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Neues von Radio 105

Startbeitrag von dxbruelhart am 25.08.2013 09:53

Die Schweiz am Sonntag schreibt heute auf Seite 21 (nicht online verfügbar):

Fünf vor zwölf für Radio 105

Von Stefan Ehrbar

Vor drei Tagen wurde der Jugendsender Radio 105 von der Branche zum «Radio of the Year» gekürt. Doch hinter der Fassade brodelt es. 105 befindet sich in einer schwierigen finanziellen Lage, diverse Sanierungskonzepte wurden geprüft. Dies geht aus einem Gesuch zuhanden des Bakom hervor. Hintergrund des Gesuchs ist ein wirtschaftlicher Übergang der Konzession, welcher vom Bakom bewilligt werden muss.
Vor vier Jahren gelang Radio105 der grosse Sprung. Das Uvek hatte der Eigentümerschaft um Giuseppe Scaglione und der italienischen Finelco-Gruppe eine UKW-Konzession für die Stadt Zürich erteilt. Eine zweite UKW-Konzession erhielt Scaglione für ein Programm, das seinen Betrieb nie aufnahm. Verkauft wurde diese Konzession an Ringier, welches damit sein Energy Zürich rettete. Ringier entlöhnte die Kooperationsbereitschaft fürstlich: Von über fünf Millionen Franken Kaufpreis ist die Rede. Zudem übernahm Energy Zürich den Werbeverkauf von Radio105 – mit Leistungsgarantie: zwei bis drei Millionen Franken soll Energy laut Insidern jährlich an 105 überwiesen haben, obwohl nur für einen Bruchteil der Summe Werbung verkauft worden sei.

DER VERMARKTUNGSVERTRAG lief Ende 2012 aus. Gleichzeitig verschlechterte sich die Situation des Miteigentümers Finelco. Vom harten italienischen Radiomarkt gezeichnet, beschloss die serbelnde Finelco, sich aus der Schweiz zurückzuziehen. Scaglione stand nun ohne Ringier-Gelder da – und ohne italienischen Finanzierungspartner.
In der Folge wurde Radio 105 «jedem angeboten, der etwas von Medien versteht und geradeaus laufen kann», wie es ein Insider ausdrückt. SVP-Grösse Walter Frey soll sich den Sender ebenso angeschaut haben wie Radio-Pionier Roger Schawinski. Umso grösser die Überraschung, als Scaglione Anfang Juli den in der Branche relativ unbekannten Daniel Hartmann als neuen Miteigentümer präsentierte. Hartmann war lange Zeit Partner der Werbeagentur Contexta. Seit 2004 organisiert er Boxevents.
Geld soll nun auch wieder von Ringier fliessen: Die Music First Network AG als Betreiberin von Radio 105 hat die Energy Zürich AG dem Vernehmen nach auf eine Millionensumme eingeklagt. Der Vorwurf: Energy habe in den letzten Jahren auf dem Werbemarkt zu wenig Einsatz geleistet, weshalb 105 nun einen schweren Stand habe. Weder die Summe noch den Vorwurf wollen die Radiomacher kommentieren. Energy-Zürich-Chef Daniel Büchi bestätigt nur, dass sich die Energy Zürich AG in einem Rechtsstreit mit der Music First Network AG befinde.
Hartmann blickt optimistisch in die Zukunft. «Ich gehe davon aus, dass wir bis in zwei Jahren täglich 300000 Hörer haben werden», sagt er. «105 ist ein Radioformat, das bei jüngeren Erwachsenen voll ins Schwarze trifft.»

Antworten:

In zwei Jahren soviel Hörer wie heute Radio 24 hat? Klingt aber sehr utopisch. Auch, weil Roger S. dies mit seinem Radio 1 anstrebt.
Ach, und Radio Energy träumt auch davon.

von Tatzelwurm - am 25.08.2013 13:03
Radio 105 kann mit der aktuellen Musik (Gangsta-Hiphop, Urban Pop) sicher nicht viel mehr Hörer hinter dem Ofen hervorlocken; letzten Sonntag sass ich auch mit Kollegen in einem kleinen Lokal, da lief Radio 105, und uns kam fast das Kotzen ob der Musik (gut - über Musikstile kann man sich streiten).
950'000 Menschen genossen eine Woche zuvor hingegen einen anderen Musikstil, Techno, Trance und House, wenn Radio 105 sich zu solch einer Musk hinwenden könnte, wären 300'000 Hörer schon fast untertrieben, mehr als 500'000 tägliche Hörer würden sowas gerne in einem Radio hören.

