Programmauftrag ergibt sich zwar implizit aufgrund Art. 4 der Konzession der SRG vom 28. November 2007 (Stand 28. November 2009), indem in Absatz 8 die Veranstaltung eines englischsprachigen Programms für die englischsprachige Bevölkerung der Schweiz gefordert wird.
Faktisch wird somit die englische Sprache gegenüber anderen Nichtlandessprachen der Schweizer Wohnbevölkerung besser gestellt. Basierend auf Daten der Eidgenössischen Volkszählung 2000 ist ersichtlich, das beispielsweise sowohl der Anteil der portugiesischen als auch der spanischen Sprache (in % und absolut) den Anteil der englischen Sprache übertrifft. Weshalb wird die portugiesische und die spanische Sprache nicht berücksichtigt?
Es ist zu bezweifeln, ob damit - wie in Art. 2, Absatz 2 Konzession SRG gefordert - die Integration der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz gefördert wird. Viele englischsprachige Ausländer sind nicht willens, eine Landessprache zu erlernen und leben in einer eigentlichen Parallelgesellschaft. Justizministerin Simonetta Sommaruga hat sich kürzlich in einem Interview mit "Die Zeit" sinngemäss geäussert. Fazit: WRS leistet dieser Entwicklung Vorschub.

Publizistische Qualität
WRS agiert als "Nachrichten-Relais" der BBC. Es ist sicherlich nicht Aufgabe der SRG bzw. eines mit Konzessionsgeldern finanzierten Senders, News - sowie ganze Programme der BBC - unbesehen zu übernehmen. BBC News reflektieren ein britisches Weltbild. Diese Praxis steht im Widerspruch zu Art. 3, Absatz 1 Konzession SRG, in dem die Unverwechselbarkeit ihrer Programme gefordert wird - insbesondere ivm. Art. 93 BV, Absatz 2 in dem die Berücksichtigung der Besonderheiten des Landes und der Bedürfnisse der Kantone festgeschrieben ist.

Unnötige Redundanz
Die WRS-Webseite steht in Konkurrenz mit anderen SRG Internetmedien, namentlich der englischsprachigen swissinfo.ch Webseite. Offensichtlich kann sich die SRG eklatante Redundanzen finanziell leisten.


von dxbruelhart - am 21.04.2012 07:27
Kollegen???

Also, wenn ich mir die Zahlen innerlich verdeutliche ist das doch etwas mehr Geld als ich erwartet hatte.

Aber vielleicht gehören von den 19,6 Vollzeitstellen doch wieder einige zu Swissinfo.ch oder umgekehrt.

Vielleicht spart die SRG auch Stellen durch die Beteiligung an WRS. Immerhin könnte der UK-englisch Redaktions-Teil auch durch die WRS unterstützt oder sogar erledigt werden. Aber vermutlich ging die Zusammenarbeit doch nicht soweit. Nun den, da werden u.U. einige Vollzeitstellen von WRS zu SRF wechseln;-). Leider habe ich bis jetzt nie eine Stellungnahme vom WRS für die Aufkündigung der Zusammenarbeit durch die SRG/SRF gelesen. Im übrigen gab es auch Schweizer, welche WRS gehört haben, um etwas mehr aus der angelsächsischen Welt zu erfahren. Aber genau genommen hätte ein englisches Programm in der Schweiz etwas mehr über Land und Leute hier in der Schweiz in englischer Sprache verbreiten müssen und nicht angeslächsische Informationen, wo es doch heute so einfach ist, diese Informationen direkt aus den entsprechenden Ländern zu bekommen. Touristisch gesehen hätte ersteres auch viel mehr Sinn gemacht.

Nebenbei gab (gibt?) es auch beim ORF ein englisch-sprachiges Programm - BD-Radio. Und vermutlich genauso wegen der UNO-Verwaltungen in Wien, wie bei seinem Pendant in Genf.

von drahtlos - am 21.04.2012 11:28
Zitat
drahtlos

Nebenbei gab (gibt?) es auch beim ORF ein englisch-sprachiges Programm - BD-Radio. Und vermutlich genauso wegen der UNO-Verwaltungen in Wien, wie bei seinem Pendant in Genf.


