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Radio BeO baut ein eigenes DAB+ Netz auf!

Startbeitrag von DAB-Swiss am 25.09.2015 16:03

Jetzt gibt Radio Berner Oberland (BeO) mächtig Gas mit DAB+. Gemäss der neusten BeO-Zytig, will man, nach Aussagen von Thomas Morgenthaler-Jörin, schon bald mit dem Aufbau eines eigenen DAB-Netzes beginnen, welches nicht auf IP-Netzwerken basiert, sondern auf dem bewährten Richtfunk und dazu wirklich das ganze, gebirgige Sendegebiet abdeckt. Man will sich ebenfalls nicht mit der üblichen, starken Datenreduktion zufrieden geben, sondern das Programm in guter HiFi-Qualität aussenden. Dank der angenommenen Revision des RTVG stehen Radio BeO nun auch die finanziellen Mittel für das Digitalradio zur Verfügung. Bis im Jahr 2018 soll der Aufbau des eigenen Netzes abgeschlossen sein. :spos:

Mehr Informationen dazu in Kürze an dieser Stelle, auf unserer Homepage (http://www.dab-swiss.ch) und unter http://www.radiobeo.ch/frequenzen/#dab

Das sind ja mal wieder innovative, erfreuliche News! Wenn die alten Radiocracks was anfassen, dann machen Sie's richtig! "Gratulation Thömu!" :D

Die 50 interessantesten Antworten:

Hier der Originalwortlaut von Thomas Morgenthaler-Jörin:

"Liebe Mitglieder,

hie und da werden wir gefragt,
wann Radio BeO auch auf DAB zu
hören sei.

Bekanntlich wird das Programm
unseres Radios auf DAB noch
nicht ausgestrahlt. Für die gleichzeitige
Verbreitung auf UKW und
zusätzlich auf DAB+ fehlen uns
ganz einfach die finanziellen Mittel.
Auch vermag die nächstens
mögliche Verbreitung auf dem
regionalen Layer 3 des nationalen
DAB-Netzes die Anforderungen
von Radio BeO an die Versorgung
unserer schwierigen Topographie
und die Tonqualität nicht zu erfüllen.
Deshalb hat Radio BeO im
August 2015 ein eigenes Projekt
eingereicht, das eine mögliche
Lösung für die DAB-Versorgung
des Berner Oberlandes aufzeigt.
Diese umfangreiche Grundlagenarbeit
wurde unter der Projektleitung
von BeO-Technikchef Patric
Perret erstellt und liegt nun dem
BAKOM zur Prüfung vor. Das
revidierte Radio- und Fernsehgesetz
RTVG ermöglicht neu eine
verbesserte Mitfinanzierung derartiger
Infrastrukturen. Auf eine
solche Drittfinanzierung ist Radio
BeO unbedingt angewiesen, weil
das Unternehmen diese Investitionen
nicht aus eigener Kraft
stemmen kann.
Die bereits aufgebauten – sowohl
die grossflächigen wie auch die
regionalen – DAB-Sendernetze in der
deutschen Schweiz werden alle von
einer einzigen Firma aufgebaut und
betrieben, der Swiss Media Cast AG
(SMC). Dort können sich die einzelnen
Radiostationen einmieten und ihr
Programm gegen ein grosszügiges
Entgelt über DAB+ übertragen lassen.

Mangelhafte Abdeckung
Der von SMC geplante DAB-Regional-
Layer für das Berner Oberland
deckt die zahlreichen Täler des
BeO-Sendegebietes nur sehr grob
und lückenhaft ab; insbesondere
im Inneren der Gebäude. Mit dieser
mangelhaften Abdeckung kann
eine erhebliche Hörerschaft in der
Peripherie das BeO-Programm nicht
mehr empfangen. Die zahlreichen
Lücken müssen später mit vielen zusätzlichen
Sendern gefüllt werden;
mit entsprechenden Kostenfolgen.
Solange muss deshalb das bestehende
UKW-Sendernetz weiterlaufen,
was die bisherigen Kosten
während dieser sogenannten Simulcast-
Phase praktisch verdoppelt.

Mangelhafte Tonqualität
Damit möglichst viele Programme in
ein ausgestrahltes Ensemble im Format
DAB+ passen, wird der Originalton
aus dem Studio mittels Datenreduktion
und künstlicher Erzeugung
von Teilen des Hörspektrums auf
eine Datenrate unter 64 kBit/s
gedrückt. Das hat mit dem Originalsound
nicht mehr viel zu tun, tönt
aber beim kurzen Hinhören recht
passabel. Bei längerer Hördauer
geht der synthetische Sound der
Hörerschaft jedoch mehr und mehr
auf die Nerven. Deshalb ist gerade
eine Station wie Radio BeO, dessen
Programm von seiner Hörerschaft
täglich über längere Zeit gehört
wird, auf eine höhere Datenrate angewiesen;
natürlich verbunden mit
entsprechend höheren Kosten.

Mangelhafte Sicherheit
Die Verteilung des Studiotons zu
den einzelnen Sendern geschieht
bei den bestehenden DAB-Netzen
via gebräuchliche IP-Netzwerke, die
durch die halbe Schweiz führen und
gerade im Katastrophenfall, wenn
das Radio am wichtigsten wäre,
kaum mehr funktionieren. Deshalb
ist im BeO-Projekt die bereits bei
unserem UKW-Netz bewährte und
sehr betriebssichere Signalzuführung
über Richtfunk vorgesehen.
Auch den Nachweis für die sichere
Versorgungsfähigkeit in ausserordentlichen
Lagen (Naturkatastrophen
etc.) konnte das DAB-System
bisher noch nirgends erbringen.
Deshalb setzt auch die schweizerische
Sicherheitspolitik für den
Krisenfall weiterhin auf UKW.

Lösung für Randregionen
Das von Radio BeO eingereichte
Sendernetz-Projekt für DAB+ im
Berner Oberland kann alle geschilderten
Mängel beheben. Es könnte
zudem als eigentliches Pilotprojekt
für andere Berg- und Randregionen
dienen, die ähnliche Probleme mit
der zuverlässigen Versorgung in
einer komplizierten Topographie
haben. All diese Regionen sind
der Gefahr ausgesetzt, dass ihre
Bedürfnisse bei der Umstellung von
UKW auf DAB einmal mehr übergangen
werden.

Weitere Informationen über das
umfangreiche Projekt finden Interessierte
auf der Homepage unter
www.radiobeo.ch/frequenzen.

Thomas Morgenthaler-Jörin
Präsident"


Kein gutes Zeugnis, welches der alte, erfolgreiche Radiohase SwissMediaCast (SMC) ausstellt! ;-)

von DAB-Swiss - am 25.09.2015 17:20
Ich würde sehr vorsichtig sein, die Netze von SMC zu kritisieren. Wenn man die SMC kritisiert, dann kritisiert man auch die SRG und letztendlich die Swisscom Broadcast AG. Ich persönlich kenne die Sendernetze der SRG und der SMC bestens. Mir ist kein Standort bekannt, aber auch gar keiner, bei welchem die Zuführung des ETI-Signals zum Sender mittels gebräuchlichen IP-Netzwerken erfolgt. Sämtliche Standorte werden mittels eben der sehr bewährten Richtfunktechnologie angespiesen. Vom in jedem Standort installierten Datenmultiplexer führt zu jedem DAB+ Sender je ein E1 2MBit Zubringer. Die Verantwortlichen von Radio Beo sollen sich die Infrastruktur von Swisscom Broadcast AG mal zeigen und erklären lassen.

von Radiomonitor - am 25.09.2015 17:51
Ich bin mir nicht sicher, ob das genehmigt wird. Erstens wird ein Band III Kanal "verheizt", welcher anderen nicht mehr zu Verfügung steht. Das ganze BeO Sendegebiet wird doch nicht ganz billig, insbesondere wenn sich nicht weitere Radiobetreiber daran beteiligen werden oder können. Möglicherweise wird dann vorgeschrieben, weitere Betreiber mit auf das Ensemble zu nehmen. Sollte das 1 Programm Ensemble Schule machen, stehen bald keine Kanäle mehr zu Verfügung. Hingegen können sie natürlich mehrere eigene Web-Angebote, sofern sie diese haben, damit terrestrisch auf Sendung gehen.

Scheinbar hat man die Limus/Digris Lunte gerochen und will sich das ganze (resp. 75% der Sender-Hardware) von der Förderung bezahlen lassen. Ich bin mir nicht sicher, ob dort in der Region überhaupt eine 4. Bedeckung vorgesehen ist. L-Band ja, aber Band III ?

von drahtlos - am 25.09.2015 20:21
Auch für das Berner Oberland sind 7 Kanäle reserviert im GE06-Plan; so könnte also das Beo-Ensemble auf 6A, 6B, 6C oder 6D kommen.
Es ist jedenfalls sehr interessant, dass Beo DAB hier selbst in die Hand nimmt, nachdem die anderen Netzbetreiber kein besonderes Interesse am Berner Oberland gezeigt haben bislang.

