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Aenderung des RTVG: Abstimmung vom 14. Juni 2015

Startbeitrag von digiradio.ch am 05.04.2015 09:41

Mich würde mal interessieren, wie die allgemeine Gefühlslage hinsichtlich der bevorstehenden Abstimmung über die Aenderung des RTVG steht.

Was spricht Eurer Meinung nach dafür? Was eher dagegen?

Die 50 interessantesten Antworten:

Ich bin sehr klar für das neue Gebührenmodell; weil fast alle so weniger bezahlen müssen (TV brauchte ich anfangs der 90er Jahre ausschliesslich für Teletext, aber auch dafür brauchte man natürlich die TV-Konzession. Und die Billag-Kontrolleuere, die 2014 auch wieder bei über 1500 Haushalten zu unmöglichen Zeiten vorbeigingen und happige Bussen bei vermeintlichen Schwarzhörern oder -sehern verteilt haben, das ist auch ein gewichtiger Grund zum Systemwechsel. Zudem soll die Billag im neuen Gebührenmodell bis 2018 aufgelöst werden, man will die Gebühren dann auf einem anderen weniger aufwendigen Weg einkassieren; das ist nun wirklich ein weiterer gewichtiger Grund für das neue Gebührensystem. Dann eben die Migration in Richtung DAB, die wird wenn wir beim alten System bleiben um einige Jahre verzögert, und das verursacht bei den Radiosendern auch happige Mehrkosten durch das duale Senden auf UKW und DAB. Ein klares wuchtiges Ja für das revidierte RTVG ist hier wohl die einzig richtige Antwort.

von dxbruelhart - am 05.04.2015 11:11
Das Problem mit dieser Vorlage: Viele wissen nicht von was sie sprechen. Da kann schon mal eine Abschaltung vom analogen WDR auf die Billag geschoben werden.
Klar, wir können und jetzt fragen ob es schlau ist, dass RTS Game of Thrones VOR Teleclub zeigt.

Aber ich denke 98% der Beteiligte reicht es an Fachwissen.

P.S. SRF ist Social. So ein linker Scheiss habe ich noch nie gesehen. Bestätigen auch meine Freunde vom Stammtisch! /Ironie Off

von smid - am 05.04.2015 17:57
Hier zeigt sich ein veritabel gegenteiliges Bild als bei 20 Minuten; dort schreibt und kommentiert ein sehr spezielles Publikum, dort wollen aber nur 4% das neue RTVG annehmen, hier ist das die grosse Mehrheit von 12:1.
Noch ein sehr gutes Argument für diese Revision des RTVG: So können die tieferen Beiträge (~Fr. 400.--) doch einige Jahre gehalten werden, das sagt Roger de Weck heute im Tages-Anzeiger; die SRG kriegt insgesamt mehr Geld für qualitativ bessere Programme, und wir zahlen dafür weniger - das ist doch eine klassische Win-Win Situation.

von dxbruelhart - am 06.04.2015 07:29
Die Mediensteuer ist eine Mogelpackung. Es wird insgesammt nicht billiger, sondern auf Firmen umverteilt. Dieser wiederum erhöhen Preise für Waren oder drücken auf die Lohnkosten.

Bis 2030 zahlen wir Fr. 1000.-- im Jahr. Quelle

von Maxtech - am 07.04.2015 13:39
Naja, die Unternehmen werden auch nicht wirklich mehr belastet:

Zitat

Auswirkung der Gesetzesänderung auf Unternehmen:
Wie bisher sollen sich auch die Unternehmen an der Finanzierung von Radio und Fernsehen beteiligen. [---] Die Abgabe wird nach Umsatz abgestuft [---] mit einem Umsatz von unter 500 000 Franken pro Jahr keine Abgabe [---] Für Unternehmen mit einem Umsatz von 500 000 bis zu einer Million Franken fallen 400 Franken pro Jahr an. Somit würden rund 75 Prozent – also drei Viertel der Unternehmen - künftig keine Abgabe bezahlen und rund 9 Prozent der Unternehmen eine Abgabe von 400 Franken. Heute beträgt die Radio- oder Fernsehempfangsgebühr pro Betriebsstätte je nach Nutzung zwischen 612 und 1409 Franken pro Jahr.


http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/38718.pdf

Erstmal sinken die Gebühren ausserdem. Inwiefern da 1000 Franken pro Jahr draus werden sollen basiert auf hochgerechneten mit Zuschlägen versehenen Zahlen aus Zeiten, die in die grosse Expansion mit neuen Programmen der SRG/SSR fielen. Für mich macht das ganze einen vernünftigen Eindruck. Mich täte noch interessieren, was die Unternehmen, deren Jahresumsatz über 1 Mio. Franken liegt, zahlen müssten.

von CBS - am 07.04.2015 14:09
Zitat
dxbruelhart
...die SRG kriegt insgesamt mehr Geld für qualitativ bessere Programme, und wir zahlen dafür weniger - das ist doch eine klassische Win-Win Situation.


Wenn die SRG mehr Geld bekommt, dann zahlen wir auch mehr. Direkt oder indirekt. Und besser werden die Programme auch nicht, nur weil mehr Geld da ist.

Ja, das Gebühreneinzugssystem muss geändert und modernisiert werden, aber erstmal muss eine genaue Definition über den Sendeauftrag und -umfang her.

Dummerweise habe ich solche Diskussionen schon vor 15 Jahren in Deutschland geführt und es hat sich nichts geändert. Es wird sich auch hier nichts ändern. Die Staatssender öffentlich-rechtlichen Sender sind wie ein kleines Griechenland: Man kann Tonnen von Geld hineinschütten, es reicht nicht über den Monat.

von 2-0-8 - am 07.04.2015 19:33
Wenn wir beim alten Modell bleiben, wird die Billag gestärkt und läuft auf viele Jahre weiter und wird Ihre Bezüge wenigstens aufs doppelte erhöhen; auch die anderen Akteure werden beim alten Modell ihre Bezüge stark erhöhen, sodass wir bis 2017-2018 bei über Fr. 700.-- landen werden (diese Infos habe ich von internen SRG-Stellen).
Wenn wir das neue Modell wählen, so werden wir gemäss De Weck bis gegen 2030 keine Erhöhung erleben, wir bezahlen also einfach Fr. 400.--. Zudem wird die Billag abgeschafft im neuen Modell! Das verschweigen die Gegner geflissentlich!

von dxbruelhart - am 07.04.2015 19:54
Interessante Aspekte zum Thema liefert auch ein neuer Artikel der Medienwoche:

http://medienwoche.ch/2015/04/07/srg-und-privatsender-verbandeln-oder-entflechten/

von digiradio.ch - am 07.04.2015 22:12
Und wieder zwei Artikel:

http://www.woz.ch/1515/warum-es-die-srg-braucht/jeder-rappen-zaehlt

http://mobile2.bernerzeitung.ch/articles/12701611

Böse Zungen dürften wohl sagen, dass es nicht verwunderlich sei, wenn die ultra-linke WOZ der ebenso linken SRG die Stange halten würde. Lese ich dann aber den "ach so ausgewogenen" Artikel der BZ, weiss ich sehr schnell wieder, weshalb wir unbedingt eine starke SRG brauchen und es nicht darauf ankommen lassen dürfen, dass dereinst bloss private Medienhäuser den Service Public erbringen.

