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Wann Abschaltung UKW?

Startbeitrag von drahtlos am 23.05.2012 21:14

hallo Foren-Freunde

nachdem erstmals von offizieller Seite etwas zum Thema Abschaltung von UKW in der Schweiz gehört wurde und wir im Thread DAB-Senderausbau etwas vom Thema abgekommen sind, möchte ich das ganze in "geordnete" Bahnen leiten:

Hier eine Aussage eines BAKOM Mitarbeiters an einer Veranstaltung der RTR-Austria zum Thema DAB, vom 4. Mai 2012:

In der Schweiz wird die Planung von neuen UKW-Frequenzen inzwischen eingestellt.
Für neue Programme steht nur noch DAB+ als Übertragungstechnologie zur
Verfügung. Derzeit würden Szenarien erarbeitet, wie ein kompletter Wechsel des
Hörfunks in der Schweiz auf Digitalradio im Jahr 2019 erfolgen könnte, wenn
bestehende lokale und regionale UKW-Konzessionen erneuert werden müssten,
berichtete Marcel Regnotto vom Schweizerischen Bundesamt für Kommunikation.

Die 50 interessantesten Antworten:

Ich meine vor jeder Abstellung von UKW muss mal auch eine Umfrage gemacht werden, wieviele DAB Geräte es bei der Bevölkerung gibt.
Man könnte eigentlich auch schon im Jahre 2017 abstellen - zusammen mit den Norwegern - doch gibt es bis dann immer noch viele Fahrzeuge im Verkehr, welche über kein DAB Radio verfügen. Wenn letztgenanntes Problem nicht bestehen würde, könnte man einfach verordnen, dass sämliche neu verkauften Empfänger, resp. Autoradios ein DAB+ Empfangsteil haben müssen, natürlich erst wenn praktisch alle Lagerbestände abverkauft sind. Trotzdem bin ich auch der Meinung, dass mind. 1 Programm pro Sprachregion noch weiter auf UKW senden sollte. Bei nur 1 Programm auf UKW würden die Leute vermutlich recht schnell DAB Empfänger kaufen!

In der Schweiz - denke ich mal - sind vermutlich bereits über 50% aller Sendeanstalten über DAB zu hören, die restlichen 50% - machen eh nur noch höchstens 10% aller Hörer aus - die kommen dann in die Regional- oder Sub-Regional-Ensembles. Die reinen Kabel- und Internet-Programme werden logischerweise hier nicht mitgezählt.

von drahtlos - am 23.05.2012 21:16
Persönliches Antwortschreiben von Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des UVEK, vom 5. Dezember 2011 betreffend Vorschlag einer stufenweiser Abschaltung von UKW


"Sehr geehrter Herr....

Ich danke Ihnen für Ihr freundliches Schreiben vom 15. November 2011, das ich Ihnen gerne beantworte. Sie regen in Ihrem Brief eine stufenweise Reduktion der Sendeleistung von UKW-Höhensendern an, mit der Begründung, dass lediglich zwei Prozent der Bevölkerung die UKW-Signale effektiv nutzen.

Sie gehen davon aus, dass rund 98 Prozent der Schweizer Bevölkerung die Radio- und TV-Programme via Kabel, Satellit oder Internet empfangen. Diese Zahl ist zwar richtig, allerdings sagt sie nichts über die tatsächliche Wahl der Verbreitungswege aus. Sie gibt lediglich einen Hinweis auf den Abdeckungsgrad dieser Sendevektoren, aber sie ist nicht so zu verstehen, dass die Bevölkerung diese Vektoren ausschliesslich und in diesem Umfang nutzt.

Konkret ist der UKW-Empfang natürlich um ein Vielfaches höher als zwei Prozent Die SRG und auch die privaten Radiostationen gehen davon aus, dass Radioprogramme in der Schweiz vorwiegend via UKW-Wellen konsumiert werden. So bringt z.B. im Auto, im Freien oder in den Räumen ohne Kabelanschluss (z.B. in der Küche) lediglich der drahtlos-terrestrische Verbreitungsvektor die Signale (UKW, DAB) zu den Empfangsgeräten. Zudem werden die Programme der privaten Radiostationen in der Schweiz in der Regel nicht via Satellit verbreitet Die Wichtigkeit der analogen drahtlosterrestrischen Verbreitung wird schliesslich dadurch unterstrichen, dass die Alarmierung der Bevölkerung bei Katastrophen und in Krisenzeiten sich immer noch auf die Verbreitung behördlicher Ansagen über UKW-Frequenzen stützt

Die drahtlos-terrestrische Versorgung der Schweiz wird durch rund 800 UKW-Sender sichergestellt Sie beruht auf einem komplizierten und äusserst ausgeklügelten Geflecht von Frequenzen, Sendeleistung und Standorten. Höhensendern kommt in diesem Kontext eine entscheidende Bedeutung zu, da sie für die Bedienung weiter Landstriche sorgen. Die Leistungsreduktion bei diesen Höhensendern hätte wesentliche Auswirkungen auf die gesamte Netzkonfiguration. Die Versorgungseinbussen müssten durch die kostspielige Anpassung einer grossen Zahlleistungsschwächerer Sender kompensiert werden, damit die Programme der SRG wie auch der privaten Veranstalter ihrem Konzessionsauftrag entsprechend weiterhin empfangen werden könnten.

Sie haben jedoch recht, dass die digitalen Technologien wie DAB oder DVB-T wegen ihrer effizienten Wirkung Energieeinsparungen möglich machen. Dies ist einer der Gründe, weshalb der Bundesrat seit mehreren Jahren auf einen weiteren UKW-Ausbau verzichtet und künftig voll auf die Digitalisierung der Radioverbreitung setzt.


Freundliche Grüsse

Doris Leuthard, Bundesrätin"


von Westwind - am 24.05.2012 15:17
Ich hab eigentlich nichts gegen DRS2, auch wenn ich sagen muss das es definitiv nicht mein Programm ist.

Aber ich denke die 2. Programme, wie DRS2 sind eben die Programme bei denen man fast ohne Reichweitenverlust die FM Übertragung einstellen könnte. Denn diese Hörer wären am ehesten dazu bereit auf DAB/DAB+ umzusteigen.

Wenn man aber bei DRS3 die FM Übertragung abschalten würde, dann würden die meisten Hörer nicht auf DAB/DAB+ weiterhören, sonden eben eins der privaten Programme weiterhören. Und das wäre natürlich schlecht für die SRG, also kann man das nicht machen. Weil man dann einen gigantischen Reichweitenverlust hätte.

von Martyn136 - am 24.05.2012 21:41
Martyn, erkläre uns bitte, was es in Sachen DAB-Umstieg für einen Vorteil bringen soll, wenn man zunächst ein reichweitenschwaches Programm abschaltet. Die grosse Masse der Hörer anderer Programme kauft sich deswegen trotzdem kein neues Radio.

Und woher willst du wissen, dass DRS2-Hörer am ehesten dazu bereit wären, auf DAB umzusteigen? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die gebildeteren und kulturell interessierten Leute (durchaus zurecht) hinterfragen, warum ausgerechnet sie als erstes zu einem Umstieg gezwungen werden.

Ich behaupte, dass UKW alleine schon wegen der riesigen Gerätebasis noch lange das Mass aller Dinge in der Radio-Versorgung bleiben wird. DAB kann derzeit diese Aufgabe noch nicht vollständig übernehmen und bevor eine Nachfolgetechnologie dazu nicht in der Lage ist, braucht man gar nicht über einen Abschalttermin des vorhandenen Systems nachzudenken. Das gilt natürlich sinngemäss auch für das Radiohören über IP-Netze, was ja gerne als Konkurrenz/Alternative zu DAB genannt wird.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.05.2012 04:04
Zitat
Martyn
Aber ich denke die 2. Programme, wie DRS2 sind eben die Programme bei denen man fast ohne Reichweitenverlust die FM Übertragung einstellen könnte. Denn diese Hörer wären am ehesten dazu bereit auf DAB/DAB+ umzusteigen.


Nun da gerade DRS2 höhrer wohl eher auf qualität setzen, haben sie bei direktem UKW empfang in DAB keine alternative.
Bei DAB geht's schon lange nicht mehr um die tonqualität, da geht's um die masse an programmen. Und das beisst sich halt. Zur Erinnerung:

Datenraten UKW generell 256kB MPEG1, Audiolayer 2
Datenrate DAB DRS2 160kB MPEG1, Audiolayer 2 / Espacre 2 64kB/AAC (auf dem SMC MUX)

Da hätte ich als hin und wieder DRS2 Hörer der auch mobil auf UKW mit einem guten UKW Empfänger mit der empfangsqualität von DRS ganz zufrieden ist, keine freude daran.

von offair - am 25.05.2012 10:38
Ein Antrag der nicht-offizillen Landsgemeinde Zürich will UKW abschalten.
Thomas Gilgen von Open Broadcast hat diesen Vorschlag eingereicht:

http://landsgemeinde.net/2012/06/17/vorschlag-5-ukw-abschalten/

Eine Abschaltung von UKW würde zur Folge haben, dass alle Sender auf DAB (digitaler Rundfunk) wechseln. Dieser Wechsel würde der Radiolandschaft gut tun, denn pro Stadt oder Region würden zusätzlich 20 neue Radio Frequenzen zur Verfügung stehen. Das gäbe endlich Platz für die notwendige Vielfalt.

Die Frage ist einfach: UKW Einfalt oder DAB Vielfalt?

Eingereicht von: Thomas Gilgen, Zürich


Soll am 1. August über diesen Vorschlag abgestimmt werden?
Wenn du dafür bist, hier klicken:

3 Stimme(n)


von dxbruelhart - am 17.06.2012 12:22
Na ja, wenn man sich ansieht, was die da getestet haben. Man könnte auch eine DENON-Anlage kaufen, die tönt sicher besser. Ein DAB-Empfänger an der Stereo-Anlage angeschlossen, bringt bei den 64kbit Programmen auch nicht sehr viel. Bei meinem ex-Woodstock 54 DAB Autoradio tönte DAB immer besser als UKW, weil damit DAB einen besseren Dynamik-Umfang hatte. Das war natürlich vor der SMC-Zeit.

