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Radioforum Schweiz
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vor 1 Jahr, 2 Monaten
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dxbruelhart, Wrzlbrnft, RADIO354, uhf, rolling_stone, sonoro, Stefan Heimers, drahtlos, CBS, Cyberjack

"Hallo SRF!" am 12.5.: SRF-Direktor Ruedi Matter beantwortet Fragen

Startbeitrag von Wrzlbrnft am 10.05.2016 08:28

Kommenden Donnerstag stellt sich SRF-Direktor Ruedi Matter den Fragen des SRF-Publikums. Unter http://www.srf.ch/sendungen/hallosrf/hallo-srf-am-radio-stellen-sie-ihre-frage-an-ruedi-matter können Interessierte ihre Frage stellen, auch ein Live-Anruf in der Sendung ist möglich.

Also, haut in die Tasten (oder greift zum Hörer). Die Sendung findet am 12.5. von 10-11 Uhr auf Radio SRF 1 statt.

Antworten:

Ich habe Ruedi Matter online folgendes betreffend DVB-T gefragt:

Wie lange können wir noch DVB-T empfangen? Das Bakom will vielleicht den ganzen UHF-Bereich bis in etwa 10-15 Jahren dem Mobilfunk zuschanzen. Die Sendeleistungen wurden regional schon massiv um etwa den Faktor 10 reduziert, eben auch in der Ostschweiz. Jetzt braucht es Dachantennen für den DVB-T Empfang im Glarnerland.
Wird ein terrestrischer Empfang via DVB-T auch nach 2030 möglich sein? Garantieren Sie uns dies? Bleibt das UHF-Band dem Fernsehen erhalten?


von dxbruelhart - am 10.05.2016 09:43
Interessant in diesem Zusammenhang wäre ja, ob man sich die Option offen hält, dereinst in H.265 und Full HD (1080p) zu senden, wie das in Deutschland bereits bei ersten Testausstrahlungen praktiziert wird.

von Wrzlbrnft - am 10.05.2016 11:54
Ich habe nun von SRG per Mail die Antowrt bekommen:

Sehr geehrter Herr Brülhart

Danke für Ihr Mitwirken bei «Hallo SRF!».

Die Nutzung des Spektrums legen internationale Gremien im Rahmen der internationalen Frequenzkoordinationen fest. Die Schweiz wird dabei vom Bakom vertreten. Wir können daher nicht garantieren, dass UHF auch nach 2030 für das Fernsehen erhalten bleibt.

Die Grundversorgung mit Radio- und TV-Programmen ist Bestandteil des Leistungsauftrags der SRG, die Verbreitung ist in der heutigen Konzession verankert. Diese läuft Ende 2017 aus. Auch diese Frage lässt sich langfristig erst beantworten, nachdem die politischen Rahmenbedingungen feststehen. Bis dahin sollte sich an der derzeitigen DVB-T-Versorgung in der Ostschweiz nichts Wesentliches verändern.

Freundliche Grüsse


Also, es ist nun ziemlich klar, dass DVB-T abgeschaltet wird und die UHF Kanäle von 21-69 werden nun wirklich dem Mobilfunk verkauft werden.

von dxbruelhart - am 12.05.2016 09:50
Man könnte sich jetzt fragen, ob das bereits Ende 2017 passieren wird.

von drahtlos - am 12.05.2016 15:10
Was können wir unternehmen, um den terrestrischen Empfangsweg mittels DVB-T erhalten zu können? Mit politischen Vorstössen kann das wohl am ehesten noch gelingen.

von dxbruelhart - am 13.05.2016 07:01
Das erscheint mir auch als die einzige, zielorientierte Möglichkeit. Man könnte auch eine Weiterentwicklung zum deutschen Standard anregen, so dass die SRG ihre Programme in HD draufbekommt. Schliesslich ist es auch eine Frage der Versorgungssicherheit, wenn es mehrere unabhängige, leicht zu erreichende, ohne Zwischenschaltung Dritter, genutzer Sender gibt.

Internet ist insgesamt gesehen zwar ausfallsicherer konzipiert, der Redundanz terrestrischer Rundfunksender jedoch unterlegen. Bei Stromausfall ist ruckzuck der Informationsfluss weg. Wessen Router ist schon mit Batterie abgesichert, wieviele Basisstationen haben länger haltende Notstromaggregate? Ein Krisenfall muss kein Krieg sein, da reicht schon ein grösseres Unglück aus.

Letzthin eine Reportage über die Misawa Airbase am Tag des grossen Erdbebens vor fünf Jahren in Japan gesehen (findet man über mehrere Posts verteilt auf Youtube). Da war nichts mehr mit Internet oder Mobiltelefon. AFN war der Informationskanal (neben den Lautsprecherdurchsagen) und die Leute im Sender hielten die Internetergebenen zu Hause in Amerika über die Dinge vor Ort auf dem laufenden, indem sie vom Sender und seiner funktionierenden Internetleitung aus Facebook fütterten.

