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Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2006

Startbeitrag von dxbruelhart am 27.09.2005 10:51

Radio Sunshine startet im Frühling 2006 einen Analog/Digital-Simultanbetrieb auf UKW, mit dem System HD Radio, in Zusammenarbeit mit Broadcast Electronics (BE) und iBiquity Digital Corporation. Das in den USA halbwegs etablierte UKW-Digital-System soll nun also auch in Europa erprobt werden.
Markus Ruoss, der Gründer von Radio Sunhine, ist gegenüber DAB sehr skeptisch. Seine kurze Auslegeordnung in Sachen DAB hat er in einer Schrift zusammengefasst: "Ist DAB noch zu retten" oder anders gesagt: "Wie wird ein totes Ross durchs Ziel geprügelt",
Eine Einführung zum Thema IBOC bzw. HD Radio (2 Namen für das gleiche System) gibts hier http://www.digitalfernsehen.de/home/home_6771.html
Gefunden habe ich diese sehr interssante Neuigkeit im Media Network Weblog von Radio Nederland: http://medianetwork.blogspot.com/

Digitalradiosysteme gibts heute mehr als genug; ADR, DVB-T, DVB-S, DRM, DAB, IBOC, und noch ein paar mehr. DSR ist schon Vergangenheit...
Wir brauchen nun wirklich den Multi-System-Empfänger von RobiH!

Antworten:

> Wir brauchen nun wirklich den Multi-System-Empfänger von RobiH

Nein, ich bin immer mehr der Ansicht, wir sollten das seit vielen Jahrzehnten bewährte UKW-System behalten und den Bereich bis auf ca. 70MHz herunter erweitern. Mit jedem neuen Digitalsystem wird der Konsument nur immer weiter verunsichert. Selbst wir Freaks werden doch langsam immer skeptischer, wenn es um die Anschaffung neuer Technologien geht. Wie geht es da wohl erst dem "normalen" Hörer?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 27.09.2005 14:25

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Ich bin ein grosser Anhänger von UKW, das ist klar und da wurde ich sicher auch nicht missverstanden.
Das analoge UKW-Radio-System wird uns sicherlich noch lange erhalten bleiben, ich rechne mit mindestens 25-30 Jahren, oder noch länger. Wenn eine sinnvolle Neuordnung des UKW-Bandes erreicht werden kann, und/oder gar eine Banderweiterung, dann hat UKW auch auf längere Sicht bei uns eine echte Zukunft.
Den IBOC-Zug, den nun aber Radio Sunshine anwirft, werden bei uns in der Schweiz auch noch ein paar andere Privatradios mitmachen. Dann haben wir bereits 3 sich konkurrierende digitale terrestrische Radiosysteme (DAB, DRM, IBOC).
Ich kann mir aber nur schlecht vorstellen, dass ich dann
a) analoge Empfänger
b) DAB-Empfänger
c) DRM-Empfänger und
d) IBOC-Empfänger
kaufe und nutze. Künftige Radios müssten alle vier vorgenannten Systeme empfangen können, denn ansonsten macht dies kaum ein Radiohörer mit.



von dxbruelhart - am 27.09.2005 14:55

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Hier gibts übrigens eine Uebersicht von IBOC-fähigen Radios, die bereits im Handel sind oder demnächst auf den Markt kommen: http://www.ibiquity.com/hdradio/hdradio_hdproducts.htm



von dxbruelhart - am 27.09.2005 15:00

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Ich habe dich natürlich nicht missverstanden! ;)
Taugt denn dieses IBOC überhaupt 'was? Das ist doch ein Simulcast-System, das auf dem UKW-Träger mitgesendet wird. Irgendwie halte ich den Begriff "HD" in diesem Zusammenhang für ziemlich unpassend, zumal sich "High Definition" ja eigentlich bisher nur auf TV-Bilder bezogen hat. Da waren die europäischen Wortschöpfer ja wieder mal äusserst kreativ...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 27.09.2005 16:29
@ dxbruelhart:

e) DVB-T Empfänger (gibt's ja schon in Berlin)


Wenn das so weiter geht, muss ich irgendwann die ganze Mittelkonsole in meinem Wagen rausreissen, um Platz zu schaffen für ein zweites, drittes oder gar viertes Autoradio:
- AM und FM für überall
- DAB für Bayern, Südtirol und Dänemark
- DVB-T für Berlin
- IBOC für die Schweiz
- DRM und DRM plus für RTL
usw.


In Abwandlung eines Werbeslogans könnte man auch sagen:
"Die Zukunft wird digital - und verdammt teuer."

von Manager. - am 27.09.2005 17:22

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Hier ist nun auch die entsprechende Webseite, die ab Mitte Oktober genaueres zu diesem Versuch aufzeigen will: http://www.hdradio.ch/



von dxbruelhart - am 28.09.2005 08:15
Was ich zu bedenken gebe, man hat von über 10 Jahren schon von DAB gesprochen, dies werde kommen, und heute sind wir wieder noch gleich weit wie vor 10 Jahren.(Ich hoffe, ich sei niemand zu gross auf die Füsse getreten.) 2 Radios die weiss( es können auch noch andere dabei gewesen sein), Basilik und BEO waren damals in einer Testphase. Es tut sich schwer mit den neuen digitalen Verbreitung, und heute braucht man einen MultiEmpfänger mit mind. UKW, DAB usw.
Aber auch ich glaube das in den nächsten Jahren mind. 15 und mehr weiterhin UKW Sender gibt, sonst würde man nicht immer noch mehr ausbauen, da und dort wieder eine Funzel. :confused:

von RDS-Fahnder - am 28.09.2005 09:38

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Aber wo liegt eigentlich der Vorteil von "HD" ?? Braucht es weniger Bandbreite oder ist es einfach Digitalisierung als Selbstzweck. Irgendwann verleidet einem die ganze Sache und man baut sich wieder einen Detektorempfänger oder hört nur noch CD :eek:

@RDS-Fahnder

Zitat

... da und dort wieder eine Funzel.