UKW hat doch in der heutigen Zeit kaum mehr einen Mehrwert, ausser vielleicht an der heimischen Musik-Anlage. Umgekehrt benötigt das schweizerische DAB endlich mal den Mehrwert, den die Technik auch bietet! Ein vernünftiges EPG inkl. Aufnahmemöglichkeit über das EPG, dann TPEG und letztendlich auch vernünftige Displays mit vielen Anzeigemöglichkeiten (Beispiel: DAB-Einstellmöglichkeiten beim Opel ADAM)

von drahtlos - am 16.01.2013 20:38
Ein Beispiel:
Zwischen Bilten und Lachen in der Linthebene ist dank der Vielfachbelegung von UKW-Frequenzen (auf jeder UKW-Frequenz funken durchschnittlich 4-5 Sender, die sich gegenseitig stören) kein beifahrertauglicher Empfang von DRS-Programmen mehr auf UKW möglich; sogar die zig DRS1 Frequenzen kommen entweder nur verzerrt, verrauscht oder durchbrochen von anderen Programmen an (Beispiel: DRS1 Benkner Büchel 101,2 hat Gleichkanalsender Zürisee 101,2 Buchberg Honegg der bricht immer mal wieder durch in der Linthebene). Das sehr gute Autoradio RCD 300 ist da selbst überfordert auf UKW.
Daher hat sich UKW in der Schweiz wirklich überlebt.

von dxbruelhart - am 17.01.2013 05:29
DVB-C Tuner? In der Stereo-Anlage? Mit Titel- und Interpreten-Anzeige? Mir fehlen bei DVB-C FTA mind. 20-30 Schweizer Radio-Programme? Mache ich etwas falsch? Über SAT sind viel mehr Radio-Programme - insbesondere auch aus Deutschland - vorhanden.

Grundsätzlich kann und wird sehr wahrscheinlich UKW im Kabel länger bestehen können als terrestrisch. Im Kabel ist der Frequenzbereich zurzeit unbestrittener als terrestrisch, da es heute keine anderen Endgeräte für diesen Bereich gibt.

Ich frage mich aber auch, was aus den terrestrischen UKW Frequenzen in den Ländern wird, wo es bereits Abschalt-Szenarien gibt. Von einer Neuausschreibung habe ich in Norwegen/Dänemark/UK noch nie etwas gelesen.

von drahtlos - am 17.01.2013 08:42
Zitat
drahtlos
Ich frage mich aber auch, was aus den terrestrischen UKW Frequenzen in den Ländern wird, wo es bereits Abschalt-Szenarien gibt. Von einer Neuausschreibung habe ich in Norwegen/Dänemark/UK noch nie etwas gelesen.


In der Schweiz dürfte es klar sein: Da ist dann überall wieder guter UKW-Empfang möglich - aus dem Ausland, sobald die Schweizer Sender mal abgeschaltet sind. Die Schweiz ist geographisch so klein, dass man da nicht ein eigenes Süppchen kochen kann. Solange noch Nachbarländer auf UKW senden, wird der Bereich in der Schweiz wohl sauber bleiben. Italien wird wohl noch am längsten auf UKW bleiben, vielleicht 40 Jahre oder mehr. Somit werden wir wohl eine Neubelegung des UKW-Bandes nicht mehr erleben, sofern vernünftig gehandelt wird.

von dxbruelhart - am 17.01.2013 09:25
Zitat
PeterA
Zitat

2015: Abschaltung aller kommerziellen Privatprogramme (R. 24, R. Zürisee, R. 1, R. Central etc.)"


UKW Versorgung ist für diese Lokalradio essential, nur damit erreicht man die Masse der meist im Stau stehenden Autofahrer.


Das stimmt.
Wobei die UKW Aussendungen auch noch DAB+ Querfinanzieren.
Am Wenigsten DAB Empfang ist immernoch im Mobilbetrieb.
Der Letzte Newsletter von Radio Swiss Pop hatte für Mobilempfang den Tip einen Taschenempfänger
per Aux an`s Radio anzuschliessen.
Umbauten werden oft gescheut und das Auto wird eher Selten gewechselt.
Der Lokaldudler gefällt vielen. Wenn der auf UKW einwandfrei durchkommt bleibt das Radio
wie es ist. DAB+ Seriell in die Neuwagen hinein. Dann würde zumindest der Beginn eines
Übergangs eingeleitet. Denn der Technische Weg ( Frequenz/ Modulation etc. ) ist Sekundär.
Zählen tut das was aus den Lautsprechern tönt.

von RADIO354 - am 18.01.2013 09:57
Die DAB-Tunnelausbau-Offensive läuft doch schon seit dem letzten Jahr; also 2012/2013 - so wurde es doch immer wieder publiziert. In den Walensee-Tunnels (West-Ost-Richtung) läuft jedenfalls 12C seit irgendwann 2012.
Der Empfang auf UKW ist heute selbst bei den Lokalprogrammen längst nicht mehr überall einwandfrei; die Ueberbelegung des Bandes hat auch zum Teil den Effekt, dass das zuständige Lokalprogramm selbst mit gutem Equipment (welches ich üblicherweise einsetze) an gewissen Orten kaum mehr verständlich auf UKW zu empfangen ist, geschweige denn beifahrertauglich. Diese Orte publiziere ich hier aberf nicht, eine noch ärgere Zufunzelung des UKW-Bandes brauchen wir doch nicht. Fallls man UKW noch länger als bis 2020 nutzen will, ist eine Neuordnung der Frequenzen (Zerobase) unumgänlich; eine Zerobase wird aber nicht gewünscht von den allermeisten Beteiligten.

von dxbruelhart - am 18.01.2013 16:59
@brühli: Diese Verfunzelung ist doch aber auch für alle beteiligten Programmanbieter dermassen unwirtschaftlich. Da springt nur für die Netzbetreiber was raus. Die Programmanbieter werden demnach immer mehr auf DAB+ umsteigen, da sie dort für weniger Geld ein grösseres Gebiet erreichen. Damit wird dann zwar das Lokalfunkmodell an sich ad absurdum geführt, aber gut, wenn es der Markt nicht hergibt? Wo man landet, wenn man so was künstlich am Tropf ernährt, sieht man in NRW. In der Schweiz könnte es dann durch den Umstieg auf DAB letztlich dann zu einer grösseren programmlichen Vielfalt kommen, wenn die Programme mit gleich langen Spießen untereinander konkurrenzieren. Dann werden auf Dauer nicht mehr alle das mehr oder weniger selbe Format senden.

von Peter Schwarz - am 18.01.2013 23:23
Immerhin hat man in 10 Tunnels auf der Nordseite des Gotthards bereits DAB-Empfang. Der Haupttunnel fehlt leider immer noch. Aber dort sind eben auch 2 Ensembles dafür zuständig.
Ich denke, da inzwischen ist noch die SMC dazugekommen ist, wird die ganze Sache nicht mehr so einfach sein.

Eben noch in einem ASTRA-Dokument (Bundesamt für Strassen) entdeckt:

Zitat

Grundsätzlich muss die Tunnelfunkanlage so aufgebaut sein, dass eine Erweiterung der Anlage mit 2 DAB-T-Blöcken möglich ist.


....ok, beim Gotthard-Tunnel wären es dann 3 (?)... ;-) >>> SRF / RSI / SMC

von drahtlos - am 22.01.2013 09:53
Hallo Radiofreunde,

Ich denke auch das es primär an den Kosten liegt.
Ein Kollege von mir ist wieder von Buchs ( SG ) via Sargans- Zürich in den Kanton Aargau
unterwegs gewesen. Die DAB Versorgung in den Tunnels ist weiterhin " Tote Hose " wie
Er das Wortwörtlich sagte. Ausserdem Nervt immernoch dieser Zeitversatz.

Und auch die DR... ( Pardon ! SRF 1 ) Regionalvarianten via 9 A mit 64 Kbps sind auch nicht
der Weissheit Letzer Schluss. Ich würde die Deutsche Regiocast Variante mit dem Breitbandmanagement
Favorisieren. Beispiel SRF 1 mit 120 Kbps senden und während der
Rgionaljournale auseinanderschalten. Die Kennungen bleiben Dauerhaft in der Stationsliste des
Empfangsgerätes drin und verweisen Ausserhalb der Regi- Zeiten auf den Hauptstream der in
Hoher Klangqualität gesendet werden könnte.

Meine Anwesenden Dual- und Microspotgeräte können das ohne Probleme.
Gestestet mittels 5 C Bundesmux. Alle Programme werden anstandslos wiedergegeben,
egal ob die Temporären Fussballübertragungen 90elf 1 bis 5 aktiv sind oder nicht.
Die Regionalen Muxe werden wahrscheinlich `eh nicht überfüllt so wie der 7 D Mux.
Ich höre SRF 1 lieber via 12 C. Die UKW Qualität von SRF1 würde ich nicht gegen die 9 A
Qualität umtauschen wollen.
MfG Det.

von RADIO354 - am 25.01.2013 09:36
Der Kerenzerberg-Tunnel selber sollte an und für sich kein Problem darstellen, die übrigen am Walensee natürlich schon. Wegen den Regionalprogrammen sehe ich auch ein Problem, denn selbständig schalten die vom 12C auf 9A natürlich nicht um. D.h. entweder dauernd 64kbit hören oder den Umschaltzeitpunkt verpassen....;-). Da müsste SRF1 wenigstens kurz vor den Regionaljournalen eine Ansage machen, wohin man umschalten muss. Vermutlich könnte man dies auch technisch lösen, wenn es die Empfänger einstellen liessen. Eine Lösung für eine saubere Umschaltung sehe ich im Moment nicht. Als erste Kompromiss-Massnahme könnte man auf 9A die SRF1 Programme mit der gleichen Datenrate senden lassen, wie auf 12C - nur die Reichweite von 9A entspricht natürlich in keiner Weise von 12C. In den Tunnels wird vermutlich noch lange Zeit kein 9A zu hören sein, dafür könnte man die Regionaljournale entsprechend adressieren, dass eine Umschaltung auf UKW möglich wäre. In den Tunnels werden ja die Regionaljournale auf den Hauptsendern via UKW übertragen, solange es noch UKW gibt....

Die Umschaltung ähnlich den Fussball-Programmen von 90elf in Deutschland wäre eine Alternative, irgendwie aber auch etwas kompliziert (für ältere Leute), denke ich mal.