von digiradio.ch - am 09.04.2015 19:06
Der Gewerbeverband spannt jetzt auch den Thiel vor den Karren, um die Stimmung gegen die SRG und gegen die Gesetzesänderung weiter aufzuheizen:

http://www.persoenlich.com/news/medien/srf-thiel-schiesst-erneut-scharf-gegen-schawinski-324035#.VSfYcZOun8A

Wirklich gut vorbereitet schien auch der Thiel nicht gewesen zu sein, als er diese Zahlen aus der Luft gegriffen hat. Aber was soll’s? Schliesslich hat er bereits eine beachtliche Gefolgschaft, welche ihm sogar blind aus der Hand fressen würde. Eigentlich sollte er auch gleich für die SVP kandidieren.

von digiradio.ch - am 10.04.2015 14:27
SRG Generaldirektor Roger de Weck legt in der NZZ seine Sichtweise dar:

http://beta.nzz.ch/feuilleton/medien/roger-de-weck-plaediert-fuer-systemwechsel-1.18521472

von digiradio.ch - am 14.04.2015 12:43
Zitat
dxbruelhart
Aktuell sieht es böse aus für die RTVG-Revision: Gemäss einer aktuellen Umfrage von Politologen wollen 39% Ja stimmen, aber 56% Nein
¨
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Fuer-die-neue-TV-Gebuehr-wird-es-eng-14222488


So ähnlich klar sahen die Umfragen und Kommentare auf 20min auch bei Ecopop aus:

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/53-Prozent-wuerden-Ecopop-zustimmen-18806605

Dort tummeln sich SVP Anhänger in grossen Scharen, was aus Ecopop wurde ist bekannt. :D

von CBS - am 17.04.2015 16:07
Zitat
CBS
So ähnlich klar sahen die Umfragen und Kommentare auf 20min auch bei Ecopop aus:

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/53-Prozent-wuerden-Ecopop-zustimmen-18806605

Dort tummeln sich SVP Anhänger in grossen Scharen, was aus Ecopop wurde ist bekannt. :D


Mein Eindruck ist eher, dass sich dort die jungen Leute tummeln, die dann sowieso nicht Abstimmen gehen.

von 2-0-8 - am 18.04.2015 18:43
Herrlich! Spätestens jetzt verlässt der Abstimmungskampf die sachliche Ebene.

http://www.blick.ch/news/politik/champions-league-am-tv-nur-noch-gegen-bezahlung-bigler-schiesst-eigentor-id3717397.html

von digiradio.ch - am 02.05.2015 10:31
Die Südostschweiz am Sonntag / Schweiz am Sonntag schreibt heute zur RTVG-Abstimmung:

SRG: Eine Insitution wankt

Feuer im Dach der SRG: Die Billag-Abstimmung wird zur Zitterpartie
Von Christof Moser und Othmar von Matt

Schlechte Umfragewerte, eine unerwünschte Service-public-Debatte und jetzt auch noch Kritik am neuen Gebührenmodell von links – die SRG fürchtet am 14. Juni ein verheerendes politisches Signal.

Die Stimmung war gereizt bis gehässig, als sich Roger de Weck vorletzten Donnerstag im Zürcher Nobelhotel «Savoy Baur en Ville» der Phalanx aus SRG-Kritikern entgegenstellte. Anlass: die Vernissage des Buchs «Mehr Fernsehen, weniger Staat», zu der die «MedienVielfalt Holding» um Financier und Blocher-Freund Tito Tettamanti geladen hatte. Ausführungen des SRG-Direktors quittierte der Saal mit Geraune, Kopfschütteln und Zwischenrufen. «Das Ausmass der Ablehnung, wie sie der SRG entgegenschlägt, hat mich erstaunt. Das geht bis hin zu offenem Hass», resümiert Kommunikationsberater und Ex-«Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Peter Hartmeier, der am Anlass teilgenommen hat. «Roger de Weck war sichtlich erschüttert.» Auf Anfrage lässt dieser ausrichten: «Die SRG kommentiert keine Stimmungen.»

Das Stimmungsbild vom rechtsbürgerlichen Medienanlass – ein Sinnbild für die missliche Lage, in der die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft derzeit steckt. Die Institution SRG: Sie wird erschüttert wie kaum je zuvor in ihrer 94-jährigen Geschichte.

Erstmals seit der Gründung im Jahr 1931 muss sich der staatlich konzessionierte Medienkonzern in einer direktdemokratischen Abstimmung behaupten. Am 14. Juni entscheidet die Stimmbevölkerung über die RTVG-Revision, mit der die Finanzierung von Radio und Fernsehen neu geregelt werden soll. Die SRG versucht, die potenzielle Sprengkraft des Volksvotums präventiv zu entschärfen, indem sie das Referendum des Gewerbeverbands gegen das geräteunabhängige Gebührenmodell zu einer «technischen Abstimmung» kleinredet.

Tatsächlich jedoch findet in diesem Abstimmungskampf längst statt, was die SRG und und ihre politischen Verbündeten im Parlament möglichst verhindern, respektive erst nach 2016 wollten: eine heftig geführte Grundsatzdebatte über Sinn, Zweck, Kosten und Ausgestaltung des Service public, die zum Sturm gegen das Ancien Régime der Schweizerischen Medienordnung um Direktor Roger de Weck und Präsident Raymond Loretan auszuwachsen droht.

Ein erster Stimmungsbarometer verheisst nichts Gutes für die SRG: Nur gerade 39 Prozent der Stimmbürger wollen dem neuen Radio- und Fernsehgesetz zustimmen, wie Mitte April eine repräsentativ gewichtete Online-Umfrage von «20 Minuten» ergeben hat. 56 Prozent sind dagegen, 5 Prozent unentschlossen. SRG-Lobbyisten im Bundeshaus reden im Hinblick auf den 17. Juni von einem «zunehmend schlechten Gefühl». Die psychologische Wirkung eines Scheiterns der RTVG-Revision – sie wäre enorm. SRG-intern, im Kader, spricht man gar bereits von einem «drohenden Abstimmungs-GAU».

Hinter dieser apokalyptischen Einschätzung führender SRG-Strategen stecken politische Überlegungen. Eine neue Gebührenregelung auf Jahrzehnte hinaus zementieren, das geht jetzt oder nie. Das Bollwerk der SRG im Parlament ist die CVP, was sich auch im Ja-Komitee für die RTVG-Revision spiegelt: 27 von 28 CVP-Parlamentsmitgliedern sitzen drin. Doch die CVP verliert seit Jahren Wahlen um Wahlen, und die GLP, die sich stattdessen in der Mitte breitmacht, folgt der SRG nicht mehr blind: Die Grünliberalen haben für die RTVG-Revision die Nein-Parole beschlossen. Auch in der BDP machen gewichtige Abweichler gegen die Gebührenreform mobil.

Dazu kommt, dass mit CVP-Medienministerin Doris Leuthard im Bundesrat medienpolitisch eine bekennende SRG-Anhängerin das Sagen hat – «besser werden wir es nie wieder haben», sagt ein Mitglied des SRG-Trägervereins. Unvergesslich bleibt, wie Leuthard im Ständerat die RTVG-Revision durchboxte und gestandene FDP-Ständeräte wie Schulbuben abkanzelte, was ihr in der NZZ den Titel «Gouvernante vom Dienst» eintrug. «Roger de Weck kann froh sein, dass er noch die CVP und Doris Leuthard auf seiner Seite hat», sagt CVP-Nationalrat Gerhard Pfister – obwohl de Weck ihn, den einzigen SRG-Kritiker in der CVP, am Podium der «MedienVielfalt Holding» als «Ignorant und Ideologe» bezeichnete.

