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Radioforum Schweiz
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Bald jeder darf sein Radio machen

Startbeitrag von Maxtech am 04.02.2006 16:06

Auf der BAKOM Seite bin ich auf was gestossen das man vor ein paar Jahren für unmöglich hielt. Kleine Minisender im Bereich 87,5-108 MHz mit 50 nW sind zugelassen, sofern CE geprüft nach der R&TTE-Richtlinie.

Somit kann Jedermann-/Frau sein eigenes Hausradio machen :spos:

Antworten:

Das find ich ja mal cool! Wie weit kommen denn 50 nW etwa? Auf der Bakom-Seite steht "einige Meter", wieviel ist etwa im Freien zu erwarten? (wenn so ein Sender z.B. auf dem Balkon aufgestellt wird?
Und wo gibt's solche Geräte zu erwerben?

von Wrzlbrnft - am 04.02.2006 16:20
Habe ich auch gelesen. Aber 50nW (Nano-Watt!) ... wenn das kein Schreibfehler ist, wäre das ja eine erlaubte Leistung von gerade mal 0,00005 Watt (ich hoffe, die Anzahl der Nullen stimmt...)! Auf so viel kommt ja schon mühelos eine durchschnittliche Kabel-TV-Hausverteilanlage...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 04.02.2006 16:26
Versteht das richtig!

Damit sind die kleinen Dinger gemeint, mit welchem man die MP3 Player im Autoradio klingen lassen kann, ohne dass eine Kabelverbindung hergestellt werden muss.

Dort genügen auch 50nW, wenn es denn soviel sein muss ;-)



von drahtlos - am 04.02.2006 16:54
Aaaahja. Okay, dann hat sich die Sache für mich wohl erledigt.

von Wrzlbrnft - am 04.02.2006 17:21
Es dürfte aber eine Frage der Zeit sein, bis da einige mit 10-100W rumfahren! ;-) Das Chaos ist vorprogrammiert. Ciao UKW!
UKWeeee ist Schnee von gestern - die Zukunft heisst DABeeee, so ähnlich heisst doch Werbe-Jingle von der SRG?!

von drahtlos - am 04.02.2006 21:17
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Habe ich auch gelesen. Aber 50nW (Nano-Watt!) ... wenn das kein Schreibfehler ist, wäre das ja eine erlaubte Leistung von gerade mal 0,00005 Watt (ich hoffe, die Anzahl der Nullen stimmt...)!

Nicht ganz. Das sind 5 * 10-8 Watt oder 0.00000005 Watt. Über den Daumen hast Du damit in 1 Meter Abstand die gleiche Feldstärke wie in 10 km Abstand von einer Funzel mit 5 Watt bei freier Sichtverbindung. Mit einer so geringen Leistung ist definitiv (und zum Glück) kein Rundfunk möglich, also das Verteilen an mehrere Zuhörer.

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Auf so viel kommt ja schon mühelos eine durchschnittliche Kabel-TV-Hausverteilanlage...

Wenn keine sehr gut geschirmten Kabel verwendet werden, dann dürfte dort erheblich mehr rausgehen.

73 de Uli

von ulionken - am 04.02.2006 21:44
50 NANOwatt??? Damit dürfte wirklich nicht viel gehen.
Selbst mit etwa 1,5 Watt kommt man innerhalb dichtbebauter Umgebung ohne exponierte Antenne nur gut 500 Meter weit (eigene Beobachtungen).
Also dürfte es bei solchen Minisendern schon schwierig werden, das ganze Haus zu versorgen. Eine Betondecke würde da schon das Ende sein.
Mit welcher Leistung senden denn schnurlose Telefone? Mit einem solchen hab ich es immerhin mal geschafft, durch Aufstellen am Fenster im Freien etwa 400 Meter weit zu kommen (ohne Hindernisse dazwischen), gut ist auch ein anderer Frequenzbereich, aber interessant wäre der Vergleich ja schon mal.



von PeterSchwarz - am 04.02.2006 22:43
Zitat

Es dürfte aber eine Frage der Zeit sein, bis da einige mit 10-100W rumfahren! Das Chaos ist vorprogrammiert.


Nein, sicher hat diese 50 nW-Regelung absolut keinen Einfluss darauf. Wer "funzeln" will, tat das seit jeher, tut es heute und wird es in Zukunft tun. Da besteht absolut kein Zusammenhang. :joke:

von faro - am 04.02.2006 23:42
Zitat

Mit welcher Leistung senden denn schnurlose Telefone?