Diese Funzeln sind nicht zur Verbesserung des Empfangs und deuten damit nicht zwingend eine noch lange Lebensdauer von UKW an, sondern sie haben den Zweck, Schlupflöcher von "Feindsendern" zu stopfen.

von audion - am 28.09.2005 10:06
> oder ist es einfach Digitalisierung als Selbstzweck

Ich frage mich ja auch immer, was die aktuellen Digitalsysteme mit "HD" zu tun haben sollen. DAB klingt mit den derzeitigen Bitraten deutlich schlechter als UKW, DVB-S sieht schlechter aus als Analog-SAT und von DVB-T als Ersatz für PAL will ich gar nicht erst anfangen. Bei IBOC/HD-Radio wird das nicht anders sein. Schöne neue Digital-Welt!
Und die grosse Frage bleibt: welche Zielgruppe soll sich einen Empfänger kaufen, aus dem das gleiche Gedudel quillt, aber in schlechterer Qualität und zu einem höheren Preis? Daran, dass sich DAB bisher nicht etablieren konnte, ist doch nicht die Technik schuld, sondern einzig und allein die (letztlich politisch gewollte) mangelnde Attraktivität des Angebots. Warum sollte sich daran mit "HD-Radio" etwas ändern? Die gleichen Leute, die DAB vom Durchbruch abgehalten haben, werden auch IBOC zu verhindern wissen.
Sorry, wenn ich da so schwarz sehe, aber der Flop ist vorherzusehen.

Und eine andere Frage drängt sich mir auch noch auf: warum investiert ein kleiner Sender in eine Technologie, die sich vielleicht nie durchsetzen wird? Bei den allermeisten Programmen habe ich den Eindruck, dass man ein vorhandenes Budget lieber in ein grösseres Musikarchiv und professionellere Moderatoren investieren sollte. Die "meisten Hits" und die "beste Morningshow" erzeugen nämlich auch digital den gleichen Brechreiz!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.09.2005 10:35

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Genau :spos:

Zitat

... warum investiert ein kleiner Sender in eine Technologie, die sich vielleicht nie durchsetzen wird?


Ich gehe davon aus, dass die technische Ausrüstung von der amerikanischen Firma "gesponsort" wird, um auf dem europäischen Markt Fuss zu fassen, denn denen ist natürlich das Polit-Trauerspiel um DAB mit guter Aussicht auf dessen Beerdigung auch nicht entgangen :-)

Ich finde es aber begrüssenswert, wenn ein kleiner "Player" frischen Wind in die Sache bringt.

Fall sich Technik gegen Politik durchsetzt (woran ich allerdings nicht glaube, es gibt zu viele Juristen), wäre DRM 120 erste Wahl für UKW (Gleichwellenbetrieb, Ausschalten von Reflexionen und kein "Polit-" Multiplex-Zwang).

von audion - am 28.09.2005 11:15

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Endlich mal eine Technik die abwärtskompatibel ist und somit auch Chancen hat. Bin auch der Meinung UKW bleibt noch lange. DAB hat nur Zukunft wenn alle Privatsender auch dabei sind.
Schon bei DSR Super Digit Radio ein Hinderniss wenn man den Kunden erklären musste das z.B. Radio Zürisee, Z und 24 nicht dabei sind.

von Maxtech - am 28.09.2005 11:45
achtung! es folgt eine ganz persönliche meinung. diese ist weder representativ noch erhebt der autor anspruch, seine meinung sei die einzig richtige...

ich hoffe mal, dass diesem unsinn seitens bakom ein riegel vorgeschoben wird. sollte sunhine/ruoss durchkommen können wir das ohnehin harzig laufende dab-t- bzw dvb-t-radio vergessen. jetzt wo das bakom eine umfrage am laufen hat, wer interesse an einer dab-t-konzession hat und ernsthaft über einen technologiefranken nachdenkt, find ich diese experimente von ruoss und seinem spionage-tekki eichenberger echt zum kotzen. vor allem kommen wir so definitiv nie vom analogen radio weg und die die sich ein dab-empfänger zuglegt haben stehen womöglich vor dem gleichen scherbenhaufen, wie damals, als digit-superradio eingestellt wurde. (danke herr ruoss, für das bevorstehende empfängerchaos.) auch wird damit versucht, dab überflüssig erscheinen zu lassen, womit der marktzugang für neue und hoffentlich bessere veranstalter verhindert wird. denn ich kann mir kaum vorstellen, dass sich ein jetziger ukw-konzessionär dazu bereit erklärt, auf seinen sendern nebenbei ein fremdes radio-angebot aufzuschalten. wir sollten uns jetzt endlich mal an die vorgaben der bayerischen landes mediananstalt halten, dann hätten wir auch hier in der schweiz mehr abwechlung im rundfunk.

von chris - am 28.09.2005 14:42

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

@ Maxtech
Zitat

Endlich mal eine Technik die abwärtskompatibel ist


Die Technik ist NICHT abwärtskompatibel, es wird einfach ein Zweierpaket mit beiden Systemen "auf einem Esel" geschnürt. Auf diese Art kann alles "abwärtskompatibel" gemacht werden ;-)

@ chris

Zitat

... experimente von ruoss...