Folgende Standorte sind also geplant für das Beo DAB-Ensemble:
1. Phase
- Brienzer Rothorn
- Niesen
- Rinderberg
- Männlichen

2. Phase
- Harder
- Thun (Hartlisberg?)
- Rellerli
- Lenk-Büelberg

3. Phase
- Geissholz
- Frutigen
- Kandersteg-Büel

von dxbruelhart - am 26.09.2015 05:50
Hallo zusammen
Ich muss sagen, dass ich auch kein DAB-Euphoriker bin.
Aus veschiedensten Gründen.

Was mich am meisten stört und nervt:
Die zeitliche Verzögerung sogar unter verschiedenen DAB-Geräten. Bei UKW sind immer alle schön synchron.
Bei uns laufen meist 2 Radios im Haushalt. Sogar wenn beide DAB empfangen, sind sie nicht synchron! Noch krasser ist's zwischen UKW und DAB oder zwischen UKW/DAB und Kabelnetz. :sneg:
Was denkt ihr, bekommt man das jemals technisch in den Griff?

Ausserdem ist die Skepsis halt sehr gross. Besonders jene Leute, die anfangs auf DAB gewechselt haben, sind verarscht worden und nun frustriert: Die DAB-Radios der ersten Generation waren wegen DAB+ schon nach kurzer Zeit Elektroschrott. Vermutlich wird es so weitergehen wie in der Computerindustrie, wo jeder neue Technologiefurz auch die Hardware obsolet werden lässt.


"FM - steht auf jedem besseren Radio" :xcool: (Zitat von his Master's Voice "FM" )

von radiotom - am 26.09.2015 10:50
Zitat
radiotom
Hallo zusammen
Ich muss sagen, dass ich auch kein DAB-Euphoriker bin.
Aus veschiedensten Gründen.

Was mich am meisten stört und nervt:
Die zeitliche Verzögerung sogar unter verschiedenen DAB-Geräten. Bei UKW sind immer alle schön synchron.
Bei uns laufen meist 2 Radios im Haushalt. Sogar wenn beide DAB empfangen, sind sie nicht synchron! Noch krasser ist's zwischen UKW und DAB oder zwischen UKW/DAB und Kabelnetz. :sneg:
Was denkt ihr, bekommt man das jemals technisch in den Griff?

Ausserdem ist die Skepsis halt sehr gross. Besonders jene Leute, die anfangs auf DAB gewechselt haben, sind verarscht worden und nun frustriert: Die DAB-Radios der ersten Generation waren wegen DAB+ schon nach kurzer Zeit Elektroschrott. Vermutlich wird es so weitergehen wie in der Computerindustrie, wo jeder neue Technologiefurz auch die Hardware obsolet werden lässt.


Die zeitliche Verzögerung wird man nie in den Griff bekommen. Nur baugleiche Geräte funktionieren annähernd synchron.

Mit der Digitaltechnik wurden viele enttäuscht (Superdigit, ADR, DAB ohne +).
Und bereits wird an DAB2+ geforscht.

Die Entscheidung von BEO ein eigenes Netz aufzubauen kann nur begrüsst werden.
Berggebiete sind anspruchsvoller im Senderausbau.
Um mit einer neuen Technik Erfolg zu haben, muss diese besser sein.
Vor allem im mobilen Empfang mit den Fensterklebeantennen.
Die Autoindustrie hat es verschlafen eine Duobandantenne serienmässig einzubauen.
Es werden auch heute Fahrzeuge ohne DAB+ verkauft. Bei der Nachrüstung zahlt man mehr, bekommt aber nur die Antennenlösung mit einer Klebeantenne die in schlecht versorgten Gebieten nicht ausreicht.

von Maxtech - am 26.09.2015 12:20
Ohh was für eine tolle Nachricht!

Dank der rauschfreien Qualität von Radioprogramm freut sich Frau Wenger aus Wilderswil doppelt auf die Grüsse von ihrem Mann, der grade im Wohnzimmer steht und telefoniert.

Auch die Kühe von Bauer Fritz aus Grindelwald werden ihren "Meister" klarer hören, der vor dem Wunschkonzert extra noch im Stall war, um das Radio einzuschalten - damit seine Grüsse ankommen.

Walter aus Münsingen ist natürlich genau der gleichen Meinung wie Frau Gobeli aus Innertkirchen, wo vorher gerade angerufen hat, und weil er auch in Münsingen so tollen Empfang hat, grüsst er gerade noch das gesamte BeO-Team....!

von stefan84 - am 26.09.2015 18:40
Zitat
drahtlos
Ich bin mir nicht sicher, ob das genehmigt wird. Erstens wird ein Band III Kanal "verheizt", welcher anderen nicht mehr zu Verfügung steht. Das ganze BeO Sendegebiet wird doch nicht ganz billig, insbesondere wenn sich nicht weitere Radiobetreiber daran beteiligen werden oder können.


Im Text heisst es auch: "Guter Indoor-Empfang aller verbreitungspflichtigen Radios im Berner Oberland, auch in den Tälern", was für mich heisst, dass sie mehr Radios mit an Bord nehmen wollen. (Spekulation meinerseits: SRF 1 BE FR VS, denn dessen Verbreitung ist ja laut SMC Versorgungskarte in den "Randgebieten" nicht geplant.)

von 2-0-8 - am 27.09.2015 12:19
Zitat
stefan84
Ohh was für eine tolle Nachricht!

Dank der rauschfreien Qualität von Radioprogramm freut sich Frau Wenger aus Wilderswil doppelt auf die Grüsse von ihrem Mann, der grade im Wohnzimmer steht und telefoniert.

Auch die Kühe von Bauer Fritz aus Grindelwald werden ihren "Meister" klarer hören, der vor dem Wunschkonzert extra noch im Stall war, um das Radio einzuschalten - damit seine Grüsse ankommen.

Walter aus Münsingen ist natürlich genau der gleichen Meinung wie Frau Gobeli aus Innertkirchen, wo vorher gerade angerufen hat, und weil er auch in Münsingen so tollen Empfang hat, grüsst er gerade noch das gesamte BeO-Team....!


Stimmt, verbreitet werden dürfen natürlich nur Programme, die von kulturell gebildeten Leuten abgesegnet wurden (finanziert werden müssen die natürlich von allen Hörern und Nichthörern), wie z.B. SRF 2 Kultur (Höreranteil 2%). Gerade noch erlaubt ist SRF 3 (Ihr Radio aus der und für die Stadt Zürich und das nähere Umland). Wer regionale Informationen will, soll gefälligst das regionale SRF 1 hören!
So!
Das hat früher auch gereicht!

von 2-0-8 - am 27.09.2015 12:27
Zitat
radiotom
Hallo zusammen
Ich muss sagen, dass ich auch kein DAB-Euphoriker bin.
Aus veschiedensten Gründen.

Was mich am meisten stört und nervt:
Die zeitliche Verzögerung sogar unter verschiedenen DAB-Geräten. Bei UKW sind immer alle schön synchron.
Bei uns laufen meist 2 Radios im Haushalt. Sogar wenn beide DAB empfangen, sind sie nicht synchron! Noch krasser ist's zwischen UKW und DAB oder zwischen UKW/DAB und Kabelnetz. :sneg:
Was denkt ihr, bekommt man das jemals technisch in den Griff?

Ausserdem ist die Skepsis halt sehr gross. Besonders jene Leute, die anfangs auf DAB gewechselt haben, sind verarscht worden und nun frustriert: Die DAB-Radios der ersten Generation waren wegen DAB+ schon nach kurzer Zeit Elektroschrott. Vermutlich wird es so weitergehen wie in der Computerindustrie, wo jeder neue Technologiefurz auch die Hardware obsolet werden lässt.


"FM - steht auf jedem besseren Radio" :xcool: (Zitat von his Master's Voice "FM" )


Ja, man kann jedes Problem hochreden. Dann mal schauen wie es beim Fernsehen aussieht, da gibt es noch grössere Unterschiede. Besonders ägerlich für jene welche Sportübertragungen sehen. Am besten man hört im Haus unterschiedliche DAB-Programme....;-). Vielleicht gibt es mal bei DAB-Radios einen Regler, welche die unterschiedlichen Laufzeiten ausbalancieren kann, dann kann man zusätzlich auch interessante Echo/Hall Konfigurationen einstellen;-).

Das Thema DAB (alt) und DAB+ (neu) ist aber bereits etwa 6 Jahre alt. Es gibt vermutlich nur wenige Leute, welche damals mehr als ein DAB alt Gerät hatten - mich mal ausgenommen!