Die alten analogen im 900 MHz Bereich machten bis 10 mW (0,01 W) ERP. Die neueren DEXT Geräte rund 200 mW. Früher gab es auf dem Exportmarkt solche die mit knapp 1 mW sendeten, FM schmal im 46/49 MHz Bereich. Auch diese gingen so 100-200 m.

Es gab bis 1992 drahtlose Mikrofone im UKW Bereich. Da es strafrechtlich verjährt ist kann ich von meinen Versuchen berichten. Es waren Reichweiten bis 500 m möglich. Nur im Frequenzgetümel von heute wird das noch knapp 100 m sein.

von Maxtech - am 05.02.2006 00:45
@faro
Zitat

Nein, sicher hat diese 50 nW-Regelung absolut keinen Einfluss darauf. Wer "funzeln" will, tat das seit jeher, tut es heute und wird es in Zukunft tun. Da besteht absolut kein Zusammenhang.

Das kann natürlich nicht unbeantwortet bleiben. Früher durfte man nicht auf UKW senden. Jetzt ist es legal. Der Unterschied ist nur noch die Sendeleistung. Zudem ist ein mobiler Sender wohl kaum mehr so schnell zu orten.

Ich lasse mich überraschen, wann die ersten fahrenden MP3 Radiosender herumfahren welche man 5-30km weit hören kann. (z.B. auf der Buchenegg oder dem Albispass, wo auch wir früher ziemlich DX gemacht haben, natürlich legal!). Ich denke dabei z.B. an Musikfreunde von türkischer/albanischer/serbischer und ähnlich klingender "Volksmusik". Denen fehlt ja ein eigentliches Lokalradio und für die dürfte es der Hammer sein, mit 5-10 Autos hintereinander und heruntergelassenen Scheiben oder oben ohne, die Langstrasse herunterzufahren und alle Fahrzeuge können die gleiche Musik verbreiten, um damit bei vielen unfreiwilligen "Mithörern" das Blut kochen zu lassen. Und den Spass, die Polizei zu provozieren, haben die ja meistens auch noch. ;-) Natürlich wechselt dabei auch gleichzeitig das Radio-Programm in den Radios in der näheren Umgebung auf "ihr Programm". Für mich ist das ein Quantensprung in der Mitteleuropäischen Radiowelt, der sich dann täglich oder zumindestens am Wochenende immer wieder wiederholen lässt bis es keine freien Frequenzen mehr auf UKW hat. Das gibt dann DAB doch noch die Möglichkeit sich durchsetzen ;-).

Vielleicht sehe ich es aber auch zu dramatisch. Für mich ist es jedenfalls der fast legale Anfang vom "Lizenzfreien-Piraten-UKW-Betrieb". Herr Scaglione hat vermutlich auch seine Freude daran! Fans soll er ja nach seinen Angaben auch genug haben.


von drahtlos - am 05.02.2006 11:15
@drahtlos

Da siehst Du Gespenster. Da IST einfach kein Zusammenhang auszumachen. Schon ein hundsgewöhnlicher Küchenbrüller hat mehr als 50nW (Oszi-)Störstrahlung (= 50 Billionstel-Watt !). Das ist doch keine UKW-Sendelizenz, was da vom BAKOM angeboten wird, sondern rein bürokratische Verwaltungsarbeitsbeschaffung.

von faro - am 05.02.2006 12:42
@ ulionken: Mist, doch noch ein paar Nullen vergessen... ;) Meine Version wären wohl µW gewesen.

Mit 50nW durchdringt man doch vermutlich nicht mal das Blech eines Autos? Die Telemetrie-Sender, mit denen ich beruflich in diversen Spitälern zu tun habe, senden mit einigen Milliwatt und da braucht's schon alle paar Meter eine Empfangsantenne, um eine lückenlose Patientenüberwachung zu gewährleisten. Insofern halte ich diese "Erlaubnis" auch für einen ziemlichen Witz, zumal wohl keiner der gängigen "mp3-Zünder" die geforderten Eigenschaften besitzen dürfte. Und falls doch, würde es nicht viel nützen, weil in unserem zugefunzelten UKW-Band kaum noch eine Frequenz zu finden sein dürfte für so ein Nano-Fünzelchen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.02.2006 15:14
Aha, mein I-Trip wird legal......