Wie viel Geld soll die SRG kosten dürfen – und wofür? Während die SRG-Strategen noch glauben, den Abstimmungskampf über das Portemonnaie der Gebührenzahler gewinnen zu können, indem sie unablässig vorrechnen lassen, dass jeder Haushalt mit dem neuen Modell jährlich 62 Franken spart, schaukelt sich die RTVG-Revision zu einer symbolischen Abstimmung über die SRG hoch. Dabei macht der SRG-Führung vor allem der Umstand Bauchweh, dass ein Scheitern der Vorlage nichts am heutigen Status quo ändern würde, was paradoxerweise das Risiko eines Neins erhöht. Ein SRG-Kadermitarbeiter sagt es so: «Man kann uns am 14 Juni eine Scheibe einschlagen, ohne dass das Haus einstürzt.»

Dass das Argument, mit dem neuen Modell weniger Gebühren bezahlen zu müssen, möglicherweise nicht die richtige Taktik ist für diese Referendumsabstimmung, hätte den SRG-Strategen allein deshalb auffallen können, weil der federführende Gewerbeverbands-Präsident Hans-Ulrich Bigler seine Mitglieder gegen ihre monetären Interessen hinter sich schart: 75 Prozent der Gewerbebetriebe würden mit dem neuen Modell keine Empfangsgebühren mehr bezahlen, 9 Prozent deutlich weniger als heute. Die Gegner, zu denen FDP-Vizepräsident Christian Wasserfallen gehört, führen jedoch grundsätzliche Überlegungen ins Feld: «Das 18-Punkte-Programm der FDP sagt, dass wir keine neuen Steuern wollen. Dann können wir nicht bei der erstbesten Gelegenheit eine Steuer einführen.» Zuerst müsse nun der Service-public-Auftrag geklärt werden, sagt Wasserfallen. Um diese Diskussion zu befeuern, präsentiert er im Namen der FDP einen konkreten Abbauplan für die SRG.


Weiterlesen: http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/medien/feuer_im_dach_die_billag-abstimmung_wird_zur_zitterpartie/
http://v2.suedostschweiz.ch/epaper/pdf/temp/20150503100213_18CC0476_2015-05-03_sogl.pdf

von dxbruelhart - am 03.05.2015 08:13
Die unheilige Allianz der SRG Gegner, jetzt erst recht ein JA am 14.6.2015. Anschliessend eine ruhige und sachliche Aussprache zum Service Public, ohne Verschwörungstheorien der Gegner des öffentlich rechtlichen Rundfunks (Gebühren bald bei Fr. 1000.00)

von Heinz Lindenmann - am 03.05.2015 08:30
Beitrag im Tages Anzeiger vom 5.5.2015 /Teile diese Meinung
Nur ein JA am 14.6.2015 zum RTVG
SELBSTSABOTAGE DER FDP
ALLGEMEIN vom 5. Mai 2015
Daniel Binswanger ist Redaktor bei „Das Magazin“
Es ist ein sicheres Indiz dafür, dass eine Debatte zur propagandistischen Schaumschlägerei verkommt, wenn die Sonntagszeitungen «geheime Papiere» vorlegen, die in Tat und Wahrheit schon lange öffentlich sind und nur deshalb nicht zur Kenntnis genommen wurden, weil sie nicht die geringste Substanz haben. Im immer gehässiger werdenden Abstimmungskampf zur Revision des Radio- und Fernsehgesetzes ist es mal wieder so weit: Die «Schweiz am Sonntag» hat am letzten Wochenende nach allen Regeln des Pseudo-Primeurs ein Papier von FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen zum Scoop erhoben, das schon lange auf dem Netz abrufbar ist und wohl vor allem deshalb zuvor niemanden interessiert hat, weil es nur in einer Hinsicht aussagekräftig ist: als ­Dokument der erschütternden medienpolitischen Ahnungslosigkeit des «Medienpolitikers» Wasserfallen.
Wasserfallen, der auch als Vizepräsident der Blocher-nahen «Aktion Medienfreiheit» amtet, skizziert in einem Fünfpunkteplan seine Vorstellungen von der SRG aus «liberaler» Perspektive. En passant begründet er auch noch, weshalb er die zur Abstimmung stehende Gebührenerhebungsreform, bei der es gar nicht um die Definition des SRG-Auftrags geht, zur Ablehnung empfiehlt. Seit dem Nein zur RTVG-Revision durch die FDP-Delegierten darf sich der Nationalrat nun nicht nur von der Gesamt-SVP, sondern sogar von seiner eigenen Partei getragen fühlen.
Der wichtigste Reformvorschlag von Wasserfallen betrifft die Ausgewogenheit zwischen den Sprachregionen. Die minoritären Landessprachen sollen überproportional gefördert, die Deutschschweiz zu einer Gebührenumverteilung gezwungen werden. Diese Forderung ist einleuchtend; allerdings scheint es dem FDP-Medienpolitiker entgangen zu sein, dass er damit keinen Reformvorschlag aufstellt, sondern den Istzustand beschreibt. Im Jahr 2014 wurden 71 Prozent der Einnahmen in der Deutschschweiz erzielt, aber nur 45,6 Prozent der Mittel für deutschsprachige Kanäle ausgegeben. Mehr als ein Drittel der Gelder wird aktuell also umverteilt – ein massives Investment in den Ausgleich zwischen den Sprachregionen.
Seltsam sachfremd erscheint auch Wasserfallens Beleg für die vermeintliche Tatsache, dass die Deutschschweizer SRG überdotiert sei. Er glaubt, dies ergebe sich daraus, dass auch Kanäle von debattierbarer Unverzichtbarkeit wie beispielsweise SRF Info betrieben werden. Unberücksichtigt bleiben bei dieser Argumentation die realen Kostenstrukturen: Nicht das Unterhalten eines Sendekanals schlägt zu Buche, sondern die Bereitstellung von Inhalten. Da SRF Info lediglich Informationssendungen von SRF 1 wiederausstrahlt, sind die Kosten dieses Senders äusserst tief. Die wirklich relevante Frage ist nicht, wie viele Sender die SRG sich leistet, sondern, über wie viel Mittel sie verfügen muss für teure Eigenproduktionen. Wenn Wasserfallen der Ansicht ist, die Eigenproduktion soll zurückgefahren und beispielsweise ein Format wie «Der Bestatter» nicht mehr finanziert werden, dann soll er das öffentlich so deklarieren.
Deutlich macht der Nationalrat immerhin, dass er generell bei der Unterhaltung abbauen will. Unterhaltungssendungen, die auch von Privaten produziert werden könnten, sollen künftig nicht mehr zum SRG-Auftrag gehören. Auch hier manifestiert sich eine eher realitätsferne Vorstellung vom Medium Fernsehen. In allen Ländern mit einem öffentlich-rechtlichen, gebühren-finanzierten Rundfunk sind die öffent­lichen Anstalten massiv bei Unterhaltungssendungen (und Sport) engagiert. Ganz besonders gilt dies von der absurderweise immer als Gegenmodell zitierten BBC. Fernsehsender können ihren kulturellen und informationspolitischen Auftrag nur erfüllen, wenn ein gewisser Unterhaltungsanteil zum Programm gehört. Eine Beschränkung auf Informationssendungen führt zur völligen Marginalisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wie das eindrücklich das Beispiel der USA belegt. Er erreicht dort einen Marktanteil von nicht einmal 2 Prozent.
Die politische Geschichte der Schweiz der letzten zwanzig Jahre ist leider zu guten Teilen die Geschichte der Selbstsabotage der FDP. Mit dem Nein zur RTVG-Revision hat der Freisinn es nun tatsächlich geschafft, seine autodestruktiven Triebe noch einmal zu überbieten. Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler wird für seine an Stillosigkeit nicht zu übertreffende Anti-RTVG-Kampagne sogar mit einem bevorzugten Nationalratslistenplatz belohnt. Seit Jahren investiert Christoph Blocher gigantische Summen, um sich ein Medienimperium auf SVP-Linie zusammenzukaufen. Die Schwächung der SRG ist für ihn deshalb ein sorgfältig aufgegleistes, zentrales, strategisches Ziel. Die FDP hingegen wird bei einem Abbau der SRG politischen Schaden nehmen. Doch das hindert den Freisinn nicht im Geringsten daran, beflissen am eigenen Ast zu sägen.

