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vor 4 Jahren, 10 Monaten
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vor 4 Jahren, 10 Monaten
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dxbruelhart, Westwind

Über die Zukunft des DVB-T

Startbeitrag von Westwind am 22.09.2013 12:22

Zukunft des DVB-T - für die terrestrische Übertragung per Antenne gibt es neue Ideen:

In der heutigen NZZ am Sonntag, Seite 70


http://s7.directupload.net/file/d/3388/6tplpond_pdf.htm

Antworten:

Das schreibt die NZZ am Sonntag heute zum möglichen Zusammenspiel von DVB-T und LTE:

Fernsehtürme auf Sendung
Digitales Fernsehen kommt heute per Kabel, Telefonleitung und Satellit ins Haus.Doch auch für die terrestrische Übertragung per Antenne gibt es neue Ideen. VonWolfgangTunze

Fernsehtürme gehören zur alpinen Silhouette wieGipfelkreuze und Seilbahnen. Aber wie lange noch? Das bewährteAntennenfernsehen kämpft ums Überleben. Dabei erfuhr es erst im letzten Jahrzehnt eine Generalüberholung: Die Analogübertragung wurde zugunstender Digitaltechnik DVB-T abgeschaltet. Seither gilt, was die SRGauf ihrer Website so beschreibt: geringer Installationsaufwand, keine neue Empfangsantenne nötig, ausgezeichnete und gleichbleibende Qualität. Man müsste noch hinzufügen: Auch mobiler Empfang ist möglich. Mit einem Mini-Adapterwerden selbst Notebooks und Tablets zu handlichen TV-Geräten. Aber das terrestrische Programmangebot bleibt bis heute überschaubar.
Abgesehen von Grenzregionen, in denen aus Deutschland zum Beispiel auch die ARD, das ZDF und 3sat zu empfangen sind, bestreiten überwiegend die öffentlichrechtlichen Schweizer Sender das Programm – und das auch nur in Standardauflösung. Kein Wunder, dass die Zahl der DVB-T-Zuschauer meilenweit hinter den Nutzern vonKabelanschlüssen und Swisscom-TV zurückbleibt. Auch in den deutschsprachigen Nachbarländern konnte DVB-Tnichtmit der immer grösseren Programmvielfalt und der technischen Qualität von Kabel und Satellit Schritt halten. Daraus resultiert grenzüberschreitend eine Diskussion um die Frage: Lässt sich die Attraktivität des Antennenfernsehens so steigern, dass es sich lohnt, den terrestrischen Übertragungsweg zu erhalten? Oder sollteman ihn aufgeben und die frei werdenden Frequenzen dem Mobilfunk überlassen?

Neuer Trend Die zweite Variante würde zu einem internationalen Trend passen. Die für die weltweite Frequenzplanung zuständigeWorld Radiocommunications Conference will in ihrer nächsten Beschlussrunde im Jahr 2015 empfehlen, einen Teil der heute für DVB-T genutzten Frequenzen, nämlich das sogenannte 700-Megahertz-Band, für Mobilfunkdienste freizugeben. In Deutschland strebt die Bundesnetzagentur, das Gegenstück zum Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom), bereits eine Entscheidung indiesem Sinne an. Österreich dagegen hat dieUmwidmung des 700-Megahertz- Bandes abgelehnt. Die alpinen Nachbarn brauchen das Rundfunkspektrum: Zusätzlich zu DVB-T strahlen sie seit April dieses Jahres Fernsehprogramme im NachfolgestandardDVB- T2 aus; der Parallelbetrieb soll den Zuschauern einen allmählichen Umstieg ermöglichen. DVB-T2 nutzt das Frequenzspektrum effizienter: Es bringt proKilohertz bis zu einem Drittel mehr Daten ans Empfangsgerät. Und wenn man es dann noch mit einer wirksameren Videokompression kombiniert, etwa mit dem bereits für HDTV verwendeten Verfahren H.264, bieten die terrestrischen Frequenzen genug Übertragungskapazität für eine grosse Auswahl an HDTV-Programmen: Das SimpliTV genannte österreichische DVB-T2-Paket umfasst bis zu 40 HD-Sender. Könnte dies auch ein Modell für die Schweiz und für Deutschland sein? Die nördlichen Nachbarn schmieden schon Pläne: In der vergangenen Woche haben ARD und ZDF beschlossen, von 2017 anDVB-T2 einzuführen – dann sogar mit einer neuen, noch effizienterenVideocodierung, die H.265 heisst und noch mehr Platz für HDTVVielfalt schafft.

Streit um Frequenzen Was immer daraus wird: Am Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig, jener Denkfabrik, in der die Grundlagen der DVB-Standards entstanden sind, reifen bereits Ideen für eine noch fernere Zukunft. Sie könntenden Streit um Frequenzressourcen obsolet machen und gleichzeitig unsere Smartphones für den mobilen Medienkonsum aufrüsten: Es geht um nichts weniger als um die Zusammenführung von terrestrischem Fernsehen und der Mobilfunktechnik LTE. LTEunterstützt den Modus eMBMS (evolved Multimedia Broadcast Multicast Service). Das bedeutet: Das Mobilfunksystemkann, ähnlich wie ein TV-Sender, auch Daten von einem Punkt aus gleichzeitig an viele Empfangspunkte verteilen. Das allerdings nimmt Kommunikationsdiensten kostbare Bandbreite weg. Besser funktioniert folglich ein Konzept, das «Tower Overlay» heisst: Auf der Basis des LTE-Standards übernehmen Sendetürme mit grosser Reichweite die Verbreitung von Fernsehbildern – über die Grenzen der engmaschigen Mobilfunkzellen und über die Netze unterschiedlicher Mobilfunkbetreiber hinweg. Diese Türme könnten in jenem Frequenzband funken, das heute noch ein Zankapfel zwischen Fernsehen und Mobilfunk ist, während die digitale Kommunikation in den kleinen Zellen und in einem wesentlich höheren Frequenzbereich, etwa im 2,6-Gigahertz- Band, stattfände. LTE-Advanced, die jüngste Erweiterung des Standards, lässt die gleichzeitigeNutzung von zwei unterschiedlichen Frequenzen mit einem Endgerät zu. MüssteDVB-T2 dann aufs Altenteil? Durchaus nicht: Die Braunschweiger Wissenschafter wollen die für LTE-Geräte gedachten Videodaten zusätzlich in DVB-T2-Datenströmen verpacken. Dann kann sich jeder Empfänger herauspicken, was er braucht: DVB-T2-Geräte finden ihre Fernsehsignale, LTE-Handys deren Ebenbilder nach Mobilfunk- Norm. Ob es so weit kommt, ist offen. Aber die Idee hat bestechenden Charme.

von dxbruelhart - am 22.09.2013 13:39
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