von dxbruelhart - am 25.08.2013 14:18
Wenn ich 105 tagsüber einschalte, ist dieser nicht von Energy und den anderen Hitdudlern zu unterscheiden. Schade, da wäre mehr möglich. Frecher und Traniger sollte 105 tönen. Nicht Bruno Mars und co. sondern fette beats und riffs.

von woody1 - am 25.08.2013 22:03
Ihr müsst bedenken, dass 105 oft auch in Warenhäusern und Electronic-Shops läuft und die Zuhörer dort nicht immer 15-25jährig sind. Ich persönlich hätte dort lieber Radio Montecarlo. Aber die Zeichen sind wohl auf Sturm gelegt. Hat eigentlich schon jemand von euch mal ein gelbes 105er DAB Radio gesehen. Davon hätten ja mal 1000 oder 2000 Geräte in den Markt kommen sollen.

von drahtlos - am 26.08.2013 06:08
Radio 105 wird - gemäss der Entwicklung der letzten 2 Jahre - wirklich immer ähnlicher wie Energy (Zürich); so haben die kein Alleinstellungsmerkmal mehr und gehen allmählich unter in der Masse der Dudelradios, und können sicher keine Zuhörer mehr dazugewinnen.
@ drahtlos: In freier Wildbahn habe ich noch nie ein gelbes 105 DAB Radio gesehen.

von dxbruelhart - am 26.08.2013 06:21
@drahtlos: Ja, ich habe ein solches 105-Radio zu Hause stehen. Habe auf dem heimischen Rechner auch ein paar "Beweisfotos", die ich hier einstellen kann ;)
Sehr viele davon wurden im Dezember im laufenden Programm "on air" verschenkt. Auch über die Helvetia-Versicherungen wurden etliche solcher Empfänger an die junge Kundschaft gebracht. Käuflich zu erwerben habe ich aber tatsächlich nie eines gesehen.

Das gelbe Kästchen ist gar nicht mal so schlecht. Entgegen früheren Angaben in diesem alten Thread (ja, ich weiss, digiradio bezog sich nicht spezifisch auf das 105-Modell; http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?11947,1081161 ) hat das Gerät auch RDS und Radiotext auf UKW - ist dort aber wirklich ziemlich taub. Auf DAB hingegen ist der Empfang relativ gut und schlägt das Pure One Elite problemlos in Sachen Empfindlichkeit. Der SWR-Mux kommt aussetzerfrei und mit voller Empfangsanzeige (3 von 3 Bälklein) an, wo das Pure ihn bei gut ausgerichteter Antenne bestenfalls noch einliest, aber kein Audio abspielen kann.

von sonoro - am 26.08.2013 08:58
Hier auch im richtigen Thread:

Radio 105 hat aktuell einen Sendeausfall; im deutschschweizweiten DAB-Ensemble 7D ist nur die Kennung, aber keine Modulation von Radio 105 vorhanden aktuell.
UKW 93,0 und 105,0 (die aber nur in der Grossregion Kanton Zürich empfangbar sind) und Stream laufen normal.

von dxbruelhart - am 31.08.2013 16:51
Zum Glück gibts nach wie vor UKW :cheers:

von Maxtech - am 31.08.2013 18:28
Maxtech möchte ich voll und ganz beipflichten. Es geht fast keine Woche vorüber, ohne dass es nicht zu einer irgedeiner Störung im DAB-Netz kommt. Weis jemand, seit wann der Ausfall andauert?

von waverider - am 31.08.2013 18:46
Ich kann hier (und die meisten hier im Forum) die UKW-Frequezen von Radio 105 wegen Gleichkanalkollisionen nicht empfangen; deshalb haben wir DAB.

von dxbruelhart - am 31.08.2013 18:51
Die Störung ist kurz vor 17 Uhr aufgetreten und dauert an.