... ich wäre nicht so "hart" ;-) Das ist doch letztlich eine "Verzweiflungsaktion" angesichts der kriminellen Radio-Verhinderungstaktik der Berner/Bieler Radio-Mafia. Sozusagen ein Kampf von David gegen Goliath...

Wenn schon die Politiker durch Ignoranz glänzen, ist der Schritt von Sunshine zu begrüssen, auch wenn ich das IBOC-System nicht gutheisse.

Die Zukunft heisst DRM 120.

von audion - am 28.09.2005 16:19

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

> Das ist doch letztlich eine "Verzweiflungsaktion" angesichts der kriminellen Radio-Verhinderungstaktik

Ich verstehe aber immer noch nicht, was es bringen soll, das gleiche Programm auf der gleichen Frequenz zusätzlich noch digital zu verbreiten, worunter ja bei IBOC sogar die analoge Klangqualität leidet und der Digitalklang wohl auch keinen vom Hocker reisst (ähnlich wie bei DRM-Simulcast). Ausserdem dürfte (ebenfalls wie bei DRM-Simulcast) der IBOC-Teil eine deutlich geringere Reichweite aufweisen als der UKW-Teil. Bei der heutigen Funzelsituation wird also vermutlich nur in Sendernähe ein aussetzerfreier "HD"-Empfang möglich sein.

Wenn man wenigstens ein Alternativ-Programm auf dem IBOC-Träger verbreiten würde, würde es ja noch halbwegs Sinn machen. Aber das ist ja offenbar nicht geplant. Und falls doch, würden es SRG und BAKOM sicher verhindern. Ausserdem wären diese Angebote auf DAB wesentlich besser aufgehoben. Also bringt dieses Experiment doch eigentlich gar nichts. Stattdessen sollten sich die Radiomacher, wie gesagt, lieber mal wieder auf die Inhalte konzentrieren. Und das BAKOM sollte eine UKW-Zerobase planen und vor allem aufhören, für jede abgelegene, unbewohnte Hütte eine DRS-Funzel aufzustellen!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.09.2005 17:06
Jetzt gibt's hier http://www.hdradio.ch/00000096e21111401/index.html genauere Informationen, was im nächsten Frühling bei Radio Sunshine laufen soll:
Im Mai 2006 will man mit HD-Radio starten: Man will 3 Programme auf dem HD-Radio anbieten, und zwar neben Radio Sunshine selbst als Hostprogramm auch ein Voice-Only Serviceschlaufe "News und Service " sowie ein weiteres, drittes originäres Programm, vielleicht Radio Eviva oder Swiss Music Radio ausstrahlen.
Als Sender wird vorerst nur der Hauptsender 88,0 Rooterberg Michaelskreuz Marchstein-Ochsenwald eingesetzt. 2007 soll dann auch von 90,0 Kriens-Gigeliwald und von 88,0 Zugerberg aus gesendet werden.


von dxbruelhart - am 12.10.2005 05:15
Also ich finde die Idee von HD-Radio gar nicht mal so schlecht, weil dann könnten auf den bisherigen DRS-Frequenzen auch alle anderen SRG-Radios ausgestrahlt werden.

Beispiel:

DRS 1 analog ---> DRS 1 und DRS MW digital
DRS 2 analog ---> DRS 2 und CH-Classic digital
DRS 3 analog ---> DRS 3 und VIRUS digital
RETE UNO ---> RETE UNO und CH-Pop digital
RSR-1ERE ---> RSR-1ERE und CH-Jazz digital

Auch bei den Privaten sehe ich viele Vorteile

Radio Top analog -----> Radio Top und Top Two digital
usw....

von radiohead - am 08.11.2005 07:56
Das System muss sich allerdings erst mal in der Praxis bewähren. DAB und DRM klingen in der Theorie auch ganz toll...

von Habakukk - am 08.11.2005 08:17
Ich bin auch gespannt, wie gut HD Radio tatsächlich funktionieren wird. Allerdings hat das System einen RIESIGEN Nachteil. Es bereinigt NICHT die schon mehr als angespannte Frequenzsituation auf UKW. Das UKW-Band ist e schon überfüllt und der Empfang entsprechend schlecht. Mit HD Radio hätten wir den gleichen Schmarrn auf digitaler Basis.

von delfi - am 08.11.2005 08:56
Zitat

ich hoffe mal, dass diesem unsinn seitens bakom ein riegel vorgeschoben wird. sollte sunhine/ruoss durchkommen können wir das ohnehin harzig laufende dab-t- bzw dvb-t-radio vergessen


Im Gegenteil: "sunshine/ruoss" sollen der SRG-BAKOM GmbH nur einmal Feuer unter dem A**** machen. Das ist gut so. Die Privaten müssen die Initiative ergreifen, weil sonst nichts läuft ausser Machtzementierung und Verschleppungstaktik zu Gunsten der SRG.