von Heinz Lindenmann - am 06.05.2015 11:25
Heute wurde die erste von drei GfS-SRG Umfragen veröffentlicht, bei der RTVG Revision sieht es aktuell wie folgt aus:

46 % Ja
45 % Nein
9 % Noch unentschlossen

Also ein ganz knappes Ja hätte es gegeben, wenn jetzt abgestimmt worden wäre.

von dxbruelhart - am 08.05.2015 18:38
Dieser Artikel bringt die wesentichen Argumente, welche für einen starken Service Public sprechen, ganz gut auf den Punkt:

http://beta.nzz.ch/feuilleton/medien/der-oeffentliche-rundfunk-als-brueckenbauer-1.18535535

von digiradio.ch - am 10.05.2015 15:29
Vielen Dank, lieber Schütze, für diesen Link :-)

Es geht um sehr viel. Leider haben viele Schweizer keinen Schimmer davon, was wir an der SRG haben. Und der 20 Minuten Leser hat ohnehin keine Ansprüche. Dem geht das folglich völlig am A.... vorbei.

von digiradio.ch - am 14.05.2015 17:14
Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung zur Aenderung des RTVG habe ich mal wieder in die Tasten gehauen und erstmals seit langem auch wieder einen Blogbeitrag veröffentlicht:


RTVG: Service Public oder Paywall

Im Vorfeld der Abstimmung um die Aenderung des Radio- und TV Gesetzes (RTVG) werden die Stimmen nach einer Einschränkung des Service Public - ja sogar nach einer Abschaffung der SRG - immer lauter. Da wird suggeriert, private Medienunternehmen würden alles besser und nota bene auch billiger machen.
Gewiss kann man darüber streiten, wieviele Kanäle die öffentlich-rechtliche SRG SSR betreiben soll. Ziel muss aber weiterhin sein, wertvollen Content zu produzieren und diesen möglichst allen Zielgruppen zugänglich zu machen. Dass der Trend hin zu online geht, hat man zuweilen auch bei der SRG erkannt, wird aber nicht zuletzt von Seiten der Verleger resp. der privaten Medienhäuser arg zurück gebunden.

Wird die Aenderung des RTVG am 14. Juni 2015 vom Souverän nicht angenommen, dürfte dies unweigerlich eine Schwächung der SRG nach sich ziehen. Zwar betonen einzelne Gegner, es gehe ihnen lediglich um die neue Steuer und die Existenz der SRG werde keinesfalls in Frage gestellt. Dennoch ist davon auszugehen, dass genau jene Kreise, welche aus einer Schwächung der SRG den grössten Profit ziehen könnten, dereinst in eben dieses Horn blasen werden.

Als selektivem Nutzer von Qualitätsmedien stehen mir heute die Newsportale von SRG SSR und von ausländischen Rundfunkanstalten öffentlichen Rechts wie ARD, ZDF, DeutschlandRadio oder Radio France, BBC etc. genauso zu Verfügung, wie die Portale seriöser Tages- und Wochenzeitungen. Dass letztere nach neuen Finanzierungsmodellen suchen, liegt völlig auf der Hand.

Die reine Finanzierung durch Werbung scheint im Internet nicht wirklich zu fruchten, weshalb zahlreiche Verlage die Schaffung einer Paywall ins Auge fassen, sofern sie diese nicht bereits eingeführt haben. Einerseits erhalten die Abonnenten einer Tageszeitung in vielen Fällen schon heute uneingeschränkten Zugang auf die Artikel des entsprechenden Presseerzeugnisses. Daneben werden früher oder später auch Möglichkeiten geschaffen, einzelne Artikel gegen Bezahlung einer Gebühr freizuschalten. Die "Winnipeg Free Press" beispielsweise ermöglicht als eines der ersten Presseerzeugnisse den Zugang zu ihren Artikeln für die Entrichtung einer Gebühr in Höhe von CAD 0.27, also 27 Kanadischen Cents, was umgerechnet rund 20 Rappen entspricht. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, mittels Abo von monatlich CAD 16.99 freien Zugang zu allen Artikeln zu erhalten, aber notabene eben nur von einer einzigen Newsquelle.

Am 14. Juni 2015 stimmen wir darüber ab, ob jeder Haushalt künftig eine Mediensteuer in Höhe von rund CHF 400 zu entrichten hat. Dies würde also einem täglichen Betrag von rund CHF 1.10 entsprechen, für welchen der gesamte Haushalt uneingeschränkten Zugang zu 3 TV Kanälen in deutscher Sprache, mehreren Radioprogrammen verschiedener Couleur und eben auch Online Content erhält. Wird die SRG hingegen abgeschafft - wie dies bestimmte Exponenten aus dem Lager der RTVG Gegner anstreben - stehen uns in der Schweiz in diesem Umfang de facto keine vergleichbaren Angebote mehr zur Verfügung, welche wir uneingeschränkt nutzen können. Würde ein Haushalt beispielsweise mehr als 6 Artikel eines Newsportals konsumieren, wären wir bereits bei höheren Kosten, welche für den Medienkonsum anfallen würden. Wohlbemerkt, dieses Rechenbeispiel stützt sich auf ein Angebot aus Kanada. Anzunehmen ist, dass die wenigen Verlage, welche überhaupt in der Lage sind, gut recherchierte Nachrichten zur Verfügung zu stellen, es sehr wohl verstehen werden, den Tarif für ihre Publikationen auf die hohe Kaufkraft unseres Landes abzustimmen.

Die Grundversorgung mit Information zu einem vernünftigen Preis ist ernsthaft gefährdet, wenn wir den Service Public dereinst schwächen werden.


Link zum Blogbeitrag hier:
http://digiradio.blogspot.ch/2015/05/rtvg-service-public-oder-paywall.html

von digiradio.ch - am 17.05.2015 13:25
Zitat
digiradio.ch
Als selektivem Nutzer von Qualitätsmedien stehen mir heute die Newsportale von SRG SSR und von ausländischen Rundfunkanstalten öffentlichen Rechts wie ARD, ZDF, DeutschlandRadio oder Radio France, BBC etc. genauso zu Verfügung, wie die Portale seriöser Tages- und Wochenzeitungen.