Zusätzlich die Frage, was passiert wenn jemand gerade eine Aufzeichnung von SRF1 macht?

von drahtlos - am 25.01.2013 13:36
Zitat @ drahtlos,

" Automatisches Umschalten zu den Regionaljournalen kann nicht automatisch funktionieren, weil es auf 9A mehrere Regionaljournale gibt... "

Das ist Heute genau so.
Und das gefällt mir nicht. Dreimal SRF 1 Nebeneinander, Qualitativ eher nicht gut.
Das Zauberwort " Dynamisches Breitbandmanagement " wie bei 90 elf könnte helfen.
Dort wird ein Programm Temporär auseinandergeschaltet.

Dieses Vorgehen bietet sich für die SRF 1 Regis geradezu an. Gehen müsste es.
Ausserhalb der Regionaljournale läuft ja identisches Programm aber 3x Nebeneinander.
Diese müssten auf einen Datenstrom verweisen. Dann werden aber Permanent alle Regionalen
Kennungen mitgesendet. Wenn Ich nun SRF 1 SG Beispielsweise anwähle wird SRF 1 ohne
Regi zu Gehör gebracht.
Ist nun die Sendezeit des Regi gekommen werden 3 Temporäre
SRF 1 Datenströme anstelle des SRF 1 Programmes aufgeschaltet.
Das sind dann die Regionaljournale u.A. für SG. Dieses hatte Ich angewählt und das kommt
dann aus dem Radio. Durch das Anwählen der Kennung " SRF 1 SG " weiss mein Radio
eben welches Regi zu Gehör gebracht werden soll.

von RADIO354 - am 25.01.2013 18:27
Hier nun auch noch im richtigen Thread der (Neben)-Artikel des Tages-Anzeigers zur kommenden UKW-Abschaltung:

http://www.tagesanzeiger.ch/digital/multimedia/Auf-einer-ganz-anderen-Wellenlaenge/story/17778208

Die Hörer in Richtung Zukunft schubsen

Der Bund, die Unterhaltungselektronikbranche und die SRG sind sich einig: Das analoge UKW-Radiosignal hat ausgedient. Digital Audio Broadcasting Plus (DAB+) heisst der neue Standard. Er bietet Vorteile: Die Beschränkung der Anzahl Sender pro Region verschwindet, die Tonqualität ist besser, und es lassen sich Zusatzinfos auf den Radio-Displays anzeigen. Heute können Deutschschweizer Haushalte bereits 40 Programme per DAB+ empfangen. Die Umstellung ist politisch brisant. Die Konsumenten kaufen zwar immer mehr Digitalradios – 2012 wurde in der Schweiz die Millionengrenze überschritten –, aber nach wie vor empfängt die Mehrheit Musik, Nachrichten und Wetter analog. Würde man heute die UKWSender abstellen, müssten Millionen Schweizerinnen und Schweizer ihre Auto- und Küchenradios wegwerfen oder umrüsten. Kurz: Kommt der Abschalttermin zu früh, gibt es Proteste. Realistisch gilt in der Branche ein Termin zwischen 2018 und 2023. Aber schon seit 2008 schubst eine Marketingorganisation die Hörer in Richtung digitale Zukunft. Die SRG-Tochter MCDT AG (Marketing and Consulting for Digital Broadcasting Technologies) verfügt laut Geschäftsbericht 2012 über ein 1,6-Millionen-Marketingbudget; mit Werbekampagnen, Websites und Flyern wird DAB+ angepriesen. Das Geld kommt laut MCDT-CEO Béatrice Merlach zum Teil von der SRG, zum Teil aus Handel und Industrie. Die Migros bestätigt etwa, dass man sich beteilige, schweigt aber zur Höhe des Betrags. Bereits letztes Jahr ist beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eine «Arbeitsgruppe digitale Migration» eingesetzt worden, darin sitzen Vertreter von Bund, SRG und Privatradios. Diese wolle 2014 den Abschalttermin festlegen, heisst es beim Bakom. (ms)

von dxbruelhart - am 16.10.2013 15:58
Ich sende zum Thema mal den Vortrag vom 13.05.2014 von Frau Wayland-Bigler vom BAKOM - etwas zusammengerafft (keine Bilder) - hier ins Forum.

UKW in der Schweiz – kurz vor dem Aus?

Aus Norwegen erfahren wir, dass im Januar 2017 der UKW-Stecker
gezogen wird. Dänemark denkt ebenso darüber nach; in
Grossbritannien ringt man seit einiger Zeit mit der Bekanntgabe eines
Abschaltdatums.
Und wie steht's damit in der Schweiz?

Auch wir gehen davon aus, dass die UKW-Verbreitung in der
Schweiz eines Tages ihren letzten Tag haben wird. Doch über einen
konkreten Switch-Off -Termin haben wir noch nicht entschieden.
Denn viel wichtiger für uns ist gegenwärtig, jenen Prozess in Gang zu
setzen, der die Radiolandschaft für diesen Termin vorbereitet.
Die Schweiz ist gut gerüstet für die digitale Migration. Wie wir uns
den Übergang von der analogen zur digitalen Radioverbreitung
vorstellen, und wer daran beteiligt ist, das möchten ich Ihnen nun
vorstellen.

Doch blicken wir zuerst zurück: Schon um die Jahrtausendwende
beklagten die privaten Radioveranstalter chronische
Frequenzknappheit im UKW-Spektrum, die eine weitere
Entwicklung der Radiolandschaft insbesondere in den
sprachregionalen Raum verunmöglichte.
Die Expertengruppe UKW 2001 sollte deshalb Lösungen finden und
Strategien für eine mögliche Radiozukunft entwerfen.
Die Expertengruppe kam zum Schluss, dass eine Neuplanung des
UKW-Bandes wirtschaftlich unrealistisch ist. Und das Fazit:

Die UKW-Versorgung ist ein Auslaufmodell. Sie wird regional zwar
noch eine Weile der wichtigste Verbreitungsvektor bleiben, doch die
Zukunft wird digital sein.

Dies ist auch die Kernaussage der Digitalisierungsstrategie für die
Radioverbreitung, die der Bundesrat im Jahr 2006 verabschiedete.

Damals, 2006, gab es DAB in der Schweiz schon seit sieben Jahren.
Der Bundesrat hatte mit der Konzessionserteilung 1999 klar
signalisiert, dass die SRG die Lokomotivfunktion bei DAB
übernehmen soll. Die SRG deckte das Land denn auch zügig mit
DAB-Sendern ein.

Richtig durchgestartet ist DAB aber erst ab 2008, als die SRG ihre bei
der älteren Bevölkerung äusserst beliebte Musikwelle vom
Mittelwelle-Sender Beromünster auf ihre DAB-Plattform zügelte.
Mit diesem Schritt löste die SRG einen wahren Boom beim Verkauf
von DAB-Geräten aus.

Wenn wir heute Podestplätze verteilen würden, in welchen Ländern
sich die digitale Radioverbreitung bisher am meisten durchgesetzt hat,
so finden wir Grossbritannien unangefochten auf Platz eins, gefolgt
von Dänemark und Norwegen.
Und bereits auf dem ehrenvollen vierten Platz darf sich die Schweiz
einreihen.

Doch wie sieht es mit der Versorgung mit Programmen aus?
Heute sind zehn DAB+-Multiplexe in Betrieb. Der SRG-Layer, der in
vier sprachregionale Allotments aufgeteilt ist, erreicht nahezu 100
Prozent der Bevölkerung. Doch nicht nur die SRG verbreitet ihre
Radioprogramme digital:

Seit 2009 ist die erste private Plattform in Betrieb. Dieses Netz
betreibt die SwissMediaCast AG (SMC), ein Joint Venture, das
praktisch alle Akteure im elektronischen Medien- und
Technologiemarkt vereint: private Radioveranstalter, Verleger, die
SRG und die Swisscom. Damit erhielten auch private Programme
eine digitale Plattform, und zwar nicht nur – wie bei UKW – in ihrem
Versorgungsgebiet, sondern in der ganzen Deutschschweiz. Und das
alles ohne zusätzliche Konzession.

Seit Ende 2012 sind auch regionale Allotments der SMC in Betrieb,
so in den Grossräumen Basel/Zürich/Innerschweiz, in Bern und in der
Ostschweiz. Zwei weitere Plattformen sind im Wallis und in
Graubünden geplant.

Erfreuliches ereignete sich am 16. April 2014 auch in der Romandie.
Hier wurden auf einer sprachregionalen DAB+-Plattform elf von
insgesamt dreizehn UKW-Programmen aufgeschaltet. Die Plattform
wird von der Romandie Médias SA betrieben, einem gemeinsame
Projekt der privaten Radioveranstalter aus der Westschweiz, der SRG
und der Swisscom.

Und es gibt noch mehr: Seit 1. Mai 2014 sendet in der Stadt Genf eine
weitere Plattform digital. Die Digris AG, welche diese Plattform
betreibt, setzt auf sogenannte DAB-Inseln in grösseren
Agglomerationen. Dabei kommt eine neue, softwaregestützte
Technologie zum Einsatz, die mit wesentlich tieferen Kosten
auskommen will, als dies bei grossräumigen DAB-Sendegebieten der
Fall ist.
Mit der Digris-Plattform erhalten auch Veranstalter ohne grosses
Budget einen kostengünstigen Zugang zur digitalen Radioverbreitung.
Aus diesem Grund haben sich die nichtkommerziellen Radios und
auch die Web-Radios am Aktienkapital der Digris beteiligt.
Der Genfer Layer ist ausgebucht, ebenso jener in Zürich, den die
Digris in wenigen Wochen in Betrieb nehmen will.

Sie sehen, die digitale Radioverbreitung hat in der Schweiz den
Durchbruch geschafft. Eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Und
damit stellt sich nicht mehr die Frage, ob sich DAB in der Schweiz
durchsetzen wird, sondern vielmehr, wann dies der Fall sein wird.

Bevor ich die nächsten Schritte im Prozess näher beleuchte, möchte
ich aber noch auf eine Frage eingehen, die Sie vielleicht auch
beschäftigt: Was ist, wenn DAB wider Erwarten nicht durchstartet?
Haben wir einen Plan B?