Das ist wohl der 1. Grund, dass jetzt die SRG zum x-ten Mal wieder "weiteren DAB-Ausbau" auf ihre Fahne schreibt.

Ein 2. Grund ist, dass sogar die SRG nun merkt [hohe SRG-Leute geben es mittlerweile öffentlich zu], dass der UKW-Empfang im Auto dank Senderüberbelegung immer schlechter wird. Die SRG-Strohfirma PUBLICADATA sollte einmal neben den Radio-Marktanteilen auch ermitteln/veröffentlichen, wie sich das (Autoradio-)Hörverhalten vom Radio weg zu anderen Quellen (mp3, CD, iPod) entwickelt. Laut "Insidern" ist die SRG sich dieser Problematik allerdings bewusst. Und genau diese beiden Gründe lassen für DAB noch einen Funken Hoffnung übrig: Der Hebel der SRG wird kürzer...

Die Zeiten, wo man meint, die Privaten ins unsinnige L-Band abschieben zu können und sie dort finanziell ausbluten zu lassen, sind vorbei!

von audion - am 09.11.2005 12:19
@kepler: Genau dieses technische Auseinanderdriften bringt Unsicherheit bei den Konsumenten und beim BAKOM. Wenn wir uns nicht endlich auf einen Standard einigen (und aus Konsumentensicht gibt's meiner Meinung nach nur DAB) wrden wir wohl noch viel länger auf private Sender im digitalen Umfeld warten müssen.

Ich selbst bin beruflich viel unterwegs, hab mir daher vor 5 Jahren gleich ein DAB-Empfänger ins Auto eingebaut. Ich hab keine Lust, in Deutschland DAB, in der Schweiz IBOC und in Östereich vielecht DRM anzutreffen. Multi-Empfänger sind zu teuer für den Massenmark und dann schon veraltet, wenn ein neuer Standard in Entwicklung geht. Gerade Anfang Monat haben wir's erlebt, dass HDTV ohne taugliche Endgeräte auf Sendung ging nur weils wieder nen neueren Standard gibt (c't Magazin Nr.23).

Ich selbst hatte anfang Jahr den Auftrag gefasst, ein digitales Distributionsnetz für einen CH-Sender zu entwerfen. Hier die Resultate meiner Recherchen...

-Satellit: Ohne Konzessionierung innerhalb von 24 Stunden realisierbar.
-Kabel: Nach Konzessionierung (ca. nach 1 Jahr) in 2-3 Wochen realisierbar und zudem teuer und mindere Qualität.
-DAB: Keine Konzessionierung oder Testbetrieb möglich, dies wegen angeblich fehlender Netzplanung seitens BAKOM. Zudem sei man nicht sicher, welche Technik sich letztendlich durchsetzen wird. (Sprich ohne Konzession kein Markt und ohne Markt keine Konzession.)

Fazit: Der Veranstalter wird sich nach Deutschland verdrücken und wird sein Programm primär via Satellit verbreiten. -> Swizerland: 0 Points

von chris - am 09.11.2005 16:35
@chris

Theoretisch richtig, aber praktisch... ??

Auf dem bisherigen SRG-Blockade-Weg [neueste Ausbaukarte schon wieder Makulatur] kann es einfach nicht mehr weiter gehen (in Deutschland ist es ebenso schlimm, wenn auch z.T. aus andern Gründen). Und England ?!

Nur wenn die SRG effektiv GEZWUNGEN wird, ihre Feudalherrlichkeit zu lockern, kommt homöopathisch dosierte Bewegung in die politisch gewollte DAB-Misere. Da bringt die Drohung mit einem andern technischen System (das die von der SRG angestrebte Multipex-Verwaltung umgeht) einzig den gewünschten Effekt - viel eher, als einsames Schweigen.



von audion - am 09.11.2005 16:55
Zitat

-DAB: Keine Konzessionierung oder Testbetrieb möglich, dies wegen angeblich fehlender Netzplanung seitens BAKOM. Zudem sei man nicht sicher, welche Technik sich letztendlich durchsetzen wird.


Das BAKOM hat bekanntlich auf seiner Website eine CH-Karte mit sämtlichen Senderstandorten. Vor einigen Jahren(!) waren dort sämtliche(!!) DAB-Sender (aus Versehen??) eingetragen. Als ich dann nachfragte, wieso denn "nichts zu hören sei", waren diese Sender "über Nacht" wieder rausgenommen worden. Eine Sendernetzplanung für DAB ist beim BAKOM mit Sicherheit also längst(!) in der Schublade. Aber die können dem Steuerzahler ja verzapfen, was sie wollen.