BDR ist terrestrisch schon lange Geschichte, daraus wurde FM4.
Andererseits muß man die Geschichte auch immer mal umdrehen:

Gibt es z.B. in London oder Paris terrestrische (UKW oder DAB) Sendungen in deutscher Sprache?
Auch in diesen Städten gibt es sicher einen Haufen deutschsprachiger Expats, aber dort leistet sich keiner den Luxus eines gebührenfinanzierten, deutschsprachigen Programms. In London gibt es Sendungen in polnischer oder französischer Sprache (via DAB), da scheint auch ein Bedarf da zu sein. Allerdings sind die privat finanzierte Stationen. Die SRF hinterfragt hier den Sinn und Zweck von WRS zurecht, gerade da sie mit Gebührengeld hantiert. In Österreich wäre sowas undenkbar, da würde der ORF versuchen noch mehr Geld vom Gebührenzahler zu bekommen, Hauptsache 100 Hörer mehr, unsere Freunde in der Politik winken die Gebührenerhöhung schon durch ...

Nur mal so zum Nachdenken ...

M.

von Cyberjack - am 21.04.2012 11:55
Der Vergleich mit den vielen Portugiesen / wenigen Engländern oder US-Amerikanern ist natürlich nicht wirklich sinnvoll.

Es geht ja nicht darum, woher die Leute kommen, sondern ob sie die Sprache verstehen. Bei uns arbeiten Ausländer aus allen möglichen Ländern, alle können ganz passabel Englisch, aber nur wenige Portugiesisch.

Was die Integration angeht muss ich dem "Kollegen" (um wen handelt es sich, der Artikel ist anonym) teilweise recht geben. Ein Programm in englischer Sprache hilft den Leuten nicht unsere Landessprache zu erlernen.

Das erwähnte mehrsprachige FM4 könnte aber ein Vorbild für ein neues WRS werden: Ein Programm, das mit englischen Beiträgen die ausländische Bevölkerung anspricht, diese aber auch mit unseren Landessprachen in Berührung bringt, könnte durchaus hilfreich sein.

Ohne fremdsprachige Sender in der Schweiz werden die Leute nämlich einfach Webstreams aus ihrer Heimat hören, was ihnen die Kultur der Schweiz auch nicht näher bringt.

WRS einfach abzuschalten wäre ein schwerer Fehler. Das Programm ist ganz unabhängig von der Sprache durchaus unterhaltsam und informativ. Da gäbe es in der Schweiz viele andere Sender auf die man eher verzichten könnte, z.B. die vielen privaten Hit-Dudler.

von Stefan Heimers - am 30.04.2012 12:49
Zitat
Stefan Heimers
Ohne WRS könnte man pro Kopf 63 Rappen im Jahr sparen. Dafür kann man nicht mal eine Zeitung kaufen, aber ein Jahr lang ein interessantes Programm hören.


Sorry, aber das ist eine Milchbüchleinrechnung. Mit diesem "Argument" könnte man noch weitere 10'000 unnötige Steuer-Ausgaben "rechtfertigen". Die Summe von kleinen ungefragten Dingen ist das Problem und das fängt beim einzelnen Summanden an.

von audion - am 30.04.2012 16:05
Die Onlinepetition hat immerhin gut 3000 Unterschriften ergeben, die mittlerweile eingereicht wurden; das muss nun auch Roger de Weck sehen; eine saubere Rückführung in eine private Trägerschaft - mit der WRS doch 11 Jahre lang anständig leben konnte (vor der Uebernahme durch die SRG) - sollte doch wirklich möglich sein, so die SRG WRS unbedingt loswerden will; ansonsten könnte die SRG doch auch WRS soweit beeinflussen, mehr eigenproduzierte Programme zu senden, das könnte eine Bedingung sein, damit WRS bei der SRG verbleiben könnte.