Die Antwort ist einfach: Die Migration auf DAB ist bereits Plan B,
denn wir sind überzeugt: Wenn wir die Digitalisierung der
Radioverbreitung nicht schaffen, wird das Medium Radio keine
Zukunft mehr haben. Dann werden andere Dienste bzw. eine
Kombination von Diensten aus dem Internet die Funktion des
Mediums Radio ersetzen.
Wenn wir also nach Argumenten für das digitale Radio suchen, steht
nicht der glasklare Klang in beinaher CD-Qualität im Vordergrund. Es
geht vielmehr um das Medium als solches , das es zu erhalten gilt.

Zwei wichtige Daten bilden den Rahmen, innerhalb dessen wir uns in
den nächsten Jahren bewegen werden:

1. Die UKW-Konzessionen laufen per Ende 2019 aus. Nach Gesetz
müssten sie neu ausgeschrieben und auf eine Dauer von 10 Jahren
erteilt werden.
2. Wie bereits erwähnt, sind die UKW-Konzessionen an ein klar
definiertes Versorgungsgebiet geknüpft. Diese 32 Versorgungsgebiete
muss der Bundesrat alle 10 Jahre überprüfen. Die nächste
Überprüfung muss Mitte 2017 abgeschlossen sein.

Somit müssen wir bis spätestens 2017 entschieden haben, wie es mit
UKW und DAB weitergehen soll.
Und wenn ich von "wir" spreche, so meine ich damit nicht in erster
Linie das Bakom.
Damit der Prozess erfolgreich durchgeführt werden kann, braucht es
alle Akteure, die in den Prozess eingebunden bzw. von diesem
betroffen sind: die privaten Radiostationen ebenso wie die
Automobilimporteure, die SRG ebenso wie die Radiogerätehändler.
Marketingorganisationen ebenso wie auch die Programmmacher.

Sie alle handeln nach dem Grundsatz, dass der Aufbruch zu neuen
Radiohorizonten nur dann erfolgreich sein kann, wenn alle dasselbe
Ziel verfolgen.
Deshalb entstand die Arbeitsgruppe DigiMig, Digital Migration. Sie
ist seit März 2013 operativ. DigiMig ist aber kein Projekt des Bakom,
sondern der gesamten Radiobranche.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich gegenwärtig mit folgenden Fragen:
• Konkretes Vorgehen bis zur Umstellung von UKW auf DAB+
• Soll ein Abschaltdatum für UKW festgelegt werden?
• Marketingmassnahmen zur Förderung der Geräteverkäufe.
• Wie – insbesondere mit welchen rechtlichen und finanziellen
Mitteln – kann der Bund unterstützend mithelfen, damit die
Branche ihr Ziel erreichen kann?

Dabei gilt es, ein paar Knacknüsse zu lösen:
Finanziell: Schon heute sind mehr als die Hälfte aller UKWProgramme
auch über DAB empfangbar. Damit erhöhen sich die
Verbreitungskosten aber um rund 50 Prozent. Doch ob die
Veranstalter diesen teuren Simulcast-Betrieb über längere Zeit
finanzieren können und wollen, ist fraglich. Ziel der Migration ist es
deshalb, diese Phase so kurz wie möglich zu halten.
Gleichzeitig sieht unser Gesetz vor, dass die Investitionen und der
Betrieb von neuen Technologien während einer bestimmten Dauer aus
den Gebühreneinnahmen finanziert werden können. Gegenwärtig
erhalten konzessionierte Veranstalter 25 Prozent an die Kosten, die sie
den Betreibern von DAB-Plattformen entrichten müssen bzw. 75
Prozent an die Investitionskosten, wenn sie selber Netze bauen. In der
laufenden Gesetzesrevision wird zudem vorgeschlagen, diesen Anteil
deutlich zu erhöhen.

Frequenztechnisch: Heute ist ein UKW-Veranstalter verpflichtet,
sein Versorgungsgebiet technisch flächendeckend zu versorgen. Wir
prüfen gegenwärtig, ob wir diese Pflicht teilweise lockern können,
wenn der Veranstalter sein Sendegebiet via DAB versorgt. UKWVeranstalter
sollen also schon bald die Möglichkeit erhalten, die
UKW-Versorgung abzubauen.

Konzessionsrechtlich: Wie bereits erwähnt, laufen die UKWKonzessionen
bis Ende 2019. Wir gehen davon aus, dass bis dann der
Migrationsprozess soweit fortgeschritten ist, dass alle UKWProgramme
auch über DAB+-Plattformen verbreitet werden. Eine
erneute Ausschreibung von UKW-Konzessionen würde aber dem
Migrationsprozess zuwiderlaufen. Folglich macht es mehr Sinn, die
bestehenden Konzessionen lediglich für eine kurze Dauer zu
verlängern.

DigiMig nennt als zeitlichen Rahmen die Periode zwischen 2020 und
2024, in der sich die meisten UKW-Veranstalter aus der analogen
Programmverbreitung verabschieden werden.

Noch sind wir aber nicht im Jahr 2020. Der nächste Schritt ist der
Schlussbericht der Arbeitsgruppe DigiMig, der bis Ende 2014
Bundesrätin Leuthard vorgelegt werden soll, und der auch publiziert
wird.

Wie ich bereits erwähnt habe; die Migration auf DAB ist ein Prozess.
Zu Beginn dieses Prozesses sollen alle Radioveranstalter mit Hilfe
von Anreizen und finanzieller Unterstützung dazu motiviert werden,
ihre Programme auch digital zu verbreiten. DAB soll zu einem Must,
UKW hingegen so unattraktiv wie möglich werden. Dieser Prozess ist
bereits angelaufen.
Den Zeitpunkt der UKW-Abschaltung will die Arbeitsgruppe
hingegen erst in einer späteren Phase definitiv festlegen.
Wann effektiv der Stecker gezogen wird, hängt vom Erfolg des
Prozesses ab und natürlich von der digitalen Nutzung der
Radioprogramme bzw. der Durchdringung der Haushalte und Autos
mit digitalen Empfangsgeräten.

Wo stehen wir heute?
Obwohl noch kein formeller Entscheid gefasst wurde, ist sich die
Digimig-Arbeitsgruppe einig, wie die Migration in der Schweiz
angegangen werden soll:
Jene konzessionierten UKW-Veranstalter, die den Schritt auf eine
DAB-Plattform wagen, sollen im Rahmen der Technologie-förderung
wirkungsvoll unterstützt werden. Gleichzeitig wird die UKWVersorgungspflicht
gelockert: Wer einen UKW-Sender nicht mehr
ersetzen will, kann dies unterlassen. Die aufgegebenen UKWFrequenzen
werden allerdings nicht mehr neu vergeben.
Die UKW-Konzessionen werden nicht mehr ausgeschrieben, sondern
nur verlängert – und nur, sofern parallel über DAB+ verbreitet wird.

Ich habe es bereits gesagt: Die Migration ist unser
Plan B; Ziel ist die Erhaltung des Mediums Radio als solches.
Zu Ende gehen wird mit UKW aber die Epoche der Programm-
Verbreitung über einen einzigen Vektor. Vielmehr wird die
Verbreitung über IP-Netze künftig eine bedeutende Rolle spielen,
beispielsweise als Ergänzung dort, wo das DAB-Signal zu schwach
ist oder im Zusammenhang mit hybriden Diensten und in
Kombination Online und Rundfunk.
Skeptisch beurteile ich jedoch Thesen, die von einer ausschliesslichen
Programmverbreitung via Internet ausgehen.

Die Kosten für die Veranstalter und das Publikum sind heute noch
kaum abschätzbar. Ungewiss ist auch, wie gross die erforderlichen
Netzkapazitäten sein müssten, um eine vergleichbare Versorgung
sicherzustellen. Doch die Diskussion enthält auch eine ernst zu
nehmende medienpolitische Komponente:
Mit der vollständigen Versorgung via IP-Streaming würde das Prinzip
des kostenlosen, abofreien, überall und jederzeit verfügbaren
Radioempfangs
aufgegeben.
Radio ist ein Massenmedium, und wir müssen dafür sorgen, dass die
dafür konzipierten Technologien auch in Zukunft
Hauptverbreitungsmittel für dieses Medium bleiben.


Anmerkung:
Dr. Willy Steul (Deutschland Radio) sprach anschliessend an seinem Referat sinngemäss von paradiesischen Zuständen in der Schweiz.

von drahtlos - am 20.05.2014 18:13
Zitat
radiohead
Vor etwas mehr als 10 Jahren hatte ich mein erstes DAB Radio gekauft. Heute ist dieses wegen DAB+ schon längst unbrauchbar, mit dem UKW-Tuner auf diesem Gerät ist Radio hören noch möglich.

Ich bin je länger je mehr ein analog Fan. Was nützt mir DAB+ wenn die Audioqualität schlechter ist und trotz mehr Programmauswahl keine Vielfalt in meiner Region zu hören gibt. Da genügt mir das besser klingende UKW für SRF2, Radio1 und die restliche Vielfalt gibt es über das Internet zu Hause via WiFi und unterwegs via LTE.


Ich bin auch gesegnet mit einem DAB only Gerät was damals ein Schweinegeld gekostet hat und kann deine Meinung absolut verstehen. Wer garantiert mir als Verbraucher, dass DAB+ nun tatsächlich der Nachfolgestandard sein wird? Ich frage mich immer mehr, ob DAB+ nur eine Zwischenlösung zu rein IP basiertem Radio sein wird und SRF 1 auf UKW noch 50 Jahre weitersenden wird (ähnlich MW), um Luftschutzkeller und Tunnels zu versorgen.

von mkey - am 26.05.2014 08:57
Zitat
Heinz Lindenmann
Im Jahre 2014 Analog wie lange noch, Technik aus der Steinzeit....
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.....


Eben! Das Handy als Device, welches den Zugang zum Content verschafft - wann immer ich will. Inzwischen ist es für mich ganz normal, auf dem Heimweg SRF 4 News via App zu hören. Das "Echo der Zeit" ohne Unterbruch, auch im Tunnel und bei Bedarf "on Demand".

