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vor 12 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 9 Monaten
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Funker, smid, domenico

Liberty Global schluckt Cablecom

Startbeitrag von domenico am 30.09.2005 19:16

Nur einen Tag nach der Ankündigung ist der grösste Börsengang der Schweiz seit vier Jahren bereits geplatzt: Der TV-Kabelnetzbetreiber Cablecom ist über Nacht für 2,825 Mrd. Franken an den US-Konzern Liberty Global verkauft worden.
[sda] - Das in Denver (Colorado) ansässige Unternehmen werde alle 50 Mio. Cablecom-Aktien für 56,22 Fr. pro Titel übernehmen, teilte Liberty mit. Die Cablecom-Eigner hätten in einer nächtlichen "Notfallsitzung" grünes Licht für den Deal gegeben.

Damit haben die drei Beteiligungsgesellschaften Apollo Management, Goldman Sachs Capital Partners und TowerBrook Capital Partners sowie die beteiligten Banken keine 24 Stunden nach der Ansetzung des Cablecom-Börsengangs auf den 13. Oktober ihre Ansicht geändert. Der Börsengang sei annulliert worden, sagte der Sprecher der Schweizer Börse SWX, Werner Vogt, auf Anfrage.

Noch am Vortag hatten die Cablecom-Besitzer verkündet, bis zwischen 70 und 81 Prozent ihrer Aktien an der Börse verkaufen zu wollen. Dies hätte ihnen 2 Mrd. bis 2,83 Mrd. Fr. in die Schatullen gespült. Bei einem kompletten Verkauf wäre Cablecom gar 2,9 Mrd. bis 3,5 Mrd. Fr. an der Börse wert gewesen.

Mit den 2,825 Mrd. Fr. in bar zahlt Liberty nun deutlich weniger. Offenbar sei den bisherigen Aktionären der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach, hiess es in Marktkreisen. Ein vollständiger Ausstieg aus Cablecom sei für sie wichtiger als ein höherer Verkaufspreis, der bei einer Veräusserung an der Börse zu erzielen gewesen wäre.

Die Transaktion mit Liberty sei sicher, wogegen ein Verkauf über die Börse mit Unsicherheiten behaftet sei, sagte Cablecom-Chef Bruno Claude der sda. Nach Ansicht von Aktienhändlern war nicht klar, ob der Börsengang trotz der Beteiligung zahlreicher Schweizer Banken ein voller Erfolg werden würde.

Der Einstieg von Liberty ist keine Überraschung. Der gemäss eigenen Angaben grösste Kabelnetzkonzern ausserhalb der USA sucht Wachstumsmöglichkeiten in Europa und hatte bereits mehrmals versucht, Cablecom zu übernehmen. Sogar eine vertiefte Prüfung ("Due Diligence") sei durchgeführt worden.

Cablecom bestritt, dass der Börsengang nur angeschoben worden sei, um Liberty zum Einstieg zu bewegen. Bis vor 24 Stunden sei das Liberty-Angebot noch weit weg von dem gewesen, "was wir uns vorgestellt hatten", hiess es in Unternehmenskreisen.

Antworten:

Hoffen wir dass es gut kommt...



(Woher hab ich diesen Satz bloss ?;))



von smid - am 30.09.2005 20:29
Ich habe da ein gewisses klemmendes Gefühl in der Magengegend, wenn ich lese, dass eine amerikanische Firma Cablecom übernommen habe. Es gibt da genügend Beispiele, was mit den einst stolzen schweizer Firmen geschah nach der Uebernahme durch die Amerikaner. Es ist mir nämlich kaum eine amerikanische Firma bekannt, die aus altruistischen Gründen eine serbelnde schweizer Firma retten wollte. Ob ich Bally eines Besseren belehrt werde ?



von Funker - am 01.10.2005 15:43
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