von dxbruelhart - am 01.05.2012 04:47
Zitat

SRG soll Beitrag an Integration leisten
Felix Gutzwiller kämpft für World Radio Switzerland


Im Frühling dieses Jahres hat SRG-Direktor Roger de Weck angekündigt, das englischsprachige World Radio Switzerland (WRS) abzustossen. Der in Genf stationierte Sender ist de Wecks Sparkurs zum Opfer gefallen. Nun formiert sich in Bundesbern Widerstand gegen die Massnahme – denn angesichts der wachsenden fremdsprachigen Bevölkerung wird WRS eine wichtige Rolle für die Integration der Zuwanderer sowie für das Standortmarketing zugeschrieben. Dies berichtet die "Sonntagszeitung" in ihrer Ausgabe vom 24. Juni.

Allen voran der Zürcher FDP-Ständerat Felix Gutzwiller will die Einbindung von WRS in der SRG sicherstellen. Gutzwiller möchte in einem Vorstoss vom Bundesrat wissen, ob dies allenfalls "durch eine Effizienzsteigerung der SRG" zu finanzieren wäre, wie er in seiner Interpellation formuliert. Zudem fragt er, wie die Regierung "ohne WRS die englischsprachigen Personen in der Schweiz erreichen" könne. 2007 übernahm die SRG den Sender, der seit 1996 in Genf über UKW zu empfangen war. (sonntagszeitung)


Quelle:
persoenlich.com

von digiradio.ch - am 24.06.2012 19:29
Mehrere Interessenten für WRS
Gestern hat der Verwaltungsrat der SRG anhand einer umfassenden Analyse entschieden, dass WRS ausserhalb der SRG weitergeführt werden soll. Mehrere Bewerber haben jetzt schon ihr Interesse an einer Übernahme bekundet.

Die SRG will World Radio Switzerland WRS im Zuge einer Angebotsfokussierung in eine private Trägerschaft überführen. Dies schreibt die SRG am Donnerstag auf Presseportal.ch. Die Generaldirektion der SRG leite die dafür notwendigen Schritte ein. Ein Projektausschuss unter der Federführung von Daniel Jorio, Finanzdirektor der SRG, nehme seine Arbeit auf. Projektleiter ist der SRG-Berater François Besençon.

Ein auf Merger and Acquisition spezialisiertes Unternehmen wird in der Schweiz wie im Ausland den Kontakt zu privaten oder institutionellen Investoren aufnehmen, die WRS mit seiner Ausrichtung weiterführen wollen. Ziel sei es, das Projekt 2012 vorzubereiten und 2013/2014 umzusetzen, so die SRG weiter. Sofern potentielle Käufer ihr Interesse bestätigen und die Aufsichtsbehörde bereit sei, die frei werdende UKW-Frequenz auszuschreiben, könnten die Investoren eine Konzession für ein kommerzielles Lokalradio im Versorgungsgebiet 2 (Arc lémanique) beantragen, ohne Anspruch auf Empfangsgebühren. Die Verbreitung über DAB+ sei sichergestellt. Sollte sich bis Ende Oktober 2012 kein Käufer finden, will der Verwaltungsrat in seiner Dezember-Sitzung über die weiteren Schritte entscheiden.

Quelle: http://www.werbewoche.ch/mehrere-interessenten-fuer-wrs

von radiohead - am 28.06.2012 11:03
Interessantes Dokument. Dann kann man ja noch hoffen.

Aber dieser Satz irritiert mich schon ein wenig.

Zitat

Die Verbreitung über DAB+ sei sichergestellt.