Glaube kaum, dass es sich die SRG leisten könnte, bei dieser Entwicklung aussen vor zu bleiben. Bei den Privatradios fällt dies zumeist weniger ins Gewicht, da als Mainstream-Hitdudler beliebig und jederzeit austauschbar. Deren Apps umfassen bestenfalls ein paar Nonstop-Festplatten Programme.

von digiradio.ch - am 26.05.2014 19:53
Das ist ja genau der Punkt bei der Sache, da braucht es gar keine weiteren Diskussionen. Mobiles Radiohören über App und Mobilfunk ist aufgrund der Versorgungssicherheit beim Bund auch in Zukunft kein Thema. Er hat per Gesetz den Auftrag, eine sichere, unabhängige Radiogrundversorgung zu gewährleisten. Diese ist nach heutiger Erkenntnis nur per terrestrischen Rundfunk machbar, ob analog oder digital sei dahingestellt.

Nun hat man sich jedoch in Bern dazu entschieden, die analoge Technologie über Kurz oder Lange zu verlassen und sich dem Standard von DAB+ zu verpflichten, mit allem was da halt dazugehört (Tunnelversorgung, Verkehrsfunk, usw.).

Daran wird auch nicht gerüttelt, wenn die mobilen Applikationen noch so toll und funktionell sind. Das Internet ist in den Augen des Gesetzgebers nicht für eine unabhängige Radio-Grundversorgung geeignet. Punkt.

Ich habe fertig... :p

von DAB-Swiss - am 27.05.2014 07:28
Zitat
RADIO354
Wenn die SRG von mir verlangen sollte, Digital Terrestrisches Radio nur noch via Kostenintensivem
Mobilfunk IP zu empfangen, verspreche Ich gibt es Ärger aber gewaltig !


Dann würde es auf jeden Fall den einen oder anderen Protest geben. Aber ganz ehrlich, viel fehlt nicht mehr dafür. Etwas mehr Bandbreite, vernünftige Tarife, attraktivere Roamingpreise und dann steht IP-Radio nicht mehr sehr viel im Weg. Stationäres IPTV ist ja schon ganz und gäbe. Und dann noch SRF 1 auf UKW bis zum St. Nimmerlandstag und fertig ist das ganze. Ich prophezeie DAB und DVB-T nicht mehr allzu viele Jahre und glaube fest daran, dass wir mit DAB/+ einen Standard bekommen haben, den wir mit ein paar Jahre Geduld locker überspringen hätten können. Ich erinnere mich noch an MiniDisc. War gut gemeint und dem Tape überlegen, wurde aber vom verhassten MP3 auf brutalste Weise verdrängt.

von mkey - am 27.05.2014 07:36
Es kommt mir vor, einige haben die Aussagen von Frau Wayland nicht gelesen....?

Dann müsstet ihr hier entweder über dieses Statement diskutieren oder zuwarten bis sich deren Aussagen bewahrheiten, bzw. nicht bewahrheiten. IP-Mobil wird kaum Radio massentauglich werden, vielleicht für 60% aber nicht für 100% der Bevölkerung. Dann wäre der Versorgungsauftrag hin. Ferner, wie lange geht es bis Auslandsempfang über IP wieder mal eingeschränkt wird, da die Kosten für die Veranstalter nicht mehr tragbar sind? Ich meine jetzt mal für die Big-Players. Insbesondere träumt Frankreich in dieser Beziehung ganz besonders fest.

Ihr denkt auch nicht daran: Wenn schon Radio per IP im Auto, warum nicht gleich auch TV per IP im Auto, benötigt ja keine andere Hardware. Dann brechen die Netze garantiert auseinander.

Betr. Tunnelversorgung per DAB: 20-40 Tunnels noch in diesem Jahr. Dann jedes weitere Jahr 40 Tunnels, damit man 2018/19 auf 200 Tunnels kommt - und vermutlich mind. 2 Ensembles pro Tunnel.

von drahtlos - am 27.05.2014 08:57
Zitat
drahtlos
Es kommt mir vor, einige haben die Aussagen von Frau Wayland nicht gelesen....?

Ich zumindest habe es gelesen
Zitat
drahtlos
IP-Mobil wird kaum Radio massentauglich werden, vielleicht für 60% aber nicht für 100% der Bevölkerung. Dann wäre der Versorgungsauftrag hin. Ferner, wie lange geht es bis Auslandsempfang über IP wieder mal eingeschränkt wird, da die Kosten für die Veranstalter nicht mehr tragbar sind? Ich meine jetzt mal für die Big-Players. Insbesondere träumt Frankreich in dieser Beziehung ganz besonders fest.

IP-Mobil ist schon beinahe massentauglich. Ausserordentlich viele Menschen in diesem Land verfügen über mobiles Internet und sei es nur für WhatsApp.
Zitat
drahtlos
Ihr denkt auch nicht daran: Wenn schon Radio per IP im Auto, warum nicht gleich auch TV per IP im Auto, benötigt ja keine andere Hardware. Dann brechen die Netze garantiert auseinander.

Bestimmt nicht. LTE ist ja nicht der Weisheits letzter Schluss. Von garantierten 20 MBit pro Endgerät sind wir nicht mehr weit entfernt. Höchstens ein paar Strahlungsgegner können den Ausbau noch bremsen.

Der UKW / DAB Switch wird kommen, da besteht kein Zweifel. Die Frage ist nur - für wie lange.

von mkey - am 27.05.2014 11:11
In der Medienwoche (27.05.2014) noch einen Artikel zur möglichen Abschaltung von UKW von 2019 bis 2024:

http://medienwoche.ch/2014/05/27/radio-ab-2024-nur-noch-digital/

Bei persönlich.com vom 16.05.2014 gibt es aus einer SRG Veranstaltung auch noch einen Auszug zum Thema DAB:

Im Bereich Radio hat sich DAB+ als Nachfolger von UKW mittlerweile fest etabliert. Das heutige Angebot an Programmen, Reichweite und Zusatzdiensten auf DAB+ wäre mit UKW nicht zu realisieren. Gemäss Marcel Regnotto, Leiter Sektion Medien beim Bakom, wird DAB+ mittelfristig UKW ablösen. Die UKW-Versorgungspflicht soll in den nächsten Jahren gelockert werden. Im Raum stehe eine graduelle und koordinierte Ablösung von UKW durch DAB+ in den Jahren 2020 bis 2024, führte Regnotto weiter aus. Die SRG beteiligt sich aktiv an einer branchenübergreifenden Arbeitsgruppe ("DigiMig") zur Gestaltung der Migration von UKW zu DAB+.

ERGÄNZUNG:

Der IT-Markt (20.05.2014) schreibt:

Das Festhalten an UKW bedroht das Radio

http://www.it-markt.ch/News/2014/05/20/Festhalten-an-UKW-bedroht-das-Radio.aspx

von drahtlos - am 27.05.2014 16:07
Die Kabelnetzbetreiber wären auch gefordert DAB+ aufzuschalten.
Stattdessen setzen sie weiterhin auf UKW und ein eigenes geschlossenes System über die Setupbox.

Erfahrungsgemäss wollen Benutzer TV schauen und Radio hören gleichzeitig, vor allem in Mehrpersonenhaushalten. Oder jeder Raum hat einen Kabelsteckdose und man hat nur eine Setupbox.

Wir hatten in der Schweiz bereits bis im Jahr 2000 Digitalradio. Wissen leider viele nicht. Das wurde klammheimlich über Nacht eingestellt ohne Vorwarnung.
Dieses alte Super Digit Radio war qualitativ überlegener als das heutige DAB+ und hatte CD Qualität, was beim heutigen DAB+ nicht der Fall ist.

Ich glaube in 10 Jahren ist DAB+ schon obsolet und die Geräte dürfen entsorgt werden.
Es wird bereits jetzt schon wieder an neuen Übertragungstechniken geforscht und in der Digitaltechnik erfolgt alle 10-15 Jahre etwas neues.

von Maxtech - am 28.05.2014 08:50
Von UKW zu DAB+
Schlussbericht der Arbeitsgruppe Digitale Migration


http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01214/02292/04814/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfXx4fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

Fazit:

Zwei Phasen der digitalen Migration
Gemäss dem in diesem Bericht vorgestellten Massnahmenplan der AG DigiMig für die digitale Migration soll dieser Prozess in zwei Phasen ablaufen:

Erste Phase 2014 – 2019: Alle UKW-Veranstalter nehmen die DAB+-Verbreitung auf
- Wirkungsvolle finanzielle Unterstützung der DAB+-Verbreitung
- Massive Vermarktungsanstrengungen
- Erschliessung der wichtigen Strassentunnel mit DAB+
- keine Ausschreibung von UKW-Konzessionen, unveränderte Versorgungsgebiete
- Verlängerung der UKW-Funkfrequenzen um höchstens fünf Jahre bei Simulcast-Betrieb

Zweite Phase 2020 – 2024: Sukzessive Umschaltung von UKW auf DAB+
- Von den privaten Veranstaltern und der SRG koordinierte Abschaltung wichtiger UKW-Sender; ein durchgehender UKW-Empfang ist nicht mehr garantiert
- Berghilfe nur noch für DAB+-Verbreitung
- Sukzessive Reduktion der Technologieförderung
- Koordinierte Abschaltung der restlichen UKW-Sender bis spätestens Ende 2024

von dxbern - am 01.12.2014 10:51
Die UKW-Abschaltung wird in der Schweiz von 2019-2024 über die Bühne gehen.
Energy Zürich hat ja bereits angekündigt, dass sie 2019 UKW abschalten.
Hier gibt es den genauen Schlussbericht der DigiMig (Zusammenschluss der Radioveranstalter zur Migration zu DAB) http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01214/02292/04814/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfXx4fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
Darauf können wir uns alle sehr freuen, wenn die Schweizer UKW-Sender abgeschaltet haben, können wir wieder praktisch überall auf UKW SWR, BR, ORF, Radio-France, die RAI und weit mehr Programme aus unserer Nachbarschaft ungestört hören; derweil können wir alle Schweizer Programme auf DAB noch sauberer empfangen.

von dxbruelhart - am 05.12.2014 14:08
Die RAI werde Ich Hier auf UKW bestimmt nicht kriegen.
Radio France sicher auch nicht.
Und um SWR oder BR Terrestrisch gut zu hören brauche Ich seit 2 Jahren kein UKW mehr.
Inwieweit ist denn das Abschaltszenario nun Schon Offiziell und bindend ?
Ich lese immer nur " soll " und nicht " wird " .
Muss das Abschaldszenario noch von Irgentwem ( Bund ?? ) genehmigt werden oder geht das nun
tatsächlich über die Bühne ?