Es ist für das BAKOM eben einfacher und ertragreicher, 10-Watt-UKW-Füllfunzeln zu "verwalten" und regulieren, als Nägel mit Köpfen (siehe England) zu machen. Im Übrigen ist das BAKOM aus machtpolitischen Gründen ebensowenig an DAB interessiert, wie die SRG. Und damit keine Vögel aufgescheucht werden, wird periodisch eine weitere "Ausbau-Absichtserklärung" verbreitet, die eine tiefe Verachtung der Tatsachen manifestiert (es soll Leute geben, die daran noch glauben):

Wettbewerbsfrage: Der wievielte Ausbauplan ist auf folgendem Link ?

http://www.dab-digitalradio.ch/?lang=de&c=ausbau

von audion - am 11.11.2005 10:32
> Vor einigen Jahren(!) waren dort sämtliche(!!) DAB-Sender (ais Versehen??) eingetragen

Ja, daran kann ich mich auch noch gut erinnern. Da war z.B. auch Schaffhausen-Cholfirst drauf und ich fand es damals beachtlich, dass dieser Standort bereits DAB abstrahlt. Ich hatte zu dieser Zeit noch keinen DAB-Empfänger und wusste somit nicht, dass das nur "Show" war...

> Wettbewerbsfrage: Der wievielte Ausbauplan ist auf folgendem Link ?

Hmmm, so circa der fünfzehnte? ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.11.2005 11:13

Re: Radio Sunshine startet Testbetrieb im Digitalsystem IBOC Radio im Frühling 2

Habe mal gegoogelt, und jetzt ist dieser Thread auch auf der hdradio.ch - Seite als pdf zu finden, nämlich hier http://www.hdradio.ch/downloads/mysnip.pdf

von dxbruelhart - am 07.03.2006 11:56
Am 30. April gehts los mit den HD-Radio aka IBOC-Tests vom Standort Rooterberg. In der Woche vom 3. bis 8. April 2006 wurden ab einem kleinen Sender auf dem Studio-Dach von Radio Sunshine erste HD-Radio Aussendungen durchgeführt.
Quellen: http://forum.myphorum.de/read.php?f=15855&i=190&t=190 und http://www.radiostar.ch/news.html

von dxbruelhart - am 20.04.2006 06:20
Jetzt laufen diese Tests im IBOC-Verfahren ab dem Standort Rooterberg. Hat jemand da Unterschiede bemerkt beim UKW-Empfang auf 88,0 selbst oder auf den Nachbarkanälen? Hier konnte ich bislang nichts aussergewöhnliches feststellen.
Man kann sich jetzt auch zu einer HD-Radio Vorführung anmelden, die am 28. und 29. Juni im Verkehrshaus Luzern stattfinden wird http://www.hdradio.ch/00000097061462a1d/51067297bc12c0a01/index.html

von dxbruelhart - am 08.05.2006 11:27
Ich hatte mich beworben um ein HD-Gerät von R.Sunshine zu erhalten, wurde aber offenbar nicht berücksichtig :(

von Mike - am 08.05.2006 14:37
Ich habe vorhin bei der Heimfahrt auch kurz bei Sunshine reingezappt, mir ist aber kein Unterschied beim Empfang aufgefallen, obwohl die Region Schaffhausen ja nicht mehr gerade zum Kernsendegebiet gehört. Da ich dieses Posting über den IBOC-Start erst jetzt gelesen habe, habe ich aber nicht speziell auf Störungen bei den Nachbarfrequenzen geachtet. Falls mir da noch 'was auffallen sollte, werde ich es hier melden.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.05.2006 16:54
Heute Mittwoch und morgen Donnerstag finden jetzt die Präsentationen von HD-Radio mit Testfahrten statt; ich werde am Donnerstag mit von der Partie sein und kann dann Ende Woche berichten, wie es sich wirklich verhält mit dem IBOC HD-Radio Empfang und der Koexistentz mit den UKW-Sendern. Ich bin sehr gespannt...