Für UKW so ein TamTam und die DAB Versorgung ist sichergestellt. Das soll mir einer mal erklären. Ich war der Meinung es geht um sein oder nicht sein von WRS.

von drahtlos - am 28.06.2012 15:15
Felix Gutzwiller hat eine Interpellation zum Thema WRS im Ständerat eingereicht; der Bundesrat hat nun geantwortet und den Verkauf befürtwortet (was die SRG weiter macht, bleibt aber vorerst nebulös):

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20123632

12.3632 – Interpellation
World Radio Switzerland als Teil des Service public

Eingereicht von

Gutzwiller Felix
Einreichungsdatum 15.06.2012
Eingereicht im Ständerat
Stand der Beratung Erledigt

Eingereichter Text
1. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass in der Schweiz die Information englischsprachiger Personen als Standortqualität und für die Integration wichtig ist und somit durch den Service public abgedeckt werden soll?

2. Gibt es qualitativ und quantitativ ebenbürtige private Alternativen zu World Radio Switzerland (WRS)?

3. Wie gedenkt er ohne WRS die englischsprachigen Personen in der Schweiz zu erreichen?

4. Liesse sich durch eine Effizienzsteigerung der SRG WRS innerhalb der SRG weiterführen? Wie gedenkt der Bundesrat bei der SRG Einfluss zu nehmen, dass dies so geschieht?

Begründung
Die Schweiz verfügt über eine rasch wachsende Zahl gut ausgebildeter Ausländer aus dem englischsprachigen Raum. Diese Personen sind für den Standort Schweiz zentral. Da ihr wirtschaftliches Umfeld sie aber oft nicht zum Erlernen einer Landessprache zwingt, besteht die Gefahr, dass sie sich schlecht integrieren. Damit können sie keinen Beitrag zu einer weiterhin gesellschaftlich und wirtschaftlich offenen Schweiz leisten, in der willkommen ist, wer unsere Regeln einhält. Hier leistet WRS einen wichtigen Integrationsbeitrag.

WRS dient als Ergänzung des Basisangebots der SRG. Zielgruppe sind laut Konzession "die in der Schweiz lebenden, englischsprachigen Ausländerinnen und Ausländer". Dieses schwer zugängliche Publikum wird von anderen SRG- oder privaten Sendern nicht abgedeckt. WRS ist somit ein eigenständiger nationaler Radiosender, dessen Auftrag darin besteht, schweizweit für ein englischsprachiges Zielpublikum Informations-, Beratungs- und Unterhaltungsprogramme des Service public anzubieten. WRS ging 2007 aus World Geneva hervor. Das UVEK anerkannte dessen Service-public-Auftrag anlässlich der Verlängerung der Konzession im Jahr 2004 und schrieb, dass WRS "Brücken zwischen den verschiedenen Gemeinschaften in Genf" schlägt. 2006 wurde von der SRG ein Konzessionsgesuch für WRS eingereicht.

Im Sinne einer Integrationsstrategie ist WRS weiterzuführen. Die SRG kann mit ihrem grosszügigen Budget die Kosten von WRS kompensieren und WRS voll integrieren und so weitere Synergien schaffen.


Antwort des Bundesrates vom 22.08.2012
1. Die Information des anglophonen Publikums in der Schweiz über politische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse ist dem Bundesrat ein wichtiges Anliegen. Der Bundesrat hat deshalb im Jahr 2007 in der SRG-Konzession eine Grundlage World Radio Switzerland (WRS) geschaffen. Das Angebot ist beim Publikum allerdings nicht auf die erhoffte Akzeptanz gestossen. Eine Umfrage Anfang 2012 ergab, dass weniger als ein Viertel des Zielpublikums WRS kennt und weniger als ein Zehntel dieser Gruppe den Sender je gehört hat. Die Wahrnehmung dieses schweizweit empfangbaren Senders beschränkt sich vornehmlich auf die Regionen Romandie und Genf. Die Marktanteile im zweiten Semester 2011 sind allerdings mit einem Wert von 0,1 Prozent für die Romandie bzw. 0,2 Prozent für die Region Genf verschwindend gering. Vor diesem Hintergrund ist es für den Bundesrat nachvollziehbar, dass die SRG plant, sich von WRS zu trennen und den Sender einer geeigneten Trägerschaft zu übergeben.