von woody1 - am 05.02.2006 20:23
@ Woody: nein, er wird wohl leider trotzdem nicht legal, denn er erfüllt nicht alle diese absurden Bedingungen, die das BAKOM nennt. Und die Leistung dürfte wohl auch zu hoch sein.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.02.2006 21:01
Ich frage mich, ob sich ein Sender mit dieser ERP überhaupt technisch realisieren lässt oder ob es da nicht eine faktische, bauteilbedingte Grenze nach unten gibt.
Ich glaube, diese Mini-Sender, die es so bei ebay gibt, haben 50Milliwatt, und das ist ja schon noch ein paar Potenzen höher.
50 Nanowatt wäre Rundfunkzulassung nach Samuel Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie): Faktisch nicht mehr nachweisbar, aber irgendwie hilfts doch.


von PeterSchwarz - am 05.02.2006 21:50
Problem wird sein das der Markt auch nicht zugelassene Geräte anbieten wird mit gefälschten CE Zeugnissen. Mediamarkt hatte auch schon mehrfach Funkgeräte angeboten die keine Zulassung hatten (Kombigeräte PMR und LPD). Passiert ist nichts und zurück wurden die auch nicht gepfiffen.

Es wird selbst für das Bakom schwierig sein solche Minisender auszumessen. Wenn der Bereich frei ist, braucht es keine Notifikation

von Maxtech - am 05.02.2006 23:20
Diese Leistung reicht vielleicht, wenn sich Sender und Empfänger im selben Zimmer befinden. So sieht es ja wohl auch die BAKOM. Für die Konstellation Minisender im Auto zur Antenne auf dem Autodach sehe ich dagegen schon schwarz. Auch die Berichte in deutschen Zeitschriften über den iTrip waren ja nicht gerade euphorisch. Eine UKW-Frequenz müsste allein für diesen Zweck reserviert werden. Dann klappte es damit wohl auch im Auto.

Eine ähnliche Regelung steht auch für Deutschland in Aussicht. In einem Bericht der MacLive Anfang 2005 wurde das erwähnt.

Ingo

von Ingo-GL - am 05.02.2006 23:47
Teilweise ist doch glaub das Problem, daß man solche Geräte erwerben darf, nur nicht betreiben! Insofern sind die Händler raus aus der Sache!


von PeterSchwarz - am 06.02.2006 13:51
50nW ist doch ein Witz! Kabelnetzlecke strahlen schon stärker.

Ein gutes Coaxcabel (RG214/U) ist mit 60dB abschirmung gegeben.
Also wenn ein solches Cabel 0,05W überträgt strahlt er 50nW!!!

Als beispiel, zur Zeit habe ich Störungen auf TSR1 E10 aus Bantiger ; kleine Wellen spazieren über Bild. Im Nacht Empfänge ich Servicekanal von Cablecom! Messungen haben festgestellt, dass Störsignal 36dB schwächer als Bantiger ist.
Zur Zeit weiss man nicht genau woher das kommt aber diese Ausstrahlung ist sicher >10mW.

von Patrick - HB9OMZ - am 08.02.2006 16:39
Hallo,

vor vielen Jahren hatte ich in Münster/Westfalen eine ähnliche Störung mit Wellen im Bild beim Empfang von ARD/WDR Teutoburger Wald auf E-11. Der damals zuständige Funkstörungsmessdienst der Deutschen Bundespost hat die Störquelle mit einem Messwagen ausfindig gemacht.

Die Störquelle war eine Zimmerantenne mit Verstärker ein paar Häuser weiter. Der Verstärker hat im VHF-Bereich geschwungen. Der Besitzer dieser Zimmerantenne hat wohl nichts davon gemerkt, weil er das ARD-Programm aus Münster E-32 empfangen hat. Er musste diese Antenne stilllegen.

Ich habe die Störung simuliert und gemerkt, dass man schon mit circa 1mW Sendeleistung im Zimmer solche Störungen im TV-Bild beim Empfang über die Aussenantenne (20 m entfernt) erzeugen kann.

73 de Uli


von ulionken - am 08.02.2006 20:32
Zitat
PeterSchwarz
Teilweise ist doch glaub das Problem, daß man solche Geräte erwerben darf, nur nicht betreiben! Insofern sind die Händler raus aus der Sache!


