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Radioforum Schweiz
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vor 2 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
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DAB-Swiss, Stefan Heimers, digirad, RADIO354, dxbruelhart, Peter Schwarz, digiradio.ch

Immer weniger Nachrichten in Lokalradios

Startbeitrag von digiradio.ch am 24.08.2015 14:04

Zitat

Immer weniger Nachrichten in Lokalradios

Gängige Popmusik bildet den Hauptteil der Sendezeit.

Das französischsprachige Lokalradio-Publikum erhält im gesamtschweizerischen Vergleich am meisten Regionalinformationen: Die gebührenfinanzierten Radios in der Romandie senden an Werktagen im Durchschnitt 36 Minuten regionale Informationen. In der Deutschschweiz sind es durchschnittlich 25 Minuten, im Tessin 16 Minuten.

Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (Bakom), mit welcher die Programmleistungen im Jahr 2014 untersucht wurden. Am meisten Regionalinformationen sendete Radio "Rhône FM", nämlich 55 Minuten. Auf mehr als eine halbe Stunde kamen letztes Jahr auch die Radios Chablais, RFJ, Fribourg, Munot, BeO, RJB und RTN, wie das Bakom in einer Mitteilung vom Montag schreibt.

Alle anderen Lokalradios sendeten gemäss der Studie weniger als 30 Minuten Regionalinformationen. Gegenüber dem Vorjahr waren es im Durchschnitt gut 3 Minuten weniger. Regionalinformationen während der Hauptsendezeiten bilden den Kern der Programmaufträge in den Konzessionen der gebührenfinanzierten Lokalradios.

Vor allem gängige Popmusik

Bei der Werbung ist das Tessin ist "Radio 3iii" mit 13 Prozent Spitzenreiter, in der Romandie "Rhône FM" mit 10 Prozent Werbung und in der Deutschschweiz "Radio Rottu" mit 9 Prozent. Bei allen untersuchten Radios bildet die Musik den Hauptteil der Sendezeit, auch während der werktäglichen Hauptsendezeit. Alle Sender setzen dabei in erster Linie auf gängigen Pop.

Zusammen mit der Studie zum Lokalradio-Programm hat das Bakom die Ergebnisse der Repräsentativbefragung publiziert, mit welcher die Meinung des Publikums zu den Radio- und Fernsehprogrammen ermittelt wird. Am besten schneiden die Radioprogramme der SRG ab. Dahinter werden die TV-Programme der SRG und die Lokalradios gleich gut bewertet.

Während sich die SRG-Programme durch Professionalität und Glaubwürdigkeit auszeichnen, wird den privaten Radiostationen ein grösserer Lokalbezug attestiert. Am schlechtesten schneiden die privaten Fernsehsender ab. Sie erhalten beim Informationsgehalt, bei der Professionalität und der Glaubwürdigkeit, vor allem aber beim Unterhaltungswert schlechtere Noten als die SRG. (sda)


Quelle:
http://www.persoenlich.com/news/medien/bakom-immer-weniger-nachrichten-lokalradios-326421

Warum überrascht mich das Ergebnis dieser Erhebung nicht?

Antworten:

Tja, Lokalradio schafft sich selbst ab. Um Musik zu dudeln, ist ein Lokalradio nicht nötig. Das geht wirtschaftlicher mit landesweiten Lizenzen.

von Peter Schwarz - am 28.08.2015 07:30
Radio Central bietet aber doch viele Lokalnachrichten. Leider haben sie aber das Glarner Fenster 2012 zugeklappt. Das Glarner Fenster war das einzige Radioprogramm, welches das Glarnerland konsequent journalistisch abdeckte.
Das ruft im Glarnerland eigentlich nach einem Radio, welches das Glarnerland wieder journalistisch abbildet.

von dxbruelhart - am 28.08.2015 08:30
Wie Im St. Galler Rheintal.
Der " Zusammsnschluss " von Radio Ri mit dem St. Galler Radio Aktuell führte praktisch zur Übernahme des St. Galler Rheintales durch Radio Aktuell.
Die Lokalen Sendefenster aus dem Studio Buchs ( SG ) sind gegen Null reduziert.
Die Umbezeichnung auf FM 1 änderte auch nichts daran.

Seit 2013 wird FM 1 Melody, Heute Radio Melody, via Terrestrik verbreitet. Dessen Musikfarbe entspricht
mehr meinen Vorstellungen und das Programm übernimmt die Stündlichen FM 1 Nachrichten und hat
einige Ehemalige Radio Ri Sendungen im Programm. Insgesamt Ist Radio Melody aber nicht mit Radio Ri
zu vergleichen was die Lokalen Sendezeiten betrifft. Tagsüber wird bei Radio Melody Musik von der
Festplatte gesendet.