2. Über 80 Prozent des Programms von WRS bestehen aus Fremdproduktionen, die im Ausland eingekauft werden und damit keinerlei direkten Bezug zur Schweiz haben. Es gibt neben WRS auf verschiedenen Plattformen zahlreiche andere Angebote für dasselbe Zielpublikum wie WRS, nämlich für Personen, welche vornehmlich an internationalen Informationen und an englisch moderierten Programmen interessiert sind. So betrachtet, bestehen durchaus Alternativen zu WRS. Ob einer dieser Anbieter einen möglichen Kandidaten für die Übernahme des bisher von WRS angebotenen Programms darstellt, ist offen. Um die heute von WRS benutzte lokale UKW-Frequenz einem anderen Kandidaten erteilen zu können, müsste zunächst ein entsprechendes Versorgungsgebiet in der Radio- und Fernsehverordnung ausgeschieden und die betreffende Konzession öffentlich ausgeschrieben werden. Die schweizerische Lokalradiolandschaft ist heute weitgehend gefestigt, und der Bundesrat hat den Weg in die digitale Zukunft des Radios mit seiner DAB-plus-Strategie bereits klar vorgezeichnet. Anpassungen im Bereich der UKW-Landschaft wird der Bundesrat daher nur dann in Erwägung ziehen, wenn ernsthafte Interessenten mit überzeugenden publizistischen Konzepten und soliden Finanzressourcen vorhanden sind.

3. Die Informationsleistung an die Ausländerinnen und Ausländer, die der Landessprachen nicht mächtig sind, muss nicht zwingend über WRS erfolgen. Die SRG SSR hat mit Swissinfo eine mehrsprachige Internetplattform geschaffen, welche diesen Auftrag mit qualitativ hochwertigen Angeboten zu erfüllen vermag. Schon heute wird das umfangreiche englischsprachige Teilangebot vom anglophonen Publikum in der Schweiz rege genutzt. Swissinfo erbringt somit einen nützlichen Beitrag zu der vom Interpellanten angesprochenen Integration. Positiv zu würdigen ist dabei, dass die Beiträge von Swissinfo vollständig aus Eigenleistungen bestehen.

4. Das Grundproblem bei WRS liegt nicht in einem Mangel an Effizienz. Es besteht darin, dass WRS in einem ohnehin kleinen Markt nur einen geringen Teil des Zielpublikums erreicht und im harten Konkurrenzumfeld kaum Chancen auf einen aus wirtschaftlicher Sicht nachhaltigen Betrieb hat.

von dxbruelhart - am 12.09.2012 05:06
News zu WRS:

Im Zuge einer Angebotsfokussierung hat die SRG ihre Absicht bestätigt, World Radio Switzerland (WRS) zu privatisieren

http://srgssr.ch/nc/de/medien/archiv/single/date/2012/die-srg-ssr-schlaegt-dem-bakom-zwei-dossiers-fuer-die-uebergabe-von-wrs-vor/

von Westwind - am 17.12.2012 14:12
So soll WRS übergeben werden in private Hände (Link ist oben bei Westwind):

Die SRG SSR schlägt dem Bakom zwei Dossiers für die Übergabe von WRS vor

​Im Zuge einer Angebotsfokussierung hat die SRG ihre Absicht bestätigt, World Radio Switzerland (WRS) zu privatisieren. Sie berücksichtigt für die Übergabe von WRS zwei Dossiers.
Der Verwaltungsrat SRG hat auf Antrag der Generaldirektion und des Steuerungsausschusses für das Projekt WRS beschlossen, für die Übergabe von WRS die folgenden beiden Dossiers zu berücksichtigen:
Das Projekt der (noch zu gründenden) Stiftung WRS von Philippe Mottaz, dem heutigen Programmleiter, und Paige Revillard, der stellvertretenden Programmleiterin von WRS. Für dieses Projekt wird eine UKW-Konzession beantragt.
Das Projekt der Anglo Media SA; die Aktiengesellschaft ist zu einer Akquisition mit oder ohne UKW-Konzession bereit.