Das war bis Mai 1992 so. Damals reichte der Vermerkt "NUR FÜR EXPORT"

Seit nun 13 Jahren ist auch der Händler und Importeur haftbar und verantwortlich Siehe BAKOM

von Maxtech - am 08.02.2006 22:55
und wo gibt es einen händler, der so ein ding verkauft. aber ein legales in der schweiz zugelassenes. kennt jemand einen laden wo man das kriegt oder eine homepage, wo man so ein ding mal betrachten kann. wie gross sind die dinger? wenn sie 100 mal grösser als der mp3 player sind, ist es nicht interessant.

von Satliebhaber - am 09.02.2006 17:56
Sind das nicht die kleinen FM-Transmitter, die bei eBay zu erwerben sind ? Ein Teil davon hat auch eine automatische Abschaltung nach einer Minute.


von Der Korken - am 09.02.2006 18:28
Gibt es auch schon die ersten DAB-Transmitter?

von radiohead - am 16.02.2006 11:57
Gibt es auch schon die ersten DAB-Transmitter? ;-)

von radiohead - am 16.02.2006 12:12
Bakom: UKW-Minisender für Betrieb zugelassen
Minimale Reichweite.
Das Bundesamt für Kommunikation hat Minisender, die den UKW-Frequenzbereich (87.5 bis 108 MHz) abdecken, für Handel und Betrieb zugelassen, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Die erlaubten Geräte seien allerdings in ihrer Leistung stark eingeschränkt, die Reichweite minimal. In der Schweiz gibt es bereits einen Minisender zu kaufen: den iTrip von Griffin Technology. Gemäss TA wird man so im Zusammenspiel mit dem iPod zur mobilen Radiostation.


von Radio Digital Schweiz - am 14.03.2006 13:11
fertig mit ipod-piraterie..... :-(

von woody1 - am 15.03.2006 16:54
das gerät wird nicht viel freude bereiten. in der region zürich sind ja praktisch alle frequenzen belegt. da wird so ein schwacher sender nicht störungsfrei im auto funktionieren.

von Satliebhaber - am 16.03.2006 16:52
@satliebhaber
da hast du die traumfrequenz 108.0 vergessen. hatte noch nie probleme - und zwar in der ganzen
schweiz.

von woody1 - am 16.03.2006 19:40
ich war vor 3 wochen bei einem kollegen in lindau auf besuch. wir machten einen ausflug nach bregenz. der minisender, den er hat, ist gemäss seiner aussage nicht erlaubt in deutschland, da er mehr als 50 nanowatt hat. er soll bei unbelegter frequenz 200 - 300 m weit gehen. im auto störte das signal immer wieder, obschon, wenn er das teil abschaltete, nur schwach ein sender reinkam. in der gegend sind aber auch praktisch alle frequenzen belegt. 108 mhz konnte er aber nicht. das hatte ich auch vorgeschlagen, auch 87.5. das gerät lässt nur 88.1-107.9 zu.

darum habe ich es aufgegeben, einen legalen sender zu kaufen. wenn schon die verbotenen kaum gehen.... und ein nicht erlaubtes gerät will ich nicht.

aber vielleicht hat hier jemand andere erfahrungen gemacht.

von Satliebhaber - am 17.03.2006 16:22
es kommt wirklich auf das gerät an. als bekennender itrip-fan habe ich unterdessen drei verschiedene
itrips. einer für die 1-4 generation, einmal für den alten ipod mini und den itrip für den nano, wobei
der itrip für die 1-4 generation mit abstand am besten läuft. damit komme ich locker gegen
2oom weit. auch im auto - problemloser und einwandfreier empfang. die frequenz 108.0 kann man
mit jedem itrip einstellen - falls nicht vorhanden, gibts auf der homepage von griffintechnology.com
die software zum herunterladen. andere frequenzen sind wirklich problematisch, die 88.3 ist auch noch
zum probieren.

von woody1 - am 17.03.2006 16:33
> die 88.3 ist auch noch zum probieren.

Nun, das kann man ja wohl nicht einfach so verallgemeinern. Im Raum St. Gallen z.B. wirst du wenig Freude an der 88.3 haben (Raichberg SWR1).

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 17.03.2006 18:06
Die 88.3 ist in der Tat in weiten Teilen der Ostschweiz mit SWR1 vom Raichberg belegt, so z.B. auch in Uster, aber erst recht im Glarnerland, in Netstal kommt er sogar mit RDS, hat also quasi Ortssenderstärke, ist allerdings auch mehr oder weniger verzerrt.

von dxbruelhart - am 17.03.2006 21:06
@ Rolf

stimmt natürlich. ich bezog mich da zu sehr auf die zentralschweiz.
ich kann wirklich nur für die 108.0 plädieren. die funzt in der ganzen schweiz.

von woody1 - am 17.03.2006 21:24
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