Höre fast jeden Sa Nachmittag Radio 105. Zuerst gedacht ob der Empfänger sich aufgehängt hat. Alle anderen Programme kommen normal.

von Maxtech - am 31.08.2013 18:56
Läuft seit 30 s wieder.

von waverider - am 31.08.2013 18:58
Und wieder weg.

von waverider - am 31.08.2013 18:58
Jetzt wieder da.

von waverider - am 31.08.2013 18:59
Hallo Maxtech. Danke für die Info. Schon enorm, den Ausfall, welcher fast 4 Std. gedauert hat. Wie das mal herauskommt, wenn UKW nicht mehr existiert?

von waverider - am 31.08.2013 19:01
... dann hat DAB bei der Senderüberwachung eine ganz andere Priorität. Die Signalzuführung zu einem DAB-Multiplexer und zu einem FM-Sender ist jeweils gleich "kompliziert".

von DH0GHU - am 01.09.2013 08:26
UKW nützt mir im Falle von 105 an meinem Basler Wohnort jedenfalls schon heute herzlich wenig. ;)

von Wrzlbrnft - am 01.09.2013 08:58
Ich denke, der Störungsfall von gestern Abend hat nach meiner Meinung wenig mit der eigentlichen Senderüberwachung zu tun. Vielmehr fehlen Redundanzen. Meines Wissens funktioniert die Zuspielung von den Studios zum Multiplexer so, dass im Studio ein Audiocodec die Programminhalte direkt in das gewünschte digitale Format codiert. Mittels einer IP-Mietleitung wird das Signal zusammen mit programmbezogenen Zusatzdaten zum Multiplexer transportiert.
Die Signale in Form von Daten werden über den Multiplexer und über das SFN-Sendernetz unverändert zu den Empfängern transportiert. Ich kenne das Übertragungssystem nicht im Detail, aber höchstwahrscheinlich versagte etwas in der Zuspielungskette, was nach meiner Meinung das schwächste Glied im Übertragungsnetz darstellt. Abhilfe könnte man schaffen, in dem die Zuspielung zum Multiplexer auf einem zweiten Weg erfolgt. Das diensttuende Personal könnte dann bei einem Ausfall der hauptsächlichen Zuführung auf die zweite Source zugreifen.

von waverider - am 01.09.2013 09:03
Zitat
Wrzlbrnft
UKW nützt mir im Falle von 105 an meinem Basler Wohnort jedenfalls schon heute herzlich wenig. ;)


In der Ostschweiz : Dito !
Kein 105 auf UKW und das 24 h am Tag und 7 Tage die Woche... Glück ??

Wenn ein Radiosender mal weg ist, davon geht die Welt auch nicht unter...
Hier gehen Terrestrisch derer 70 und das Ohne überhaupt eine Antenne angeschlossen zu haben.
Fällt wirklich mal einer aus schalte Ich eben was Anderes an...

von RADIO354 - am 01.09.2013 09:12
Hallo Radio 354; Genau das Wegschalten würde ich möglichst zu verhindern wissen, wenn ich Netzbetreiber wäre. Nach meiner Meinung sollte gerade bei "neuen" Rundfunktechnologien auf möglichst hohe Verfügbarkeit geachtet werden. Also ich hätte nicht gerade Freude, wenn mein Rundfunkprogramm fast 4 Std. nicht verbreitet werden könnte. Versetze dich in die Situation des Programmveranstalters.
Einen Tipp für Dich: Wie steht es mit Internet bei Dir? Bei mir zu Hause funktioniert mein PURE Evoke II nur am Fenster oder im Wintergarten. In der Küche ist Funkstille. Abhilfe habe ich uns mit einem Internetradio verschafft, mit einen Dual. Da kann ich sogar mein IPhone spielen lassen.

von waverider - am 01.09.2013 09:36
Terrestrisch ist stilvoller als Internetradio.
Und zuhause hätte ich 105 immer noch im Kabel (analog und per DVB-C, letzteres mit der eindeutig besten Klangqualität -> 256 kbps MP2).