DAB bietet aber auch Vorteile - in der Schweiz eine Programmvielfalt, welche UKW kaum mehr hat. Ferner Uebertragung von CD-Covers, neuer Verkehrsfunktechnologien, Empfang von Programmen aus anderen Landesregionen. Ferner gibt es Programme, welche nur Musik bringen und keine Moderation haben - manchmal habe ich das ganz gern. Vielleicht kommen dann auch mal Einblendungen von Staumeldungen / Moderatoren / Wetterinformationen, der Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Begrüssen würde ich - wenn ich z.B. zu Hause bin - keine Stauinformationen. D.h. die Möglichkeit diese abschaltbar am Radio machen. Aber auch das Umgekehrte müsste möglich sein - man hört ein Programm, welches keine Verkehrsmeldungen bringt und das Radio schaltet auf ein Programm um, welches Verkehrsmeldungen bringt. DAB ist noch lange nicht ausgereizt - UKW aber schon.

von drahtlos - am 27.09.2015 14:02
Heute konnte ich aus erster Hand noch mehr interessante Informationen zum Projekt "Digital Oberland" in Erfahrung bringen:

Radio BeO wird das Ensemble keinesfalls nur alleine nutzen. Man will, im Rahmen des Versorgungsauftrages, sämtliche bisher das Berner Oberland tangierende Anbieter mit ins Boot holen. Es sind dies die folgenden:

SRF Radio 1 BE FR VS, Radio BeO, Energy Bern, Radio Bern 1, neo1, Radio RaBe

Somit würden dann dereinst im Minimum sechs verschiedene Programme über das ganze Berner Oberland verbreitet werden. Spartenprogramme würden das Ensemble natürlich noch attraktiver machen. Wichtig ist auch die Tatsache, dass sich Radio BeO längerfristig nicht als Betreiber des DAB-Netzes sieht, sondern dieses gerne an einen anderen Betreiber abgeben möchte.

Erste Sendetests vom Brienzer Rothorn und vom Niesen könnten gemäss Terminplan bereits per Anfang 2016 starten, vorausgesetzt, dass das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) dem Projekt zustimmt und der Zeitplan eingehalten werden kann. Dies betonen die Radiomacher aus Interlaken besonders.

Besonders das Brienzer Rothorn wäre ein interessanter DAB-Sender, welcher stellenweise und mit gutem Equipment auch in der Zentralschweiz empfangen werden kann, während der Niesen das Mittelland bis an den Jura Südfuss sauber abdeckt. :rolleyes:

von DAB-Swiss - am 28.09.2015 18:33
@ DAB- Swiss,

Hallo,

Die Karte für einen DAB Sender Kanal 6 C vom Niesen wäre Parat.
Ich habe dazu die Koordinaten für den UKW Sender 88,8 Mhz verwendet ( Daten der Bundesnetzagentur ).
Dazu die Antenne 20 m über Grund angenommen ( die UKW ist mit 17 m angegeben ). Dann als ERP
500 Watt rund Vertikal poarisiert.



Direkter Link zum Bild


MfG aus der Ostschweiz.
Det.

von RADIO354 - am 08.10.2015 12:38
Zitat
dxbruelhart
Das DAB-Signal sollte also viel weniger weit reichen als das UKW-Signal vom Niesen; heute kann Beo vom Niesen im Raum Bern mit Ortssendersignal empfangen werden; die 88,8 kämpft mit 4 Sunshine-Sendern auf gleicher Frequenz, problemlos gelingt der Empfang von Beo bis Olten; in Uster kann an gewissen Punkten auch Beo auf 88,8 empfangen werden; als auf der 102,0 mit 100W getestet wurde, war der Empfang im Raum Uster recht gut möglich, sofern die Gleichkanalsender DRS1 Waldshut und R. Neckarburg nicht zu stark waren.


Zwischen Sugiez und Neuchâtel ist BeO vom Niesen ebenfalls in Ortssenderqulität empfangbar.
In Murten selber ist der Empfang stark gestörrt, da diese Region sowieso als "Empfangsloch" bekannt ist (auf jeden Fall für Sender aus östlicher Richtung). In Neuchâtel geht BeO wie gesagt, praktisch störungsfrei, weiter Richtung Jura (z.B. Strecke auf den Vue-des-Alpes) konnte ich BeO ebenfalls noch gut empfangen, auf der anderen Seite des Passes war dann, erwartungsgemäss bald mal Schluss.
Ich bin ja gespannt, wie weit dann der Empfang über DAB+ möglich sein wird.

von MagicMax - am 11.10.2015 09:10
Die Strategie von Radio BeO legt die Hand an die besonderen Probleme an, wenn es um die Einführung von DAB+ geht:

-- Lokalsender können oft ihr Sendegebiet mit den vorhandenen Bedeckungen nicht abbilden
-- Etablierte Sendernetzbetreiber sind (noch) zu teuer
-- Das Signal ist örtlich zu schwach, besonders im Indoor-Bereich
-- Die Datenrate ist zu niedrig

Alle diese Probleme können mit der Strategie, ein eigenes Sendernetz aufzubauen, in den Griff bekommen werden. Die Vorteile sind:

++ Der Betrieb des Sendernetzes verbilligt sich, wenn Kapazitäten an Dritte vermietet werden können
++ Es gibt auch dort DAB+-Empfang, wo die bisherigen Ensembles noch nicht in ausreichender Qualität zu empfangen sind
++ Es wird Druck auf die etablierten Netzbetreiber ausgeübt, ihren Netzausbau voranzutreiben und die Preise zu senken
++ Durch Entlastung der goßen Abdeckungen werden tendenziell Kapazitäten frei, welche zur Verbesserung der Datenrate und damit des Klangs genutzt werden können

Besonders lokale Sender können so den erfolgreichen Einstieg in DAB+ finden. Insofern ist der Betrieb eines eigenen Netzes zu begrüßen.

von Alqaszar - am 11.10.2015 13:15
Ich kann diese Signale bei mir in Münsingen sehr gut empfangen (es besteht ja auch Sichtverbindung zum Niesen).

Super geht da mal was, die meinen es wirklich ernst mit DAB+, finde ich gut!
Ich mag mich noch gut erinnern, als Radio BeO (also wohl fast letzter Sender in der Schweiz) über UKW nur in Mono sendete. Damals konnte ich Radio BeO übrigens auf der Frequenz 95.9 (Aeschried) und später zusätzlich 88.8 (Höfen-Beissern) empfangen, in gutem altem Mono.

Bei der Einführung von DAB+ wird ist jedoch Radio BeO vielen privaten Stationen voraus:
1. Eigenes Sendernetz (unabhängig von z.B. SMC)
2. Höhere Datenraten als viele andere private (und sogar öffentlich- rechtliche) Stationen, vorausgesetzt, dass dann auch mit diesen der Regelbetrieb gestartet wird.

Nun beobachte ich gespannt die Reichweite, schade, dass ich immer noch kein DAB+ im Auto empfangen kann.

von MagicMax - am 24.11.2015 18:10
Ich habe rein zufällig meinen Microspot RA-318 grade in Bern dabei (eigentlich um mal abzuchecken, ob vielleicht irgendetwas von 5C noch hier hineinkommt - Fehlanzeige^^). An etwas erhöhten Standorten geht 6B hier (6. Stock Nähe Bahnhof) ganz passabel mit ca. 6-8 Balken am Südfenster. Was genau inhaltlich übertragen wird, schreibt ja BeO schon auf seiner Homepage. ;)

Während ich klanglich nur geringe Unterschiede zwischen den einzelnen drei Qualitätsstufen erkennen kann (was ich aber in erster Linie dem eher dumpfen Klang des Microspot ankreide), finde ich die Unterschiede zwischen der Variante mit Processing und der unprocessten Version eklatant. Jene ohne Processing klingt wesentlich geschmeidiger, als die Processing-Variante, die mich regelrecht am Rande der Übersteuerung anquäkt.

Programminhaltlich ist BeO hingegen nicht wirklich mein Fall. Bin aber auch sicher nicht die Zielgruppe. ;)

von Wrzlbrnft - am 24.11.2015 20:04
Verrückt! Kaum zu glauben, was diese 50 mageren "Wättchen" vom Niesen bringen. Habe heute über Mittag, statt etwas zu essen, eine DAB-Testfahrt auf der A6 nach Bern unter die Räder genommen. Da der Empfang so gut war, fuhr ich noch weiter über's Grauholz auf der A6 in Richtung Biel. Bei der Ausfahrt Schüpfen musste ich jedoch aus Zeitgründen umdrehen, auch wenn der Empfang sicher noch beinahe bis Biel gereicht hätte! Nur gerade auf der Südseite des Grauholz brach der BeO-Empfang kurz ab, aber in Richtung Biel läuft's wieder unterbruchsfrei, sogar im Allmend-Tunnel der A6 bei Thun. :D

Wow, der Niesen ist wirklich ein genialer Sendestandort, auch mit wenig Leistung! Weitere Tests folgen.

von DAB-Swiss - am 25.11.2015 12:55
Zitat
DAB-Swiss
Verrückt! Kaum zu glauben, was diese 50 mageren "Wättchen" vom Niesen bringen. Habe heute über Mittag, statt etwas zu essen, eine DAB-Testfahrt auf der A6 nach Bern unter die Räder genommen. Da der Empfang so gut war, fuhr ich noch weiter über's Grauholz auf der A6 in Richtung Biel. Bei der Ausfahrt Schüpfen musste ich jedoch aus Zeitgründen umdrehen, auch wenn der Empfang sicher noch beinahe bis Biel gereicht hätte! Nur gerade auf der Südseite des Grauholz brach der BeO-Empfang kurz ab, aber in Richtung Biel läuft's wieder unterbruchsfrei, sogar im Allmend-Tunnel der A6 bei Thun. :D

Wow, der Niesen ist wirklich ein genialer Sendestandort, auch mit wenig Leistung! Weitere Tests folgen.


