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Radioforum Schweiz
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Österreich vs Schweiz

Startbeitrag von woody am 08.08.2005 10:36

Hab dies schon unter dem LORA-Thema aufgeführt, denke aber, es macht sich in einem neuen Thema besser:


Hab es schon erwähnt - früher lachte man über unsere östlichen Nachbarn (Österreich). War kürzlich für paar Tage in den Ferien und staunte über den
Radioempfang. Fast im ganzen Land sind die öffentlichen Ö1.Ö2, Ö3 und
FM4 (!!!!!) zu empfangen. Und schau her, es hat im ALPENLAND sogar
genügend Platz für Überregionale Sender wie KRONEHIT oder LIFE RADIO.

In Salzburg und Insbruck beispielsweise gibts zusätzliche non-profit KULTURRADIOS über UKW.

Jetzt soll mir mal jemand erklären, weshalb das Alpenland AUSTRIA mit weniger
Sendern auskommt.

Wie es hier TropoX erwähnt hat. Ö1 (unser DRS2) ist nicht in jedem Winkel vierfach empfangbar, auch FM4 nicht. Dafür die Privaten und die
most-wanted Sender Ö2 und Ö3.

Nicht nur die Schweiz hat Hügel....aber wir haben bestimmt eine der fragwürdigsten
Medienpolitik, sagen wir mal in Europa...

Antworten:

Naja, man kann streiten, wo es besser ist. Jedes Rundfunk-System hat seine Vor- und Nachteile.



von andimik - am 08.08.2005 12:58
woody - Stimmt

Aber die Kanäle mit dem Rufzeichen HBSPS müssen eben immer empfangbar sein ;)



von smid - am 08.08.2005 15:07
Vor allem, wenn man die bestehenden grossen Sendeanlagen richtig nutzen würde (also Leistung stark erhöhen), könnte man auch viele Klein- und Kleinstsender einsparen und würde die Programme auch überall empfangen können.
Der Vorteil wäre dann, dass man mehr freie Frequenzen hat, wo man eben z.B. auch ein 105 oder ein Eviva überregional ausstrahlen könnte.

Ich hätte auch lieber eine grössere Auswahl verschiedener Programme, als dass ich z.B. DRS 3 auf 5 verschiedenen Frequenzen empfangen kann.

Von unserer Topographie her wäre es technisch sicher lösbar, auch in den Alpengebieten. Das Schweizer Mittelland (ausgenommen Emmental) ist ausserdem sowieso einfacher zu versorgen, weil da keine höheren Berge im Weg sind.


Ein weiterer Vorteil den ich mal vor ein paar Jahren in Österreich beobachten konnte: In den Autobahn-Tunnels ist neben dem lokalen OE2 Programm auch OE3 empfangbar. Bei uns geht aber in vielen Tunnels nur DRS 1. Vereinzelt auch Lokalsender, aber DRS 3 geht noch in längst nicht allen Tunnels.



von MagicMax - am 08.08.2005 16:35
@MagicMax
Bezüglich der Autobahn-Tunnels muss ich Dich enttäuschen! Es grenzt schon eher an einen Zufall, wenn Du durch einen Tunnel fährst, wo außer Ö3 noch ein zweites ORF-Radio zu hören ist.

von delfi - am 08.08.2005 19:44
Ganz einverstanden.
Es gibt zu viele Umsetzer die nicht richtig nötig sind. Im Waadlandgebiet ist es scheinbar.
Mit starke Hauptsender anstatt mehrere Funzel sollte mann Frequenzen sparen.

von Patrick - HB9OMZ - am 08.08.2005 19:50
Ich bin nicht unbedingt gleicher Meinung.

Immerhin gibt es hier Kulturprogramme auf DAB. So etwas hat Oesterreich nicht und ebenso haben wir hier Radioprogramme für 4 Sprachen welche das ganze Senderplanung auch nicht gerade vereinfacht. Im übrigen gibt es dort auch 9x Ö2 als öffentlich rechtliche Programme, so wie wir hier unsere Regionalsendungen der SRG haben. Unsere vielen DRS1 Sender haben auch mit diesen Regionalsendungen zu tun.