von RADIO354 - am 28.08.2015 09:26
Schon lange blicke ich mit weinenden Augen auf den Schweizer Privatradio-Einheitsbrei. Diese Studie bestätigt nun das, was im Äther an Mainstream und oberflächlicher Information Tag für Tag geboten wird. Da darf man gar nicht an frühere Zeiten denken, als in den 80er und 90er Jahren noch jedes Privatradio ein eigenes Format und beliebte Themensendungen hatte. So wie's heute läuft, kann das ja nichts mehr werden! Richtige Qualität und Vielfalt bringt wirklich nur noch SRF 1 hin. Es gibt nur noch ganz wenige Private, welche ihr Programm jenseits des Mainstreams gestalten. Alle anderen verfolgen den medialen Trugschluss, dass es nur eine gewinnträchtige Zielgruppe gibt und zwar die 15 bis 30jährigen. :sneg:

Nun würde das mit Konzessionsgeldern geförderte Digitalradio DAB+ eine einmalige Möglichkeit für mehr programmliche Vielfalt und Qualität bieten, wenn man doch bloss endlich vorwärts machen würde. Die UKW-Landschaft 1 zu 1 auf DAB+ zu übertragen kann einfach nicht funktionieren. Dudelsender mit Boulevardjournalismus gibt's genug. Es muss endlich wieder programmliche Qualität und Vielfalt her!

Amen! :rolleyes:

von DAB-Swiss - am 28.08.2015 11:21
Schalt mal Stadtfilter ein, der bringt alles andere als Einheitsbrei. Zur Zeit läuft eine sensationelle Musiksendung, vorher gab's ein interessantes Interview mit Massimo Agostinis. Ich höre da auch gerne die Morgensendung. Die ist Live moderiert, hebt sich musikalisch aber deutlich von den kommerziellen Privatsendern ab.

von Stefan Heimers - am 28.08.2015 18:19
@Stefan Heimers: Ja, im Züribiet ist das seit Limus-Digris besser geworden (auch wenn nicht unbedingt für meinen persönlichen Geschmack), aber hier im Berner Oberland sieht's noch trostlos aus! ;-)

von DAB-Swiss - am 28.08.2015 18:31
Die Lokalradios senden wirklich Einheitsbrei. Mit DAB+ fällt es besonders auf. Ich warte schon seit langer Zeit auf eine Änderung der Privatradios. Haben die meisten nicht gemerkt, dass sie durch DAB+ und Internet mehr Konkurrenz haben? Es grenzt grad an ein Wunder, dass noch keines fusioniert hat oder eingegangen ist.
3fach & co., bringen anderes als Einheitsbrei. Die UNIKOM-Radios sind (leider) recht kleinräumig organisiert, aber die bringen Abwechslung! Ich bin gespannt auf LIMUS.

von digirad - am 28.08.2015 19:50
Zitat
digirad
Es grenzt grad an ein Wunder, dass noch keines fusioniert hat oder eingegangen ist.


In der Ostschweiz gab es doch eine Fusion (FM1). Eingegangen sind auch schon einige (z.B. Opusradio) oder wurden von einem grossen Konzern geschluckt und umgestaltet (Radio Z / Radio Basel -> Energy)

von Stefan Heimers - am 28.08.2015 20:29
Zu der Ostschweizer " Fusion " habe Ich mich ja schon weiter Oben geäussert.
Da hat der Grosse den Kleinen gefressen....
Eine Fusion Gleichberechtigter Partnerstationen sollte Anders aussehen.

von RADIO354 - am 28.08.2015 21:08
Zitat
RADIO354
Zu der Ostschweizer " Fusion " habe Ich mich ja schon weiter Oben geäussert.
Da hat der Grosse den Kleinen gefressen....
Eine Fusion Gleichberechtigter Partnerstationen sollte Anders aussehen.

Diese Fusion habe ich nicht berücksichtigt und ich beobachte die Schweizer Radioszene erst seit ca. zwei Jahren intensiver.

von digirad - am 01.09.2015 18:45
Sehr interessant zu diesem Thema:

http://www.zol.ch/bezirk-uster/uster/selbstversuch-24-stunden-lokalradio-hoeren/story/19735913

:rolleyes:

von DAB-Swiss - am 03.09.2015 08:56
Dieser Selbstversuch von Thomas Bacher zeigt ungeschminkt auf, welch unterirdisch schlechte Programme die meisten Privatradios hierzulande bieten - sie wollen nicht Hörer gewinnen, sie wollen stattdessen nur Geld verdienen. Mit einem hörerfreundlicheren Programm könnten sie dabei doch wirtschaftlich nur besser fahren.
Daher müssen wir folgende Forderungen an unsere Privatradios richten:
- Mainstream-Pop muss raus aus den Playlisten (es gibt so viele andere Musikrichtungen, die man heute bei den Privatprogrammen vergeblich sucht)
- Die Musik-Rotation muss mindestens 25'000 Titel umfassen
- Bietet endlich wieder echte journalistische Programme statt unwichtiger Kurznachrichten von 3-4 Minuten
- Sendet die Musik mit echter Dynamik (35 dB Dynamik sollten unbedingt drinliegen!)
Wer diese Schritte umsetzt, kann seine Hörerschaft massiv vergrössern und damit auch viel mehr Werbeeinahmen generieren.
Die ersten drei Punkte hat ein Programm bereits seit seinem Start umgesetzt, und ist damit auch sehr erfolgreich... (jenes Programm das am 3.11.90 auf Sendung ging)

von dxbruelhart - am 03.09.2015 16:26
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