von dxbruelhart - am 28.06.2006 00:32
Ich konnte heute nun HD-Radio IBOC ausprobieren in der Praxis; zuerst wurde das gut und detailliert vorgsestellt von Markus Rouss (Grüdner von Radio Sunshine, CEO der Rouss AG, Techniker von Radio 24 in Groppera-Zeiten und jetzt HD-Radio Pionier in Europa) im Verkehrshaus Luzern, wo man auch verschiedene UKW/HD-Radio IBOC-Empänger (dualmode) ausprobieren konnte; anschliessend konnte man das ganze in der Praxis erfahren auf einer Busfahrt innerhalb und ausserhalb der primären Versorgungebietes.
Erstmals fällt auf, dass HD-Radio total unempfindlich gegenüber den Mehrwegempfang ist; Verzerrungen schaden dem Signal also nicht, nein, im Gegenteil, wie bei DAB nützt dem HD-Radio der Mehrwegempfang, das gibt mehr Signal, durch eine gute Fehlerkorrektur werden diese Signale dann einwandfrei zum Audioausgang geleitet, wenn auch UKW deutlich oder sogar stark verzerrt ist und für den Normalhörer unzumubar wirkt.
Gegenüber analogen "Störern" ist das HD-Radio signal sehr robust; wenn also ein analoges Signal, das gut und gerne 10 db stärker einfallen kann als das Hauptsignal auf der Hauptfrequenz oder aber auch auf den digitalen Nebenträgern, das HD-Radio-Signal lässt sich nicht beeindrucken. Das analoge Signal des anderen Senders (+- 200 kHz) wird dann in entsprechenden Umfang gestört.
Auf dem Rooterberg auf 88,0 wird analog Radio Sunshine, in HD-Radio dann 3 Programme, Radio Sunshine, Radio Energy Zürich, und ein Servicekanal von R. Sunshine mit kurzer Vorstellung des HD-Radio Projekts, Verkehrsmeldungen und Wetter ausgestrahlt. Das ganze hat Platz auf einer Bandbreite von 96 digital kbs. Sunshine hat 48 kbs, Energy 32 kbs, der Servicekanal hat nur 16 kbs. Radio Sunshine mit 48 kbs ist audiomässig in deutlich besserer Qualität zu hören als auf UKW; somit zeigt sich, dass HD-Radio vergleichsweise sehr wenig Bandbreite braucht pro Programm, verglichen mit UKW oder DAB. Nur das 16 kbs-Signal des Servicekanals tönt schlecht wie ein schlechtes MP3-Signal, aber immer noch besser als R. Contra in DAB-Enseble von Baden-Württerberg.
Mit nur 35 Watt ERP (gegenüber 3,5 UKW ERP UKW-Signal) vom Senderstandort Rooterberg kann der HD-Radio-Signal auch in einem grösseren Umkreis gehört werden, wo das UKW-Signal auch ohne Verzerrungen nicht mehr sauber kommt, das zumindest in Stereo schon deutlich rauscht.
Das HD-Radio Signal wird huckepack wie mit 2 Rucksäcken rechts und links des UKW-Signal aufmoduliert; im Falle der 88,0 sind die HD-Radio "Rucksäcke" zwischen 87,8 und 87,9 sowie zwischen 88,1 und 88,2 angesiedelt. Das heisst also, dass ein UKW-HD-Radio/IBOC-Dualmode-Sender 5 Frequenzen (bei einem trennscharfem Empfänger) im Nahbereich belegt. In Luzern konnte ich in der Tat auf 87,8 87,9 88,1 und 88,2 nur noch ein digitales Rauschen empfangen. Früher konnte man in Luzern auf 88,2 DRS1 vom Bantiger brauchbar bis gut empfangen (auch wenn dieses Signal wohl kaum jemand braucht in Luzern). Etwas weiter entfernt, auf der Hirzel, gehen die analogen Sender auf den Nachbarfrequenzen aber wieder ganz normal.
Zur Empfängersituation ist zu sagen, dass es bereits UKW/DAB/HD-Radio-IBOC Autoradios gibt (wohl aber noch nicht im normalen Handel zu kaufen); in den USA sind bereits viele Empfänger aller Art für UKW und HD-Radio/IBOC im Handel; hierzulande soll auch ein JVC-Autoradio zu kaufen sein, das UKW mit HD-Radio/IBOC kombiniert.
In der Schweiz sind einige Privatsender interessiert an HD-Radio/IBOC und somit auch bei diesem Pilotprojekt dabei; nebst Radio Sunshine sind dies auch R. Energy Zürich, R. 24, R. Argovia, R. Top, R. Zürisee, R. Rottu, R. Basel One, Capital FM Bern, R. BE1, Rouge FM, R. 32, R. Ri, sowie das deutsche R. Regenbogen.



von dxbruelhart - am 29.06.2006 21:45
Danke für den Bericht. Für uns DXer scheint das ja der blanke Horror zu sein und deswegen kann ich dieser Technologie bis jetzt nicht viel positives abgewinnen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.06.2006 05:33
Zitat

Das heisst also, dass ein UKW-HD-Radio/IBOC-Dualmode-Sender 5 Frequenzen (bei einem trennscharfem Empfänger) im Nahbereich belegt.

Somit ist HD-Radio alias IBOC wirklich ein Alptraum für alle DXer! Das zeigen auch die Erfahrungen der amerikanischen DXer, im Hauptforum sind schon bereits einige Zeugnisse dazu zu lesen. Möge dieses System nie in den Regelbetrieb gehen in der Schweiz!


EDIT by Rolf: falschen "Quote"-Tag korrigiert...

von midnight_man - am 30.06.2006 06:50
@midnight_man:
Die Alternativen zu HD-Radio sind DAB, oder DRM+. DRM+ dürfte vergleichbar zu HD-Radio sein, da es relativ ähnlich funktioniert. DAB kennt man ja schon. In allen Fällen dürften die neuen Systeme das DXen massiv einschränken. Man kann also nur hoffen, dass UKW möglichst lange erhalten bleibt. Sofern aber auf absehbare Zeit kein digitaler Nachfolger von UKW kommt, wird man eben die Zufunzelei weiter betreiben - der dxbruelhart kann ein Lied davon singen, was in letzter Zeit so alles an Frechheiten in seiner Region koordiniert wurde. Es wird also in jedem Fall schlechter.

von Habakukk - am 30.06.2006 07:23
Ich frage mich auch, wie HD-Radio/IBOC in der (mitteleuropäischen) Praxis funktionieren soll, wo doch nahezu jede Frequenz inzwischen zugefunzelt ist. Ohne Zerobase wird das nicht klappen.
Bei IBOC wird, gemäss obigen Aussagen, 400kHz Bandbreite belegt. Wenn wir davon ausgehen, dass die Empfänger "nachbarkanaltauglich" sind, wäre also trotzdem im Umkreis um einen Sender auf 88,0 erst die 88,4 wieder nutzbar. Ein weiter entfernter Sender würde dann wohl 87,8, 88,2 und 88,6 bekommen und die "übernächste" Kette dann 88,1 und 88,5 usw. Somit wäre der Fernempfang bereits abgehakt. Und da nützen dann auch schmale Filter nichts mehr, da man ein digitales Signal ja nicht so einfach in der Bandbreite beschneiden kann, wenn es noch decodierbar bleiben soll.