von Wrzlbrnft - am 01.09.2013 09:45
Hallo Zusammen,

Internetradio habe Ich auch zu Hause.
Seit 2010 WLanradio welche ohne PC laufen.
Als Programmveranstalter ( Hier 105 ) kann man beim Netzbetreiber sicherlich die Nötige Redundanz
buchen. Alles eine Frage des Preises. Eine 100 Prozentige Sicherheit wird es nicht geben.
Wie Wrzlbrnft schon bemerkt hat " Terrestrisch ist stilvoller als Internetradio " .
Ich bin schon während der Schulzeit auf`s Dach gestiegen und habe UKW Antennen montiert.
Der Terrestrische Empfang war und ist mir sehr wichtig.
Des Weiteren Habe Ich Satellitenradio, Kabel- UKW und DVB- C Radio aber Tatsächlich läuft das
Terrestrische die Meiste Zeit. Gefolgt vom Internet wenn es mal etwas Spezielles sein soll.
Die Meiste Zeit läuft der Pure Sensia der Terrestrik und Internetradio empfängt und dazu einen Guten
Klang hat.
MfG Det.

von RADIO354 - am 01.09.2013 13:26
Der Tages-Anzeiger schreibt zur aktuellen Situation und zu den Perspektiven von Radio 105 folgendes:

http://www.tagesanzeiger.ch/digital/multimedia/Auf-einer-ganz-anderen-Wellenlaenge/story/17778208

Auf einer ganz anderen Wellenlänge
Von Mario Stäuble. Aktualisiert am 15.10.2013 7 Kommentare
Ein Berner Werber und Box-Promoter steckte mehrere Millionen in den Zürcher Jugendsender 105 – und rettete ihn. Hinter den Kulissen gärt aber ein alter Streit weiter.

Dem Zürcher Jugendradio 105 ging es diesen Sommer schlecht. Der Sender «befindet sich in einer schwierigen Lage. Zu dessen Sanierung wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft», hiess es in einem öffentlichen Schreiben des 105-Anwalts vom 24. Juli an das Bundesamt für Kommunikation, das den Radiostationen die Sendelizenzen vergibt.

Die Lösung präsentierte der Anwalt im nächsten Satz: Ein neuer Investor schiesst Geld in die Music First Network AG ein, die 105 betreibt. Er erhält dafür die Hälfte der Aktien, die andere Hälfte bleibt bei Gründer und Geschäftsführer Giuseppe Scaglione. Dessen langjährige Partnerin, die Mailänder Finelco-Gruppe, die in Italien mehrere Hundert Radiosender betreibt, kappt ihre Verbindungen in die Schweiz.

Der neue Investor heisst Daniel Hartmann. Sein Name ist vor allem in Bern ein Begriff, dort kennt man ihn als Werber und Box-Promoter. Früher leitete er die Agentur Contexta mit zeitweise rund 100 Angestellten – zu den Kunden gehören SBB, Appenzeller und Swisscom. Unter anderem war Hartmann für die Werbe-Sitcom «Beck & Bondi» der Swisscom verantwortlich, die auf den SRF-Sendern zu sehen war. 2011 verkaufte er seinen Anteil. Danach trat er kürzer, managte Profi-Boxer, war öfter in seinem eigenen Boxclub anzutreffen und recherchierte in den USA dem vergessenen Boxpionier Frank Erne hinterher. Weshalb steckt einer wie er «mehrere Millionen» in ein schlingerndes Jugendradio?

Neuer Sender: Radio Blue Sky

Er sei seit fast 20 Jahren mit Scaglione befreundet, schon 1998 bei der Gründung von 105 dabei gewesen, sagt Hartmann. «Und: Ich sehe hier eine Geschäftsmöglichkeit.» Der neue Investor hat Ausbaupläne: Am 6. Dezember will er zu den beiden bestehenden Sendern 105 und Radio Monte Carlo eine dritte Station hinzufügen. Sie heisst Radio Blue Sky, spielt Musik aus den 70ern und 80ern, bietet Nachrichten, Wetter und Verkehrsmeldungen. Verbreitet wird sie über Internet und DAB+. Das bedeutet: Hörer, die nur ein analoges UKW-Radio besitzen, können sie nicht empfangen. «Die digitale Revolution kommt, UKW ist in fünf Jahren tot», sagt Scaglione dazu.

Auch das Jugendradio 105 (heute 100'000 Hörer pro Tag) wollen die beiden neu als digitale Station für die ganze Deutschschweiz vermarkten. Dafür wird das Personal aufgestockt: «Wir stellen drei Journalisten, einen Eventmanager und ein sechsköpfiges Verkaufsteam ein», sagt Scaglione.

