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Radioforum Schweiz
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Erster Beitrag:
vor 8 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 7 Monaten, 4 Wochen
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dxbruelhart, raeuberhotzenplotz1, Maxtech, Cyberjack, DH0GHU, PeterA, Rabbit76, uhf, smid

Rueckschlag-fuer-Ausbau-des-Schweizer-Mobilfunknetzes

Startbeitrag von uhf am 10.12.2016 21:53

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Rueckschlag-fuer-Ausbau-des-Schweizer-Mobilfunknetzes-3568005.html

Eine gewichtige und emotionale Debatte über eine Erhöhung der zulässigen Strahlungswerte bei Mobilfunkanlagen endete in der kleinen Kammer des Schweizer Parlaments mit einer Ablehnung von höheren Grenzwerten.

......

Antworten:

Das ist gut für die DAB+ Technik..... Auf dem Land ist streaming in vielen fällen nicht zu gebrauchen.

von Rabbit76 - am 11.12.2016 06:36
Der Nationalrat hat im Juni der Erhöhung der Grenzwerte zugestimmt, der Ständerat hat sie nun abgelehnt. Damit ist das Geschäft nicht durch, es kommt zu einem Differenzbereinigungsverfahren, d.h. es muss weiter beraten werden in den beiden Räten, bis beide zum gleichen Resultat kommen.
Wenn die Grenzwerte tief bleiben, dann braucht es viele neue Mobilfunkstandorte; an meinem Arbeitsplatz in Richterswil habe ich mit Swisscom eine öfters wacklige UMTS-Verbindung, nur mit etwas Glück auch mal LTE, meist aber nur GSM - obwohl ein LTE-Standort (mit LTE, UMTS und GSM) gerade mal 250m vom Arbeitsplatz weg sendet - aber nur mit (sehr) geringer Leistung; da braucht es einen Ausbau, eine Leistungserhöhung wäre aber die viel einfachere Lösung.

Die Debatte im Ständerat mit der knappen Ablehnung der Erhöhung der Grenzwerte: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=38826

von dxbruelhart - am 11.12.2016 07:26
Deftig wie viele Zuschriften die Politiker bekamen

von smid - am 11.12.2016 08:16
Tja das alte Problem. Elektromagnetische Strahlung steht zwar im Verdacht, das war schon vor 20 Jahren als die ersten Mobiltelefone kamen so, aber bis heute gibt es keine eindeutigen Beweise / Befunde. Solange das os bleibt wird es immer eine Bauchentscheidung bleiben...

von raeuberhotzenplotz1 - am 12.12.2016 07:58
Mit den tiefen Strahlungswerten wird uns DVB-T und DAB+ noch länger erhalten bleiben. Beides würde früher oder später nur noch über das Mobilfunknetz verbreitet, sofern die Versorgung noch besser wird. Zudem benötigen höhere Leistungen auch neue Frequenzen.

von Maxtech - am 12.12.2016 12:28
@ Maxtech: DVB-T wird leider so oder so komplett abgeschaltet innerhalb der nächsten 14 Jahre - ich wette gerne um eine grosse sportliche Leistung, dass wir 2030 kein terrestrisches Fernsehen mehr haben - da bin leider mittlerweile wirklich sicher, dass das so kommt, nachdem ich mit verschiedenen Experten und Exponenten zu diesem Thema gesprochen habe.

von dxbruelhart - am 12.12.2016 14:23
Zitat
Maxtech
Mit den tiefen Strahlungswerten wird uns DVB-T und DAB+ noch länger erhalten bleiben. Beides würde früher oder später nur noch über das Mobilfunknetz verbreitet, sofern die Versorgung noch besser wird. Zudem benötigen höhere Leistungen auch neue Frequenzen.


Das Gegenteil könnte der Fall sein. Wenn das aktuelle Mobilfunkspektrum wegen geringer Leistung nicht optimal genutzt wird, dann wird der Frequenzhunger der Mobilfunkkonzerne noch mehr wachsen. DVB-T muß dann noch schneller weichen.

Daß aus biologoischer sicht das Integral der Leistung über der Frequenz eher ausschlaggebend sein dürfte und daß dieses dann ähnlich groß sein könnte sei mal dahingestellt...

von raeuberhotzenplotz1 - am 13.12.2016 06:52
DVB-T wird schrumpfen und die Frequenzen an Mobilfunkbetreiber für 5G vergeben.