Ich könnte ohne Probleme auf 50% unserer Lokalradioprogramme verzichten. Ok, ich sehe das aus meiner Sicht, weil ich kaum mehr diese Programme höre. Natürlich ist in erster Linie unsere Programmauswahl auf DAB daran schuld.

Ich hatte vor ca. 1-2 Jahren Eviva angefragt, ob sie an einer terrestrischen Ausstrahlung Interesse hätten, man zeigte nicht das geringste Interesse. Also kämpfe ich nicht mehr für ein EVIVA terrestrisch. Dafür stelle ich fest, dass es immer mehr Parallelaussendungen zwischen Eviva und Central gibt.

Das wir bis zu 4x DRS2 an einem Standort empfangen können, ist nicht die Regel. Einzig, wer eine gute Empfangslage oder entsprechende Antennen hat, kann DRS2 so oft empfangen. Als Autofahrer, der DRS2 oft hört, sieht es bei weitem nicht so gut aus.

Wir können hier in den Tunnels sehr oft mehrere Privatradios empfangen, was in Oesterreich in diesem Umfang auch nicht möglich ist.

Als Vorzeige-Land in Sachen Radio gilt für mich immer noch das Süd-Tirol.
Peter

von Radio_Freak - am 08.08.2005 20:12
MagicMax schrieb:

Zitat

In den Autobahn-Tunnels ist neben dem lokalen OE2 Programm auch OE3 empfangbar.
Der Satz muss umgekehrt lauten. Neben Ö3 ist in vielen nun auch das lokale ORF-Radio zu hören.

Verkehrsfunk war in der Alpenrepublik zuerst nur eine Sache von Ö3 (österreichweit).

Übrigens wird auch in einigen Tunnels jeweils das bundeslandweite Privatradio eingespeist.



von andimik - am 09.08.2005 14:20
@Radio_Freak

Zitat

... ob sie [EVIVA] an einer terrestrischen Ausstrahlung Interesse hätten, man zeigte nicht das geringste Interesse.


Das kann man so nicht im Raum stehen lassen!

Die Geschichte ist effektiv so:

1. Eine UKW-Frequenz für EVIVA gab es nicht, da u.a.(!) die SRG "erfolgreiche" Lobbyarbeit geleistet hat.

2. Man schob - um etwas Ruhe zu haben - EVIVA auf die Bombenfrequenz 1566 kHz (Mittelwelle), die schon in der Stadt Zürich (36 km) im Auto nicht mehr störungsfrei ankam. Das EVIVA vorgesetzte Empfangsdiagramm ging auf dem Papier weit über den Bereich hinaus, in dem ein Empfang mit einwandfrei(!) installiertem Autoradio und richtiger(!) Antenne in der Praxis möglich war. Aber man konnte so EVIVA ausbluten lassen, bis er dann letztlich aufgeben musste (es sind die gleichen Verhältnisse wie bei einem spanischen Stierkampf).

3. Als ein neuer Eigentümer (Radio Central) Radio EVIVA wieder belebte - mit einigen finanziellen Opfern - war es natürlich eine klare Farce, EVIVA zum zweiten mal auf eine Frequenz zu locken (DAB), wo (damals) kein Mensch hinhörte und DAB eigentlich eher als Flopp angesehen wurde, was sich u.a. im gestoppten Netzausbau zeigte. Zweimal kann EVIVA nicht Leerlauf finanzieren. Die haben einfach keine überflüssige Kohle, wie die SRG mit ihren Zwangsgebühren.