Selbst wenn DVB-T keine weiteren Sender in der Schweiz aquirieren kann wäre diese Notfallversorgung, auch in einer HD Erweiterung als Notfallrumpfnetz weiterhin ein wichtiger Beitrag zum Bevölkerungsschutz.

von CBS - am 13.05.2016 08:08
Zitat
dxbruelhart
Was können wir unternehmen, um den terrestrischen Empfangsweg mittels DVB-T erhalten zu können? Mit politischen Vorstössen kann das wohl am ehesten noch gelingen.


Das gelingt nur wenn der Marktanteil gesteigert wird, sonst wird früher oder später abgeschaltet. Einerseits müsste man Werbung für diesen Empfangsweg machen. Andererseits müsste man mehr Programme ausstrahlen. Für die Schweiz sehe ich schwarz, Kabel und IP-TV ist einfach schon zu weit verbreitet. Da rentiert sich der Betrieb von DVB-T Netzen für Private nicht.

von Stefan Heimers - am 13.05.2016 09:37
Ganz so trivial ist es dann doch nicht.

DVB-T sollte als Grundversorgung dienen, gerade auch in Hinblick als "service public".
Und die Terrestrik ist in Sachen Ausfallssicherheit allen anderen Verbreitungswegen immer noch vorzuziehen. Mit DVB-T2 könnte auch schweizweit ein einheitlicher Mux mit allen Programmen aller Sprachregionen gesendet werden, bzw. in der jeweiligen Sprachregion das erste und zweite Programm in HD und die anderen in SD. Ich fürchte aber, daß hier der politische Wille und die finanziellen Mittel fehlen.

M.

M.

von Cyberjack - am 13.05.2016 10:33
Ich finde es super, wie dxbruehlhart für den Erhalt der Grundversorgung der Terrestrik einsetzt.
Ein großes Lob und Dank von mir.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei Euch in der Schweiz folgendes passiert ist.

In den letzten 10-15 Jahren waren die Schweizer fleißig ihren Bürgern schnelles Internet zu liefern.
Da die Schweiz aber auch viele abgelegene Orte hat, war dies teuer.
Die Swisscom investierte sicher massiv.

Es kristallisierten sich drei Techniken heraus:
- Kupferkabelbasiertes DSL (1/2 CuDA) (Swisscom, IPTV)
- Internet über Koaxkabel (Kabelprovider, wie UPC; Fernsehen über DVB-C, nicht über IPTV)
- Glas (Swisscom,IPTV)

Jetzt wollten die Anbieter natürlich ihre Investitionen in schnelles Internet wieder reinholen und vermarkten "Fernsehen" als ihr wichtigstes Add-On. Entweder als IPTV oder über DVB-C bei den Koaxkabelangeboten.

Bei diesen Angeboten werden dann hunderte von Sender eingespeist (schweizer, deutsche, österreichische, andere ausländische).

Die Terrestrik hat hierbei lediglich den "service public" der SRG; also die 7 SRG Sender - aktuell nur in MPEG2 und DVB-T.

Jetzt ist das Lobbyproblem, dass die Internet Serviceprovider wie Swisscom lieber das terrestrische Fernsehen abschaffen wollen, um Ihren IPTV Boxen und Mobilfunktarifen mit IPTV den Vorrang zu geben.
Ungünstig ist, dass ausgerechnet Swisscom Betreiber der Funktürme ist und somit ein Interessenskonflikt besteht gegenüber ihren eigenen Marktstrategien im Bereich IPTV bzgl. DSL und Mobilfunk.
Dabei wäre die Broadcast Technik per DVB-T/T2 sicherlich besser geeignet eine breite Masse zu versorgen.

Ich drücke die Daumen, dass die Schweizer die Terrestrik für das Fernsehen nicht abschaffen, sondern als Grundversorgung erhalten.

von uhf - am 14.05.2016 05:25
Kleiner Nachtrag:

In Deutschland hat ja die Freenet AG (eine 1&1 Tochter) die Betreibergesellschaft unserer privaten Fernseh-Funktürme (die Media Broadcast) aufgekauft. Deshalb gibt es bei uns - ähnlich dem simpli tv - über DVB-T2 bald öff-rechtl. Fernsehen und verschlüsselt Privatfernsehen.