Qualitätsmedien - wenn ich das lese, kommt mir der Morgenkaffee wieder hoch, vor allem im Zusammanhang mit ARD, ZDF und DeutschlandRadio. Über Radio France kann ich mangels Sprachkenntnissen nichts sagen, aber dass die BBC von ihrer Vergangenheit lebt, weiss ich sicher.

Die ganze Qualitätsdikussion ist doch nur die Hoffnung, dass es Stellen gibt, wo man gut und eingermassen wahrheitsgemäss informiert wird. Sozusagen ein Punkt, wo man Geld gegen das Gefühl eintauscht, gut informiert zu werden.

Die grosse Zeit von Radio, Fernsehen und Zeitungen ist mit der massenhaften Verfügbarkeit des mobilen Internet unweigerlich zu Ende, sie sind nur noch ersetzbare Teile des Ganzen und dominieren nicht mehr.

Diese Gesetzesänderung ist der Versuch, sich noch einige Jahre über Wasser halten zu können.

von 2-0-8 - am 17.05.2015 18:59
Zitat
2-0-8
Die ganze Qualitätsdikussion ist doch nur die Hoffnung, dass es Stellen gibt, wo man gut und eingermassen wahrheitsgemäss informiert wird. Sozusagen ein Punkt, wo man Geld gegen das Gefühl eintauscht, gut informiert zu werden.

Diese Gesetzesänderung ist der Versuch, sich noch einige Jahre über Wasser halten zu können.


Mit diesen zwei Aussagen hast Du natürlich völlig recht. Die Problematik ist einfach, dass es zumindest in Bezug auf elektronische Medien kaum seriöse Angebote gibt, welche von privaten Veranstaltern produziert werden. Kommt noch hinzu, dass diese Angebote von den Privaten "on demand" am liebsten noch als Pay-per-view Content zur Verfügung gestellt werden sollen (siehe RTL NOW App für Tablets).

von digiradio.ch - am 17.05.2015 21:38
Zitat
2-0-8
Die ganze Qualitätsdikussion ist doch nur die Hoffnung, dass es Stellen gibt, wo man gut und eingermassen wahrheitsgemäss informiert wird. Sozusagen ein Punkt, wo man Geld gegen das Gefühl eintauscht, gut informiert zu werden.

Naja, aber wenn es solche Stellen gibt, dann bei den öffentlich-rechtlichen Programmen, und wenn es spätnachts ist, oder im Deutschlandfunk.

von Habakukk - am 18.05.2015 06:32
http://bazonline.ch/kultur/fernsehen/Wie-es-uns-gefaellt/story/30434028
Spannendes Resultat

Als ich das poste, sind noch keine Kommentare da.
Man sollte man Vergleich zwischen Kommentaren und Daumen ziehen.

Meine Theorie: Wie schon bei ECOPOP betreibt eine gewisse Fraktion massive Manipulation bei den Likes. Eine ganze Umfrage zu "faken" dürfte viel mehr Aufwand sein.

von smid - am 21.05.2015 13:36
@smid: Danke für den Link. Ist einfach immer noch verdammt knapp.

Ich mag' schon lange keine Kommentare von Newsportalen mehr lesen. In der Regel sind diese eh' einseitig und tendenziell unqualifiziert; daher völlig Waste of Time. Und weil die Presse die Kommentarspalten gänzlich unmoderiert stehen lässt, findet eben auch keine Richtigstellung statt, wenn jemand puren Dünnschiss verbreitet.

Nun ja, sollte es tatsächlich bachab gehen, wird das Niveau unserer Gesellschaft wohl noch tiefer sinken. Für mich persönlich habe ich eh' schon länger gute Alternativen gefunden. Werde dann wohl noch mehr auf Streams und Podcasts der Öffis aus dem Ausland greifen. Was dann unsere hiesigen Helden von FDP, SVP oder GLP verzapfen, wird mir dann wohl gänzlich entgehen. Aber, so what?

von digiradio.ch - am 21.05.2015 21:36
Ich war am Donnerstag an einer Podiumsdiskussion in Zürich in der Helferei. Auf dem Podium diskutierten:
Pro:
Jaqueline Badran, Nationalrätin Kanton Zürich, SP
Martin Landolt, Nationalrat Kanton Glarus und Parteipräsident BDP

Contra:
Thomas Hess, Geschäftsführer Kantonaler Gewerbeverband Zürich
Christoph Mörgeli, Nationalrat Kanton Zürich, SVP

Man erfuhr nichts neues; ich traf aber auch einen alten DX-Kollegen, mit dem ich seit ca. 8 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, wieder.
Ich hatte den Eindruck, nach dem Podium gab es wohl mehr Überzeugte für die RTVG Revision als zuvor.

von dxbruelhart - am 23.05.2015 05:40
Nix neues. Dieses Argument kommt immer mal wieder, obschon hier Aepfel mit Birnen verglichen werden.

Keines der zitierten Länder hat 4 Landessprachen zu bedienen. Ausserdem zählt beispielsweise Deutschland 10x mehr Einwohner, was zu einem Gebührenvolumen von rund 8 Mia. jährlich führt.

Es gibt leider sehr viele Leute, welche nicht wirklich eine Vorstellung davon haben, wie wichtig ein von partikulärinteressen unabhängiger Service public für den Erhalt einer Demokratie ist. Ein Blick in Länder wie Italien, Ungarn, Russland, aber auch in die USA genügt.

Die Schweiz wird ohne SRG nicht untergehen. Sie wird einfach einfältiger und sich intellektuell kaum weiter entwickeln.

von digiradio.ch - am 23.05.2015 17:44
@ 2 - 0 - 8:
Italien zu Zeiten von Berlusconis Regentschaft sehr wohl und USA ebenfalls. TV und Radio taugen dort definitiv nicht mehr für objektive Information. Von Ländern in der Karibik und in Afrika, welche ich bereist habe, ganz zu schweigen. Dort schaut die Korruption schon zum Rechten.
Bei Ungarn und Russland kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, halte jedoch Berichte über entsprechende Missstände bei der Medienfreiheit für ziemlich glaubwürdig.

von digiradio.ch - am 23.05.2015 22:53
Leider wird von einigen Leuten nur die SVP Pressemitteilung durch gekaut. Wir haben 4 Sprachen zu bedienen.Ein Vergleich mit dem Ausland, ist mehr als absurd, aus den genannten Gründen.
Fazit es wird alles vermischt, die Kern Aussage der Abstimmung geht völlig unter. Beiträge in 20 Minuten, von Wutbürgern und Frustbürgen sind auf einem Stammtisch-Niveau.

von Heinz Lindenmann - am 24.05.2015 07:31
Wenn die RTVG Revision abgeleht wird, bleibt praktisch alles beim alten.
Nur die Billag wird wesentlich mehr Kontrolleure anstellen, die dann wesentlich mehr als 1500 Hausbesuche pro Jahr machen werden.
Und mit DAB geht es dann einfach nur langsam weiter, der Tunnelausbau könnte sich weiter verzögern. 2020 wird kaum ein Radio UKW abschalten.

Der Gegenentwurf, das neue RTVG fördert Vielfalt, Innovation und Ausbildung.