Erst jetzt beginnt die SRG den Privaten "den Hof zu machen", weil die SRG gemerkt hat, dass ohne die Privaten DAB in der Schweiz floppt. Also: Flucht nach vorne: Man gründet eine "Firma" zur Vermarktung des DAB-Kanal 11. Dann geht es mit DAB vorwärts und im neuen Kanal 11 besetzt man auch gleich die Hälfte, so ist die Vormacht gesichert. Diese Rechnung geht vor allem für die SRG auf:
Einerseits scheitert DAB nicht, anderseits belegt man im neuen Ensemble auch gerade die Hälfte der Plätze, so haben die Privaten vielleicht 4 Programme und die restlichen 12 (4 + 8) gehen an die SRG und die SRG managt noch den Multiplexer, womit sie weiterhin am Hebel der (Radio-)Macht hockt.

Und für Leute mit gutem Erinnerungsvermögen:

Ursprünglich hat es in der bundesrätlichen Absichtserklärung geheissen:
Die SRG baut ein DAB-Netz auf und ab 2003 ist die Kapazität davon hälftig mit den Privaten zu teilen.

Na ja, die Sprüche aus Bern kennt man ja... ;-)


von audion - am 09.08.2005 14:48
Ich mag mich noch erinnern

Gerade als Eviva auf 1566 startete kam Musigwälle auf der stärkeren 531.
Ein Skandal in meinen Augen.

Man lanciert Musigwälle nur um Eviva zu schaden....



von smid - am 09.08.2005 16:10
Für Radio Eviva wurden 1993 170'000 Unterschriften gesammelt, damit Eviva auf UKW starten kann. Beim Neustart von Eviva 1998 wurde Eviva versichert, dass man innert 4-5 Jahren (mit einer Radio-Neuordnung, wie jetzt mit dem neuen Gesetz) auf UKW senden könne. Bis heute ist noch nichts geschehen, ausser ein paar Veranstaltungs-Monaten, als Eviva auf UKW sendete.
Ich empfange in Uster 65 x DRS1, 43 x DRS2, und 45 x DRS3, und auch manche Privatprogramme empfange ich vielfach. Von diesen Sendern könnte man machen abschalten, ohne dass irgendjemand einen Qualitätsverlust hätte. Mit diesen Frequenzen könnte man eine Grund-Frequenz-Kette für Radio Evviva bilden, sofern man wirklich wollte!



von dxbruelhart - am 09.08.2005 17:25
Sollen sie doch in der Innerschweiz dem armen Radio Eviva terrestrische Frequenzen geben. In der Region Basel will das (fast) niemand hören :-)

von Phil75 - am 09.08.2005 17:40
@ Philipp Roos

Aha, Du hast da offenbar eine repräsentative Umfrage gemacht, dass Du so genau im Bild bist ... :D

DRS sah es anders und konterte sofort mit dem Projekt "Bero 531", definitiv dann "MW 531". EVIVA erreichte 1990 während eines Monats Kurzversuch auf UKW 106.2 MHz in Zürich immerhin 19.8 % Hörer. Natürlich waren da auch Neugierige dabei. Aber immerhin, bei DRS ging der Alarm ab!

EVIVA (und andere) wurden 15 Jahre verarscht (falsche Versprechungen) und in dieser Zeit funzelte man das UKW-Band zu und setzte noch schnell Westschweiz/Tessin drauf, um die Mär von "leider mangelden Frequenzen" etwas weniger unglaubwürdig verzapfen zu können. Das Ganze ist ein rein politisches Mafia-Theater und kein technisches Problem.

@ Philipp Roos

In Basel seid Ihr verwöhnt, da dort auch viele ausländische Sender hereinkommen. Aber komm mal z.B. ins obere Rheintal. Da herrscht die grosse Radio-Wüste: Entweder das gleiche Palaver oder das gleiche PumPum auf allen Kanälen. Und die SRG-Zwangsgebühren sind die selben wie in Basel. Und DAB bekommen wir 2009, wenn es DAB dann überhaupt noch gibt.

von audion - am 10.08.2005 06:29
Im Übrigen wohne ich nicht an einem exponierten Ort, um DRS2 4x empfangen zu können.

Schön ist auch, dass ich neuerdings auch auf 88.9 neben 92.2 Radio32 hören kann. Hitdudler müllen das ganze Spektrum zu.