Heute hat 105 keine schlagkräftige Verkaufsabteilung. Bis 2012 lief die Vermarktung über Radio Energy Zürich. Diese «Werbe-Ehe» ist Teil einer konfliktträchtigen Geschichte, die bis 2008 zurückreicht. Damals vergab der Bund die Konzessionen neu. Scaglione gewann, er erhielt eine UKW-Lizenz für Radio Monte Carlo. Energy, das Ringier und der französischen NRJ-Gruppe gehört, ging leer aus. Um die Station zu retten, kaufte Energy die Monte-Carlo-Konzession von Scaglione – für über fünf Millionen.

Wie die «Schweiz am Sonntag» schrieb, schlossen die beiden Sender zudem einen Vertrag ab. Energy würde drei Jahre lang für 105 Werbung verkaufen – und pro Jahr einen Umsatz von 2 bis 3 Millionen garantieren, auch wenn der tatsächliche Werbeerlös tiefer liegen würde. Was dann auch passierte: Laut Branchenkreisen holte Energy nur einen Bruchteil der 2,5 Millionen herein.

Werbeelöse sackten ab

Ende 2012 lief der für 105 günstige Vertrag aus, und die Erlöse sackten ab. Scaglione geriet ohne eigenes Verkaufsteam in eine «Notlage», wie er selbst sagt. Die Finelco wollte kein Geld einschiessen – und begann, mit möglichen Käufern zu reden. So reiste Roger Schawinski nach Mailand; ebenso war SVP-Politiker Walter Frey im Gespräch. Die Verhandlungen führten aber zu nichts, stattdessen griff Daniel Hartmann zu. Der sagt heute, der Deal mit Energy sei zwar einträglich, aber dennoch ein Fehler gewesen, weil man sich abhängig gemacht habe. «Das ist jetzt abgeschlossen. Wir schauen vorwärts.»

Der Konflikt mit Energy ist aber noch nicht ausgestanden: Music First Network hat Energy auf eine Millionensumme verklagt. 105 wirft Energy laut Insidern vor, sich beim Akquirieren von Werbung nicht genügend Mühe gegeben zu haben – deshalb sei der Sender heute am Werbemarkt nicht etabliert. Energy bestreitet die Vorwürfe und hat Widerklage erhoben. Zu den Details des Prozesses schweigen beide Seiten.


Und in einem dazugehörigen Nebenartikel schreibt der Tagi auch noch zur kommenden UKW-Abschaltung folgendes:

Die Hörer in Richtung Zukunft schubsen

Der Bund, die Unterhaltungselektronikbranche und die SRG sind sich einig: Das analoge UKW-Radiosignal hat ausgedient. Digital Audio Broadcasting Plus (DAB+) heisst der neue Standard. Er bietet Vorteile: Die Beschränkung der Anzahl Sender pro Region verschwindet, die Tonqualität ist besser, und es lassen sich Zusatzinfos auf den Radio-Displays anzeigen. Heute können Deutschschweizer Haushalte bereits 40 Programme per DAB+ empfangen. Die Umstellung ist politisch brisant. Die Konsumenten kaufen zwar immer mehr Digitalradios – 2012 wurde in der Schweiz die Millionengrenze überschritten –, aber nach wie vor empfängt die Mehrheit Musik, Nachrichten und Wetter analog. Würde man heute die UKWSender abstellen, müssten Millionen Schweizerinnen und Schweizer ihre Auto- und Küchenradios wegwerfen oder umrüsten. Kurz: Kommt der Abschalttermin zu früh, gibt es Proteste. Realistisch gilt in der Branche ein Termin zwischen 2018 und 2023. Aber schon seit 2008 schubst eine Marketingorganisation die Hörer in Richtung digitale Zukunft. Die SRG-Tochter MCDT AG (Marketing and Consulting for Digital Broadcasting Technologies) verfügt laut Geschäftsbericht 2012 über ein 1,6-Millionen-Marketingbudget; mit Werbekampagnen, Websites und Flyern wird DAB+ angepriesen. Das Geld kommt laut MCDT-CEO Béatrice Merlach zum Teil von der SRG, zum Teil aus Handel und Industrie. Die Migros bestätigt etwa, dass man sich beteilige, schweigt aber zur Höhe des Betrags. Bereits letztes Jahr ist beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eine «Arbeitsgruppe digitale Migration» eingesetzt worden, darin sitzen Vertreter von Bund, SRG und Privatradios. Diese (die Digimig) wolle 2014 den Abschalttermin festlegen, heisst es beim Bakom. (ms)