Biel?
Neuenburg!

Habe beim Versuch, das Lausanner Ensemble mitzuschneiden, quasi nebenbei den 6B hereinbekommen. Anzeigen im grünen Bereich.
Mit dem Panasonic, von einem schlechteren Standort aus und mit der Stababtenne, war das Signal stark schwankend, aber fast ohne Unterbrüche hörbar.

von 2-0-8 - am 27.11.2015 08:18
Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich auch nach intensivem Testen und genau Hinhören keinen Unterschied zwischen den in verschiedenen Bitraten ausgestrahlten BeO-Programmen feststellen kann. Habe das mit dem Yamaha T-D500, mit dem TechniSat DigitRadio 450 und dem Autoratdio von JVC eingehend getestet. Die Soundqualität scheint mir bei 64 kbit/s und bei 144 kbit/s genaugleich ansprechend und gut moduliert. Vielleicht hab' ich aber auch was auf den Ohren... :D

Bei der unprocessten Variante bin ich jedoch mit Euch einig: die tönt irgendwie weicher.

Die Qualität der Empfänger spielt da sicher eine sehr grosse Rolle! Da kann das Signal noch einmal ganz schön aufgepeppt werden.

Den Vogel schiesst hingegen das Programm "RefFiles 192" im alten DAB-Modus ab. Dies tönt mit dem Heimsystem und den Boxen von Bose einfach obenauf! Das liegt aber vielleicht auch daran, dass hier in der Duerschleife ein Song läuft, welcher einen sehr starken Stereo-Surround Effekt beinhaltet.

Also, nun frage ich mich, ob Ihr einen Unterschied feststellen könnt, zwischen 64 und 144 kbits??? :xcool:

von DAB-Swiss - am 27.11.2015 08:24
@stefan84: Bei vielen Dingen gebe ich Dir völlig recht und es passt mir auch nicht alles, aber Radio BeO schafft es seit Jahren, in seinem Zielgebiet eine unglaubliche Hörerbindung und -dichte zu erreichen und hat viele Sendungen für verschiedene Geschmäcker im Programm. Die anderen Schweizer Privatradios schaffen das leider nicht mehr. Da läuft tagein tagaus ein AC-Einheitsbrei, sodass jeder Anbieter genaugleich tönt, völlig lieblos und dem Mainstream verfallen.

BeO hebt sich wenigstens von den anderen ab, was eben nicht heissen muss, dass jedem alles gefällt. Das uralte Station-ID von 1987 würde ich jedoch auch mal austauschen, das tönt schlichtweg schrecklich. ;)

von DAB-Swiss - am 29.11.2015 09:00
Zitat
DAB-Swiss
Radio BeO schafft es seit Jahren, in seinem Zielgebiet eine unglaubliche Hörerbindung und -dichte zu erreichen und hat viele Sendungen für verschiedene Geschmäcker im Programm. Die anderen Schweizer Privatradios schaffen das leider nicht mehr. Da läuft tagein tagaus ein AC-Einheitsbrei, sodass jeder Anbieter genaugleich tönt, völlig lieblos und dem Mainstream verfallen.


OK ja da gebe ich dir recht, es spielt keine Rolle was für ein Sender man hört, es tönen alle gleich.
Radio BeO tönt für mich halt irgendwie nicht sehr professionell, da man ständig zu jedem beliebigen Thema anrufen kann, und seine Meinung äussern kann. Für mich ist das irgendwie so ein Stammtischradio. Aber das ist natürlich klar, das ein solcher Sender auch seine Leute findet, die gerne und überall etwas sagen wollen.

Interessant wäre es zu wissen, ob ein neuer Veranstalter mal die Möglichkeit bekommen wird, über das Radio BeO DAB zu senden. Weil so wie ich mich vor langer Zeit mal bisschen informiert habe, ist das Berner Oberland die einzige Region mit nur einem offiziellen privaten Radiosender. Ein zweiter Sender wäre fürs Oberland vielleicht gar nicht schlecht ;)

von stefan84 - am 29.11.2015 10:38
Zitat
stefan84
Interessant wäre es zu wissen, ob ein neuer Veranstalter mal die Möglichkeit bekommen wird, über das Radio BeO DAB zu senden. Weil so wie ich mich vor langer Zeit mal bisschen informiert habe, ist das Berner Oberland die einzige Region mit nur einem offiziellen privaten Radiosender. Ein zweiter Sender wäre fürs Oberland vielleicht gar nicht schlecht ;)


Warum sollte BeO in einem Radiomarkt, wo sie selbst nur knapp überleben, einen Sender noch eine Plattform, die sie selbst aufgebaut haben, zur Verfügung stellen?
Im Radiomarkt ist Konkurrenz so nützlich wie am Bahnhof zehn neue Taxifahrer. Da gehts ums Überleben!
BeO überlebt nur, weil sie ihre Nische gefunden haben und weil sie jedes Jahr viele Unterstützer finden, die auch in ihre eigene Tasche greifen.
Mir ist ein "unprofessionell" klingender Sender, der Meldungen aus der Region bringt, tausend Mal lieber als einer der ach so professionell klingenden Hitdudler mit ewig fröhlichen Labersäcken am Mikrofon, wo ein Sender klingt wie der Andere und die mir erzählen, was hundert Kilometer entfernt los ist, während ich nicht erfahre, was nebendran gerade läuft.

Ich sehe auch nicht, daß sich ein Betreiber für ein weiteres Lokalprogramm findet. Hier kann man damit nur Geld verbrennen. Dieses Oberland-Digitalpaket gibt es ja nur, weil hier nur die "Pflichtprogramme" per DAB verbreitet werden (Paket Deutschschweiz, 12C). Alle weiteren Pakete sind außerhalb der Agglomerationen nur zufällig zu Empfangen, für die Betreiber beginnt hinter Thun das Niemandsland (einen Nachlaß bei den Gebühren gibts trotzdem nicht).

Zwei Dinge noch, die ich hier beobachtet habe:
- In der Firma wird trotz verordnetem SRF 3 inzwischen oft BeO eingeschaltet. Professionalität kann auch langweilig sein, sie muß nur lange genug andauern, dann wird sie monoton.
- Als man im Emmental meinte, auf die junge Zuhörerschaft setzen zu müssen und zu "neo1" umfirmierte, schalteten die Leute zunehmen BeO ein.

Und noch zwei Dinge, die ich in D beobachten konnte:
- Die beliebteste Sendung eines längst versunkenen Lokalsenders war das mittägliche Topfgucken. Die Leute riefen an und berichteten, was sie so kochten oder zu kochen beabsichtigten.
- Eine sonnabendliche Sendung einer regionalen Senderkette hat ziemlich ausgefallene Regelungen, wer seine Grüße durchgeben darf. Trotzdem versuchen es jede Woche wieder viele und lassen sich vom DJ rundmachen und vollmotzen.

von 2-0-8 - am 29.11.2015 14:16
Soeben bin ich von einer äuserst interessanten, aufschlussreichen Testfahrt nach Hause gekommen. Es ist wirklich unglaublich, was der Standort Niesen mit lächerlichen 50 Watt Sendeleistung hergibt. Der Empfang des Testensembles von Radio BeO, auf Kanal 6B, ist von Spiez das ganze Simmental hinauf einwandfrei, egal ob mit oder ohne Sichtkontakt zum Niesengipfel. Erst kurz vor Zweisimmen bricht das Signal kurzzeitig ab. Es drückt aber immer wieder rein. Bin dann noch weiter in Richtung Sparrenmoos hinaufgefahren, wo der Empfang auch wieder einwandfrei klappt.

Meiner Meinung nach könnte Radio BeO so die Sender Thun und Harder für DAB+ glatt einsparen.

von DAB-Swiss - am 29.11.2015 14:53
Zitat
DAB-Swiss
@stefan84 und 2-0-8: Gemäss den Informationen, welche mir vorliegen, will Radio BeO auch Radio Bern 1, Energy Bern, neo 1 und Radio Rabe auf sein Netz "Digital Oberland" nehmen. Es macht, gemäss BeO Techniker, Patric Perret, keinen Sinn, ein DAB-Netz für sich ganz alleine aufzubauen. Diese Pläne sind also recht konkret und fortgeschritten! ;)

Siehe DAB-Swiss Meldung vom 28.09.15.


Das kann ich verstehen ja, das es kein Sinn mache, alleine ein Sendernetz zu bauen.
Da haben sicher noch andere Sender Platz. Ich würde halt ein zweites Programm fürs Oberland auch nicht schlecht finden.... jaaa es kostet ich weiss!!