Got thirteen channels of shit on the T.V. to choose from, wie die Rosaroten mal so schön sangen. Beim Radio mittlerweile auch.

Bei den meisten Leuten ist im Hirn leider "Nobody Home"



von Tropo X - am 10.08.2005 07:20
Würden sich die Hörer jedoch öfter mal über den Einheitsbrei direkt bei
den Stationen beklagen, müssten die Stationen reagieren.

Bei Pilatus hab ich den Eindruck, ich sei der einzige im Land, der mit der Musik
unzufrieden ist. Meine Messages haben bisher nichts gebracht.

von woody - am 10.08.2005 07:55
Ich schließe mich der Meinung von woody an. In der Schweiz sind die DRS-Kanäle immer nach dem gleichen Muster. Beitrag, Musik, Beitrag, Musik. Dagegen ist die Mehrzahl der ORF-Sender anders aufgebaut. Es gibt Sendungen mit einem hohem Wortanteil, andere wiederum mit geringerem.

von Vondombrow - am 12.08.2005 14:51
@Kepler
Zitat

Das kann man so nicht im Raum stehen lassen!
..... der ausführliche Text siehe weiter oben.

Ich bin auch der gleichen Meinung, mit EVIVA ist man nicht gerade fair umgegangen. Ich verstehe auch, dass vermutlich Radio Central einiges an Geld aufbringen musste um EVIVA zu übernehmen und es wird weiterhin einiges an Geld kosten.

Trotzdem:
Als es darum ging, den Höhronen-Turm zu sprengen, hatte ich einige Privat-Radios angefragt, ob sie Interesse hätten, an einer terrestrischen Verbreitung über DAB, UKW war für mich alleine schon wegen den nicht verfügbaren Frequenzen kein Thema. Meine Anfrage wurde ganz klar verneint.

Mir ging es eigentlich in erster Linie nur darum, dass dieser Turm nicht einfach gesprengt wird und mir hätten alleine positive Grundgedanken von Seiten der Privat-Radios genügt, mich etwas mehr gegen die Sprengung des Turms zu wehren. Von den Turm-Sprengungs-Freunden war ja immer der Vorwand zu hören, es interessiere sich niemand da oben Sende-Anlagen zu betreiben, welche von öffentlichem Interesse wären, z.B. Radio und Fernsehen.

Gerade EVIVA und Central, welche beide im gleichen Kanton beheimatet sind, wie der gesprengte Höhronenturm wären ein (Hilfs)-Motor gewesen, allenfalls die Sprengung zu verzögern oder zu verhindern. Etwa ein halbes Jahr vor der Sprengung hatte ich meine Umfragen, u.a. bei EVIVA (Central) gestartet, ob sie Interesse daran hätten, terrestrisch Senden zu können.

Der Rest ist Geschichte und wird es bei mir auch bleiben.

Peter

sorry, wir sind langsam etwas OT.

von Radio_Freak - am 17.08.2005 07:16
@Radio_Freak

Zitat

Als es darum ging, den zu sprengen, hatte ich einige Privat-Radios angefragt, ob sie Interesse hätten, an einer terrestrischen Verbreitung über DAB, UKW war für mich alleine schon wegen den nicht verfügbaren Frequenzen kein Thema. Meine Anfrage wurde ganz klar verneint.


Auch ich hätte den Höhronen-Turm nicht gesprengt! Aber Privatradios können nicht Turm-Museen sponsoren.

EVIVA und andere Private haben grössere Sorgen, als vom Höhronen-Turm aus auf DAB (!!!) - womöglich noch im L-Band - , denn UKW will man ihnen ja nicht geben, den "Rufer in der Wüste" ohne Zuhörer zu spielen. Solche Sendungen ins Leere kann sich nur der zwangsgebührenfinanzierte Rote Kanal z.B. vom Säntis aus mit RTI oder RSR leisten und der tut es, um UKW-Frequenzen sinnlos zu belegen :rolleyes:

von audion - am 19.08.2005 17:33
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