Jene Freenet AG steigt wohl gerade in der Schweiz bei Sunrise zu 24 % Beteiligung ein:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/mobilfunkanbieter-freenet-steigt-bei-schweizer-sunrise-ein/13338420.html

[s.a.: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1362734]

Was freenet wohl im Schilde führt ?
freenet.tv einführen mit DVB-T2 (hevc) und den öff.-rechtl. SRG Sendern ?
Ein Erhalt der Terrestrik ? :-)

von uhf - am 14.05.2016 05:42
Ich frage mich, ob DVB-T2 in der Schweiz wirklich einen gleichen Stellenwert erreichen kann, wie er es möglicherweise noch in Deutschland und Österreich schaffen kann. In der Schweiz ist Fernsehen via Internet schon wesentlich verbreiteter als in den anderen beiden genannten Ländern. Selbst wenn dann "kabelexklusive" Programme wie 4+, TV24 oder CHTV auch ohne Kabel oder Swisscom TV empfangbar würden, das eigentliche Zielpublikum würde diese Programme doch schon lange via Zattoo oder Teleboy konsumieren. (wenn sie denn dann überhaupt noch lineares TV-Programm sehen wollen)

Natürlich wäre ich auch weiterhin für SRG via frei empfangbares DVB-T, unbedingt auch in HD-Qualität. Ich sehe die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz aber als wesentlich schwieriger als in den umliegenden Ländern.

von Wrzlbrnft - am 14.05.2016 11:29
Mit der Letzten Optimierung ( Herunterdrehen der Sendeleistungen nahe Null ) ist das Abstellen von
DVB- T im Grunde genommen schon vollzogen. Für den Normalverbraucher wurde das Verhältnis von
( Empfangs-)Aufwand zum Nutzen ( empfangbares Programmangebot ) dadurch endgültig zerstört.
Die Weichenstellung zu dem Drama erfolgte allerdings schon mit dem Prozedere des Umstiegs von
Analog zu DVB- T in dem keinerlei Attraktivitätssteigerung angeboten wurde.
Bei meinem QTH war es noch der DVB- T Empfang des ORF III gewesen. Das war Einmal.
Seitdem habe Ich DVB- T abgebaut. Daran wird sich ( was mir allerdings sehr leid tut ) nichts mehr
ändern.

von RADIO354 - am 15.05.2016 08:11
Heute kam DVB- T während der Espressosendung nach 8 Uhr auf Radio SRF 1 nochmal zu Ehren.
Es ging darum, über welchen Ausspielweg während der Fussball EM eventuell fallende Tore als
erstes zu sehen sein werden. Da wurde vom Technischen Verantwortlichen der SRF explizit DVB- T
genannt. Gefolgt von SAT, DVB- C , IP und Streaming via Zatto/ Wilmaa ( in Dieser Reihenfolge ).
Wobei Letztgenannte eine Verzögerung von 30 s gegenüber DVB- T haben sollen. Gemäss Radiosendung.

von RADIO354 - am 06.06.2016 15:03
Es gab dazu vor zwei Jahren (zur WM) mal einen Beitrag im Kassensturz - ich denke, die Resultate haben im Wesentlichen auch heute noch Gültigkeit: http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/themen/multimedia/lahmes-tv-signal-wm-goals-bis-zu-50-sekunden-verzoegert

Am schnellsten kam das TV-Signal auch damals über DVB-T an, gefolgt von DVB-S (+3 sec), DVB-C (+6 sec), Swisscom TV (+8 sec), Sunrise TV (+8 sec), Teleboy (+21 sec), Zattoo (+28 sec) und Wilmaa (+51 sec)

von sonoro - am 06.06.2016 16:21
Zattoo kann ich bestätigen, lässt sich schön an Phoenix wegen der Uhr im Logo beobachten. Zattoo etwa +30 Sekunden, während es auf der Website von Phoenix selbst zwischen +45 und +50 Sek. sein können bei etwas besserer Quali des Signals auf Zattoo. Mich wundert da eher letzteres (die größere Verzögerung auf der Website). Auf der Website der ARD ist die Verzögerung weitestgehend gleich zu Zattoo, wobei Zattoo die höhere Qualitätsstufe hat. Bei Fußballspielen, die ich nicht unbedingt schauen möchte, greife ich daher soweit möglich, auf UKW zurück und höre nur zu.

Ich hatte anfangs für die Verzögerungen Flash in Verdacht, denn auch bei der DW gibt es fast eine Minute Verzögerung, aber da auch Zattoo Flash nutzt, kann es daran alleine nicht liegen.

von rolling_stone - am 06.06.2016 17:13
Morgen Dienstag wird das nächste Hallo SRF ausgestrahlt, um 19h auf DRS4 (auf 12C).
Es wird live aus Aarau gesendet, die Fragen können Menschen vor Ort stellen, Hallo SRF ist auf dem Schlossplatz in Aarau zugegen.
https://www.srgd.ch/de/regionen/srg-aargau-solothurn/aktuelles/2016/05/17/hallo-srf-bi-de-lut/

von dxbruelhart - am 06.06.2016 18:02
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