Also, das sind für mich ganz düstere Zukunftsvisionen und ich kann nur hoffen, dass sich dieses System nie durchsetzen wird. Da es aber bisher keinen echten Mehrwert gegenüber UKW bietet, habe ich davor momentan noch keine Angst...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.06.2006 07:44
Zitat

Also, das sind für mich ganz düstere Zukunftsvisionen und ich kann nur hoffen, dass sich dieses System nie durchsetzen wird. Da es aber bisher keinen echten Mehrwert gegenüber UKW bietet, habe ich davor momentan noch keine Angst...


Dieses System wird sich eh nicht durchsetzen... weil ja nirgendwo in Europa ausser der Schweiz HD-Radio getestet wird. Verstehe echt nicht, warum die Privaten in der Schweiz wieder mal was eigenes wursteln und somit nur unnötig Geld in den Sand stecken. Die Schweiz hat ja jetzt genügend DAB-Frequenzen bekommen. Also hat es jetzt auch Platz für alle Privaten Sender in der Schweiz auf DAB.

Der Digitalstandart für Radio in Europa heisst weiterhin DAB. Für was soll auf einmal ein zweites System gut sein, wenn man das Programm eh schon auf UKW empfangen kann? Und nur 48kbps für das Hauptprogramm und die Zusatzprogramme sogar noch niedriger? Nee Danke...

von radiohead - am 30.06.2006 08:24
Ich denke mal, die etablierten Privaten würden ganz gerne den jetzigen Stand möglichst beibehalten. Mit HD-Radio wird das jetzige Chaos fort geführt im Digitalbereich, nur mit evtl. besserer Versorgung und mit jeweils mehr Programmen, die aber wohl von den bereits lizensierten Anbietern stammen werden (man wird vermutlich keine Fremdprogramme über die eigenen Sender abstrahlen, sondern nur "befreundete").

DAB mit seinen geplanten 7 Abdeckungen dürfte dagegen so ziemlich alles durcheinander würfeln. Da sind die Sendegebiete plötzlich ganz anders zugeschnitten, man muss mit seinem Konkurrenten in das gleiche Paket, man muss noch zusätzliche Programme neuer Anbieter ertragen, und ist auf einen externen Sendernetzbetreiber angewiesen, der einen nach Lust und Laune abkassieren kann.

von Habakukk - am 30.06.2006 08:37
Vom technischen Aspekt her tönt aber der interessante und fundierte Bericht von dxbruelhart sehr positiv! Echtes DXen auf UKW ist ohnehin wegen der Verfunzelung längst Vergangenheit.

Wenn man in DX-Foren liest, wie sich die Leute heute über eine Distanz von 200 km bereits freuen, entlockt dies "Alten Hasen" höchstens ein mitleidiges Lächeln. Früher konnte man mit jedem normalen Röhrenradio mit nur einer ECC 85 im Eingang jeden Tag DXen (für heutige Begriffe). An schlechten Tagen ging es in Kilchberg (Zürich) nur etwa 350 km(!) weit (Italien, Hessischer RF), an guten gab es dann effektiv DX. Und dies ohne Spezial-Filter und Nachbarkanalstörungen.

Ebenfalls TV-DXen geht leider vorbei und für das letzte Refugium der echten DX-Möglichkeiten (OIRT-UKW-Band) hat leider auch der Ausklang begonnen. DXen in Reinkultur geschieht heute wohl nur noch in den Amateurbändern ( 6m, 2m und 70 cm). Bei 6m wird es sogar besser wegen der leider(!) erfolgenden Abschaltungen der Band l -TV-Sender.

Totgesagte leben bekanntlich länger. Da wäre ich bei einer schlechten Prognose für HD-UKW sehr vorsichtig ;-)

von audion - am 30.06.2006 09:56
Markus Ruoss hat anlaesslich der HD Radio Tage ausdruecklich erwaehnt, dass bei Vollausbau locker auf verschiedene Fuellsender verzichtet werden koennte. Er hat dies auch anhand eines konkreten Beispiels fuer Radio Sunshine in der Region Luzern aufgezeigt. Auf einem anderen Blatt steht natuerlich, ob die Sender dies ueberhaupt wollen...

By the way: Er hat ausdruecklich betont, dass sich HD Radio in Europa als weitere Ergaenzung neben DAB und DRM etablieren kann. Am 12. Juli soll zudem in Paris ein Hersteller-Konsortium gegruendet werden, welches sich zum Ziel setzen wird, Kombiempfaenger fuer alle digitalen Standards auf den Markt zu bringen.

Uebrigens war der ganze Event auch von Vertretern deutscher Privatradios sowie oeffentlich-rechtlicher Veranstalter recht gut besucht. Tests mit HD Radio finden zudem in Paris, Warschau und demnaechst in Innsbruck statt.


von digiradio.ch - am 30.06.2006 13:42
Weißt Du mehr zum bevorstehenden IBOC-Test in Innsbruck?