Auf SRF 1 Radio hörte Ich vor ein Paar Tagen nach den 8 Uhr Nachrichten " Mit UKW soll 2024
Schluss sein " Wohl gemerkt " soll " und nicht " wird " oder " ist " .
Also. Ich sehe das immer noch nicht als 100 % beschlossen. Irre Ich mich ?

von RADIO354 - am 05.12.2014 14:20
Zitat
RADIO354

Inwieweit ist denn das Abschaltszenario nun Schon Offiziell und bindend ?
Ich lese immer nur " soll " und nicht " wird " .
Muss das Abschaldszenario noch von Irgentwem ( Bund ?? ) genehmigt werden oder geht das nun
tatsächlich über die Bühne ?

Auf SRF 1 Radio hörte Ich vor ein Paar Tagen nach den 8 Uhr Nachrichten " Mit UKW soll 2024
Schluss sein " Wohl gemerkt " soll " und nicht " wird " oder " ist " .
Also. Ich sehe das immer noch nicht als 100 % beschlossen. Irre Ich mich ?


Die Radioveranstalter (SRG, kommerzielle Lokal-/Regionalradios, Unikom) haben es definitiv beschlossen in der DigiMig, bis Ende 2024 die letzten UKW-Sender abzuschalten. Abgeschaltet werden darf gemäss der neuen RTVG-Revision schon ab dem 1.1.2015. Insofern braucht es hier IMHO keine zusätzliche Bewilligung vom Bund, die ist hier in der neuen RTVG-Revision schon gegeben.

von dxbruelhart - am 05.12.2014 14:27
@ Tatzelwurm:
Die ausländischen Radioprogramme aus Deutschland (z.B. Br2, BR3, B5 aktuell), Oesterreich, Frankreich und Italien waren und sind auch heute noch sehr beliebt bei Hörern in der Schweiz; auf UKW können wir diese heute weitherum nicht mehr empfangen dank der desaströsen Verfunzelungs-Frequenzpolitik der letzten 20 Jahre, da wurden sehr viele "Feindsender" konsequent blockiert, z.B. hier im Glarnerland kommt der Grünten fein in sauberem Stereo und mit RDS, aber seit 2007 senden R. Central und R. Zürisee auf 88,7 und 90,7 - das sind Frequenzzuweisungen vom Bakom, auf Grünten-Frequenzen; davon gibts schweizweit heute über 100 solcher Frequenzblockierer, bessere Alternativen hätte es immer gegeben, ich habe dies in diversesten Threads hier im Forum immer wieder aufgezeigt.
Daher ist es nun nur konsequent, dass man dieses massive UKW-Störfeuer in der Schweiz in den 20er Jahren nun abschaltet.

von dxbruelhart - am 06.12.2014 09:16
In Deutschland schleppt der DAB-Ausbau, das bundesweite Ensemble kann noch lange nicht im Süden von Baden-Württemberg empfangen werden; sobald dies mal ausgebaut ist, wird es noch mindestens etwa 10 (eher noch deutlich mehr) Jahre Sendungen auf UKW geben in Deutschland; Deutschland schaltet also UKW kaum vor 2030 ab.
In Oesterreich gibts heute gar kein DAB, man will 2015 in Wien einen Test starten; das hat die Schweiz 1994 gemacht - man rechne, Oesterreich ist also heute gut und gerne 20 Jahre in der Entwicklung zurück. Somit ist da kaum vor den 2040er Jahren mit einer UKW-Abschaltung zu rechnen.
Die UKW-Abschaltung in Italien werden wir wohl kaum mehr erleben, Italien wird wohl am längsten auf UKW bleiben.
Übrigens: Norwegen schaltet UKW bereits 2017 ab, Schweden will auch in den frühen 20er Jahren aussteigen.

von dxbruelhart - am 07.12.2014 06:08
Es gibt keine ( Digitale Radio ) Einheit in Europa.
Teilweise wird in DAB+ gesendet. Anderswo wird in Punkto Digitales Radio auf das Internet verwiesen.

Für Herrn/ Frau Schweizer ändert sich Radiotechnisch bei Reisen in das Ausland ja nichts.
Die DAB+ Empfänger können so gut wie Alle UKW. Das darf dann im Ausland zur Anwendung kommen.
Wer vom Ausland dann in die Schweiz kommt darf IP Radio einschalten.
Ist doch von Diversen Radioveranstaltern( ORF VPRT z.B. ) so gewünscht. Analog : UKW Digital: IP.

Ich bin froh, dass in der Schweiz ausser IP Radio noch der Barrierefreie Eigenständige
Verbreitungsweg DAB+ für Terrestrisches Digitalradio etabliert wird.

von RADIO354 - am 07.12.2014 10:31
@ Maxtech: Jetzt sind schon fast alle privaten Programme auf DAB, und dies seit Jahren. Warum sollten dann gewisse Programme eingehen, wenn UKW abgeschaltet wird? Im Raum Uster können z.B. auf UKW praktisch die gleichen Programme wie auf DAB empfangen werden, da ändert sich kaum etwas durch die Änderung der Übertragungstechnologie.
Richtig ist aber, dass sich die Programme dann besser voneinander abgrenzen müssen, das ist aber auch ein Argument für ausgebaute redaktionelle Sendungen, ich glaube daher, dass wir künftig von privaten Sendern auch bessere Nachrichten und Reportagen hören werden. Mir ist heute bereits schleierhaft, warum 20 musikalisch praktisch gleichtönende Programme sich z.B. in Zürich behaupten können (auf UKW); die Pop-Einheitsgedudelei wird immer weniger Hörer ansprechen.

von dxbruelhart - am 30.12.2014 06:23
Zitat
dxbruelhart
In Deutschland schleppt der DAB-Ausbau, das bundesweite Ensemble kann noch lange nicht im Süden von Baden-Württemberg empfangen werden; sobald dies mal ausgebaut ist, wird es noch mindestens etwa 10 (eher noch deutlich mehr) Jahre Sendungen auf UKW geben in Deutschland; Deutschland schaltet also UKW kaum vor 2030 ab.
In Oesterreich gibts heute gar kein DAB, man will 2015 in Wien einen Test starten; das hat die Schweiz 1994 gemacht - man rechne, Oesterreich ist also heute gut und gerne 20 Jahre in der Entwicklung zurück. Somit ist da kaum vor den 2040er Jahren mit einer UKW-Abschaltung zu rechnen.
Die UKW-Abschaltung in Italien werden wir wohl kaum mehr erleben, Italien wird wohl am längsten auf UKW bleiben.


Genau weil dem so ist, rechne ich fest damit, dass von Seiten der in der DigMig vereinten Privatradios irgendwann mal wieder zum Rückzug geblasen wird. Ich denke, dieses Jahr wird es noch relativ ruhig bleiben, doch erwarte ich, dass sich zwischen 2016 - 2018 genau aus dieser Ecke der Ruf nach einer weiteren Verschiebung des selber propagierten UKW Abschalttermins resp. einem Abbruch der Uebung bemerkbar machen wird. Man wid sich auf den Standpunkt stellen, dass sich DAB+ nicht durchgesetzt habe und schliesslich auch auf die Situation in den Nachbarländern verweisen.

Wäre es den in der DigMig vereinten Akteuren (also SRG und Privatradios gleichermassen wie dem BAKOM) wirklich ernst mit dieser Absicht, würden längst kreative und realistische Abschaltszenarien diskutiert, welche eine Abkehr von UKW in der Tat attraktiv machen würden. Ich denke dabei an ein "Gebührenmodell für UKW Funzeln", welches UKW Frequenzen wirschaftlich weniger attraktiv machen würde und gleichzeitig Mittel für die "Technologieförderung" schaffen könnte. So könnte das BAKOM beispielsweise einen an die theoretische Reichweite (Anzahl Einwohner) gebundenen Mindestpreis für jede Frequenz festlegen und diese Funzeln jeweils für 5 Jahre per Auktionsverfahren vergeben. Der Mehrerlös könnte zum einen für die Technologieförderung (Ausbau DAB+) genutzt werden. Zum andern könnten damit aber auch Endgeräte subventioniert oder gar die Billag Gebühren gesenkt werden.

Was wir hingegen bis jetzt erleben, halte ich für nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse. Die nächsten 5 Jahre werden zeigen, wohin die Reise geht. Abgesehen davon steht auch die technologische Entwicklung nicht still. Und es ist auch nicht ganz unwesentlich, welche Anforderungen die heranwachsende Generation an die gebotene Vielfalt und den individuellem Zugang der Angebote stellen wird.

von digiradio.ch - am 01.01.2015 22:07
Heute wurde die Migration auf DAB ein Stück weiter konkretisiert, da ich hier französisch in dem Satzaufbau nicht 100%ig verstehe, zitiere ich hier die RSR-Meldung:


La migration de la diffusion FM vers le numérique (DAB+) se concrétise
La branche de la radio souhaite abandonner la diffusion en ondes ultra-courtes en 2024 au plus tard.

Les partenaires de la branche radiophonique ont signé un accord, mercredi, qui règle les modalités de la migration de l'analogique (FM) au numérique (DAB+).

Dès 2020, tous les programmes de radio devront être diffusés en Suisse uniquement en mode numérique et principalement sur des plateformes DAB+. La branche de la radio souhaite abandonner définitivement la diffusion en ondes ultra-courtes (OUC) en 2024 au plus tard.

L'accord a été signé par le directeur général de la SSR-SRG, Roger de Weck, et par les présidents des associations de radios privées Jürg Bachmann, Lukas Weiss et Philippe Zahno (radios régionales romandes RRR). Pour qu'il puisse entrer en vigueur, au moins 80% des radios privées doivent l'approuver et la loi sur la radio-télévision doit passer la rampe du peuple le 14 juin prochain.
50% numérique d'ici quatre ans

Les signataires devront aussi prendre les mesures, de marketing notamment, propres à augmenter le nombre d'auditeurs et de récepteurs DAB+. L'accord prévoit de dépasser les 50% d'auditeurs en numérique d'ici quatre ans.

http://www.rts.ch/info/suisse/6630021-la-migration-de-la-diffusion-fm-vers-le-numerique-dab-se-concretise.html
ats/fme


Ich lese da aus dem hervorgehobenen Satz heraus, dass die die diesen Vertrag unterschreiben, ab 2020 nur noch digital senden, also kein UKW mehr ausstrahlen; ich bin mir mit dem Verständnis nicht 100%ig sicher.

von dxbruelhart - am 18.03.2015 11:02
Ich habe den französischen Text mal zu übersetzen versucht:


Die Migratioin der UKW-Verbreitung auf Digitale Wege (DAB+) konkretisiert sich
Die Radiobranche möchte die Verbreitung via UKW spätestens 2024 einstellen.