Schon heute gibt es Probleme die Grenzwerte einzuhalten, wenn eine Basis GSM, UMTS und LTE verbreiten. Ab 2020 fällt GSM weg, jedoch kommt 5G dazu. Die Frage ist, ob die Schweiz mitmacht, oder nur auf UMTS und LTE setzt um die Grenzwerte einzuhalten und wenigstens für diese beide Techniken eine bessere Versorgung erzielt.
Mit allen 3 Techniken braucht es mehr Umsetzer oder höhere Leistung.

von Maxtech - am 15.12.2016 19:54
5G kann nicht auf tiefen Frequenzen laufen, da es hohe Bandbreiten braucht, typischereweise 400 MHz für einen Kanal. Derzeit wird auf 4,5 GHz getestet in Katar http://maxwireless.de/2016/nokia-und-ooredoo-5g-demo-in-qatar/

von dxbruelhart - am 16.12.2016 05:25
In Europa läuft es anders. Der Bereich bei 700 MHz soll in der gesamten EU von den Fernsehsendern geräumt werden.
Quelle

von Maxtech - am 16.12.2016 20:34
@ Maxtech: Ein 5G Signal hat nicht Platz im 700 MHz Band, das ist einfach zu schmal dafür, 5G aufzunehmen. Im 700 MHz Band läuft heute bereits in Frankreich, genauer im Raum Paris, LTE 4G von Free, dem vierten Netzbetreiber. Auch Bouygtel baut LTE auf 700 MHz aus - auch bei uns wird LTE (und vielleicht auch UMTS) auf 700 MHz kommen.

von dxbruelhart - am 17.12.2016 06:32
Zitat
Maxtech
In Europa läuft es anders. Der Bereich bei 700 MHz soll in der gesamten EU von den Fernsehsendern geräumt werden.
Quelle


Wird aber vor 2025/2026 in grossen Teilen der Schweiz, Süddeutschlands und rund um Österreich nicht passieren. Solange läuft dort mindestens DVB-T2 (SimpliTV) auf vielen Kanälen im 700 MHz Bereich. Außer Simpli macht eine Zerobase mit 470-694 MHz. Dürfte aber mit DVB-T2 neu in DE knapp werden ...

M.

von Cyberjack - am 17.12.2016 07:19
In D hat man DVB-T2 ohne das 700MHz Band geplant und siehe da die Frequenzen reichen, obwohl effektiv genausoviele Kanäle in der Luft sein werden wie heuer... Es kommen sogar Regionen mit mehr Kanälen dazu.

In Ö wird das spannend, aber auch das wird man schaffen ohne das 700MHz Band.

Der Fernempfang wird wohl schwieriger werden. Aber dafür war DVB-T(2) in D nie gedacht...

von raeuberhotzenplotz1 - am 19.12.2016 07:13
Frequenzen oberhalb 2 GHz sind für eine 3G/4G-Flächenversorgung einfach zu kritisch. Insofern ist es ja auch sinnvoll, für ein vorwiegend stationär genutztes Medium wie Fernsehen nicht den größten Teil des UHF-Spektrums unter 1 GHz zu verbraten.

von DH0GHU - am 19.12.2016 12:10
Zitat
DH0GHU
Frequenzen oberhalb 2 GHz sind für eine 3G/4G-Flächenversorgung einfach zu kritisch. Insofern ist es ja auch sinnvoll, für ein vorwiegend stationär genutztes Medium wie Fernsehen nicht den größten Teil des UHF-Spektrums unter 1 GHz zu verbraten.


3 hat es in Österreich auf 2.1 GHz problemlos geschafft eine Flächenversorgung mit 3G herzustellen, ebenso in Italien und auch z.B. in England. Auch 900 und 1800 MHz bieten genügend Bandbreite für effiziente Verfahren (MiMo und 256QAM).

Ich denke schon, daß die Mobilfunkkonzerne ein berechtigtes Interesse am Ende des linearen und barrierefreien Medienkonsums haben. Wirklich technisch sinnvolle Gründe für Mobilfunk im Band IV gibt es mit den heutigen Codierungsverfahren auf der Luftschnittstelle nicht mehr.

M.

von Cyberjack - am 20.12.2016 17:36
Meine Erfahrungem mit LTE Empfang in der Schweiz im 800Mhz Band sind etwas zwiespältig. Zwar ist der Empfang in Gebäuden oder Fahrzeugen teilweise besser als im 1800Mhz Band, aber die verfügbare Bandbreite ist viel kleiner, meist sind nur Download-Raten von 1-3 Mbps je nach Auslastung der Zellen verfügbar, während im 1800Mhz Band immer zweistellige Download-Raten verfügbar sind.

In Ländern wie Deutschland wo alle Mobil-Provider kartellartig keine Flatrate mit unlimiterten Datenvolumen anbieten, kann man mit 700 oder 800 Mhz schon eine Flächenversorgung mit Minimal-Bandbreite von 1-5 Mpbs anbeiten.

von PeterA - am 20.12.2016 17:56
Zitat
Cyberjack
Wirklich technisch sinnvolle Gründe für Mobilfunk im Band IV gibt es mit den heutigen Codierungsverfahren auf der Luftschnittstelle nicht mehr.


Ich vermute mal, daß man im Bamd IV schon größere Flächen im ländlichen Raum mit 4G/5G versorgen kann. In Ballungszentren und Städten macht es aber keinen Sinn...

Das ist vermutlich eine rein ökonomische Frage, keine technische. Und ob die Mobildunkkonzerne den DVB-T Multiplex mit einer bescheidenen Bildqualität wirklich noch als Konkurrenz sehen, die beseitigt werden muß... Da habe ich meine Zweifel :joke:

Naja am Ende ist da eben der Regulierer gefragt.

von raeuberhotzenplotz1 - am 22.12.2016 19:13
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