Aus dem Newsletter der Digris:

Unbedingt JA zum RTVG
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Am 14. Juni wird über das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) abgestimmt. Bei dieser Teilrevision geht's für die nichtkommerziellen UNIKOM- und die neuen DAB+ -Radios um die Wurst!

Die Gegner haben Unwahrheiten verbreitet und die Diskussion am Thema vorbei geführt.

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Das revidierte RTVG bringt Verbesserungen für nichtkommerzielle Lokalradios.

Der aktuelle Gebührenanteil von 3% für nichtkommerzielle Lokalradios der UNIKOM kann bis auf 6% erhöht werden. Diese zusätzlichen Gebührengelder werden für dringend notwendige digitale Innovationen, sowie für Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Wenn die UNIKOM-Radios investieren, investieren sie in die Stimmenvielfalt. Sie bieten Plattform für Sendungen in 30 unterschiedlichen Sprachen, für spezialisierte Musikmagazine und für die lokale Musik- und Clubkultur. Sie berichten über Minderheiten, experimentieren mit neuen Radioideen und senden kritische Hintergrundberichte. Die UNIKOM-Radios schulen mit ihrem Ausbildungsorgan Klipp & Klang junge Sendungsmacher und fördern das Kinder- und SeniorInnenradio. Sie setzen auf ein alternatives, breites Musikprogramm und erreichen gemeinsam täglich so viele Hörer wie Radio SRF 2. Die 2000 jungen Sendungsmacher der UNIKOM-Radios, werden verstummen, wenn Gebühren wegbleiben. Die lokale Musik- und Kulturszene verliert den Zugang zum Medium Radio. Der unbefriedigende Status quo in der Radiolandschaft Schweiz wird sich verschlimmern. Übrig bleiben nur die werbefinanzierten Formatradios.

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Das revidierte RTVG vervielfacht das Radioangebot.

Die Gebührengelder finanzieren unter anderem auch 75% der Investitionen zum Bau eines DAB+ Netzes. Davon profitieren vor allem neue Radioprogramme mit kleinem Budget und die UNIKOM-Radios. In Genf und Zürich senden seit letztem Jahr bereits 20 neue Stationen über den digitalen Äther. In weiteren 25 Städten sind solche DAB+ Inseln mit je 14, mehrheitlich neuen, Programmen geplant.

Aktuell interessieren sich 90 Veranstalter für die digital terrestrische Verbreitung DAB+. Nicht zuletzt, weil UKW in der Schweiz ab 2019 etappenweise abgeschaltet wird. Das Internet bietet künftig keine Alternative, weil es an Bandbreite fehlen wird. Ein aktuelles Beispiel: In Amerika besetzt Netflix bereits heute täglich 30% der gesamten Bandbreite. Eine Migration von Radio und Fernsehen auf IP würde letztendlich die Netzneutralität gefährden. Radioveranstalter sowie Konsumenten müssten um eine garantierte Bandbreite kämpfen und mit erheblichen Qualitätseinbussen zurecht kommen. Von Schweizer Vielfalt wäre keine Rede mehr. Das Netz würde vor allem internationalen Monopolisten wie Spotify, Netflix und Internetanbietern dienen.

Als digitale Verbreitungstechnologie, welche die Bandbreite nicht tangiert und für den Hörer kostenlos ist, ist DAB+ eine stabile digital terrestrische Lösung. Bei Ablehnung des neuen RTVG wird der bereits fortgeschrittene Digitalisierungsprozess ausgebremst und dringend notwendige Innovationen bleiben auf der Strecke.

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Ein JA zum RTVG stärkt die Lokalradios.

Der Marktanteil der SRG wird mit DAB+ kleiner, die Lokalradios erhalten wie die SRG auch sprachregionale und regionale Verbreitungsgebiete. Bei UKW haben die Lokalradios nur lokale Verbreitungsgebiete.

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Ein JA zum RTVG fördert energiesparende Verbreitungs- technologien.

Der Wechsel von UKW auf DAB+ reduziert zudem die elektromagnetische Belastung und den Stromverbrauch im Land massiv: Aktuell senden in der Schweiz 70 Lokalradios und 10 öffentlich-rechtliche Radioprogramme über UKW. Jedes Lokalradio benötigt für die lokale UKW-Versorgung durchschnittlich 5 Sendeanlagen. Die öffentlich-rechtlichen ihrerseits für die regionale und sprachregionale Versorgung ca. 300 Sendeanlagen. Bei der digital-terrestrischen Versorgung DAB+ teilen sich Privatradios und SRG schätzungsweise nur noch 86 Sendeanlagen, sowie deren Betriebskosten. Somit werden 3240 Anlagen weniger benötigt. Die Stromkosten reduzieren sich um ca. CHF 45 Mio pro Jahr!

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Radiovielfalt, Innovation, Ausbildung, tiefere Kosten, niedriger Stromverbrauch, weniger Emissionen: JA zur Revision des RTVG

von dxbruelhart - am 24.05.2015 11:52
Klar, vorderhand würde alles beim alten bleiben. Allerdings gäbe es damit für die Privaten auch keine Fördergelder für den Ausbau von DAB+. Diese würden bei Annahme des RTVG nämlich neu 6% statt 4% aus dem Gebührentopf erhalten.
Zudem ist davon auszugehen, dass aus dem Lager der RTVG Gegner einige lauthals nach einer Schwächung, wenn nicht sogar Abschaffung der SRG schreien werden, sollte die Aenderung tatsächlich bachab gehen.

von digiradio.ch - am 24.05.2015 11:53
@ dxbruelhart und @ digiradio.ch,

Danke für Eure Erläuterungen,

Im meinem Berufsumfeld ist eine Starke Ablehnende Tendenz zu bemerken.
Die Argumente meiner Kollegen sind Tellweise nicht Richtig oder auf Grund unzureichender Kenntnis
der Gesamtsache entstanden.

von RADIO354 - am 24.05.2015 13:24
@RADIO354:
Hier liegt das eigentliche Problem. Dass man dem Gewerbeverband sämtliche Märchen und Phantasiezahlen de facto unkritisch abkauft, ist wirklich sehr bedenklich und zeigt, wie einfach sich unsere Gesellschaft bereits heute manipulieren lässt.

von digiradio.ch - am 24.05.2015 14:32
Die Wirtschaftsverbände lügen uns doch immer wieder an. Das war ja auch schon bei der Abzockerinitiative so.

z.B. die Lügengeschichte mit dem Tierheim:

RTVG-Nein: Die falsche Story des Gewerbeverbandes mit dem Tierheim

Billag-Abstimmung
Tierheim beider Basel: Konkurs wegen neuer TV-Abgabe?


Auch Bauern und Wirte distanzieren sich vom Gewerbeverband. Bei einem Ja sparen sie gut 12 Millionen Franken, berichtet die NZZ:

Scharfe Kritik am Gewerbeverband

Watson berichtet von sieben billigen Tricks, mit denen Hans-Ulrich Bigler seine Glaubwürdigkeit verspielt.

von Stefan Heimers - am 24.05.2015 17:13
Die Gebühren werden so oder so irgendwann mal steigen, das stimmt.