Die Partner der Radiobranche haben am Mittwoch eine Vereinbarung unterzeichnet, welche die Modalitäten der Migration von analog (UKW) auf digital (DAB+) regelt.

Ab 2020 sollen alle Radioprogramme in der Schweiz ausschliesslich digital, vorwiegend über DAB+, verbreitet werden. Die Radiobranche möchte die Verbreitung über UKW spätestens 2024 definitiv aufgeben.

Die Vereinbarung wurde vom Generaldirektor der SRG-SSR, Roger de Weck, und den Präsidenten der Privatradiovereinigungen Jürg Bachmann, Lukas Weiss und Philippe Zahno (Westschweizer Regionalradios RRR) unterzeichnet. Damit sie in Kraft tritt, muss sie von mindestens 80% der Privatradios bestätigt werden und die Änderung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen muss am 14. Juni die Volks-Hürde überwinden.


50% digital in 4 Jahren
Die Unterzeichner müssen auch eigene Massnahmen, namentlich Marketing, treffen, um die Zahl der Hörer und DAB+-Empfänger zu steigern. Die Vereinbarung sieht vor, die 50%-Marke der Digital-Hörer innerhalb der nächsten 4 Jahre zu überschreiten.


von sonoro - am 18.03.2015 12:25
Ja, ich denke auch, würde man das Volk fragen, würde sich heute vermutlich nicht so ohne weiteres eine Mehrheit finden, die UKW abschalten wollen. Allerdings wird DAB+ bei der Volksabstimmung (nicht "-befragung" ) vom 14. Juni wohl auch keinerlei Rolle spielen. Hauptsächlich geht es nämlich darum, dass künftig sämtliche Haushalte Radio- und Fernsehempfangsgebühren zahlen sollen. Es soll dann keine Rolle mehr spielen, ob in einem Haushalt tatsächlich ein Empfangsgerät (Radio und/oder TV) steht oder nicht (natürlich mit gewissen Ausnahmen, aber um Details pflegt sich eine Abstimmungspropaganda i.d.R. kaum zu kümmern). Ausserdem wird die Verteilung der eingenommenen Gebühren neu geregelt.

Der Ausstieg aus UKW wird am 14. Juni gar nicht thematisiert, aber die künftige Verteilung der Gebührengelder legt den Grundstein dazu, ob die heute unterzeichnete Vereinbarung überhaupt zur Anwendung gelangen kann. Ein winziges kleines Sätzchen in der 20 Seiten umfassenden Änderung des Bundesgesetzes sieht nämlich vor, dass Überschüsse aus den Gebühren unter anderem (Zitat: ) "für die Förderung neuer Verbreitungstechnologien" verwendet werden sollen. Über einen Ausstieg aus UKW stimmt die Bevölkerung aber nicht ab.

von sonoro - am 18.03.2015 21:07
Welche Radiostationen wollen nun 2020 UKW abschalten und voll auf DAB setzen?
http://www.srgd.ch/index.php?id=3268

Die Vereinbarung wurde in Bern von SRG-Generaldirektor Roger de Weck und den Präsidenten des Verbands Schweizer Privatradios (VSP), Jürg Bachmann, der Union Radios Régionales Romandes (RRR), Philippe Zahno, der Union nicht- kommerzorientierter Lokalradios (UNIKOM), Lukas Weiss, in Anwesenheit des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) unterzeichnet.

- Also die SRG-Radios
- Im VSP von Jürg Bachmann sind folgende Privatradios dabei und damit auch im Vertrag inkludiert: Radio 1, Radio 24, Radio 32, Radio 3iii, R. Argovia, R. Basilisk, Radio Beo, Radio Bern1, Canal3, Energy (Zürich, Bern und Basel), R. Fiume Ticino, FM1, R. Freiburg/Fribourg, R. Pilatus, R. Sunshine, R. Rottu, Toxic FM, Radio Zürisee (ausserdem sind auch die nicht auf UKW sendenden Life Channel und Radio Schweiz AG - Sendebetrieb in Vorbereitung ??? dabei)
- Im RRR sind dabei : Grrif, Lausanne FM, One FM, R. Chablais, R. Cité, R. Frequence Jura, Rhône FM, R. Jura Bernois, Rouge FM, RTN, Yes FM

von dxbruelhart - am 28.03.2015 12:35
Zitat
dxbruelhart
Interessant ist aber auch, dass das Schawinski Radio 1 doch auch 2020 sich von UKW verabschieden will


So ein Quatsch, Christian! Du ziehst hier wieder mal einen Deiner voreiligen Schluesse, bloss weil Radio 1 (noch) Mitglied beim VSP ist. Im von Dir weiter oben zitierten Artikel der SRG steht sodenn auch folgendes:


Zitat
Damit der Vertrag in Kraft tritt, müssen ihm mindestens 80 Prozent der Privatradiostationen zustimmen.


Welche Privatradios dies sind, lässt der Artikel jedoch völlig offen. Schlimmstenfalls tritt man eben wieder aus dem Verband aus. Dies hat Schawinski zu Zeiten von Radio 24 nämlich schon einmal getan.

Der zitierte Artikel sagt ferner:

Zitat
Die Vertragsparteien bemühen sich gemäss der Vereinbarung, die Nutzung des digitalen Radios bis 2019 auf 68 Prozent oder mehr zu steigern.


Gelingt dies nicht, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass die ganze Uebung auch wieder abgeblasen wird. Jürg Bachmann vom VSP hat sich nämlich anlässlich einer Veranstaltung im letzten Jahr dahingehend geäussert, dass die gemeinsamen Anstrengungen zwingend zu einem Erfolg führen müssen, um den Fahrplan nicht zu gefährden! Man wird dem Kunden nicht à tout prix etwas aufzwingen können, was er eigentlich gar nicht haben will. Dies umso weniger, wenn man bedenkt, dass inzwischen andere Technologien zur Verfügung stehen, welche schon heute mehr Vielfalt versprechen. Die Akteure dieser Vereinbarungen haben es leider versäumt, DAB+ wirklich attraktiv zu machen. Mit dem Argument der Vielfalt hätte man die Hörer wohl besser erreicht; doch stattdessen herrscht einmal mehr weitgehend Einfalt.

von digiradio.ch - am 28.03.2015 15:15
@ digiradio.ch:
Dass 80% der Privatradios zustimmen müssen, das ist mir auch klar; aber dieses Einverständnis hat Jürg Bachmann hier sicher eingeholt, bevor er hier unterzeichnet hat. 2024 ist aber dann so oder so für alle UKW-Schluss gemäss dem Fahrplan der DigiMig.
Eine andere Technologie - Du sprichst Webradio an - das funktioniert auch heute und wohl auch in 10 Jahren nicht durchgehend mobil, weil damit sehr viel Bandbreite gefressen wird; heute haben wir wohl weitgehend eine UMTS-Versorgung und eine wachsende LTE-Versorgung, aber selbst mit UMTS fliessen manchmal nur wenige Daten, ich kenne UMTS Zellen, die gerade mal 60 kbit/s Datenverkehr zulassen - und darüber müssen noch viel mehr Daten fliessen. Mit dem Ansturm vom Millionen Radiohörern kommen auch die gut ausgebauten Schweizer Mobilfunk heute und in einigen Jahren so nicht klar. Zudem verzichten nicht wenige heute auf einen Festnetzanschluss und so läuft bei denen auch der ganze Datenverkehr von Zuhause aus auf den Mobilfunknetzen.
Per Ende 2014 haben gemäss MCDT-Zahlen bereits rund 52,6% (1,9 Millionen Geräte verkauft innerhalb der Schweiz - ohne Webshops bei 3'609'000 Haushalten) der Schweizer Haushalte DAB-Empfänger; innerhalb von 4 Jahren wird das nun sicher auf 68% anzuheben sein.
In Netstal z.B. kann man netto 93 DAB-Programme hören, auch 4 Ensembles aus Deutschland, da gibts nun doch echte Programmvielfalt. Nur in den SMC-Ensembles herrscht derzeit mehr Einfalt denn je vor.
Hier noch die Medienmitteilung der MCDT: http://www.mcdt.ch/de/medien/dab-digitalradio-kurz-vor-der-zweiten-million/

von dxbruelhart - am 28.03.2015 16:22
@dxbruehlhart:
Ich habe überhaupt keine Zweifel daran, dass Jürg Bachmann die Zusagen von 80% der im VSP vereinten Privatradios eingeholt hat. Allerdings glaube ich nicht, dass Schawinski wirklich dazu zählt.

Zudem glaube ich auch nicht, dass dereinst hier in der Schweiz "Millionen von Radiohörern zu Webradio-Hörern" werden müssen, obschon das Beispiel von iHeart Radio in den USA zeigt, dass dies hervorragend funktioniert. Vielmehr gehe ich davon aus, dass uns UKW eben doch über das Jahr 2024 erhalten bleiben wird und Millionen von Hörern weiterhin das Gedudel des einzigen Kanals, den sie schon in der Vergangenheit eingestellt haben, weiter hören wollen.

Das Problem an DAB+ ist schlicht und ergreifend, dass es zwar vermeintlich etwas mehr Vielfalt bescheren könnte, aber für jene Klientel, welche ganz gezielt nach Qualitätsprogrammen oder nach bestimmten Genres sucht, eben doch nur sehr wenig zu bieten hat. Ob sich dann DAB+ zwischen UKW und Streaming immer noch behaupten kann, wage ich inzwischen stark zu bezweifeln. Aber warten wir doch einfach mal ab, wie sich die Lage 2019 präsentieren wird. Geht ja nicht mehr so lange.

von digiradio.ch - am 28.03.2015 17:12
Das mit der Nachrüstung scheuen aber auch Viele...
Besonders wenn das Radio mit dem Bordnetz verwoben ist und sich nicht ohne Weiteres `rausnehmen
und austauschen lässt. Ich habe vor nun schon 7 Jahren eine DAB Nachrüstung im Auto vorgenommen.
Aber auch nur wegen Hohem Technischen Interesse.
Das fehlt vielen Normalradiohörern dann villeicht Doch.
Da liegt nun " der Ball " eindeutig beim Händler da was zu empfehlen....