@DAB-Swiss, interessante Testfahrt.
Ich habe im Auto leider kein DAB Empfänger, deshalb kann ich das nicht machen.
Muss / will mir schnellstmöglich ein Empfänger kaufen :)

von stefan84 - am 29.11.2015 15:05
Wow, interessante Rückmeldung von Radio BeO auf facebook, betreffend der ID-Änderung. Wie Ihr sehen könnt, wird das Radioforum durchaus als Referenz benutzt, dank Euch und Eurem Fachwissen!!! :spos:

Zitat
"Aufgrund der ersten Erfahrungen und Rückmeldungen (Danke! dxbruelhart, Kilian Pfister) wurden folgende Änderungen vorgenommen:

neue Ensemble ID:
4888
(anstatt 4200)

Wieso die 4200 mit dem 7D der SMC kollidiert wissen wir noch nicht genau.
Leider finden wir nirgends eine Liste mit den Ensemble IDs:
Nur das: https://www.broadcast.ch/xportal/tools/getPortalDoc.aspx...
Dort liest man das ein 7D als 4002 am laufen ist (also nicht 4200).
Aber es könnte schon sein das eine andere Region diese ID verwendet oder das Dokument ist alt und zeigt nicht die heutige Realität.
Eventuell findet sich etwas via BAKOM oder es kommt wieder ein geschätzter Hinweis aus dem Radioforum.

Einige (Sony-) Radios schalteten aufgrund der „falschen“ ID auf den 7D um und fanden dort unsere Programme nicht.
Deshalb war auf diesen Radios kein Ton hörbar (teilweise mit „Station nicht verfügbar“) obschon die Programme gelistet waren.
ZB. Sony XDR-S40DBP

Bei Christmas Radio musste der Protection Level von 1A auf 2A zurückgestellt werden.
Es gibt eine Reihe (Sony-) Radios die 1A nicht decodieren können.
ZB. Sony CMT-X5CDB

Beide Änderungen waren als „dynamische Rekonfiguration“ möglich. Der Betrieb lief ohne Unterbruch weiter.
Ein kompletter Reboot des DABMUX würde rund 3min dauern bis alle Programm wieder ONAIR sind.

Trotzdem einen Hacken hat die dynamische Rekonfig. schon, nämlich Empfängerseitig:
Je nachdem wie der Empfänger die Ensemble ID verarbeitet, dauert es jetzt ohne erneuten Rescan (Autoscan) ca. 10 Sekunden bis die Programme spielen.
Nach einem Rescan machen auch diese Empfänger wieder alles richtig gut."

von DAB-Swiss - am 29.11.2015 15:41
zu den letzten Postings auch noch ein paar Anmerkungen von mir:

- die 50 Watt am Niesen sind ja schön und gut, aber wenn es um Inhouse-Empfang geht, reichen leider in städtischen Empfangslagen oftmals nicht. Im Auto, mit Aussenantenne sieht das natürlich ein wenig anders aus.

- bin überrascht zu hören, dass es Fiirmenempfehlungen gibt für SRF3. Klar, in Grossraumbüros kann es Sinn machen, dass ein einziges Programm weniger Durcheinander gibt. Mit DAB-Radios wird es auch mit 1 Programm des öfteren Probleme geben wegen der Zeitverzögerung, oder alle einigen sich auf ein und dasselbe Gerät;-). Zugegeben, in Firmen ist die Hörerschaft differenzierter, weil es oftmals Mitarbeiter gibt, welche aus ganz anderen Regionen stammen und wenn sie aus dem Ausland stammen, sogar Berndeutsch nicht verstehen können oder hören wollen, da ist DRS3 etwas breitgestreuter auch was die Inhalte betrifft.

- es ist schon möglich, dass es bei BeO eine Fangruppe gibt, aber da ist BeO nicht alleine. Bei allen Lokalradios gibt es Fangruppen. Da unterscheidet sich BeO kaum von anderen Radios. Es gibt viele Schweizer Privatradios, welche genau wie BeO arbeiten. (Bündnerland / Innerschweiz usw.) Daher haben Programme wie z.B. 105 eine Hörerschaft, die sich mehr an der gespielten Musik orientiert und nicht an lokalen Nachrichten. Es ist aber auch so, dass ein Berner eher weniger ein Innerschweizer Programm hören will. Dafür haben die Innerschweizer in der Region Bern ein Programm aus ihrer Heimat zu hören. Gilt natürlich auch für Basler und Zürcher.

- ein 2. Programm kostet mehr, aber nicht mehr soviel wie ein einziges Programm, im Gegensatz zu UKW. BeO hat ja die Möglichkeit Programme in ihr Ensemble zu nehmen, welche für sie weniger Konkurrenz bedeutet, resp. sogar in einer anderen Sprache senden. Möglicherweise will man auch ein Spartenprogramm ins Programm aufnehmen.

Ich hätte auch noch eine Frage:
Gibt es bis jetzt nur den Sender auf dem Niesen oder hat man schon ein SFN im Griff. Letzteres wird natürlich noch etwas schwieriger zu konfigurieren sein. Weiss jemand, welche Sendetechnik (ohne Antenne) man bei BeO einsetzt?

von drahtlos - am 29.11.2015 16:48
Ja, der Niesen ist topografisch gesehen wirklich ein hervorragender Standort. Ich denke, mit 500W kommt man da schon durch die halbe Schweiz, weiss jedoch noch nicht, wie stark Radio BeO die Leistung im Regelbetrieb plant. Sicher ist auch, dass sehr gutes Antennenequipment (Kathrein) verwendet wird, welches auch die widrigen Wind- und Wetterbedingungen an diesem ausgesetzten Standort aushält.

@drahtlos: Momentan sendet nur der Niesen, aber es sind für den Regelbetrieb noch einige weitere Standorte geplant. Da muss sich Radio BeO zweifelsohne mit SFN befassen.

Auch ich würde es sinnvoll finden, wenn nebst dem Hauptprogramm und den "Gastprogrammen" noch zwei-drei Spartenprogramme verbreitet würden. Das würde die Radiomacher aus Interlaken nicht viel kosten und hätte eine sehr grosse Wirkung. So wie momentan das Christmas Radio, welches sich auf DAB+ sehr gut macht! :rolleyes:

von DAB-Swiss - am 29.11.2015 18:37
Zitat
DAB-Swiss
Gemäss den Informationen, welche mir vorliegen, will Radio BeO auch Radio Bern 1, Energy Bern, neo 1 und Radio Rabe auf sein Netz "Digital Oberland" nehmen. Es macht, gemäss BeO Techniker, Patric Perret, keinen Sinn, ein DAB-Netz für sich ganz alleine aufzubauen.


Natürlich ist es für ein Regionalradio zu teuer, ein DAB-Netz für sich allein zu betreiben, und sei es noch so klein. Daß noch mehr und andere Programme aufgeschaltet werden, wurde ja von Anfang an gesagt, jedenfalls habe ich das so aufgefaßt.
Wenn ich mir die Sender Programme so ansehe, haben die wohl nicht die gleiche Zielgruppe wie BeO.

von 2-0-8 - am 29.11.2015 20:06
Zitat
drahtlos
- bin überrascht zu hören, dass es Fiirmenempfehlungen gibt für SRF3. Klar, in Grossraumbüros kann es Sinn machen, dass ein einziges Programm weniger Durcheinander gibt.


Genau das war der Sinn dahinter. In der Werkhalle ging es zu wie auf dem Rummel, aller 5 Meter eine andere Musik. Also hat man (damals noch) DRS 3 festgelegt, auch weil viele junge Leute dort waren. Jetzt sind die jungen Leute älter, es sind weniger Leute da und auch der tollste Sender wird nach Jahren mal langweilig. Wenn ich an das bevorstehende "Jeder Rappen quält" denke, wird mir jetzt schon schlecht. In der Vorweihnachtszeit ist das Umschaltgrund Nummer 1.

von 2-0-8 - am 29.11.2015 20:39
Zitat
2-0-8
Zitat
stefan84
Ich würde halt ein zweites Programm fürs Oberland auch nicht schlecht finden.... jaaa es kostet ich weiss!!


Ich bin überzeugt, daß es schon lange ein zweites Programm fürs Oberland geben würde, wenn es sich lohnen würde.

Ich weiß aber, daß die Leute im Emmental, die vorher Radio Emme gehört haben, auf dem Trockenen sitzen. Ein Programm fürs Emmental und eins fürs Oberland mit einem gemeinsamen Mantelprogramm zu hörerschwachen Zeiten würde ich wenigstens mal durchrechnen lassen, wenn ich bei BeO was zu melden hätte. BeO hören viele von denen sowieso.