von dxbruelhart - am 16.10.2013 15:43
Jetzt will Radio 105 sein UKW-Sendegebiet bis ins Glarnerland ausdehnen, und Scaglione sucht auch neues Kapital, das schreibt heute Newsnetz/Tages-Anzeiger: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Radio-105-sucht-13-Millionen--mit-gewagten-Angaben/story/12707467

Radio 105 sucht 1,3 Millionen – mit gewagten Angaben
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 14.12.2013
Der Jugendsender Radio 105 braucht kurzfristig Kapital. Der Businessplan zur Investorensuche basiert auf einem grösseren Konzessionsgebiet. Ob dieses tatsächlich erweitert werden kann, ist aber fraglich.

Der Gründer von Radio 105, Giuseppe Scaglione, sucht dringend 1,3 Millionen Franken. So viel braucht er kurzfristig, um seine Sendergruppe Music First Network (MFN AG) über die Runden zu bringen, nachdem seine italienischen Partner und Geldgeber sich im April endgültig von ihm getrennt hatten. Zwar übernahm Scagliones Freund, der Berner Ex-Werber und Boxpromoter Daniel Hartmann, im Sommer 65 Prozent der Aktien seiner Music First Network AG, aber dieses Engagement reicht nicht.

Mit einem Businessplan, der dem TA vorliegt, sucht Scaglione nun einen oder mehrere zusätzliche Investoren. Das Dokument geht davon aus, dass die MFN AG mit der unterschiedlichen Positionierung ihrer drei Sender Radio 105, Radio Monte Carlo und dem neugegründeten Blue Sky Radio im Jahr 2020 rund 900'000 Hörer haben wird. Derzeit sind es nach Scagliones Angaben rund 120'000.

Schon im nächsten Jahr will Scaglione mit Radio 105 rund 50'000 zusätzliche Hörer erreichen. Die entsprechenden Prognosen fussen auf einer Erweiterung des UKW-Sendegebiets um das Dreifache: von der Stadt Zürich auf die Region Zürich/Glarus – also das gleiche Einzugsgebiet, über das auch Ringiers Radio Energy und Roger Schawinskis Radio 1 verfügen. «Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) unterstützt das Vorhaben», heisst es im Businessplan. Die Erweiterung des Sendegebietes werde «voraussichtlich im Juni 2014 aufgeschaltet». Scaglione selber sagt, dass er am 26. März 2013 ein Konzessionsgesuch gestellt habe.

Beim Bakom klingt das weniger definitiv. «Eine Erweiterung des Konzessionsgebietes bedarf einer Revision der Radio- und TV-Verordnung», sagt Bakom-Sprecherin Caroline Sauser. Eine solche Revision wiederum erfordere einen formellen Antrag der MFN AG. Ein entsprechendes Gesuch habe Scaglione aber «bis dato nicht eingereicht», widerspricht Sauser den Aussagen Scagliones. Und auch wenn ein Gesuch vorläge, würde das Bakom für dessen Angaben im Businessplan keine Verantwortung übernehmen. «Das Bakom kann kein konkretes Datum für eine solche Erweiterung des Konzessionsgebietes garantieren», sagt Sauser.

«Image ramponiert»

Selbst wenn Scagliones optimistischste Prognosen eintreffen sollten, hilft ihm das in der aktuellen Situation nicht. Und die ist verzwickt. Bis Ende 2012 hatte er die Werbung auf seinem Sender von Ringiers Radio Energy verkaufen lassen. Der Deal rührte noch vom Verkauf einer Radiokonzession an das Verlagshaus Ringier, welche bei der Vergabe leer ausgegangen war. Nun hat Radio 105 keine eigene Verkaufsabteilung, und der Aufbau eines eigenen Teams harzt, wie es im Businessplan heisst.