Der Steuerungsausschuss der SRG, der mit der Übergabe beauftragt ist, attestiert diesen beiden Projekten eine hohe Qualität, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Erfüllung des WRS-Auftrags.

Die SRG wird das Bakom in den kommenden Tagen umfassend informieren; das Bakom wird anschliessend das Uvek über die getroffene Auswahl orientieren. Dieses wird schliesslich über das weitere Vorgehen entscheiden und gegebenenfalls ein Verfahren für die Konzessionserteilung in die Wege leiten.

Gleichzeitig wird der Bundesrat die Konzession der SRG anpassen, um die SRG von ihrer Pflicht zur Verbreitung eines englischsprachigen Radioprogramms zu entbinden.

Die Überführung von WRS an den Konzessionsnehmer soll im Verlauf des Jahres 2014, spätestens aber am 31. Dezember 2014 erfolgen. Bis dahin ist WRS Teil des SRG-Programmangebots.

Unternehmenskommunikation SRG

Weitere Auskünfte erteilt ab 16 Uhr:
François Besençon, Steuerungsausschuss, 079 446 18 12


von dxbruelhart - am 17.12.2012 15:43
Die SRG kann nun das World Radio Switzerland per Ende August 2013 verkaufen und übergeben in private Hände, das hat der Bundesrat heute beschlossen:

http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=48684

World Radio Switzerland (WRS)

Zudem hat der Bundesrat die SRG per Ende August 2013 von der Verpflichtung entbunden, ein englischsprachiges Radioprogramm anbieten zu müssen. In den fünf Jahren des Betriebs von WRS konnte das anglophone Zielpublikum in der Schweiz nicht erreicht werden. Entsprechende Erwartungen haben sich nicht erfüllt und der Service public-Effekt ist zu gering. Die SRG hat nun die Möglichkeit, die Radiostation einer privaten Gesellschaft zu übertragen. Das Programm kann künftig über das digitale Netz DAB+, über Kabelnetze und Internet verbreitet werden.


Das WRS verliert also so seine UKW-Frequenz.

von dxbruelhart - am 01.05.2013 08:16
So, jetzt könnte man WRS in Radio SwissMountainHolliday integrieren und etwas für die Touristen anbieten. Natürlich müsste irgendwie ein Wechsel in der Programmstruktur stattfinden. Leider hat man dann wohl das Problem, dass sich SMH/WRS nicht in den dafür geeigneten Tourismus-Regionen nicht empfangen lässt (Westschweiz/Wallis/Berner Oberland).

von drahtlos - am 01.05.2013 09:06
Nun ist es soweit: WRS wird zum 1. September 2013 an Radio Frontier verkauft. Der schweizweite Betrieb via DAB+ soll stufenweise eingestellt werden:

Zitat

Verkauf WRS: SRG stellt Verbreitung stufenweise ein

Als Folge des bereits früher kommunizierten Verkaufs von Radio WRS stellt die SRG dessen Verbreitung nun stufenweise ein.

Die SRG hat den englischsprachigen Radiosender WRS per 1. September 2013 verkauft. Im Laufe des Septembers wird das Programm von den meisten Verbreitungsvektoren der SRG wie folgt weggeschaltet:

• DVB-S, Livestreaming und DAB (alle Layer ausser französischsprachige Schweiz)
am 3. September 2013

• UKW (101.7) MHz am 30. September 2013

Ab 31. August 2013 24.00 Uhr, läuft das Programm unter der Verantwortung der neuen Eigentümerschaft. Die Änderung auf dem verbleibenden DAB-Layer wird hier zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Weitere Infos finden Sie unter www.radiofrontier.ch.


