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Radioforum Schweiz
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
dxbruelhart, Tatzelwurm, DAB-Swiss, RadioZombieCH, Gala21, Maxtech, Mike

Radio 24 und R. Argovia senden künftig gleiches Programm tagsüber

Startbeitrag von dxbruelhart am 27.02.2015 08:19

Die Privatradios von Peter Wanner spannen und sparen zusammen

Die beiden Lokalsender Radio 24 und Radio Argovia werden künftig im Programmbereich enger zusammenarbeiten. Damit wollen sie in erster Linie «Synergieeffekte erzielen». Man wolle auch die starke Stellung im Hörer- und Werbemarkt ausbauen.

Die Zusammenarbeit der beiden Radiosender ist wohl vor allem eine Sparübung: Durch die Synergien rechnen die beiden Sender in den nächsten Monaten mit einem «moderat tieferen Personalbedarf», wie aus einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Dieser dürfte aber weitgehend über natürliche Fluktuation realisiert werden können, heisst es.

Die programmliche Kooperation geht ziemlich weit: Sie umfasst werktags die Mittagsstunden von 10 bis 15 Uhr, den Samstagnachmittag und den Sonntag. Die erfolgreichen Morgen- und Abendshows sollen je eigenständig bleiben, um die Identität der Sender und die lokale und regionale Verankerung zu erhalten. Offen bleibt in der Mitteilung, wie stark die redaktionelle Berichterstattung (Nachrichten aus der Region) betroffen und beschnitten wird.

Radio 24 und Radio Argovia gehören beide zur Radio Medien AG, die im Besitz der BT Holding des Aargauer Verlegers Peter Wanner ist.


Weiterlesen: http://m.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/die-privatradios-von-peter-wanner-spannen-und-sparen-zusammen

Antworten:

Das finde ich nun so ziemlich bedenklich und traurig. Aber das kommt halt auch davon, wenn kein Privatradio mehr ein eigenes Format hat, sondern nur noch Charts-Einheitsbrei gesendet wird. Ich wage zu behaupten, dass man über 80% der Schweizer Privatradios nicht voneinander unterscheiden könnte, wenn sie keine Station ID's senden würden. Alles dasselbe Mainstreamgedudel. X-Mal pro Tag das gleiche Gewimmer...

Da muss man sich dann nicht verwundern, wenn im Ausland fremdgehört wird! :hot:

Radio 24 und Radio Argovia werden nur der Anfang sein!

Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens auf DAB+ bald noch mehr Vielfalt einkehrt.

von DAB-Swiss - am 27.02.2015 10:43
Das gemeinsame Programm gibts doch schon länger, jeweils an den Wochenenden in der "Chartshow". Hatte mich schon gewundert über die "Zufälle" des selben Songs auf beiden Kanäle.

von Mike - am 27.02.2015 15:26
Moment. Moment. "Erfunden" hat das ja Energy in der Schweiz. Ist leider mit dem sogenannten Simulcast sehr erfolgreich. Kein Wunder, müssen die anderen Radios da nachziehen.

Bei Radio 24 finde ich diese Entwicklung trotzdem sehr bedenklich. Es ist wohl nicht mal mehr für die No1 möglich eigenständig zu bleiben. Ein Personalabbau wird hier sicherlich stattfinden. Nach meinen Berechnungen sind pro Station je 2 Moderatoren zuviel.

Auf der gegenüberliegenden Seite ist wohl der Einschnitt für Argovia noch dramatischer. Sie werden von 10 bis 15 Uhr Sendungen von Radio 24 übernehmen und werden so nur noch zu einem Fenster programm.

Auch nimmt mich Wunder, wie die regionalen Beiträge in der Mittagszeit ins Mantelprogramm integriert werden. Die Erfahrung zeigt, dass nach einiger Zeit mit solchen Fensterprogrammen irgendwann aufgehört wird (FM1, Radio Top). Weils einfach trotzdem zu kostenintensiv wird.

Alles in allem: eine unfreuliche Entwicklung.

von Tatzelwurm - am 27.02.2015 16:27
Geht nicht mehr lange, dann sendet im Aargau und in Zürich ein völlig identisches Programm. "Man merkt die Absicht und ist verstimmt!" Das kommt halt davon, wenn alle Privatsender nur noch genau gleich tönen! Das kann ja nicht mehr rentieren. :sneg:

http://www.persoenlich.ch/news/medien/radio24argovia-gleiche-moderation-im-aargau-wie-zuerich-326571#.VegKD3nouHs

von DAB-Swiss - am 03.09.2015 08:54
Die Energy Stationen machen das heute bereits. Vor allem am Wochenende.
Dasselbe im TV Bereich. Tele Züri, M1 und Tele Bärn übernehmen viel.
Wird aber sicher Hörer kosten.

von Maxtech - am 03.09.2015 19:46
Soeben gehört auf 102.80 - dr Soundträck zum länächsten - Radio Argovia!

von dxbruelhart - am 11.11.2015 13:27
Radio 24: Kampf um die No.1 LINK


Können Sie sich noch an das grosse Erdbeben in der Zürcher Radioszene erinnern? An den 31. Oktober 2008? Ich erinnere mich noch so genau an diesen Tag, weil meine Kollegen vom Branchenportal Persoenlich.com und ich damals folgende News publizierten: «Das Uvek wird Energy Zürich keine Konzession mehr erteilen.» Der Satz erschütterte die Medienwelt. Ringier-Boss Marc Walder rief uns an. Er habe gerade 60 verunsicherte Mitarbeiter von Energy bei sich, sagte er.