Einer von den 4 Kollegen hat sogar schon ein DAB+ Autoradio zu liegen gehabt.
Der 2. Hat sich nun für einen 5 -Fach CD Wechsler im Kofferrraum entschieden.

von RADIO354 - am 29.03.2015 10:03
Na ja, bis 2019/2020 sind ja noch etwa 5 Jahre. Da wird noch viel passieren. Ich bin mir sicher, Nachrüstlösungen wird es von allen Marken geben. Eigentlich würde ich es begrüssen, dass es Programme geben wird, welche vor 2019 die UKW Ausstrahlung beenden werden. Wir wissen auch nicht, wie in 5 Jahren die Situation mit dem mobilen Internet-Empfang aussieht. Kann diese Sendeart den Mobilempfang für sagen wir mal 50% der möglichen Hörer zufriedenstellen?

Ungelöst ist in meinen Augen auch die Situation im Heim-HIFI-Markt, resp. Radio über den Kabelanschluss. Dort passiert scheinbar gar nichts. Richtige Radioempfänger für DVB-C gibt es kaum, welche den Namen auch wirklich verdienen. Werden die Kabelbetreiber UKW aufrecht erhalten? Besteht die Möglichkeit, dass alle privaten Radiobetreiber ihre Programme den Kabelbetreibern per Datenkabel anbieten können?

Im übrigen - streitet doch nicht schon darüber, ob 80% der Anbieter UKW abstellen werden. Ich denke manch einer wird die Chance nützen, weiterhin auf UKW senden zu können, weil nicht alle Leute ALLE ihre UKW-Radios fortwerfen möchten. Es gibt dann wohl zusätzliche Entsorgungs-Aktionen für Afrika usw. ;-)

von drahtlos - am 29.03.2015 23:50
Wir können uns hier die Finger noch wundschreiben: Prophet ist keiner von uns und in fünf Jahren kann noch sehr vieles geschehen. Das Umfeld kann sich wesentlich verändern. Ob DAB+ erfolgreich sein wird, entscheiden schlussendlich einzig die Konsumenten und der Markt, ob das dem Gesetzgeber passt oder nicht. Siehe auch die Beispiele von MiniDisc (MD) oder HD-DVD, welche beide am Markt gescheitert sind, obwohl es eigentlich praktische Standards gewesen wären.

Fakt ist nach wie vor: die Schweiz braucht auch künftig eine unabhängige, terrestrische Radioversorgung, welche so in den Gesetzbüchern festgeschrieben ist. Mobile Applikationen kommen dabei nicht in Frage, und wenn sie auch noch so viele Vorteile bringen. Und es schleckt keine Geiss weg: das UKW-Band läuft aufgrund von Ferfunzelung total am Anschlag. :-(

Schlussendlich geht's also nur darum, wann und wie UKW abgeschaltet wird, wenn überhaupt. Als Nachfolgetechnologie hat sich die Branche für den Übertragungsbodus DAB+ entschieden.

Alles andere steht in den Sternen und ist reine Spekulation. ;-)

von DAB-Swiss - am 30.03.2015 08:53
Ich habe heute einen nagelneuen Volvo gekauft und natürlich nach DAB+ gefragt. Von Haus aus gibt es nur eine DAB Vorbereitung. Für 230.- hätte ich nachrüsten können - betont auf "hätte". SRF 3 ist auch auf UKW gut empfangbar und ziemlich der einzige Sender der bei mir läuft. Antenne Vorarlberg und FM4 sind nach wie vor nicht auf DAB.

Eventuell etwas ärgerlich war die Aussage des Verkäufers welcher felsenfest behauptete, dass DAB+ ohnehin bald abgestellt würde. Jedenfalls verkaufe er kein DAB+ mehr an seine Kunden, da er mit DAB schon auf die Nase geflogen sei: Wir erinnern uns: Mit Aufpreis verkauft und dann wütende Kunden, bei welchen DAB nicht mehr funktioniert.
Ich habe ihr selbstverständlich aufgeklärt, dass DAB+ nicht gerade heute oder morgen abgestellt wird. Dennoch verbaut er nur DAB+ Radios, wenn die Kundschaft dies explizit wünscht. Pro Jahr seien das 2-3 Kunden.

von mkey - am 30.03.2015 12:15
Neuer Artikel zum Thema bei CE Today:

Zitat

Norwegen hat angekündigt, bis Ende 2017 alle nationalen UKW-Programme auf Digitalradio umzustellen. Damit ist Norwegen das erste Land überhaupt, das diesen Schritt konsequent vollzieht. Der norwegische Kulturminister hat das Ende von UKW bekanntgegeben, wie radio.no berichtet. Als erstes Land überhaupt stellt Norwegen alle wichtigen Radiosender auf Digitalradio um. Die Übergangsphase dauert nur ein Jahr und soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Schon heute verbreiten 22 norwegische Sender ihre Programme über DAB. Bis Ende 2017 sollen die fünf nationalen UKW-Sender komplett auf DAB migriert werden, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Gemäss Radio.no nutzten 55 Prozent aller norwegischen Haushalte ein DAB-Radio. In der Schweiz sieht die Lage weit weniger eindeutig aus. Als spätestes Abschaltdatum steht 2024 im Raum. Zumindest einigte sich die Arbeitsgruppe Digitale Migration (Digimig) vergangenes Jahr auf dieses Datum. BAKOM-Mediensprecherin Deborah Murith erklärte auf Anfrage, dass sich der Bundesrat bis Mitte 2017 dazu äussern werde, wie es mit der UKW-Konzessionierung in der Schweiz weitergehen wird. Die Digimig habe ihr Umstiegsszenario an Bundesrätin Leuthard übergeben. Ein Drittel aller Haushalte verfügt über ein Digitalradio Spätestens bis 2019 muss sich der Bundesrat zu einer Entscheidung durchringen. Dann laufen nämlich die aktuellen UKW-Konzessionen aus. Eine Neuvergabe mit dem bisherigen Modell dürfte kaum im Interesse des Bundes sein. Die komplette Umstellung auf Digitalradio würde die Konzessionsvergabe hingegen massiv erleichtern, da es genug Frequenzen für alle Marktteilnehmer gäbe. Komplizierte Spielregeln für die Aufteilung knapper Frequenzen würden wegfallen. Die am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Teilrevision der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) war der erste Schritt in Richtung der Abschaltung. Mit der Teilrevision ebnete der Bundesrat lokalen Radios den Weg für den Umstieg von UKW auf DAB. Das heute bestehende DAB-Netz hatte der Bundesrat bereits 1999 bei der SRG in Auftrag gegeben. Inzwischen verfügen gemäss einer BAKOM-Präsentation aus dem letzten Jahr rund 33 Prozent aller Schweizer Haushalte über ein Digitalradio. Bei den Autofahrer sieht die Situation ähnlich aus. 2014 wurden 43'000 Neuwagen mit DAB-Radios ausgeliefert. Das entspricht etwa einem Drittel aller Neuwagen. Insgesamt fahren jedoch knapp fünf Millionen Autos auf Strassen in der Schweiz und Liechtenstein. Hier gibt es also noch viel Nacholbedarf. Bis 2018/19 soll in den wichtigsten Schweizer Tunnel DAB-Radio empfangbar sein.


Quelle:
CE Today

von digiradio.ch - am 21.04.2015 11:07
Welche Radiostationen wollen nun 2020 UKW abschalten und voll auf DAB setzen?

Ich konnte nun mit Jürg Bachmann sprechen, der auch bei dieser Vereinbarung dabei ist. Er sagte mir, dass alle kommerziellen Privatradios dabei sind in dieser Vereinbarung; ich habe ihn dann noch speziell auf Radio 1 von Roger Schawinski angesprochen; er bestätigte mir, dass auch Radio 1 bei dieser Vereinbarung mit dabei ist! Wenn also Radio 1 Geld bekommt von unseren Gebühren für DAB, dann werden sie auch wieder starten auf DAB.

Voraussetzung für dieses Szenario ist natürlich, dass die RTVG Revision am 14. Juni angenommen wird und die Privatradios finanziell unterstützt werden zum Umstieg auf DAB.

von dxbruelhart - am 26.05.2015 14:36
Ich persönlich bezweifle eine totale UKW Abschaltung im Jahre XX (offiziell ist ja 2024 kommuniziert). Die Schweiz ist ja bekanntlich auch ein durchreiseland für touristen. In Deutschen und auch anderen landen wird auch im jahre 2024 kein DAB durchdringen im autoradio sektor vorhanden sein. Ergo wird die CH nur schon für die touristen eine durchreiseversorgung auf FM zur verfügung stellen müssen! (abgesehen von der VRK versorgung).

Da bin ich mir zwar nicht sicher aber es wird doch sehr oft von der flächendeckenden FM versorgung gesprochen die nicht mehr gewährleistet sein wird?? Ich interpretiere das so, da nicht mehr annähernd 100% der CH versorgt sein werden!

Was ich so aus dem "vorzeigeland" GB gehört habe ist so ,da dort niemand bereit ist, eine flächendeckende DAB Versorgung zu erstellen (kostet zuviel) und daher ist dort eine UKW abschaltung landesweit momentan kein thema.
Die gründe der probleme in Norwegen kenne ich nicht, könnte mir aber vorstellen das dort das gleiche problem herrscht. Die verflixten täler und berge sind halt für die drahtlose versorgung immer ein problem. Wenn man die gleiche durchdringung analog (UKW 100MHz) wie digital (DAB 200MHz) erreichen will.

Von der aus kostengründen fraglichen tonqualtität (die absolut nichts mit CD qualität, wie immer noch beworben, zu tun hat) mal abgesehen. Menge vor qualität (anzahl programme/mux) geht halt aus kostengründen vor!

von offair - am 27.08.2015 21:34
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