Quelle: Technischer Newsletter der SRG / Ausgabe September

von digiradio.ch - am 26.08.2013 15:52
Auf welchen Wegen wird denn WRS in Zukunft noch verbreitet?
Was passiert mit dem freiwerdenen DAB-Sendeplatz?
Die UKW 101,7 muss weichen, weil keine neuen Betreiber mehr auf UKW starten können gemäss den Vorgaben des Bakom.

von dxbruelhart - am 26.08.2013 16:16
Gemäss der Selbsterklärung von WRS sendet WRS weiterhin auf DAB, siehe hier http://worldradio.ch/wrs/news/switzerland/an-explanation-on-the-future-of-wrs.shtml?36629 und das entsprechende Interview, welches hier eingebettet ist.
Es soll allerdings via DAB nur in der Region Léman künfitg verbreitet werden; ist damit das Romandie-Ensemble 12A gemeint oder das neue private Ensemble auf Kanal 10?
Das neue kommerzielle WRS wird aber als Veranstaltungsradio noch einen Monat, währende dem ganzen September, auf UKW 101,7 vom Salève senden.

von dxbruelhart - am 26.08.2013 16:45
Soll das Programm denn so bestehen bleiben. Gerade die BBC Übernahmen und Nachrichten (auch anderer engl.spr. Länder) sind ab und zu richtig angenehm zu hören. Das Romandie Ensemble geht glücklicherweise bei uns sehr gut. Aber dass man den Zürcher internationalen Markt aufgibt...

von CBS - am 26.08.2013 22:01
- Die BBC-Uebernahmen bei WRS sollen bleiben; das Romandie-Ensemble geht hier auch noch, so wie heute in weiten Teilen der Deutschschweiz - dank dem mächtig erstarkten Chasseral.

- Farbe 3 sucht Ihre Frequenz bis am 2. September https://www.facebook.com/couleur3/posts/10151638646624503
Da ist etwas im Busch... - ich prophezeihe aber nichts!

von dxbruelhart - am 28.08.2013 04:48
Gestern hatte ich auf genau diesen FB-Eintrag geantwortet und gefragt ob Couleur 3 seine Frequenz auf DAB 12C in der Deutschweiz sucht. Unerklärlicherweise wurde dieser Komentar gelöscht :confused:

von radiohead - am 28.08.2013 14:02
Ich konnte heute mit einem mir bekannten DAB-Experten der SRG sprechen: Leider wird Couleur 3 vorerst nicht auf 12C aufgeschaltet; es gab bisher keinen Entscheid der Geschäftsleitung der SRG, was mit dem freiwerdenen Platz geschieht. Der Platz bleibt vorerst leer.

von dxbruelhart - am 28.08.2013 18:42
Hallo Radiofreunde,

Heute bereits ist der Letzte Tag an dem WRS Live sendet.
Quelle : im Programm gehört.
Ich find das schade. Hatte aber in der Letzten Zeit wenig WRS gehört.
Heute bleiben die Empfangsgeräte auf WRS eingestellt.
MfG Det.

von RADIO354 - am 30.08.2013 08:18
Hier noch ein Link zum " Final Day " Today on WRS :
WRS Final DAY
Auch die Offizielle Meldung bei Broadcast.ch als PDF :
Geplante Abschaltung von WRS durch die SRG

von RADIO354 - am 30.08.2013 08:49
Zitat

ch konnte heute mit einem mir bekannten DAB-Experten der SRG sprechen: Leider wird Couleur 3 vorerst nicht auf 12C aufgeschaltet; es gab bisher keinen Entscheid der Geschäftsleitung der SRG, was mit dem freiwerdenen Platz geschieht. Der Platz bleibt vorerst leer.


Schade, dass die SRG den frei werdenden Sendeplatz von 64kbps nicht sofort an Rete Due oder Couleur 3 auf 12C vergibt. Da wurde ich jahrelang vertröstet, dass es für Couleur 3 keine Kapazität hat und jetzt wo es Platz gibt passiert nichts.

von radiohead - am 30.08.2013 11:20
Zitat
smid
Und somit lässt man die Bandbreite einfach frei? :-(


Man kann ja noch auf irgendwas hoffen. Es sind zwar Zusatzdienste wie TPEG und EPG mal angekündigt worden. Mal sehen, was kommt.