Der damalige Uvek-Entscheid war der Auftakt zu einer der skurrilsten Geschichten im Schweizer Medienbetrieb. Radio Energy Zürich wurde in der Folge mit viel Aufwand gerettet. Ringier kaufte die kleine Konzession von Giuseppe Scaglione. Und bis heute beschäftigt die Vergabe der Radio- und TV-Konzessionen die Branche. Wirtschaftlich, weil in der Zwischenzeit der Sender 105 pleiteging. Juristisch, weil noch heute Radiomacher versuchen, die Konzessionen anderer streitig zu machen.

Im Januar 2016 könnte es nun wieder zu einem Beben in der Radiobranche kommen. Setzt sich der Trend fort, dann wird Radio 24 unter den Schweizer Privatradios nicht mehr die Nummer 1 sein. Dieser Titel hat das von Roger Schawinski gegründete Radio während 32 Jahren verteidigt. Danach wird voraussichtlich Konkurrent Energy Zürich der neue Platzhirsch sein. Wir hatten Einblick in die Zahlen (Stand 13. November): Radio 24 ist 14’000 Hörer im Rückstand. Das ist ein beträchtlicher Vorsprung für Energy. Es bleiben Radio 24 noch eineinhalb Monate, um aufzuholen.

Warum ist die Nummer-1-Position so wichtig? Der Marktführer profitiert in der Regel von höheren Werbeeinnahmen. Eine Anekdote zeigt, wie wichtig der Titel ist: Als Radio Z (daraus wurde später Energy Zürich) im April 1995 auf dem eigenen Sender die Position der Nummer 1 verkündete, weil die Quartalszahlen für den Sender für einmal einen marginal besseren Marktanteil auswiesen, soll Markus Gilli, der damalige Programmleiter von Radio 24, wutschnaubend angerufen haben: Gilli forderte, dass diese Behauptung sofort zurückgezogen werde, ansonsten kläre er dies im eigenen Mittagsjournal. Die Z-Moderation machte munter weiter, sodass es schliesslich zu Gillis legendärer Wutrede kam. In einem zweiminütigen Beitrag titulierte er die Konkurrenten als «Häkler und Wadenbeisser von der Kreuzstrasse», die «völlig irrelevante Quartalszahlen» zu einem «hässlichen, kleinen Triumph» nutzten.

Angesichts der vielen Strategiewechsel von Radio 24 war es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis Energy den langjährigen Branchenleader überholen würde. Seit Jahren liefern sich die beiden Radios ein Kopf-an-Kopf Rennen. Während bei Radio 24 in den vergangenen Jahren kontinuierlich Programm und Chefs änderten, hat Energy an Programm, Strategie und Chef festgehalten. In keinem Medium ist Kontinuität so wichtig wie beim Radio. Jahrzehntelang war Radio 24 das traditionsreiche Zürcher Newsradio. Im vergangenen Frühling unterzog sich der Sender einer Verjüngungskur. Das vergraulte – wenig überraschend – die ältere Stammhörerschaft. Dieses Problem hat Energy Zürich nicht, weil sich der Sender seit 2003 klar als das junge Zürcher Radio positioniert.

Wenn Radio 24 nun tatsächlich entthront werden sollte, wird dies seine Kommunikation erschweren: Die Programmverantwortlichen müssten ihren Slogan «Nummer eis vo Züri» ändern, denn diese Werbung wäre dann unlauter. Das dürfte Besitzer Peter Wanner schmerzen, der 2011 Radio 24 von Tamedia (die auch den «Tages-Anzeiger» herausgibt) als grösstes Privatradio der Schweiz erwarb. Als zweitgrösstes wird es weniger wert sein.

Was sagen die Verantwortlichen von Radio 24 zum drohenden Verlust? Sie verweisen diesmal brav auf den Geschäftsführer, und der wiederum schreibt via Mail: «Wir kommentieren keine Hörerdaten, welche nicht mindestens ein Semester umfassen. Für kürzere Auswertungszeiträume ist die Stichprobe der Messung schlicht zu klein. Die Daten des zweiten Semesters 2015 liegen gegen Ende Januar 2016 vor.» Bei Energy hält man sich mit einem Statement ebenfalls zurück. Die Vorfreude auf den sich abzeichnenden Triumph ist am Telefon allerdings spürbar. Schliesslich galt Energy-Boss Dani Büchi im Oktober 2008 ohne Konzession noch als der grosse Verlierer. Im Januar 2016 könnte er nun als Gewinner dastehen. Inzwischen hat Energy Zürich wieder eine Konzession, aber das Sendegebiet ist um ein Drittel kleiner als jenes von Radio 24. Und trotzdem kann der damalige Verlierer nun nach 32 Jahren erstmals die neue Nummer 1 im Radiomarkt werden.

von Tatzelwurm - am 02.12.2015 17:50
Ich finde es sehr schade das jetzt am Nachmittag kein Hitmix mehr lauft auf Radio Argovia.. also brauch ich ja gar nicht mehr einschalten..

von Gala21 - am 29.12.2015 18:01
EDIT: Irrelevanter Post meinerseits

von RadioZombieCH - am 21.02.2016 09:01
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