Wegen der schlechten Presse aufgrund der drohenden Illiquidität im Sommer hätten erst drei von sechs Verkäuferstellen besetzt werden können, steht im Businessplan. Der Verkauf sei deshalb «bis Mitte/Oktober 2014 inexistent» und das «Image von 105/Music First noch ramponiert». Mit substanziellen Einnahmen ist also auch im nächsten Jahr nicht zu rechnen, weshalb der Businessplan als weitere Schwäche folgerichtig «beschränkte Finanzkraft» aufführt.

Verdoppelung der Hörerzahlen

Gemäss einer im Businessplan aufgeführten Planbilanz vom 8. November 2013 verfügt die MFN AG per Ende 2013 über ein negatives Eigenkapital von 1,87 Millionen, Ende 2014 über ein negatives Eigenkapital von 2,9 Millionen und 2015 über ein Minus von 2 Millionen. Erst 2016 kann wieder substanziell Eigenkapital aufgebaut werden, allerdings nur, wenn Scagliones Prognose eintrifft, wonach er im Jahr 2016 rund 11 Millionen Franken Werbeeinnahmen hat. Das entspräche bei einer geplanten Verdoppelung der Hörerzahlen auf 430'000 einer Verdreifachung der Werbeeinnahmen innert dreier Jahre.

Unter diesen Vorzeichen ist es auch fraglich, ob Scagliones Partner Hartmann längerfristig investieren will. Wie Scaglione dem TA auf Anfrage mitteilt, war «bereits im Juli klar, dass wir weitere Investoren für die MFN suchen werden, da es der Plan war und ist, dass Herr Hartmann nur als Übergangsinvestor fungiert». Beim Einstieg Hartmanns war davon noch keine Rede, sondern davon, dass Hartmann mithelfen werde, «den Erfolg von Radio 105 langfristig zu sichern», wie es in einer Medienmitteilung hiess. Nach Auskunft des Bakom hält Hartmann weiterhin 65 Prozent der Aktien der MFN AG; für eine Stellungnahme war er nicht zu erreichen. Scaglione legt wert auf die Feststellung, dass der dem TA vorliegende Businessplan «nicht die letzte Fassung ist».

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.12.2013, 07:33 Uhr


von dxbruelhart - am 14.12.2013 10:19
Falsche Angaben im Artikel (hallo Recherche!):
Energy und Radio 1 haben nicht das gleiche Konzessionsgebiet!
Radio 105 will vermutlich das grosse und nicht das kleine Sendegebiet bekommen (also das von Radio 24, Radio Zürisee und Radio 1).

von Tatzelwurm - am 14.12.2013 16:05
Da kann man nur hoffen, dass das BAKOM diesen Plänen einen Riegel vorschiebt, sonst wird Energy wohl auch wieder sein ganzes ehemaliges UKW-Gebiet zurück haben wollen.

Eine weitere UKW-Frequenzverstopfung muss aber nun wirklich nicht sein, zumal 105 längst schon in der ganzen Deutschschweiz per DAB hörbar ist.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 14.12.2013 17:04
Ja ein grösseres UKW Sendegebiet soll man keinem auf DAB+ vertretenen Sender geben. Im übrigen würde so das Wachstum der DAB+ Technologie noch mehr gebremst. Ich kenne das aus dem Bekannten und Geschäftsbereich. Niemand interessiert sich für DAB+... Die sagen alle das Ihr Radio noch lange den Dienst verrichten wird und das sie an keinen neuen Programmen interessiert sind. TV Sender aber schon......??? Solche Aussagen kann ich nicht mehr hören, den DAB+ ist eine tolle Technologie die Frequenzen sparend ist und mehr bietet... Ich persönlich wechsle je nach Gebiet meine Empfänger und höre via Internet oder DAB+ Radio und praktisch nicht mehr via UKW. Ist doch toll wenn man auch in den Ferien seine Lieblings Programme hören kann. Hotels haben meist auch nur einen TV und keinen Radio. 7D konnte ich z.B. auch in Freudenstadt und Umgebung empfangen:)

von Rabbit76 - am 14.12.2013 17:45
Zitat
drahtlos
Hat eigentlich schon jemand von euch mal ein gelbes 105er DAB Radio gesehen. Davon hätten ja mal 1000 oder 2000 Geräte in den Markt kommen sollen.