Das ist so, sehe es ja bei mir selber. NEO 1 macht seine Sache sicher nicht schlecht, mittlerweile haben sie ja auch einige Berichte aus der Region und natürlich während der Hockey Saison auch die Live Übertragungen der SCL Tigers, bei welchen auch ein ansprechender Musikmix läuft. Ansonsten ist NEO 1 leider nicht mehr von Bern 1 oder Pilatus zu unterscheiden. Daher läuft bei mir und auch bei einigen Nachbarn entweder Radio BeO oder SRF 1.

von jbernhard83 - am 30.11.2015 07:55
Diese Kennung "Slideshow" ist ein SCLabel (FIG 1/4), das nur bei diesem Service zusätzlich ausgestrahlt wird. Alle Services im BeO-Mux haben ein SCLabel, das inhaltlich mit dem Service-Label übereinstimmt, nur der Service mit der ID 4002 hat eben zusätzlich dieses zweites Label.

Die DIGRIS-Muxe verwenden auch solche SCLabels, aber nur immer eines pro Service, wobei das nicht immer mit dem Service-Label übereinstimmt. In der Sender-Tabelle sind die abweichenden Labels ROT gefärbt.

Und jetzt wissen wir, dass das RNS315 die SCLabels anzeigt.


73,
Günter

von Günter Lorenz - am 01.12.2015 21:01
Für alle von Euch, welche den Niesen als genialen Aussichtsberg und Sendestandort nicht kennen. Hier mal ein paar Fotos. Der Berg steht auf der Alpennordseite völlig frei und bei guter Sicht kann man bis zum Feldberg im Schwarzwald, zur den Vogesen in Frankreich und zum Säntis sehen. Auch das Massiv des Mt. Blanc ist am Horizont sogar noch erkennbar.

[attachment 6424 niesen01.png]
Wie eine Pyramide: der Niesen.

[attachment 6425 zimmerwald01.png]
Der Berg am rechten Bildrand, in der vordersten Reihe mit dem Licht vom BeO Sendemast.

[attachment 6426 niesen02.png]
Aussicht gegen Norden mit Thunersee und Schweizer Mittelland.

Bei diesen Aufnahmen erklärt sich sofort, warum die Signale von Digital Oberland mit nur gerade 50 Watt so weit reichen! :D

von DAB-Swiss - am 06.12.2015 19:56
So, nun habe ich den ersten Teil meiner Testfahrten für Digital Oberland (Radio BeO) mal abgeschlossen und zusammengefasst. Absolut eindrücklich, wie gut die Versorgung vom Standort Niesen aus ist. Als Empfangsequipment im Seat Ibiza diente mir ein Autoradio der Marke JVC. Es ist das Modell KD-DB95BT. Dazu die Dachantenne, Bad Blankenburg Kombiflex 3761.01. In der Karte habe ich die Ergebnisse sehr detailliert eingetragen. Die kurzen, roten Stellen sind meist Strassentunnel ohne Empfangsmöglichkeit. ;)

[attachment 6515 kartedabtestbeodigitalmi.png]

Immer wieder interessant ist es zu sehen, wie stark die Berge als Reflektoren funktionieren. Oftmals ist ein unterbruchsfreier Empfang möglich, während der Niesengipfel schon lange von diversen Bergrücken verdeckt wird.

Hoffe, Euch mit diesen Ergebnissen zu dienen... :D

von DAB-Swiss - am 14.12.2015 16:49
Vielen Dank für die vielen km Testfahrt. Für mich ist es immer schwierig, während der Fahrt noch Aufzeichnungen zu machen, wo was empfangen oder nicht empfangen werden konnte. Das gestaltet sich etwas einfacher, wenn nur eine Frequenz beobachtet werden muss.

Jetzt fehlt noch ein Standort auf dem Brienzer-Rothorn;-). Spass beiseite, der ist dann vermutlich etwas zu hoch. Hätte aber gedacht, dass es in der Region Arberg/Lyss besser funktioniert. Im Lauterbrunnental ist natürlich auch noch ein zusätzlicher Sender notwendig. Ich denke aber, für Indoor-Versorgung werden dann eh noch ein paar Senderchen mehr benötigt. Zudem kommt dann die nicht einfache Sache ein funktionierendes SFN aufzubauen.

Ein paar andere Senderbetreiber werden - wenn das hier gelesen wird - sich auch Gedanken machen, ein eigenes DAB-Netz zu betreiben. Insbesondere, wenn schon viele eigene UKW-Standorte bereits vorhanden sind und es noch Hardware-Förderung vom Bakom geben sollte. Da werden die LIMUS-Leute vermutlich keine Freude daran haben. Sie sind aber auch ein wenig selbst Schuld, man kann nicht immer nur ankündigen und deren Realisation über Jahre zu verzögern.

von drahtlos - am 15.12.2015 12:49
Ein Glück, dass ich diesen Thread gefunden habe! Jetzt gibt es ja auch das hier mit Fotos:
http://www.dab-swiss.ch/html/body_news.html

Ich werde hoffentlich den Jahreswechsel auf der Schweibenalp verbringen (seit 2012 sowas wie "zweite Heimat" ), gegenüber vom Rothorn, 500 m über dem Brienzer See, direkt am oberen Ende der Giessbachfälle. Da muss ich wohl mal den DAB-Stick mitnehmen, auch wenn wir dort oben im "Zentrum der Einheit" doch einen eher "untechnischen" Jahreswechsel feiern werden.

Mal sehen, ob ich da Empfang haben werde. Vor allem bin ich auf die Audioqualität gespannt. In Deutschland habe ich den Eindruck, dass die meisten Programmanbieter keinerlei Interesse an guter Klangqualität haben, weder auf UKW noch auf DAB. Selbst grosse öffentlich-rechtliche Programme klingen teils schauderhaft und niemand kümmert sich darum. Erfreulich, dass Radio BeO das anders handhabt.

Interessant ist für mich

"Bezüglich Protection Level, welcher auf die Konstanz der Bitanlieferung in Grenzgebieten wirkt, ist "2A" ein sehr guter Kompromiss zwischen Netto Audiorate und Redundanz der Audiodaten. Ausserdem scheint es für alle Gerätschaften der am kompatibelste zu sein. Ein noch höherer Protection Level verursacht 100% CPU load bei gewissen Radioempfängern, wenn mit einer Bitrate von über 96kbit gesendet wird."

Was passiert dann, wenn die CPU-Load zu hoch geht? Aussetzer? Decodierfehler? Schlechterer Klang? Abstürzende Radios?

Das mit der "sehr genauen Clock" halte ich aber für vermutlich HighEnd-Blödsinn. Die Ausstrahlung der DAB-HF muss freilich sehr präzise erfolgen, vor allem in Gleichwellennetzen. Aber die Audiodaten mit ihren meist 48 kHz bedürfen aufgrund Puffer und zahlreicher Bearbeitungsstufen (z.B. Codec) wohl keines besonderen Aufwandes, das ist out-of-the-box stabil genug. Alles weitere regeln die Puffer.

Herzlichen Gruss aus Deutschland,
Christian

von Chris_BLN - am 15.12.2015 15:38
@DAB-Swiss: danke für den Hinweis mit dem Ende des Tests. Dann kann ich den DAB-Stick zu Hause lassen. Ich reise erst am 28.12. mit dem Zug gegen 16:30 an, so die DB in Basel pünktlich übergibt. Der ICE endet nun generell in Basel SBB, der ewige Ärger wegen ICEs ohne Schweiz-Paket war der ständig betroffenen SBB wohl nun zuviel. Dann mit dem Postbus Richtung Axalp und dann zu Fuss - vor 17 Uhr werde ich noch auf der Schweibenalp sein. Scannen könnte ich dann wohl erst am 29.12. Und da ist dann nichts mehr. :(

Radio BeO hörte ich erstmals im Oktober 2012, als ich zur Axalp hochlief und dann zum Hinterburgsee. Auf der Axalp besuchte ich einen Kiosk, um mir etwas zu essen zu kaufen. Da lief BeO. Was ich später von diesem Programm mitbekam, wirkte auf mich sehr sympathisch. Sympathischer als die meisten öffentlich-rechtlichen deutschen Programme auf mich wirken, von den Privaten ganz zu schweigen. Ja, da ist etwas sehr anders bei BeO. Wohltuend anders.

von Chris_BLN - am 16.12.2015 19:08
Nebst der Verlängerung des Tests, hat Radio Beo nun auch noch ein Programm mit der Kannung "Radio BeO 80", anstelle von "Radio BeO 104" aufgeschaltet. Gesendet wird hier mit 80 kbit/s. Auf diesem Kanal testen die Verantwortlichen nun den sogenannten "FM Link", also das automatische Umschalten auf UKW bei Autoradios, wenn zuwenig DAB-Pegel vorhanden ist. Zudem haben die Techniker in den letzten Tagen diverse Messfahrten vorgenommen, welche nun ausgewertet werden. Man macht sich also in Interlaken "finechli" Stress vor Weihnachten, um eine gute Sache auf die Beine zu stellen.