Ist es nicht so, dass man, wenn man ja stimmt, die Billag Geschichte sein wird?
Ich frage mich eh, sind nicht 99% aller Haushalte, es geht ja im Besonderen nicht nur um Einzelpersonen, TV-Konsumenten, auf irgend eine Art. Somit doch alle irgendwie Gebührenpflichtig. In der Arena konnten mich die Befürworter nicht speziell überzeugen. Es kam mir vor, dass die SRG (Hr. Matter) gar nicht speziell für die Gesetzesannahme gekämpft hat. Könnte es sein, dass die SRG mit der Ablehnung des Gesetzes sogar profitiert? Viele haben ja bereits brieflich abgestimmt, somit sind schon viele Meinungen bereits gefasst und es wird in den letzten 10 Tagen nicht mehr viel geändert. Mich hätte es in erster Linie interessiert, dass die Billag abgeschafft wird.

von drahtlos - am 04.06.2015 11:47
Zitat
drahtlos
Ist es nicht so, dass man, wenn man ja stimmt, die Billag Geschichte sein wird?


Soviel ich weiss läuft der Vertrag mit der Billag in etwa zwei Jahren aus, dann wird der Gebühreneinzug neu ausgeschrieben. Dann kommt entweder eine andere Firma, oder wieder die Billag.

Mit dem RTVG hat das nichts zu tun. Ob mit oder ohne läuft der Billagvertrag aus. Ob man die Gebühren mit den Steuern einziehen sollte statt mit einer separaten Firma ist eine Frage die diskutiert wird, das könnte später mal kommen. Aber das hat genau gar nichts mit der aktuellen Abstimmung über das RTVG zu tun. Was bei einem JA nach fünf Jahren wegfällt sind die Kontrolleure der Billag (oder deren Nachfolger) die Hausbesuche machen. Von daher kommt wohl das Gerücht, die Billag würde mit der Annahme verschwinden. Fürs Inkasso ist aber vorerst weiterhin eine private Firma vorgesehen, und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass es auch nach der nächsten Ausschreibung die Billag bleiben wird.

von Stefan Heimers - am 04.06.2015 12:04
@ Maxtech & alle:
Mit der neuen Regelung kommen auf einen Klapf 800'000 neue Beitragszahler dazu; die Bevölkerungszunahme sorgt für weiter sinkende Gebühren; die SRG erhält gewisse Beschränkungen (nur noch 1h Regionaljournale pro Tag und weitere Beschränkungen) - dadurch fällt der Betrag deutlich unter 400 Franken; dann entfallen die Billag-Kontrolleure, das wird nochmals 20-30 Franken einsparen, daher werden wir bis 2020 mit der neuen Regelung nicht mehr als 340 Franken bezahlen pro Jahr.
Falls das neue RTVG abgeleht wird, wird die Billag die "Hausbesuche" massiv ausbauen, von derzeit ca. 1500 auf mindestens 10'000 pro Jahr - das braucht auch viel mehr Kontrolleure. Die SRG hat viel freiere Hand mit der alten Regelung, also wird da sicher eher zugelangt werden, wenn das neue RTVG abgelehnt wird.
Hier ist das ganze neue RTVG als Gesetzestext zum Nachlesen http://www.parlament.ch/sites/doc/CuriaFolgeseite/2013/20130048/Schlussabstimmungstext%20NS%20D.pdf

von dxbruelhart - am 04.06.2015 16:11
Die Billag wird bei der Neuausschreibung wohl kaum mehr zum Zuge kommen; die Billag hat viel zu viel Geschirr zerschlagen, als dass sich noch eine Mehrheit finden lassen könnte, die sich weiterhin für die Billag einsetzen werden - es sei denn, es bleibt alles beim alten, wenn die RTVG Revision abgelehnt wird, so wird das auch als Vertrauensbeweis für die Billag aufgenommen.

von dxbruelhart - am 04.06.2015 16:23
Nur "privat" und ohne Service public wird's so richtig teuer.

Robert Ruoff führt ganz eindrücklich aus, worum es den Gegnern des RTVG wirklich geht: Um das ganz grosse Abkassieren und mehr Einflussnahme in den Massenmedien.

http://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Privat-wird-ziemlich-teuer

von digiradio.ch - am 05.06.2015 11:52
Die Abstimmung über das revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) zeichnet sich ein wahrer Abstimmungskrimi ab. Um 14:00 Uhr lagen die Gegner und die Befürworter genau gleichauf. In der Westschweiz zeichnet sich eine Annahme des Gesetztes ab, während, ausser im Graubünden, die Deutschschweiz wahrscheinlich ablehnt. Das Tessin scheint die Vorlage erstaunlicherweise auch abzulehnen.

Schade, dass die Diskussion in den letzten Wochen nur noch pro und contra SRG gelaufen ist, statt um die wirkliche Zukunft von Radio und Fernsehen in der Schweiz. Wie weiter mit Digitalradio DAB+ bei einem allfälligen Nein? Diese Frage kann momentan leider niemand beantworten, doch wird sich der Netzausbau sicherlich verlangsamen und die Programmvielfalt stagnieren. Das ist unsere vorsichtige Prognose.

von DAB-Swiss - am 14.06.2015 12:33
Gemäss Blick.ch ist nun auch der Kanton Bern ausgezählt und stimmt ganz knapp nein. Somit wäre, nach den ersten Rechnungen, das revidierte RTVG mit 3696 Stimmen Unterschied angenommen. Bis das wirklich definitiv ist, gib es für die kleinen und ländlichen Privatradios noch keinen Grund zum Jubeln. :rolleyes:

von DAB-Swiss - am 14.06.2015 14:30
Hallo zusammen

Ausser den niedrigen Gebühren, was verbessert sich nun in der Schweizerischen Radio- und Fernsehlandschaft konkret? Wird nun UKW schneller abgeschaltet? Kriegen nun die neiden Radios Beo und Neo 1 auch eine DAB+ Versorgung? Wird der Empfang von DAB+ besser? Bei mir zu Hause in Laupersdorf habe ich sehr schlechten Empfang.
Welcher Profi kann mir an worten? DAB-Swiss etwa?

von Radiomonitor - am 14.06.2015 14:41
Zitat
Radiomonitor
Hallo zusammen

Ausser den niedrigen Gebühren, was verbessert sich nun in der Schweizerischen Radio- und Fernsehlandschaft konkret? Wird nun UKW schneller abgeschaltet? Kriegen nun die neiden Radios Beo und Neo 1 auch eine DAB+ Versorgung? Wird der Empfang von DAB+ besser? Bei mir zu Hause in Laupersdorf habe ich sehr schlechten Empfang.
Welcher Profi kann mir an worten? DAB-Swiss etwa?


- UKW wird nun von vielen privaten Stationen 2020 abgeschaltet
- Die bisherigen Sender, die noch nicht auf DAB sind, können rasch auf DAB starten, da sie dafür Subventionen bekommen
- Die DAB-Netze werden weiter ausgebaut, Empfangslücken werden nach und nach aufgefüllt
- Die Billag-Kontrolleure entfallen, damit werden 80% des Billag-Personals entfallen

von dxbruelhart - am 14.06.2015 14:46
Genauso wie dxbruelhart das zusammenfasst, wird es wahrscheinlich kommen. Wobei ich mir durchaus vorstellen könnte, dass bei diesem knappen Resultat noch nachgezählt werden muss. Daher geniesse ich den JA-Entscheid momentan noch mit äusserster Vorsicht.