Seit letztem Samstag habe ich eines, gefunden auf dem Flohmarkt in Basel. Es ist kleiner als man anhand der Bilder denken könnte. Empfang im Mittelfeld. Klang: Etwas mehr Bass als das ähnlich grosse RA318. Typenbezeichnung; R105. Das Gerät lässt sich über ein Steckernetzteil oder über vier AAA-Batterien betreiben. Die Antenne lässt sich nur senkrecht ausziehen, aber nicht neigen.

Das besondere ist der Lautsprecher. Was von weitem wie ein offener Lautsprecher aussieht ist in Wirklichkeit nur ein Trichter. Dahinter steckt ein kleiner Lautsprecher, der den Schall durch ein Loch in der Mitte hinter dem gelben Schild rausdrückt.

von Stefan Heimers - am 01.12.2014 15:12
Kurioserweise will mein gelbes 105 Radio keine DAB (alt, MP2) Programme wiedergeben. Sie erscheinen nicht mal in der Senderliste. So kann ich damit SWR1 und SWRinfo nicht hören. Auch die MP2-Versionen von SRF1 und SRF4 News kommen nicht. Hat man sich da die Lizenzgebühren gespart?

von Stefan Heimers - am 03.12.2014 06:06
Zitat
Stefan Heimers
Kurioserweise will mein gelbes 105 Radio keine DAB (alt, MP2) Programme wiedergeben. Sie erscheinen nicht mal in der Senderliste. So kann ich damit SWR1 und SWRinfo nicht hören. Auch die MP2-Versionen von SRF1 und SRF4 News kommen nicht. Hat man sich da die Lizenzgebühren gespart?


Wäre gut möglich.
Warte nur bis Montag, dann wird der SWR alles auf DAB+ umstellen. Dann sollten SWR 1 ind Info
mit dem " Kleinen Gelben " auch wieder laufen.
Die SRF plant ja ab 2015 die MP2 Programme wegzunehmen. Könnte Eventuell ja Anfang 2015 sein.
Das wäre denn auch Bald.

von RADIO354 - am 03.12.2014 09:50
Was für eine Marke bzw. Typ ist nun das 105-Radio? Irgendwo im Batterienfach oder vielleicht im Software-Menü müsste ja eigentlich ein Hinweis darauf sein; ebenso in der Software ein Hinweis auf das DAB-Modul.

von dxbruelhart - am 03.12.2014 10:21
Einen Herstellernamen habe ich nicht gefunden. Auf dem Boden steht:

RX12101136 (vermutlich die Seriennummer, auf einer separaten Etikette)

DAB+ /FM Radio
Model: R105
Power consumption: 6W
Power supply: DC6V = 1A
4xAAA / LR03 Cells Made in China


Das LCDisplay hat eine Textzeile aus Segmenten, nicht Punkten. Lautstärke und Empfangspegel werden mit je einem Symbol (Lautsprecher und Antenne) sowie drei kleinen Balken angezeigt.

Das Display zeigt folgende Softwareversion:

V BN3,0

von Stefan Heimers - am 03.12.2014 18:56
Zitat
RADIO354
Warte nur bis Montag, dann wird der SWR alles auf DAB+ umstellen. Dann sollten SWR 1 und Info mit dem " Kleinen Gelben " auch wieder laufen.


Da habe ich ja Glück, dass ich ihn eine Woche vorher gekauft habe. Sonst wäre mir diese Besonderheit gar nicht aufgefallen. Aber auch, dass ich ab nächster Woche damit SWRinfo hören kann.

von Stefan Heimers - am 03.12.2014 19:01
Ich habe noch von keinem Radio gehört, welches nur DAB+ empfangen kann und kein DAB(alt).
Ich war der Meinung, die Lizenzkosten für DAB(alt) (Philips) sind ausgelaufen. Also gibt es hier keine Lizenzgelder mehr zu verdienen.

Ich habe irgendwo die Herstellerdaten vom 105 DAB-Radio gespeichert. Mal sehen, ob ich diese noch finden werde.

von drahtlos - am 03.12.2014 20:14
Das kleine, gelbe Radio ist wieder im Handel erhältlich, nur diesmal von Inside statt von 105.

von Stefan Heimers - am 03.03.2015 19:49
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