@Chris-BLN: Unbedingt die DAB-Ausrüstung mit in die Schweiz bringen, da der Test ja nun bis 30. Januar 2016 verlängert wurde. Bin schon gespannt auf Deine Ergebnisse! ;)

von DAB-Swiss - am 17.12.2015 20:08
Zitat
drahtlos
Eben sehe ich auf der BeO Website:

Versuch verlängert bis 30.01.2015 ! (Ich nehme an, die meinten wohl 2016?)

Also den Stick wieder mitnehmen;-).


Ja, dieses irrtümliche Datum ist nach wie vor auf http://www.radiobeo.ch/frequenzen/#dab zu lesen.

Das korrekte Datum (31.01.2016) findet sich dagegen auf http://www.radiobeo.ch/radio-beo-testet-dab-bis-am-26-dezember-deine-rueckmeldung-ist-gefragt-18567.html

von DX-Fritz - am 17.12.2015 21:08
Zitat
drahtlos
Es gibt doch auf der Website so viele Sterne in der Regionen Zürich, Uetliberg und Pfannenstiel. Sind doch alle von Dir? Die gab es doch auch ein paar grüne Sterne dabei, d.h. mit Audio?


Die Sterne beim Uetliberg und bei der Felsenegg sind von mir. Da hatte ich problemlos Empfang mit Audio. Bei der Bergstation Uetliberg reichte es nur knapp, hinter der Felsenegg ging es an einer Stelle recht gut, mit bis zu 9 Microspot-Klötzchen. Auf der Wanderung zwischen Felsenegg und Uetliberg ging es streckenweise durchgehend, hatte aber auch Lücken wo gar nichts ging. Natürlich geht es da nur weit oben am Hang, nicht im ganzen Gebiet, das auf der BeO Karte eingefärbt wird.

Auf dem Uetliberg ging es wirklich nur bei der Bahnstation. Ganz oben wurde wohl der Empfänger vom lokalen Sendeturm übersteuert, da konnte ich BeO nicht empfangen.

von Stefan Heimers - am 19.12.2015 08:56
Zitat
DAB-Swiss
@Chris-BLN: Unbedingt die DAB-Ausrüstung mit in die Schweiz bringen, da der Test ja nun bis 30. Januar 2016 verlängert wurde. Bin schon gespannt auf Deine Ergebnisse! ;)


Danke, gute Nachrichten! Stick liegt schon wieder hier beim Gepäck. ;)

Ich kann aber nichts anderes mitnehmen als den Terratec-Stick vom Deutschlandradio mit Originalsoftware. Andis fabelhafte Software kann ich wegen (noch) Windows XP nicht einsetzen. Antenne... bislang nur die schreckliche dazugehörige Magnetfussantenne. Muss mir noch was besseres basteln.

Ein Portable wäre gut, eventuell komme ich innert dieser Woche auf die Axalp. Höher hinauf werde ich mich im Winter kaum vorwagen. Vor 2 Jahren war ich mit nem damaligen Schweibenalp-"Kollegen" bis Plangäu / Bättenalp / Gestepf (1881 m) / Harzisboden, da wäre das mal interessant gewesen.

[attachment 6539 aufderbttenalp.jpg]
[attachment 6540 wegweiserbttenalp.jpg]
[attachment 6541 blicknaheplangu-schweibenalp-brienz-rothorn.jpg]

von Chris_BLN - am 19.12.2015 13:54
Ich habe heute eine kleine Jura-Rundreise gemacht. Das BeO-Testensemble Kanal 6B ab dem Niesen geht tatsächlich bis Saignelegier, da allerdings nur auf einem Hügel, nicht am Bahnhof und etwas schwächer als das Digris Ensemble 8C.

Auf der Strecke Saignelegier - La Chaux-de-Fonds ist der Empfang im fahrenden Zug leider nicht ausreichend, es gibt aber Stellen wo das BeO Ensemble zumindest eingelesen wird. Auch in La Chaux-de-Fonds ist noch ein Rest vom Signal feststellbar, aber ohne Audio.

Ab Les Hauts-Genevays über Neuenburg bis Kerzers geht der BeO-Empfang praktisch durchgehend im fahrenden Zug. Von Kerzers nach Bern nimmt der Empfang vom 6B dann leicht ab. In Bern ist oben an der Passerelle vom Hauptbahnhof aber immer noch guter BeO Empfang möglich.

Bern-Basel hatte ich dann einen anderen Zug mit beschichteten Fenstern, da war kaum noch was von BeO festzustellen.

von Stefan Heimers - am 21.12.2015 20:14
So, kurze Rückmeldung von der Schweibenalp (am Brienzer See, den Giessbach-Wasserfall hoch bis auf 1100 Meter, also unterhalb der Axalp, gegenüber vom Brienzer Rothorn): Empfang ist möglich. Mit einer völlig fehlangepassten UKW-Drahtantenne war mir minutenweise Empfang möglich in der obersten Etage des Gästehauses mit dem Terratec DAB-Stick. Der Blick von da oben im Anhang. Mit einer anständigen Antenne dürfte das durchgängig problemlos empfangbar sein.

[attachment 6629 scan_05.png]

Mehr schaffe ich jetzt nicht zu schreiben, wir stecken in der Silvestervorbereitung. Ich muß an die Tontechnik. Melde mich nochmal dazu, denn das Gesendete ist hochinteressant! Wo sonst bekommt man mehrmals das gleiche Programm in unterschiedlichen Bitraten und AAC-Modi sowie unprozessiert und mit Soundprocessing?

Eines schon jetzt: hätte ich die Wahl, ich würde sogar unprocessiert 64 kbps eindeutig den bearbeiteten 144 kbps vorziehen. Ohne Wenn und Aber. Das Soundprocessing ist eine Katastrophe. Auch auf einem so hochwertigen Weg wie 144 kbps LC-AAC.

Kann jemand mal eine DR-Box in das stabile Empfangsgebiet bringen und einen DAB-Monitor aufsetzen mit dem Paket? Das könnte auch für das deutsche DAB-Forum interessant sein, Thema Klangqualität. Ich finde es beachtlich und sehr anerkennenswert, was Radio BeO da im Alleingang leistet. So etwas habe ich in Deutschland nie erlebt. Grossartig!

@DAB-Swiss: Bin bis 2.1. hier oben. Falls Du Lust und Zeit haben solltest, können wir vielleicht einen gemeinsamen Scan-Termin vereinbaren. Eine Antenne wäre gut und interessant...

[attachment 6626 blickaufsrothorn.jpg]

[attachment 6627 schweibenalp.jpg]
[attachment 6629 scan_05.png]

von Chris_BLN - am 31.12.2015 14:08
@DAB-Swiss : Schade, dann wird es halt nichts mit gemeinsamem Scannen. Ich wünsche Dir auch alles Gute fürs neue Jahr!

Ich vermute, auf der Axalp geht noch mehr. Wobei das ja eventuell auch über der Empfangszone liegt, falls die Ausbreitung leicht nach unten gerichtet sein sollte.

Habe jetzt für die Schweibenalp auf der interaktiven Karte einen orangen Fleck eingetragen. Es geht mit Antenne sicher stabil und dauerhaft, aber bei Portables bin ich mir nicht sicher. Inhouse ists hier schwierig, im letzten Zimmer der obersten Etage mit Blick Richtung Interlaken (aber doch noch etwas verdeckt durch den Berg oberhalb des Autobahntunnels) funktioniert es leidlich brauchbar.

Ich werfe hier mal einige originale Aufnahme-Schnipsel hinein. Es können Aussetzer drin sein, weil mein altes IBM T40 zu langsam ist und weil der Empfang teils nicht stabil war.

http://we.tl/abHOrpHZEm (Lagerzeit 7 Tage!)

Das Soundprocessing geht gar nicht! So etwas würde ich mir nicht einmal mit linearer 2 MBit-Leitung anhören wollen. Ein wummernder, dröhnender Sondermüll. Das wirkt, als habe man eine Kette aus Winamp-Plugins zusammengebastelt und alles auf "max" gedreht. Ich könnte ein Programm, das sich selbst derartig entstellt, nicht ernstnehmen und würde es ignorieren. Hätte mein Kassettenrecorder so geklungen, den ich 1987 in der DDR bekam, dann hätte ich ihn wohl reklamiert.

Der Unterschied zur unprocessten Version ist extrem. Da ist selbst die 64er erstaunlich gut.

Falls man wegen des Mobilempfangs (Auto, Hintergrundgeräusche) nicht auf ein Processing verzichten mag, dann bitte nicht so. Den dicken Omnia 11 braucht man dazu gar nicht. Da reicht ein Jünger d07 (der "Kulturradio-Prozessor" der öffentlich-rechtlichen in Deutschland) vollkommen. Der kann sauber und ohne solche Peinlichkeiten dezent verdichten. Er verfärbt dabei wenigstens auch nicht und bewahrt die spektrale Balance. Ein Beispiel für schon deutliche Dynamikkompression: Bayern 2, auf Satellit Astra sehr gut anzuhören.