Es ist tatsächlich so, dass nun kleinere Radiosender der UNIKOM oder ländliche Programme wie Radio BeO oder neo1 mehr Gelder aus dem Gebührentopf erhalten werden. Ihnen wird also die digitale Verbreitung künftig auch erschwinglich gemacht. Wie schnell diese Aufschaltungen jedoch erfolgen, steht noch in den Sternen. Zuerst müssen nun die technischen Möglichkeiten ausgelotet und die Netzplanung forciert werden. Beispielsweise ist das bisherige UKW-Sendegebiet von Radio BeO ja momentan noch in keiner Weise durch DAB+ abgedeckt. Da braucht es noch Einiges an Infrastruktur.

Nach diesem knappen JA würden mich nun vorallem die Stellungsnahmen von broadcast.ch, SwissMediaCast und Limus-Digris interessieren! ;)

von DAB-Swiss - am 14.06.2015 15:00
Was im Moment grad' abgeht, ist so ziemlich unter aller Sau. Ich kann zwar Verständnis dafür aufbringen, wenn man jetzt Nachzaehlungen vornehmen will, möchte aber gleichzeitig wissen, wer für die dadurch entstehenden Kosten aufkommen wird.

Unfassbar ist zudem, welches eigenartige Demokratieverständnis bestimmte Personen und Gruppierungen an den Tag legen. So ist es ausgerechnet einem Weltwoche Journalisten als erstes eingefallen, dass man das Stimmrecht für Auslandschweizer einzuschränken hätte. Wohl bemerkt: Im Ausland leben die grössten Patrioten und wenn es wiederum darum geht, National- und Ständerat neu zu wählen, wird die 5. Schweiz wieder gut genug sein.

Bis anhin war ich eigentlich nie sonderlich politisch engagiert. Angesichts der Wichtigkeit der RTVG Vorlage habe ich mich aber insbesondere via Twitter regelrecht für die Sache ins Zeug gelegt. Erst in den letzten Wochen gingen mir dabei die Augen so richtig auf. Da wird völlig ohne rot zu werden gelogen bis einem schlecht wird. Diese (Un-)kultur gilt es dringend zu stoppen. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass dem ach so ehrenwerten Präsidenten des Gewerbeverbands der Einzug in den Nationalrat verwehrt bleibt. Die FDP gewinnt mit einem Lügner von diesem Kaliber jedenfalls nicht an Glaubwürdigkeit.

Anyway. Trotz Niederlage formieren sich die Gegner des RTVG erneut und blasen derweil zum Sturm auf die SRG und den Service public. Volkswillen wird ganz einfach mit Füssen getreten.

Höchste Zeit, die Kräfte ebenfalls zu bündeln. Aus diesem Grund habe ich nun eine Facebook Gruppe namens "SRG plus" ins Leben gerufen. Diese soll dem Zweck dienen, Informationen auszutauschen und Falschinformationen richtig zu stellen. Die Gruppe steht allen offen, welchen ein starker Service public am Herzen liegt.

https://www.facebook.com/groups/1646774548870164/

von digiradio.ch - am 16.06.2015 18:47
@digiradio.ch
Vielen Dank für den Einsatz um den Service Public aufrecht zu erhalten. Leider gibt es Politiker, welche nur an die eigenen Vorteile denken, wenn der Service Publik aufgebrochen wird.

Die Leute wollen es einfach nicht wahrhaben, dass es 4 Sprachen in der Schweiz gibt.

@odeon333
Eigentlich müssten die kleinen Radios in Zukunft etwas mehr Geld bekommen. Andererseits ist gibt es für die digitale Verbreitung neue Fördergelder. Ein Ausstiegs aus der analogen Verbreitung sollte ja günstiger werden, sofern Digris mal die versprochenen Sendeanlagen in Betrieb nehmen kann.

von drahtlos - am 16.06.2015 20:05
Auch ich kann diese SRG Service Public Diskussion einfach nicht verstehen. Wir sollten uns in der Schweiz glücklich schätzen, eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt mit einem dermassen breitgefächerten Programmangebot zu haben. Aber es geht halt wieder einmal nur ums liebe Geld von Goldbach und Co. Die Privatradios würden gut daran tun, ein Wenig innovativere Programmformate auszustrahlen, als dieses ewige, langweilige Chartsgedudel! Immerhin bietet die SRG doch diverse Radioprogramme für verschiedene Geschmäcker und Minderheiten an, was eine Bereicherung für die Rundfunklandschaft darstellt. Ich zweifle daran, dass, wenn man beispielsweise Option Musique abschalten würde, ein anderer privater Radioanbieter mit einem Chansonsprogramm in die Presche springen würde.

Es ist einfach schade, dass wir wohlstandsverwöhnten Schweizer nie zufrieden sind mit dem was wir haben. Schlussendlich demontieren wir uns immer selber, anstatt Bewährtes einmal ruhen zu lassen. Was diese unsägliche SRG-Diskussion nun wieder soll ist einfach unverständlich, nicht nachhaltig und kostet Energie für nichts und abernichts! :mad:

Ich selbst bin auch kein SRG Fanatiker, aber die Schweizer Privatradios haben ihre Formate und Moderationsqualität in den vergangenen Jahrzehnten dermassen verschlechtert, dass ich die Qualität von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zwischendurch immer wieder gerne geniesse. Da gibt's immerhin auch Sendungen für über 30jährige und nicht nur für die ach so werbewirksame, kaufstarke Jugend! :rolleyes:

P.S: Ohne die DAB-Quersubventionierung und Technologieförderung der SRG, hätten wir wohl in der Schweiz noch überhaupt kein Digitalradioangebot.

von DAB-Swiss - am 17.06.2015 11:17
Zitat
DAB-Swiss
Die Privatradios würden gut daran tun, ein Wenig innovativere Programmformate auszustrahlen, als dieses ewige, langweilige Chartsgedudel! Immerhin bietet die SRG doch diverse Radioprogramme für verschiedene Geschmäcker und Minderheiten an, was eine Bereicherung für die Rundfunklandschaft darstellt. Ich zweifle daran, dass, wenn man beispielsweise Option Musique abschalten würde, ein anderer privater Radioanbieter mit einem Chansonsprogramm in die Presche springen würde.


Und genau hier wollen die Verleger ansetzen. Ausgerechnet Wanner, der ja gewisse Sendestunden von Argovia + Radio 24 zusammenlegen will, redet nun davon, dass Swiss Jazz, Swiss Pop und Virus von Privaten übernommen werden könnten, während man auf SRF3 gänzlich verzichten sollte.

Wir sind gut beraten, diese Situation im Auge zu behalten. Die Allianz aus Verlegern, Werbevermarktern, Gewerbeverband und einschlägigen Parteien, welche schon fast sektiererisch die so gelobte Liberalisierung der Medien anpreist, verfolgt ein einziges Ziel: Die Zerschlagung der SRG und somit eine Schwächung des Service public.

von digiradio.ch - am 17.06.2015 12:23
Das Bundesgericht hat entschieden: Die Einsprachen gegen das Abstimmungsergebnis wurden abgewiesen, es wird nicht nachgezählt.
Damit ist der knappe Entscheid vom 14.6.15 gültig und das neue verbesserte RTVG kann nun definitiv in Kraft treten!

Siehe auch: http://www.srf.ch/news/schweiz/bundesgericht-rtvg-abstimmung-wird-nicht-nachgezaehlt

von dxbruelhart - am 20.08.2015 06:41
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