Hier die neueste Aufstellung mit den Datenraten und der gesamten Belegung in der Deutschweiz:

[attachment 2039 DAB_Schweiz_nach_Abschaltung_von_WRS_Sept._2013.JPG]

von drahtlos - am 03.09.2013 16:25
Guten Morgen,

Nachdem die Kapazität für WRS auf dem DAB Mux SRG SSR D 01 auf 12 C nicht neu verteilt
wurde gehe Ich mal davon aus, dass Datendienste wie TPEG usw. diese Kapazität zugewiesen
bekommen werden. Wahrscheinlich ab 2014.
MfG Det.

von RADIO354 - am 22.09.2013 08:01
Also,

Ich warte schon auf TPEG um mir mal ein Neues Navigationssystem ins Auto zu tun.
Die Anderen Datendienste interesssieren sicher nicht Jeden. Mich schon. Mit dem Sensia kann
Ich beispielsweise die SLS sehen.

von RADIO354 - am 22.09.2013 20:50
Guten Morgen,

Die UPC Cablecom hat das Programm WRS im Netz Chur von der Analogen UKW Frequenz 97,05 Mhz
entfernt. Momentan steht ein Leerträger und das RDS zeigt " Good bye " an Stelle des Programmnamens an.
MfG Det.

von RADIO354 - am 27.09.2013 08:34
Hallo Radiofreunde,

Im Digitalen DVB- C Radio der UPC Cablecom wird WRS zwar noch gelistet aber nicht wiedergegeben.
" Dienst nicht verfügbar " zeigt mein TV Gerät im Radiomodus an.
Mein WLanradio mit dem The Lounge Portal von Pure hat WRS auch nicht mehr in der Liste.
Eine URL für den Stream konnte Ich auf der Webseite von WRS leider nicht extrahieren.
MfG Det.

von RADIO354 - am 01.10.2013 17:17
Die 101.70 vom Salève ist jetzt abgeschaltet. Im Raum Genf können nun auf 101.7 gemäss regardtv empfangen werden:
http://www.regardtv.net/t2267p990-emetteurs-antennes-sites-d-emissions

101.7 RTL2 - Le Creusot
101.7 Energy Bern - Bantiger

von dxbruelhart - am 14.10.2013 07:20
BBC World Service hat eine Vereinbarung für die Ausstrahlung von BBC World Service Englisch auf World Radio Schweiz (WRS) Kanal in Genf und Lausanne auf DAB + unterschrieben und Streaming auf WRS Website.

Zitat

BBC World Service has signed an agreement for broadcast of BBC World Service English programming on World Radio Switzerland (WRS) channel in Geneva and Lausanne on DAB and streaming on WRS website. “

“DAB is an emerging platform and we understand not all potential listeners will have DAB radios. There are of course other options for listening to BBC World Service English content, not least via bbcworldservice.com.”


more:
http://genevalunch.com/2013/10/11/wrs-bbc-sign-radio-agreement-update-2/

Interessantes Detail: Die BBC nennt nur DAB, in anderen Publikationen wird von DAB+ gesprochen.

von drahtlos - am 18.10.2013 08:21
Zitat
dxbruelhart
Die 101.70 vom Salève ist jetzt abgeschaltet. Im Raum Genf können nun auf 101.7 gemäss regardtv empfangen werden:
http://www.regardtv.net/t2267p990-emetteurs-antennes-sites-d-emissions

101.7 RTL2 - Le Creusot
101.7 Energy Bern - Bantiger


In einigen Foren in der Westschweiz wird gejammert, dass WRS auch über UKW abgestellt wurde. Man empfiehlt den Autofahren einen DAB-Empfänger mit UKW-Transmitter zu kaufen und dort die Frequenz 101,7 einzustellen, die werde nicht gestört.....;-). (wie oben erwähnt ist es die ehemalige WRS-UKW-Frequenz)

von drahtlos - am 02.11.2013 01:22
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