Wenn LC-AAC dauerhaft eingesetzt werden soll, dann bitte nicht mit weniger als 128 kbps, ideal sind dann schon 144 kbps. Aber auch die 104 kbps HE-AAC sind sehr gut - jedoch nur unprocesst. Dran denken: Deutschlandradio Kultur läuft in Deutschland mit 112 kbps HE-AAC und klingt damit sehr gut - auf allen Geräten, auch auf denen mit LC-Decoding-Bug. Einen vorhergehenden Versuch mit 112 kbps LC-AAC hat man beendet, weil es offenbar deutliche Qualitäseinbussen gab mit den Empfängern, die LC-AAC nicht sauber decodieren können.

von Chris_BLN - am 31.12.2015 16:22
Wie angekündigt, hat Radio BeO nun den DAB-Sender Niesen wieder ausser Betrieb genommen. Der Testversuch im Rahmen von Digital Oberland hat offensichtlich ein sehr grosses Echo ausgelöst, mit über 2'900 Rückmeldungen von Hörrern. Man darf gespannt sein, wie's nun witer geht und wann der Regelbetrieb starten kann. Auf jeden Fall hat die Versuchsabstrahlung sehr viele nützliche Informationen zum Ausbreitungsberhalten von DAB+ geliefert. Ebenfalls haben sich andere Radiostationen sehr für dieses attraktive Ensemble auf Kanal 6B interessiert. Die Spannung ist gross.

Danke den Verantwortlichen für ihr grosses Engagement!

von DAB-Swiss - am 31.01.2016 08:16
Seit gestern liegen uns erste, exklusive Informationen zum Zwischenbericht von Radio BeO vor, welcher sich mit dem Projekt "Digital Oberland" befasst. Die ersten Auskünfte von Patric Perret, Techniker des Radioanbieters aus Interlaken, sind leider nicht nur positiv. Ein Regelbetrieb könnte sich aufgrund des Amtsschimmels und der fehlenden Finanzen noch über Jahre hinauszögern.

Detaillierte Informationen jetzt auf unserer Webseite: http://www.dab-swiss.ch/html/news.html

Weitere Informationen liefere ich Euch, sobald der ganze Bericht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Wie es aussieht, wird es auch noch in Sachen Sendestandorte Änderungen geben. Bleibt nur zu hoffen, dass sich für das Projekt von Radio BeO doch noch irgendwo ein Türchen öffnet. Wäre schade, wenn nun wieder jahrelanger Stillstand herrscht! :-(

von DAB-Swiss - am 12.02.2016 11:59
Von Radio BeO habe ich gestern die Eingabe des eigenen Sendernetzes ans BAKOM und die Projektunterlagen für Digital Oberland erhalten. Darin finden sich viele interessante Dinge, welche ich nun ordnen und zusammenstellen muss. Danach berichte ich darüber auf www.dab-swiss.ch ausführlich.

Die neue Zeitplanung sieht wie folgt aus:
01.07.16 Meilenstein 1: Ergebnis UVEK / BAKOM
Meilenstein 2 80% Sendegebietsabdeckung bis Januar 2019
Meilenstein 3: 99% Sendegebietsabdeckung bis Januar 2024

Schade, dass das äusserst gut gelegene Brienzer-Rothorn aus der Planung genommen wurde und durch Hofstetten ersetzt wird.

Besonders zu erwähnen ist, dass Radio BeO bis heute noch nichts Konkretes von den neuen Unterstützungsbeiträgen des Bundes gesehen hat. Man zweifelt in Interlaken an der Ernsthaftigkeit dieser versprochenen Beiträge.

Der Blick auf die geplante Programmpalette verspricht jedoch ein äusserst interessantes Ensemble auf Kanal 6B. :D

Nun darf man gespannt auf die Frequenzvergabe des UVEK / BAKOM warten und hoffen, dass die Subventionen auch für die kleineren Anbieter nicht nur leere Versprechungen bleiben! Immerhin sollen ja 80% der Netzaufbaukosten subventioniert werden.

von DAB-Swiss - am 02.06.2016 06:43
Ein, resp. mehrere Positionsblätter zur Förderung von DAB-Netzwerken gab es bereits.

Hier mal die damalige Zusage an LIMUS-Digris mit 75%:

[attachment 7501 BAKOMDIGRISJuni2013.jpg]

An anderer Stelle wird inzwischen auch 80% genannt. Es gibt ein Förderfond von 1% der Gebühreneinnahmen und dieser soll ende 2015 etwa 15 Millionen betragen haben, wobei dieser Betrag nicht nur für die DAB-Verbreitung vorgesehen ist. Ich denke da sollte trotz allem auch für das Radio BeO noch etwas dabei sein;-).

Wer gerne mehr zu diesem Thema wissen möchte kann das 79-seitige PDF-Dokument vom BAKOM lesen:

http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjW1pKJ_4nNAhWIaxQKHYgMCDkQFggcMAA&url=http%3A%2F%2Fwww.bakom.admin.ch%2Fthemen%2Fradio_tv%2F01214%2F02292%2F04814%2Findex.html%3Flang%3Dde%26download%3DNHzLpZeg7t%2Clnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfXx4fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--&usg=AFQjCNEUTmsOTc0pqsGFGiqqRo_VdlAZdQ

von drahtlos - am 02.06.2016 18:48
Falls das wirklich so kommt, dürfen sich das Berner Oberland und die Region Bern auf ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Ensemble auf Kanal 6B freuen. :cheers: Die folgende Programmbelegung wurde uns von Patric Perret mitgeteilt:

Radio BeO
Radio Bern 1
Energy Bern
neo1
Radio RaBe
SRF 1 Regio BE/FR/VS
Radio Tell
Lounge Radio
ERF Plus
Radio Maria
Iischers Radio
Dance Wave

Allesamt mit 72 kbit/s.

Reserveprogramme
Radio BeO Klassik
Radio BeO Info
Radio BeO Folk
Landliebe Radio
Radio Eviva
Country Radio CH
World Radio Switzerland (WRS)

Falls man vom BAKOM / UVEK grünes Licht bekommt und die Fördergelder tatsächlich zu fliessen beginnen, könnten bereits drei Monate später die ersten Sender on Air sein. :rolleyes:

von DAB-Swiss - am 03.06.2016 05:57
@Chris_BLN: Ja, da gebe ich Dir recht. Ich habe über die 72 kbp/s auch gestaunt. Aber irgendwie ist es begreiflich, dass Radio BeO, bzw. Digital Oberland, das Ensemble dann auch wirtschaftlich betreiben muss und das geht nur mit verschiedenen Anbietern auf dem selben Kanal. Zudem findet man, dass sich diese Bitrate als gutes Mittel eignet, irgendwo zwischen SMC und Limus-Digris.

Ich staune jeweils im Wallis, welch' wirklich gute Qualität beispielsweise Iischers Radio auf dem SMC-Ensemble zustande bringt. Das kommt doch recht auf die studioseitigen Einrichtungen und die Einspeisung an.

Bis das Ensemble dann wirklich startet, fliesst noch viel Wasser die Aare hinunter und plötzlich gibt's ja vielleicht positive Überraschungen. Ich bin auf jeden Fall froh, dass überhaupt etwas solches geplant ist! ;-)

von DAB-Swiss - am 16.06.2016 06:43
Interessant zu sehen, wie sich das DAB-Netz von Digital Oberland in Phase 1 bis 3 verändern, bzw. verdichten wird. In Phase 1 sind praktisch alle Höhenstandorte dabei (Hofstetten, NIesen, Rinderberg, Männlichen), dann kommt Phase 2 (Falkenfluh, Harder, Rellerli, Lenk) und schlussendlich Phase 3 (Kandersteg, Frutigen, Innertkirchen).

Phase 1 (2017-19)
[attachment 7609 digitaloberlandphase1detail.jpg]

Phase 2 (2019-21)
[attachment 7610 digitaloberlandphase2detail.jpg]

Phase 3 (2021-23)
[attachment 7611 digitaloberlandphase3detail.jpg]

Bei der Berechnung habe ich für die genauen Senderstandorte jeweils eine Sendeleistung von schwachen 300 Watt eingesetzt. Eine bestimmte Antennenrichtung oder einen Downtilt konnte ich beim verwendeten Programm jedoch nicht berücksichtigen.

Nebst dem optimal versorgten Berner Oberland, werden demnach auch die Region Bern sowie der Jura Südfuss, dank dem Standort Niesen, sehr gut mit dem geplanten Ensemble versorgt sein. Auch im Mittelland sollte ein Empfang mit guten Equipment (externe Antenne mit Verstärker) noch möglich sein. :spos: Natürlich kann das Signal mit einem Downtilt noch recht abgesenkt werden, sodass im Schwarzwald wohl nicht mehr viel ankommen wird.

Aber eben: das sind alles ungenaue Spekulationen von einem einfachen Programm zur Berechnung von Sendegebieten.

Bin gespannt, wie sich das dann in der Realität präsentieren wird. Schon mit den Sendern der Phase 1 ergeben sich interessante Empfangsmöglichkieten, der Rest ist nur noch Netzverdichtung für den Indoorempfang. :D

von DAB-Swiss - am 23.06.2016 12:06
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