Ich finde den Bericht zu HD-Radio auch sehr interessant. So wie ich das sehe, würde man mit dem System bestenfalls die Ortssender bekommen, weil sich sonst alles andere irgendwie gegenseitig stört.

von delfi - am 01.07.2006 11:33
.. und wenn "Analog" dann schliesslich abgeschalten wird, rutschen die beiden "Digitalrucksäcke" der beiden Aussenseiten des Uebertragungsbandes nahe zusammen und der Kanal wird schmal. Das Problem liegt nicht bei IBOC an sich, sondern bei der zeitlich begrenzten Mitnahme der Analogausstrahlung.
Aber es könnte die einzige realistische Möglichkeit für das Ueberleben von mittleren und kleinern Privatradiostationen sein, die nicht im Geld schwimmen.

von faro - am 01.07.2006 13:45
@dxbruelhart
3x Rouss anstelle Ruoss, scheinbar wurde der Name nicht oft genannt.... ;-)
Ansonsten, danke für den Bericht, sehr interessiert mitgelesen. Pro und Kontra halten sich etwa die Waage. Eigentlich dachte ich immer - wozu noch HD-Radio in Europa. Nun den, wenn ich die interessierten Kreise sehe, könnte man fast seine Meinung ändern. IBOC hat aber gegen SIRIUS und Co. selbst in den USA einen schweren Stand, wenn sieht, was die Autohersteller in den USA so in ihre Fahrzeuge verbauen, klar - es gibt dort mehr HD-Radios als DAB-Radios ;-)

Für jene welche eine einfache Erklärung möchten:
Funktionsweise: aus dradio.de
Das HD-Radio-System funktioniert mit einem Kniff: Auf UKW wie auf Mittelwelle senden Stationen nicht direkt nebeneinander, sondern halten immer ein bisschen Abstand im Frequenzspektrum. Das soll Störungen verhindern. Diesen so genannten Schutzabstand nutzen die Entwickler der US-Firma iBiquity für die Übertragung digitaler Daten. Parallel zum analogen Signal werden in den beiden Schutzabständen rechts und links auf UKW insgesamt 20 Datenkanäle übertragen, für Musik, Sprache und digitale Dienste wie den elektronischen Programmservice EPG.

Man addiert auf dem analogen UKW Träger ganz einfach links und rechts ein kleines Rucksäckchen, dort drin versteckt man die gleichen Programme und zusätzlichen Dienste in digitaler Form.

Die IBOC-Signale sind in analogen Radios nicht zu hören - sie stören also nicht. Digital-Empfänger dagegen können die Daten entschlüsseln und nutzen - zum Beispiel um Störungen beim Empfang zu verhindern, den Klang zu verbessern oder neben dem Hauptkanal noch mehrere Unterprogramme auszustrahlen. Sollte das digitale Signal zu schlecht werden - etwa beim Autofahren, wenn der Wagen die Grenze des Sendebereichs langsam erreicht -- schaltet der Empfänger automatisch um auf analogen Empfang.

Ob dieses Verfahren in Europa funktioniert, ist allerdings noch unklar. Denn es könnte sein, dass der Schutzabstand zwischen den Sender zu klein ist, erklärt Franz Prull von der KommAustria, der für die Digitalisierung des Rundfunks in Österreich verantwortlich ist.

In Amerika ist der Kanalraster doppelt so breit, dass heißt, es kommen in den Vereinigten Staaten nur Sender mit ungeradzahligen Kommastellen vor, 95,3, 95,5 und so weiter, 95,4 gibt's zum Beispiel dort nicht. Das heißt, die Sender sind doppelt so weit auseinander und daher besteht für das Signal, das da moduliert wird, auch mehr Platz.



von drahtlos - am 01.07.2006 16:20
Der Knackpunkt von HD-Radio in unserem hochbelegten Band ist halt doch die grosse Bandbreite des Signals, das 500 kHz bei trennscharfen Geräten oder bei scheunentorbreiten Geräten 900 kHz Bandbreite belegt; d.h. die Analogsignale in diesem Bereich werden dann unhörbar, wenn man sich im Nahbereich des HD-Radio-Senders befindet. In Luzern ist jetzt beispielsweise DRS1 Bantiger auf 88,2 oder auch SWR1 St. Chrischona auf 87,9 nicht mehr hörbar; beide Signale waren früher in Luzern hörbar. Somit erfordert die Einführung von HD-Radio dann doch einige Frequenzwechsel.

von dxbruelhart - am 01.07.2006 20:43
Seit neuestem habe ich hier in meiner Wohnung IBOC-Störungen (metallisches Schnarren) auf 87,8 und 88,2 - ergo hat nun Radio Sunshine wohl den Sender Menzingen-Ochsengutsch auch in IBOC aktiviert.

von dxbruelhart - am 19.01.2007 07:43
Ich habe jetzt mit dem HD-Radio-Techniker gesprochen; Menzingen-Ochsengutsch ist noch nicht in Betrieb, jedoch wird das IBOC-Signal seit Ende Dezenmber über die gleichen Antennmast wie das UKW-Signal 88,0 am Rooterberg Michaelskreuz ausgestrahlt, deshalb reicht das IBOC-Signal jetzt wesentlich weiter als zuvor.

von dxbruelhart - am 19.01.2007 14:27
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